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Die Erfindung betrifft ein Fenster
mit einem Rahmen, der zumindest teilweise in Holz ausgeführte Rahmenabschnitte
aufweist.
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Da Fenster zumeist ungehindert Witterungseinflüssen ausgesetzt
sind, werden für
die Fenster-Rahmen neben geeigneten Hölzern vielfach auch Kunststoffe
und Leichtmetalle verwendet.
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Unabhängig von der Unterscheidung
nach der Art des Öffnens
eines Fensters werden hier unter dem Begriff Rahmen sowohl die die
Glastafeln des Fensters tragenden Rahmabschnitte als auch der in die
Maueröffnung
eingesetzte Fenster-Stock, beispielsweise als Blendrahmen ausgeführt, an
dem die beweglichen Flügel
angeschlagen sind, verstanden. Daneben werden auch eine Fensterfläche unterteilende
Sprossen, die ggfls. lediglich als Stilmittel nur eingesetzt sind,
hier gleichwohl als Rahmenabschnitte aufgefasst.
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Für
das Erhalten der Witterungsbeständigkeit
ist bei Holzfenstern eine entsprechende Pflege nötig, beispielsweise regelmäßiges Streichen
bzw. Lackieren. Eine Alternative stellt die Verwendung von weitestgehend verwitterungsbeständigen Hölzern dar,
beispielsweise Teakholz. Die Verwendung solcher tropischer Hölzer ist
jedoch ökologisch
wenig sinnvoll und muß als
ein Raubbau an der Natur betrachtet werden.
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Vor diesem technischen Hintergrund
macht die Erfindung es sich zur Aufgabe, ein Fenster zur Verfügung zu
stellen, dessen Rahmen äußerst wetterfest
ausgebildet ist bei einer ökologisch
insgesamt positiven Bilanz.
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Zur Lösung dieser technischen Problematik wird
bei einem Fester mit einem Rahmen, der zumindest teilweise in Holz
ausgeführte
Rahmenabschnitte aufweist, gemäß des Anspruchs
1 erfindungsgemäß darauf
abgestellt, dass die Rahmenabschnitte aus einem Holz-Verbundwerkstoff
bestehen.
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Holz-Verbundwerkstoffe sind gegenüber Vollholz
deutlich kostengünstiger,
auch gegenüber der
Verwendung heimischer Hölzer
wie Kiefer, Fichte oder Lärche.
Darüber
hinaus ist regelmäßig die
Holzfeuchte eines Holz-Verbundwerkstoffes gegenüber dem hiesigen Vollholz deutlich
geringer und beträgt lediglich
etwa 6 bis 7 %.
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Bevorzugt wird für die Rahmenabschnitte ein Holzfasermaterial
verwendet, insbesondere eine Fertigung der Rahmenabschnitte aus
einem MDF- und/oder HDF-Plattenmaterial. Diese mitteldichten bzw.
hochdichten Faserplatten können äußerst maßgenau bearbeitet
werden und sind bei einer wasserfesten Verleimung durchaus auch
ausreichend wetterfest, wie eine Prüfung des Instituts für Fenstertechnik
e.V. in Rosenheim nach DIN 18055 aufgezeigt hat.
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Ein bevorzugter Holz-Verbundwerkstoff
für die
Rahmenabschnitte ist erfindungsgemäß die Verwendung eines OSB-Plattenmaterials,
einer Grobfaserplatte. Das OSB-Plattenmaterial ist konstruktiv hoch
belastbar und damit auch für
vergleichsweise große
Fenster bzw. Fensterflügel
bestens geeignet. Insbesondere steht OSB-Faserplattenmaterial in
verschiedensten Ausführungsformen,
insbesondere auch imprägniert
und in mit solchen Abmessungen zur Verfügung, dass die Rahmenabschnitte
in vorteilhafter Weise auch aus dem Vollen gefertigt werden können.
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Alternativ, insbesondere bei MDF-
und/oder HDF-Plattenmaterial bekannter, geringer vorgegebener Abmessungen,
besteht auch die Möglichkeit,
die Rahmenabschnitte aus mehreren, miteinander wasserfest verleimten
Plattenlagen aufzubauen.
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Ein weiterer Vorteil der Holz-Verbundwerkstoffe
ist die Möglichkeit,
diese aus heimischem Rohmaterial zu fertigen. So können auch
die bei der Bearbeitung des Materials selbst anfallenden Spänne, beispielsweise
bei dem Fräsen
von Nuten, dem Ausarbeiten von Anschlagkanten oder dergleichen mehr, erneut
für die
Herstellung derartige Verbundwerkstoffe verwendet werden. Ein zu
entsorgender Abfall kann damit gering gehalten werde.
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Bei einer weiteren Ausgestaltung
des Fensters nach der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Rahmenabschnitte
außenseitig
eine Verkleidung aufweisen, insbesondere eine vollflächige Verkleidung
der dem Wetter ausgesetzten Oberflächen. Ein Aufquellen der Holz-Verbundwerkstoffe
ist damit weitestgehend ausgeschlossen. Eine solche Verkleidung
kann aus einem Kunststoff, bevorzugt jedoch aus einem Leichmetall,
insbesondere aus einem Aluminium sein.
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In konstruktiver Ausgestaltung hat
es sich weiter bewährt,
wenn vorgesehen wird, dass an dem Stoß zwischen den Verkleidungen
eines Rahmenabschnittes des Fenster-Flügels und eines Rahmenabschnittes
des Fenster-Stocks eine Dichtung vorgesehen ist. Durch eine solche
Dichtung wird auch bei schwerem Schlagwetter sichergestellt, dass
kein Wassereintritt an dem Stoß zwischen
der Verkleidung an dem Fenster-Stock und an der des Rahmenabschnittes
des Fenster-Flügels
erfolgt.
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Zweckmäßigerweise verbleibt der obere,
horizontale Stoß der
Verkleidungen ohne eine Dichtung, so dass die vorgesehene Dichtung
in einer Draufsicht auf das Fenster U-förmig umlaufend und nach oben
offen ausgebildet ist. Verhindern die seitlichen, vertikal aufgehenden
Abschnitte der Dichtung das Durchdringen von beispielsweise Schwitzwasser oder
dergleichen, so stellt der obere, dichtungslose Abschnitt des Rahmens
eine ausreichende Hinterlüftung
auch der Verkleidung sicher.
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Zumeist wird die Dichtung zwischen
einer Kante der Verkleidung eines wandfesten Rahmenabschnittes und
einem flächenhaft
sich erstreckenden Abschnitt der Verkleidung eines Fenster-Flügels angeordnet
sein, wobei es sich als zweckmäßig erwiesen
hat, wenn die Dichtung bei geschlossenem Fenster unter Spannung
steht. Durch das Eindrücken
einer bspw. gummielastischen Dichtung wird so ein Höchstmaß an Abdichtung
des Stoßes
erreicht.
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In konstruktiver Ausgestaltung ist
weiter vorgesehen, dass die Dichtung von der Verkleidung des wandfesten
Rahmens gehalten ist, beispielsweise an einem hinterschnittenen
Fuß in
einer T-förmigen
Nut.
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Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert, in
der lediglich ein Ausführungsbeispiel
eines Fensters dargestellt ist.
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In der Zeichnung zeigt:
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1:
eine Draufsicht auf ein Fenster,
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2:
einen Schnitt gem. der Linie II, II in 1 und
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3:
einen Schnitt gem. der Linie III, III in 1.
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2 zeigt
einen Querschnitt durch einen unteren Rahmen beispielsweise eines
Drehkippfensters 1 gem. der Linie II, II in 1.
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In an sich üblicher Weise wird eine Zweischeiben-Isolierverglasung 2 in
einer Eckausnehmung 3 in einem unteren, horizontal verlaufenden
Fenster-Flügel-Rahmenabschnitt 4 durch
eine Konterlatte 5 gehalten. Bekannte, lediglich angedeutete
Dichtungsmaßnahmen
wie ein dauerelastisches Versiegeln und dergleichen mehr, sind in
den Figuren lediglich angedeutet.
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Der untere Rahmenabschnitt 6 des
Fenster-Stocks 7, der in das Mauerwerk, hier nicht dargestellt,
eingelassen ist und an dem der Fenster-Flügel 8 angeschlagen
ist, trägt
wetterseitig eine Sohlbank 9, die gesondert ausgebildet,
beispielsweise aus Metall, an dem unteren Rand des horizontal verlaufenden
Rahmenabschnitt 6 angesetzt ist.
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Der Rahmenabschnitt 6 des
Fenster-Stocks 7 wie auch der untere Rahmenabschnitt 4 des
Fenster-Flügels 8,
wie auch ggfls. die Konterlatte 5 und weiter vorgesehene
Fenstersprossen oder dergleichen, sind erfindungsgemäß aus einem
Holz-Verbundwerkstoff wie einem MDF- und/oder HDF-Plattenmaterial,
insbesondere aus einem OSB-Plattenmaterial und dann bevorzugt aus
dem Vollen gearbeitet.
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Alternativ können Platten wetterfest miteinander
verleimt werden, so dass die Stärken
der Querschnitte der Rahmenabschnitte 4 bzw. 6 problemlos durch
mehrere Lagen von Platten erreicht werden können.
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Wetterseitig, d. h. in 2 links, weisen die Rahmenabschnitte 4 bzw.
6 Verkleidungen 10,11 weiter auf. Die Verkleidungen 10,11 können aus
einem witterungsbeständigen
Kunststoffmaterial bestehen, bevorzugt ist jedoch ein Metall, insbesondere Aluminium.
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Die Verkleidung 10 an dem
unteren Rahmenabschnitt 4 des Fensterflügels 8 überdeckt
im Wesentlichen die wetterseitige Ecke 12 vor der von dem Rahmenabschnitts 4 gehaltenen
Isolierverglasung 2.
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Die am Rahmenabschnitt 6 des
Fenster-Stocks 7 festgelegte und damit wandfeste Verkleidung 11 ist
derart ausgebildet, dass sie mit einem frei dem Rahmenabschnitt 6 des
Fenster-Stocks 7 vorstehenden Winkelabschnitt 13 und
mit einem vertikal verlaufenden Abschnitt 14 der Verkleidung 10 des Rahmenabschnitts 4 des
verschwenkbaren Fensterflügels 8 überlappt.
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Dieser Stoss 15 zwischen
der Verkleidung 10 des Fenster-Flügels 8 und der Verkleidung 11 des wandfesten
Rahmenabschnittes 6 ist durch eine Dichtung 16 weiter
abgedichtet.
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Die Dichtung 16 ist mit
einem Fuß 17 in
einer T-förmig
ausgebildeten Nut 18 der Verkleidung 11 gefasst
und im Wesentlichen über
das Fenster in einer Draufsicht U-förmig umlaufend ausgebildet,
wobei der Stoß zwischen
den oberen Rahmenabschnitten 34,35 des Fenster-Flügels 8 bzw.
des Fenster-Stocks 7 für
eine bessere Hinterlüftung
ohne eine derartige Dichtung verbleibt. Bevorzugt stehen solche
insbesondere gummielastische Dichtungen 16 bei geschlossenem
Fenster unter Spannung.
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Der Winkelabschnitt 13 der
Verkleidung 11 setzt sich nach unten in einem dem unteren
Rahmenabschnitt 6 vorstehenden, vertikalen Abschnitt 19 fort,
der oberhalb der Sohlbank 9 angeordnet ist, so dass von
dem Winkelabschnitt 13 und dem vertikalen Abschnitt 19 abtropfendes
Wasser von der Sohlbank 9 abgeführt wird.
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Hinter dem Winkelabschnitt 13 und
dem Abschnitt 19 der Verkleidung 11 ist der obere
Bereich des Rahmenabschnitts 6 des Fenster-Stocks 7 noch labyrinthartig
mit verschiedenen, weiteren Abdeckungen versehen. Letztlich wird
durch eine weitere Dichtung 20 der Rahmenabschnitt 4 des
Fenster-Flügels 8 nochmals
gegen hier einen Verkleidungsabschnitt 21 der Verkleidung 11 des
Rahmenabschnitts 6 abgedichtet.
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Der Schnitt gem. 3 durch den vertikal aufgehenden Rahmenabschnitt 22 des
Fenster-Stocks 7 und den Rahmenabschnitt 23 des
Fenster-Flügels 8 zeigt
gegenüber 2 geringfügig geänderte Querschnitte
derselben.
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Auf eine labyrinthartige Verkleidung
im Bereich der Überdeckung
der Rahmenabschnitte 22,23 ist verzichtet. Eine
von dem Rahmenabschnitt 23 gehaltene Dichtung 24 liegt
hier weiter unmittelbar an einem Falz 25 des Rahmenabschnittes 22 an.
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Diese Maßnahmen sind für eine Abdichtung ausreichend,
da bei dem vertikal aufgehenden Rahmenabschnitt 22,23 kaum
Wasser, beispielsweise auch bei einem Schlagregen, in dem Bereich
der Überdeckung
der Rahmenabschnitte 22,23 ansteht, sondern vielmehr
vertikal abläuft.
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Damit dies nicht auf der Oberfläche der
wiederum aus einem Holz-Verbundwerkstoff, insbesondere aus einem
OSB-Faserplattenmaterial bestehenden Rahmenabschnitte 22,23 geschieht,
sind diese wiederum mit Verkleidungen 26,27 versehen.
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Dabei entspricht die fensterflügelfeste
Verkleidung 26 im Wesentlichen der Verkleidung 10 des unteren,
horizontal verlaufenden Rahmenabschnitts 4.
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Die Verkleidung 27 des Fenster-Stocks 7 überdeckt
die wetterseitige Front 28 des Rahmensabschnitts 22 weitestgehend
vollständig
und weist wiederum eine etwa T-förmige
Nut 29 an einem Winkelabschnitt 30 der Verkleidung 27 auf,
in der entsprechend der 1 der
Fuß 31 einer
Dichtung 32 gehalten ist. Die Dichtung 32 ist
so dimensioniert, dass der Stoß 33 zwischen
den Verkleidungen 26 und 27 sicher abgedichtet
ist, wobei auch die Dichtung 32 in geschlossenem Zustand
des Fensters 1 unter Spannung steht.
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Andernends, der Dichtung 32 gegenüberliegend,
ist die Verkleidung 27 für den Anschluß an ein Mauerwerk,
ein mauerwerkfestes Profil oder dergleichen mehr ausgebildet.
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Entsprechend dem Schnitt gem. 3 sind die gegenüberliegenden,
vertikal aufgehenden Rahmenabschnitte des Fenster-Flügels 8 bzw.
des Fenster-Stocks 7 einschließlich zugehöriger Verkleidungen spiegelbildlich
ausgebildet bzw. angeordnet.
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Der Schnitt gem. 4 durch die oberen, horizontal verlaufenden
Rahmenabschnitte 34,35 des Fenster-Flügels 8 bzw.
des Fensterstoßes 7 entsprechen
weitestgehend denen der 3.
Lediglich im Bereich des Stoßes 36 zwischen
der fensterstoßfesten
Verkleidung 37 und der fensterflügelfesten Verkleidung 38 ist
auf eine gesondert eingebrachte Dichtung verzichtet. Eine gute Hinterlüftung wird
so sicher gestellt.
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- 1
- Drehkippfenster
- 2
- Isolierverglasung
- 3
- Eckausnehmung
- 4
- Rahmenabschnitt
- 5
- Konterlatte
- 6
- Rahmenabschnitt
- 7
- Fenster-Stock
- 8
- Fenster-Flügel
- 9
- Sohlbank
- 10
- Verkleidung
- 11
- Verkleidung
- 12
- Ecke
- 13
- Winkelabschnitt
- 14
- Abschnitt
- 15
- Stoß
- 16
- Dichtung
- 17
- Fuß
- 18
- Nut
- 19
- Abschnitt
- 20
- Dichtung
- 21
- Verkleidungsabschnitt
- 22
- Rahmenabschnitt
- 23
- Rahmenabschnitt
- 24
- Dichtung
- 25
- Falz
- 26
- Verkleidung
- 27
- Verkleidung
- 28
- Front
- 29
- Nut
- 30
- Winkelabschnitt
- 31
- Fuß
- 32
- Dichtung
- 33
- Stoß
- 34
- Rahmenabschnitt
- 35
- Rahmenabschnitt
- 36
- Stoß
- 37
- Verkleidung
- 38
- Verkleidung