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Die Erfindung betrifft ein Ventil
zum Steuern von Flüssigkeiten
mit einer Druckmittelzuführung
gemäß der im
Oberbegriff des Patentanspruches 1 näher definierten Art.
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Ventile der einleitend genannten
Art sind aus der Praxis bekannt und weisen eine Druckübersetzung
zum Verdichten von Kraftstoff von einem Zuführdruck auf einen Einspritzdruck
auf. Die Druckübersetzung
ist dabei mit druckübersetzten
Kammern ausgeführt,
die mit weiteren Komponenten zur Druckübersetzung und zum Einspritzen
von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine kombiniert
sind. Dazu wird einem Ventil von einem Druckmittelspeicher oder
einer Druckmittelquelle, insbesondere einem Common-Rail-Bereich,
Kraftstoff mit einem Zuführdruck
bzw. einem Rail-Druck über eine Druckmittelzuführung zugeführt. Mittels
der Druckübersetzung
wird der mit Zuführdruck
zugeführte Kraftstoff
auf einen Hochdruck verdichtet und bei geöffnetem Ventil mit dem Hochdruck
in den Brennraum einer Brennkraftmaschine eingespritzt.
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Die Druckübersetzung weist ein Kolbensystem
auf, welches über
ein Steuerventil ansteuerbar ist und mit dem bedarfsweise der Hochdruck
bzw. Einspritzdruck erzeugt wird. Der Hochdruck liegt im Bereich
einer Einspritzdüse
des Ventiles an. Eine Ansteuerung des Steuerventiles erfolgt vorzugsweise über ein
einen piezoelektrischen Aktuator, welcher einen Teil einer Aktuatorik
des Ventiles darstellt.
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Die Einspritzdüse und die Druckübersetzung des
Ventils sind räumlich
voneinander getrennt und müssen über Bohrungen
und Kanäle
im Ventilgehäuse
miteinander verbunden werden, um den unter Hochdruck stehenden Kraftstoff
von der Druckübersetzung
zur Einspritzdüse
führen
zu können.
Die Bohrungen und Kanäle
werden phasenweise mit dem auf Hochdruck verdichteten Kraftstoff
beaufschlagt, so daß das
Ventilgehäuse
sowie weitere die Kanäle
und Bohrungen aufweisende Bauteile des Ventiles hochfest ausgelegt
werden müssen,
was nachteilhafterweise höhere
Bauteilwandstärken
erfordert und darüber
hinaus einen hohen Dichtaufwand zwischen einzelnen Bauteilen des
Ventiles verursacht.
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Vorteile der Erfindung
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Das erfindungsgemäße Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten
mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 weist demgegenüber den
Vorteil auf, daß auf
die in der Praxis verwendeten Bohrungen und Kanäle zum Führen des auf Hochdruck bzw.
Einspritzdruck verdichteten Kraftstoffs von einer Druckübersetzung
in einen Bereich, von dem aus der Kraftstoff in einen Brennraum
einer Brennkraftmaschine durch den Düsenkörper hindurch aus dem Ventil
gespritzt wird, weitestgehend verzichtet werden kann.
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Dies wird dadurch erreicht, daß die Druckübersetzung
des Ventiles, in welchem zugeführter Kraftstoff
von einem Zuführdruck
auf einen Hochdruck komprimiert wird, und der Bereich, der als Kraftstoffreservoir
nahe den Einspritzöffnungen
des Düsenkörpers angeordnet
ist, räumlich
nahe beieinander angeordnet sind und lange Verbindungswege im Ventil
vermieden werden. Dies führt
zu einer erheblichen Reduzierung des Volumens des Hochdruckbereiches
des Ventiles, so daß der
Dichtaufwand reduziert ist und nur wenig Bauteile des Ventiles gegenüber dem
Hochdruck ausgeführt
werden müssen.
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Bei dem Ventil nach der Erfindung
ist die Funktion der Einspritzdüse
und die den Hochdruck erzeugende Druckübersetzung in einer konstruktiv kompakt
ausgeführten
Einheit kombiniert, so daß auch
Leckverluste, welche sich negativ auf das Einspritzverhalten eines
Ventils zum Steuern von Flüssigkeiten
auswirken, minimiert sind.
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Weitere Vorteile und vorteilhafte
Ausgestaltungen des Gegenstandes nach der Erfindung sind der Beschreibung,
der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
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Vier Ausführungsbeispiele des Gegenstandes
nach der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch vereinfacht
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
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Es zeigen
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1 eine
schematische, ausschnittsweise Darstellung eines ersten Ausführungsbeispieles
der Erfindung bei einem Common-Rail-Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen
im Längsschnitt,
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2 ein
zweites Ausführungsbeispiel
der Erfindung, wobei ein Hochdruckbereich von einem Zwischendruckbereich
durch ein Ventil getrennt ist,
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3 ein
drittes Ausführungsbeispiel
der Erfindung, wobei eine Position des Rückschlagventiles aus 2 verändert ist, und
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4 ein
viertes Ausführungsbeispiel
der Erfindung, wobei ein Hochdruckbereich des Ventils mit einem
Nadelsteuerraum des Ventils verbunden ist.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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Bezug nehmend auf 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiels eines Ventils 1 zum
Steuern von Flüssigkeiten
mit einer Druckmittelzuführung 2 und einem
Ventilelement 3 zum Steuern eines Drucks in einem Hochdruckbereich 4 dargestellt.
Das Ventilelement 3 ist in einem Steuerraum 5 angeordnet,
der zwei mit dem Ventilelement 3 zusammenwirkende Ventilsitze 6, 7 hat.
Bei Anlage des Ventilelementes 3 an dem ersten Ventilsitz 6 ist
der Steuerraum 5 von einem Niederdruckbereich 8 des
Ventils 1 getrennt. Diese Stellung des Ventilelementes 3 ist
in der 1 dargestellt,
wobei das Ventilelement 3 dann an dem ersten Ventilsitz 6 anliegt,
wenn eine Betätigung
des Ventilelementes 3 durch das als piezoelektrischer Aktuator
ausgeführte
Steuerelement unterbleibt und das Ventilelement 3 von einer
Federkraft einer Feder 9 gegen den ersten Ventilsitz 6 gedrückt ist.
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Das Steuerelement, welches beispielsweise auch
als ein elektromagnetisches Antriebssystem ausgeführt sein
kann, ist auf der dem Steuerraum 5 abgewandten Seite des
ersten Ventilsitzes 6 angeordnet. Bei einer Bestromung
des Steuerelementes wird das Ventilelement 3 von dem ersten
Ventilsitz 6 abgehoben, wodurch der Steuerraum 5 mit
dem Niederdruckbereich 8 verbunden wird. Des weiteren wird das
Ventilelement 3 dichtend gegen den zweiten Ventilsitz 7 gedrückt, so
daß der
Steuerraum 5 von einem Ventilsteuerraum 10 getrennt
ist. Da der Steuerraum 5 mit der Druckmittelzuführung 2 verbunden
ist, ist der Ventilsteuerraum 10 bei Anlage des Ventilelementes 3 an
dem zweiten Ventilsitz 7 ebenfalls von der Druckmittelzuführung 2 getrennt.
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Der erste Ventilsitz 6 ist
vorliegend als ein Kegelsitz ausgeführt, und die mit dem ersten
Ventilsitz 6 zusammenwirkende Dichtfläche 11 des Ventilelementes 3 ist
ballig bzw. kugelabschnittsförmig ausgeführt, so
daß bei
Anlage des Ventilelementes 3 an dem ersten Ventilsitz 6 zwischen
dem ersten Ventilsitz 6 und der Dichtfläche 11 eine Linienberührung vorliegt.
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Der zweite Ventilsitz 7 ist
als ebene Fläche eines
den Steuerraum 5 begrenzenden Bauteils 42 ausgeführt, welche
mit einer ebenfalls ebenen Fläche
bzw. Stirnfläche 12 des
Ventilelements 3 zusammenwirkt.
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Durch diese Ausgestaltung der beiden
Ventilsitze 6, 7 und der Dichtflächen 11, 12 des
Ventilelementes 3 ist gewährleistet, daß ein fertigungsbedingter
axialer Versatz des ersten Ventilsitzes 6 gegenüber einem
den Steuerraum 5 und den Ventilsteuerraum 10 verbindenden
Kanal 13 die Dichtwirkung des Ventilelementes 3 nicht
beeinträchtigt.
Des weiteren ist gewährleistet,
daß bei
einer in axialer Richtung des Ventils 1 erfolgenden Betätigung des
Ventilelementes 3 ein Versatz des Ventilelementes 3 quer
zur Bewegungsrichtung des Ventilelementes 3 zwischen den
beiden Ventilsitze 6 und 7 unterbleibt, so daß eine verzögerungsfreie
Ansteuerung des Ventiles 1 sicher gegeben ist.
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Der Ventilsteuerraum 10 ist
von einer Ventilplatte 14 und einem Kolben 15 einer
Druckübersetzung
begrenzt, wobei der Kolben 15 mit seiner der Ventilplatte 14 zugewandten
Stirnfläche 16 an
der Ventilplatte 14 anliegt. Die Stirnfläche 16 des
Kolbens 15 ist derart kugelförmig ausgeführt, daß der Kanal 13, welcher
die Verbindung zwischen dem Ventilsteuerraum 10 und dem
Steuerraum 5 darstellt, von dem Kolben 15 bei
Anlage an der Ventilplatte 14 nicht verschlossen wird.
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Der Kolben 15 ist vorliegend
zweiteilig ausgeführt
und besteht aus einem ersten mit einem größeren Durchmesser ausgeführten Teilkolben 17 und einem
zweiten mit einem kleineren Durchmesser ausgeführten Teilkolben 18.
Der erste Teilkolben 17 ist mit einer mittigen Sacklochbohrung 19 ausgeführt, in
welche der zweite Teilkolben 18 eingeführt ist. Des weiteren ist der
zweite Teilkolben 18 in eine Distanzhülse 20 gesteckt, welche über eine
zwischen einem Bund 21 des zweiten Teilkolbens 18 und
der Distanzhülse 20 angeordnete
zweite Feder 22 gegen eine Düsennadel 23 des Ventils 1 gedrückt ist.
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Der Bund 21 ist an jenem
Ende des zweiten Kolbens 18 ausgebildet, welches durch
die zweite Feder 22 gegen den Boden der Sacklochbohrung 19 des
ersten Teilkolbens 17 gedrückt ist. Mit seinem dem Bund 21 abgewandten
Ende ist der zweite Teilkolben 18 in einer Führungsbohrung 24 der
Düsennadel 23 axial
beweglich geführt.
Der zweite Teilkolben 18 ist mit einer mittigen Durchgangsbohrung 25 ausgebildet,
welche an dem Ende des Bundes 21 von dem ersten Teilkolben 17 verschlossen
ist und an dem dem ersten Teilkolben 17 abgewandten Ende des
zweiten Teilkolbens 18 in die Führungsbohrung 24 mündet.
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An die Führungsbohrung 24 schließt sich
ein koaxial zu dieser in der Düsennadel 23 ausgebildeter Verbindungskanal 26 an,
der über
eine Stichbohrung 27 mit einem Ringraum 28 verbunden
ist. Der Ringraum 28 ist von einem Düsenkörper 29 und der Düsennadel 23 begrenzt.
An seinem dem zweiten Teilkolben 18 abgewandten Ende liegt
die Düsennadel 23 an
einem Dichtsitz 30 des Düsenkörpers 29 an, so daß mehrere über den
Umfang des Düsenkörpers 29 verteilt
angeordnete Einspritzöffnungen 31 des
Düsenkörpers 29 von
der Düsennadel 23 geschlossen sind.
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Die Düsennadel 23 ist im
Düsenkörper 29 über einen
ersten Führungsbereich 32 und
einen zweiten Führungsbereich 33 axial
längs beweglich und
dichtend geführt,
wobei zwischen dem ersten Führungsbereich 32 und
dem zweiten Führungsbereich 33 ein
von der Düsennadel 23 und
dem Düsenkörper 29 begrenzter
Nadelsteuerraum 34 ausgebildet ist. Der Nadelsteuerraum 34 ist über eine
in dem Düsenkörper 29,
einem Ventilkörper 35 und
der Ventilplatte 14 verlaufende Verbindungsleitung 36 mit
der Druckmittelzuführung 2 verbunden.
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Des weiteren ist der Nadelsteuerraum 34 über den
ersten Führungsbereich 32 gegenüber einer
Längsbohrung 37 des
Ventilkörpers 35,
in welcher der erste Teilkolben 17 und der zweite Teilkolben 18 angeordnet
sind, abgedichtet. Zusätzlich
ist der Nadelsteuerraum 34 über den zweiten Führungsbereich 33 gegenüber dem
Ringraum 28 abgedichtet, wobei in Abhängigkeit der vorliegenden Druckverhältnisse
in dem Ventil 1 Leckageströme von dem Nadelsteuerraum 34 in
Richtung des Ringraumes 28 bzw. der Längsbohrung 37 oder
in entgegengesetzter Richtung fließen.
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Die Längsbohrung 37 des
Ventilkörpers 35 ist über einen
in dem Düsenkörper 35,
der Ventilplatte 14 sowie einem Ventilgehäuse 38 verlaufenden weiteren
Verbindungskanal 39 permanent mit dem Steuerraum 5 verbunden.
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Die Verbindung zwischen der Druckmittelzuführung 2 und
dem Steuerraum 5 ist mit einer Zulaufdrossel 40 und
einer Ablaufdrossel 41 ausgeführt, wobei zwischen der Zulaufdrossel 40 und
der Ablaufdrossel 41 die Verbindungsleitung 36 in
Richtung des Nadelsteuerraumes 34 abzweigt. Somit besteht
die Möglichkeit,
in Abhängigkeit
der Drosselwirkung der Zulaufdrossel 40 und der Drosselwirkung
der Ablaufdrossel 41 ein wenigstens annähernd konstantes Druckniveau
der Druckmittelzuführung 2,
welches vorliegend als Zuführdruck
bezeichnet wird, auf ein definiertes Zwischendruckniveau einzustellen.
Daraus resultiert, daß das
Zwischendruckniveau der Verbindungsleitung 36 kleiner ist
als der Zuführdruck
der Druckmittelzuführung 2.
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Ein Druck des Steuerraumes 5 stellt
sich in Abhängigkeit
der Drosselwirkung der Ablaufdrossel 41 ein, der wiederum
kleiner als das Zwischendruckniveau ist. Daraus folgt, daß der Druck
in dem Ventilsteuerraum 10 und der Druck in der Längsbohrung 37 bei
Anlage des Ventilelementes 3 an dem ersten Ventilsitz 6 gleich
groß ist,
wohingegen der Druck in dem Nadelsteuerraum 34 aufgrund
der Abzweigung der Verbindungsleitung 36 vor der Ablaufdrossel 41 größer als
der Druck in dem Ventilsteuerraum 10 ist.
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Nachfolgend wird die Funktionsweise
des in 1 dargestellten
Ausführungsbeispiels
bei einer Verwendung des er findungsgemäßen Ventils bei einem Kraftstoffeinspritzventil 1 für Brennkraftmaschinen
von Kraftfahrzeugen beschrieben, wobei das Kraftstoffeinspritzventil 1 in
der vorliegenden Ausführung
als ein Common-Rail-Injector ausgeführt ist.
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Zur Einstellung eines Einspritzbeginns,
einer Einspritzdauer und einer Einspritzmenge über Kraftverhältnisse
in dem Kraftstoffeinspritzventil 1 wird das Ventilelement 3 über das
als piezoelektrischer Aktuator ausgebildete Steuerelement angesteuert, welches
auf der ventilsteuerraum- und brennraumabgewandten Seite des Ventilelementes 3 angeordnet ist.
Der nicht näher
dargestellte piezoelektrische Aktuator ist in an sich bekannter
Art und Weise aus mehreren keramischen Schichten aufgebaut und weist
auf seiner dem Ventilelement 3 zugewandten Seite einen
Aktuatorkopf und auf seiner dem Ventilelement 3 abgewandten
Seite einen Aktuatorfuß auf, der
sich an einer Wand des Ventilgehäuses 38 abstützt.
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In der in der 1 dargestellten Position des Ventilelementes 3 ist
der Steuerraum 5 gegenüber dem
Niederdruckbereich 8, in dem vorzugsweise ein Systemdruck
zwischen 10 bar und 30 bar vorherrscht, geschlossen. Die Verbindung
zwischen dem Steuerraum 5 und dem Ventilsteuerraum 10 ist geöffnet, da
das Ventilelement 3 durch die Feder 9 und den
in dem Steuerraum 5 vorherrschenden Druck gegen den ersten
Ventilsitz 6 gedrückt
ist. In dieser Stellung des Ventilelementes 3 ist der piezoelektrische
Aktuator nicht bestromt.
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Da der Druck des Ventilsteuerraumes 10 in etwa
dem Druck in der Längsbohrung 37 entspricht und
die Federkraft der zwei ten Feder 22 und die Druck- sowie
die Flächenverhältnisse
des Nadelsteuerraumes 34, des Ringraumes 28, des
Kolbens 15 und der Düsennadel 23 aufeinander
abgestimmt sind, ist das Kraftstoffeinspritzventil 1 geschlossen, und
der Kolben 15 bzw. der erste Teilkolben 17 liegt mit
seiner Stirnfläche 16 an
der Ventilplatte 14 an.
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In dem vorbeschriebenen Betriebszustand des
Kraftstoffeinspritzventiles 1 weist der von dem Ringraum 28,
der Stichbohrung 27, dem Verbindungskanal 26,
der Führungsbohrung 24 und
der Durchgangsbohrung 25 des zweiten Teilkolbens 18 begrenzte
Hochdruckbereich 4 sein größtes Volumen auf. Der Hochdruckbereich 4 ist
mit Kraftstoff befüllt, der
in etwa das Druckniveau der Längsbohrung 37 aufweist.
Dies resultiert aus der Tatsache, daß der zweite Teilkolben 18 über die
zweite Feder 22 gegen den ersten Teilkolben 17 gedrückt ist,
und bei Vorliegen eines Druckgefälles
zwischen der Längsbohrung 37 und
dem Hochdruckbereich 4 der Druck des Hochdruckbereichs 4 auf
das Druckniveau der Längsbohrung 37 angehoben
wird. Ist das Druckniveau des Hochdruckbereiches 4 größer als
das Druckniveau der Längsbohrung 37,
erfolgt im wesentlichen kein Druckausgleich, da der zweite Teilkolben 18 dann
dichtend an dem ersten Teilkolben 17 anliegt.
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Wird der piezoelektrische Aktuator
bzw. dessen piezoelektrische Keramik bestromt, wird die Länge der
piezoelektrischen Keramik aufgrund des piezoelektrischen Effektes
vergrößert. Dadurch
wird das Ventilelement 3 von dem ersten Ventilsitz 6 abgehoben
und dichtend gegen den zweiten Ventilsitz 7 gepreßt. In dieser
Position des Ventilelementes 3 ist die Druckmittelzuführung 2,
der Nadelsteuerraum 34 und die Längsbohrung 37 über den
Steuerraum 5 mit dem Niederdruckbereich 8 verbunden.
Gleichzeitig ist der Ventilsteuerraum 10 aufgrund der Anlage
des Ventilelements 3 an dem zweiten Ventilsitz 7 gegenüber dem
Steuerraum 5 verschlossen, so daß im Ventilsteuerraum 10 nach
wie vor in etwa das Druckniveau des Steuerraumes 5 vor
dem Öffnen
des ersten Ventilsitzes 6 vorliegt. Daraus resultiert ein
Druckgefälle zwischen
dem Ventilsteuerraum 10 und der Längsbohrung 37.
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Ein Flächenverhältnis zwischen der Stirnfläche 16 und
auf der der Stirnfläche 16 des
ersten Teilkolbens 17 abgewandten Seite ausgebildeten Wirkflächen des
Kolbens 15 führt
in Kombination mit dem Druckgefälle
zwischen der Ventilsteuerung 10 und der Längsbohrung 37 zu
einem Abheben des ersten Teilkolbens 17 von der Ventilplatte 14 in
Richtung der Düsennadel 23.
Daraus wiederum resultiert eine Verschiebung des zweiten Teilkolbens 18 in
Richtung der Düsennadel 23,
was zu einer Reduzierung des Volumens des Hochdruckbereiches 4 führt.
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Zusätzlich führt das Abheben des Kolbens 15 von
der Ventilplatte 14 zu einer zunehmenden Stauchung der
zweiten Feder 22, wodurch eine auf die Düsennadel 23 wirkende
Schließkraft
erhöht wird.
Der in dem Hochdruckbereich 4 befindliche Kraftstoff wird
auf einen definierten Hochdruck verdichtet. Der Hochdruck liegt
an einer weiteren Wirkfläche 43 der
Düsennadel 23 an
und führt
zusammen mit dem Druck des Nadelsteuerraums 34, der ebenfalls
in Öffnungsrichtung
der Düsennadel 23 auf
diese einwirkt, zum Öffnen
des Ventils 1. Das heißt,
daß ab
Erreichen des definierten Hoch drucks in dem Hochdruckbereich 4 bzw.
in dem Ringraum 28 die Düsennadel 23 von dem
Dichtsitz 30 abgehoben wird. Dann wird der im Hochdruckbereich 4 bzw.
im Ringraum 28 unter Hochdruck stehende Kraftstoff über die
Einspritzöffnungen 31 in
einen nicht näher dargestellten
Brennraum einer Brennkraftmaschine gespritzt und der Hochdruck im
Hochdruckbereich 4 abgebaut.
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Um die Einspritzung definiert zu
beenden, wird die Bestromung des piezoelektrischen Aktuators unterbrochen
und die Längung
der piezoelektrischen Keramik bildet sich zurück. Das Ventilelement 3 hebt von
dem zweiten Ventilsitz 7 ab und wird dichtend gegen den
ersten Ventilsitz 6 gedrückt. Das Druckniveau der Längsbohrung 37 erhöht sich
derart, daß der
Kolben 15 wieder gegen die Ventilplatte 14 gedrückt wird.
Die Düsennadel 23 wird
aufgrund der Kraftverhältnisse
gegen den Dichtsitz 30 gedrückt. Der Nadelsteuerraum 34 wird über die
Zulaufdrossel 40 und die Ablaufdrossel 41 entleert,
wodurch ein schnelles Nadelschließen gewährleistet ist.
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Durch die Anordnung der Zulaufdrossel 40 und
der Ablaufdrossel 41 besteht die Möglichkeit, in Abhängigkeit
der Drosselwirkung der beiden Drosseln 40, 41 einen
Nadelhubverlauf so abzustimmen, daß die Düsennadel 23 unter
hohem Druck bzw. Einspritzdruck mit definierter Geschwindigkeit öffnet und anschließend schnell
schließt.
Damit ist eine präzise Einspritzung
mit einer exakt einstellbaren Einspritzmenge an Kraftstoff durchführbar.
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Soll die Düsennadel 23 bei einer
Einspritzung langsam öffnen,
wird eine Zulaufdrossel mit hoher Drosselwirkung vorgesehen, wohingegen
bei gewünschter
hoher Öffnungsgeschwindigkeit
eine Zulaufdrossel mit geringerer Drosselwirkung vorzusehen ist.
Eine Schließgeschwindigkeit
der Düsennadel wird
im wesentlichen durch die Drosselwirkung beider Drosseln bestimmt,
wobei eine zunehmende Drosselwirkung die Schließgeschwindigkeit reduziert.
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Nach Beendigung der Einspritzung,
d.h. wenn der Kolben 15 an der Ventilplatte 14 anliegt
und die Düsennadel 23 dichtend
gegen den Dichtsitz 30 gedrückt ist, liegt zwischen dem
Hochdruckbereich 4 und der Längsbohrung 37 bzw.
dem Steuerraum 5 ein derartiges Druckgefälle vor,
daß ausgehend
von der Längsbohrung 37 Kraftstoff
zwischen dem ersten Teilkolben 17 und dem zweiten Teilkolben 18 über die Durchgangsbohrung 25 in
den Hochdruckbereich 4 einströmt, bis das Druckgefälle im wesentlichen
reduziert ist.
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Mit der vorbeschriebenen konstruktiven
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ventils
ergibt sich eine Reduzierung des Volumens des Hochdruckbereiches
des Kraftstoffeinspritzventils, wodurch vorteilhafterweise Festigkeitsproblemen
entgegengewirkt wird. Die erhebliche Verkleinerung des Hochdruckbereichs 4 des
Kraftstoffeinspritzventiles 1 nach der Erfindung im Vergleich
zu aus der Praxis bekannten Einspritzventilen und der Umstand, daß dieser
größtenteils
in Bauteile integriert ist, welche im Inneren der Gehäuseteile
des Ventiles angeordnet sind, erlaubt eine Reduzierung der Wandstärke der Gehäuseteile
des Ventiles, woraus wiederum eine Bauraumersparnis resultiert.
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Darüber hinaus weist das Kraftstoffeinspritzventil
nach der Erfindung die Vorteile eines Kraftstoffeinspritzventiles
mit Druckübersetzung
auf, nämlich daß ein Zuführdruck
wesentlich kleiner sein kann, als der erst im Ventil selbst erzeugte
Einspritzdruck, wodurch eine Druckmittelzuführung nicht mit der gleichen
Festigkeit ausgeführt
werden muß wie
das Druckübersetzungssystem
selbst.
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Die 2, 3 und 4 stellen drei weitere Ausführungsformen
des Ventils nach der Erfindung dar. Dabei unterscheiden sich die
in den 2, 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiele von dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
jeweils nur in Teilbereichen, weshalb in der nachfolgenden Beschreibung
und in den 2 bis 4 für baugleiche und für funktionsgleiche
Bauteile dieselben Bezugszeichen verwendet werden.
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Das in 2 dargestellte
Ausführungsbeispiel
des Kraftstoffeinspritzventiles 1 unterscheidet sich von
dem in 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel
des Kraftstoffeinspritzventiles 1 durch ein im Bereich
der Anlagefläche
zwischen dem ersten Teilkolben 17 und dem zweiten Teilkolben 18 angeordnetes Befüllventil 44,
welches eine Befüllung
des Hochdruckbereiches 4 mit Kraftstoff sicher gewährleisten soll.
Die Befüllung
soll selbst dann gewährleistet
sein, falls ein theoretisch ausreichendes Druckgefälle zwischen
dem Hochdruckbereich 4 und der Längsbohrung 37 des
Ventilkörpers 35 nicht
zu einer ausreichenden Befüllung
des Hochdruckbereiches 4 ausgehend von der Längsbohrung 37 führen sollte.
Das Befüllventil 44 öffnet ab
einem bestimmten Druckgefälle
zwischen dem Ventilsteuerraum 10 und dem Hochdruckbereich 4 und
bleibt so lange geöffnet,
bis ein Schließdruck
in dem Hochdruckbereich 4 erreicht wird.
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Während
einer Einspritzung sperrt das vorliegend als Rückschlagventil ausgeführte Befüllventil 44 den
Hochdruckbereich 4 gegenüber dem Ventilsteuerraum 10,
so daß der
vorbeschriebene Druckaufbau im Hochdruckbereich durch Verschieben
des Kolbens 15 in Richtung der Düsennadel 23 sicher
gewährleistet
ist. Darüber
hinaus ist der Hochdruckbereich 4 in der in 1 beschriebenen Art und
Weise gegenüber
der Längsbohrung 37 abgedichtet.
Die Dichtwirkung an der Berührungsstelle
zwischen dem ersten Teilkolben 17 und dem zweiten Teilkolben 18 wird
durch eine ausreichend hohe auf den zweiten Teilkolbens 18 wirkende
Anpreßkraft
erzielt.
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Alternativ hierzu kann das in 2 dargestellte Ausführungsbeispiel
des Kraftstoffeinspritzventiles 1 nach der Erfindung dahingehend
ausgeführt
sein, daß der
Kolben 15 ein einteiliger Stufenkolben ist. Das heißt, daß der erste
Teilkolben 17 und der zweite Teilkolben 18 einstückig ausgeführt sind oder
fest miteinander verbunden sind, wodurch eine Befüllung des
Hochdruckbereiches ausgehend von der Längsbohrung des Ventilkörpers nicht
vorgesehen ist und der Hochdruckbereich lediglich ausgehend von
dem Ventilsteuerraum durch ein Öffnen
und Schließen
des Befüllventiles
gesteuert wird.
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Zur weiteren Funktionsweise des in 2 dargestellten Kraftstoffeinspritzventiles
wird auf die Beschreibung des Kraftstoffeinspritzventiles gemäß 1 verwiesen, da diese bis
auf die zusätzliche
Befüllung
des Hochdruckbereiches 4 über das Befüllventil 44 gleich
ist.
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Das in 3 dargestellte
Ausführungsbeispiel
des Kraftstoffeinspritzventiles 1 unterscheidet sich im
wesentlichen von dem in 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
dadurch, daß das
Befüllventil 44 nicht
an dem dem Anlagebereich zwischen dem ersten Teilkolben 17 und
dem zweiten Teilkolben 18 zugewandten Ende des ersten Teilkolbens 17 angeordnet
ist, sondern daß das
Befüllventil 44 im
Mündungsbereich
der Durchgangsbohrung 25 in die Führungsbohrung 24 integriert
ist. Diese Maßnahme führt dazu,
daß das
Volumen des Hochdruckbereichs 4 im Vergleich zu den Ausführungsbeispielen
gemäß 1 und 2 reduziert ist, wodurch die vorbeschriebenen
Vorteile des Kraftstoffeinspritzventils nach der Erfindung noch
stärker
zum Tragen kommen.
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Ein Ventilschließglied 45 des als
Rückschlagventil
ausgeführten
Befüllventiles 44 und
eine das Ventilschließglied 45 gegen
einen Ventildichtsitz 46 drückende Schließfeder 47 sind
in der Durchgangsbohrung 25 angeordnet und durch eine an
den zweiten Teilkolben 18 nach der Montage des Ventilschließgliedes 45 und
der Schließfeder 47 angeschweißte Scheibe 48 positioniert.
Die Scheibe 48 ist mit einer mittigen Bohrung 49 zum
Führen
von Kraftstoff in den Hochdruckbereich 4 versehen. Die Durchgangsbohrung 25 des
zweiten Teilkolbens 18 ist im Bereich des Ventildichtsitzes 46 mit
einer Durchmessereinschnürung
versehen, wodurch auf das Befüllventil 44 einwirkende
Druckschwankungen in der Längs bohrung 37 und
damit auch in der Durchgangsbohrung 25 geglättet werden.
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Die Funktionsweise des Kraftstoffeinspritzventils 1 gemäß der in 3 dargestellten Ausführungsform
entspricht im wesentlichen der Funktionsweise des in 2 dargestellten Kraftstoffeinspritzventils,
weshalb auf die Beschreibung der Funktionsweise des Kraftstoffeinspritzventils
zu 1 und 2 verwiesen wird.
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In 4 ist
ein weiteres Ausführungsbeispiel des
Kraftstoffeinspritzventils 1 dargestellt, dessen prinzipielle
konstruktive Ausführung
im wesentlichen dem Ausführungsbeispiel
gemäß 1 entspricht. Das Kraftstoffeinspritzventil
gemäß 4 ist jedoch ohne Verbindung
zwischen der Druckmittelzuführung 2 und
dem Nadelsteuerraum 34 sowie ohne die in den 1, 2 und 3 dargestellten
Drosseln 40 und 41 ausgeführt.
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Damit stellt das Kraftstoffeinspritzventil 1 gemäß 4 gegenüber den Ausführungsbeispielen gemäß 1, 2 und 3 eine
vereinfachte Ausführungsform
dar, dessen Einspritzverhalten jedoch nicht in der differenzierten
Art und Weise einstellbar ist, wie es bei den Ausführungsbeispielen
der 1 bis 3 der Fall ist, die die Zulaufdrossel 40 und
die Ablaufdrossel 41 aufweisen. Dies resultiert daraus,
daß das Öffnungsverhalten
des Kraftstoffeinspritzventiles gemäß 4 lediglich über eine Drosselwirkung eines
Durchbruchs 50 beeinflußbar ist.
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Der Durchbruch 50 ist in
der Düsennadel 23 vorgesehen,
um ein Zuführen
bzw. ein Abführen
von Kraftstoff in den Nadelsteuerraum 34 bzw. aus dem Nadelsteuerraum 34 heraus
zu gewährleisten,
und stellt eine Verbindung zwischen dem Nadelsteuerraum 34 und
dem Hochdruckbereich 4 im Bereich des Verbindungskanals 26 her.
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Gemäß der Darstellung in 4 liegt das Ventilelement 3 am
ersten Ventilsitz 6 und die Düsennadel 23 am Dichtsitz 30 an.
Wird der erste Ventilsitz 6 von dem Ventilelement 3 freigegeben
und der zweite Ventilsitz 7 von dem Ventilelement 3 verschlossen, wird
der Kolben 15 in Richtung der Düsennadel 23 verschoben,
wobei der im Hochdruckbereich 4 vorhandene Kraftstoff auf
Hochdruck verdichtet wird. Gleichzeitig steigt der Druck im Nadelsteuerraum 34 entsprechend
der Drosselwirkung des Durchbruchs 50 an. Erreicht der
Druck des Hochdruckbereiches 4 den Öffnungsdruck bzw. den Einspritzdruck,
hebt die Düsennadel 23 in
Richtung der Ventilplatte 14 von dem Dichtsitz 30 ab,
und der in dem Hochdruckbereich 4 bzw. in dem Ringraum 28 vorhandene
Kraftstoff wird über
die Einspritzöffnungen 31 in
einen Brennraum einer Brennkraftmaschine eingespritzt.
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Zur Beendigung der Einspritzung wird
das Ventilelement 3 wiederum an den ersten Ventilsitz 6 dichtend
angelegt, wodurch der Kolben 15 in vorbeschriebener Art
und Weise zurück
an die Ventilplatte 14 verschoben wird. Gleichzeitig wird
die Düsennadel 23 dichtend
gegen den Dichtsitz 30 gedrückt, wobei sich das Volumen
des Nadelsteuerraumes 34 verringert. Der überschüssige Kraftstoff
des Nadelsteuerraumes 34 wird über den Durchbruch 50 in
den Hochdruckbe reich 4 gedrückt. Die Schließgeschwindigkeit
der Düsennadel 23 ist
daher von der Drosselwirkung des Durchbruchs 50 abhängig und über eine Veränderung
der Drosselwirkung variierbar.
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Der Hochdruckbereich 4 wird
somit nach Beendigung der Einspritzung einerseits über die
Längsbohrung 37 und
zusätzlich
mit überschüssigem Kraftstoff
des Nadelsteuerraums 34 über den Durchbruch 50 befüllt.
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Selbstverständlich liegt es im Ermessen
des Fachmannes, das Kraftstoffeinspritzventil gemäß der in 4 dargestellten Ausführungsform
mit einem Befüllventil
in der in den 2 und 3 beschriebenen Art und Weise
zu versehen. Dabei kann das Befüllventil
in den in 2 oder in 3 dargestellten Positionen
oder in beliebig dazwischen angeordneten Positionen vorgesehen sein.