Aufgabe
der Erfindung ist es, ein stets zuverlässig arbeitendes elektronisches
Bauteil mit wenigstens einem Halbleiterchip auf einem Schaltungsträger und
ein Verfahren zur Herstellung desselben anzugeben, bei dem ein Plazieren
des elektronischen Bauteils auf Leiterplatten übergeordneter Schaltungen erleichtert
ist. Darüberhinaus
ist es ein Ziel der Erfindung ein Herstellungsverfahren anzugeben, dass preiswerter
als Standardverfahren bei gleichzeitig verbesserter Umweltverträglichkeit
ist.
Gelöst wird
diese Aufgabe mit dem Gegenstand der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung werden in den abhängigen
Ansprüchen
definiert.
Erfindungsgemäß weist
das elektronische Bauteil einen oder mehrere Halbleiterchips mit
je einer aktiven Chipoberseite und einer Chiprückseite auf. Die Chipoberseite
hat Kontaktflächen,
die mit Elektroden einer integrierten Schaltung auf dem Halbleiterchip
verbunden sind. Der Halbleiterchip ist mit seiner Chiprückseite
auf einer Trägeroberseite
eines Schaltungsträgers
angeordnet. Dabei erstreckt sich eine Umverdrahtungslage über die
Chipoberseite und über
die nicht von dem Halbleiterchip bedeckte Trägeroberseite. Diese Umverdrahtungslage
weist auf Außenkontaktflächen, angeordnete
Außenkontakte
auf. Einen Niveauunterschied zwischen der Chipoberseite und der
Trägeroberseite
gleichen die Außenkontakte
durch unterschiedliche Höhen
aus, so dass deren Außenkontaktoberseiten
im wesentlichen auf einem gemeinsamen Niveau liegen.
Ein
solches Bauteil hat den Vorteil, dass die Außenkontakte und der Halbleiterchip
auf derselben Oberseite des Schaltungsträgers angeordnet sind. Somit
braucht der Schaltungsträger
weder mit Durchgangskontakten noch mit einer Umverdrahtungsstruktur
ausgestattet zu werden, bevor der Halbleiterchip auf die Trägeroberseite
aufgebracht wird. Der Schaltungsträger kann lediglich eine geglättete ebene
Oberseite auch ohne jede komplexe Strukturierung aufweisen. Ein
weiterer Vorteil besteht darin, dass die gesamte Oberseite des Halbleiterchips
und die nicht vom Halbleiterchip bedeckte Trägeroberseite zum Plazieren
von Außenkontakten
zur Verfügung stehen,
ohne dass Spitzen bzw. äußerste Oberseiten der
Außenkontakte
unterschiedliche Niveaus aufweisen, bis auf solche Niveaudifferenzen,
welche gegebenenfalls unterschiedliche Lotpastendicken ausgleichen
sollen. Dieses gemeinsame Niveau der Außenkontaktoberseiten erleichtert
eine Montage des elektronischen Bauteils auf einem übergeordneten
Schaltungssubstrat wie einer Leiterplatte mit ebener Bestückungsfläche.
Der
Schaltungsträger
kann Materialien aufweisen, deren thermische Ausdehnungskoeffizienten dem
thermischen Ausdehnungskoeffizienten des Schaltungssubstrats oder
dem Material des Halbleiterchips angepasst sind.
Geringe
Thermospannungen zwischen dem Schaltungsträger und einem übergeordneten
Schaltungssubstrat werden erfindungsgemäß durch Schaltungsträger aus
Metallen erreicht, deren Ausdehnungskoeffizienten dem übergeordneten
Schaltungssubstrat sowie einer Leiterplatte angepasst sind. Auf die
Metallplatte und auf den Halbleiterchip kann eine gummielastische
Isolationsschicht aufgebracht sein, die einen sanften Übergang
von der Metalloberseite zu der Chipoberseite ermöglicht. Durch den sanften Übergang
wird gewährleistet,
dass eine auf die gemeinsame gummielastische Schicht aufgebrachte Metallstruktur
aus Leiterbahnen und Außenkontaktflächen eine
zuverlässige
Verbindung bildet. Ein abrupter Übergang
von der Schaltungsträgeroberseite zur
Halbleiterchipseite und damit verbundene unzuverlässige elektrische
Verbindungen werden somit vermieden.
Als
Schaltungsträgermaterial,
auf welches die Halbleiterchips geklebt sind und die gummielastische
Isolationsschicht aufge bracht ist, werden Eisen-Chrom-Nickel-Legierungen
eingesetzt, deren thermische Ausdehnungskoeffizienten zwischen 11,3 und
16,6 mit Hilfe von unterschiedlichen Chrom, Nickel und Eisenanteilen
an das Schaltungsträger
einer übergeordneten
Schaltung anpassbar sind.
Bei
einem Nickelgehalt von 30 bis 32 Gew.% mit Chrom 19 bis 21 Gew.%
und Anteilen von Aluminium, Titan und Silicium jeweils < 1 Gew.%, Rest Eisen
liegt der thermische Ausdehnungskoeffizient zwischen 15,1 bis 16,6
(ppm pro °K)
bei Temperaturen zwischen 20°C
und 400°C.
Bei
einem Nickelgehalt von 58 bis 63 Gew.% mit Chrom zwischen 22 und
24 Gew.% und Anteilen von Aluminium, Titan und Silicium ≤ 1,5 Gew.%,
Rest Eisen liegt der thermische Ausdehnungskoeffizienten zwischen
13,8 bis 14,8 (ppm pro °K)
bei Temperaturen im Bereich von 20°C bis 200°C. Den gleichen Bereich für den thermischen
Ausdehnungskoeffizienten deckt eine Legierung ab mit 72 Gew.% Nickel
und 14 bis 17 Gew.% Eisen und 6 bis 10 Gew.% Chrom, sowie zusätzlich jeweils ≤ 1 Gew.% der
Metalle Aluminium, Titan und Silicium.
Für einen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten zwischen 11,9 und 15,5 bei
20°C bis
400°C wird
vorteilhaft eine Metall-Legierung
eingesetzt aus 8 bis 11 Gew.% Eisen, 24 bis 26 Gew.% Chrom und ≤ 2 Gew.% jeweils
von Silicium, Titan und Aluminium, Rest Nickel.
Um
die thermische Leitfähigkeit
dieser Materialien noch zu verbessern, kann gegebenenfalls nach
vorbereitendem Sputtern auf den Schaltungsträger galvanisch Kupfer oder
Aluminium sowohl einseitig als auch beidseitig aufgebracht werden.
Derartige
Legierungen sind unter dem Handelsnamen "Nicrofer" bekannt. Ein Vorteil ist, dass diese
Metall-Legierungen dem Ausdehnungsverhalten eines Schaltungssubstrats
einer übergeordneten Schaltung
derart angepasst werden können,
dass die äußeren relativ
großen
Außenkontakte
auf dem Schaltungsträger
des erfindungsgemäßen elektronischen
Bauteils zum Höhenausgleich
des Höhenunterschiedes
zwischen Schaltungsträgeroberseite
und Halbleiterchipoberseite mit Lötbällen ohne jeden elastischen
Ausgleich aufgebracht werden können. Sie
ermöglichen
somit eine stabile und zuverlässige Verbindung
von dem elektronischen Bauteil zu dem Schaltungssubstrat, der übergeordneten
Schaltung. Alle bisher in BGA-Technik (ball-grid-array-Technik) hergestellten elektronischen
Bauteile können
preiswerter und ohne Einsatz von Kunststoffpressmassen durch erfindungsgemäße Bauteile
ersetzt werden, insbesondere dann, wenn auf flexible Außenkontakte auf
dem Halbleiterchip verzichtet wird.
Ein
weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Bauteils mit einem Schaltungsträger aus
Metallen besteht darin, dass er keine Pressmassen aufweist, die
radioaktive Belastungen darstellen und Softwarefehlerraten in Form
einer Erhöhung
der Bitfehlerrate pro Zeit verursachen. Verunreinigungsbedingte
Alphastrahler in Pressmassen, erzeugen fehlerhafte Daten beim Speichern,
wie DRAMs oder SRAM, was mit dem erfindungsgemäßen Bauteil überwunden wird,
das keine Pressmassen aufweist.
Auch
Lötbälle aus
Zinn/Blei-Legierungen oder Zinn/Blei-Mischungen wie sie in der BGA-Technik
verwendet werden, geben ausschließlich sporadisch Alphateilchen
ab. Jedoch sind die Lotbälle
im Gegensatz zur BGA-Technik oder Flip-Chip-Technik nicht auf dem
Halbleiterchip sondern auf dem Schaltungsträger angeordnet, so dass bei
der geringen Reichweite der Alpha teilchen, die von diesen Lotbällen ausgehen,
keine Software-Fehlerquelle
bei dem erfindungsgemäßen Bauteil
vorliegt.
Während der
Außenrandbereich
des elektronischen Bauteils mit fixierenden, relativ großen und hohen
Außenkontakten
aus Lotmaterial in Form von Lotbällen
an einem übergeordneten
Schaltungssubstrat stabilisiert werden kann, sind die gegebenenfalls vorhandenen
Außenkontakte
auf dem Halbleiterchip niedriger und stets gummielastisch ausgebildet.
Die gummielastischen und damit nachgiebigen Außenkontakte auf dem Halbleiterchip
haben den Vorteil, dass an der Chipoberfläche keine mechanischen Spannungen
auftreten, obgleich die Ausdehnungskoeffizienten von Halbleiterchip
und Schaltungssubstrat nicht aneinander angepasst sind. Dennoch
wird damit die Zuverlässigkeit
von empfindlichen Analogschaltungen und empfindlichen DRAMs verbessert, zumal
Spannungen, die durch die sonst üblichen Pressmassen
verursacht werden, entfallen.
Durch
den Einsatz von gummielastischen Außenkontakten wird gleichzeitig
die Stromtragefähigkeit
von 40 mA pro Außenkontakt
herkömmlicher Art
auf 500 mA pro Außenkontakt
der Erfindung erhöht.
Dieser Vorteil ist für
gummielastische Außenkontakte
gegeben und insbesondere dann vorteilhaft, wenn auch die Außenkontakte
auf dem Schaltungsträger
einen gummielastischen Aufbau aufweisen.
Da
bei dem erfindungsgemäßen Bauteil
die Halbleiterchips mit ihren Rückseiten
auf die Metallfläche
des Schaltungsträgers
geklebt sind, ist die Beeinträchtigung
der Halbleitereigenschaft aufgrund der unterschiedlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten vernachlässigbar, zumal in der IC-Klebetechnik erprobte
sowohl spannungsmindernde als auch gute wärmeleitende Klebstoffe mit
10 W/m°K zur
Verfügung
stehen.
Die
Verbindung des Halbleiterchips über eine
Klebstoffschicht mit einem metallischen Metallträger hat darüber hinaus den Vorteil, dass
bei Einsatz eines Leitklebstoffs die Rückseite des Halbleiterchips
auf das tiefste Potential oder auf das Massepotential einer Schaltung
gelegt werden kann. Ferner bildet der metallische Schaltungsträger eine
Wärmesenke, über die
Verlustwärme
des Halbleiterchips an die Umgebung abgeleitet werden kann.
Darüber hinaus
ist es möglich,
statt eines Halbleiterchips mehrere dünn geschliffene Halbleiterchips übereinander
anzuordnen und für
die unteren Halbleiterchips Umverdrahtungen über die Halbleiterchipränder zu
den Außenkontaktflächen auf
dem Schaltungssubstrat vorzusehen. Dabei können die Flächen der gestapelten Halbleiterchips
unterschiedlich groß sein.
Von Vorteil ist es, den Halbleiterchip mit der größten Oberseite
zuerst auf den metallischen Schaltungsträger aufzubringen und die weiteren
Halbleiterchips mit gestaffelt kleiner werdenden Oberseiten darauf
zu stapeln.
Die
Isolationsschicht zwischen den Metallstrukturen mit Leiterbahnen
und mit Außenkontaktflächen und
dem leitenden metallischen Schaltungsträger ist im Vergleich zu dem
gummielastischen Kunststoff, den die gummielastischen Außenkontaktkörper der
Außenkontakte
auf dem Halbleiterchip aufweisen, steifer. Das hat den Vorteil,
dass die Isolationsschicht auch als mehrlagige dreidimensionale
Umverdrahtungsstruktur aus mehreren Isolations- und Leiterbahnlagen
aufgebaut sein kann.
Der
sanfte Übergang
zwischen Halbleiterchipoberseiten und Schaltungsträgeroberseiten
wird durch den gummielastischen Kunststoff in dem gleichen Verfahrensschritt
realisiert, mit dem die gummielastischen Außenkontaktkörper hergestellt werden. Bei
sehr großen
Halbleiterchips mit über
100 mm2 aktiver Oberseite ist es vorteilhaft,
auf den gummielastischen Übergängen vom
Halbleiterchip zu dem Schaltungsträger Umverdrahtungsleitungen
zu realisieren, die eine Bogenstruktur oder eine Mäanderstruktur
aufweisen, so daß Zugbelastungen
auf diesen Leitungen ausgeglichen werden können.
Die
in einem Druckverfahren erstellte gummielastische Schicht, welche
die Außenkontaktflächen aus
Metall trägt,
weist im Bereich des Halbleiterchips Durchgangsöffnungen bis zu den Kontaktflächen auf
der Oberseite des Halbleiterchips auf. Die strukturierte Metallschicht
auf der Oberseite der gummielastischen Isolationsschicht weist somit
neben den Außenkontaktflächen und
den Leiterbahnen zu den Kontaktflächen auf der Oberseite des
Halbleiterchips zusätzlich
Leitungspfade auf, die von den obersten Kontaktflächen der
elastischen Außenkontakte
bis zu den Kontaktflächen
auf der Oberseite des Halbleiterchips führen.
Diese
Umverdrahtungsstruktur mit Außenkontakten,
Leiterbahnen und Leitungspfaden kann mit einem einzigen Metallisierungs- und Photolithographieschritt
hergestellt werden. Damit werden nach dem Aufkleben der Halbleiterchips
auf das Schaltungssubstrat nur noch Verfahrensschritte erforderlich,
die zur Bildung der elastischen Kontakte erforderlich sind. Das
vermindert die Herstellungskosten, da keine separat hergestellten
Umverdrahtungsplatten benötigt
werden. Darüberhinaus
kann die Umverdrahtungsstruktur sowohl auf dem Schaltungsträger als
auch auf dem Halbleiterchip mehrlagig mit entsprechen Zwischenisolationsschichten ausgeführt sein.
Ein
zusätzlicher
Vorteil in der Verwendung von Metallen für den Schaltungsträger liegt
darin, dass die Metalle genauso präzise wie Halbleiterwafer auf
ihren Oberseiten poliert werden können. Das ermöglicht den
Einsatz von Dünnfilmtechniken,
wobei eine mehrlagige Beschichtung von Schaltungsträger und
Halbleiterchip mit einer mehrlagigen Umverdrahtungslage erfolgt,
wie sie sonst für
die Herstellung von Halbleiterchips auf Halbleiterwafern selbst
eingesetzt werden. Eine derartige Präzision und Miniaturisierung
in Bezug auf Oberflächenqualität bzw. Strukturierung
kann üblicherweise
nicht mit einem Leiterplattenmaterial erreicht werden.
Weiterhin
kann der Schaltungsträger
die Form einer Scheibe aufweisen, auf der die Halbleiterchips an
Bauteilpositionen in Zeilen und Spalten angeordnet sind. Ein derartiger
Schaltungsträger,
der auch auf die Maße
von Siliciumwafern standardisiert sein kann, hat den Vorteil, dass
er, obgleich er eventuell aus Saphir, Gläsern oder Metallen hergestellt
ist, in standardisierten Anlagen der Halbleiterindustrie bearbeitet
werden kann, was eine Massenproduktion der erfindungsgemäßen elektronischen
Bauteile zu Preisen ermöglicht,
die erheblich unter den Preisen für Standardbauteile liegen.
Ferner
ist es vorgesehen, zumindest den einen Teil der Außenkontakte
auf dem Halbleiterchip mit Leitungspfaden auf nachgiebigen Höckern als Außenkontaktkörper zu
versehen. Durch diese auf einem nachgiebigen Außenkontaktkörper realisierten Außenkontakte,
ist es möglich,
größere Toleranzen bei
der Nivellierung der unterschiedlichen Höhen in Z-Richtung für die Außenkontakte
zuzulassen. Außerdem
werden Halbleiterchips mit Oberseiten von über 10 mm2 zuverlässig mit
Außenkontakten
versehen, obgleich das thermische Ausdehnungsverhalten in X- und Y-Richtung von
Halbleiterchip und übergeordnetem
Schaltungssubstrat unterschiedlich ist.
Weiterhin
hat das Bauteil damit den Vorteil, dass minimale thermische Verwölbungen
von den nachgiebigen Außenkontakten
ausgeglichen werden. Schließlich
kann aufgrund der Nachgiebigkeit der Außenkontakte die Scherbeanspruchung
bei thermischer Belastung ausgeglichen werden.
Da
der thermische Ausdehnungskoeffizient des Halbleiterchips insbesondere
von Silicium etwa 4 ppm/°K
ist und ein Leiterplattenmaterial mit Glasfaserverstärkung einer
Leiterplatte eines übergeordneten
Schaltungssubstrats, das mit den Außenkontakten des elektronischen
Bauteils mechanisch zu verbinden ist, einen Ausdehnungskoeffizienten
zwischen 13 und 16 ppm/°K
aufweist, entstehen Scherspannungen zwischen dem elektronischen
Bauteil und der Leiterplatte, insbesondere für Außenkontakte auf dem Halbleiterchip
des elektronischen Bauteils. Diese Belastungen werden durch die
nachgiebigen Außenkontakte
aufgefangen.
Zur
Realisierung eines Schaltungsmoduls ist es darüber hinaus möglich, auf
einem Schaltungsträger
aus Halbleitermaterial, der auch eine integrierte Schaltung aufweisen
kann, einer oder mehrere Halbleiterchips mit ihren Rückseiten
aufzubringen. Dazu ist die nicht von Halbleiterchips bedeckte Trägeroberseite
des Schaltungsträgers
und die aktive Oberseite der Halbleiterchips mit einer gemeinsamen
Umverdrahtungslage bedeckt, wobei die Umverdrahtungslage auf dem
Halbleiterchip Außenkontakte
aufweist, die eine geringere Höhe
haben als die Außenkontakte,
die auf der Umverdrahtungslage im Bereich der Trägeroberseite des Schaltungsträgers angeordnet sind.
Der Niveauunterschied zwischen der Chipoberseite und der Träger- Oberseite wird, durch
unterschiedlich hohe Außenkontakte
derart nivelliert, dass die Außenkontaktoberseiten
im wesentlichen wieder auf einem gemeinsamen Niveau liegen.
Ein
derartiges Schaltungsmodul hat den Vorteil, dass eine Vielzahl von
Außenkontakten
nivelliert sind und somit einfach auf einer Leiterplatte einer übergeordneten
Schaltung auf einem ebenen Bestückungsniveau
aufgebracht werden können.
Auch die weiteren Vorteile, wie sie oben für ein elektronisches Bauteil
gemäß der Erfindung
erläutert
werden, ergeben sich auch für
das elektronische Modul mit gestapelten Halbleiterchips und/oder
mit flächig
angeordneten Halbleiterchips.
Ein
Verfahren zur Herstellung elektronischer Bauteile weist nachfolgende
Verfahrensschritte auf. Zunächst
wird ein scheibenförmiger
oder rechteckiger Schaltungsträger
aus Metall mit in Zeilen und Spalten angeordneten Bauteilpositionen
hergestellt. Anschließend
wird eine Isolationsschicht auf den metallischen Schaltungsträger aufgebracht.
Diese Isolationsschicht ist vorteilhaft aus einem photolithographisch
strukturierbarem Material aufgebaut wie Benzocyclobuten, im Folgenden
BCB genannt, oder Polyimid, im Folgenden PI genannt. Somit ist es
möglich,
in die Isolationsschicht Strukturen wie Trennspuren und Chipinseln
einzubringen, falls diese für
weitere Verfahrensschritte frei von dem Isolationsmaterial bleiben
sollen. Diese Isolationsschicht ist aus relativ steifem Material
aufgebaut, das keine gummielastischen Eigenschaften aufweist. Danach
werden Halbleiterchips in den Bauteilpositionen unter Fixieren ihrer
Chiprückseiten
auf der Trägeroberseite
oder auf der Isolationsschicht angebracht.
Nachfolgend
wird eine gummielastische Struktur unter Freilassen der Kontaktflächen des Halbleiterchips
und unter Formen von gummielastischen Außenkontaktkörpern aufgebracht. Dabei wird gleichzeitig
der abrupte Übergang
von der Trägeroberseite
zu der Chipoberseite von der gummielastischen Masse, die für die gummielastischen
Außenkontaktkörper eingesetzt
wird abgerundet. Dann wird eine strukturierte Metallschicht unter
Bilden von Umverdrahtungsleitungen von den Kontaktflächen auf der
Chipoberseite zu Außenkontaktflächen auf
dem Schaltungsträger,
sowie Leitungspfaden von den Kontaktflächen zu den elastischen Außenkontaktkörpern aufgebracht.
Schließlich werden äußere Lötaußenkontakte
in unterschiedlicher Höhe
zu den gummielastischen Außenkontakten
als Niveauausgleich zwischen Chipoberseiten und Trägeroberseiten
derart aufgebracht, dass die Außenkontaktoberseiten,
der unterschiedlichen Außenkontakte,
ein gemeinsames Niveau bilden. Sind sowohl auf der Trägeroberseite, als
auch auf der Chipoberseite gummielastische Außenkontakte vorgesehen, so
entfällt
das separate Aufbringen von äußeren Außenkontakten
auf dem Schaltungsträger.
Abschließend
kann der Schaltungsträger,
der mehrere Bauteilpositionen aufweist, in einzelnen Bauteile zerteilt
werden.
Ein
derartiges Verfahren hat den Vorteil, dass anstelle der bisherigen
Leiterplattentechnologie eine Dünnfilmtechnik
einsetzbar ist. Eine derartige Technik ermöglicht Strukturen, die annähernd so klein
sind wie in der Halbleiterindustrie. Ferner können Verfahren der Halbleitertechnologie
für hochpolierte
ebene Oberflächen
eingesetzt werden, so daß Umverdrahtungslagen
mit Außenkontaktflächen und Umverdrahtungsleitungen
mit der Präzision
von Leiterbahnen auf Halbleiterwafern realisiert werden können. Dazu
sind lediglich ebene Oberflächen
der Schaltungsträger
erforderlich und keinerlei Durchgangskontakte oder Umverdrahtungsstrukturen
auf der Träger oberseite
vorzubereiten. Es wird lediglich in jeder Bauteilposition ein Halbleiterchip
mit einer Rückseite
aufgebracht. Dieses Aufbringen kann mittels einer elastischen isolierenden
Klebstoffschicht oder einer leitenden Klebstoffschicht in den Bauteilpositionen
erfolgen, je nachdem, ob eine elektrische Verbindung zwischen der
Chiprückseite
des Halbleiterchips und dem Schaltungsträger hergestellt werden soll
oder nicht.
Beim
Aufkleben der Halbleiterchips auf den Schaltungsträger, kann
sich an den Randseiten der Halbleiterchips ein Klebstoffmeniskus
ausbilden, der einen sanften Übergang
an der Halbleiterchipkante von dem Niveau der Trägeroberseite zu dem Niveau der
Chipoberseite bildet. Dies hat den Vorteil, dass beim Aufbringen
sowohl einer strukturierten Isolationsschicht, als auch einer strukturierten
Metallschicht für
eine Umverdrahtungsstruktur die Niveauunterschiede zwischen Trägeroberseite
und Chipoberseite besser überwunden
werden. Die Gefahr von Abrissen von Leiterbahnen in der Umverdrahtungsstruktur
oder das Ausbilden von Mikrorissen in der Isolationsstruktur, wird
dadurch wirksam vermindert, zumal durch den Meniskus Hafträume geschaffen werden,
welche die Haftung verbessern.
Das
Verfahren zur Aufbringung der gemeinsamen Umverdrahtungslage auf
Trägeroberseite
und Oberseite des Halbleiterchips weist folgende Verfahrensschritte
auf. Zunächst
wird auf die Struktur aus relativ steifer Isolationsschicht der
verbliebenen Trägeroberseite
und auf der Chipoberseite mit gummielastischen Außenkontaktkörper und
fließenden Übergängen von
dem Niveau der Trägeroberseite
zu dem Niveau der Chipoberseite eine dreidimensionale geschlossene
Metallschicht aufgebracht. Nachfolgend wird diese geschlossene Metallschicht
zu einer dreidimensionalen Umverdrahtungsstruktur mit Hilfe von ent sprechenden
Masken geätzt,
wobei gleichzeitig Leitungspfade zu Außenkontaktflächen auf
den Außenkontaktkörpern und
Umverdrahtungsleitungen von den Kontaktflächen auf dem Halbleiterchip
zu Außenkontaktflächen auf
dem Trägersubstrat
gebildet werden. Anschließend
werden die Außenkontaktflächen im
Bereich des Halbleiterchips auf den Außenkontaktkörpern und dem Bereich des Schaltungsträgers durch
eine lötbare
Beschichtung veredelt.
Dieses
Verfahren hat den Vorteil, dass mit einfachsten Mitteln und mit
wenigen Schritten, die auf dem Halbleiterchip mit feinen Schrittweiten
von wenigen 10 μm
angeordneten Kontaktflächen, über die Umverdrahtungsleitungen
der gemeinsamen Umverdrahtungslage mit Außenkontakten verbunden werden
können,
die auf der gesamten Oberfläche
aus Halbleiterchipoberseite und Trägeroberseite verteilt angeordnet
sein können.
Zusammenfassend
ergeben sich folgende Vorteile;
- a) Einzeln
oder in Flächenprozessen
aufgebrachte mechanisch ausgleichende Kontakte, verringern die Kräfte beim
thermomechanischen Stress und erhöhen somit wesentlich die Zuverlässigkeit. Der
mechanische Ausgleich der Kontakte kann auf vielfältige Weise
erfolgen, nämlich
i)
durch nachgiebige Außenkontaktstifte
ii)
durch Mikrofedern
iii) durch organische, mechanisch ausgleichende elektrische
Kontakte,
wobei im wesentlichen jede leitende nachgiebige Struktur
einsetzbar ist.
- b) Durch die direkte Dünnfilmverbindung
der integrierten Schaltungen, lassen sich höchste Dichten für die Kon taktflächen und
auch für
die Außenkontakte
im Eingangs- und
Ausgangsbereich fertigen.
- c) Bei einfachen Verdrahtungsstrukturen, kann der Verdrahtungsprozess
schon bei der Herstellung der Kontakte geliefert werden, so dass
sich die Kosten für
den zusätzlichen
Dünnfilmprozess gegebenenfalls
einsparen lassen oder dieser zumindest vereinfacht werden kann.
- d) Das elektronische Bauteile weist eine Konstruktion auf, die
eine erheblich verbesserte Wärmeabfuhr
durch niedrige Wärmeübergangswiderstände von
der Rückseite
des Halbleiterchips direkt in das Schaltungsträgermaterial ermöglicht, wobei
wahlweise sehr gute Wärmeleitfähigkeiten von
zum Beispiel bei Silicium-Schaltungsträgern von ca. 100 W/mK erreicht
werden, die noch bei 125°K
wirksam sind, und bei Schaltungsträgern aus Kupfer, lässt sich
eine Wärmeleitfähigkeit
von 380 W/mK, aus Molybdän
ein Wert von 135 W/mK und aus Nicrofer noch ein Wert von 15 W/mK
erreichen. Diese Schaltungsträger
können
direkt durch die Luft gekühlt
werden. Für
Glas, als Schaltungsträger,
ergibt sich noch ein Wärmleitungswert
von 1 W/mK. In dem Fall des Glases, ist die Wärmeableitung abhängig von
der Gesamtkonstruktion der jeweiligen Umverdrahtungsstruktur, deren
Metall eine Wärmeableitung
ermöglicht.
- e) Bei Schaltungsträgern
aus Glas, ist wegen der geringen Leitfähigkeit die Möglichkeit
gegeben, Halbleiterchips mit integrierten Schaltungen mit Wärmeabgabe
neben temperatursensitiven Komponenten auf denselben Schaltungsträger zu setzen,
zumal dann die Wärme
durch die Oberfläche der
Halbleiterchips abgeleitet wird. Eine Aufhei zung benachbarter Halbleiterchips
in einem Modul ist bei Schaltungsträgern aus Glas stark vermindert.
- f) Eine höhere
elektrische Performance ergibt sich durch das direkte Führen der
elektrischen, frei skalierbaren kurzen Leitung an Luft mit Hilfe
der nächsten
Abschirmebenen. Damit ist die Konstruktion speziell auch für Hochfrequenzanwendungen
einsetzbar oder für
eine Mischung aus digitalen Anwendungen und Hochfrequenzanwendungen.
Ein weiterer Vorteil für
Hochfrequenzanwendungen ergibt sich aus der Tatsache, dass die Rückseite
der Halbleiterchips auf Masse gelegt werden können.
- g) Dadurch, dass teilweise Dünnfilmschaltungsträger im Standardwaferformat,
wie beispielsweise 200 mm (Waferdurchmesser) oder 300 mm (Waferdurchmesser)
verwendet werden können, lassen
sich ganze Wafer bei allen Prozess-Schritten bis zum Vereinzeln
der einzelnen elektronischen Bauteile verarbeiten.
- h) Dadurch, dass die leitenden externen Außenkontakte den thermomechanischen
Ausgleich liefern, kann auf jeden Underfill in einem Bauteilgehäuse zwischen
Halbleiterchip und Schaltungsträger
verzichtet werden, so dass sich ein erfindungsgemäßes Bauteil
bei Fehlfunktionen wieder auslösen
lässt,
und somit Reparaturen zugelassen werden können.
- i) Wegen der pro Verdrahtungsdichte niedrigen Kosten der Dünnfilmtechnologie
und der durchgehenden Waferprozessierung liegen die Kosten pro Anschluss
erheblich niedriger, als bei herkömmlichen BGA-Bauteilen (Ball-Grid-Array-Bauteilen)
speziell für
elektronische Bauteile mit sehr vielen Anschlüssen und bei großen Halbleiterchipflächen, insbesondere
auch deshalb, weil die gesamte Fläche des Package für die externen
Außenkontakte
des elektronischern Bauteils zur Verfügung steht.
- j) Wegen der nur sehr dünnen
Schichten der Umverdrahtungslage über der aktiven Oberfläche des
Halbleiterchips, ist die mechanische Belastung bei Temperaturwechsel
insbesondere bei tiefen Temperaturen geringer, als bei herkömmlichen
Gehäusetechnologien.
- k) Durch den weitest gehenden Verzicht auf organische Materialien,
die durch Wasseraufnahme bei nachfolgender plötzlicher Erhitzung, über den sogenannten "Popcorn"-Effekt zur Zerstörung des Gehäuses führen, wird
bei dem erfindungsgemäßen elektronischen
Bauteil, die beste Feuchteklassifizierung erreicht, solange das
Schaltungsträgermaterial,
wie Halbleitermaterial, Gläser
oder Metalle selbst nicht feuchteempfindlich ist.
- l) Durch einen separaten, auf der aktiven Oberseite des Halbleiterchips
aufgebrachten Stopper, kann bei den elastischen Außenkontakten
eine Überbelastung
durch Druck oder Scherkräfte
verhindert werden. Als ein derartiger Stopper, kann ein kleines
Plättchen
dienen, das ggf. mit geringerer Höhe als der Höhe der nachgiebigen
gummielastischen Außenkontakte
vor oder nach dem Aufbringen der Außenkontakte in der geometrischen Mitte
des elektronischen Bauteils aufgebracht wird.
- m) Wird der Stopper bei der Endmontage eingelötet oder
geklebt, dann werden dadurch auch alle anderen Kräfte, die
auf das elektronische Bauteil wirken, abgefangen, so dass es zu
keinerlei mechanischer Überlastung
der nachgiebigen gummielastischen Außenkontakte durch Zug oder Scherbelastung
kommt. Darüber
hinaus nimmt so die Wärmeleitung
in die übergeordnete
Leiterplatte zu, abhängig
vom Material, wie zum Beispiel Kupfer und abhängig von der Flächengröße des Stoppers,
so dass die thermische Performance des Gehäuses dadurch ebenfalls verbessert
wird.
- n) Da alle eingesetzten Materialien weit über 200°C temperaturstabil sind, ist
das elektronische Bauteil für
Hochtemperaturumgebungen geeignet.
- o) Bei hohen Anforderungen an die Verdrahtungsdichte kann auch
eine komplette Dünnfilmverdrahtung
auf dem Schaltungsträger
aufgebracht werden. Anschließend
wird der Chip auf den Schaltungsträger aufgeklebt, wobei die optische Positionierung
durch den photostrukturierten Isolator/Dünnfilm definiert ist. Danach
wird der Prozess der Umverdrahtung durchgeführt, wobei auf dem Chip nachgiebige
gummielastische Kontakte verminderter Höhe aufgebracht werden, so dass schließlich diese
mit dem Halbleiterchip die gleiche Höhe, wie die äußeren Kontakte
auf dem Schaltungsträger
haben. Die Kontakte auf dem Halbleiterchip haben durch ihre geringe
Höhe auch
bessere thermische Werte als die äußeren Außenkontakte auf dem Schaltungsträger.
Dieses
Verfahren lässt
sich leicht bei kleinen Chips anwenden, da die Zuverlässigkeit
der Kontakte auf der übergeordneten
Leiterplatte von ihrer Höhe
und dem Abstand zum geometrischen Zentrum beziehungsweise vom Schwerpunkt
des Gehäuses
abhängt.
Sollen größere Chips aufgebaut
werden, so wird entweder die Gesamthöhe oder es werden die nachgiebigen
gummielastischen Kontakte dadurch erhöht, dass der Halbleiterchip
dünngeschliffen
wird. Bei Materialien, die vom Ausdehnungskoeffizienten her nicht
dem Halbleiterchip entsprechen, sondern dem Leiterplattenmaterial
der übergeordneten
Schaltung angepasst sind, können
die im Randbereich des Schaltungsträgers angeordneten Außenkontakte durch
Standardlotbälle
ersetzt werden.
- p) Das Herstellungsverfahren für ein derartiges elektronisches
Bauteil ist auch geeignet, elektronische Module mit aktiven und
passiven Bauelementen herzustellen, zumal bei Verwendung von Silicium
oder Saphir als Schaltungsträgermaterial,
was auch eine Verwendung von aktiven Halbleiter-Ics, als Schaltungsträger ermöglicht oder bei
Verwendung preiswerter, temperaturstabiler Metalle, als Schaltungsträgermaterial
polierte Oberflächen,
zur Verfügung
stehen, die über Dünnfilmprozesse
sowohl Kapazitäten,
als auch Induktivitäten
tragen können,
wobei Widerstände und
Spulen direkt mit der strukturierten Umverdrahtungsschicht konstruiert
werden können,
so dass RLC-Netzwerke in Dünnfilmtechnik
realisierbar sind.
Die
Erfindung wird nun anhand der beigefügten Figur näher erläutert.
1 zeigt einen schematischen
Querschnitt, durch ein elektronisches Bauteil mit einem Halbleiterchip
auf einem metallischen Schaltungsträger, gemäß einer ersten Ausführungsform
der Erfindung,
2 zeigt einen schematischen
Querschnitt, durch ein elektronisches Bauteil mit einem Halbleiterchip,
gemäß einer
zweiten Ausführungsform
der Erfindung,
3 zeigt einen schematischen
Querschnitt durch ein elektronisches Bauteil, mit gestapelten Halbleiterchips
gemäß einer
dritten Ausführungsform
der Erfindung.