-
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Drehdurchführung zur Versorgung eines
Rotors einer Bedruckstoff verarbeitenden Maschine mit einem Arbeitsfluid, wobei der
Rotor mit einer Rotoreinlass-Mündung versehen ist, ein Arbeitszylinder eine
Expansionskammer und einen Kolben umfasst, der Kolben mit einer Kolbenauslass-
Mündung versehen und zum Rotor hin verschiebbar gelagert ist sowie ein Druckerzeuger
sowohl an die Expansionskammer als auch an den Rotor angeschlossen ist, wenn die
Mündungen miteinander gekoppelt sind, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
-
In der DE 42 03 550 C2 (vgl. darin Fig. 2 bis 4) ist eine Drehdurchführung dargestellt,
deren Kolben in bezüglich des Rotors radialer Richtung verschiebbar gelagert ist. Bei
diesem Rotor handelt es sich um einen Zylinderachszapfen. Eine den Kolben
durchdringende Kolbenbohrung hat eine Drosselwirkung, aufgrund welcher sich bei
Druckluftzufuhr auf der dem Rotor abgewandten Seite des Kolbens ein den Kolben an den
rotierenden Rotor anstellender Überdruck aufbaut. Während des Anstellens des Kolbens an
den Rotor kann die Druckluft durch die Kolbenbohrung in die Umgebung entweichen,
solange der Kolben noch nicht am Rotor anliegt. Diese Leckage führt einerseits zu einer
herabgesetzten Reaktionsschnelligkeit des Kolbens und andererseits zu einer
Lärmbelästigung und setzt eine hohe Leistung des Druckerzeugers voraus.
-
Eine weitere, der eingangs genannten Gattung entsprechende Drehdurchführung ist in der
DE 42 10 009 C2 (vgl. darin Fig. 1) beschrieben, bei welcher im Stillstand des Rotors die
Kolbenauslass-Mündung mit der Rotoreinlass-Mündung gekoppelt wird, indem der Kolben
an den Rotor angestellt wird.
-
In der zuletzt genannten Patentschrift soll genauso wie bei der Beschreibung vorliegender
Erfindung durch die Wahl der Bezeichnung "Drehdurchführung" keinesfalls zum Ausdruck
gebracht werden, dass das Arbeitsfluid über die Drehdurchführung in den Rotor eingeleitet
wird, während sich der Rotor dreht. Stattdessen soll durch die Wahl der Bezeichnung
lediglich zum Ausdruck gebracht werden, dass das Arbeitsfluid mittels der Durchführung
in ein drehbar gelagertes Maschinenelement, eben den Rotor, eingeleitet wird.
-
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehdurchführung zu
schaffen, bei der die Leckage des Arbeitsfluides minimiert ist.
-
Diese Aufgabe wird durch eine der eingangs genannten Gattung entsprechende
Drehdurchführung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, welche dadurch
gekennzeichnet ist, dass zwischen der Expansionskammer und der Kolbenauslass-
Mündung ein Schwellwertventil angeordnet ist, das sich bei Überschreitung eines
bestimmten Schwellwertes eines Überdrucks des Arbeitsfluids selbsttätig öffnet.
-
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Drehdurchführung besteht darin, dass auch während
des Anstellens des Kolbens an den Rotor keine wesentlichen Verluste des Arbeitsfluides
auftreten. Infolgedessen erfolgt das Anstellen des Kolbens sehr lärmarm und braucht die
Leistung des Druckerzeugers nicht besonders groß sein. Die hohe Reaktionsschnelligkeit
des Kolbens bei seiner Überdruckbeaufschlagung ist ein weiterer Vorteil, welcher aus der
Abdichtung des Kolbens mittels des Schwellwertventiles während des Anstellens des
Kolbens resultiert.
-
Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Drehdurchführung sind in den
Unteransprüchen genannt und werden nachfolgend kurz erläutert.
-
Bei einer hinsichtlich der Herstellungskostenminimierung vorteilhaften Weiterbildung ist
ein Ventilkörper des Schwellwertventiles mittels einer den Schwellwert bestimmenden
Ventilfeder belastet. Beispielsweise kann ein von Lieferanten preiswert zu beziehendes
Rückschlagventil als das Schwellwertventil Verwendung finden, wobei die Funktion des
Ventiles nicht lediglich darin besteht, ein Rückschlagen des Arbeitsfluides zu verhindern
sondern darüber hinausgehend darin besteht, das Arbeitsfluid erst dann hindurch zu lassen,
d. h. sich erst dann zu öffnen, wenn der genau bestimmte Schwellwert überschritten wird.
-
Der Ventilkörper und die Ventilfeder sind derart angeordnet, dass der Ventilkörper beim
Öffnen des Schwellwertventiles unter zunehmender Spannung der Ventilfeder von einer
Ventilöffnung des Schwellwertventiles weg verstellbar gelagert ist.
-
Bei einer ebenfalls hinsichtlich der kostengünstigen Fertigung vorteilhaften Weiterbildung
ist die Kolbenauslass-Mündung eine an einer Kolben-Stirnseite des Kolbens angeordnete
kreisbogenförmige Nut. Die Rotoreinlass-Mündung und eine weitere Rotoreinlass-
Mündung können bei verschiedenen Baureihen der Bedruckstoff verarbeitenden Maschine
einen verschiedenen Winkelversatz zueinander aufweisen. Bei allen dieser Baureihen kann
es zudem vorgesehen sein, dass der Rotor über exakt den gleichen Drehwinkel hinweg
verdreht wird, um die eine der Rotoreinlass-Mündungen von der Kolbenauslass-Mündung
zu entkoppeln und gleichzeitig die andere der Rotoreinlass-Mündungen mit der
Kolbenauslass-Mündung zu koppeln. Im Gegensatz zu einer kreisförmigen Kolbenauslass-
Mündung, z. B. einer kreisrunden Bohrung, ermöglicht es die kreisbogenförmige Nut, für
jede der Baureihen den gleichen Kolben zu verwenden. Die kreisbogenförmige Form der
Kolbenauslass-Mündung hat gegenüber einer denkbaren Kreissegment-Form, z. B. einer
Halbkreis-Form, der Kolbenauslass-Mündung den Vorteil, dass der bei gekoppelten
Mündungen von der Kolbenauslass-Mündung überdeckte und neben der Rotoreinlass-
Mündung liegende Flächenanteil des Rotors vergleichsweise gering ist, so dass auch die
Druckkraft vergleichsweise gering ist, welche aus der Wirkung des Überdruckes auf
besagten Flächenanteil resultiert und den Kolben vom Rotor wegzudrücken bestrebt ist und
vom Drucküberzeuger überwunden werden muss.
-
Die Bedruckstoff verarbeitenden Maschine, welche mit der Drehdurchführung ausgestattet
ist, ist vorzugsweise eine Druckmaschine, z. B. eine Rotationsdruckmaschine, und kann
auch eine der buchbinderischen Weiterverarbeitung bzw. Bedruckstoffweiterverarbeitung
dienende Maschine sein.
-
Weitere funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung der erfindungsgemäßen Drehdurchführung anhand zweier
Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Zeichnung.
-
In dieser zeigt:
-
Fig. 1 und 3 das erste Ausführungsbeispiel, bei welchem das Sehwellwertventil
außerhalb des Kolbens angeordnet ist und
-
Fig. 2 und 4 das zweite Ausführungsbeispiel, bei welchem das Schwellwertventil
innerhalb des Kolbens angeordnet ist.
-
In den Fig. 1 und 2 ist jeweils eine Bedruckstoff verarbeitende Maschine 100, 200 im
Ausschnitt dargestellt. Der Ausschnitt zeigt einen Rotor 101, 201 der Maschine 100, 200.
Zeichnerisch nicht dargestellt sind eine erste und eine zweite Einrichtung des Rotors 101,
201. Die Einrichtungen sind über ein dazu in den Rotor 101, 201 einzuleitendes,
gasförmiges und unter einem Überdruck stehendes Arbeitsfluid, speziell Druckluft,
verstellbar. Genau gesagt, handelt es sich bei der Maschine 100, 200 um eine
Druckmaschine und bei dem Rotor 101, 201 um einen Plattenzylinder. Die erste
Einrichtung ist eine pneumatisch verstellbare, vordere Klemmeinrichtung zum
Festklemmen einer Vorderkante einer Druckplatte und die zweite Einrichtung ist eine
pneumatisch verstellbare, hintere Klemmeinrichtung zum Festklemmen einer Hinterkante
der Druckplatte. In axialer Flucht mit dem Rotor 101, 201 sind ein Stator 102, 202 und ein
in dem Stator 102, 202 zum Rotor 101, 201 hin und von letzterem wieder weg verschiebbar
gelagerter, zylindrischer Kolben (Hubkolben) 103, 203 angeordnet.
-
Durch die Bezeichnung "Stator" soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sich dieser
Stator 102, 202 beim Betrieb des Rotors 101, 201, im vorliegenden speziellen Fall also im
Druckbetrieb, nicht mit dem Rotor 101, 201 mitdreht.
-
Eine im Prinzip als eine Linearführung ausgebildete Sicherungseinrichtung 124, 224, die
aus einer Ausnehmung im Kolben 103, 203 und einem in die Ausnehmung hineinragenden
und im Stator 102, 202 festsitzenden Stift (vgl. Fig. 1: Kolben-Nut und Querstift; Fig. 2:
Kolben-Bohrung und Längsstift) besteht, gestattet das Verschieben des Kolbens 103, 203auf den Rotor 101, 201 zu und von letzterem wieder weg und sichert den Kolben 103, 203
gegen ein Verdrehen des Kolbens 103, 203 um die Rotationsachse 106, 206 relativ zum
Stator 102, 202 und zum Rotor 101, 201.
-
Der Rotor 101, 201 weist eine erste Rotoreinlass-Mündung 104, 204, über welche die erste
Einrichtung (vordere Klemmeinrichtung) mit dem Arbeitsfluid versorgbar ist, und eine
zweite Rotoreinlass-Mündung 105, 205, über welche die zweite Einrichtung (hintere
Klemmeinrichtung) mit dem Arbeitsfluid versorgbar ist, auf. Beide Rotoreinlass-
Mündungen 104, 204; 105, 205 weisen in etwa ein und denselben Abstand zu der
Rotationsachse 106, 206 des Rotors 101, 201 auf und sind in eine stirnseitige
Anschlagfläche 107, 207 des Rotors 101, 201 eingebracht.
-
Der Kolben 103, 203 weist eine Kolbenauslass-Mündung 108, 208 für das Arbeitsfluid auf,
deren Abstand zur Rotationsachse 106, 206 in etwa dem Abstand der Rotoreinlass-
Mündungen 104, 204; 105, 205 zur Rotationsachse 106, 206 entspricht. Die
Kolbenauslass-Mündung 108, 208 ist in eine der Anschlagfläche 107, 207 zugewandte,
erste Kolben-Stirnseite 109, 209 des Kolbens 103, 203 eingebracht. Der im Wesentlichen
büchsenförmige Stator 102, 202 und eine zweite Kolben-Stirnseite 110, 210 des Kolbens
103, 203 begrenzen zusammen eine Expansionskammer 111, 211, an welche ein den
Überdruck des Arbeitsfluids erzeugender und nur schematisch dargestellter Druckerzeuger
112, 212, z. B. ein Kompressor oder eine andere Pressluftquelle, über einen in der
Expansionskammer 111, 211 mündenden Zuführkanal 113, 213 des Stators 102, 202
angeschlossen ist. Der Stator 102, 202 und der Kolben 103, 203 bilden somit zusammen
einen pneumatischen Arbeits- bzw. Hubkolbenzylinder. Eine Anstellung des Kolbens 103,
203 an die Anschlagfläche 107, 207 geschieht infolge einer Befüllung der
Expansionskammer 111, 211 mit dem Arbeitsfluid und unter zunehmender Spannung einer
dem Kolben 103, 203 zugeordneten Rückstellfeder 114, 214.
-
Innerhalb eines Strömungsweges des Arbeitsfluides ist zwischen der Expansionskammer
111, 211 und der Kolbenauslass-Mündung 108, 208 ein Schwellwertventil 115, 215
angeordnet, das konstruktiv einem Druckbegrenzungsventil sehr ähnlich ist, aber eine von
letzterem abweichende Funktion hat. Das Schwellwertventil 115, 215 öffnet sich
automatisch, sobald der auf einen verschiebbar gelagerten Ventilkörper 116, 216 des
Schwellwertventiles 115, 215 wirksame Überdruck des Arbeitsfluides einen bestimmten
Schwellwert (Grenzwert) übersteigt. Bei geöffnetem Schwellwertventil 115, 215 gibt der
Ventilkörper 116, 216 eine Ventilöffnung 117, 217 frei, so dass durch letztere hindurch das
Arbeitsfluid strömen kann. Der Schwellwert ist durch eine charakteristische Federkennlinie
einer vorgespannten Ventilfeder 118, 218 vorgegeben, welche den Ventilkörper 116, 216
zurückstellt und dadurch das Schwellwertventil 115, 215 wieder schließt, sobald der
Überdruck unter den Schwellwert abfällt.
-
Bei dem in den Fig. 1 und 3 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel der
Drehdurchführung ist das Schwellwertventil 115 in den Kolben 103 integriert. Der
Ventilkörper 116 ist ein Ventilkolben und von zylindrischer Gestalt. Die Ventilöffnung 117
ist eine Auslassöffnung und in einem rechten Winkel zu einer Einlassöffnung 119 des
Schwellwertventiles 115 angeordnet.
-
Eine mit dem Arbeitsfluid beaufschlagbare, stirnseitige Fläche des Ventilkörpers 116 ist
der Einlassöffnung 119 zugewandt und befindet sich an einem Absatz des Ventilkörpers
116. Auf diesen Absatz ist eine ringförmige Dichtung 120 aufgesteckt, welche bei
geschlossenem Schwellwertventil 115 an einer inneren Anschlagfläche des teilweise
hohlen Kolbens 103 anliegt, in welche die Einlassöffnung 119 eingebracht ist. Eine
umfangsseitige Fläche des Ventilkörpers 116 ist der Ventilöffnung 117 zugewandt und
deckt letztere ab, wenn das Schwellwertventil 115 geschlossen ist, so dass das Arbeitsfluid
nicht durch das Schwellwertventil 115 hindurchströmen kann.
-
Ein erster Verbindungskanal 121 des Kolbens 103 verbindet die Expansionskammer 111
mit dem Schwellwertventil 115 und endet in der Einlassöffnung 119. Ein aus zwei im
Winkel aufeinander treffenden Bohrungen gebildeter, zweiter Verbindungskanal 122 des
Kolbens 103 beginnt in der Ventilöffnung 117 und endet in der Kolbenauslass-Mündung
108. Des Weiteren ist ein Entlüftungskanal 123 für das Schwellwertventil 115 in den
Kolben 103, 203 eingebracht, durch welchen Entlüftungskanal 123 die beim Öffnen des
Schwellwertventiles 115 vom Ventilkörper 116 aus dem Kolben 103 verdrängte Luft
entweichen kann.
-
Bei dem in den Fig. 2 und 4 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel der
Drehdurchführung ist das Schwellwertventil 215 zwar außerhalb des Kolbens 203 jedoch
innerhalb des Stators 202 angeordnet. Der Ventilkörper 216 ist eine Kugel und wird bei
abgesperrtem Schwellwertventil 215 von der Ventilfeder 218 auf einen die Ventilöffnung
217 umgebenden Ventilsitz 225 gepresst. Bei geöffnetem Schwellwertventil 215 ist der
Ventilkörper 216 von dem Ventilsitz 225 gegen die Rückstellwirkung der dabei
komprimierten Ventilfeder 218 ein wenig abgehoben, so dass das Arbeitsfluid aus einem
ersten Verbindungskanal 221 im Stator 202 durch das Schwellwertventil 215 und dessen
Ventilöffnung 217 hindurch in einen zweiten Verbindungskanal 222 im Stator 202
überströmen kann. Das Schwellwertventil 215 entspricht zwar konstruktiv jedoch nicht
funktionell (Zweckbestimmung) einem Rückschlagventil. Der erste Verbindungskanal 221
verbindet die Expansionskammer 211 mit dem Schwellwertventil 215. Der zweite
Verbindungskanal 222 beginnt am Schwellwertventil 215 und endet in einer Statorauslass-
Mündung 226. Im Prinzip bilden der erste Verbindungskanal 221 und der zweite
Verbindungskanal 222 einen einzigen, gemeinsamen Strömungskanal, in welchen das
Schwellwertventil 215 integriert ist.
-
Es ist auch denkbar, in Abweichung von der in Fig. 2 gezeigten Anordnung des
Schwellwertventiles 215, letzteres nicht nur außerhalb des Kolbens 203 sondern auch
außerhalb des Stators 202 anzuordnen, z. B. innerhalb eines aus dem Stator 202
heraushängenden Schlauches, der dem ersten Verbindungskanal 221 und dem zweiten
Verbindungskanal 222 zwischengeordnet ist.
-
Die Statorauslass-Mündung 226 ist dem Stellweg des Kolbens 203 angepasst groß
dimensioniert, damit sie sich in jeder Stellung des Kolbens 203, d. h. sowohl bei durch das
Arbeitsfluid gegen die Anschlagfläche 207 gepresst gehaltenem Kolben 203 als auch bei
durch die Rückstellfeder 214 von der Anschlagfläche 207 zurückgezogen gehaltenem
Kolben 203, in Überdeckung mit einer umfangsseitigen Kolbeneinlass-Mündung 227befindet. Ein in den Kolben 203 eingebrachter dritter Verbindungskanal 228, der aus zwei
im Winkel aufeinander treffenden Bohrungen gebildet ist, beginnt in der Kolbeneinlass-
Mündung 227 und endet in der Kolbenauslass-Mündung 208. Bei geöffnetem
Schwellwertventil 215 strömt das Arbeitsfluid aus der Statorauslass-Mündung 226 in die
Kolbeneinlass-Mündung 208 über.
-
Aus den Fig. 3 und 4 wird ersichtlich, dass die Kolbenauslass-Mündung 108, 208 eine
kreisbogenförmig um die Rotationsachse 106, 206 herum gekrümmt verlaufende, endliche
Nut ist. Diese Nut erstreckt sich über einen weniger als 360° betragenden Kreisbogen und
hat somit einen Anfang und ein Ende, d. h. die Nut ist keine Ringnut.
-
Ein von der Kreisbogen- bzw. Nutlänge der Kolbenauslass-Mündung 108, 208 bestimmter
erster Zentriwinkel α ist kleiner als ein zwischen den Rotoreinlass-Mündungen 104, 105;
204, 205 liegender zweiter Zentriwinkel β, so dass sichergestellt ist, dass die
Kolbenauslass-Mündung 108, 208 sich höchstens mit einer einzigen der Rotoreinlass-
Mündungen 104, 105; 204, 205 und nie mit beiden Rotoreinlass-Mündungen 104, 105; 204,
205 zugleich in Überdeckung befinden kann. In einer bestimmten Drehstellung (nicht
dargestellt), die der Rotor 101, 201 relativ zum Kolben 103, 203 einzunehmen vermag und
die der pneumatischen Betätigung der ersten Einrichtung (vordere Klemmeinrichtung)
dient, befindet sich die Kolbenauslass-Mündung 108, 208 nicht mit der zweiten
Rotoreinlass-Mündung 105, 205 und nur mit der ersten Rotoreinlass-Mündung 104, 204 in
Überdeckung, so dass das Arbeitsfluid aus der Kolbenauslass-Mündung 108, 208 in die
erste Rotoreinlass-Mündung 104, 204 überströmt. Dabei wird die zur Betätigung der ersten
Einrichtung nicht benötigte zweite Rotoreinlass-Mündung 105, 205 von der ersten Kolben-
Stirnseite 109, 209 überdeckt und somit verschlossen gehalten.
-
In einer in den Fig. 3 und 4 gezeigten anderen Drehstellung des Rotors 101, 201, die
der pneumatischen Betätigung der zweiten Einrichtung (hintere Klemmeinrichtung) dient,
befindet sich die Kolbenauslass-Mündung 108, 208 ausschließlich mit der zweiten
Rotoreinlass-Mündung 105, 205 in Überdeckung, so dass das Arbeitsfluid aus der
Kolbenauslass-Mündung 108, 208 nur in die zweite Rotoreinlass-Mündung 105, 205hineinströmt. Hierbei wird die bei der Betätigung der zweiten Einrichtung nicht von dem
Arbeitsfluid durchströmte (inaktive), erste Rotoreinlass-Mündung 104, 204 von der ersten
Kolben-Stirnseite 109, 209 verschlossen gehalten.
-
In Abweichung von den gezeigten Ausführungsbeispielen, bei denen zur Wahl der jeweils
zu deaktivierenden bzw. freizugebenden der beiden Rotoreinlass-Mündungen 104, 105;
204, 205 der Rotor 101, 201 relativ zum Stator 102, 202 und zum Kolben 103, 203 um die
Rotationsachse 106, 206 verdreht wird, ist es ebenso denkbar, stattdessen zu gleichem
Zweck den Stator 102, 202 zusammen mit dem darin eingesetzten Kolben 103, 203 relativ
zum Rotor 101, 201 zu verdrehen.
-
Unabhängig davon, ob die erfindungsgemäße Drehdurchführung dem ersten
Ausführungsbeispiel (vgl. Fig. 1 und 3) oder dem zweiten Ausführungsbeispiel
(vgl. Fig. 2 und 4) entsprechend ausgebildet ist, funktioniert die Drehdurchführung wie
folgt:
-
In einem ersten Verfahrensschritt wird der Rotor 101, 201 elektromotorisch in eine
Drehstellung gedreht und in dieser danach gehalten, in welcher Drehstellung sich zwar die
zweite Rotoreinlass-Mündung 105, 205 nicht jedoch die erste Rotoreinlass-Mündung 104,
204 genau in Gegenüberlage zur Kolbenauslass-Mündung 108, 208 befindet. In einem
zweiten Verfahrensschritt wird der Kolben 103, 203 aus dem Stator 102, 202 ausgefahren,
indem dazu vom Druckerzeuger 112, 212 in der Expansionskammer 111, 211 ein
hinreichender Überdruck des Arbeitsfluides aufgebaut wird.
-
Erst nachdem die erste Kolben-Stirnseite 109, 209 bereits dicht (luftdicht) an die die
Ausfahrbewegung des Kolbens 103, 203 stoppende Anschlagfläche 107, 207 angepresst ist,
schaltet das Schwellwertventil 115, 215 in einem dritten Verfahrensschritt automatisch auf
Durchgang, so dass erst jetzt das Arbeitsfluid aus der Expansionskammer 111, 211 durch
das Schwellwertventil 115, 215 hindurch und über die miteinander gekoppelt gehaltenen
Mündungen 105, 108; 205, 208 in den Rotor 101, 201 einströmen kann und zur zweiten
Einrichtung (hintere Klemmeinrichtung) hinströmen kann, um letztere zu betätigen
(Klemmung lösen).
-
In einem vierten Verfahrensschritt wird der in der Expansionskammer 111, 211
herrschende Überdruck des Arbeitsfluides reduziert, z. B. indem der Druckerzeuger 112,
212 abgeschaltet wird. Infolgedessen schließt sich zuerst das Schwellwertventil 115, 215
wieder und fährt danach der Kolben 103, 203 wieder in den Stator 102, 202 ein. Die
Rückstellfeder 114, 214 und die Ventilfeder 118, 218 sind bezüglich ihrer Federkennlinien
derart aufeinander abgestimmt, dass bei der Reduzierung des Überdruckes zuerst das
Schwellwertventil 115, 215 von seiner Ventilfeder 118, 218 geschlossen wird und erst
danach der Kolben 103, 203 von der Rückstellfeder 114, 214 in den Stator 102, 202
hineingedrückt wird.
-
In einem fünften Verfahrensschritt wird durch ein elektromotorisches Drehen des Rotors
101, 201 die zweite Rotoreinlass-Mündung 105, 205 außer Überdeckung und die erste
Rotoreinlass-Mündung 104, 204 in Überdeckung mit der Kolbenauslass-Mündung 108,
208 gebracht.
-
Danach wird in einem sechsten Verfahrensschritt mittels des Druckerzeugers 112, 212 der
Kolben 103, 203 durch seine Beaufschlagung mit dem Arbeitsfluid erneut aus dem Stator
102, 202 ausgefahren, bis eine zur Umgebung hin abgedichtete (luftdichte) Verbindung der
Kolbenauslass-Mündung 108, 208 mit der ersten Rotoreinlass-Mündung 104, 204 erreicht
ist. Erst wenn dies der Fall ist, bewirkt der Druck des Arbeitsfluides auf den Ventilkörper
116, 216 das letzterer verschoben wird und dadurch die Ventilöffnung 117, 217 freigibt, so
dass das Arbeitsfluid durch das Schwellwertventil 115, 215 hindurch und über die beiden
miteinander gekoppelten Mündungen 104, 204; 108, 208 in den Rotor 101, 201 einströmen
und zur zweiten Einrichtung (vordere Klemmeinrichtung) des Rotors 101, 201 hinströmen
kann, um diese zweite Einrichtung zu betätigen (Klemmung lösen).
Bezugszeichenliste
100, 200 Maschine
101, 201 Rotor
102, 202 Stator
103, 203 Kolben
104, 204 Rotoreinlass-Mündung (erste)
105, 205 Rotoreinlass-Mündung (zweite)
106, 206 Rotationsachse
107, 207 Anschlagfläche
108, 208 Kolbenauslass-Mündung
109, 209 Kolben-Stirnseite (erste)
110, 210 Kolben-Stirnseite (zweite)
111, 211 Expansionskammer
112, 212 Druckerzeuger
113, 213 Zuführkanal
114, 214 Rückstellfeder
115, 215 Schwellwertventil
116, 216 Ventilkörper
117, 217 Ventilöffnung
118, 218 Ventilfeder
119 Einlassöffnung
120 Dichtung
121, 221 Verbindungskanal (erster)
122, 222 Verbindungskanal (zweiter)
123 Entlüftungskanal
124, 224 Sicherungseinrichtung
225 Ventilsitz
226 Statorauslass-Mündung
227 Kolbeneinlass-Mündung
228 Verbindungskanal (dritter)
α Zentriwinkel (erster)
β Zentriwinkel (zweiter)