DE19512143C1 - Druckabschneidungsventil mit Wechselventilkolben - Google Patents
Druckabschneidungsventil mit WechselventilkolbenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Druckabschneidungsventil gemäß dem
Oberbegriff des beigefügten Patentanspruchs 1.
Ein derartiges handelsübliches Druckabschneidungsventil ist aus dem Katalogblatt
RDE 92002-6.2.1 - L + B/10.89 der Anmelderin bekannt und in der Fig. 3 der
beigefügten Zeichnungen dargestellt. Das in der Fig. 3 gezeigte
Druckabschneidungsventil 1 weist einen Wechselventilkolben 2a auf, der in einer
Bohrung 3 des Druckabschneidungsventiles 1 gleitend angeordnet ist. Durch
Beaufschlagung mit dem jeweils höheren Druck eines Arbeitsmediums in einer von
zwei Leitungen A, B, die z. B. durch Leitungen der Hoch- und Niederdruckseite einer
Axialkolbenmaschine o. dgl. gebildet sein können, ist der Wechselventilkolben 2a
zwischen zwei Endpositionen verschiebbar. Der Wechselventilkolben 2a weist dabei
eine sich über seine gesamte Länge erstreckende Innenbohrung 4 auf, durch die
zumindest in einer der zwei Endposition einen Meßkolben 5 zur Druckabschneidung
(Druckbegrenzung) mit dem höheren Druck beaufschlagt ist. Trotz oder gerade wegen
seiner sehr einfachen und platzsparenden Bauweise weist dieses aus dem Stand der
Technik bekannte Druckabschneidungsventil keine Möglichkeit auf, aus der den jeweils
niedrigeren Druck aufweisenden Leitung kontinuierlich eine bestimmte Menge an
Arbeitsmedium auszuspülen, um es z. B. einer Kühlung und/oder Reinigung zuzuführen.
Aus der DE 35 26 581 C2 ist ein Wechselventil bekannt, dessen Kolben durch
Beschlagung mit dem jeweils höheren Druck eines Arbeitsmediums in einer von zwei
Leitungen 6, 7 zwischen zwei Endpositionen verschiebbar ist. Auch dieses
Wechselventil weist keine Möglichkeit auf, aus der den niedrigeren Druck
aufweisenden Leitung kontinuierlich eine bestimmte Menge an Arbeitsmedium
auszuspülen.
Weiterhin sind aus der DE 41 18 244 A1 Druckbegrenzungsventile 1, 2 bekannt, deren
Kolben jedoch nicht als Wechselventilkolben ausgeführt sind, die durch Beaufschlagung
mit dem jeweils höheren Druck eines Arbeitsmediums in einer von zwei Leitungen
verschiebbar sind.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein
Druckabschneidungsventil gemäß dem Oberbegriff des beigefügten Patentanspruchs 1
zu schaffen, das eine kontinuierliche Ausspülung vom Arbeitsmedium aus einer einen
jeweils niedrigeren Druck aufweisenden Leitung erlaubt.
Diese Aufgabe wird gemäß dem beigefügten Anspruch 1 durch ein
Druckabschneidungsventil mit einem Wechselventilkolben gelöst, der in einer Bohrung
des Druckabschneidungsventiles gleitend angeordnet und durch Beaufschlagung mit dem
jeweils höheren Druck eines Arbeitsmediums in einer von zwei Leitungen zwischen
zwei Endpositionen verschiebbar ist, wobei der Wechselventilkolben gegebenenfalls eine
sich über seine gesamte Länge erstreckende Innenbohrung aufweist, durch die eine
Meßkolben zur Druckabschneidung zumindest in einer der zwei Endpositionen des
Wechselventilkolbens durch den höheren Druck beaufschlagt ist, und das dadurch
gekennzeichnet ist, daß der Wechselventilkolben so ausgebildet ist, daß in beiden
Endpositionen eine Verbindung zwischen nur der Leitung mit dem jeweils niedrigeren
Druck und zumindest einer Spülöffnung zum Ausspülen des Arbeitsmediums
freigegeben ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Der wesentliche Vorteil des Druckabschneidungsventiles gemäß der vorliegenden
Erfindung liegt in der einfachen, platzsparenden und sehr kostengünstigen Ausführung.
Ein weiterer großer Vorteil ist, daß der einen wesentlichen Bestandteil der vorliegenden
Erfindung bildende Wechselventilkolben in die Bohrung des obengenannten
handelsüblichen Druckabschneidungsventiles integrierbar ist.
Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten
Ausführungsbeispieles unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert,
wobei zeigen:
Fig. 1 den Querschnitt eines erfindungsgemäßen Druckabschneidungsventiles,
Fig. 2 eine Vergrößerung des unteren Teiles der Fig. 1, und
Fig. 3 den Querschnitt eines handelsüblichen
Druckabschneidungsventiles.
Die Fig. 1 und die Fig. 2 zeigen ein Druckabschneidungsventil 1 mit einem
Wechselventilkolben 2b. Der Wechselventilkolben 2b ist in einer Bohrung 3 des
Druckabschneidungsventiles 1 gleitend angeordnet und wird durch den jeweils höheren
Druck eines durch die Leitungen A und B zugeführten Arbeitsmediums beaufschlagt.
Die beiden Leitungen A und B können dabei z. B. die Hoch- und Niederdruckleitungen
einer hydrostatischen Kraftmaschine o. dgl. sein. Herrscht z. B. in der Leitung B ein
größerer Druck als in der Leitung A, so wird der Wechselventilkolben 2b, wie in den
Fig. 1 und 2 gezeigt, durch den auf sein oberes Ende wirkenden höheren Druck in eine
untere Endposition verschoben. Er sitzt dabei mit seinem unteren Ende auf einer
Abschlußkappe 16 auf. Befindet sich der Wechselventilkolben 2b, wie dargestellt, in
seiner unteren Endposition, so beaufschlagt das Arbeitsmedium aus der Leitung B mit
dem höheren Druck direkt ein sich am entsprechenden Ende der Bohrung 3 des
Druckabschneidungsventil 1 befindenden Meßkolben 5 zur Druckabschneidung. Im in
den Fig. 1 und 2 gezeigten Fall ist der Meßkolben 5 in der Verlängerung der
Längsachse der Bohrung 3 und des Wechselventilkolbens 2b in einer sich an die
Bohrung 3 anschließenden Bohrung zur Aufnahme des Meßkolbens 5 angeordnet. Das
Arbeitsmedium tritt aus der Leitung B durch eine sich seitlich an der Bohrung 3
befindende Einlaßöffnung 12 in das in den Fig. 1 und 2 obere Ende der Bohrung 3
ein. Am gleichen Ende der Bohrung 3 befindet sich direkt gegenüber der Einlaßöffnung
12 die entsprechende Auslaßöffnung 13 für das durch die Leitung B zugeführte
Arbeitsmedium. Durch eine sich über die gesamte Länge des Wechselventilkolbens 2b
erstreckende Innenbohrung 4 wird das den höheren Druck aufweisende Arbeitsmedium
der Leitung B zur Abschlußkappe 16 geführt, die eine Bohrung 17 aufweist, durch die
das den höheren Druck aufweisende Arbeitsmedium Zusatzfunktionen zugeführt werden
kann.
Für den Fall, daß die Leitung A einen höheren Druck aufweist als die Leitung B, gilt
wegen der vollsymmetrischen Ausführung das obige in analoger Art und Weise.
Entsprechend wird dann der Wechselventilkolben 2b nach oben verschoben und das den
höheren Druck aufweisende Arbeitsmedium von der Leitung A durch die Innenbohrung
4 des Wechselventilkolbens 2b auf den Meßkolben 5 zur Druckabschneidung geleitet.
Der Meßkolben 5 zur Druckabschneidung funktioniert in bekannter Weise. Bei einem
bestimmten eingestellten hohen Druckwert wird eine den Meßkolben 5 niederdrückende
Feder zusammengedrückt, und das unter Druck stehende Arbeitsmedium wird über die
Steuerkante (5.2) des Steuerkolbens (5.1) abgeführt.
Die folgenden Erläuterungen werden unter der Annahme gemacht, daß die Leitung B
unter einem höheren Druck stehendes Arbeitsmedium führt, als die Leitung A, so daß
der Wechselventilkolben 2b in seine untere Endposition verschoben ist, wie in den
Fig. 1 und 2 dargestellt. Die folgenden Ausführungen gelten jedoch für den
umgekehrten Fall analog.
Das unter einem höheren Druck stehende Arbeitsmedium der Leitung B drückt den
Wechselventilkolben 2b in seine untere Endposition. Dadurch wird durch die besondere
konstruktive Ausgestaltung des Wechselventilkolbens dem aus der Leitung A durch die
Einlaßöffnung 14 auf den Wechselventilkolben treffenden Arbeitsmediums mit
geringerem Druck eine Verbindung zu einer oder zwei Spülöffnungen 7 freigegeben.
Die Spülöffnung befindet sich im gezeigten Ausführungsbeispiel zwischen den
Einlaßöffnungen 12 und 14 im Druckabschneidungsventil 1 und führt zu einer
Spülleitung 18. Das Druckabschneidungsventil 1 kann auch in seiner
gegenüberliegenden Wand eine weitere Spülöffnung 7 aufweisen. Die Spülleitung 18
führt zu einem Tank, in dem das ausgespülte Arbeitsmedium gereinigt und gekühlt
wird, oder zum Gehäuse einer hydrostatischen Kraftmaschine, wo das Arbeitsmedium
zum Schmieren des Motors, der Pumpe o. dgl. dient.
In der der Einlaßöffnung 14 gegenüberliegenden Wand des Druckabschneidungsventiles
1 befindet sich eine Auslaßöffnung 15 für das Arbeitsmedium der Leitung A.
Der Wechselventilkolben 2b weist an seinem oberen und an seinem unteren Ende
Dichtungselemente oder -abschnitte 9 auf, die die gleiche Querschnittsfläche haben wie
die Bohrung 3 des Druckabschneidungsventiles. Auf diese Weise dichtet in der in den
Fig. 1 und 2 gezeigten unteren Endposition des Wechselventilkolbens das obere
Dichtungselement 9 die Hochdruckseite, die durch die Leitung B, die Ein- und die
Auslaßöffnungen 12 bzw. 13 und das obere Ende der Bohrung gebildet ist, von der
Niederdruckseite ab, in der das Ausspülen des Arbeitsmediums von der Leitung A zur
Spülöffnung 7 stattfindet. Das untere Dichtungselement 9 des Wechselventilkolbens 2b
ist so auf diesem angeordnet bzw. weist eine solche Breite auf, daß das von der Leitung
A durch die Einlaßöffnung 14 ankommende Arbeitsmedium zwischen der Innenkante
des unteren Dichtungselementes 9 und der Außenkante der Einlaßöffnung 14 einen
Durchgang vorfindet, durch den es zur Spülöffnung 7 gelangen kann. Das untere
Dichtungselement 9 verschließt aber die Auslaßöffnung nicht, so daß das
Arbeitsmedium weiterhin von der Einlaßöffnung 14 zur Auslaßöffnung 15 strömen
kann.
Zwischen den beiden an seinen äußeren Enden liegenden Dichtungselementen 9 ist der
Wechselventilkolben 2b so ausgestaltet, daß das zwischen dem Dichtungselement 9 und
der Einlaßöffnung 14 eintretende Arbeitsmedium zur Spülöffnung 7 gelangen kann. Zu
diesem Zweck besteht der Wechselventilkolben zwischen den beiden
Dichtungselementen 9 aus mehreren Abschnitten 8, deren Querschnittsfläche kleiner als
die Querschnittsfläche der Bohrung 3 der Druckabschneidungsventiles 1 ist. Im Fall
eines zylindrischen Wechselventilkolbens 2b und einer zylindrischen Bohrung 3
bedeutet das, daß die Abschnitte 8 einen kleineren Durchmesser als die Bohrung 3
aufweisen. In den Fig. 1 und 2 sind drei solcher Abschnitte 8 dargestellt. Zwischen
den Außenflächen dieser Abschnitte 8 und der Innenwand der Bohrung 3 sind somit
Hohlräume gebildet, die die Verbindung 6 zwischen der Niederdruckleitung A und der
Spülöffnung 7 herstellen.
Zwischen den Abschnitten 8 weist der Wechselventilkolben Drosselelemente 10 auf,
durch die die Menge des ausgespülten Arbeitsmediums begrenzt wird. In den Fig. 1
und 2 sind diese Drosselelemente 10 durch Drossel-Abschnitte gebildet, deren
Querschnittsfläche kleiner als die Querschnittsfläche der Bohrung 3, aber größer als die
Querschnittsfläche der Abschnitte 8 ist. Das ausgespülte Arbeitsmedium findet somit am
Ort dieser Drossel-Abschnitte kleinere Durchlaßöffnungen vor, und wird gedrosselt. Im
Falle eines zylindrischen Wechselventilkolbens 2b und einer zylindrischen Bohrung 3
weisen die Drossel-Abschnitte einen Durchmesser auf, der zwischen dem Durchmesser
der Abschnitte 8 und-dem Durchmesser der Bohrung 3 liegt.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel weisen die Drossel-Abschnitte eine oder
mehrere Axial- oder Längsnuten 11 auf, durch die der Durchfluß des ausgespülten
Arbeitsmediums zwischen der Leitung A und der Spülöffnung 7 begrenzt wird.
Der Wechselventilkolben 2b ist vorzugsweise symmetrisch ausgebildet, so daß auch bei
einer Umkehrung der Strömungsrichtung des Arbeitsmediums bzw. einer Vertauschung
der Hoch- und der Niederdruckseite die erfindungsgemäße Funktion gegeben ist.
Ferner ist grundsätzlich denkbar, in dem Abschnitt der Bohrung 3 zwischen den
Öffnungen 12, 13, und 14, 15 die Drosselabschnitte durch Nuten in der Bohrungswand
zu erreichen, wobei allerdings die Funktion des jeweiligen Dichtungselementes 9
sichergestellt werden muß.
Claims (7)
1. Druckabschneidungsventil (1) mit einem Wechselventilkolben (2b), der in einer
Bohrung (3) des Druckabschneidungsventiles (1) gleitend angeordnet und durch
Beaufschlagung mit dem jeweils höheren Druck eines Arbeitsmediums in einer von
zwei Leitungen (A, B) zwischen zwei Endpositionen verschiebbar ist, wobei der
Wechselventilkolben (2b) gegebenenfalls eine sich über seine gesamte Länge
erstreckende Innenbohrung (4) aufweist, durch die ein Meßkolben (5) zur
Druckabschneidung zumindest in einer der zwei Endpositionen des
Wechselventilkolbens (2b) durch den höheren Druck beaufschlagt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Wechselventilkolben (2b) so ausgebildet ist, daß in beiden Endpositionen eine
Verbindung (6) zwischen nur der Leitung (A bzw. B) mit dem jeweils niedrigeren
Druck und zumindest einer Spülöffnung (7) zum Ausspülen des Arbeitsmediums
freigegeben ist.
2. Druckabschneidungsventil gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Wechselventilkolben (2b) an zumindest einem Ende ein Dichtungselement (9)
aufweist, das in der entsprechenden Endposition eine Abdichtung zwischen der
Leitung (A bzw. B) mit dem höheren Druck und der zumindest einen Spülöffnung
(7) bildet.
3. Druckabschneidungsventil gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Wechselventilkolben (2b) Abschnitte (8) in Längsrichtung aufweist, deren
Querschnittsfläche kleiner als die Querschnittsfläche der Bohrung (3) des
Druckabschneidungsventiles (1) ist und die dergestalt die Verbindung (6) zum
Ausspülen des Arbeitsmediums formen.
4. Druckabschneidungsventil gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Abschnitten (8) Drosselelemente (10) vorgesehen sind, die die
Menge des ausgespülten Arbeitsmediums begrenzen.
5. Druckabschneidungsventil gemäß Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Drosselelemente (10) durch Drossel-Abschnitte gebildet sind, deren
Querschnittsfläche größer als die der Abschnitte (8) und kleiner als die der
Bohrung (3) ist.
6. Druckabschneidungsventil gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Drossel-Abschnitte Axialnuten (11) aufweisen.
7. Druckabschneidungsventil gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine symmetrische Ausbildung des Wechselventilkolbens (2b) mit Innenbohrung (4)
derart, daß wahlweise eine der Leitungen A oder B diejenige mit dem höheren
Druck ist.
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