DE10101802A1 - Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten, mit einer insbesondere piezoelektrischen Aktor-Einheit (15) zur Betätigung eines in einer Bohrung (13) eines Ventilkörpers (12) verschiebbaren Ventilglieds (14) vorgeschlagen, welches wenigstens einen Stellkolben (16) sowie wenigstens einen Betätigungskolben (18) aufweist, der zur Betätigung eines Ventilschließglieds (21) dient, das mit mindestens einem an dem Ventilkörper (12) ausgebildeten Ventilsitz (22) zusammenwirkt, wobei zwischen dem Stellkolben (16) und dem Betätigungskolben (18) eine Hydraulikkammer (17) angeordnet ist. Zur Verringerung der Baugröße des Ventils und zur Erleichterung der Montage weist der Stellkolben (16) eine Sackbohrung (19) auf, in der der Betätigungskolben (18) die Hydraulikkammer (17) begrenzend und verschiebbar gelagert ist, und sind der Betätigungskolben (18) und das Ventilschließglied (21) einstückig gefertigt (Figur).
Description
Die Erfindung geht von einem Ventil zum Steuern von Flüs
sigkeiten gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches 1
näher definierten Art aus.
Aus der EP 0 477 400 A1 ist ein Ventil, welches über einen
piezoelektrischen Aktor betätigbar ist, bereits bekannt.
Bei diesem Ventil wird die Auslenkung des piezoelektrischen
Aktors mittels einer Hydraulikkammer auf ein Ventilschließ
glied übertragen. Die Hydraulikkammer, welche hier als eine
sogenannte hydraulische Übersetzung arbeitet, schließt zwi
schen zwei sie begrenzenden Kolben, von denen einer als Be
tätigungskolben mit einem kleineren Durchmesser ausgebildet
ist und mit einem anzusteuernden Ventilschließglied verbun
den ist und der andere Kolben als Stellkolben mit einem
größeren Durchmesser ausgebildet ist und mit dem piezoelek
trischen Aktor verbunden ist, ein gemeinsames Ausgleichsvo
lumen ein. Über dieses können Toleranzen aufgrund von Temperaturgradienten
im Bauteil sowie eventuelle Setzeffekte
ausgeglichen werden, ohne daß dadurch eine Änderung der Po
sition des anzusteuernden Ventilschließgliedes auftritt.
Das Ventilschließglied, die Kolben und der piezoelektrische
Aktor liegen bei dem bekannten Ventil hintereinander ange
ordnet auf einer gemeinsamen Achse.
Nachteilig ist bei derartigen Ventilen insbesondere die
große Baulänge, die sich durch die in Längsrichtung hinter
einander angeordneten Kolben ergibt und bei einem geringen
zur Verfügung stehenden Einbauraum sehr hinderlich sein
kann.
Des weiteren besteht bei bekannten Ventilen der einleitend
genannten Art der Nachteil, daß insbesondere beim Vorliegen
eines Doppelsitzventils sich die Montage des Ventils selbst
äußerst schwierig gestaltet.
Die beschriebenen Nachteile der bekannten Lösungen treffen
vor allem auf Servoventile zur Ansteuerung von als Common-
Rail-Injektoren ausgebildeten Kraftstoffeinspritzventilen
zu, bei denen ein hoher Wirkungsgrad erwünscht ist sowie
ein nur begrenzter Bauraum zur Verfügung steht.
Das vorgeschlagene Ventil zur Steuerung von Flüssigkeiten
mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1, bei welchem der Stellkolben eine Sackbohrung aufweist,
in welcher der Betätigungskolben die Hydraulikkammer be
grenzend und verschiebbar gelagert ist, und der Betätigungskolben
und das Ventilschließglied einstückig gefertigt
sind, hat demgegenüber den Vorteil, daß aufgrund der glei
tenden Anordnung des Betätigungskolbens in dem Stellkolben
nur ein sehr kleiner Einbauraum für das Ventil erforderlich
ist und daß sich dadurch, daß der Betätigungskolben und das
Ventilschließglied einstückig gefertigt sind, die Montage
des Ventils beträchtlich vereinfacht.
Des weiteren lassen sich mit dem Ventil nach der Erfindung
die Leckverluste aus der Hydraulikkammer deutlich verrin
gern, da durch die parallel verlaufenden Dichtspalte zwi
schen dem Stellkolben und dem Betätigungskolben weit weni
ger Flüssigkeit entweichen kann als über die zwangsläufig
größeren Umfangsflächen von seriell hintereinander geschal
teten Stell- und Betätigungskolben, wie bei dem vorstehend
beschriebenen Ventil nach dem Stand der Technik.
Vorteilhafterweise wird der Betätigungskolben mit einem mi
nimalen Spiel und der maximal möglichen Führungslänge in
der Sackbohrung des Stellkolbens geführt.
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
der Durchmesser des Ventilschließglieds größer als derjeni
ge des Betätigungskolbens. Damit kann das Ventilschließ
glied, das vorzugsweise im wesentlichen zylindrisch ausge
bildet ist, problemlos mit einem angrenzenden, den Ventil
sitz bildenden Bauteil zusammenwirken, das eine zylindri
sche Bohrung hat, durch die der Betätigungskolben bei der
Montage geschoben werden kann.
Um dem zu steuernden Fluid beim Öffnen des Ventilschließ
glieds einen möglichst geringen Strömungswiderstand zu bie
ten, liegt vorteilhafterweise zwischen dem Ventilschließ
glied und dem Betätigungskolben ein zylindrischer Bereich
verringerten Durchmessers. Damit kann das zu steuernde Flu
id mit geringem Strömungswiderstand in den Raum fließen,
von dem der Rücklaufkanal abzweigt.
Um Leckageverluste der Hydraulikkammer auszugleichen, ist
bei einer bevorzugten Ausführungsform des Ventils nach der
Erfindung in dem den Betätigungskolben und das Ventil
schließglied bildenden Bauteil ein Kanal zur Befüllung der
Hydraulikkammer ausgebildet. Dieser zweigt vorteilhafter
weise an der der Hydraulikkammer abgewandten Stirnseite
dieses Bauteiles ab und führt beispielsweise als axiale
Bohrung und Querbohrung in eine Ringnut, die an der Um
fangsfläche des Betätigungskolbens ausgebildet ist, von wo
aus über die verbleibende Dichtlänge zwischen der Ringnut
und der Hydraulikkammer letztere befüllt wird. Dies führt
dazu, daß in der Hydraulikkammer der Druck herrscht, der in
Strömungsrichtung stromauf das Ventilschließglied herrscht.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen des Ge
genstandes nach der Erfindung ergeben sich aus der Be
schreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen.
Ein Ausführungsbeispiel des Ventils zum Steuern von Flüs
sigkeiten nach der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
vereinfacht dargestellt und wird in der nachfolgenden
Beschreibung näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt eine ausschnittsweise Darstellung
des Ventils zum Steuern von Flüssigkeiten in Verbindung mit
einem Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen im
Längsschnitt.
Das in der Figur dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt ei
ne Verwendung des Ventils nach der Erfindung bei einem
Kraftstoffeinspritzventil 1 für Brennkraftmaschinen von
Kraftfahrzeugen. Das Kraftstoffeinspritzventil 1 ist vor
liegend als Common-Rail-Injektor ausgebildet, bei dem die
Einspritzung von Dieselkraftstoff über das Druckniveau in
einem Ventilsteuerraum 2, der über eine Zulaufdrossel 3 mit
einem Hochdruckraum 4 verbunden ist, gesteuert wird. Der
Hochdruckraum 4 ist wiederum mit einer hier nicht darge
stellten Hochdruckzufuhrleitung verbunden, welche zu einem
für mehrere Einspritzventile gemeinsamen Hochdruckspeicher,
einem sogenannten Common-Rail, führt.
Das Kraftstoffeinspritzventil 1 umfaßt des weiteren einen
Düsenkörper 5, in dem ein Ventilsteuerkolben 6 angeordnet
ist, der mit einer Düsennadel zusammenwirkt oder diese
selbst darstellt. Der Ventilsteuerkolben 6 steuert eine
hier nicht näher dargestellte Einspritzdüse in der Weise,
daß er über den in dem Ventilsteuerraum 2 herrschenden
Druck verschoben werden kann.
Der Hochdruckraum 4 umgibt den Bereich des in der Figur
dargestellten Endes des Ventilsteuerkolbens 6 und ist
gleichzeitig in Richtung des entgegengesetzten Endes des
Ventilsteuerkolbens 6 mit der in einen hier nicht darge
stellten Verbrennungsraum der Verbrennungsmaschine münden
den Öffnung bzw. Einspritzdüse verbunden. In dem Hochdruck
raum 4 herrscht im Betriebszustand der sogenannte Common-
Rail-Druck, der bis zu 1,8 kbar betragen kann.
Das in der Figur dargestellte Ende des Ventilsteuerkolbens
6 ist in einer Bohrung 7 eines Federtellers 8 geführt. Des
weiteren ist der Ventilsteuerkolben 6 mittels einer Feder 9
belastet, die einerseits mit dem Federteller 8 und anderer
seits mit einem mit dem Ventilsteuerkolben 6 verbundenen
Auflager 10 verbunden ist.
In dem Federteller 8 ist der oben bereits genannte Ven
tilsteuerraum 2 ausgebildet, der sich an die in der Figur
dargestellte, der Einspritzdüse abgewandte Stirnseite des
Ventilsteuerkolbens 6 anschließt, und der über die Zulauf
drossel 3 mit dem Hochdruckraum 4 verbunden ist. In axialer
Richtung des Kraftstoffeinspritzventils 1 zweigt von dem
Ventilsteuerraum 2 ein Kanal mit einer Ablaufdrossel 11 ab,
welcher zu einer nachfolgend beschriebenen Ventilsteuerein
heit führt.
An den Düsenkörper 5 schließt sich in axialer Richtung von
dem Ventilsteuerkolben 6 wegführend ein Ventilkörper 12 an,
in dem eine Ventileinheit nach der Erfindung angeordnet ist
und an der sich der Federteller 8 abstützt.
Der Ventilkörper 12 weist eine Bohrung 13 auf, in der ein
Ventilglied 14 axial beweglich geführt ist, das mittels ei
nes piezoelektrischen Aktors 15 betätigbar ist. Der piezo
elektrische Aktor 15 kann auf an sich bekannte Weise aus
mehreren Schichten aufgebaut sein und stützt sich einer
seits an einem Bereich des Ventilgehäuses ab und ist ande
rerseits mit einem sogenannten Stellkolben 16 verbunden,
welcher axial verschiebbar im wesentlichen formschlüssig in
der Bohrung 13 aufgenommen ist. Mittels einer auch zum Aus
gleich von Toleranzen aufgrund von Temperaturgradienten im
Bauteil dienenden Hydraulikkammer 17 wirkt der Stellkolben
16 mit einem Betätigungskolben 18 zusammen.
Der Betätigungskolben 18 ist wiederum axial verschiebbar in
einer sackartig ausgebildeten Bohrung 19 des Stellkolbens
16 angeordnet, wobei die Hydraulikkammer 17 zwischen der
dem piezoelektrischen Aktor 15 zugewandten Stirnseite des
Betätigungskolbens 18 und dem Boden der Bohrung 19 des
Stellkolbens 16 angeordnet ist.
An den Betätigungskolben 18 schließt sich in Richtung des
Ventilsteuerkolbens 6 über eine ringförmige Einschnürung 20
ein Ventilschließglied 21 an. Der Betätigungskolben 18 und
das Ventilschließglied 21 sind einstückig gefertigt. Mithin
kann durch Änderung der auf den Betätigungskolben 18 wir
kenden Kraft das Ventilschließglied 21 betätigt werden.
Sowohl der Betätigungskolben 18 als auch das Ventilschließ
glied 21 sind im wesentlichen zylindrisch ausgebildet, wo
bei der Durchmesser d1 des Betätigungskolbens 18 kleiner
ist als der Durchmesser d2 des Ventilschließglieds 21.
Das Ventilschließglied 21 steht in Wirkverbindung mit einem
an dem Ventilkörper 12 ausgebildeten Ventilsitz 22 und
trennt in Sperrstellung einen Ventilraum 23 von einem soge
nannten Ablaufraum 24. Von letzterem zweigt ein zu einem
Vorratstank führender Rücklaufkanal 25 ab.
Das Ventilschließglied 21 weist an seiner dem Ventilsteuer
kolben 6 zugewandten Stirnseite eine Quernut 26 auf, die
gewährleistet, daß bei geöffnetem Ventilschließglied 21
Fluid von der Ablaufdrossel 11 über den Ventilraum 23 zu
dem Ablaufraum 24 strömen kann.
Des weiteren ist in dem das Ventilschließglied 21 und den
Betätigungskolben 18 bildenden Bauteil 27 ein Kanal 28 zur
Befüllung der Hydraulikkammer 17 ausgebildet. Der Kanal 28
umfaßt eine axial ausgebildete Bohrung 29, die an der
Stirnseite des Ventilschließglieds 21 abzweigt und in eine
Querbohrung 30 mündet, die in dem der Hydraulikkammer 17
zugewandten Bereich des Betätigungskolbens 18 ausgebildet
ist. Die Querbohrung 30 mündet wiederum in eine Ringnut 31,
die an der Umfangsfläche des Betätigungskolbens 18 ausge
bildet ist, so daß zwischen der Ringnut 31 und der Hydrau
likkammer 17 ein Ringspalt mit der Dichtlänge L2 verbleibt,
über den die Hydraulikkammer befüllbar ist. Der Ringspalt
zwischen der Ringnut 31 und dem Ablaufraum 24 bildet eine
Dichtlänge L1.
Das in der Figur dargestellte Kraftstoffeinspritzventil 1
arbeitet in nachfolgend beschriebener Weise.
In geschlossenem Zustand des Kraftstoffeinspritzventils 1,
d. h. wenn keine Spannung an dem piezoelektrischen Aktar 15
anliegt, befindet sich das Ventilschließglied 21 mit dem
Durchmesser d2, dem sogenannten Dichtdurchmesser, an dem
Ventilsitz 22. In dieser Stellung dichtet das Ventil
schließglied 21 den Ablaufraum 31 gegen den Ventilraum 23
ab. Das Ventilschließglied 21 wird mittels des über die Ab
laufdrossel 11 auf die dem Ventilsteuerkolben 6 zugewandte
freie Stirnfläche wirkenden Fluiddrucks ps gegen den Ven
tilsitz 22 gepreßt. Der damit in dem Ventilraum 23 herr
schende Druck wirkt über die Längsbohrung 29, die Querboh
rung 30, die Ringnut 31 und den Ringspalt mit der Dichtlän
ge L2 in die Hydraulikkammer 17, so daß in letzterer eben
falls der Druck ps herrscht. Das Bauteil 27 befindet sich
mithin im kraftausgeglichen Zustand.
Wenn das Einspritzventil 1 geöffnet werden soll, d. h. wenn
die durch den Ventilsteuerkolben 6 verschlossene, hier
nicht dargestellte Einspritzdüse geöffnet werden soll, wird
an dem piezoelektrischen Aktor 15 eine elektrische Spannung
angelegt, worauf sich dieser schlagartig in axialer Rich
tung, d. h. in Richtung des Stellkolbens 16 ausdehnt. Letz
terer wird dadurch in Richtung des Betätigungskolbens 18
verschoben, wodurch sich in der Hydraulikkammer 17 ein Öff
nungsdruck aufbaut, der wiederum den Betätigungskolben 18
in Richtung des Ventilsteuerkolbens 6 verschiebt. Zusammen
mit dem Betätigungskolben 18 wird das aufgrund der einstüc
kigen Bauweise mit diesem verbundene Ventilschließglied 21
bis ebenfalls in Richtung des Ventilsteuerkolbens 6 verfah
ren, bis es an dem Federteller 8 anliegt, so daß eine Ver
bindung zwischen dem Ventilraum 23 und dem Ablaufraum 24
hergestellt ist. In dieser Stellung des Ventilschließglieds
21 strömt sich in dem Ventilraum 23 befindlicher Kraftstoff
in den Ablaufraum 24 und von diesem über die Rücklauflei
tung 25 ab. Über die Ablaufdrossel 11 und die Quernut 26
des Ventilschließglieds 21 wird dadurch der Ventilsteuer
raum 2 entlastet, so daß sich der Druck in demselben abbaut
und sich der Ventilsteuerkolben 6 in Richtung der Ablauf
drossel 11 verschiebt, wodurch die zu dem Verbrennungsraum
der Verbrennungsmaschine führende Öffnung freigegeben und
unter Hochdruck stehender, in dem Hochdruckraum 4 des
Kraftstoffeinspritzventils 1 enthaltener Kraftstoff in den
Verbrennungsraum der Verbrennungsmaschine eingespritzt
wird.
Wird nun die an dem piezoelektrischen Aktor 15 angelegte
Spannung unterbrochen, so wird der Stellkolben 16 in Rich
tung des Aktors 15 zurückgefahren, wodurch der in der Hy
draulikkammer 17 herrschende Druck gemindert wird und das
aus dem Betätigungskolben 18 und dem Ventilschließglied 21
bestehende Bauteil 27 mittels des über die Ablaufdrossel 11
auf die freie Stirnfläche des Ventilschließglieds wirkende
Drucks ebenfalls in Richtung des piezoelektrischen Aktors
15 verfahren wird, bis das Ventilschließglied 21 an dem ihm
zugeordneten Ventilsitz 22 anliegt.
Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen unmittelbar er
gibt, erfolgt die Befüllung der Hydraulikkammer 17 direkt
aus dem Ventilraum 23. Die über die Dichtlänge L1 anfallen
de Leckage wird direkt in den Ablaufraum 24 geleitet und
von dort dem Rücklaufkanal 25 zugeführt.
Die bei Betätigung des Ventils auf den Betätigungskolben 18
auszuübende hydraulische Kraft ist durch das Verhältnis von
Dichtdurchmesser d2 zu dem Durchmesser d1 des Betätigungs
kolbens bestimmt. Beim Ansteuern des piezoelektrischen Ak
tors 15 wird der Betätigungskolben 18 gegen die hydrauli
sche Kraft über den Stellkolben 16 geöffnet.
Temperaturlängendehnungen, z. B. des Aktors oder des Halters
des Einspritzventils, und Toleranzen können über die Hy
draulikkammer 17 ausgeglichen werden.
Bei dem Ventil nach der Erfindung kann bei der beschriebe
nen Ausführungsform auf zusätzliche Kanäle zur Befüllung
der Hydraulikkammer 17 verzichtet werden. Des weiteren
fällt eine geringe Leckagemenge an. Auch liefert das Ventil
nach der Erfindung aufgrund der einstückigen Ausführung des
Bauteils 27 eine gute Montagemöglichkeit.
Es versteht sich, daß die Anwendung der Erfindung nicht auf
Kraftstoffeinspritzventile beschränkt ist. Vielmehr eignet
sie sich bei allen Ventilen mit einer piezoelektrischen Ak
tuatorik, bei denen ein Ventilschließglied einen Hochdruck
bereich von einem Niederdruckbereich trennt, wie z. B. in
Pumpen.
Ebenso ist die Erfindung bei einem sogenannten Doppelsitz
ventil, d. h. bei einem Ventil mit einem Ventilschließglied,
das mit zwei Ventilsitzen zusammenwirkt, einsetzbar.
Claims (9)
1. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten, mit einer insbe
sondere piezoelektrischen Aktor-Einheit (15) zur Betäti
gung eines in einer Bohrung (13) eines Ventilkörpers
(12) verschiebbaren Ventilglieds (14), welches wenig
stens einen Stellkolben (16) sowie wenigstens einen Be
tätigungskolben (18) aufweist, der zur Betätigung eines
Ventilschließglieds (21) dient, das mit mindestens einem
an dem Ventilkörper (12) ausgebildeten Ventilsitz (22)
zusammenwirkt, wobei zwischen dem Stellkolben (16) und
dem Betätigungskolben (18) eine Hydraulikkammer (17) an
geordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellkol
ben (16) eine Sackbohrung (19) aufweist, in der der Be
tätigungskolben (18) die Hydraulikkammer (17) begrenzend
und verschiebbar gelagert ist, und daß der Betätigungs
kolben (18) und das Ventilschließglied (21) einstückig
gefertigt sind.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventilschließglied (21) im wesentlichen zylindrisch ausgebildet
und koaxial zu dem Betätigungskolben (18) ange
ordnet ist.
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser (d2) des Ventilschließglieds (21)
größer als der Durchmesser (d1) des Betätigungskolbens
(18) ist.
4. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem Ventilschließglied (21) und
dem Betätigungskolben (18) ein zylindrischer Bereich
(20) verringerten Durchmessers (d3) liegt.
5. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventilschließglied (21) eine freie
Stirnfläche aufweist, an der eine Quernut (26) ausgebil
det ist.
6. Ventil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß in dem den Betätigungskolben (18) und das
Ventilschließglied (21) bildenden Bauteil (27) ein Kanal
(28) zur Befüllung der Hydraulikkammer (17) ausgebildet
ist.
7. Ventil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kanal (28) zur Befüllung der Hydraulikkammer (17) eine
axiale Bohrung (29) umfaßt.
8. Ventil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
axiale Bohrung (29) in eine Querbohrung (30) mündet, die
in dem der Hydraulikkammer (17) zugewandten Bereich des
Betätigungskolbens (18) angeordnet ist.
9. Ventil nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Kanal (28) zur Befüllung der Hydrau
likkammer (17) in eine Ringnut (31) mündet, die an der
Umfangsfläche des Betätigungskolbens (18) ausgebildet
ist.
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