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Die Erfindung betrifft einen Einzelantrieb
für das
Webblatt einer Webmaschine.
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Die
DE
100 21 520 offenbart einen Direktantrieb für die Blattstützwelle
einer Webmaschine, wobei die Blattstützwelle selbst Teil eines elektromotorischen
Direktantriebes ist. Nachteilig an dem vorgestelltem System ist
die erforderliche hohe Dynamik und bei einem Einzelantrieb die Drehrichtungsumkehr
für die
oszillatorische Bewegung des Blattes. Bei einer Blattstützwelle
die als elektromagnetischer Teil von zwei gegenläufig zu betreibenden Antrieben ausgelegt
wird, ergibt sich die Notwendigkeit einer äußerst genauen Synchronisation
der gegenläufigen Antriebe
für den
Blattanschlagszeitpunkt, um gleichmäßige Blattanschläge garantieren
zu können.
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Die
DE
198 21 094 offenbart einen Pleuelantrieb als Antrieb für eine Blattstützwelle.
Auch hier stellt das Problem der Drehrichtungsumkehr hohe dynamische
Anforderungen an den Antrieb.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen
Einzelantrieb für
das Webblatt einer Webmaschine vorzustellen, der synchron mit dem
Hauptantrieb einer Webnmaschine betrieben wird, um diesen entweder
kleiner auslegen oder eine höhere
Betriebsdrehzahl der Webmaschine erreichen zu können, wobei zusätzlich die
Möglichkeit
bestehen soll, den Drehwinkel der Blattstützwelle zu verändern und
in einem gewissen Rahmen durch Verkleinern der Blattbewegungszeit gegebenenfalls
das Eintragsfenster für
einen Schußeintrag
zu vergrößern.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass
ein kontinuierlich durchlaufender Einzelantrieb mit veränderbarem
Kurbeltrieb für
die Bewegung des Webblattes verwendet wird, der mit einem ganzzahligen
Faktor n in Bezug auf die Drehgeschwindigkeit des Hauptantriebes
betrieben wird, wobei der Kurbeltrieb bei jedem n-ten Zyklus antriebswirksam
mit der Blattstützwelle
verbunden wird. Bezogen auf einen Schußeintrag oder Webmaschinenzyklus
mit 360° und
einer Blattstützwellenbewegung,
die z.B. 120° dieser
360° beansprucht,
wird der Blattstützwellenantrieb
dann mit dem Faktor n = 360°/120° = 3 betrieben
und nur bei jedem 3-ten Durchlauf der Kurbeltrieb antriebswirksam
mit der Blattstützwelle
verbunden. Voraussetzung ist, daß die Antriebe insoweit synchronisiert
sind, daß der n-te
0°-Durchgang
des Einzelantriebes dem 0°-Durchgang des Hauptantriebs,
sowie dem normalerweise diesem zugeordnetem Blattanschlag am Gewebe
entspricht.
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Durch Erhöhung des ganzzahligen Faktors, im
angesprochenen Beispiel auf 4, kann die Bewegung der Blattstützwelle
in Bezug auf die Hauptwelle auf 90° verkleinert werden. Dadurch
ist unter Umständen,
die technologisch bedingt durch das Schußeintragsverfahren vorgegeben
werden, eine Vergrößerung des
Schußeintragfensters
möglich.
Durch die Entkopplung der Blattstützwelle von den anderen fachbildenden
Komponenten können
diese jedoch ihre Zykluszeiten beibehalten.
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Die Blattstützwellenbewegung wird vorzugsweise
von den zwei Wellenenden eines Einzelantriebes abgeleitet. Das bietet
die Möglichkeit,
bei entsprechenden Achsverlängerungen
die Blattstützwelle
in Bezug auf ihre Längserstreckung
bei verschiedenen Webmaschinenbreiten symmetrisch anzulenken.
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Der Kurbeltrieb ist bei einer ersten
Ausführung
eine Schubstange, die zumindest eine auf der Blattstützwelle
gelagerte, frei bewegliche Bremsscheibe oszillatorisch bewegt. Die
Wirkverbindung zu Übertragung
der Bewegung der Blattstützwelle
erfolgt dann über
eine Klemmung der Bremsscheibe nach bekannter Bauart durch zumindest
einen vorzugsweise piezoelektrisch betriebenen Mechanismus.
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Der Kurbeltrieb ist bei einer zweiten
Ausführung
eine zweiteilige Schubstange, wobei ein erster Teil dieser Schubstange
mit dem Antrieb und ein zweiter Teil mit der Blattstützwelle
wirkverbunden ist. Der jeweils eine oder andere Teil ist über eine
gewisse Länge
in dem anderen frei beweglich angeordnet. Die beiden ineinander
laufenden Schubstangenteile werden bei jedem n-ten Umlauf des Einzelantriebes vorzugsweise über piezoelektrische
Aktoren kraftübertragend
verbunden. Die ineinandergreifenden Teilschubstangen können jedoch
auch als Linearmotor ausgebildet sein. In beiden Fällen ist
eine vom Normalbetrieb abweichende Kopplung beider Teile möglich, so
daß sich
einstellbar bzw. steuerbar kleinere Drehwinkel der Blattstützwelle
für Schuß-Teilanschläge realisieren
lassen.
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In einer weiteren Ausführung der
Erfindung wird ein mehrteiliger Kurbeltrieb vorgesehen, der bei Festsetzung
eines Gliedes die Blattstützwelle
antreibt, bzw. bei nicht Festsetzung dieses Gliedes frei schwingt
und die Blattstützwelle
nicht antreibt. Bei dieser Anordnung sind verschiedene Möglichkeiten der
Zu- bzw. Abschaltung gegeben.
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Nachstehend wird die Erfindung an
Ausführungsbeispielen
verdeutlicht:
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Die Zeichnungen zeigen:
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1 schematisch
eine Webmaschine mit einem Einzelantrieb und einer zweiteiligen
Schubstange,
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2 schematisch
einen schaltbaren, mehrteiligen Kurbeltrieb,
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3a– e schematisch die Wirkungsweise eines schaltbaren,
mehrteiligen Kurbeltriebes,
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4 schematische,
beispielsweise Anordnung zur Einstellung des mehrteiligen Kurbeltriebes für Schuß-Teilanschläge.
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In 1 wird
eine Blattstützwelle 1 zum
Anschlagen eines Schußfadens 5 an
das schon gefertigte Gewebe 6, die ein Blatt 2 trägt, von
einem separaten Antrieb 3 über eine zweiteilige Schubstange 4a, 4b oszillatorisch
angetrieben. Der Hub H entspricht dem Durchmesser D des Kurbeltriebes
und ist dem normal notwendigen Drehwinkel α der Blattstützwelle zum Anschlagen des
Schußfadens
anzupassen. Wird ein Teil der Kurbelstange 4b zur Aufnahme
des anderen Kurbelteiles 4a ausgebildet und eine Klemmvorrichtung 7,
wegen der notwendigen, geringen Ansprechzeit vorzugsweise eine piezoelektrische
Klemmung, zum Verklemmen der Teile vorgesehen, so kann die Blattstützwelle über die
Schubstange wahlweise zum Antrieb zu- oder abgeschaltet werden.
Dieses Schalten ist im Normalbetrieb der untersten Stellung 8 des
Kurbeltriebes, die der äußersten
rückwärtigen Lage
des Blattes 2 entspricht, zuzuordnen. Ein symmetrischer
Versatz der Klemmung in Bezug auf diesen Punkt verkleinert den Winkel α der Blattbewegung
und kann für
einen Betrieb zur Herstellung von Frottierware, bei der Vorschlagsgruppen gewebt
werden, genutzt werden. Es kann auch eine Ausbildung der Aufnahme
eines Schubstangenteiles in dem anderen als elektromagnetische Kopplung oder
Linearantrieb vorgesehen werden. Ein Linearantrieb bietet durch
die Möglichkeit,
den Schwenkwinkel der Blattstützwelle
zu verringern, indem die zwei Schubstangenteile 4a, 4b ineinander
verfahren werden. Dabei werden ab dem Errei chen der Stellung 8 des
Kurbeltriebes die Schubstangenteile 4a, 4b elektromagnetisch
gekoppelt und im Sinne einer Verkürzung ineinander verfahren,
resp. ab Beginn der Gegenbewegung durch den Kurbeltrieb nach 180° auseinander
gefahren.
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2 zeigt
eine andere Ausführung
eines erfindungsgemäßen Blattstützwellenantriebes
als mehrteiligen Kurbeltrieb. Eine Kurbelstange 4 treibt dabei
ein Anlenkglied 11, das an einem Ende über eine Gelenkverbindung 12 mit
einem Verbindungsglied 13 verbunden ist, welches die Blattstützwelle bewegt.
Der Drehwinkel α der
Blattstützwelle
ergibt sich dabei aus dem Radius 14 unter dem die Blattstützwelle
angelenkt wird, dem Verhältnis
der Teilstrecken 11a und 1
1b, die durch
die Anbindung der Kurbelstange gebildet werden, sowie dem wirksamen
Kurbelhub H. Das andere Ende des Anlenkgliedes 11 ist bei 15 gelenkig
mit einem weiteren Anlenkglied 16 verbunden, dessen anderes
Ende bei 17 fest gelagert ist. Gegebenenfalls ist zum stabilen
Betrieb eine Führungsschiene 18 für das Verbindungsglied 13 vorzusehen.
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Die Fig.
3 zeigt in den Teilfiguren 3a–c verschiedene Stellungen des mehrteiligen
Kurbeltriebes. Wird der Gelenkpunkt 15 in der in 3a gezeigten Stellung, z.B.
durch einen schematisch dargestellten Feststellmechanismus 19 fixiert,
so treibt der Kurbeltrieb über
diesen Gelenkpunkt, das Anlenkglied 11 und die Verbindungstange 13 die
Blattstützwelle
oszillatorisch an. Der Kurbeltrieb bringt bei seinem vollen Hub
D die Teile in die in 3b gezeigte
Stellung. Dabei durchläuft
der Gelenkpunkt (12) die Kreisbahn auf dem Kreis mit R
= 11 zur Stellung 12a in 3b.
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Wird der Gelenkpunkt 15 freigegeben
und ist das Bremsmoment, das gegebenenfalls durch eine Hilfsbremse
erhöht
wird, der Blattstützwelle
größer als
die Momente der Kurbeltriebanordnung, so verbleibt die Blattstützwelle
in ihrer Lage. Die Anlenkglieder 11, 16 mit der
Verbindungsstange 13 werden um den festen Gelenkpunkt 17 gedreht.
Dabei ergeben sich für
den vollen Kurbelhub und für
die genannten Teile Positionen nach 3c.
Der Gelenkpunkt 12 verändert
seine Lage von der ursprünglich
Kreisbahn mit R = Anlenkglied 11 zu einer Position 12b, weil
der Mittelpunkt 15 dieser Kreisbahn durch die Drehung der
Anordnung um den festen Gelenkpunkt 17 ebenfalls nach 15a verlagert
wird.
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Der Feststellmechanismus 19 für die Anordnung
kann auf verschiedene Weise bewerkstelligt werden. Neben einer reinen
Bremseinrichtung, wie sie in den 3a–c schematisch
dargestellt ist, kann z. B an dieser Stelle ein der Kreisbahn um
Drehpunkt 17 angepaßter
Linearantrieb verwendet werden, der die Möglichkeit bietet, daß durch
die Verlagerung des Gelenkes 15 um den feststehenden Drehpunkt 17 nur
ein bestimmbarer Teil des Kurbelhubes oszillatorisch an der Blattstützwelle
wirksam wird und so Teilanschläge
für Schussfäden möglich werden.
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In 4 ist
dafür eine
Nockenverstellung zur Verlagerung des Drehpunktes 15 dargestellt
und wie sich die Lage des Drehpunktes 12a nach 12b verlagert
und so ein kleinerer Blattanschlagswinkel α1 der Blattstützwelle
erreicht wird.
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Unter Umständen ist eine solche Nockenverstellung
mit der Untersetzung n vom Einzelantrieb 3 abzuleiten.
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- 1
- Blattstützwelle
- 2
- Blatt
- 3
- separaten
Antrieb
- 4
- Kurbelstange
- 4a,
4b
- Kurbelstange,
zweiteilig
- 5
- Schußfaden
- 6
- Gewebe
- 7
- Klemmvorrichtung
- 8
- untere
Kurbelstellung
- 9
- Drehkranz
- 10
- Kupplungsmechanismus
- 11
- Anlenkglied
- 11a,
11b
- Teilstrecken
des Anlenkgliedes
- 12
- Gelenkverbindung
- 13
- Verbindungsglied
- 14
- Wirkdurchmesser
- 15
- Gelenk
- 16
- Anlenkglied
- 17
- Gelenk
- 18
- Führungsschiene
- 19
- Klemmmechanismus
- 20
- Exzentertrieb
- α
- Drehwinkel
der Blattstützwelle
- D
- Durchmesser
des Kurbeltriebes
- H
- Hub,
Kurbelhub