-
Einrichtung, die auf einer Produktbildung unter Ausnutzung eines Effektes
beruht, der an einem stromdurchflossenen magnetisch steuerbaren Widerstandskörper
auftritt Die Erfindung bezieht sich auf Einrichtungen, die auf der Ausnutzung von
Effekten beruhen, die an stromdurchflossenen Widerstandskörpern unter der Einwirkung
magnetischer Felder auftreten. Derartige sogenannte galvanomagnetische Einrichtungen
können sowohl auf der Ausnutzung der Änderung des spezifischen Widerstandes beruhen,
die ein Widerstandskörper durch ein Magnetfeld erfährt, als auch auf der Ausnutzung
des sogenannten Halleffektes.
-
Zur Erläuterung des Effektes der Widerstandsänderung magnetfeldabhängiger
Widerstandskörper wird auf die bekannten Wismutspiralen verwiesen, die bereits seit
langem zur Messung magnetischer Felder verwendet werden. Eine solche Spirale wird
in das zu messende Magnetfeld eingeführt. Entsprechend der Stärke des Magnetfeldes
ergibt sich ein bestimmter elektrischer Widerstand der Spirale, für den der sie
durchfließende Strom und der an ihr auftretende Spannungsabfall als Meßgrößen verwendet
werden können.
-
Der genannte Effekt wurde auch bereits zur Feineinstellung eines gewünschten
Widerstandswertes herangezogen, indem die Wismutspirale beispielsweise dem Magnetfeld
einer beweglichen oder veränderbar erregten Spule ausgesetzt wurde.
-
Beim Halleffekt handelt es sich ebenfalls um eine seit langem bekannte
Erscheinung. Zur Erläuterung sei hier nur bemerkt, daß die an zwei besonderen seitlichen
Elektroden bestimmter Widerstandskörper abgenommene sogenannte Hallspannung Uli
ein getreues Abbild des Produktes der magnetischen Induktion B des Widerstandskörpers
und des diesen durchfließenden Steuerstromes J darstellt. Es gilt die Beziehung
UH = k.J.B, (1) wobei k eine durch Stoff und Abmessungen des Widerstandskörpers
bestimmte Konstante darstellt. Der Halleffekt ist in den letzten Jahren vor allem
an Germaniumwiderstandskörpern untersucht und dort auch zur Anwendung für verschiedene
Zwecke, insbesondere zur Produktbildung, in Erwägung gezogen worden, da Germanium
sich durch eine besonders hohe Hallspannung auszeichnet.
-
Die Ausnutzung galvanomagnetischer Effekte hat in der neueren Zeit
eine bedeutende Ausweitung durch die Schaffung neuer Stoffe mit ungleich günstigeren
galvanomagnetischen Eigenschaften erfahren. Bei diesen Stoffen handelt es sich um
halbleitende Verbindungen mit besonders hoher Trägerbeweglichkeit, nämlich größer
als 6000 cm' V-1 s-1, vor allem um halbleitende Verbindungen aus einem der Elemente
Aluminium, Gallium, Indium der III. Gruppe, Untergruppe b, mit einem der Elemente
Phosphor, Arsen, Antimon der V. Gruppe, Untergruppe b, des Periodischen Systems
der Elemente. Eine halbleitende Verbindung mit besonders großer Magnetfeldabhängigkeit
des spezifischen Widerstandes ist beispielsweise Indiumantimonid. Für die Ausnutzung
des Halleffekts hat sich Indiumarsenid als sehr brauchbar erwiesen.
-
Durch die besonderen Eigenschaften der neuen Stoffe wurden für die
Ausnutzung galvanomagnetischer Effekte viele neue Gebiete erschlossen. Aufgaben,
die bis dahin nur auf Umwegen und mit komplizierten Mitteln gelöst werden konnten,
können nun überraschend einfach und mit geringem Aufwand gelöst werden. Magnetfeldabhängige
Widerstandskörper und Hallgeneratoren - so werden die unter Ausnutzung des Halleffektes
verwendeten neuen Widerstandskörper bezeichnet - wurden dadurch zu neuen Bauelementen
der Technik. Von den bisher bekanntgewordenen bzw. an anderer Stelle vorgeschlagenen
Anwendungen seien nur einige beispielsweise erwähnt: Abbildung einer Drehzahl als
Frequenz einer Spannung konstanter Amplitude, Überlagerung von Schwingungen, Messung
des Polradwinkels von Synchronmaschinen, des Verhältnisses zweier Drehzahlen, Messung
von Blind- und Wirkströmen und Wirk- und Blindleistungen, Messung des Oberwellengehaltes
von Wechselspannungen und -strömen.
-
Bei den bisherigen Anordnungen, die auf der Ausnutzung galvanomagnetischer
Effekte beruhen, erweist es sich vielfach als Nachteil, daß die gebildeten Produktausgangsgrößen
als Wechselstromgrößen vorliegen. Zur Umformung in Gleichstromgrößen sind dann Gleichrichter
und außerdem vielfach zeitlich träge Glättungsmittel
erforderlich.
Dies ist für viele Anwendungszwecke hinderlich, insbesondere wenn die Zeit eine
Rolle spielt, wie dies vor allem für Regelungszwecke zutrifft. Die Erfindung weist
einen Weg, der es ermöglicht, bei der Produktbildung mit Hilfe magnetfeldabhängiger
Widerstandskörper ohne Gleichrichter und ohne zeitlich träge Glättungsmittel auszukommen
und trotzdem Gleichstromgrößen zu erzielen, obwohl die Produktfaktoren selbst Wechselstromgrößen
sind.
-
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, gleichzeitig mehrere
magnetisch steuerbare Widerstandskörper, vorzugsweise mit einer Trägerbeweglichkeit
größer als 6000 cm2 V-1 s--1, nebst zugehörigen Magnetfeldanordnungen zu verwenden
und diese als symmetrische zwei-oder mehrphasige Drehstrom- bzw. Drehfeldsysteme
derart zu betreiben, daß die am gemeinsamen Ausgang der Einrichtung entnommenen
Produktgrößen als Gleichspannungen bzw. Gleichströme vorliegen. Es ist dabei möglich,
die Widerstandsänderung oder den Halleffekt auszunutzen.
-
Hauptanwendungsgebiete der Erfindung sind Gleichrichtung, Wechselrichtung,
Gleichstromumspannung, Umrichtung, ferner die Bildung von Gleichspannungen, die
den verschiedensten Meßgrößen proportional sein können, beispielsweise Wirk- oder
Blindleistungen, Wirk- oder Blindströmen, dem Leistungsfaktor, dem Sinus eines Phasenwinkels,
dem Mit-, Gegen- oder Nullsystem unsymmetrisch belasteter Mehrphasensysteme, dem
Polradwinkel einer Synchronmaschine, der Winkeldifferenz zweier im Gleichlauf betriebener
Wellen oder einer bestimmten Oberwelle eines nicht sinusförmigen Stromes.
-
In besonderem Hinblick auf die Wechselrichtung sei noch bemerkt, daß
es grundsätzlich bekannt ist, magnetfeldabhängige Widerstände oder Hallspannungserzeuger
mit einem Gleichstrom zu speisen und einem Wechselfeld auszusetzen. Bei der Anwendung
der Erfindung zur Wechselrichtung wird von diesem Grundprinzip Gebrauch gemacht,
jedoch sind die noch zu erläuternden Mittel hierzu vom Bekannten verschieden und
insbesondere auf die Mehrphasenwechselrichtung abgestellt.
-
Zur näheren Erläuterung der Erfindnng ist im folgenden auf die Zeichnung
Bezug genommen. Es zeigt Fig.1 eine dreiphasige Grundschaltung mit Ausnutzung des
Halleffektes, Fig.2 eine dreiphasige Grundschaltung mit Ausnutzung der Widerstandsänderung,
Fig. 3 eine graphische Darstellung, Fig.4 ein Beispiel für eine permanente Magnetfeldanordnung
mit relativ zu dieser bewegtem magnetfeldabhängigem Widerstandskörper, Fig. 5 ein
Beispiel für eine Magnetfeldanordnung mit ortsfest angebrachtem magnetfeldabhängigem
Widerstandskörper, Fig. 6 eine Einrichtung zur Messung des Polradwinkels einer Synchronmaschine,
Fig.7 eine Einrichtung zur Messung des Winkels zwischen zwei im Gleichlauf betriebenen
Wellen, Fig. 8 eine Einrichtung zur Wirk- und Blindleistungsmessung, Fig. 9 eine
Einrichtung zur wahlweisen Gleichrichtung, Wechselrichtung oder Gleichstromumspannung.
-
Zur Erläuterung des der Erfindung zugrunde liegenden Prinzips ist
in Fig. 1 und 2 je eine beispielsweise dreiphasige Schaltung mit drei magnetfeldabhängigen
Widerständen 1, 2 und 3 dargestellt. Diese stellen im Falle der Fig. 1 Hallgeneratoren
dar und sind außer je mit zwei Stromelektroden 4 je mit zwei weiteren, seitlich
angebrachten Elektroden, sogenannten Hallelektroden 5, versehen. Diese liegen sämtlich
in Reihe und führen zu zwei Klemmen 6, an denen die Summenhallspannung U entnommen
werden kann. Die Widerstandskörper 1 bis 3 werden je für sich von Sekundärwicklungen
7, 8, 9 eines Transformators 10 mit 120° phasenverschobenen Steuerströmen I1_ bis
I3- versorgt. Die nicht näher bezeichneten Primärwicklungen des Transformators 10
sind bei r, s, t an ein Drehstromnetz anschließbar. Links und rechts neben den Widerstandskörpern
1 bis 3 sind jeweils zwei Spulenwicklungen 11, 12, 13 dargestellt; die schematisch
die den Widerstandskörpern zugehörigen Magnetfeldanordnungen darstellen. Die Spulen
werden je von 120° phasenverschobenen Strömen durchflossen, die beispielsweise ebenfalls
aus dem Drehstromnetz r; s, t entnommen sind. Mit B1- bis B3- sind symbolisch die
von den Spulenströmen erzeugten Induktionen der magnetfeldabhängigen Widerstandskörper
dargestellt.
-
Im Falle der Fig.2 wird der Effekt der magnetfeldabhängigen Widerstandsänderung
ausgenutzt. Die Widerstandskörper 1 bis 3 sind daher nicht mehr mit Hallelektroden
versehen. Es wird vielmehr die Summe der an den Widerstandskörpern auftretenden
Spannungsabfälle U1 bis U3 gebildet. Zur Bildung der Spannungsabfälle U1 bis U3
ist mit jedem der `Widerstandskörper ein Hilfswiderstand 14, 15 bzw. 16 in Reihe
geschaltet, der auch komplex sein kann. Außer den durch die Spulen 11 bis 13 erzeugten
Induktionen B1- bis B3- der Widerstandskörper 1 bis 3 stehen diese je noch unter
der Einwirkung einer konstanten Induktion B0, durch die der Arbeitspunkt auf der
Kennlinie der Widerstandskörper festgelegt wird. Die Induktionen B0 können beispielsweise
durch permanente Hilfsmagnetfelder erzeugt werden. Im übrigen entspricht Fig. 2
der Fig. 1.
-
Zum Nachweis, daß die Spannung U an den Klemmen 6 in Fig. 1 und 2
reine Gleichspannung ist, sei kurz auf die mathematischen Zusammenhänge eingegangen.
Zunächst wird Fig. 1 betrachtet. Für die Induktion B1-des Widerstandskörpers 1 gilt
B, - = b - sin (,n, -r - @@'). (2) Für den Steuerstrom I1- durch den Widerstandskörper
1 gilt h- = i - cos (mT + @). (3) Es bedeuten b, i konstante Amplitudengrößen, z
eine unabhängige Variable, z. B. einen sich linear mit der Zeit ändernden Winkel,
n, in ganze Zahlen, @@, @@ Phasenwinkel: Für die Hallspannung UH, an den Hallelektroden
5 des Widerstandskörpers 1 ergibt sich somit nach (1) U H1 - B1_ # I1- = i - b -
sin (nT + @@) cos (mT + @@). (4) Im Falle der Fig. 2 ergibt sich für die Gesamtinduktion
des Widerstandskörpers 1 Bi = BO -r- Bi = BO --_ b . sin (rar
+ yr). (5)
Sie ist gleichzeitig dem Widerstand R1 des Widerstandskörpers 1
proportional. Dies ergibt sich aus der graphischen Darstellung nach Fig. 3, die
in Abhängigkeit von der Induktion B den Widerstand R des magnetfeldabhängigen Widerstandskörpers
1 darstellt. Der Wert B, bestimmt den Arbeitspunkt P auf der Kurve. Ihm entspricht
ein Widerstand Ro. Der Amplitude b der Induktion entspricht eine Amplitude r der
Widerstandsänderung. Man kann also schreiben R1 = Ra -,- r - sin (rc-r + ip) ^ B,'
7- b - sin (;t -r -I- (p), (2 a) wobei B,' an Stelle von B, gesetzt ist, um zu berücksichtigen,
daß die Verlängerung des rechten Astes der '\N,'iderstandskurve die BAchse nicht
im Ursprung schneidet.
Für den Steuerstrom I1- durch den Widerstandskörper
gilt J1_ = i - cos (mT + @@). (3) Das Produkt Widerstand R1 mal Strom j1_ ergibt
den Spannungsabfall U1 am Widerstandskörper 1: U1 --- i [B0' + b - sin (nT + @)]
cos (mT + @) . (6) Es zeigt sich, daß sich im Falle der Ausnutzung des Halleffektes
(4) und im Falle der Ausnutzung der Widerstandsänderung (6) bis auf die Größe B0'
die gleichen Formeln ergeben.
-
Man kann daher bei der weiteren mathematischen Behandlung die zuletzt
gewonnene Formel (6) verwenden, wobei im Falle der Ausnutzung des Halleffektes B0'
= 0 zu setzen ist.
-
Durch Umformung ergibt sich aus (6)
Hat der Strom J1 durch den Widerstand 1 die gleiche Frequenz wie die Induktion B1,
so wird n = m und damit @9 Widerstandskörper 2 ,
In (8) stellen der erste und der zweite Summand zeitlich sinusförmig veränderliche
Größen dar. Der dritte Summand ist jedoch eine zeitlich unabhängige Größe, die =
w zu Null und für
wird. für Bildet man auch für die und 3 bzw. U3 gemäß U1 nach (8) die entsprechende
Größe U und summiert U1 mit U2 und U3, so ergibt sich als Summenspannung U im Fall
der Fig. 1 und 2 Bildung von geringer aus, ...
-
Welle
wobei v die Anzahl der Widerstandskörper bzw. die Phasenzahl der jeweils vorhandenen
Drehfeldsysteme bedeutet.
-
Es zeigt sich somit, daB durch Maßnahmen nach der Erfindung die Bildung
von Produktgrößen, deren Faktoren aus Wechselstromgrößen bestehen, als reine Gleichstromgrößen
möglich ist, ohne daß es dazu der Anwendung von Gleichrichtern ohne oder mit zeitlich
trägen Siebmitteln bedarf. Ist in bestimmten Fällen die Symmetrie der verwendeten
Drehstrom- bzw. Drehfeldnetze nicht vollkommen, so kommt man auch in diesem Fall
ohne Gleichrichter aus. Gegebenenfalls wird man jedoch zusätzlich Glättungsmittel
anwenden. Diese fallen aber ganz erheblich geringer aus, als wenn die Produktgrößen
in bekannter Weise als Wechselstromgrößen erzeugt und nachträglich gleichgerichtet
würden.
-
Die Anzahl der Phasensysteme kann an sich beliebig sein (v -- 2, 3,
4, 5, 6 ). Die Ströme J durch die Widerstandskörper und die magnetischen Induktionen
B derselben können, wie oben angenommen, außer aus rein sinusförmigen Größen auch
aus Summen von sinusförmigen Größen bestehen. Die gewünschte Gleichstromgröße ergibt
sich dann nur für die Frequenzanteile gleicher Ordnungszahl. Dies kann, wie weiter
unten noch näher beschrieben ist, dazu verwendet werden, nicht sinusförmige Schwingungen
zu analysieren.
-
An Stelle von Drehfeldern, die durch ein Drehstromnetz erzeugt werden,
können Drehfeldsysteme auch durch rotierende Magnetfeldsysteme erzeugt werden, die
entweder permanente Magnete oder auch Elektromagnete enthalten können. Die Magnete
aller Drehfeldsysteme, die hierbei zweckmäßig auf einer gemeinsamen sitzen und gemeinsam
angetrieben werden, versetzt man entsprechend der Phasenzahl räumlich gegeneinander,
bei v = 3 also je um 120°. Ein schematisches Beispiel für eine einzelne Magnetfeldanordnung
mit durch mechanische Bewegung erzeugtem Drehfeld ist in Fig. 4 in Schnittansicht
dargestellt.
-
In Fig. 4 ist 1 ein beispielsweise ortsfester magnetfeldabhängiger
Widerstandskörper. Er befindet sich im Luftspalt einer topfförmig ausgebildeten
Magnetfeldanordnung, die aus einem Dauermagnet 40 und einem diesen umschließenden
topfförmigen Teil 41 und einem deckelförmigen RückschluBteil 42 besteht. Die bei
44 gelagerten Wellen 45 der relativ zum Widerstandskörper 1 umlaufenden Magnetfeldanordnung
können entsprechend der vorgesehenen Phasenzahl mit weiteren, nicht dargestellten
Magnetfeldanordnungen gekuppelt sein, in deren Luftspalte ebenfalls Widerstandskörper
mit entsprechender Versetzung angeordnet sind. Die Luftspalte der Magnetfeldanordnungen
sind jeweils so ausgebildet, daß sich sinusförmige Induktionsänderungen der Widerstandskörper
ergeben.
-
In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel für eine Magnetfeldanordnung
ohne bewegte Teile dargestellt. Sie weist einen Mantelkern 50 auf, dessen Mittelschenkel
zwei Wicklungen 51 und 52 umschließen. Die Wicklung 51 dient zur Erzeugung des magnetischen
Wechselfeldes und wird mit den Klemmen 53 an eine Phase eines Drehstromnetzes angeschlossen.
Die Wicklung 52 dient zur Vorerregung und wird mit den Klemmen 54 mit Gleichstrom
gespeist. Der Widerstandskörper 1 ist in einem zwischen dem Mittelschenkel und dem
Loch des Kernes 50 befindlichen Luftspalt angeordnet. Entsprechend der Phasenzahl
sind zwei oder mehr Drosselspulen Es ist außerdem möglich, die einzelnen Drosselspulen
zu mehrphasigen Anordnungen in baulicher Einheit zusammenzufassen, ähnlich wie bei
Drehstromdrosseln oder -transformatoren.
-
Im Falle der Erzeugung der Drehfelder durch rotierende Magnete ist
es möglich, mit nur einer einzigen rotierenden Magnetfeldanordnung auszukommen.
Alsdann werden mehrere Widerstandskörper oder Hallgeneratoren räumlich im Luftspalt
einer einzigen etwa nach Fig.4, untergebracht. Dies ergibt besonders einfache Einrichtungen,
wie aus Fig. 6 und 7 ersichtlich ist.
-
Fig. 6 bezieht sich auf die Aufgabe der Messung des Polradwinkels
einer Synchronmaschine. Der elektrische Meßwert für den Polradwin cl wird gemäß
der Erfindung mit Hilfe von mehrphasigen Drehstrom- und Drehfeldsystemen als reine
Gleichstromgröße gebildet. Der Polradwinkel einer Synchronmaschine ist bekanntlich
der Winkel zwischen dem Vektor der Netzspannung und dem Polrad.
-
Im Fall sind dreiphasige Systeme zugrunde gelegt. Die Synchronmaschine
ist mit 60, das an sie angeschlossene Netz mit v, s, t bezeichnet. Mit dem nicht
näher dargestellten Läufer der Synchronmaschine ist über
die Welle
63 eine Magnetfeldanordnung 62 gekuppelt. Diese ist nur symbolisch dargestellt mit
einem äußeren magnetischen Ring 64, der beispielsweise den Südpol bildet, und dem
darin exzentrisch gelagerten drehbaren Rückschlußteil 61 als Nordpol, der mit der
Welle 63 verbunden ist. Im Luftspalt der Magnetfeldanordnung sind insgesamt drei
magnetfeldabhängige Widerstandskörper 1 bis 3 je um 120° versetzt angeordnet. Der
besseren Übersicht halber sind die Widerstandskörper jedoch nicht im Luftspalt,
sondern außerhalb desselben dargestellt. Zur Stromversorgung der Widerstandskörper
dient eine kleine Hilfssynchronmaschine 65, die an das Netz r, s, t über einen Transformator
66 angeschlossen ist. Sie ist mit einem Drehstromtachometerdynamo 67 gekuppelt,
der drei feststehende Wicklungen u, v, w und einen diese erregenden umlaufenden
Dauermagnet 68 aufweist. Jeder der Widerstandskörper 1 bis 3 ist mit einer der Wicklungen
u, v, w über einen Hilfswiderstand 69 verbunden. Im vorliegenden Beispiel ist eine
Ausnutzung der Widerstandsänderung angenommen. Die Widerstandskörper 1 bis 3 sind
daher wie in Fig. 2 in Reihe geschaltet, so daß an den Klemmen 6 die dem Polradwinkel
der Synchronmaschine 60 proportionale Spannung L' als reine Gleichspannung abnehmbar
ist zwecks Anschluß an ein nicht mit dargestelltes Meßinstrument oder zur Beeinflussung
der Synchronmaschine im regelnden Sinn.
-
Fig. 7 bezieht sich auf die Messung der Winkel zwischen im Gleichlauf
zu betreibenden Wellen, wie sie beispielsweise bei Mehrmotorenantrieben vorliegen.
Es sollen die Winkel von drei Wellen 71, 72, 73 jeweils gegenüber einer Leitwelle
74 gemessen werden. Dazu ist mit jeder der Wellen 71 bis 73 ein beispielsweise dreiphasiger
Tachometerdynamo 75, 76, 77 gekuppelt, die ähnlich wie der Tachometerdynamo 67 in
Fig. 6 mit einem umlaufenden Permanentmagnet und drei um 120° versetzten Ankerwicklungen
u, v, w versehen sind, welche außerdem zur Unterscheidung zusätzlich mit 1, 2 bzw.
3 gekennzeichnet sind. Sämtliche Ankerwicklungen sind jeweils mit magnetfeldabhängigen
Widerstandskörpern verbunden, die im Luftspalt einer gemeinsamen Magnetfeldanordnung
62 angeordnet sind. Letztere besteht beispielsweise ähnlich wie in Fig. 6 aus einem
magnetischen Ringkörper 64 und einem darin exzentrisch gelagerten, mit der Leitwelle
74 gekuppelten Rückschlußteil 61. Die einzelnen Widerstandskörper sind in Gruppen
zu dreien im Luftspalt zwischen den Teilen 62 und 64 angeordnet und mit 11, 12,
13, 2, usw. bis 33 bezeichnet. Die erste Gruppe der Widerstandskörper 11 bis 13
ist mit je einer der Ankerwicklungen u1 bis u3 verbunden, während die Widerstandskörper
21 bis 23 mit den Ankerwicklungen v1 bis v3 und die Widerstandskörper 31 bis 33
mit den Ankerwicklungen w1 bis w3 verbunden sind. Im vorliegenden Beispiel sind
die Widerstandskörper als Hallgeneratoren ausgebildet. Die mit den gleichen Indizes
versehenen Widerstandskörper sind daher hinsichtlich ihrer Hallelektroden zwecks
Abnahme der Meßwerte für die Winkelabweichungen, die zwischen den Wellen 71 bis
73 einerseits und der Leitwelle 74 andererseits entstehen, in Reihe geschaltet und
mit elektrischen Meßinstrumenten verbunden. Diese Meßinstrumente sind mit M1 bis
M3 bezeichnet. Um Meßfehler zu vermeiden, die durch die Drehzahl-Spannungsabhängigkeit
der Tachometerdynamos 75 bis 77 im Falle von Änderungen des Drehzahlniveaus der
Leitwelle 74 auftreten können. sind in die Speisestromkreise der magnetfeldabhängigen
Widerstandskörper Luftspaltdrosseln D1 bis D3 eingeschaltet.
-
In Fig. 8 ist eine Einrichtung zur Wirk- und Blindleistungsmessung
bei Drehstrom dargestellt, die als Meßinstrument lediglich ein Gleichstrominstrument
benötigt. Die Einrichtung arbeitet beispielsweise mit der Ausnutzung des Halleffektes.
Es soll die Wirk- und außerdem die Blindleistung eines an ein Drehstromnetz r, s,
t angeschlossenen Verbrauchers 80 gemessen werden. Zu diesem Zweck ist ein Drehtransformator
81 vorgesehen, der primärseitig an dem Netz r, s, t liegt und dessen nicht näher
bezeichnete Sekundärwicklungen je eine von drei Erregerwicklungen 82 speisen, die
zu drei Magnetfeldanordnungen 83 gehören. Die symbolisch dargestellten Magnetfeldanordnungen
haben außer den Erregerwicklungen 82 je einen Magnetkern 84. In den Luftspalten
dieser Kerne ist jeweils ein als Hallgenerator ausgebildeter Widerstandskörper 1,
2 bzw. 3 angebracht. Die Widerstandskörper werden von Stromwandlern 85 gespeist,
die in Zuleitungen des Verbrauchers 80 eingeschaltet sind. Die Widerstandskörper
1, 2, 3 sind außerdem mit ihren nicht näher bezeichneten Hallelektroden in Reihe
geschaltet, so daß an zwei Klemmen 86 eine Spannung U als Summe der einzelnen Hallspannungen
entnommen und einem Meßgerät zugeführt werden kann.
-
Mit der Einrichtung nach Fig.8 kann wahlweise die Blind- oder die
Wirkleistung des Verbrauchers 80 gemessen werden. Hierzu sind an dem Drehtransformator
82 zwei Einstellungen 87, 88 vorgesehen, von denen die eine für die Wirkleistungsmessung
und die andere für die Blindleistungsmessung vorgesehen ist. Die beiden Einstellungen
lassen sich durch Versuch wie folgt ermitteln: Zunächst wird als Verbraucher 80
ein reiner Wirkleistungsverbraucher angeschaltet. Die Einstellung des Drehtransformators
wird nun so lange verändert, bis die Spannung U' an den Klemmen 85 einen Maximalwert
hat. Diese Stellung ist die Stellung für Wirkleistungsmessungen. Die Stellung des
Drehtransformators 81 zur Blindleistungsmessung ist um 90` elektrisch dagegen versetzt.
-
Über die bisher beschriebenen Anwendungsbeispiele hinaus besteht für
die Maßnahmen nach der Erfindung noch eine große Anzahl anderer Anwendungsmöglichkeiten,
bei denen es ebenfalls auf eine Messung ankommt und die Erzielung einer Gleichstromgröße
als Meßgröße ohne die Zuhilfenahme von Gleichrichtern vorteilhaft ist. Besonders
erwähnt sei noch die Anwendung zur harmonischen Analyse, d. h. zur Analyse von Frequenzgemischen.
In diesem Fall kann nach dem sogenannten Suchtonverfahren gearbeitet werden. Es
ist beispielsweise möglich, eine Magnetfeldanordnung mit einem rotierenden Magnetsystem
zu verwenden und dieses mit verschiedenen Drehzahlen anzutreiben. Im Luftspalt des
Magnetsystems werden, ähnlich wie in Fig. 6 dargestellt, drei magnetfeldabhängige
Widerstandskörper um je 120° versetzt angeordnet. Werden diese Widerstandskörper
an die Phasen eines Drehstromnetzes angeschlossen, so ergibt sich beispielsweise
im Falle der Ausnutzung des Halleffektes als Summenhallspannung stets dann ein bestimmter
maximaler Gleichstromwert dieser Spannung, wenn die Drehzahl des rotierenden Magnetsystems
mit der Frequenz der betreffenden Harmonischen des Drehstromnetzes übereinstimmt.
Man kann dabei so verfahren, daß man die Drehzahl des Magnetsystems von Null an
langsam erhöht und die sich dabei ergebende Spannung unter gleichzeitiger Aufzeichnung
der Frequenz registriert.
-
Außer zu Meßzwecken kann in NVeiterbildung der Erfindung das ihr zugrunde
liegende Prinzip zu Gleichrichtungs-und Wechselrichtungszwecken, ferner zur Gleichstromumspannung
und ferner zur Umrichtung elektrischer Größen verwendet werden. Wie dies im einzelnen
geschehen kann, ist nachstehend an Hand der Fig. 9 beispielsweise beschrieben.
-
Zunächst sei die Wechselrichtung behandelt und dazu der obere, mit
a bezeichnete Teil der Fig. 9 betrachtet. Wie in den vorangegangenen Figuren sind
hier ebenfalls dreiphasige Systeme verwendet. Ausgenutzt wird beispielsweise
der
Effekt der magnetischen Widerstandsabhängigkeit. Es soll eine Gleichstromgröße j
in eine Drehstromgröße ju, Jv, Jw bestimmter Frequenz umgewandelt werden. Zu diesem
Zweck wird die Gleichstromgröße J drei in Reihe geschalteten magnetfeldabhängigen
Widerstandskörpern 1 bis 3 zugeleitet, denen je eine Magnetfeldanordnung 91, 92
bzw. 93 zugeordnet ist. Diese Magnetfeldanordnungen sind beispielsweise ähnlich
denen der Fig. 6 und 7 ausgebildet. Sie weisen je einen äußeren feststehenden Magnetteil,
der jeweils mit S als Südpol bezeichnet ist, auf und außerdem je einen exzentrisch
gelagerten drehbaren Teil N als Nordpol. Die Widerstandskörper sind der Übersicht
halber wieder außerhalb der Luftspalte der Magnetfeldanordnungen dargestellt. Die
drehbaren Teile N sind auf einer gemeinsamen Welle 94 befestigt und je um
gegeneinander versetzt (vgl. die Winkelzeichnungen). T ist ein gemeinsamer Bezugswinkel.
Außerdem ist jeder der Widerstandskörper 1 bis 3 mit einer von drei Primärwicklungen
eines Drehstromtransformators 95 verbunden. Wird nun die Welle 94 mit einer bestimmten
Frequenz angetrieben, so ergeben sich sinusförmige Widerstandsänderungen der Widerstandskörper
1 bis 3, die entsprechend der Versetzung der mit N bezeichneten Teile der Magnetfeldanordnungen
um 120° phasenverschoben sind. An den Sekundärwicklungen des Drehstromtransformators
95 entstehen dadurch Wechselspannungen und, falls ein Verbraucher daran angeschlossen
ist, in diesem Wechselströme Ju, Jv und Jw, die ein Drehstromsystem darstellen.
Die Gleichstromgröße J ist somit in eine Drehstromgröße verwandelt.
-
Soll, umgekehrt, eine Drehstromgröße Ju, Jv Jw in eine ihr proportionale
Gleichstromgröße, beispielsweise eine Spannung U, verwandelt werden, so kann die
im unteren Teil b der Fig. 9 dargestellte Einrichtung verwendet werden. Diese enthält
drei Magnetfeldanordnungen 191 bis 193, die ähnlich den Magnetfeldanordnungen 91
bis 93 des Teiles b aufgebaut sind und deren jeweils mit N bezeichnete drehbare
Teile um 120° versetzt auf einer Welle 194 befestigt sind. Der Bezugswinkel ist
hier mit T + @ bezeichnet. Jeder der Magnetfeldanordnungen 191 bis 193 ist ein magnetfeldabhängiger
Widerstandskörper 101, 102 bzw. 103 zugeordnet, die mit je um 120° phasenverschobenen
Strömen Ju, Jv bzw. Jw von den Netzphasen eines nicht dargestellten dreiphasigen
synchronen Drehstromnetzes gespeist werden. In die Zuleitungen zu den Widerstandskörpern
sind jeweils Hilfswiderstände 9& bis 98 eingeschaltet. Die Widerstandskörper
101 bis 103 sind außerdem in Reihe geschaltet. An dieser Reihenschaltung entsteht
die gewünschte Gleichstromgröße U als Spannung, die der Amplitude der die Widerstandskörper
speisenden Drehstromgröße proportional ist.
-
Werden die Teile a und b der Fig. 9 gleichzeitig verwendet und die
durch die waagerechte strichpunktierte Linie getrennten Verbindungen hergestellt,
so kann eine Gleichstromumspannung vorgenommen werden, und zwar kann eine vorhandene
Gleichstromgröße umgewandelt werden. Außer der elektrischen Verbindung zwischen
den Widerstandskörpern 1 und 101, 2 und 102 sowie 3 und 103 wird noch eine mechanische
Verbindung zwischen den umlaufenden Teilen der Magnetfeldanordnungen 91 bis 93 und
191 bis 193 hergestellt. Hierzu sind die Wellen 94 und 194 beispielsweise über zwei
Kegelradgetriebe Ka und Kb, über Wellen 99 und eine Kupplung 105 miteinander kuppelbar.
-
Die umzuwandelnde Gleichstromgröße wird als Strom I der Reihenschaltung
der Widerstandskörper 1 bis 3 zugeführt, während die umgewandelte Gleichstromgröße
als Spannung U an der Reihenschaltung der Widerstandskörper 101 bis 103 entnehmbar
ist. Die Wirungsweise der Gleichstromumspannung erklärt sich aus der vorbeschriebenen
Wechselrichtung mit Hilfe des Teiles a der Fig. 9 und der anschließend vorgenommenen,
ebenfalls vorbeschriebenen, mit Hilfe des Teiles b vorgenommenen Gleichrichtung.
Eine Änderung des Proportionalitätsfaktors zwischen J und U kann durch Änderung
der gegenseitigen Winkellage zwischen den Wellen 94 und 194 erreicht werden. Hierzu
kann beispielsweise die Kupplung 105 als Differentialkupplung ausgebildet werden.
-
Unter gleichzeitiger Verwendung der Teile a und b der
Einrichtung nach Fig. 9 kann außerdem eine Umrichtung, d. h. eine Umformung eines
vorhandenen symmetrischen Mehrphasensystems J1 w, J1 v, J1 w in ein anderes symmetrisches
Mehrphasensystem Ju, Jv, Jw anderer Frequenz mit proportionalen Amplituden vorgenommen
werden. Hierzu werden beispielsweise die magnetfeldabhängigen Widerstandskörper
101 bis 103 ähnlich wie bei der oben beschriebenen Gleichrichtung an das umzuwandelnde
Drehstromsystem J1 v, angeschlossen. Die untere Welle 194 wird synchron der Frequenz
f1 dieses Drehstromnetzes mit der Drehzahl n1 angetrieben, ferner wird die Reihenschaltung
aus den Widerstandskörpern 101 bis 103 mit der Reihenschaltung der Widerstandskörper
1 bis 3 verbunden. Werden nun die Magnetfeldanordnungen 91 bis 93 durch die Welle
94 mit einer Drehzahl n angetrieben, so ergibt sich an den nicht näher bezeichneten
Wicklungen des Drehstromtransformators 95 das neue Drehstromsystem Ju, Jv, J.w,
dessen Frequenz f der willkürlich wählbaren Drehzahl n der Welle 94 proportional
ist.
-
k W k 2 V--1 s-1, Ausnutzung k k Mittel Induktion