-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Einstellen des Signal/Rausch-Verhältnisses in einem Meßsystem,
wobei das Signal/Rausch-Verhältnis
von mehreren Einflußgrößen abhängt.
-
Das
Signal/Rausch-Verhältnis,
das im Hinblick auf eine logarithmische Darstellung oft auch als
Signal-/Rauschabstand bezeichnet wird, ist ein wichtiger Parameter
bei allen Arten von Messungen. Oft kann das Signal/Rausch-Verhältnis um
den Preis einer Erhöhung
des apparativen Aufwands, einer Vergrößerung des Zeitbedarfs, eines
erhöhten
Leistungsbedarfs oder einer Verschlechterung anderer Parameter erhöht werden. Es
existieren jedoch zahlreiche Anwendungen, bei denen ein vorbestimmtes
oder ein möglichst
hohes Signal/Rausch-Verhältnis
mit einem möglichst
geringen apparativen Aufwand bei geringem Zeitbedarf und geringem
Leistungsbedarf erzielt werden muß. Dazu zählen unter anderem Messungen
mit batteriebetriebenen Meßsystemen,
beispielsweise Meßsysteme
zur Erfassung und Überwachung
des Reifendrucks in Fahrzeugreifen.
-
Eine
Maßnahme
zur Erzielung eines geringen Leistungsbedarfs und eines hohen Signal/Rausch-Verhältnisses
ist es, als Anregungsspannung für
einen Sensor unmittelbar die Batteriespannung zu verwenden und sowohl
auf eine Erzeugung einer Anregungsspannung, die höher als
die Batteriespannung ist, als auch auf eine Stabilisierung der Anregungsspannung
(auf einen Wert, der niedriger als die Batteriespannung ist) zu verzichten.
Damit werden der Leistungsbedarf und der apparative Aufwand eines
Spannungsgenerators, einer Ladungspumpe, einer Spannungsstabilisierungsschaltung
oder ähnlicher
Schaltungen eingespart. Ein Nachteil ist, daß die Betriebsspannung bzw.
die Batteriespannung dann in der Regel aber einen unmit telbaren
Einfluß auf
das Signal/Rausch-Verhältnis
der Messungen des Meßsystems
hat. Ein Einfluß der
Betriebsspannung oder der Batteriespannung existiert ferner in zahlreichen
Fällen,
in denen beispielsweise möglichst
einfache oder hinsichtlich ihres Leistungsbedarfs optimierte Schaltungen
zur Erzeugung der Anregungsspannung des Sensors oder auch einer
Versorgungsspannung eines Verstärkers
oder einer anderen nachgeschalteten Komponente verwendet werden.
Dies ist besonders dann oft der Fall, wenn die zu erzeugende Anregungsspannung
innerhalb der Grenzen der Betriebsspannung möglichst groß sein soll, um ein größtmögliches
Sensorsignal zu erzeugen.
-
Eine
weitere Einflußgröße, die
in der Regel den Rauschpegel oder den Signalpegel und damit das
Signal/Rausch-Verhältnis
beeinflußt,
ist die Temperatur des Sensors, des nachgeschalteten Verstärkers und
weiterer nachgeschalteter Schaltungen. Insbesondere ist die Temperatur
ein wesentlicher Faktor, der die Größe des weißen Rauschens bestimmt.
-
Sowohl
die Batteriespannung als auch die Temperatur oder auch weitere,
oben nicht erwähnte
Einflußgrößen sind
in vielen Fällen
nicht beeinflußbar,
können
aber stark variieren. Beispielsweise nimmt die Batteriespannung
einer Batterie im Laufe ihrer Lebensdauer und vor allem gegen Ende
ihrer Lebensdauer mit zunehmender Entladung ab. Oft ist die Batteriespannung
auch von der Temperatur der Batterie abhängig, die wiederum durch die
Umgebungstemperatur beeinflußt
wird. Die Temperatur des Sensors sowie der nachgeschalteten elektronischen
Schaltungen ist ebenfalls eine Funktion der Umgebungstemperatur,
die bei vielen Anwendungen um viele 10 Kelvin variieren kann.
-
Bei
dem oben bereits erwähnten
Reifendruckmeßsystem
ist beispielsweise ein kapazitiver Sensor in einer kapazitiven Meßbrücke angeordnet,
deren Anregungsspannung aus den erwähnten Gründen gleich der Batteriespannung
ist oder mit einer einfachen Schaltung aus dieser gewonnen wird.
Die Batterie spannung geht in diesem Fall als Proportionalitätsfaktor
direkt in die Größe des Meßsignals,
also der Ausgangsspannung der Meßbrücke, ein oder beeinflußt sie zumindest.
Die Temperatur des Reifens und damit des Meßsystems kann im Winter weit
unter 0° liegen
und beispielsweise bis zu –30°C und darunter
betragen. Bei starker und direkter Sonneneinstrahlung kann die Temperatur
im Sommer beispielsweise bis zu 70°C und darüber betragen. Im Fahrbetrieb
kommt noch eine Erwärmung
durch Reibung mit der Fahrbahn, durch Reibung bzw. Walkarbeit innerhalb
des Reifens und durch Abwärme
des Bremssystems. Innerhalb dieses extremen Temperaturbereichs ist
folglich das thermisch bedingte Rauschen des Meßsystems starken Schwankungen
unterworfen.
-
Um
unter allen Betriebsbedingungen, d. h. sowohl bei voller Batterie
als auch bei weitgehend entladener Batterie und sowohl bei niedrigen
als auch bei sehr hohen Temperaturen des Meßsystems, ein vorbestimmtes
minimales Signal/Rausch-Verhältnis zu
erzielen, werden das Meßsystem
und dessen Parameter herkömmlich
für ein
Worst-Case-Szenarium bzw. für
den ungünstigsten
Fall der Betriebsbedingungen ausgelegt. Während der meisten Zeit der
Lebensdauer der Batterie ist die Batteriespannung jedoch deutlich
höher als
am Ende der Lebensdauer. Ferner ist die Temperatur des Meßsystems
in der Regel niedrig oder moderat und nimmt nur in Ausnahmefällen die
in dem Worst-Case-Szenarium angenommenen Werte an. Beispielsweise geht
man üblicherweise
davon aus, daß ein
Auto bei einer Lebensdauer von 10 Jahren mehr als 90% dieser Zeit
geparkt ist. Das Meßsystem
und seine Parameter, beispielsweise ein Bias- bzw. Vorspannungsstrom,
eine Bias-Spannung bzw. Vorspannung, die Bandbreite oder Grenzfrequenz
eines Filters etc., sind deshalb für den größten Teil der Betriebszeit
des Meßsystems überdimensioniert.
Mit dieser Überdimensionierung
geht jedoch auch ein unnötig
hoher Leistungsbedarf oder ein unnötig hoher apparativer Aufwand
einher.
-
Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung,
ein Verfahren und ein Computerprogramm zum Einstellen des Signal/Rausch-Verhältnisses
in einem Meßsystem
zu schaffen.
-
Diese
Aufgabe wird durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1, ein Verfahren
nach Anspruch 13 bzw. ein Computerprogramm nach Anspruch 21 gelöst.
-
Die
vorliegende Erfindung schafft eine Vorrichtung zum Einstellen des
Signal/Rausch-Verhältnisses zwischen
einem Signalpegel und einem Rauschpegel eines Meßsignals in einem Meßsystem
zum Erfassen einer Meßgröße und Ausgeben
des von der Meßgröße abhängigen Meßsignals,
wobei das Signal/Rausch-Verhältnis von
einer ersten Einflußgröße und von
einer zweiten Einflußgröße abhängt. Die
Vorrichtung umfaßt
eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen eines Werts der ersten Einflußgröße und eine
Einstelleinrichtung zum Einstellen eines Werts der zweiten Einflußgröße abhängig vom
Wert der ersten Einflußgröße, um dadurch
das Signal/Rausch-Verhältnis
einzustellen.
-
Die
vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zum Einstellen des Signal/Rausch-Verhältnisses
zwischen einem Signalpegel und einem Rauschpegel eines Meßsignals
in einem Meßsystem,
das eine Meßgröße erfaßt und das
von der Meßgröße abhängige Meßsignal
erzeugt, wobei der Rauschpegel von einer ersten Einflußgröße und von
einer zweiten Einflußgröße abhängt, mit
folgenden Schritten:
Erfassen eines Werts der ersten Einflußgröße; und
Einstellen
eines Werts der zweiten Einflußgröße abhängig vom
Wert der ersten Einflußgröße, um dadurch
das Signal/Rausch-Verhältnis einzustellen.
-
Die
vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß das Signal/Rausch-Verhältnis eines
Meßsystems
in der Regel von mehreren Einflußgrößen abhängt. Einige dieser Einflußgrößen sind
durch das Meßsystem
nicht oder nicht ohne weiteres oder nicht ohne andere nachteilige
Folgen oder nur mit hohem Aufwand beeinflußbar. Dazu zählen beispielsweise
oft Umgebungstemperaturen, Versorgungsspannungen oder -ströme. Diese
Einflußgrößen werden
im folgenden als erste Einflußgrößen bezeichnet.
Andere Einflußgrößen sind durch
das Meßsystem
ohne weiteres oder mit einem vertretbaren Aufwand beeinflußbar. Dazu
zählen
beispielsweise oft Filterparameter, Verstärkerbandbreiten, Meßzeiten
oder Bias-Ströme.
Diese Einflußgrößen werden
im Folgenden als zweite Einflußgrößen bezeichnet.
-
Der
vorliegenden Erfindung liegt die Idee zugrunde, eine oder mehrere
der beeinflußbaren
zweiten Einflußgrößen nicht
wie im Stand der Technik für
ein selten tatsächlich
auftretendes Worst-Case-Szenarium fest voreinzustellen, sondern
während
des Betriebs des Meßsystems
jeweils so einzustellen, daß ein
vorbestimmtes minimales Signal/Rausch-Verhältnis übertroffen oder vorzugsweise
genau erreicht wird. Dazu werden der Wert der ersten Einflußgröße oder
die Werte der ersten Einflußgrößen erfaßt bzw.
gemessen. Eine oder mehrere der zweiten Einflußgrößen wird bzw. werden dann so
verändert,
daß das
Signal/Rausch-Verhältnis
des Meßsystems
den vorbestimmten minimalen Wert des Signal/Rausch-Verhältnisses
erreicht oder übertrifft.
-
Ein
Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß ein unnötig hoher
Aufwand zur Erzielung eines unnötig
hohen Signal/Rausch-Verhältnisses
vermieden wird. Da das erzielte Signal/Rausch-Verhältnis mit einem
Energie- oder Leistungsbedarf des Meßsystems korreliert ist, resultiert
eine erhebliche Energie- oder Leistungsersparnis. Dies wiederum
hat beispielsweise bei einem batteriebetriebenen Meßsystem
eine entsprechende Verlängerung
der Lebensdauer der Batterie zur Folge.
-
Das
Einstellen von einer oder mehreren zweiten Einflußgrößen erfolgt
vorzugsweise auf der Grundlage eines (mathematischen) Modells des
Signal/Rausch-Verhältnisses.
Aus diesem mathematischen Modell ist ein mathematischer Algorithmus,
im einfachsten Falle eine einfache Formel bzw. Gleichung, abgeleitet,
der ausgeführt
wird, um aus den erfaßten
Werten der durch das Meßsystem
nicht beeinflußbaren
Einflußgrößen den
einzustellenden Wert oder die einzustellenden Werte der durch das
Meßsystem
veränderbaren
Einflußgrößen zu bestimmen.
Alternativ sind in einer zwei- oder mehrdimensionalen Nachschlagtabelle
bzw. Look-Up-Table Tupel aus Werten der durch das Meßsystem
nicht beeinflußbaren
und der einzustellenden Einflußgrößen abgelegt,
wobei die Tupel vorzugsweise ebenfalls aus dem mathematischen Modell
abgeleitet bzw. gewonnen sind. Alternativ wird der mathematische
Algorithmus oder die Nachschlagtabelle empirisch ermittelt.
-
Der
Einfluß der
Einflußgrößen auf
das Signal/Rausch-Verhältnis ist
in der Regel gut verstanden und theoretisch beschrieben. Die erfindungsgemäße Verwendung
einer Nachschlagetabelle oder eines mathematischen Algorithmus führt deshalb
besonders einfach und zuverlässig
zu einer genauen Einstellung des Signal/Rausch-Verhältnisses
und gleichzeitig zu einer Minimierung des Leistungsbedarfs des Meßsystems.
-
Gemäß einem
bevorzugten Aspekt schafft die vorliegende Erfindung ein Meßsystem
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
-
Gemäß einem
weiteren bevorzugten Aspekt schafft die Erfindung ein Computerprogramm
mit Programmcode zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
wenn das Programm auf einem Computer abläuft.
-
Bevorzugte
Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
-
Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher
erläutert.
Es zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung;
-
2 ein schematisches Schaltungsdiagramm
eines Meßsystems,
bei dem die vorliegende Erfindung verwendbar ist; und
-
3 ein schematisches Schaltungsdiagramm
eines weiteren Meßsystems,
bei dem die vorliegende Erfindung verwendbar ist.
-
1 ist eine schematische
Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung.
Ein Meßsystem 10 ist
ausgebildet und vorgesehen, um eine Meßgröße zu erfassen und ein von
der Meßgröße abhängiges Signal
auszugeben. Bei der Meßgröße handelt
es sich beispielsweise um einen Druck eines Fluids, d. h. einer
Flüssigkeit
oder eines Gases, eine Kraft, eine Beschleunigung, eine Temperatur,
einen Ort, einen Abstand, einen Winkel, eine Spannung, einen Strom,
eine Ladung, eine Frequenz, eine Feldstärke eines elektrischen oder
magnetischen Felds, eine Intensität einer elektromagnetischen
Strahlung, eine Teilchenflußdichte
etc. Das von dem Meßsystem
abhängig
von der Meßgröße erzeugte
Signal weist einen Signalpegel und ein Rauschen mit einem Rauschpegel
auf.
-
Der
Signalpegel oder der Rauschpegel und damit das Signal/Rausch-Verhältnis des
Meßsystems 10 werden
wesentlich durch Betriebsbedingungen eines Abschnitts 12 des
Meßsystems 10 beeinflußt. Diese
Betriebsbedingungen werden im Folgenden als Einflußgrößen bezeichnet,
da sie das Signal/Rausch-Verhältnis des
Meßsystems 10 beeinflussen.
Der Abschnitt 12 steht im Folgenden für den oder diejenigen Teile
des Meßsy stems 10,
die zur Erzeugung des Rauschens des Meßsystems in besonderem Maße beitragen.
Der Abschnitt 12 umfaßt
beispielsweise einen Sensor, einen Vorverstärker, ein Filter, einen Hauptverstärker, einen Komparator,
einen Analog-Digital-Wandler
etc.
-
Der
Signalpegel oder der Rauschpegel des Meßsystems 10 wird durch
mehrere Einflußgrößen beeinflußt. Ein
Teil dieser Einflußgrößen ist
durch das Meßsystem
nicht oder nicht wesentlich oder nicht beliebig oder nicht mit vertretbarem
Aufwand durch das Meßsystem
einstellbar bzw. beeinflußbar.
Diese Einflußgrößen werden
im Folgenden als erste Einflußgrößen bezeichnet.
Zu ihnen zählen
beispielsweise eine dem Meßsystem 10 von
außen
zugeführt
Betriebs- oder Batteriespannung, eine Temperatur des Sensors oder
eine Temperatur des Vorverstärkers
des Meßsystems 10,
die wesentlich von der Temperatur der Umgebung des Meßsystems 10 abhängt.
-
Andere
Einflußgrößen sind
einstellbar. Diese werden im Folgenden als zweite Einflußgrößen bezeichnet.
Zu den einstellbaren Einflußgrößen zählen beispielsweise
Filterparameter, Verstärkerbandbreiten,
Meßzeiten,
Bias-Ströme,
Bias-Spannungen,
Abtastfrequenzen, die Anzahl der Einzelmessungen, über die
gemittelt wird, etc.
-
Eine
Erfassungseinrichtung 14 ist mit dem Abschnitt 12 des
Meßsystems 10 verbunden,
um einen momentanen Wert der durch das Meßsystem nicht einstellbaren
Einflußgröße oder
momentane Werte der durch das Meßsystem nicht einstellbaren
Einflußgrößen zu erfassen.
Die Erfassungseinrichtung 14 umfaßt beispielsweise einen Temperatursensor,
der thermisch mit dem Abschnitt 12 gekoppelt ist, um die
Temperatur des Abschnitts 12 zu messen, einen Temperatursensor,
der die Umgebungstemperatur mißt,
oder einen Spannungssensor, um die Betriebs- oder Batteriespannung,
die dem Meßsystem
zugeführt
wird, zu erfassen. Die Erfassungseinrichtung 14 umfaßt ferner
vorzugsweise Einrichtungen zum Verstärken, Filtern, Aufbereiten
oder Digitalisieren eines bei der Erfassung der Einflußgröße erzeugten
Erfassungssignals umfassen.
-
Eine
Einrichtung 16 ist ausgebildet und vorgesehen, um abhängig von
dem erfaßten
Wert der ersten Einflußgröße einen
einzustellenden Wert einer zweiten Einflußgröße zu bestimmen. Gemäß einer
Variante der vorliegenden Erfindung umfaßt die Einrichtung 16 einen
Speicher, in dem eine Nachschlagtabelle bzw. Look-Up-Table gespeichert
bzw. abgelegt ist. In der Nachschlagetabelle ist einer Mehrzahl
von Werten der ersten Einflußgröße jeweils
ein Wert der zweiten Einflußgröße zugeordnet,
wobei im Fall des Vorliegens von einem der in der Nachschlagtabelle
eingetragenen Werte der ersten Einflußgröße der zugeordnete Wert der zweiten
Einflußgröße einzustellen
ist. Bei einer beschränkten
Anzahl von Einträgen
wird immer der nächst
größere oder
der nächst
kleinere Eintrag derart ausgewählt,
daß mit
der gegebenen Schrittweite ein Signal/Rausch-Verhältnis oberhalb
des angestrebten bzw. vorgegebenen Minimalwertes eingestellt wird.
-
Gemäß einer
anderen Variante umfaßt
die Einrichtung 16 eine Berechnungseinrichtung, die vorgesehen
und ausgebildet ist, um mittels eines mathematischen Algorithmus
aus dem durch die Erfassungseinrichtung 14 erfaßten Wert
der ersten Einflußgröße einen
einzustellenden Wert der zweiten Einflußgröße zu bestimmen. Bei dem mathematischen
Algorithmus handelt es sich im einfachsten Fall um eine Gleichung
bzw. eine Formel bzw. eine mathematische Funktion, deren Eingangsgröße der erfaßte Wert
der ersten Einflußgröße und deren
Ausgangsgröße der einzustellende
Wert der zweiten Einflußgröße ist.
-
Die
Tabelleneinträge
der Nachschlagtabelle oder der mathematische Algorithmus sind vorzugsweise aus
einem mathematischen Modell des Signal/Rausch-Verhältnisses
abgeleitet oder gewonnen, wobei das mathematische Modell die Abhängigkeit
des Signal/Rausch-Verhältnisses
von den ersten Einflußgrößen und den
zweiten Einflußgrößen modelliert.
Alternativ sind die Einträge
der Nachschlagtabelle bzw. der mathematische Algorithmus empirisch
bestimmt.
-
Eine
Einstelleinrichtung 18 ist vorgesehen und ausgebildet,
um den durch die Einrichtung 16 bestimmten einzustellenden
Wert der zweiten Einflußgröße einzustellen.
Dazu steuert die Einstelleinrichtung 18 beispielsweise
die Grenzfrequenz, die Ordnung oder einen anderen Filterparameter
eines Filters, der das von dem Meßsystem 10 erzeugte
von der Meßgröße abhängige Signal
oder aber ein Zwischensignal, aus dem das Signal gewonnen wird,
filtert. Eine andere mögliche
zweite Einflußgröße, deren
Wert durch die Einstelleinrichtung 18 eingestellt wird,
ist die Bandbreite oder die Verstärkung eines Verstärkers. Weitere
Beispiele für
zweite Einflußgrößen sind
Bias-Ströme,
-Spannungen, Meßzeiten,
die Anzahl von Messungen, über
deren Einzelergebnisse gemittelt wird, etc. Falls es sich bei der
ersten Einflußgröße um die
Temperatur handelt, kommen als zweite Einflußgröße auch eine Versorgungsspannung,
eine Anregungsspannung des Sensors oder die Betriebsspannung des
Meßsystems 10 in
Frage.
-
Die
Erfassungseinrichtung 14, die Einrichtung 16 und
die Einstelleinrichtung 18 sind untereinander durch eine
oder mehrere Leitungen oder durch einen Bus verbunden, um den erfaßten Wert
der ersten Einflußgröße und den
einzustellenden Wert der zweiten Einflußgröße zu übertragen bzw. miteinander
auszutauschen. Nachfolgend wird ein Beispiel für die Arbeitsweise der Erfassungseinrichtung 14,
der Einrichtung 16 und der Einstelleinrichtung 18 beschrieben.
-
Der
Sensor des Meßsystems 10 erfaßt die Meßgröße so, daß sich unter
momentan vorliegenden Betriebsbedingungen ein maximales Signal/Rausch-Verhältnis ergibt.
Um mit einfachen Mitteln sicherzustellen, daß das Signal die größtmögliche Amplitude
hat, wird als Sensoranregungsspannung die Betriebsspannung oder
die Batteriespannung verwendet, die dem Meßsystem 10 von außen zugeführt wird,
oder die Sensoranregungsspannung wird durch eine einfache Schaltung
aus der Betriebsspannung gewonnen, wodurch sie von dieser abhängig ist.
-
Das
Meßsystem 10 erfaßt die Betriebsspannung
als eine erste, von dem Meßsystem 10 nicht
veränderbare
Einflußgröße. Die
Erfassung der Betriebsspannung bedeutet bei vielen Systemen, insbesondere
bei batteriebetriebenen Systemen, keinen zusätzlichen Aufwand, da sie ohnehin
verlangt bzw. erforderlich ist. Optional wird auch die Temperatur
des Meßsystems 10 bzw.
von dessen Abschnitt 12 als eine weitere erste Einflußgröße erfaßt. Auch
dies bedeutet in der Regel keinen zusätzlichen Aufwand, da ein Erfassung
der Temperatur zur Temperaturkompensation bzw. zur Kompensation
eines Temperaturgangs des Sensors oder des Meßsystems 10 oft obligatorisch
ist.
-
Typischerweise
sind die Ausgangsspannung eines Sensors und damit der Signalpegel
des von dem Meßsystem 10 abhängig von
der Meßgröße erzeugten
Signals proportional zur Anregungsspannung des Sensors. Dies gilt
beispielsweise für
resistive Meßbrücken oder
kapazitive Sensoren. Bei abnehmender Betriebsspannung verringert
sich deshalb der Signalpegel. Um dies zu kompensieren, wird eine
durch die Einstelleinrichtung 18 einstellbare zweite Einflußgröße so verändert, daß der Einfluß der abnehmenden
Betriebsspannung auf das Signal/Rausch-Verhältnis kompensiert bzw. das
Signal/Rausch-Verhältnis konstant
oder größer als
ein vorbestimmter minimaler Wert gehalten wird.
-
Mit
steigender absoluter Temperatur des Meßsystems 10 und insbesondere
von dessen Abschnitt 12 nimmt ferner die Amplitude des
weißen
Rauschens bzw. der Rauschpegel zu. Auch dies verringert das Signal/Rausch-Verhältnis. Vorzugsweise
wird daher eine durch die Einstelleinrichtung 18 einstellbare
zweite Einflußgröße so verändert, daß der Einfluß der Temperatur
auf das Signal/Rausch-Verhältnis
ausgeglichen wird.
-
Umgekehrt
wird vorzugsweise bei einer Verbesserung der Betriebsbedingungen,
d. h. einer Erhöhung der
Betriebsspannung oder einer Verringerung der Temperatur eine durch
die Einstelleinrichtung 18 einstellbare Einflußgröße so verändert, daß das Signal/Rausch-Verhältnis nicht
unnötig
hoch wird, sondern den vorbestimmten minimalen Wert annimmt oder
nur wenig darüber
liegt. Damit wird Leistung eingespart, die andernfalls für eine unnötig hohe
Abtastrate, eine unnötig
lange Meßzeit
etc. verbraucht würde.
-
Ein
Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß die Referenz-
bzw. Anregungsspannung des Sensors maximal, d. h. gleich der Batterie-
bzw. Betriebsspannung gewählt
werden kann, da in Kauf genommen werden kann, daß sie mit abnehmender Betriebsspannung
fällt.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Erfassung von Temperatur
und Betriebsspannung in batteriebetriebenen Sensorsystemen bzw.
Meßsystemen in
der Regel ohnehin vorgesehen sind und deshalb durch die vorliegende
Erfindung mitgenutzt werden können.
Bei einer großen
Betriebsspannung und damit einer großen Referenz- bzw. Anregungsspannung
wird im Vergleich zu einer herkömmlichen
Worst-Case-Dimensionierung
das erwünschte
Signal/Rausch-Verhältnis
mit einer kürzeren
Meßdauer
oder einem geringen Stromverbrauch bzw. Leistungsbedarf erreicht.
Dadurch wird die Lebensdauer einer Batterie, die das Meßsystem 10 mit
Leistung versorgt, deutlich verlängert.
Gleichfalls wird bei einer geringen Temperatur im Vergleich zu einer
Worst-Case-Dimensionierung
das erwünschte
Signal/Rausch-Verhältnis
mit einem geringen Stromverbrauch bzw. Leistungsbedarf oder einer
verkürzten
Meßdauer
erreicht. Insbesondere bei Systemen mit langen Standzeiten, während derer
die Temperatur des Meßsystems 10 niedrig
ist, kann auf diese Weise die Lebensdauer der Batterie deutlich
verlängert
werden. Beispiele dafür
sind Anwendungen in Autos, die nur im Betrieb oder bei starker Sonneneinstrahlung
und somit selten hohe Temperaturen erreichen.
-
2 ist ein schematisches
Schaltungsdiagramm eines Meßsystems,
bei dem die vorliegende Erfindung verwendbar ist. Das Meßsystem
umfaßt
einen kapazitiven Drucksensor mit zwei veränderlichen Kapazitäten CS1, CS2. Die beiden
Kapazitäten
CS1, CS2 des Drucksensors
sind von einem Fluiddruck, d. h. einem Gas- oder Flüssigkeitsdruck,
dem der Drucksensor ausgesetzt ist, abhängig. Die beiden veränderlichen
Kapazitäten CS1, CS2 des Drucksensors
bilden einander diametral gegenüberliegende
Zweige einer Brückenschaltung 30. Die
beiden anderen einander ebenfalls diametral gegenüberliegenden
Zweige der Brückenschaltung 30 werden
durch Referenzkondensatoren gebildet, als deren Bezugszeichen ihre
unveränderlichen
Kapazitäten
CR1, CR2 verwendet
werden.
-
Ein
erster Knoten 32 der Brückenschaltung 30 zwischen
dem ersten Referenzkondensator CR1 und der zweiten
veränderlichen
Kapazität
CS2 des Sensors ist über einen ersten Umschalter 34 alternativ
mit zwei Referenzspannungen +Vref, –Vref gleichen Betrags und
entgegengesetzten Vorzeichens verbindbar. Ein zweiter Knoten 36 der
Brückenschaltung 30 zwischen
dem ersten Referenzkondensator CR1 und der
ersten veränderlichen
Kapazität
CS1 des Sensors ist über einen ersten Koppelkondensator
CDAC1, dessen Bezugszeichen wiederum gleich
seiner Kapazität
ist, und einen zweiten Umschalter 38 entweder mit einer
positiven Kompensationsspannung +Vdac oder mit einer negativen Kompensationsspannung –Vdac verbindbar.
Die Kompensationsspannungen +Vdac, –Vdac weisen den gleichen Betrag
und entgegengesetztes Vorzeichen auf. Sie werden durch einen oder
zwei nichtdargestellte Digital-Analog-Wandler erzeugt. Ein dritter
Knoten 40 der Brückenschaltung 30 zwischen
der ersten veränderlichen
Kapazität
CS1 des Sensors und dem zweiten Referenzkondensator
CR2 ist über
einen dritten Umschalter 42 entweder mit der positiven
Referenzspannung +Vref oder der negativen Referenzspannung –Vref verbindbar.
Ein vierter Knoten 44 zwischen dem zweiten Referenzkondensator
CR2 und der zweiten veränderlichen Kapazität CS 2 ist über einen
zweiten Koppelkondensator CDAC2 und einen
vierten Umschalter 46 entweder mit der positiven Kompensationsspannung
+Vdac oder der negativen Kompensationsspannung –Vdac verbindbar.
-
Der
zweite Knoten 36 der Brückenschaltung 30 und
der erste Koppelkondensator CDAC1 sind ferner
mit einem nichtinvertierenden Eingang 48 eines OPVs bzw.
Differenzverstärkers 50 verbunden.
Der vierte Knoten 44 der Brückenschaltung 30 und
der zweite Koppelkondensator CDAC2 sind
ferner mit einem invertierenden Eingang 52 des Differenzverstärkers 50 verbunden.
Ein erster Ausgang 54 des Differenzverstärkers 50 ist
mit einem ersten Signalausgang 56 des Meßsystems
verbunden. Der erste Ausgang 54 des Differenzverstärkers 50 ist
ferner über
einen ersten Schalter 58 mit dem nichtinvertierenden Eingang 48 des
Differenzverstärkers 50, dem
zweiten Knoten 36 der Brückenschaltung 30 und
dem ersten Koppelkondensator CDAC1 verbindbar.
Ein zweiter Ausgang 60 des Differenzverstärkers 50 ist
mit einem zweiten Signalausgang 62 des Meßsystems
verbunden. Der zweite Ausgang 60 des Differenzverstärkers 50 ist
ferner über
einen zweiten Schalter 64 mit dem invertierenden Eingang 52 des
Differenzverstärkers 50,
dem vierten Knoten 44 der Brückenschaltung 30 und dem
zweiten Koppelkondensator CDAC2 verbindbar.
-
Die
erste veränderliche
Kapazität
CS1 des Sensors und die Kapazität des ersten
Referenzkondensators CR1 sind so gewählt, daß ihre Differenz
möglichst
klein ist, und die zweite veränderliche
Kapazität
CS2 des Sensors und die Kapazität des zweiten
Referenzkondensators CR2 sind so gewählt, daß ihre Differenz
möglichst
klein ist. Die Differenzen zwischen der ersten veränderlichen
Kapazität
CS1 des Sensors und der Kapazität des ersten
Referenzkondensators CR1 sowie zwischen
der zweiten veränderlichen
Kapazität
CS2 des Sensors und der Kapazität des zweiten
Referenzkondensators CR2 sind von dem durch
den Sensor erfaßten
Druck abhängig.
-
Die
Umschalter 34, 38, 42, 46 und
die Schalter 58, 64 werden durch ein Taktsignal
gesteuert synchron und periodisch alter nierend geschaltet. Jede
Taktperiode des Taktsignals besteht aus einer ersten Zeitdauer clock1
und einer zweiten Zeitdauer clock1, die zusammen die Taktperiode
bilden. Innerhalb der ersten Zeitdauer (clock1) jeder Taktperiode
verbindet der erste Umschalter 34 den ersten Knoten 32 der
Brückenschaltung 30 mit
der negativen Referenzspannung –Vref,
der zweite Umschalter 38 verbindet den ersten Koppelkondensator
CDAC1 mit der negativen Kompensationsspannung –Vdac, der
dritte Umschalter 42 verbindet den dritten Knoten 40 der
Brückenschaltung 30 mit
der positiven Referenzspannung +Vref, der vierte Umschalter 46 verbindet
den zweiten Koppelkondensator CDAC2 mit
der positiven Kompensationsspannung +Vdac, der erste Schalter 58 verbindet
den ersten Ausgang 54 des Differenzverstärkers 50 mit
dem nichtinvertierenden Eingang 48 des Differenzverstärkers 50,
dem zweiten Knoten 36 der Brückenschaltung 30 und
dem ersten Koppelkondensator CDAC1, und
der zweite Schalter 64 verbindet den zweiten Ausgang 60 des
Differenzverstärkers 50 mit
dem invertierenden Eingang 52 des Differenzverstärkers 50,
dem vierten Knoten 44 der Brückenschaltung 30 und
dem zweiten Koppelkondensator CDAC2. Während der
zweiten Zeitdauer (clock2) jeder Taktperiode verbindet der erste
Umschalter 34 den ersten Knoten 32 der Brückenschaltung 30 mit
der positiven Referenzspannung +Vref, der zweite Umschalter 38 verbindet
den ersten Koppelkondensator CDAC1 mit der
positiven Kompensationsspannung +Vdac, der dritte Umschalter 42 verbindet
den dritten Knoten 40 der Brückenschaltung 30 mit
der negativen Referenzspannung –Vref,
der vierte Umschalter 46 verbindet den zweiten Koppelkondensator
CDAC2 mit der negativen Kompensationsspannung –Vdac, der
erste Ausgang 54 des Differenzverstärkers 50 ist von dem
nichtinvertierenden Eingang 48 des Differenzverstärkers 50,
dem zweiten Knoten 36 der Brückenschaltung 30 und
dem ersten Koppelkondensator CDAC1 isoliert,
und der zweite Ausgang 60 des Differenzverstärkers 50 ist
von dem invertierenden Eingang 52 des Differenzverstärkers 50,
dem vierten Knoten 44 der Brückenschaltung 30 und
dem zweiten Koppelkondensator CDAC2 isoliert.
-
Die
Funktion des Meßsystems
wird im Folgenden zunächst
ohne die Kompensationsspannungen ±Vdac erklärt. Die durch das synchrone
und periodisch alternierende Umschalten des ersten Umschalters 34 und
des dritten Umschalters 42 erzeugte Rechteckspannung zwischen
dem ersten Knoten 32 und dem dritten Knoten 40 der
Brückenschaltung 30 erzeugt
zwischen dem zweiten Knoten 36 und dem vierten Knoten 44 eine Wechselspannung,
deren Amplitude und deren relatives Vorzeichen bezogen auf die Spannung
zwischen dem ersten Knoten 32 und dem dritten Knoten 40 der
Brückenschaltung 30 von
Vorzeichen und Betrag der Differenz zwischen der ersten veränderlichen
Kapazität
CS1 des Sensors und der Kapazität des ersten
Referenzkondensators CR1 und von Betrag
und Vorzeichen der Differenz der zweiten veränderlichen Kapazität CS2 und der Kapazität des zweiten Referenzkondensators
CR2 abhängt.
-
In
der ersten Zeitdauer clock1 jeder Taktperiode, bzw. in der Taktphase,
in der die Schalter 58, 64 in den Rückkopplungszweigen
des Differenzverstärkers 50 geschlossen
sind, ist die Spannung zwischen den Eingängen 48, 52 des
Differenzverstärkers 50 Null,
da die Rückkopplung
bewirkt, daß sich
ein virtuelles GND- bzw. Massepotential einstellt. In dieser Taktphase
werden die Sensorkondensatoren bzw. die veränderlichen Kapazitäten CS1, CS1 des Sensors
gegen diesen virtuellen GND-Knoten aufgeladen. Erst in der zweiten
Zeitdauer clock1 jeder Taktperiode bzw. in der Taktphase, in der
die Schalter 58, 64 in de Rückkoppelzweigen des Differenzverstärkers 50 offen
sind, entsteht eine Spannung bzw. eine Potentialdifferenz am Ausgang 36, 44 der
Brückenschaltung 30 und
damit zwischen den Eingängen 48, 52 des
Differenzverstärkers 50.
Diese Spannung wird dann mit der Leerlaufverstärkung des Differenzverstärkers 50 verstärkt.
-
Diese
Differenz wird während
der zweiten Zeitdauer jeder Taktperiode, in der die Schalter 58, 64 offen sind,
durch den Differenzverstärker 50 verstärkt. Zwischen
den Signalausgängen 56, 62 des
Meßsystems
entsteht so eine periodisch veränderliche
Spannung, deren Phase bezogen auf das die Umschalter 34, 38, 42, 46 und
die Schalter 58, 64 steuernde Taktsignal das Vorzeichen
der genannten Kapazitätsdifferenzen
anzeigt.
-
Die
Funktion des Meßsystems
beruht darauf, die Kapazitätsdifferenzen
durch die über
die Koppelkondensator CDAC1, CDAC2 eingekoppelten
Kompensationsspannungen ±Vdac
mehr oder weniger zu kompensieren. Die zur Kompensation erforderlichen
Kompensationsspannungen sind proportional zu der Verstimmung der
Brückenschaltung
und damit zu der Meßgröße. Eine
mit den Ausgängen 56, 62 verbundene
Steuerung verändert,
beispielsweise entsprechend dem Verfahren der sukzessiven Approximation
eine Approximationszahl und damit die durch den nichtdargestellten
Digital-Analog-Wandler erzeugten Kompensationsspannungen ±Vdac solange,
bis die Kompensationsspannungen ±Vdac die Kapazitätsdifferenzen
(bis auf einen unvermeidlichen Quantisierungsfehler) kompensieren.
Die danach vorliegende Approximationszahl ist (bis auf den genannten
unvermeidlichen Quantisierungsfehler) zu dem an dem Sensor anliegenden
Druck proportional.
-
Es
werden Ladungsdifferenzen auf den veränderlichen Kapazitäten CS1, CS2 des Sensors
durch Ladungen auf den Koppelkondensatoren CDAC1,
CDAC2 kompensiert. Daher kann der Digital-Analog-Wandler alternativ
auch realisiert werden, indem die Kompensationsspannung Vdac konstant
bleibt und die Koppelkondensatoren CDAC1,
CDAC2 durch parallelschaltbare Kondensatoren
mit Kapazitäten
in binärer
Gewichtung, d. h. mit Kapazitätsverhältnissen
1:2:4:8:...:2n gebildet werden. Die Summen
der parallelgeschalteten Kapazitäten
bilden dann programmierbare bzw. veränderliche Kapazitäten der
Koppelkondensatoren CDAC1, CDAC2.
-
Die
in
2 dargestellte Schaltung
ist zusammen mit dem nicht dargestellten Digital-Analog-Wandler und
der ebenfalls nicht dargestellten Steuerung beispielsweise Bestandteil
eines Reifendruckmeßsystems.
Die durch Druckänderungen
innerhalb des Meßbereichs
des Sensors erzeugten Veränderungen
der veränderlichen
Kapazitäten
C
S1, C
S2 des Sensors
sind in der Regel sehr klein gegenüber den über den Meßbereich gemittelten Werten
der veränderlichen
Kapazitäten
C
S1, C
S2 bzw. gegenüber den
Kapazitäten
der Referenzkondensatoren C
R1, C
R2. Die Rauschbandbreite der in
2 dargestellten Schaltung
wird deshalb in der Regel durch die Kondensatoren der Meßbrücke bzw.
deren mittlere Kapazität
C
0 bestimmt. Der in dB gemessene Signal-/Rauschabstand
SNR
ADC bzw. das logarithmierte Signal/Rausch-Verhältnis des
in
2 dargestellten Analog-Digital-Wandlers
beträgt
näherungsweise
-
Dabei
sind k die Boltzmann-Konstante, T die absolute Temperatur des Meßsystems, ΔC die Änderung der
veränderlichen
Kapazitäten
CS1, CS2 des Sensors
durch die Meßgröße (hier:
durch den Druck) und C0 die Summe des nicht
von der Meßgröße abhängigen bzw.
unveränderlichen
Anteils einer veränderlichen
Kapazitäten
CS1 bzw. CS2 des
Sensors und der (ebenfalls unveränderlichen)
Kapazität
des jeweiligen Referenzkondensators CR1 bzw.
CR2.
-
Bei
einem Reifendrucksensor wird im Vergleich zur möglichen Abtastrate des Analog-Digital-Wandlers in
sehr langen Zeitabständen
(beispielsweise alle 0,5 s) gemessen. Eine Messung dauert dabei
typischerweise weniger als 1 ms. Zur Verringerung des Rauschpegels
kann deshalb die Messung des Reifendrucks zu jedem Abtastzeitpunkt
mehrmals wiederholt und ein Mittelwert der Ergebnisse der wiederholten
Messungen gebildet werden. Der Signal-/Rauschabstand SNR
gemittelt der gemittelten Messung ist dabei
wie folgt von der Anzahl N der Messungen, deren Einzelergebnisse
gemittelt werden, abhängig:
-
Diese
Gleichung kann nach der Anzahl N der gemittelten Messungen aufgelöst werden,
-
Wenn
die Erfassungseinrichtung
14 die Referenzspannung V
ref und die Temperatur T erfaßt, kann
somit die Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen für jeden
Meßzeitpunkt
so eingestellt werden, daß der
Signal-/Rauschabstand SNR
gemittelt immer
konstant ist bzw. immer (mindestens) einen vorbestimmten minimalen Wert
SNR
soll annimmt,
-
Dieser
Gleichung ist zu entnehmen, daß unter
günstigen
Bedingungen (hohe Referenzspannung Vref und
niedrige Temperatur T) die Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen
klein ist. Nur unter ungünstigen
Bedingungen (niedrige Referenzspannung Vref und
hohe Temperatur T) nimmt die Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen
eine hohen Wert an. Im Gegensatz dazu würde bei der herkömmlichen
Worst-Case-Dimensionierung die Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen
immer, also auch unter günstigen
Bedingungen den hohen Wert aufweisen, den sie gemäß der vorliegenden
nur im ungünstigsten
Fall einer minimalen Referenzspannung Vref und
einer maximalen Temperatur T tatsächlich aufweist.
-
Ein
herkömmlich
dimensioniertes Meßsystem
würde deshalb
viel zu viele Messungen durchführen
und deshalb einen unnötig
hohen Leistungsbedarf aufweisen. Wählt man die Referenzspannung
Vref von der Betriebsspannung abhängig, ergibt sich ein Worst
Case und damit die maximale Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen
nur bei der minimalen Betriebsspannung und einer maximalen Temperatur.
Die minimale Betriebsspannung tritt aber nur zum Ende der Lebensdauer
der Batterie auf und somit nur während
eines geringen Anteils der Betriebsdauer des Meßsystems. Auch für die Temperatur
kann angenommen werden, daß diese über die
Lebensdauer eines Reifendruckmeßsystems
nur selten das Maximum (Worst Case) erreicht. Aus der letzten Gleichung
ist erkennbar, daß die
Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen für Betriebsspannungen, die über der
minimalen Betriebsspannung liegen, und für Temperaturen, die unter der
maximalen Temperatur liegen, exponentiell abnimmt. Aus der Verringerung
der Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen folgen eine Verringerung
der Anzahl N der gemittelten Einzelmessungen und eine entsprechende
Energieersparnis.
-
3 ist ein schematisches
Schaltungsdiagramm eines Meßsystems
gemäß einem
weiteren Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Dieses Meßsystem weist eine Brückenschaltung 80 aus
vier Brückenimpedanzen 82, 84, 86, 88 auf,
von denen mindestens eine Bestandteil eines Sensors und durch eine durch
den Sensor erfaßte
Meßgröße veränderlich
ist. Die Brückenschaltung 80 weist
vier Knoten 92, 94, 96, 98 auf.
Der erste Knoten 92 ist mit einer Versorgungsspannung Vdd
verbunden, der dritte Knoten 96 ist mit Masse Gnd verbunden.
Ein Analog-Digital-Wandler (ADC; ADC = Analog-Digital-Converter) 100 erfaßt eine Spannung
zwischen dem zweiten Knoten 94 und dem vierten Knoten 98 der
Brückenschaltung 80.
Dazu ist ein erster Eingang 102 des Analog-Digital-Wandlers 100 mit
dem zweiten Knoten 94 der Brückenschaltung 80 verbunden
und ein zweiter Eingang 104 mit dem vierten Knoten 98 der
Brückenschaltung 80 verbunden.
Der Analog-Digital-Wandler wandelt die Spannung zwischen dem zweiten
Knoten 94 und dem vierten Knoten 98 der Brückenschaltung 80 in
ein digitales Signal bzw. eine durch das digitale Signal dargestellte
Zahl. Diese Zahl gibt der Analog-Digital-Wandler 100 an
seinen Ausgängen 106, 108 aus.
Die Ausgänge 106, 108 des
Analog-Digital-Wandlers 100 sind
mit einem digitalen Filter 110 bzw. mit dessen Eingängen 112, 114 verbunden.
-
Das
Meßsystem
aus 3 führt bei
einem einzelnen Meßzeitpunkt
mehrere Einzelmessungen durch, d. h. der Analog-Digital-Wandler 100 wandelt
mehrfach hintereinander die Spannung zwischen dem zweiten Knoten 94 und
dem vierten Knoten 98 der Brückenschaltung 80 in
digitale Signale. Da mindestens eine der Brückenimpedanzen 82, 84, 86, 88 in
der Brückenschaltung 80 von
der Meßgröße des Sensors
abhängt,
hängen
auch die Verstimmung der Brückenschaltung 80 und
damit die Spannung zwischen dem zweiten Knoten 94 und dem
vierten Knoten 98 und damit das von dem Analog-Digital-Wandler 100 an
seinen Ausgängen 106, 108 erzeugte
digitale Signal von der Meßgröße des Sensors
ab. Das Filter 110 filtert die Mehrzahl der nacheinander
von dem Analog-Digital-Wandler 100 erzeugten digitalen
Signale, beispielsweise durch Mittelwertbildung.
-
Die
Abtastrate bzw. Sample-Frequenz fs des Analog-Digital-Wandlers 100 und
die Grenzfrequenz fg (entsprechend beispielsweise einer Zeitdauer,
innerhalb derer die digitalen Signal des Analog-Digital-Wandlers 100 gemittelt
werden) sind einstellbar und stellen somit durch das Meßsystem
einstellbare zweite Einflußgrößen im Sinne
der vorliegenden Erfindung dar.
-
Die
Brückenimpedanzen 82, 84, 86, 88 der
Brückenschaltung 80 aus 3 sind vorzugsweise resistive
Elemente bzw. Widerstände.
In diesem Fall wird, wie dargestellt, eine konstante Spannung zwischen
dem ersten Knoten 92 und dem dritten Knoten 96 der
Brückenschaltung 80 angelegt,
um eine bei konstanter Meßgröße von dieser
abhängige
konstante Spannung zwischen dem zweiten Knoten 94 und dem
vierten Knoten 98 der Brückenschal tung 80 zu
erhalten. Alternativ sind die Brückenimpedanzen 82, 84, 86, 88 kapazitive
Bauelemente bzw. Kondensatoren. In diesem Fall wird vorzugsweise
zwischen dem ersten Knoten 92 und dem dritten Knoten 96 der
Brückenschaltung 80 wie
bei dem in 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel
eine Wechselspannung angelegt, um zwischen dem zweiten Knoten 94 und
dem vierten Knoten 98 der Brückenschaltung 80 eine
Wechselspannung zu erhalten, deren Amplitude und relative Phasenlage
in Bezug zu der Wechselspannung zwischen dem ersten Knoten 92 und
dem dritten Knoten 96 die Verstimmung der Brückenschaltung 80 und
damit den Wert der Meßgröße darstellt.
-
Alternativ
sind die Brückenimpedanzen 82, 84, 86, 88 induktive
Bauelemente bzw. Spulen. In diesem Fall wird vorzugsweise über den
ersten Knoten 92 und den dritten Knoten 96 der
Brückenschaltung 80 ein Wechselstrom
angelegt bzw. getrieben, der eine Wechselspannung zwischen dem zweiten
Knoten 94 und dem vierten Knoten 98 hervorruft,
deren Amplitude und Phasenlage die Verstimmung der Brückenschaltung 80 und damit
den momentanen Wert der Meßgröße angibt.
-
Auch
für das
in 3 dargestellte Ausführungsbeispiel
gilt, daß das
Meßsignal
von der Anregungsspannung der Brückenschaltung 80 abhängt. Weiterhin
ist auch das Signal/Rausch-Verhältnis
des Meßsystems
von der Anregungsspannung und von der Temperatur abhängig. Diese
Einflüsse
werden beispielsweise durch eine Veränderung des Verhältnisses
der Abtastrate zur Filtergrenzfrequenz kompensiert, um ein von den Betriebsbedingungen
unabhängiges
Signal/Rausch-Verhältnis
zu erzielen.
-
- 10
- Meßsystem
- 12
- Abschnitt
- 14
- Erfassungseinrichtung
- 16
- Einrichtung
- 18
- Einstelleinrichtung
- CS1
- erste
veränderliche
Kapazität
des Sensors
- CS2
- zweite
veränderliche
Kapazität
des Sensors
- 30
- Brückenschaltung
- CR1
- erster
Referenzkondensator
- CR2
- zweiter
Referenzkondensator
- 32
- erster
Knoten
- 34
- erster
Umschalter
- 36
- zweiter
Knoten
- CDAC1
- erster
Koppelkondensator
- 38
- zweiter
Umschalter
- 40
- dritter
Knoten
- 42
- dritter
Umschalter
- 44
- vierter
Knoten
- CDAC2
- zweiter
Koppelkondensator
- 46
- vierter
Umschalter
- 48
- nichtinvertierender
Eingang
- 50
- Differenzverstärker
- 52
- invertierender
Eingang
- 54
- erster
Ausgang des Differenzverstärkers 50
- 56
- erster
Signalausgang des Meßsystems
- 58
- erster
Schalter
- 60
- zweiter
Ausgang des Differenzverstärkers 50
- 62
- zweiter
Signalausgang des Meßsystems
- 64
- zweiter
Schalter
- 80
- Brückenschaltung
- 82
- Brückenimpedanz
- 84
- Brückenimpedanz
- 86
- Brückenimpedanz
- 88
- Brückenimpedanz
- 92
- Knoten
- 94
- Knoten
- 96
- Knoten
- 98
- Knoten
- 100
- Analog-Digital-Wandler
- 102
- erster
Eingang des Analog-Digital-Wandlers 100
- 104
- zweiter
Eingang des Analog-Digital-Wandlers 100
- 106
- erster
Ausgang des Analog-Digital-Wandlers 100
- 108
- zweiter
Ausgang des Analog-Digital-Wandlers 100
- 110
- Filter
- 112
- erster
Eingang des Filters 110
- 114
- zweiter
Eingang des Filters 110