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DE1030315B - Verfahren zum Auswaschen und Gewinnen von Schwefeldioxyd und gegebenenfalls anderen schwach loeslichen sauren Gasen - Google Patents

Verfahren zum Auswaschen und Gewinnen von Schwefeldioxyd und gegebenenfalls anderen schwach loeslichen sauren Gasen

Info

Publication number
DE1030315B
DE1030315B DE1954P0011755 DEP0011755A DE1030315B DE 1030315 B DE1030315 B DE 1030315B DE 1954P0011755 DE1954P0011755 DE 1954P0011755 DE P0011755 A DEP0011755 A DE P0011755A DE 1030315 B DE1030315 B DE 1030315B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sulfur dioxide
washing
gases
ion exchanger
gas
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE1954P0011755
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Willi Peter
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Dipl-Ing Willi Peter
Original Assignee
Dipl-Ing Willi Peter
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dipl-Ing Willi Peter filed Critical Dipl-Ing Willi Peter
Priority to DE1954P0011755 priority Critical patent/DE1030315B/de
Publication of DE1030315B publication Critical patent/DE1030315B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/48Sulfur dioxide; Sulfurous acid
    • C01B17/50Preparation of sulfur dioxide
    • C01B17/60Isolation of sulfur dioxide from gases

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)

Description

  • Verfahren zum Auswaschen und Gewinnen von Schwefeldioxyd und gegebenenfalls anderen schwach löslichen sauren Gasen Zum Auswaschen von verhältnismäßig schwach konzentrierten und schwach löslichen, sauren Gasbestandteilen, beispielsweise von Schwefeldioxyd, sind eine Reihe von Verfahren bekannt, denen eine unterschiedliche Zielsetzung zugrunde liegt. Auf der einen Seite sollen Gase gereinigt, d. h. deren lästige Bestandteile entfernt werden, während auf der anderen Seite der betreffende Bestandteil, z. B. der Schwefelgehalt, der zum Teil sehr beträchtlichen Gasmengen in eine brauchbare Form übergeführt und gewonnen werden soll.
  • Wenn das Schwefeldioxyd in bekannter Weise durch Wasser oder wässerigeLösungen aus Rauchgasen und ähnlichen industriell anfallenden Gasgemischen entfernt werden soll, ergibt sich wegen der sehr geringer Konzentrationen (z. B. weniger als 0,5 Volumprozent S 02) und wegen der geringen Löslichkeit des Schwefeldioxyds, die nur einige g/1 Wasser beträgt, ein beträchtlicher Wasserverbrauch. Ferner kann das Waschwasser durch Austreiben der aufgenommenen Gase regeneriert werden, wobei wegen der geringen Löslichkeit des SO, allerdings erhebliche Wärmemengen erforderlich sind. Diese Nachteile werden zwar bei Verwendung der neuerdings erprobten anorganischen oder organischen Lösungsmittel vermiieden. Diese Lösungsmittel, wie z. B. Gemische organischer Basen, sind aber teuer. Außerdem haben sie im allgemeinen zu hohe Dampfdrücke, die einen ständigen Lös.ungsmittelverbrauch bedingen, so daß sie für den genannten Zweck kaum in Frage kommen.
  • Wenn in :gleichfalls bekannter `'eise das Schwefeldioxyd mittels einer wässerigen Lösung von Ammoniumsulfit und Ammoniumbisulfit gebunden wird, werden einige der genannten Nachterle vermieden. Soll jedoch in wechselnden Konzentrationen bzw. mit zeitlich veränderlichen Gasmiengen anfallendes Schwefeldioxyd gewonnen werden, ergeben s'ic'h bei Anwendung aller bisher bekannten Verfahren besonders große Schwierigkeiten.
  • Diese Schwierigkeiten und Nachteile werden dadurch beseitigt, daß gemäß der Erfindung aus. einer Lösung, die zunächst in einer Waschapparatur mit Schwefeldioxyd und anderen Gasbestandteilen schwach angereichert wird, in einer Entgasungsanlage durch Wärme und/oder Unterdruck ein erheblicher Teil des aufgenommenen Schwefeldioxyds ausgetrieben wird, und daß die aus dieser Entgasurngsapparatur austretende Lösung, die noch weitere aus dem Gase aufgenommene und nutzbar zu machende Bestandteile enthält, einem Ionenaustauscher zugeführt und schließli.ch wieder zur Waschapparatur zurückgeleitet wird. Als Lösungsmittel kann. Wasser oder zweckmäßigerweise eine schwach saure bzw. alkalische wässerige Lösung benutzt werden. Es ist zwar bekannt, daß man Bisulfitlösungen, die durch Aufnahme von SO, in. alkalischen Lösungen erhalten wurden., mit Hilfe von Austauscher:n wied@e@rbeleben kann. Dabei gewinnt man das S 02 in Form einer wässerigen Lösung der Alkali.salze der schwefligen Säure. Bei dem Verfahren der vorliegenden: Erfindung jedoch ist das Ziel die. Gewinnung gasförmigen Schwefeldioxyds.
  • Gegebenenfalls können die Gase zunächst in einer ersten Waschstufe mit schwach saurer und in einer zweiten Stufe mit schwach alkalischer Lösung ausgewaschen werden, die zur Gewinnung des restlichen Schwefeldioxydgehaltes einem Anionenaustauscher zugeführt wird. In einem solchen Anionenaustauscher werden die alkalischen Bestandteile des Lösungsmittels nicht gebunden; dieses Lösungsmittel kann also der zweiten Waschstufe wieder zugeführt werdien.
  • Da hinter dem Austreibet zur Nutzbarmachung der nicht entgastem, noch gelösten Schwefelverbindungen ein Ionenaustauscher verwendet wird, der auch das aus den Rauchgasen in die Waschflüssigkeit übergehende und beim Entgasen in der Waschflüssigkeit verbleibende Schwefeltrioxyd bindet, ist die weitere Verarbeitung auch dieses Bestandteiles der Rauchgase auf Ammonsulfit bzw. -sulfat ermöglicht. Da nämlich mittels eines lonenaustausdhers Säuren aus wässerigen Lösungen entfernt werden 'önnen, ergibt das Verfahren gemäß der Erfindung eine praktisch vollständige Ausnutzung der gelösten bzw. gebundenen Gasbestandteile. Außerdem entfällt auch der bisherige Nachteil, das unter Verzicht auf die restlose Schwefelgewinnun: g ein Teil der Waschflüssigkeit abgeführt und durch Frischwasser ersetzt werden mußte, um eine zu starke Anreicherung des Lösungsmittels mit Schwefeltrioxyd zu vermeiden.
  • In der Zeichnung ist eine Anlage zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung schematisch dargestellt.
  • SChwefel.dioxydhaltige Gase werden über eine Leitung 1 und einen Wärmeaustausdher 2 einer Auswaschapparatur 3 zugeführt. Diese Apparatur kann aus einer Füllkörper- bzw. G.lockenbodenkolonne bestehen, es können aber .auch rotierende Wascher nach Art der Zentrifugalwaseher verwendet werden. In dieser Waschapparatur, die auch mehrstufig ausgebildet sein kann, wird das Gas im Gegenstrom mit einer Waschflüssigkeit von Schwefeldioxyd, von Teilen des Sohwefeltrioxyds und: anderen Gasbestandteilen befreit. Das gereinigte Gas verlä-ßt die Apparatur 3 über eine Entnahmeleitung 4. Die in einem ersten Kühler 6a mit gewöhnlichem Kühlwasser und sodann in einem zweiten: Kühler 6 b durch Kühlsole auf etwa 0 bis 10° C abgekühlte Waschflüssigkeit wird der Auswaschapparatur 3 über eine Leitung 5 zugeführt.
  • Die mit Schwefeldioxyd und: anderen Bestandteilen beladene Waschflüssigkeit läuft aus der Waschapparatur 3 über eine Leitung 7 ab .und: wird in einem Wärmeaustausdher 8 auf etwa 35 bis 40° C vorgewärmt. In einem weiteren Wärmeaustauscher 2 kann die Waschflüssigkeit durch die gegebenenfalls im Rohgas enthaltene fühlbare Wärme noch weiter vorgewärmt werden. Schließlich wird die Waschflüssigkeit über Leitungen 9 d bzw. 9 b verschiedenen Stellen einer Entgasungsapparatur 10 zugeführt, die aus einer Füllkörper- oder Glockenbodenkolonne bestehen kann. In dieser Kolonne wird beispielsweise mittels eines Fallrohres 11 ein Vakuum aufrechterhalten. Selbstverständlich sind auch die an sich bekannten Vakuumpumpen für diesen Zweck verwendbar. Die Entgasungsapparatur 10 wird z. B. durch eine Heizrohrschlange 23 mit Dampf beheizt. Gegebenenfalls kann die erforderliche Wärme auch durch unmittelbares Einblasen von Dampf zugeführt werden.
  • Die entstehenden Dämpfe werden in einem Absdheider oder Dephlegmator 12, dem ein Kühlmittel zugeführt wird., von dem mitgeführten Wasserdampf weitgehend befreit und dann weiter aufbereitet, z. B. in einem Trockner auf reines Schwefeldioxyd, oder sie gelangen in eine Anlage zur Erzeugung von Schwefelsäure. Die aus der Entgasungsapparatur 10 ablaufende Waschflüssigkeit gibt im Wärmeaustausdher 8 ihre fühlbare Wärme zum großen Teil an die zur Entgasungsapparatur 10 strömende Flüssigkeit ab und läuft über Leitung 13 und eine der Leitungen 14a oder 14b einem der Ionenaustauscher 15 a oder 15 b zu, in denen sich eine Ionenaustauschermasse befindet.
  • Die aus diesen Austauschern ablaufende Flüssigkeit enthält kein Schwefeldioxyd und auch kein Schwefeltrioxyd bzw. nur zulässige Spuren dieser Bestandteile, sie wird über die Leitung 5 den Kühlern und anschließend der Waschapparatur 3 wieder zugeführt. Damit ist der Waschflüssigkeitskreislauf geschlossen.
  • Wenn die Aufnahmefähigkeit eines der Austauscher 15 a bzw. 15 b erschöpft ist, wird er abgeschaltet und in bekannter Weise regeneriert. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wird dem betreffenden Ionenaustauscher durch eine Leitung 24 ein Regeneriermittel, z. B. Ammoniak, zugeführt. Die dabei über eine Leitung 16 ablaufende Lösung kann einer nicht dargestellten Anlage zugeführt werden, in der sie weiterhin z. B. auf Amtnonsulfit oder Ammonsulfat und Schwefel verarbeitet wird. Es ist auch je nach den Erfordernissen des Betriebes möglich, die bei der Regeneration erhaltene Lösung mit einer starken Säure, z. B. Schwefelsäure oder Salpetersäure, zu zersetzen und dabei ein beliebiges Ammonsalz zu gewinnen. Die Lösung kann aber auch über einen Wärmeaustauscher 21 in einer Destillationsanlage 17 aufbereitet werden. In dieser Anlage wird das bei der Regenerierung entstandene Ammonsulfit zerlegt in Ammoniak, das einer Leitung 18 entnommen werden kann, und in Schwefeldioxyd, das mit Wasserdampf vermischt ist und über eine Leitung 19 der gemeinsamen Verarbeitungsstelle des Schwefeldioxyds zugeführt wird. Das aus der Destillationsanlage 17 über eine Leitung 20 und einen Wärmeaustauscher 21 abfließende Wasser ist nahezu frei von Verunreinigungen und kann z. B. zum Ansetzen der Regenerierflüssigkeit dienen. Eine weitere Möglichkeit zur Regeneration des erschöpften Ionenaustauschers besteht darin, daß man durch Anlegen eines elektrischen Feldes das Schwefeldioxyd austreibt und dadurch den Ionenaustauscher wieder belebt.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Auswaschen und Gewinnen von Schwefeldioxyd und gegebenenfalls anderen schwach löslichen sauren Gasen aus diese Stoffe enthaltenden Gasgemischen, wie z. B. Rauchgasen, durch Behandeln dieser Gase mit Wasser in einer Waschapparatur, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Schwefeldioxyd und anderen Gasbestandteilen schwach angereicherte Lösung in einer Entgasungsanlage durch Anwendung von Wärme und/oder Vakuum vom Schwefeldioxyd befreit wird und daß die anfallende Lösung, die noch Teile der aus dem Gas aufgenommenen Bestandteile, insbesondere von Schwefeldioxyd, enthält, einem Ionenaustauscher zugeführt und von hier wieder zur Waschapparatur zurückgeleitet wird und die vom Ionenaustauscher aufgenommenen Bestandteile wiedergewonnen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Waschflüssigkeit Wasser verwendet wird, dem eine geringe Menge Alkalien, vorzugsweise Soda, Natronlauge oder Kalziumhydroxyd, zugesetzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gase in einer ersten Waschstufe mit angesäuerter Waschflüssigkeit, z. B. mit wässeriger Schwefelsäure, die nach Anreicherung mit S 02 auf bekannte Weise entgast wird, und in einer zweiten Waschstufe mit schwach alkalischer Lösung, die zur Regenerierung einem Anionenaustauscher zugeführt wird, ausgewaschen werden.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Aufnahme des restlichen Schwefeldioxyds dienenden Ionenaustauscher mit alkalischen Mitteln unter Gewinnung eines Gemisches aus Ammonsulfit und Ammonsulfat behandelt werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ionenaustauscher nach einem an sich bekannten Verfahren unter Anwendung des elektrischen Stromes bei gleichzeitiger Gewinnung von Schwefeldioxyd regeneriert werden.
  6. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Entgasung bei einem Vakuum von 50 bis 200 mm Quecksilbersäule und bei Temperaturen zwischen 40 und 80° C durchgeführt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 578 033; Auszüge deutscher Patentanmeldungen, Vol. 7, 1948, S. 279, 172269 IV b/21 i; Winnacker-Weingärtner, Chemische Technologie, Bd. 1I, 1950, S. 35/36.
DE1954P0011755 1954-04-12 1954-04-12 Verfahren zum Auswaschen und Gewinnen von Schwefeldioxyd und gegebenenfalls anderen schwach loeslichen sauren Gasen Pending DE1030315B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2384714A1 (fr) * 1977-03-25 1978-10-20 Union Carbide Corp Procede d'enlevement des anions sulfo-oxygenes des sels stables a la chaleur dans les solutions d'absorption du gaz sulfureux

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE578033C (de) * 1931-05-12 1933-06-08 Ici Ltd Gewinnung von Schwefeldioxyd aus Gasen

Patent Citations (1)

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