DE1028332B - Verfahren zur Verguetung von Polyaethylen, das nach dem Niederdruckverfahren hergestellt worden ist - Google Patents
Verfahren zur Verguetung von Polyaethylen, das nach dem Niederdruckverfahren hergestellt worden istInfo
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Description
Es ist bekannt, daß man halogenhaltigen Kunststoffen, die bei der Verarbeitung höherer Temperaturen dazu
neigen, Halogen abzuspalten, geringe Mengen Stabilisierungsmittel zusetzt, die sowohl die Abspaltung von
Halogen zurückdrängen als auch abgespaltenes Halogen binden und dadurch unschädlich machen.
Es ist ferner bekannt, Stearin-, Öl-, Linolen-, Carnauba- und Palmitinsäure, Ester dieser Säuren mit mehrbasischen
Alkoholen und Metallsalze dieser Säuren als Zusätze zu Polyäthylen zu verwenden. Diese Zusätze dienen zur
Herabsetzung der Haftfestigkeit von plastifiziertem Polyäthylen auf Metallwalzen und ermöglichen ein kontinuierliches
Verfahren zur Herstellung von Kalanderfolien aus Hochdruckpolyäthylen.
Ferner werden bei den obengenannten, bekannten Verfahren Antioxydantien, wie in fetten Ölen lösliche Phenolharze,
Diphenylamin, Phenyl-jS-naphthylamin, Hydrochinon
und Phenole mit einem Molekulargewicht über 200, als Zusätze zu Hochdruckpolyäthylen beschrieben.
Diese Zusätze hemmen die Oxydation großflächiger Folien aus Hochdruckpolyäthylen bei den höheren Temperaturen
während der Herstellung auf dem Kalander.
Weiterhin ist bekannt, Zinkstearat zur Herabsetzung der Oberflächenspannung geschmolzenem Polyäthylen
zuzusetzen, wobei eine Verbesserung der Spritzfähigkeit beim Flammenspritzen erreicht wird. Infolge der geringeren
elektrostatischen Aufladungen des Kunststoffpulvers wird dabei gleichzeitig die Rieselfähigkeit des
Pulvers verbessert.
Bei den im folgenden beschriebenen bekannten Antioxydantien für Polyäthylen besteht die stabilisierende
Wirkung darin, daß eine stärkere Oxydation bei den Verarbeitungstemperaturen verhindert wird und dadurch
keine Verschlechterung in den gewünschten Eigenschaften des Polyäthylens eintritt.
So ist es bekannt, Phenole mit einem Molekulargewicht über 250 und bzw. oder sekundäre und tertiäre aromatische
Amine als stabilisierende Zusätze zu Polyäthylen zu verwenden. Sie werden zur Erniedrigung der Viskosität
von geschmolzenem Polyäthylen und geringen Veränderungen des dielektrischen Verlustfaktors bei der Herstellung
von Materialien, die in der Hochfrequenztechnik Verwendung finden, benutzt. In diesem Falle handelt es
sich ausschließlich um Stoffe mit Antioxydantiencharakter, die eine starke Oxydation des Polyäthylens bei den
Verarbeitungstemperaturen und die damit einhergehende Erhöhung des Verlustfaktors vermeiden. Die Angaben
beziehen sich auf Äthylenpolymerisate, die durch Polymerisation von Äthylen unter hohen Drücken oder durch
Mischung solcher Polymerisate mit Polyisobutylen oder anderen gummiartigen Stoffen erhalten werden.
In den obengenannten, bekannten Verfahren sind jeweils Zusätze beschrieben, die die Eigenschaften des verwendeten,
nach dem Hochdruckverfahren hergestellten Verfahren zur Vergütung von Polyäthylen,
das nach dem Niederdruckverfahren
hergestellt worden ist
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft
vormals Meister Lucius & Brüning,
Frankfurt/M., Brüningstr. 45
Dr. Ernst Stärk, Dr. Erhard Grams, Frankfurt/M.-Höchst,
und Werner Sommer, Frankfurt/M.-Zeilsheim,
sind als Erfinder genannt worden
Polyäthylens beeinflussen. Das bisher bekannte PoIyäthylen
ist in seinen Eigenschaften, wie Kristallitschmelzpunkt u. dgl., aber grundsätzlich verschieden von
dem Polyäthylen, das nach dem Niederdruckverfahren hergestellt wird.
Es ist deshalb für die Technik vorteilhaft, in bestimmten
Fällen das nach dem Niederdruckverfahren hergestellte Polyäthylen anzuwenden.
Nach dem Niederdruckverfahren hergestelltes Polyäthylen, also ein nicht halogenhaltiger Kunststoff, mit
einem Kristallitschmelzpunkt über 115° C enthält immer
noch Spuren von Katalysatorresten, die sich nur äußerst schwierig unter großem Zeit- und Arbeitsaufwand entfernen
lassen. In diesen nicht zum Stand der Technik gehörenden Vorschlägen ist beschrieben, daß man Äthylen
unter vergleichsweise milden Druck- und Temperaturbedingungen mit Mischungen aus metallorganischen Verbindungen
und Salzen der Elemente Ti, Zr, Hf, V, Nb, Cr, Mo, Wo, Th und U polymerisieren kann. Die nach diesem
Verfahren hergestellten Polyäthylene werden als Niederdruckpolyäthylene bezeichnet.
Unter den bei der Verarbeitung des Niederdruckpolyäthylens erforderlichen hohen Temperaturen machen sich
die geringen, im Endprodukt verbleibenden Katalysatorreste durch eine mehr oder minder starke Gelb- bzw.
Braunfärbung der Plastifikate bemerkbar, selbst wenn man von reinem, weißem pulverförmigen Ausgangsmaterial
ausgeht.
Unter diesem Gesichtspunkt ist es für die Verwendung der technischen, nach dem Niederdruckverfahren hergestellten
Polyäthylene wichtig, den verfärbenden Einfluß
709 960/436
werden. Dies ist vor allem bsi der Verarbeitung auf Knetern, Schneckenpressen, Walzen und in Spritzgußmaschinen
von besonderer Bedeutung, weil dadurch nicht nur Werkstoffkosten, sondern auch die Zeit für die
5 Reinigung korrodierter Teile erspart werden. Es kann beispielsweise bei der Spritzguß verarbeitung ohne Störung
mit hochglanzpolierten Stahlformen gearbeitet werden, während sonst Korrosionsschutzbeläge, wie Chromüberzüge,
notwendig sind, die teuer sind und außerdem noch
da es nunmehr möglich ist, die guten Eigenschaften der Niederdruckpolymerisate des Äthylens voll zur Geltung
kommen zu lassen.
Zu beachten ist außerdem, daß die genannten Zusätze eine beachtliche Verbesserung des Fließverhaltens des
Niederdruckpolyäthylens bei der Verarbeitung mit sich bringen, so daß teilweise zu tieferen Verarbeitungstemperaturen
übergegangen und somit schonender gearbeitet
der im Polyäthylen noch, vorhandenen Katalysatorreste
zu beseitigen.
Es wurde nun gefunden, daß man Polyäthylen, das nach Niederdruckverfahren hergestellt worden ist, dadurch
vergüten kann, daß man den Polymerisaten Verbindungen von Metallen der II. bis IV. Gruppe des Periodischen
Systems mit anorganischen Säuren oder mit organischen Säuren, die eine Kettenlänge von 8 bis 24 Kohlenstoffatomen
haben, zusetzt.
Die erfindungsgemäße Vergütung der Polymerisate io die Gefahr des Absplitterns aufweisen,
wirkt sich beispielsweise darin aus, daß eine Verfärbung Es war nicht zu erwarten und ist durch die bekannten
der Polymerisate gehemmt oder völlig zum Verschwinden Verfahren nicht nahegelegt, daß gemäß der Erfindung
gebracht wird, wobei erwähnt sei, daß technisch wichtig eine Vergütung, insbesondere die Erhaltung der ursprüngdie
Beseitigung der Verfärbung bei ungefärbtem, beson- lieh hellen Farbe und eine Geruchsbeseitigung bei der
ders aber bei gefärbtem Material ist, weil sonst uner- *5 Verarbeitung der nach dem Niederdruckverfahren herwünschte
Farbtöne oder gar Farbumschläge oder -ver- gestellten Polyäthylene bewirkt würde. Möglicherweise
schlechterungen auftreten. liegt das unterschiedliche Verhalten der nach verschiede-
AIs erfindungsgemäß wirksame Zusätze zu den Poly- nen Verfahren erhaltenen Polyäthylene, die anschließend
merisaten kommen vorzugsweise in Frage: Basisches mit ähnlichen Zusätzen kombiniert werden, daran, daß
Bleisulfat, -stearat, -phthalat, -phosphat, -carbonat, Ge- a° beim Hochdruckpolyäthylen durch die Zusätze die
mische von Blei-orthosilikaten, Bariumrizinolat, Barium- relativ niedermolekularen oder teilweise gecrackten Be-Cadmium-Laurat,
Cadmiumstearat, -2-äthylhexoat, -lau- standteile des polymerhomologen Gemisches beeinflußt
rat, Calciumstearat, -oleat, -rizinolat, -carbonat, -oxyd, werden, während bei der erfindungsgemäßen Vergütung
Strontium-Zinn-Laurat, Dibutyl-Zinn-Laurat. eine Beeinflussung der Katalysatorbeimengungen des
Im allgemeinen sind die Stearate am wirksamsten. 25 Polymerisatgemisches stattfindet. Durch die vorliegende
Teilweise zeigen auch die "Oxyde der genannten Metalle Erfindung wird die Technik außerordentlich bereichert,
eine gute Wirkung.
Die genannten Verbindungen sind als Stabilisierungsmittel bei Kunststoffen, die Chlor im Molekül enthalten,
bekannt. Im vorliegenden Falle handelt es sich aber um 30 Niederdruckpolyäthylen, das kein Chlor im Molekülverband
besitzt.
Es geht hier um ein gänzlich andersartiges Problem,
nämlich um die Hemmung oder die Aufhebung der Wirksamkeit der von der Herstellung noch im Kunststoff vor- 35 werden kann. Bei der Verarbeitung auf Schneckenpressen handenen Katalysatorspuren, die ihre Wirksamkeit erst kann durch solche Zusätze eine Leistungssteigerung bis bei den zur Verarbeitung erforderlichen höheren Tem- zu 100 % und darüber erreicht werden, peraturen entfalten. Auch die Klarheit bzw. die Durchsichtigkeit der Form-
nämlich um die Hemmung oder die Aufhebung der Wirksamkeit der von der Herstellung noch im Kunststoff vor- 35 werden kann. Bei der Verarbeitung auf Schneckenpressen handenen Katalysatorspuren, die ihre Wirksamkeit erst kann durch solche Zusätze eine Leistungssteigerung bis bei den zur Verarbeitung erforderlichen höheren Tem- zu 100 % und darüber erreicht werden, peraturen entfalten. Auch die Klarheit bzw. die Durchsichtigkeit der Form-
Es ist ferner aus der deutschen Patentschrift 847 491 körper aus Niederdruckpolyäthylen wird durch einige der
bekannt, Metall-Chelatverbindungen als stabilisierende 40 beschriebenen Zusätze erheblich verbessert. Das EinZusätze
für Hochdruckpolyäthylen zu verwenden. bringen der Zusatzstoffe in das Polymerisat geschieht in
Demgegenüber ist das erfindungsgemäße Verfahren durch die Verwendung von Metallsalzen anorganischer
und aliphatischer Säuren mit einer Kettenlänge von 8 bis 24 Kohlenstoffatomen als Stabilisatoren abgegrenzt. Es 45
bestehen also hier, sowohl hinsichtlich des zu vergütenden Stoffes (Niederdruckpolyäthylen, das mit Hilfe besonderer
Katalysatoren hergestellt wird) als auch in bezug auf das Vergütungsmittel, große Unterschiede.
Ferner wurde bei der Durchführung des erfindungsge- 5° mit 1 % Calciumstearat und speist mit der Mischung die
mäßen Verfahrens noch festgestellt, daß durch die ge- Schneckenpresse. Das auf der Schneckenpresse hergenannten
Zusätze sich auch ein sonst während der Ver- stellte Band wird granuliert und dann auf Spritzgußmaarbeitung
bei höheren Temperaturen auftretender, sehr schinen zu Formkörpern verformt. Bei Temperaturen über
störender, charakteristischer Geruch des Niederdruck- 2200C, wie sie für die Verarbeitung notwendig sind, um
polyäthylens und daraus hergestellter Formkörper, wie 55 eine genügend niedrige Schmelzviskosität des Materials
Flaschen, Rohre und besonders aber der Spritzgußgegen- zu erhalten, treten die als nachteilig erwähnten Störungen,
stände, verhindern läßt. Der erwähnte Geruch kann teil- wie Verfärbung, Geruchsbelästigung und ferner Korroweise
unter bestimmten Verarbeitungsbedingungen so sionserscheinungen an den mit der Polyäthylenschmelze
lästig werden, daß eine technische Verarbeitung des in Berührung stehenden Metallteilen, nicht auf. Calcium-Niederdruckpolyäthylens
in Frage gestellt sein kann. Für 60 stearat weist außerdem den Vorteil auf, daß es für die
eine völlige Verhinderung dieser Geruchsbelästigung sind Verarbeitung zu Hausratsgegenständen und ähnlichen
wechselnde Mengen der obengenannten einzelnen Zusätze erforderlich, die auf Grund einfacher Handversuche von
Fall zu Fall leicht ermittelt werden können. Vorzugsweise
kommt man mit 0,02 bis 3 % der Zusatzstoffe, bezogen 65
auf das Polymerisat, aus.
Fall zu Fall leicht ermittelt werden können. Vorzugsweise
kommt man mit 0,02 bis 3 % der Zusatzstoffe, bezogen 65
auf das Polymerisat, aus.
Ferner zeigt sich, daß bei dem Verfahren gemäß der Erfindung auch die bei der Verarbeitung auftretenden
Korrosionen des mit dem heißen Niederdruckpolyäthylen
an sich bekannter Weise auf der Schneckenpresse, einer Walze oder in einem Kneter, wobei diskontinuierlich oder
kontinuierlich gearbeitet werden kann.
Man mischt pulverförmiges Niederdruckpolyäthylen, das beispielsweise nach den obengenannten Verfahren
hergestellt worden war, durch Rollen, Rühren oder Düsen
Gegenständen in physiologischer Hinsicht unbedenklich ist.
Man vermischt das auf der Walze plastifizierte Niederdruckpolyäthylen
mit 0,8% Dibutyl-Zinn-Laurat, setzt dann einen Farbstoff hinzu und verwalzt unter guter
Durchmischung das Gemisch etwa 7 Minuten. Das Walz
in Berührung stehenden Metalls stark zurückgedrängt 70 fell wird sodann abgezogen und granuliert. Das Granulat
wird danach durch die Schneckenpresse geschickt und nach den üblichen Verfahren zu Flaschen, Folien und
ähnlichen Gebilden verblasen. Auch in diesem Fall treten keine Störungen, wie Farbänderungen, Geruchsbelästigung
und Korrosionserscheinungen an den mit dem plastifizierten Niederdruckpolyäthylen in Berührung stehenden
Metallteilen, auf.
Claims (2)
1. Verfahren zur Vergütung von Polyäthylen, das nach dem Niederdruckverfahren hergestellt worden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß man den Polymerisaten Verbindungen von Metallen der II. bis IV.
Gruppe des Periodischen Systems mit anorganischen Säuren oder mit organischen Säuren, die eine Kettenlänge
von 8 bis 24 Kohlenstoffatomen haben, in an sich bekannter Weise einverleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man 0,02 bis 3% Metallverbindung,
bezogen auf das Polymerisat, verwendet.
ίο In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 847 491;
britische Patentschrift Nr. 713 200;
französische Patentschrift Nr. 1 073 862.
britische Patentschrift Nr. 713 200;
französische Patentschrift Nr. 1 073 862.
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- NL NL206014D patent/NL206014A/xx unknown
- BE BE546741D patent/BE546741A/xx unknown
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- 1956-04-03 CH CH342370D patent/CH342370A/de unknown
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