DE1031140B - Vorrichtung zum Ablenken eines aus einer Duese austretenden Gasstrahles - Google Patents
Vorrichtung zum Ablenken eines aus einer Duese austretenden GasstrahlesInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf die Ablenkung von Gasstrahlen und insbesondere auf die Ablenkung der
Gasstrahlen, die von Rückstoßantrieben erzeugt werden. Insbesondere betrifft die Erfindung ein
thermisches Verfahren zur Herbeiführung der Ablenkung eines Strahles am Ausgang einer Düse.
Gemäß der Erfindung wird die Ablenkung des Strahles dadurch eingeleitet, daß in dem Gasstrom
stromaufwärts von der Ausgangsöffnung der Düse eine Unsymmetrie in der Querverteilung der Drücke
erzeugt wird, indem der auf derjenigen Seite liegende Teil· des Stromes, nach der eine Ablenkung erfolgen
soll, erhitzt wird, während der gegenüberliegende Teil des Stromes auf einer geringeren Temperatur
verbleibt. Auf diese Weise werden in dem Strom zwei parallele Teilströme verschiedener Temperatur erhalten.
Die in solcher Weise eingeleitete Ablenkung kann durch zweckentsprechende Mittel zur seitlichen Abführung
des Strahles, wie z. B. einen konvexen Rand oder ein Gitter von Ablenkschaufeln., verstärkt und
stabilisiert werden.
Die Erfindung findet eine besonders vorteilhafte Anwendung bei Strahltriebwerken, die mit einer
Nachverbrennungseinrichtung versehen sind. Es kann dann in Querrichtung ein Temperaturgefälle dadurch
erzeugt werden, daß entweder nur die auf derjenigen Seite liegenden Injektoren gespeist werden, nach der
eine Ablenkung erfolgen soll, oder daß die Abgabemenge des diese Injektoren speisenden Brennstoffes
erhöht und bzw. oder die Speisung der Injektoren auf der gegenüberl legenden Seite des Stromes herabgesetzt
wird.
Im Fall der Verwendung von ausschaltbaren Flammenstabilisatoren, beispielsweise von durch
Mediumschirme gebildeten Stabilisatoren, können die Flammenstabilisatoren in dem Teil der Strömung,
welcher der Seite, nach der die gewünschte Ablenkung erfolgen soll, gegenüberliegt, unwirksam gemacht
werden, so daß in diesem Teil eine unvollständige Verbrennung erhalten wird.
Anstatt für die unsymmetrische Erhitzung des Stromes eine innere Verbrennung herbeizuführen,
kann auch auf der Seite, nach der die gewünschte Ablenkung erfolgen soll, eine Wandung beispielsweise 4-5
durch eine äußere Wärmequelle erhitzt werden.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel der neuen
Ablenkvorrichtung näher beschrieben.
Fig. 1 ist ein schematischer Axialschnitt durch den hinteren Teil eines Strahltriebwerkes, das mit einer
Nachverbrennungseinrichtung versehen ist;
Fig. 2 ist ein Querschnitt nach der Linie II-II der
Fig. 1.
Vorrichtung zum Ablenken eines aus
einer Düse austretenden Gasstrahles
einer Düse austretenden Gasstrahles
Anmelder:
Societe Nationale d'Etude
et de Construction de Moteurs d'Aviation,
Paris
Vertreter: Dr. E. Wiegand, München 9,
und Dipl.-Ing. W. Niemann, Hamburg 1, Ballindamm 26,
Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 12, August 1955
Frankreich vom 12, August 1955
Marcel Kadosch, Paris,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
In der Zeichnung ist mit 1 das Gehäuse eines Turbinenstrahltriebwerkes bezeichnet, dessen Ausgangskonus
bei 2 wiedergegeben ist. Dieses Triebwerk weist eine Nachverbrennungskammer 3 auf, die
in einer Ausstoßdüse 4 endigt, deren Querschnitt in bekannter Weise, z. B. mit Hilfe von drehbaren
Klappen 5, geregelt werden kann.
Die Ausgangsöffnung der Düse 4 wird durch einen nach innen konvex gewölbten Ablenkrand 6 verlängert,
der von einem Umdrehungskörper gebildet wird, dessen vorderer Abschnitt 6 a mit der Außenwand der
Düse einen ringförmigen Zwischenraum bildet, durch welchen unter Einfluß des aus der Düse 4 austretenden
Gasstromes Außenluft eingesaugt wird. An der Hinterseite des Ablenkrandes 6 ist ein Gitter von
ringförmigen Ablenkschaufeln 7 befestigt.
Die Nachverbrennungseinrichtung weist zwei sich gegenüberliegende Gruppen von Injektoren 8 bzw. 9
auf, die mit getrennten Sammelrohren 10 bzw. 11 verbunden sind, denen Brennstoff über Leitungen, die
mit Hähnen oder Ventilen 12 bzw. 13 zum Regeln der Abgabemenge versehen sind, zugeführt wird. Am Anfang
der Nachverbrennungskammer 3 sind im Innern des Gasstromes ringförmige Flammenstabilisatoren 14
vorgesehen.
Um eine Ablenkung des Strahles, beispielsweise in den Figuren nach oben (in Richtung der eingezeich-
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neten Pfei'le) herbeizuführen, wird das Ventil 12 geöffnet,
während das Ventil 13 geschlossen bleibt. Durch die Zuführung von Brennstoff durch die an der
oberen Seite des Stromes liegenden Injektoren 8 wird eine unsymmetrische Erhitzung des Stromes herbeigeführt.
Auf diese Weise entsteht in Querrichtung ein Temperaturgefälle, welches die Wirkung hat, den
Strom am Ausgang der Düse 4 nach oben abzulenken. Der Strahl wird auf diese Weise an den oberen Teil
des Ablenkrandes 6 gedrückt und gegen den oberen Teil des Schaufelgitters 7 gerichtet.
Die so erzeugte Ablenkung des Strahles liefert einen Querschub, der einen Richteffiekt entstehen läßt,
welcher zur Steuerung eines Luftfahrzeuges bzw. Flugkörpers benutzt werden kann.
Um eine Ablenkung in entgegengesetzter Richtung (in den Figuren nach unten) zu erhalten, wird in umgekehrter
Weise vorgegangen, d. 'h., es wird an Stelle des Ventils 12 das Ventil 13 geöffnet. Der erzeugte
Richteffekt ist dem vorhergehend beschriebenen entgegengesetzt.
Es kann auch eine Ablenkung des Strahles in einer Ebene, die senkrecht zu der Zeichenebene verläuft,
d. h. gemäß Fig. 2 in der Richtung nach links oder rechts erhalten werden, indem zwei Gruppen von Injektoren
vorgesehen werden, die mit Bezug auf diejenigen, welche in der Zeichnung dargestellt sind, um
90° versetzt angeordnet sind. Man kann auch vier Gruppen von Injektoren auf Vierteln des Umfanges
verteilen, indem z. B. die Sammelrohre 10 und 11 jeweils
in zwei Hälften unterteilt und getrennte Ventile bzw. Hähne für jede der Hälften verwendet werden.
Wenn eine Ablenkung während des Betriebes der Nachverbrennungseinrichtung erfolgen soll, d. h.,
wenn sämtliche Injektoren gleichzeitig und gleichförmig
gespeist werden, dann kann die Brennstoffzufuhr zu den Injektoren, die auf der Seite der gewünschten
Ablenkung liegen, erhöht oder die Brennstoffzufuhr zu den auf der gegenüberliegenden Seite
befindlichen Injektoren vermindert werden. Vorzugsweise können diese beiden Vorgänge auch gleichzeitig
durchgeführt werden, indem hierfür eine zweckentsprechende Ventileinrichtung vorgesehen wird.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Ablenken eines aus einer Düse austretenden Gasstrahles, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gasstrom stromaufwärts von der Ausgangsöffnung der Düse derart unsymmetrisch
erhitzt wird, daß die Temperatur der Gase auf der Seite, nach der eine Ablenkung erfolgen, soll, erhöht
wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die unsymmetrische Erhitzung
des Gasstromes dadurch herbeigeführt wird, daß im Innern dieses Gasstromes Brennstoff entweder
nur in einem exzentrisch auf derjenigen Seite liegenden Teil des Stromes, nach der die gewünschte
Ablenkung erfolgen soll, oder in diesem Teil in stärkerem Maße als in dem gegenüberliegenden Teil des Stromes verbrannt wird.
3. Vorrichtung zum Ablenken des Strahles eines Rückstoßantriebes, gekennzeichnet durch die
Kombination aus einem oder mehreren stromaufwärts von der Ausgangsöffnung der Reaktionsdüse liegenden Brennern, welche derart steuerbar
sind, daß sie nur auf einen exzentrisch auf der Seite nach der gewünschten Ablenkung liegenden
Teil des Gasstromes einwirken, und den Strahl am Ausgang der Düse seitlich führenden Mitteln
zum Stabilisieren und Verstärken der mittels der unsymmetrischen Erhitzung des Gasstromes eingeleiteten
Ablenkung.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch mehrere in dem Rückstoßtriebwerk vorgesehene
Injektoren oder Gruppen von Injektoren, die getrennt voneinander speisbar sind und innerhalb
von in Querrichtung im Abstand voneinander liegenden Teilen des Stromes angeordnet sind, und
Mitteln zum Regeln der Brennstoffmenge, welche jedem der Injektoren bzw. jeder der Gruppen von
Injektoren zugeführt wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Injektoren zur Wiedererhitzung
des Gasstromes dienen und symmetrisch um die Achse einer Nachverbrennungskammer des
Triebwerkes verteilt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Injektoren bzw. Gruppen
von Injektoren in gegenüberliegenden Teilen einer Querebene des Gasstromes liegen, um Ablenkungen
in entgegengesetzten Richtungen zu ermöglichen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum
seitlichen Abführen des Strahles einen die Wanr dung der Düse verlängernden, nach innen konvex
gewölbten Ablenkrand und bzw. oder ein Gitter von Ablenkschaufeln umfassen, das hinter der
Düse außerhalb der normalen Bahn des nicht abgelenkten Strahles Hegt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1147122B (de) * | 1959-06-30 | 1963-04-11 | Rolls Royce | Strahlduese mit Strahlumlenkeinrichtungen |
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Families Citing this family (1)
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1147122B (de) * | 1959-06-30 | 1963-04-11 | Rolls Royce | Strahlduese mit Strahlumlenkeinrichtungen |
| DE1227781B (de) * | 1961-08-04 | 1966-10-27 | Ver Flugtechnische Werke Ges M | Zweikreisstrahltriebwerk fuer Flugzeuge mit Strahlumlenkschaufeln |
Also Published As
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