DE10256344A1 - Luftdüsenspinnvorrichtung - Google Patents
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Abstract
Eine Luftdüsenspinnvorrichtung zum Herstellen eines gesponnenen Fadens enthält eine Wirbelkammer, die ein Stapelfaserverband durchläuft. In diese Wirbelkammer mündet wenigstens ein Druckluftkanal. Dieser ist als Düsenschlitz ausgebildet, der in einem Düsenkörper angeordnet ist und in einer zur Laufrichtung des Stapelfaserverbandes radialen Ebene liegt. Der Düsenschlitz wird durch eine Stirnfläche einer Abdeckung zu dem genannten Druckluftkanal vervollständigt. In unmittelbarem Anschluss an die Mündung weist die Abdeckung eine in Laufrichtung des Stapelfaserverbandes geneigte schräge Luftumlenkfläche auf, die vorzugsweise als konische Ringfläche ausgebildet ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Luftdüsenspinnvorrichtung zum Herstellen eines gesponnenen Fadens aus einem Stapelfaserverband, der eine Wirbelkammer durchläuft, in welche wenigstens ein eine düsenartige Mündung aufweisender Druckluftkanal mündet, der als in einem Düsenkörper angeordneter, in einer zur Laufrichtung des Stapelfaserverbandes radialen Ebene liegender Düsenschlitz ausgebildet ist, der durch eine Stirnfläche einer Abdeckung zu dem Druckluftkanal vervollständigt ist.
- Eine Luftdüsenspinnvorrichtung dieser Art ist durch die
DE 37 32 708 A1 Stand der Technik. In dieser Druckschrift sind hinsichtlich der Lage von Druckluftkanälen zwei Varianten offenbart. Bei der einen Variante, von welcher im Oberbegriff der vorliegenden Patentanmeldung ausgegangen wird, liegen mehrere Druckluftkanäle in einer zur Laufrichtung des Stapelfaserverbandes radialen Ebene. Die auf den Stapelfaserverband auftreffende Druckluft muss dann abrupt umgelenkt werden, wobei es mehr oder weniger dem Zufall überlassen ist, ob die Luftströmung in oder entgegen der Laufrichtung geht. Bei der anderen Variante sind die Druckluftkanäle in Laufrichtung des Stapelfaserverbandes dadurch geneigt, dass die Düsenschlitze sich in Kegelflächen befinden und durch zugeordnete Kegelflächen abgedeckt werden. Hier besteht die Gefahr mangelnder Abdichtung, da die einander zugeordneten Kegelflächen nie frei von Toleranzen sind. - Üblicherweise werden bei nicht gattungsgemäßen Luftdüsenspinnvorrichtungen die Druckluftkanäle gebohrt. Gegenüber dieser Ausführung hat die eingangs erwähnte Luftdüsenspinnvorrichtung den Vorteil einer sehr einfachen Herstellung, da in einem Düsenkörper in sehr einfacher Weise mit sehr hoher Genauigkeit Düsenschlitze durch Fräsen erzeugt werden können, die anschließend durch eine Anlagefläche abgedeckt und dadurch zu Druckluftkanälen vervollständigt werden. Da derartige Druckluftkanäle vor dem Zusammenbau freiliegen, können sie in einfacher Weise bezüglich ihrer Genauigkeit überprüft und gegebenenfalls nachgearbeitet werden. Bei dieser Überprüfung können auch fehlerhafte Teilstücke aussortiert werden. Das Herstellen solcher Düsenschlitze ist aber nicht auf das Fräsen beschränkt, sondern kann beispielsweise auch durch einen Prägevorgang erfolgen.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, für eine Luftdüsenspinnvorrichtung die benötigten Luftdruckkanäle im Grundsatz wie beim eingangs genannten Stand der Technik herzustellen, jedoch gleichzeitig dafür zu sorgen, dass bei guter Abdichtung zugleich auch eine Strömungskomponente in Laufrichtung des Faserverbandes gerichtet ist.
- Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Abdeckung in unmittelbarem Anschluss an die Mündung eine in Laufrichtung des Stapelfaserverbandes geneigte schräge Luftumlenkfläche aufweist.
- Da von Düsenschlitzen ausgegangen wird, die in einer radialen Ebene zur Laufrichtung des Stapelfaserverbandes verlaufen, kann die Stirnfläche der Abdeckung und die ihr zugeordnete Fläche des Düsenkörpers jeweils eine plane Fläche sein, so dass es keine Dichtungsprobleme gibt. Zusätzlich ist dafür Sorge getragen, dass die Druckluft im Anschluss an die Mündung des wenigstens einen Druckluftkanales in Laufrichtung des Stapelfaserverbandes umgelenkt wird, so dass eindeutige Strömungsverhältnisse vorherrschen.
- Die erfindungsgemäß ausgebildeten Druckluftkanäle lassen sich vorteilhaft bei Luftdüsenspinnvorrichtungen anwenden, die beispielsweise entsprechend der
EP 12 17 109 A2 gestaltet sind. - Vorteilhaft ist die Luftumlenkfläche als den Stapelfaserverband umgebende konische Ringfläche ausgebildet. Auf diese Weise lässt sich die Luftumlenkfläche besonders einfach herstellen. Dabei ist es günstig, wenn eine Mehrzahl von Mündungen tangential gegen die Ringfläche gerichtet ist. Dies führt nicht nur zu einer guten Drehungserteilung für den ersponnenen Faden, sondern hat auch den Vorteil eines verlängerten Umlenkweges für die Druckluft, da diese an der Luftumlenkfläche zunächst mit einer Komponente in Umfangsrichtung der Ringfläche gerichtet ist.
- Die Ringfläche selbst kann sehr flach und schmal sein. So hat es sich gezeigt, dass es genügt, wenn die Konizität der Ringfläche gegenüber der radialen Ebene zwischen 10° und 20° liegt. Es hat sich ferner gezeigt, dass die Länge der Luftumlenkfläche in der Größenordnung der Breite der Düsenschlitze liegen kann.
- Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.
- Es zeigen:
-
1 in etwa zehnfacher Vegrößerung einen Axialschnitt durch eine erfindungsgemäße Luftdüsenspinnvorrichtung, -
2 in gegenüber1 verkleinerter, jedoch gegenüber der Originalgröße dennoch vergrößerter Darstellung einen Schnitt längs der Schnittfläche II-II der1 durch einen Düsenkörper, -
3 in einem der2 entsprechenden Größenverhältnis eine Ansicht in Richtung des Pfeiles III der1 auf eine erfindungsgemäße Abdeckung, -
4 einen Schnitt durch diese Abdeckung längs der Schnitffläche IV-IV der3 . - Die
1 zeigt eine Luftdüsenspinnvorrichtung, mit der einem durch einen Zuführkanal1 zugeführten losen Stapelfaserverband2 in einer Wirbelkammer3 eine Drehung erteilt wird, so dass ein gesponnener Faden4 entsteht, der durch einen Fadenabzugskanal5 abgezogen wird. Der Stapelfaserverband2 kann von einem Streckwerk oder einem anderen Verzugsaggregat kommen. Eine Fluideinrichtung erzeugt in der Wirbelkammer3 durch Einblasen von Druckluft durch tangential in die Wirbelkammer3 mündende Druckluftkanäle6 eine Wirbelströmung. Die aus den Mündungen7 der Druckluftkanäle6 austretende Druckluft wird durch einen Abluftkanal8 abgeführt, wobei dieser einen um den Fadenabzugskanal5 angeordneten ringförmigen Querschnitt um ein spindelförmiges stationäres Bauteil9 herum aufweist. - Nach der Auslassöffnung
10 des Zuführkanals1 ist als Drallsperre eine Kante11 einer Faserführungsfläche12 angeordnet, die exzentrisch zum Fadenabzugskanal5 im Bereich von dessen Einlassöffnung13 angeordnet ist. - In der Luftdüsenspinnvorrichtung werden die zu verspinnenden Fasern einerseits im Stapelfaserverband
2 gehalten und so von der Auslassöffnung10 des Zuführkanals1 im Wesentlichen ohne Drehungserteilung in den Fadenabzugskanal5 geführt. Andererseits sind die Fasern aber im Bereich zwischen Zuführkanal1 und Fadenabzugskanal5 der Wirkung der Wirbelströmung ausgesetzt, durch die sie oder mindestens ihre Endbereiche von der Einlassöffnung13 des Fadenabzugskanals5 radial hinweg getrieben werden. Die mit dem beschriebenen Verfahren hergestellten Fäden4 zeigen denn auch einen Kern von im Wesentlichen in Fadenlängsrichtung verlaufenden Fasern oder Faserbereichen ohne wesentliche Drehung und einen äußeren Bereich, in welchem die Fasern oder Faserbereiche um den Kern herum gedreht sind. - Dieser Fadenaufbau kommt nach einer modellhaften Erklärung dadurch zu Stande, dass vorlaufende Enden von Fasern, insbesondere solche, deren nachlaufende Bereiche noch stromaufwärts im Zuführkanal
1 gehalten werden, im Wesentlichen direkt in den Fadenabzugskanal5 gelangen, dass aber nachlaufende Faserbereiche, insbesondere wenn sie im Eingangsbereich des Zuführkanals1 nicht mehr gehalten werden, durch die Wirbelbildung aus dem Stapelfaserverband2 gezogen und dann um den entstehenden Faden4 gedreht werden. - Jedenfalls sind Fasern zu einem gleichen Zeitpunkt sowohl im entstehenden Faden
4 eingebunden, wodurch sie durch den Fadenabzugskanal5 gezogen werden, als auch der Wirbelströmung ausgesetzt, die sie zentrifugal, also von der Einlassöffnung13 des Fadenabzugskanals5 hinweg, beschleunigt und in den Abluftkanal8 abzieht. Die durch die Wirbelströmung aus dem Stapelfaserverband2 gezogenen Faserbereiche bilden einen in die Einlassöffnung13 des Fadenabzugskanals5 mündenden Faserwirbel, dessen längere Anteile sich spiralartig außen um das spindelförmige Bauteil9 winden und in dieser Spirale entgegen der Kraft der Strömung im Abluftkanal8 gegen die Einlassöffnung13 des Fadenabzugskanals5 gezogen werden. - Unter zur
1 ergänzender Hinzunahme der2 ,3 und4 werden nachfolgend die Druckluftkanäle6 näher beschrieben. - Gemäß dem in den genannten Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel gibt es pro Luftdüsenspinnvorrichtung insgesamt vier Druckluftkanäle
6 , die jeweils mit Mündungen7 versehen sind und, wie am besten aus2 ersichtlich, tangential in die Wirbelkammer3 gerichtet sind. Diese Druckluftkanäle6 sind gemäß1 und2 als Düsenschlitze15 in einen Düsenkörper14 eingearbeitet und gemäß1 ,3 und4 durch eine Stirnfläche16 einer Abdeckung17 zu den Druckluftkanälen6 vervollständigt. Die Düsenschlitze15 verlaufen in einer zur Laufrichtung A des Stapelfaserverbandes2 radialen Ebene E, siehe hierzu1 . - Ein den Düsenkörper
14 radial umgebender Ringraum18 ist in nicht dargestellter Weise an eine Druckluftquelle angeschlossen. Über in die Außenkontur eingearbeitete axiale Aussparungen19 des Düsenkörpers14 gelangt die Druckluft dann von dem Ringraum18 zu den einzelnen Druckluftkanälen6 . Nach außen hin ist der Ringraum18 durch eine Wandung eines Gehäuses20 abgedichtet. - Erfindungsgemäß weist die Abdeckung
17 in unmittelbarem Anschluss an die Mündungen7 eine in Laufrichtung A des Stapelfaserverbandes2 geneigte schräge Luftumlenkfläche21 auf. Obwohl also die Düsenschlitze15 dadurch, dass sie in der radialen Ebene E liegen, sehr einfach gefertigt werden können, wird die aus den Mündungen7 austretende Druckluft durch die Luftumlenkfläche21 in Laufrichtung A des Faserverbandes2 umgeleitet. Wie ersichtlich, ist die Luftumlenkfläche21 dabei als konische Ringfläche22 ausgebildet, die den Stapelfaserverband2 umgibt und gegen die eine Mehrzahl von Mündungen7 tangential gerichtet ist. - Wie insbesondere aus den
2 und4 zu erkennen ist, ist die Konizität α der Ringfläche22 gegenüber der radialen Ebene E relativ gering und liegt im Bereich zwischen 10° und 20°. Die Länge L der Luftumlenkfläche21 liegt in der Größenordnung der Breite B der Düsenschlitze15 .
Claims (5)
- Luftdüsenspinnvorrichtung zum Herstellen eines gesponnenen Fadens aus einem Stapelfaserverband, der eine Wirbelkammer durchläuft, in welche wenigstens ein eine düsenartige Mündung aufweisender Druckluftkanal mündet, der als in einem Düsenkörper angeordneter, in einer zur Laufrichtung des Stapelfaserverbandes radialen Ebene liegender Düsenschlitz ausgebildet ist, der durch eine Stirnfläche einer Abdeckung zu dem Druckluftkanal vervollständigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (
17 ) in unmittelbarem Anschluss an die Mündung (7 ) eine in Laufrichtung (A) des Stapelfaserverbandes (2 ) geneigte schräge Luftumlenkfläche (21 ) aufweist. - Luftdüsenspinnvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftumlenkfläche (
21 ) als den Stapelfaserverband (2 ) umgebende konische Ringfläche (22 ) ausgebildet ist. - Luftdüsenspinnvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Mündungen (
7 ) tangential gegen die Ringfläche (22 ) gerichtet ist. - Luftdüsenspinnvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Konizität (α) der Ringfläche (
22 ) gegenüber der radialen Ebene (E) 10° bis 20° beträgt. - Luftdüsenspinnvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L) der Luftumlenkfläche (
21 ) in der Größenordnung der Breite (B) der Düsenschlitze (15 ) liegt.
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