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Niederdruckdampfheizung für Eisenbahnfahrzeuge Für Eisenbahnfahrzeuge
werden im allgemeinen Niederdrückdampfheizungen verwendet. Bei solchen Niederdruckdampfheizungen
erfolgt die Dampfzufuhr von der Hauptdampfleitung des Waggons über ein thermostatisch
gesteuertes Regelventil. Durch den Thermostaten wird hierbei die Dampfzufuhr aus
der Hauptdampfleitung so geregelt, daß am Ende des Heizkörpers der Dampf gerade
in Kondensat übergeht, welches dann an der Austrittsstelle abfließt. Bei Niederdruckdampfheizungen
für kleine Räume, wie z. B. Waggonabteile, kann der gesamte Heizkörper als Thermostat
ausgebildet sein. Hier bietet eine Regelung keine Schwierigkeit, und durch Veränderung
der wirksamen Länge der Stoßstange, beispielsweise durch einen das Widerlager der
Stoßstange des Thermostaten bildenden Exzenter, können verschiedene Heizstufen eingestellt
werden. In der höchsten Reizstufe erfolgt die Einstellung so, daß nahezu der ganze
Thermostatenheizkörper mit Dampf gefüllt ist und am Austrittsende des Thermostatenheizkörpers
gerade kein Dampf austritt und nur Kondensat. drucklos abfließt. In der niedrigsten
Heizstufe ist die Einstellung so gewählt, daß gerade nur am Eintrittsende für den
Dampf sich Dampf befindet, welcher dort kondensiert. Da ein großes Dampfvolumen
nur wenige Tropfen Kondensat ergibt, welche drucklos am Austrittsende abfließen,
ist bei der niedrigsten Heizstufe der größte Teil des Thermostatenheizkörpers mit
Luft, welche durch die Austrittsöffnung eintritt, gefüllt. Innerhalb dieser Grenzen
läßt sich die Regelung durchführen, so daß eine solche, lediglich aus einem Thermostatenheizkörper
bestehende Niederdruckdampfheizung ohne weiteres regelbar ist. Es ist auch bekannt,
den Dampf vom thermostatisch gesteuerten Regelventil über einen vorgeschalteten
Heizkörper zum Thermostatenheizkörper zu führen. In diesem Fall ist die Dampffüllung
des Thermostatenheizkörpers in gleicher Weise verursacht, jedoch ist die niedrigste
Heizstufe dadurch bestimmt, daß an der Stelle, an welcher das Heizmedium aus dem
vorgeschalteten Heizkörper in den Thermostatenheizkörper eintritt, dieses Heizmedium
sich eben noch in Dampfform befindet, da ja andernfalls das den Thermostaten beeinflussende
Vergleichsmedium fehlen würde. Die Regelung funktioniert somit nur so lange, als
der gesamte vorgeschaltete Heizkörper und ein kleinster Teil des Thennostatenheizkörpers
noch mit Dampf gefüllt ist. Die Regelung der Heizstufen erstreckt sich somit nur
auf die Heizfläche des Thermostatenheizkörpers selbst. Es ist daher, wenn eine brauchbare
Regelung der gesamten Heizung möglich sein soll, der Größe der Heizfläche des vorgeschalteten
Heizkörpers eine Grenze gesetzt. Da nur die Heizfläche des Thermostatenheizkörpers
geregelt werden kann und sich diese Regelung nicht auf die TIeizfläche des vorgeschalteten
Heizkörpers erstreckt, wird eine aus einem Therrnostatenheizkörper und c;nern diesem
vorgeschalteten Heizkörper bestehende Niederdruckdampfheizung praktisch unregelbar,
wenn (;e Heizfläche des vorgeschalteten Heizkörpers gegenüber der Heizfläche des
Thermostatenheizkörpers überwiegt. Da in einem solchen Falle eine Heizstufeneinstellung
praktisch wirkungslos ist, wurde bei bekannten Niederdruckdampfheizungen auf eine
Heizstufeneinstellung überhaupt verzichtet, und die! Stoßstange des Thermostaten
wurde bei der Montage so eingestellt, daß ein Austreten und damit Verlust von Dampf
an der Austrittsstelle eben vermieden wird.
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Die Erfindung bezieht sich nun auf eine solche Niederdruckdampfheizung
für Eisenbahnfahrzeuge, bei welcher der Dampf aus der Hauptdampfleitung in das Heizsystem
über ein thermostatisch gesteuertes Regelventil gelangt, welches den Dampfeintritt
in den Heizkörper in Abhängigkeit von der Austrittstemperatur am Ende desselben
regelt. Die Erfindung besteht hierbei im wesentlichen darin, daß das aus dem .L\Tiederdrucledampf
sich bildende Kondensat im Heizsystem unter Überdruck zur Bildung einer regelbaren
Niederdruckdampf-Kondensatheizung angestaut wird, wobei in an sich bekannter Weise
der das Regelventil steuernde Thermostat in Heizstufen einstellbar ist: Hierdurch
wird das aus dem Thermostaten und dem oder den diesem vorgeschalteten Heizkörpern
bestehende Heizsystem zur Gänze mit Kondensat und/ oder Dampf gefüllt gehalten,
und durch die Verstellung der Reizstufen wird nun das Verhältnis zwischen dampfgefülltem
Teil und kondensatgefülltem Teil des Heizsy steins verändert. Durch die Kombination
der Merkmale, daß der das Regelventil steuernde Thermostat
durch
eine Verstellvorrichtung auf verschiedene Heizstufen einstellbar ist und-daß das
Kondensat im Heizsystem angestaut wird, indem die Druckhöhe an der Austrittsstelle
des Kondensats über Atmosphärendruck gehalten wird, wird eine neue Abart einer Niederdruckdampfheizung
_ geschaffen, welche als Niederdruckdampf - Kond,en,satheizung (NKohz) bezeichnet
wird. Dadurch, daß durch den Gegendruck an der Austrittsstelle- der Thermostatenheizkörper
bzw. der Thermostat mit Kondensat gefüllt gehalten und ein Zuritt von Luft verhindert
wird, kann nun die Temperatur des Kondensats zur Heizung und Regelung herangezogen
werden. Die Temperatur des Kondensats im Thermostaten gibt ein Maß dafür, wie weit
die Stelle, an welcher der Dampf in Kondensat übergeht, im Heizsystem bzw. im vorgeschalteten
Heizkörper von der Eintrittsstelle in den Thermostaten. entfernt liegt, und die
Regelung des Dampfeintrittes in das Heizsystem in Abhängigkeit von der Temperatut
des Kondensats im Thermostaten gibt nun die Möglichkeit, die Übergangsstelle von
Dampf in Kondensat im Heizsystem beliebig über die ganze Länge desselben zu verschieben.
Die Erfindung ermöglicht somit die mittlere Heizflächentemperatur des vorgeschalteten
Heizkörpers zu verändern, und es wird dadurch die Möglichkeit geschaffen, eine Niederdruckdampfheizung
mit dem Thermostaten vorgeschaltetem Heizkörper auch bei sehr großer Länge dieses
vorgeschalteten Heizkörpers vollständig regelbar zu machen. Die unterste Heizstufengrenze
ist dadurch bestimmt, wenn gerade noch an der Eintrittsstelle von der Hauptdampfleitung
in das Heizsystem das Heizmedium in Dampfphase vorliegt, während der größte Teil
des Heizsystems mit Kondensat gefüllt ist. In diesem Falle wird die Temperatur des
Kondensats im Thermostaten sehr niedrig sein. Die oberste Heizstufengrenze ist dadurch
bestimmt, wenn am Austrittsende des Thermostaten das Heizmedium aus der Dampfphase
gerade in Kondensat übergeht. Mit diesem Vorteil der vollständigen Regelbarkeit
der Heizleistung des gesamten Heizsystems einer solchen neuartigen Niederdruckdampf-Kondensatheizung
geht nun aber auch der Vorteil einher, daß bei Einstellung auf Heizstufen unterhalb
der höchsten Heizstufe, infolge des Anstauens des Kondensats im Heizsystem auch
die Wärme des Kondensats im Heizsystem nutzbringend ausgewertet wird.
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In Eisenbahnwaggons sind die Heizkörper üblicherweise von Heizrohren
gebildet, welche der Länge nach in dem zu beheizenden Wageninnern liegen. Die erfindungsgemäße
Maßnahme hat nun zur Folge, daß die Temperatur über die Länge dieses Heizrohres
weitgehend variiert. An der Eintrittsstelle wird dieses Heizrohr von Dampf erfüllt,
welcher dann in Kondensat übergeht, dessen Temperatur bis zum Austrittsende ständig
abnimmt. Um diese Temperaturdifferenzen auszugleichen und eine ungefähr gleichmäßige
Temperatur über die gesamte Länge des Heizkörpers zu erhalten, sind Eintrittsstelle
und Austrittsstelle des Heizmediums im Heizsystem einander benachbart, und das die
Eintrittsstelle und Austrittsstelle verbindende- Heizrohr ist in einer Schleife
geführt, deren Zweige nebeneinander verlaufen. Auf diese Weise liegt neben dem heißesten
Heizrohrteil des Heizsystems der kälteste Heizrohrteil. Der Mittelwert der Temperatur
der beiden nebeneinanderliegenden Heizrohrzweige ist dann über die ganze Länge des
Heizkörpers ungefähr gleich. Bei Verwendung mehrerer parallel geschalteter Heizkörper
im Heizsystem kann gemäß der-Erfindung jeder Heizkörper aus einer der Länge nach
in dem zu beheizenden Wageninnern liegenden U-förmigen Rohrschleife bestehen. Auf
diese Weise wird eine gleichmäßige Temperatur der Heizkörper über ihre ganze Länge
bei einer Regelbarkeit dieser Temperatur in weitesten Grenzen erreicht.
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Um nun eine genauere Regelung zu ermöglichen bzw. die Temperatur des
aus den Heizkörpern zum Thermostaten sehr langsam rückströmenden Kondensates genauer
zu erfassen, ist gemäß der Erfindung das Austrittsende des Heizkörpers an das dem
Regelventil abgewendete Ende des rohrförmigen Thermostaten angeschlossen, so daß
die Temperatur des rückströmenden Kondensates nicht durch wärmeleitenden Kontakt
mit dem Dampf in der Entspannungskammer des Regelorgans verfälscht wird.
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Das erfindungsgemäße Anstauen des sich aus dem Niederdruckdampf bildenden
Kondensats im Heizsystem bzw. der hierfür erforderliche Überdruck wird am einfachsten
dadurch erreicht, daß an eine Kondensat führende Leitung hinter dem Thermostaten
eine Steigleitung angeschlossen ist, in die wenigstens ein Nebenheizkörper eingeschaltet
sein kann und/oder die am Ende einen Nutzwasserbehälter aufweisen kann.
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Dadurch, daß nun die Heizkörper auch als Warmwasserheizkörper mit
Kondensat betrieben werden können, sinkt bei gedrosseltem Betrieb das Temperaturniveau
der gesamten Anlage. Bei Heizungen, bei welchen das austretende Kondensat ins Freie
fließt, ist dies belanglos. Wenn aber nun das Kondensat nach Austritt aus dem Heizsystem
noch einem Nebenheizkörper und von dieseni gegebenenfalls einem Nutzwasserbehälter
zugeführt wird, können zur Verhinderung des Einfrierens des zu weit abgekühlten
Kondensates bei ungünstigen Betriebsverhältnissen gemäß der Erfindung zwischen der
Dampfeintrittsstelle und dem Nebenheizkörper Entwässerungsventile vorgesehen sein.
So ist es beispielsweise zweckmäßig, in dem mit dem Austrittsende der Heizkörper
in Verbindung stehenden Raum des Thermostaten ein thermostatisch gesteuertes Entwässerungsventil
vorzusehen, welches bei Erreichen einer vorbestimmten Mindesttemperatur, welche
gerade noch die Förderung des Kondensates zum Nebenheizkörper bzw. zum Nutzwasserbehälter
gewährleistet, beispielsweise bei einer Temperatur von 20° C, öffnet. Es kann auch
in der Entspannungskammer ein Entwässerungsventil vorgesehen sein, welches bei dem
nunmehr durch die Erfindung ermöglichten völligen Abschluß des Regelventils in Abhängigkeit
vom mangelnden Dampfdruck in dieser Entspannungskammer sich öffnet. Dadurch wird
auch vermieden, daß bei einer eventuellen Undichtheit dieses Regelventils Kondenswasser
in die Hauptdampfleitung zurückfließen und dort bei außer Betrieb gesetztem Wagen
einfrieren kann.
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Die Erfindung ermöglicht somit durch Schaffung der Niederdruckdampf-Kondensatheizung
die Vorteile einer Niederdruckdampfheizung in bezug auf den rationellen Betrieb
auszunutzen, ohne die Nachteile der mangelnden Regelbarkeit einer solchen Heizung
zu haben.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles
schematisch erläutert.
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Fig. 1 zeigt das Schema der erfindungsgemäßen Niederdruckdampfheizung,
während Fig. 2 und 3 das Regelorgan in größerem Maßstab darstellen, und zwar zeigt
Fig. 3 einen Schnitt nach Linie III-III der Fig. 1 und Fig. 2 einen Schnitt nach
Linie II-II der Fig. 3;
Fig.4 zeigt an Hand eines Schemas das Prinzip
der erfindungsgemäßen Niederdruckdampfheizung.
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Vorerst sei das Prinzip dieser Heizung an Hand des Schemas der Fig.
4 erläutert. Der Dampfeintritt aus der Hauptdampfleitung wird durch das Ventil a
geregelt, welches durch die Stoßstange b des Thermostaten gesteuert wird. Der Dampf
gelangt nun über die Leitung in in die beiden Zweige c und d des Heizkörpers,
dessen Austrittsende e in das Thermostatengehäuse f mündet. Bei bekannten Einrichtungen
fließt nun das Kondensat durch die Austrittsöffnung g aus dem Thermostatengehäuse
f drucklos ab, so daß sich das Thermostatengehäuse f mit Luft füllt. Eine Regelung
durch die Handeinstellvor richtung j ist somit bei den bekannten Anordnungen nur
so lange möglich, als das Heizmedium in der Eintrittsstelle e aus dem Heizkörper
c, d in das Thermostatengehäuse f noch in Dampfphase vorliegt. Wenn einmal an der
Eintrittsstelle e bereits Kondensat eintritt, fehlt das Vergleichsmedium für die
Regelung, da ja die wenigen Tropfen des Kondensates sofort durch die Austrittsöffnung
g abfließen.
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An der Austrittsöffnung g ist nun bei der erfindungsgemäßen Niederdruckdampfheizung
eine Steigleitung h angeschlossen, durch welche die Druckhöhe an der Austrittsstelle
g über Atmosphärendruck gehalten wird. Es bleibt dadurch das Thermostatengehäuse
f und damit auch der Heizkörper c, d unter allen Umständen mit Kondensat und/oder
Dampf gefüllt, so daß im Thermostatengehäuse f sich stets ein Vergleichsmedium befindet,
welches die Regelung ermöglicht. Bei Einstellung auf die höchste Heizstufe kann
das Thermostatengehäuse f noch mit Dampf gefüllt sein. Wenn die Heizstufe verringert
wird, füllt sich das Thermostatengehäuse f mit Kondensat an, und je nach der eingestellten
Heizstufe rückt bei Verringerung der Heizstufe die Kondensationsstelle im Heizkörper
c, d immer weiter von der Eintrittsstelle e in das Thermostatengehäuse f zur Dampf
eintrittsstelle m von der Hauptdampfleitung zum Heizkörper ab. Wenn durch die Handverstellvorrichtung
j der Thermostat auf eine sehr niedrige Kondensationstemperatur eingestellt wird,
welche beispielsweise annähernd der Raumtemperatur entspricht, kann die Kondensationsstelle
sogar bis zur Eintrittsstelle m in den Heizkörper c, d vorrücken, so daß dann in
diesem Extremfall nahezu der gesamte Heizkörper c, d als Kondensatheizkörper, also
Warmwasserheizkörper wirkt. Bei Einstellung der Handstellvorrichtung j auf mittlere
Heizstufe, in welcher der Heizkörper c, d
zum Teil mit Dampf und zum Teil
mit Kondensat gefüllt ist, oder auch dann, wenn diel Heizstufe, so niedrig gewählt
wird, daß nahezu der ganze Heizkörper c, d mit Kondensat gefüllt ist, wird die Heizflächentemperatur
des Heizkörpers c, d vom Eintrittsende m zum Austrittsende e abnehmen. Infolge der
U-förmigen Lagerung der beiden Zweige c und d des Heizkörpers ist die kälteste Stelle
der heißesten Stelle benachbart, und es ergibt sich, daß das Mittel der Heizflächentemperaturen
der einander benachbarten Teile dieser Zweige c, d über die ganze Länge h bei den
verschiedenen Heizstufen ungefähr gleich ist. Auch bei sehr langen Heizkörpern,
d. h. also wenn die Länge k sehr groß ist, ergibt sich somit in allen Bereichen
der Länge k die ungefähr gleiche Heizleistung.
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Wie aus Fig. 1, dem Schema einer solchen Niederdruckdampfheizung in
einem Eisenbahnwagen, und den Fig. 2 und 3 hervorgeht, gelangt der Dampf aus einem
in die Hauptdampfleitung 1 eingeschalteten Kondenstopf 2 über ein Sieb 3 in die
Ventilkammer 4 und von hier über ein federbelastetes Regelventil 5 in die Entspannungskammer
6. Von der Entspannungskammer 6 führt eine Leitung 7 zu den Heizkörpern, von welchen
einer mit 8 angedeutet ist. Auf der anderen Seite der Entspannungskammer ist eine
weitere Leitung 7 angeordnet, welche zu anderen Heizkörpern führt. Das Eintrittsende
des Heizkörpers 8 ist mit 9 und das Austrittsende mit 10 bezeichnet. An das Austrittsende
ist eine Leitung 11 angeschlossen, welche zu dem dem Regelventil s abgewendeten
Ende 12 eines rohrförmigen Thermostaten führt. Auch hier ist wiederum auf der anderen
Seite eine von einem anderen Heizkörper kommende Leitung 11 angeschlossen. Dieser
Thermostat besteht in bekannter Weise aus einem Dehnungsrohr 13, in welchem eine
aus einem Material geringer Wärmedehnung bestehende Stoßstange 14 angeordnet ist.
Durch den Innenraum 15 im Thermostatenrohr 13 strömt nun das Heizmedium dem ventilseitigen
Ende 16 des Thermostaten zu, von welchem es über eine Leitung 17 einem Nebenheizkörper
18 zugeführt wird. Durch eine zweite Leitung 17 kann das Heizmedium auch einem zweiten
Nebenheizkörper zugeführt werden. - Aus diesem Nebenheizkörper 18 gelangt das Kondensat
über ein Steigrohr 19 in einen Nutzwasserbehälter 20, welcher den Wasserbehälter
einer Abort-und Waschanlage darstellt. Das überschüssige Kondensat fließt über ein
Überlaufrohr 21 aus dem Nutzwasserbehälter 20 ins Freie ab.
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Bei Erwärmung des Thermostaten dehnt sich das Dehnungsrohr 13, die
Stoßstange 14 verkürzt sich relativ zu diesem Dehnungsrohr 13, und das Ventil 5
wird geschlossen. Bei Abkühlung zieht sich das Rohr 13 zusammen, und das Ventil
5 wird geöffnet, so daß Frischdampf dein Hauptheizkörper 8 zugeführt wird. Bei den
bekannten Anordnungen dieser Art ist die Länge der Stoßstange 14 so eingestellt,
daß bei einer Temperatur im Raum 15, welche knapp unter der Dampftemperatur liegt,
die Stoßstange 14 das Ventil 5 öffnet, so daß der gesamte Hauptheizkörper 8 mit
Dampf gefüllt ist. Das Widerlager der Stoßstange 14 ist an dem dem Ventil 5 abgewendeten
Ende des Thermostaten durch ein Verstellorgan einstellbar. Dieses Verstellorgan
besteht aus einem Exzenterbolzen 22, auf dessen Vierkant 23 ein Stellhebel 24 aufgesetzt
ist, der von einer Stange 25 mittels eines auf einen Vierkant 26 aufgesetzten Schlüssels
verschwenkt werden kann. Durch diesen Exzenterbolzen 22, auf dessen exzentrischem
Teil 27 das Widerlager 28 der Stoßstange 14 gelagert ist, kann nun die Stoßstange
14 beliebig eingestellt werden, so daß die Öffnung des Ventils 5 bei jeder beliebigen
Temperatur erreicht werden kann. Wenn hierbei die Stoßstange 14 völlig nach links
gezogen wird, so wird die Stoßstange 14 so weit verkürzt, daß auch bei tiefster
Temperatur das Ventil 5 geschlossen bleibt und somit gleichzeitig auch als Absperrventil
wirkt.
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Je nach der Einstellung der Stellvorrichtung bzw. des Hebels 24 mit
dem Exzenterbolzen 22 kann nun die Temperatur, bei welcher das Ventil s öffnet,
so verändert werden, daß der Hauptheizkörper 8 teilweise oder zur Gänze mit Kondensat
gefüllt wird. Die Kondensationszone im Heizkörper 8 kann von der Austrittsstelle
10 bis zur Eintrittsstelle 9 wandern, so daß gegebenenfalls auch der ganze Hauptheizkörper
8 als Warmwasserheizkörper betrieben werden kann.
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Sobald der Hauptheizkörper 8 nicht zur Gänze als Dampfheizkörper betrieben
wird, nimmt seine Temperatur
in starkem Maße von der Eintrittsstelle
9 bis zur Austrittsstelle 10 ab. Dies wird dadurch ausgeglichen, daß die beiden
Leitungszweige 8' und 8" nebeneinander verlaufen, wobei Eintrittsende 9 und Austrittsende
10 einander benachbart sind. Es liegt somit die heißeste Stelle dieses Hauptheizkörpers
8, das ist die Eintrittsstelle 9, neben der kältesten Stelle desselben, nämlich
der Austrittsstelle 10, und es liegt bei dieser Ausbildung des Hauptheizkörpers
8 als U-förmige Rohrschleife über die ganze Länge dieses Heizkörpers stets eine
kältere Stelle im Leitungszweig 8" neben einer wärmeren Stelle im Leitungszweig
8', so daß die Gesamttemperatur dieser beiden nebeneinanderliegenden Stellen 8"
und 8' über die ganze Länge des Hauptheizkörpers 8 ungefähr gleich ist. Auf diese
Weise wird, auch wenn sich dieser Hauptheizkörper 8 entlang des ganzen Waggons erstreckt,
im ganzen Bereich dieses Hauptheizkörpers die gleiche Temperatur auftreten.
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Wie die Zeichnung zeigt, ist das Austrittsende 10 des Hauptheizkörpers
8 über eine Leitung 11 an das dem Ventil 5 abgewendete Ende 12 des Thermostaten
angeschlossen, während die Leitung 17, über welche das Kondensat dem Nebenheizkörper
18 zugeführt wird, an das ventilseitige Ende desselben angeschlossen ist. Dies hat
den Vorteil, daß das aus dem Austrittsende 10 in den Innenraum 15 des Thermostaten
eintretende Heizmedium nicht durch Kontakt mit der Entspannungskammer 6 aufgewärmt
wird, so daß die Temperatur desselben nicht verfälscht und damit die Regelung genauer
abgestimmt wird. Daß nun das Heizmedium nach Durchströmen des Raumes 15 des Thermostaten
vor Eintritt in die Leitung 17 durch Wärmeleitung mit der Entspannungskammer 6 aufgewärmt
wird, kann die Wirkung des Thermostaten nicht mehr stören.
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Bei gedrosseltem Betrieb kann nun das Temperaturniveau sehr stark
herabgesenkt werden, und es ist zu beachten, daß das durch den Raum 15 des Thermostaten
geführte Kondensat noch einen verhältnismäßig weiten Weg über die Leitung 17 und
den Nebenheizkörper 18 bis zum Nutzwasserbehälter 20 zurücklegen muß. Um auch bei
ungünstigen Betriebsverhältnissen eine Frostgefahr auf diesem Weg zu vermeiden,
ist es vorteilhaft, den Nebenheizkörper 18 auszuschalten und das Kondensat direkt
ins Freie abzuführen, wenn das Temperaturniveau zu tief absinkt. Zu diesem Zweck
ist ein thermostatisch gesteuertes Entwässerungsventil 29 in dem mit dem Austrittsende
des Hauptheizkörpers 8 in Verbindung stehenden Raum des Thermostaten, und zwar im
vorliegenden Fall im Raum 16 desselben vorgesehen. Bei Erreichen einer vorbestimmten
niederen Temperaturgrenze stößt ein Flansch 30, welcher über eine Stange 31 und
den das Ventil s betätigenden Schwenkhebel 32 mit der Thermostatenstange 14 in Verbindung
steht, an einen Zapfen 33 des Entwässerungsventilkegels 29 und hebt diesen von seinem
Sitz ab, so daß das Kondensat ins Freie fließen kann. Die Temperaturgrenze, bei
welcher dieses Entwässerungsventil 29 öffnet, kann entsprechend niedrig, beispielsweise
mit 20° C eingestellt werden. Die Einstellung kann durch Verschrauben des Flansches
30 auf dem Gewinde 34 der Stange 31 erfolgen.
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In der Entspannungskammer 6 ist überdies noch ein Entwässerungsventil
vorgesehen, welches von einem Schwerkraftventil gebildet ist. Die Kugel 35 dieses
Schwerkraftventils wird durch den Dampfdruck auf die Austrittsöffnung 36 gedrückt
und fällt von dieser Öffnung ab, wenn kein Dampfdruck in der Entspannungskammer
6 auftritt bzw. wenn dieser Dampfdruck unter eine bestimmte Grenze, beispielsweise
unter 0,2 atü fällt. Um nun auch bei einem geringen Dampfeintritt durch das Regelventil
5 dieses Schwerkraftventil 35, 36 sofort zu schließen, sind Drosselblenden 37 mit
einer Drosselöffnung 38 zwischen der Entspannungskammer 6 und den Leitungen 7 eingesetzt,
wodurch bewirkt wird, daß auch der Dampfdruck im Raum 6 schlagartig ansteigt.
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Eine Kugel 39 und eine Öffnung 40 in der Ventilkammer 4 stellen ein
zusätzliches Schwerkraftventil dar, welches bei Druckloswerden der Hauptdampf-Leitung
bzw. bei Unterschreiten eines Mindestdruckes von beispielsweise 0,2 atü öffnet und
auf diese Weise bei Außerbetriebsetzung der Hauptdampf-Leitung 1 diese Hauptdampfleitung
sowie den Kondenstopf 2 und die Ventilkammer 4 entleert.