[go: up one dir, main page]

DE10242742A1 - Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe - Google Patents

Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe Download PDF

Info

Publication number
DE10242742A1
DE10242742A1 DE10242742A DE10242742A DE10242742A1 DE 10242742 A1 DE10242742 A1 DE 10242742A1 DE 10242742 A DE10242742 A DE 10242742A DE 10242742 A DE10242742 A DE 10242742A DE 10242742 A1 DE10242742 A1 DE 10242742A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
wall
structure according
protective
protective structure
aircraft
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Ceased
Application number
DE10242742A
Other languages
English (en)
Inventor
Josef Eibl
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
EIBL, JOSEF, PROF. DR.-ING., 80805 MUENCHEN, DE
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DE20221709U priority Critical patent/DE20221709U1/de
Priority to DE10242742A priority patent/DE10242742A1/de
Publication of DE10242742A1 publication Critical patent/DE10242742A1/de
Ceased legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G21NUCLEAR PHYSICS; NUCLEAR ENGINEERING
    • G21CNUCLEAR REACTORS
    • G21C9/00Emergency protection arrangements structurally associated with the reactor, e.g. safety valves provided with pressure equalisation devices
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02EREDUCTION OF GREENHOUSE GAS [GHG] EMISSIONS, RELATED TO ENERGY GENERATION, TRANSMISSION OR DISTRIBUTION
    • Y02E30/00Energy generation of nuclear origin
    • Y02E30/30Nuclear fission reactors

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Plasma & Fusion (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • High Energy & Nuclear Physics (AREA)
  • Buildings Adapted To Withstand Abnormal External Influences (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft eine Schutzstruktur zur Absicherung von Bauwerken, insbesondere Kernkraftwerken gegen Angriffe von Flugzeugen. Sie ist als Schutzwand ausgebildet, die beabstandet vor dem Bauwerk angeordnet und derart ausgebildet ist, dass zumindest der Impuls eines Teiles der mit hoher Geschwindigkeit anfliegenden Flugzeugmasse in einen Impuls mit geringerer Geschwindigkeit wegfliegender Wandteile größerer Masse verwandelt wird, wobei die Wandteile eine im Wesentlichen kontrollierte Bewegung durchführen, sodass sie das zu schützende Bauwerk nicht oder nur in ungefährlicher Weise erreichen.

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzstruktur zur Absicherung von Bauwerken, insbesondere Kernkraftwerken gegen Angriffe durch Flugzeuge.
  • Die letzte Generation deutscher Kernkraftwerke ist von ihren statischen Eigenschaften her so ausgelegt, dass die Reaktor-Containments Angriffen von Militärflugzeugen Stand halten. Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, sind mittlerweile aber insbesondere terroristische Angriffe auf Kernkraftwerke denkbar, bei denen die gegenüber Militärmaschinen wesentlich schwereren und größeren Verkehrsflugzeuge eingesetzt werden könnten.
  • Eingehende Untersuchungen des Anmelders haben ergeben, dass bei einem Aufprall eines derartigen Fluggeräts mit bis etwa 500 t Gewicht auf eine im Wesentlichen starre Wand Kräfte von etwa 500 bis 600 MN (Mega-Newton) auftreten können. Diese resultieren aus der Aufprallgeschwindigkeit, der Masse und der Deformation des Flugzeugs an der Wand. Wie weitere Analysen inzwischen gezeigt haben, ertragen die zuletzt gebauten Reaktor-Containments des so genannten Convoy – Typs, obwohl ursprünglich nur für den Stoß eines kleineren Militärflugzeuges ausgelegt, als Folge u.a. reichlicher Vorhaltewerte bei der Ausführung und speziell der Beton-Nacherhärtung einen Aufprall auch von schweren Verkehrsflugzeugen.
  • Dies gilt jedoch nicht für die noch in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke älteren Typs, vornehmlich aber für die so genannten Siedewasserreaktoren. Um diese älteren Kraftwerke gegen die oben skizzierten Angriffe zu sichern, sind daher unbedingt zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Was ansonsten eine durch gezielten Absturz einer Verkehrsmaschine ausgelöste nukleare Katastrophe für Folgen hätte, ist offensichtlich und braucht hier nicht weiter erläutert zu werden.
  • Aufgrund der oben geschilderten Tatsachen ist es daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Schutzstruktur zur Verfügung zu stellen, die bei erträglichem Kostenaufwand die Sicherheit von gefährdeten Gebäuden, insbesondere Kernkraftwerken auch bei Angriffen mit großen Verkehrsflugzeugen gewährleistet.
  • Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass bei den meisten Kernkraftwerken eine Absicherung über einem horizontalen Winkelbereich von etwa 100° bis etwa 130° genügt, weil die Containments in dem verbleibenden Winkelbereich von etwa 230° bis 260° von weiteren Gebäuden so umgeben bzw. daran angebaut sind, dass dieser Containment-Bereich hinreichend abgeschirmt ist.
  • Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine Schutzwand vorgesehen ist, die beabstandet vor dem Bauwerk angeordnet und derart ausgebildet ist, dass der Impuls eines mit hoher Geschwindigkeit anfliegenden Flugzeugmasse resp.Teilmasse (Berstlast) in einen Impuls mit geringerer Geschwindigkeit und großer Masse der Schutzwand zusammen mit der verbleibenden Masse des Flugzeugs umgewandelt wird. Die letztgenannten Massenteile werden durch eine kontrollierte Bewegung. vor dem Kraftwerk zu Boden geführt. Das zu schützende Bauwerk wird damit nicht oder nur in ungefährlicher Weise von Trümmern des Flugzeugs oder der Schutzwand erreicht.
  • Die erfindungsgemäße Wirkung besteht also darin, dass Flugzeugteilmassen, die beim Zerbersten des Flugzeugs mit hoher Geschwindigkeit auf die Wand aufprallen, ihren Impuls auf die Wand bzw. auf Wandteile übertragen, die gegenüber den Flugzeugteilmassen hohes Gewicht resp. Masse haben und nach dem Impulsübertrag gegenüber den Flugzeugteilmassen deutlich niedrigere Geschwindigkeiten aufweisen. Entscheidend ist dabei nicht die statische Festigkeit der Wand, sondern deren schwere Masse, die den Impuls des Flugzeugs dynamisch aufnimmt und die dann ihrerseits, insbesondere mittels Zugelementen, kontrolliert vor dem Gebäude zu Boden geführt wird. Die dabei durch den Aufschlag am Boden induzierten Erschütterungen können durch entsprechende Bodenauffüllung oder Bodenaustausch so abgefedert werden, dass die ansonsten extremen Erschütterungen im Gebäude-Inneren, insbesondere im Containment eines Kernreaktors hinreichend reduziert werden.
  • Der Vorteil einer derartigen Wandkonstruktion ergibt sich einerseits daraus, dass anders als bei einer eventuellen Überbauung des Kernkraftwerkes kein Betriebsstillstand des Kraftwerkes in Kauf zu nehmen ist, was enorme Kosten verursachen würde. Die Wand kann vielmehr in entsprechend weitem Abstand errichtet werden, ohne dass der Reaktorbetrieb beeinträchtigt wird.
  • Die Erfindung hat daneben auch den Vorteil, dass die statische Biege-resp. Schubfestigkeit der Wand nicht maßgeblich für den erfolgreichen Schutz ist. Denn eine starre Wand, die einer derartig hohen Belastung Stand halten könnte, würde einen im Vergleich zur vorliegenden Erfindung gravierend größeren Aufwand erfordern mit entsprechend höheren Kosten.
  • Die erwünschte kontrollierte Führung der Schutzwand nach dem Flugzeug-Aufprall erfolgt zweckmäßigerweise durch Zugelemente, insbesondere Stahlseile, die an der Schutzwand angeordnet sind, vorzugsweise im Inneren der Schutzwand geführt sind und im Boden verankert werden. Dabei verlaufen die Zugmittel etwa vertikal bis nahezu zum oberen Rand der Schutzwand, wogegen ihre unteren Enden im Wand-Fundament oder an weiter nach unten laufenden Zugpfählen oder dergleichen im Boden verankert sind.
  • In besonders vorteilhafter Weise ist die Wand als verankerte Gitterstruktur ausgebildet, durch die das Flugzeug beim Aufprall in Einzelteile zerkleinert wird. Die Gitterstruktur gewährleistet dabei, dass die besonders gefährlichen Teile wie die Tragflächen, mit den Treibstoff-Tanks, vom Flugzeug abgeschert werden.
  • Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Gitterstruktur so ausgebildet ist, dass sie sich vertikal erstreckt, und aus einer Reihe von im Boden verankerten, etwa vertikalen Pfosten und vor allem aus mindestens einem, vorzugsweise zwei beabstandeten, horizontal verlaufenden, massigen Querelementen im oberen Bereich besteht.
  • Zur Unterstützung des Zerkleinerungseffekts können die Pfosten und/oder die Querelemente in Aufprallrichtung verjüngend ausgebildet sein, sodass sie entweder Spitzen oder Rippen, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Stahlpanzerung versehen, bilden, die das Flugzeug quasi zerschneiden.
  • Die Schutzwand, die zweckmäßig aus Stahlbeton besteht, kann horizontale und vertikale Bewehrungselemente, insbesondere aus Betonstahl aufweisen, die als Netzwerk ausgebildet eine Separierung großer Wandteile voneinander und damit eine Geschossbildung von Bruchstücken verhindert.
  • Durch die in Kanälen innerhalb der lotrechten Pfosten dieser Wandstruktur geführten Zugelemente, die etwa in Bohrpfählen im Boden verankert sind, wird ein kreisbogenartiges Umkippen zumindest der betroffenen Wandteile und insbesondere der schweren Querelemente an ihrem oberen Ende erzwungen. Es ist also ausgeschlossen, dass größere Wandteile weiter in Richtung des Reaktorbereichs fliegen. Die an der vertikalen Bewehrung „hängenden" Wandteile können maximal in horizontaler Richtung nur so weit fliegen, wie es die der Länge der vertikalen Zugelemente erlaubt.
  • Gegen den kurzfristig auftretenden Horizontalschub werden die Pfosten in einem Fundamentbalken verankert, der gleichzeitig die Zugpfahl-Köpfe verbindet. Durch den Aufprall klappt die Wand dann oberhalb des Fundamentes ähnlich einer Tür mit horizontalem Scharnier ab Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass die in einem Pfahlrost am Boden verankerten Zugelemente als Vorspannglieder zur Vorspannung der aufgehenden Stahlbetonpfosten verwendet werden.
  • Gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung kann die Schutzwand in Bodennähe für den Flugzeuganprall Sollbruchstellen erhalten, die ein Abklappen der Wand weitgehend als Ganzes unterstützen. Für konventionelle Beanspruchungen aus Wind resp. Erdbebenbeanspruchung können Abspannseile angeordnet werden, die im Falle des Flugzeuganpralls zerstört werden dürfen. Wie oben erwähnt, liegt der Erfindung der Grundgedanke zu Grunde, dass die Wand den Aufprall eines Flugzeugs dynamisch auffängt, wodurch die Wand in weiten Teilen schlicht umfällt. Dieser Effekt wird durch diese Sollbruchstellen begünstigt.
  • Zweckmäßig entspricht der Abstand zwischen Schutzwand und Bauwerk zumindest der Wandhöhe, die durch den maximalen Anflugwinkel der Flugzeuge von etwa 13° bezogen auf die Höhe des zu schützenden Bauwerkes bestimmt wird.
  • Insbesondere wenn eine Gitterstruktur mit großen Öffnungen vorgesehen ist, ist es vorteilhaft, dass hinter den Öffnungen Abweisblenden vorhanden sind, die durchfliegende Einzelteile in eine für das Bauwerk ungefährliche Richtung ablenken. Denn je nach Größe der offenen Bereiche im Gitter ist es möglich, dass nicht ganz ungefährliche Bruchstücke des Flugzeugs, beispielsweise die sehr harten Triebwerkskerne noch durch die Öffnungen passen und ohne Ablenkung auf den Reaktorbereich zufliegen. Dies wird durch die Abweisblenden ausgeschlossen. Die übrigen gefährlichen Flugzeugteile, nämlich die Flügel mit den Tanks werden schon vorher durch die Gitterwand zerstört und abgefangen, so dass sie nicht in unmittelbarer Reaktornähe explodieren können.
  • Diese Abweisblenden können separat hinter der Wand aufgestellt oder unmittelbar mit ihr verbunden sein. Zweckmäßig erstrecken sich die Ablenkblenden von der Wand aus schräg nach hinten.
  • Alternativ können Stahlseilnetze mit entsprechender Maschenweite in oberen Öffnungen zwischen den waagrechten Riegeln und senkrechten Pfosten des Tragwerks zum Einsatz kommen.
  • Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung.
  • Dabei zeigt:
  • 1 einen Grundriss eines typischen Kernkraftwerks mit dem Reaktor-Containment, seinen Nachbargebäuden und der erfindungsgemäßen Schutzwand;
  • 2 eine Front- und Seitenansicht der erfindungsgemäßen Schutzwand im Vertikalschnitt, sowie eine Draufsicht von oben;
  • 3 eine Seitenansicht der Wand mit Sollbruchstelle und Abspannung und
  • 4 eine Prinzipskizze.
  • 1 zeigt ein Kernkraftwerk mit einer Schutzwand 1, vorzugsweise aus Stahlbeton, dem Reaktor-Containment 2 und mehreren Betriebsgebäuden 3. Die Betriebsgebäude schirmen das Containment üblicherweise in einem Winkelbereich von etwa 230 – 260 Grad ausreichend ab. Bei Angriffen mit Verkehrsflugzeugen, die diese Betriebsgebäude anfliegen, besteht keine Gefahr für die Reaktorsicherheit, da diese Bauwerke das Flugzeug abfangen und keine entscheidende Beschädigung des Containments erlauben würden. Die Schutzwand 1 erstreckt sich deshalb bogenförmig nur in einem Bereich von ca. 90-130° um den freien Bereich des Containments.
  • 2 zeigt links eine Seitenansicht, rechts eine Draufsicht in Aufprallrichtung und unten eine Ansicht von oben auf die erfindungsgemäße Schutzwand. Sie ist als Gitterwand ausgebildet mit zahlreichen vertikal verlaufenden Pfosten 4 und zwei, zu diesen senkrecht angeordneten balkenförmigen Querelementen 5. Natürlich können auch mehr Querelemente vorgesehen sein. Die Pfosten 4 und die Querelemente 5 bilden zusammen Gitteröffnungen 6, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel etwa 15 Meter breit und etwa 20 – 25 Meter hoch sind. Die Gesamthöhe der Schutzwand beträgt etwa 55 m mit Rücksicht auf die Bauhöhe des Containments, ihrem Abstand zu diesem, und dem maximalen Anflugwinkel von Verkehrsflugzeugen mit etwa 13°. Die Tiefe der Pfosten 4 beträgt etwa 4-5 m, die Breite ist veränderlich zwischen 3 und 1 m. Die Querelemente 5 haben eine Höhe von etwa 2-4 m ihre Tiefe beträgt etwa etwa 5-6 m. Hier sind aber auch andere Maße denkbar.
  • Die Pfosten 4 sind im Erdboden in einer Fundamentplatte gegründet. Außerdem zeigt die Seitenansicht von 2, dass in den Pfosten Zugzeile 7 direkt oder über Hüllrohre einbetoniert sind. Diese Zugseile erstrecken sich über die gesamte Wandhöhe und sind zumindest im Wandfundament festgelegt, können sich darüber hinaus aber auch in weiter nach unten laufende Zugpfähle erstrecken. Die Zugseile 7 können in den Pfosten 4 mit einem gewissen Querversatz verlegt sein, derart, dass sie im oberen Pfostenbereich an der dem Aufprall abgewandten Seite beginnen und dann, wie in der Seitenansicht gezeigt, schräg nach unten zur Aufprallseite hin verlaufen, so dass sie schon aufgrund ihres Verlaufes eine höhere Gegenkraft bei einem Aufprall aufbauen.
  • 3 zeigt eine Seitenansicht einer alternativen Struktur, die an ihrem Fuß mit einem Stahlbetongelenk 9, einer „Sollbruchstelle" ausgebildet ist, sowie wiederum die Pfahlgründung, die die Zugseilkraft in den Boden ableitet. Bei dieser Alternative sind Abspannseile 10 für die Aufnahme von Windkräften und gegebenenfalls Erdbeben-Beanspruchungen im „Normalbetrieb" notwendig. Im Inneren jedes Pfostens sind ein oder mehrere Stahlzugseile geführt, die auch zur exzentrischen Vorspannung der Pfosten im Normalbetrieb genutzt werden können (Pfostenquerschnitt in 2).
  • Entscheidend ist nun, dass sich durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Schutzwand 1 folgende Funktionsweise bei einem Flugzeugangriff ergibt: Wenn ein Flugzeug auf die Wand auftrifft, wird es zunächst durch die Gitterkonstruktion zerkleinert, insbesondere werden die Flügel des Flugzeugs abgerissen und zertrümmert. Durch den Aufprall kippt die Wand als Ganzes um, entweder um das ausgebildete Stahlbetongelenk oder durch ein kombiniertes Schub-Biege-Versagen des „langen Kragarms", wobei die bodennahen Pfostenteile ähnlich wie ein Gelenk mit horizontaler Schwenkachse wirken.
  • Der Zerkleinerungseffekt des Gitters wird durch eine besondere Ausgestaltung der Pfosten 4 und der Querelemente 5 verstärkt, die in Aufprallrichtung (Pfeil in 2) gegebenenfalls verjüngend ausgebildet werden können. In der Ausschnittsvergrößerung innerhalb der Draufsicht von 2 ist diese mögliche Verjüngung für ein Querelement dargestellt. Es sind dabei viele Verjüngungsvarianten denkbar, bis hin zu stahl-gepanzerten Spitzen an der dem Flugzeug zugewandten Seite.
  • Da es vorkommen kann, dass massivere größere Flugzeugteile, wie etwa die Triebwerkskerne, durch die Gitteröffnungen 6 (2) hindurchtreten, sind zumindest im oberen Wandbereich Ablenkblenden 11 vorgesehen, die in 1, 2 unten resp.3 dargestellt sind. Sie erstrecken sich im Grundriss schräg hinter der Schutzwand, bezogen auf die Richtung aus der ein möglicher Flugzeugangriff erfolgt. Die Ablenkblenden sorgen dafür, dass im Bereich der Öffnungen 6 auftreffende Bruchstücke, in eine Richtung abgelenkt werden, die für das Reaktorgebäude ungefährlich ist (1). Gegebenenfalls können die Ablenkblenden 11 an ihren freien Enden durch Stahlseile oder dergleichen mit der Schutzwand verbunden sein, um ihre Stabilität zu erhöhen.
  • 4 zeigt schematisch die Vorgänge beim Aufprall einer Flugzeugmasse auf die Schutzwand am Beispiel zweier Pendel. Die große Betonmasse, die im Zustand vor der Beanspruchung auf einer Unterkonstruktion steht, symbolisiert die Schutzwand 1. Sie wird durch die kleinere Flugzeugmasse 12 mit hoher Geschwindigkeit angestoßen und in Bewegung gesetzt – rechter Teil von 4 -. Die bewegte Gesamtmasse wird durch die Zugseile kontrolliert und auf annähernd einer Kreisbahn zum Boden abgeführt.
  • Die Flugbahn der Masse nach einem Aufprall wie in 4 dargestellt, lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen:
    Im ersten Abschnitt verläuft die Flugbahn bei näherungsweise horizontal anfliegendem Flugzeug wegen der einwirkenden Erdbeschleunigung auf einer sehr kurzen Strecke knapp unterhalb einer Kreisbahn. Dabei wird kurzfristig keine Seilkraft wirksam.
  • Im zweiten Abschnitt, ab dem Schnittpunkt der geschilderten Flugbahn mit der durch die Seillänge bestimmten Kreisbahn, wird die Seilzugkraft geweckt, die durch die Verankerung der Seile in den Boden abgeleitet wird.
  • Schließlich kann in einem dritten Abschnitt im untersten Bereich der Kreisbahn bei vorgegebenen Anflugparametern die Flugbahn in Abhängigkeit von den Parametern der Konstruktion, Seillänge und Betonmasse, auch wieder ohne Zugseilkraft unterhalb der Kreisbahn verlaufen. Die horizontale Länge der Flugbahn bleibt jedoch in jedem Falle durch die Seillänge begrenzt.
  • Die auftretenden Erschütterungen beim Einschlag am Boden können durch entsprechende Bodenauffüllung oder Bodenersatz gedämpft werden.
  • Zusammenfassend besteht der Kern der Erfindung darin, dass nicht die statische Betonfestigkeit der Schutzwand, die einen enormen Aufwand notwendig machen würde, maßgebend ist, sondern nur deren schwere Masse. Diese nimmt den Hauptimpuls des aufprallenden Flugzeuges auf, das Zugseil überführt ihn in eine kontrollierte Bewegung. Die Struktur des Flugzeugs wird zerstört (Berstlast) und in Bruchstücke aufgeteilt, die teilweise abgelenkt weiter fliegen. Der Berstimpuls liegt deshalb unter dem Gesamtimpuls des stoßenden Flugzeugs. Die Schutzwand muss bezüglich ihrer Stahlbetonbewehrung nicht im klassischen Sinne gegen Versagen bemessen werden. Sie ist nur so auszulegen, dass eine völlige Separierung großer Bruchstücke verhindert wird.

Claims (20)

1) Schutzstrukur zur Absicherung von Bauwerken, insbesondere Kernkraftwerken gegen Angriffe von Flugzeugen, dadurch gekennzeichnet., dass eine Schutzwand (1) beabstandet vor dem Bauwerk (3) angeordnet und derart ausgebildet ist, dass zumindest der Impuls eines Teiles der mit hoher Geschwindigkeit anfliegenden Flugzeugmasse (12) in einen Impuls mit geringerer Geschwindigkeit wegfliegender Flugzeugteilmassen und Wandteile (1) größerer Masse verwandelt wird, wobei die Flugzeugteilmassen und Wandteile (1) in im Wesentlichen kontrollierter Bewegung geführt werden, sodass sie das zu schützende Bauwerk (2) nicht oder nur in ungefährlicher Weise erreichen.
Schutzstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kontrollierte Führung der Schutzwand (1) oder ihrer Teile durch im Boden verankerte Zugmittel (7) erfolgt.
Schutzstruktur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugmittel (7) als etwa vertikal verlaufende Stahlseile ausgebildet sind, die nahezu bis zum oberen Rand der Schutzwand verlaufen.
Schutzstruktur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugmittel (7) in Kanälen der Schutzwand (1) verlaufen.
Schutzstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) als mit dem Boden verankerte Gitterstruktur ausgebildet ist, durch die das Flugzeug (12) beim Aufprall in Einzelteile zerkleinert wird.
Schutzstruktur nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Gitterstruktur im Wesentlichen vertikal erstreckt und aus einer Reihe von im Boden verankerten, sich etwa vertikal erstreckenden Pfosten (4) und zumindest einem dazu senkrecht verlaufenden Querelement (5) besteht.
Schutzstruktur nach Anspruch 6, dass die Pfosten (4) im Boden in ein Fundament eingelassen und/oder mit Zugpfähle verbunden sind.
Schutzstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pfosten (4) und/oder das Querelement (5) zur Unterstützung des Zerkleinerungseffekts sich in Aufprallrichtung verjüngend ausgebildet sind.
Schutzstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pfosten (4) und/oder das Querelement (5) in Aufprallrichtung scharfkantig zulaufen.
Schutzstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) horizontal und vertikal verlaufende Bewehrungselemente aufweist, die miteinander verbunden sind und die gegebenenfalls im Boden verankert sind.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) im Wesentlichen aus Beton besteht, insbesondere aus bewehrtem Stahlbeton.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) in Bodennähe über Sollbruchstellen (9) verfügt, die ein Abklappen der Wand (1) weitgehend als Ganzes beim Aufprall des Flugzeugs (12) unterstützen.
Schutzstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (1) durch beidseits ausgeordnete Stützen, insbesondere durch schräg verlaufende Abspannmittel (10) gegenüber Windkräften und dergleichen gehalten wird.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen Schutzwand (1) und Bauwerk (2) mindestens der Wandhöhe entspricht.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzwand (1) in Richtung auf den Boden vorgespannt ist.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass hinter der Wand (1) Ablenkblenden (11) vorhanden sind, die die Einzelteile in eine für das Bauwerk (2) ungefährliche Richtung ablenken.
Schutzstruktur nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablenkblenden (11) mit der Wand (1) verbunden sind.
Schutzstruktur nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Ablenkblenden (11) von der Wand (1) aus schräg nach hinten erstrecken und zur Sicherung ihrer zur Wandoberfläche abgewinkelten Position jeweils zusätzlich durch Halteelemente, Stahlseile, Netze oder dergleichen mit der Wand (1) verbunden sind.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente, Stahlseile, Netze oder dergleichen an den freien Enden der Ablenkblenden (11) angreifen.
Schutzstruktur nach zumindest Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauwerk (2) ein Kernkraftwerk ist und die Parameter der Schutzwand (1), insbesondere ihre Höhe, Dicke und Entfernung zum Kraftwerk so aufeinander abgestimmt sind, dass vereinzelte zur Reaktorhülle durchdringende Einzelteile des Flugzeugs (12) und/oder der Schutzwand (1) diese nicht zerstören.
DE10242742A 2002-09-13 2002-09-13 Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe Ceased DE10242742A1 (de)

Priority Applications (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE20221709U DE20221709U1 (de) 2002-09-13 2002-09-13 Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe
DE10242742A DE10242742A1 (de) 2002-09-13 2002-09-13 Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE10242742A DE10242742A1 (de) 2002-09-13 2002-09-13 Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE10242742A1 true DE10242742A1 (de) 2004-03-18

Family

ID=31724762

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE10242742A Ceased DE10242742A1 (de) 2002-09-13 2002-09-13 Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE10242742A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102010037202A1 (de) * 2010-08-27 2012-03-01 Hochtief Construction Ag Bauwerk, insbesondere Bauwerk eines Kernkraftwerkes

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9318247U1 (de) * 1993-11-29 1994-03-03 Schwille Elektronik Produktions- und Vertriebs GmbH, 85551 Kirchheim Schutzwall
DE20118797U1 (de) * 2001-11-17 2002-02-28 Liehmann, Gerhard, 49809 Lingen Vorrichtung zum Schutz von Objekten gegen terroristische Anschläge mittels Flugzeugen, Raketen und sonstigen Flugkörpern
DE10150852A1 (de) * 2001-10-15 2003-05-08 Friedrich Grimm Terrorschutz-Vorrichtung für atomare Anlagen
DE10153403A1 (de) * 2001-11-01 2003-05-22 Aloys Wobben Windpark

Patent Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE9318247U1 (de) * 1993-11-29 1994-03-03 Schwille Elektronik Produktions- und Vertriebs GmbH, 85551 Kirchheim Schutzwall
DE10150852A1 (de) * 2001-10-15 2003-05-08 Friedrich Grimm Terrorschutz-Vorrichtung für atomare Anlagen
DE10153403A1 (de) * 2001-11-01 2003-05-22 Aloys Wobben Windpark
DE20118797U1 (de) * 2001-11-17 2002-02-28 Liehmann, Gerhard, 49809 Lingen Vorrichtung zum Schutz von Objekten gegen terroristische Anschläge mittels Flugzeugen, Raketen und sonstigen Flugkörpern

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102010037202A1 (de) * 2010-08-27 2012-03-01 Hochtief Construction Ag Bauwerk, insbesondere Bauwerk eines Kernkraftwerkes
DE102010037202B4 (de) * 2010-08-27 2016-02-25 Hochtief Construction Ag Bauwerk, insbesondere Bauwerk eines Kernkraftwerkes

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE68913542T2 (de) Anpralldämpfvorrichtung an leitplankenenden.
EP4090796B1 (de) Barrierenschranke
DE2910239C2 (de) Vorrichtung zum Schutz gegen Steinschlag und Lawinen in gebirgigem Gelände
EP4083324B1 (de) Mobile fahrzeugsperre zur aufstellung auf einem ebenen untergrund und verfahren zum aufstellen dieser mobilen fahrzeugsperre auf einem harten untergrund
EP1857594B1 (de) Steher für Leiteinrichtung mit Grundplatte
DE3629935A1 (de) Zaunanlage
DE102010037202B4 (de) Bauwerk, insbesondere Bauwerk eines Kernkraftwerkes
DE10242742A1 (de) Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe
DE20221709U1 (de) Schutzwand zur Absicherung von Bauwerken gegen Flugzeugangriffe
EP4168629B1 (de) Durchbruchsichere fahrzeugbarriere
DE1534538A1 (de) Sicherheitszaun
DE102004010578A1 (de) Stoßabsorbierende Vorrichtung für eine Leitplanke
EP1442187A1 (de) Schutzvorrichtung für gebäude oder anlagen
EP3135817A1 (de) Anschlusssystem
DE102010037201A1 (de) Bauwerk, insbesondere Bauwerk eines Kernkraftwerkes
DE102008015780A1 (de) Mechanische Sperrvorrichtung
DE202021101575U1 (de) Verbessertes Schutzgerüst
DE102008018925A1 (de) Schutzvorrichtung für Bauwerke
EP3680388B1 (de) Zufahrtschutz
DE102009037781B4 (de) Kernkraftanlage
EP3739125B1 (de) Anpralldämpfer für verkehrswege
EP4193020B1 (de) Fahrzeugrückhaltesystem mit steher für einen steinschlagschutzzaun
DE102006053341A1 (de) Betonleitwand
DE738644C (de) Brueckentragwerk
DE1784327C (de) Element zur Uferbefestigung

Legal Events

Date Code Title Description
OM8 Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law
8127 New person/name/address of the applicant

Owner name: EIBL, JOSEF, PROF. DR.-ING., 80805 MUENCHEN, DE

8110 Request for examination paragraph 44
8131 Rejection