DE10315317A1 - Phasenverstellvorrichtung - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft eine Phasenverstellvorrichtung zum Verstellen des Drehwinkels einer Nockenwelle gegenüber dem Drehwinkel einer Kurbelwelle.
- Bei Brennkraftmaschinen treibt die Kurbelwelle über einen Primärantrieb, der beispielsweise als Zahnriemen ausgebildet ist, eine oder mehrere Nockenwellen an. Dazu ist an jeder Nockenwelle ein Nockenwellenrad befestigt, über welches der Primärantrieb die Nockenwelle antreibt. Dabei erfolgt zu jedem Zeitpunkt eine Übersetzung des Drehwinkels der Kurbelwelle, wobei 720° Kurbelwellendrehwinkel φK in 360° Nockenwellendrehwinkel φN umgesetzt werden. Das Verhältnis der beiden Drehwinkel ist durch diese Kopplung konstant. In den meisten Anwendungen ergibt diese feste Kopplung zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle ein Verhältnis von:
- Jedoch lassen sich die Betriebseigenschaften einer Brennkraftmaschine optimieren, insbesondere hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs, der Abgasemission und der Laufkultur, wenn das über den Primärantrieb gekoppelte System zwischen der Nockenwelle und Kurbelwelle verändert werden kann und dadurch die Phase zwischen den beiden Wellen verstellt wird.
- In der
DE 100 38 354 A1 sind zur Sensierung der Phasenverstellung an der Nockenwelle und der Kurbelwelle oder am Nockenwellenrad Sensorvorrichtungen angebracht, welche die Ist-Position der Nockenwelle gegenüber der Ist-Position der Kurbelwelle oder des Nockenwellenrades sensieren, wodurch die Positionen oder auch die Drehzahlen der Wellen ermittelt werden können. Eine solche Sensorvorrichtung kann dabei z. B. durch berührungsfrei arbeitende Hall-Sensoren realisiert werden. - Nachteilig bei einem solchen Aufbau ist es, dass diskrete Winkelmarken an der Nockenwelle und Kurbelwelle angebracht werden müssen, die dann von den Sensoren abgetastet werden können. Die Anzahl dieser Winkelmarken an der Nockenwelle ist abhängig von der Zylinderzahl bzw. dem periodischen Nockenwellen-Wechselmoment. Weil nicht beliebig viele Winkelmarken an der Nockenwelle angebracht werden können, ist die Messgenauigkeit der Positionserfassung abhängig vom Abstand zweier benachbarter Winkelmarken. Je länger der Zeitraum ist, der für die Sensierung zweier benachbarter Winkelmarken benötigt wird, desto ungenauer ist das Messergebnis, das heißt die Phasenverstellung kann nicht exakt ermittelt werden.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Phasenverstellvorrichtung aufzuzeigen, die auch bei niedrigen Drehzahlen oder sogar bei Stillstand der Kurbelwelle einen genauen Messwert für die Phasenverstellung ermittelt und somit die Phasenverstellung auch im unteren Drehzahlbereich auf den gewünschten Wert regeln kann.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Patentanspruch 1 gelöst, hierbei werden zusätzliche Sensoren direkt an oder in der Phasenverstellvorrichtung angebracht, wobei die Phasenverstellvorrichtung einen Antrieb und ein Getriebe umfasst, das eine hohe Übersetzung gegenüber der Nockenwelle aufweist, wobei eine hohe Übersetzung bedeutet, dass die Drehzahl von dem sensierten Teil der Phasenverstellvorrichtung zumindest während der Verstellung je nach Verstellrichtung um ein Vielfaches größer oder kleiner ist als die Drehzahl der Nockenwelle.
- Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass eine höhere Auflösung bezüglich der Position der Nockenwelle erreicht werden kann, da einzelne mechanische Komponenten des Phasenverstellers zumindest bei der Verstellung je nach Verstellrichtung eine höhere oder niedrigere Verstelldrehzahl aufweisen als die Drehzahl der Nockenwelle. Die Sensoren für solche Phasenverstellvorrichtungen sind einfach und kostengünstig integrierbar. Ein solcher Aufbau weist eine höhere Güte bei der Messung der Phasenverstellung auf. Mit solchen Phasenverstellvorrichtungen lassen sich auch Brennkraftmaschinen bei niedriger Drehzahl bzw. aus dem Stand exakt regeln.
- Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Hierbei kann der Sensor am Phasenvers teller entweder die Position des Elektromotor-Rotors oder aber die Stellung eines Getriebeteils, das bei Verstellung im Vergleich zur Nockenwelle aufgrund der Übersetzung eine unterschiedliche Drehzahl aufweist, erfassen. Bei der Bestimmung der Position des Elektromotor-Rotors erweisen sich Inkrementalsensoren als besonders vorteilhaft, die sowohl extern am Motor angebracht werden können oder aber bei manchen Elektromotoren bereits beispielsweise als Hall-Sensor integriert sind. Alternativ, das heißt ohne diskrete Sensorik, können auch durch die Messung elektrischer Größen des laufenden Elektromotors, insbesondere die Gegeninduktionsspannung, Rückschlüsse auf die Position des Rotors erfolgen.
- Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren näher erläutert werden. Es zeigen:
-
1 : Nockenwelle mit Phasenverstellvorrichtung; -
2 : Phasenverstellvorrichtung mit Inkrementalsensor am Rotor eines Elektromotors; -
3 : Phasenverstellvorrichtung mit Inkrementalsensor an der Antriebsachse eines Elektromotors; -
4 : Phasenverstellvorrichtung mit Inkrementalsensor an einem Getriebeteil; -
5 : Phasenverstellvorrichtung mit Spannungsmes ser am Elektromotor. -
1 zeigt eine Nockenwelle9 mit Phasenverstellvorrichtung1 . Hierbei treibt die Kurbelwelle12 über einen Primärantrieb7 das Nockenwellenrad8 an. Hierbei wird die jeweilige Position oder Drehzahl der Kurbelwelle12 mit einem Sensor13 erfasst. Diese Positionsinformation wird an eine nicht abgebildete Steuereinheit weitergeleitet und zur weiteren Bearbeitung bereitgestellt. Die Kurbelwelle12 treibt über den Primärantrieb7 und dem damit gekoppelten Nockenwellenrad8 die Nockenwelle9 an. Auch die Position oder Drehzahl der Nockenwelle9 wird mit Hilfe eines Sensors11 erfasst. Hierfür sind an der Nockenwelle im Anwendungsbeispiel vier Nockenwellenmarkierungen10 angebracht, so dass bei bekannter Drehzahl der Kurbelwelle z. B. die Zeit gemessen werden kann, die zwischen der Sensierung einer Kurbelwellenmarkierung und einer Nockenwellenmarkierung vergangen ist. Diese Zeitspanne kann in einer nicht abgebildeten Signalverarbeitung zu einem Phasenverstellwinkel verrechnet werden, der die Phasenverstellung zwischen Nockenwelle9 und Kurbelwelle12 darstellt, die vom Phasenversteller1 verursacht wird. Bei niedrigen Drehzahlen bzw. Stillstand der Kurbelwelle12 ist der Zeitraum zwischen der Erfassung einer Kurbelwellenmarkierung und einer Nockenwellenmarkierung10 zu groß. Allein mit dem Nockenwellensensor11 und dem Kurbelwellensensor13 kann bei niedrigen Drehzahlen die Phasenverstellung nicht oder nur sehr ungenau ermittelt werden. Aus diesem Grund befindet sich am Phasenversteller1 mindes tens eine weitere Sensorvorrichtung14 , die verschiedene Positionen oder Drehzahlen von sich bewegenden, insbesondere rotierenden oder taumelnden, Komponenten3 ,4 ,6 im Phasenversteller erfassen kann. Dieser Phasenversteller1 kann hierbei auf das Nockenwellenrad8 oder direkt auf die Nockenwelle9 einwirken, so dass sie gegenüber dem Primärantrieb7 und damit auch der Kurbelwelle12 beschleunigt oder verzögert wird. Soll der Phasenversteller1 keinen Einfluss auf die Nockenwelle9 haben, so passt er sich der Bewegung des Nockenwellenrades8 an. Der hier dargestellte Phasenversteller1 beinhaltet einen Antrieb2 ,4 und ein Getriebe5 , wobei das Getriebe durch den Elektromotor2 über eine Antriebswelle4 bewegt wird. Dieses Getriebe5 wirkt auf das Nockenwellenrad8 bzw. die Nockenwelle9 ein. Die Drehzahl der Komponenten3 ,4 ,6 am Elektromotor2 und im Getriebe5 des Phasenverstellers1 sind proportional zu der Nockenwellendrehzahl. Das heißt, verändert eine Komponente des Phasenverstellers1 seine Position, so wird auch die Position der Nockenwelle9 in vorgegebener Weise verändert. Jedoch sind auf der Seite des Phasenverstellers1 die Drehzahlen zumindest bei der Verstellung abhängig von der Verstellrichtung wesentlich höher oder geringer als die Drehzahl der Nockenwelle9 . Bei einem Phasenversteller1 mit Taumelscheibengetrieben ist die relative Drehzahl des Elektromotors2 während der Verstellung etwa 60 mal höher als die Verstelldrehzahl der Nockenwelle9 . Erfasst man die Anzahl der Drehungen im Phasenversteller1 , so kann man auch bei niedrigen Drehzahlen der Kurbelwelle12 die Position der Nockenwelle9 ermitteln, da dann die hohe Übersetzung (im Anwendungsbeispiel 60:1) eine Feinmessung der relativen Verstellung der Nockenwelle erlaubt. Eine Bestimmung der Phasenverstellung zwischen Nockenwelle9 und Kurbelwelle12 kann beispielsweise wie folgt vonstatten gehen: - – Aus den
Kurbelwellensignalen, die entstehen, wenn die nicht dargestellten
Kurbelwellenmarkierungen vom Sensor erfasst werden, wird die aktuelle
Drehzahl der Kurbelwelle
12 errechnet. - – Aus
der Kurbelwellendrehzahl wird die Drehzahl des Nockenwellenrades
8 berechnet. - – Mittels
des Phasenverstellvorrichtungssensors
14 wird die Drehzahl einer Komponente3 ,4 ,6 der Phasenverstellung1 ermittelt, mit der auch der Verdrehwinkel dieser Komponente als Absolut- oder Relativwert berechnet wird. - – Aus
den Drehzahlen bzw. den Verdrehwinkeln einer Komponente
3 ,4 ,6 der Phasenverstellvorrichtung1 und dem Primärantrieb7 wird die relative Verdrehung zwischen dieser Komponente3 ,4 ,6 und dem Primärantrieb7 berechnet. - – Mittels
der Übersetzung
der Phasenverstellvorrich tung ist der Zusammenhang zwischen:
der
relativen Verdrehung zwischen einer Komponente
3 ,4 ,6 der Phasenverstellvorrichtung1 und dem Primärantrieb7 und damit auch der Kurbelwelle12 bekannt, damit ist auch die relative Verdrehung der Nockenwelle9 gegenüber dem Primärantrieb7 und damit auch gegenüber der Kurbelwelle12 be kannt, wobei sich ein erster Istwinkel aus der aktuellen Phasenlage der Nockenwelle9 gegenüber der Kurbelwelle12 ergibt. - – Dieser
erste Istwinkel wird nun mit dem Istwinkel des Sensorsystems aus
Nocken- und Kurbelwellen-Sensor
11 ,13 , die einen zweiten Istwinkel bilden, abgeglichen; dies erfolgt vorzugsweise dann, wenn der zweite Istwinkel aufgrund einer entsprechend hohen Kurbelwellen-Drehzahl eine ausreichende Güte besitzt. - Im Bereich sehr kleiner Kurbelwellendrehzahlen und im Stillstand kann die Phasenverstellung gemessen werden, indem:
-
- – der
Phasenversteller
1 in eine Position gebracht wird, die als Referenzmarke dient (hierfür eignen sich besonders die Endanschläge des Phasenverstellers1 ) - – dann erfolgt die Istwinkelbestimmung und die Regelung der Phasenlage allein auf Basis des ersten Istwinkels.
- – Steigen die Kurbewellendrehzahlen wieder an, erfolgt wieder der Abgleich mit dem zweiten Istwinkel.
- Solche Sensorvorrichtung
14 zur Erfassung der Position einer Komponente3 ,4 ,6 des Phasenverstellers kann, wie in2 gezeigt, einen Inkrementalsensor19 aufweisen, der z. B. über Markierungen15 am Rotor3 des Elektromotors2 die Bewegung des Phasenversteller1 erfasst. Hierbei werden zumindest die Anzahl der Drehungen des Rotors3 erfasst. Gleichfalls können, im Falle mehrerer Markierungen15 auf dem Rotor3 auch die Position des Rotors3 während einer Umdrehung ge nauer spezifiziert werden. Ist die Übersetzung zwischen Rotor3 und Nockenwelle9 bekannt und beträgt diese z. B. 60:1 kann die Position der Nockenwelle auch bei niedrigen Drehzahlen oder im Stillstand auf ca. 1/60 innerhalb einer Umdrehung der Nockenwelle9 bestimmt werden. Als Beispiel für einen Inkrementalsensor19 ist der Hallsensor zu nennen, der beispielsweise bereits im Elektromotor2 integriert sein kann. Auch externe Sensoren z. B. in Form von Lichtschranken können für die Messungen verwendet werden. Auch diese können auf einfache Weise Markierungen15 sensieren, die eine Umdrehung oder eine bestimmte Position anzeigen. Ein solcher Inkrementalsensor19 kann auch alternaiv, wie in3 dargestellt, an der Antriebswelle4 zwischen Elektromotor2 und Getriebe5 oder direkt an einem Getriebeteil6 wie in4 dargestellt angebracht sein. Hierfür weisen dann die entsprechenden Teile gleichfalls Markierungen16 ,17 auf, die der entsprechende Sensor19 vermessen kann. Wichtig bei derartigen Phasenverstellvorrichtungen1 ist nur, dass bedingt durch die Getriebeübersetzung, ein Teil3 ,4 ,6 der Phasenverstellvorrichtung1 , dessen Drehzahl oder Position gemessen wird, zumindest während der Verstellung je nach Verstellrichtung eine höhere oder geringere Drehzahl als die Drehzahl der Nockenwelle9 aufweist. - In
5 wird gezeigt, dass auch ohne diskrete Sensorik die Position eines rotierenden Teiles3 der Phasenverstellvorrichtung1 ermittelt werden kann. Dies erfolgt beispielsweise, indem bei elektronisch kommu tierten Gleichstrommotoren die Gegeninduktionsspannung der nicht stromdurchflossenen Spule gemessen wird. Mit diesem Wert kann dann die Drehzahl bzw. die Position des Rotors3 im Elektromotor2 sensiert werden. Hierfür ist ein Sensor18 zur Messung einer elektrischen Größe, insbesondere der Gegeninduktionsspannung in der Phasenverstellvorrichtung1 angebracht. - Für eine solche Phasenverstellvorrichtung eignen sich auch alle anderen Sensortypen und Messverfahren, mit denen die Drehzahl bzw. Position einer Komponente des Phasenverstellers ermittelt werden kann.
-
- 1
- Phasenverstellvorrichtung
- 2
- Antrieb
- 3
- Elektromotorrotor
- 4
- Antriebswelle
- 5
- Getriebe
- 6
- Komponente des Phasenverstellers
- 7
- Primärantrieb
- 8
- Nockenwellenrad
- 9
- Nockenwelle
- 10
- Nockenwellenmarkierung
- 11
- Nockenwellensensor
- 12
- Kurbelwelle
- 13
- Kurbelwellensensor
- 14
- Phasenverstellvorrichtungssensor
- 15
- Markierung am Rotor
- 16
- Markierung an der Antriebswelle
- 17
- Markierung am Getriebe
- 18
- Sensorvorrichtung
- 19
- Inkrementalsensor
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