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Die Erfindung bezieht sich auf ein
Verfahren zur Förderung
eines bindigen Stoffgemischs nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 3.
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Derartige Verfahren und die entsprechenden Vorrichtungen
werden hauptsächlich
in Betrieben der Bauwirtschaft eingesetzt und werden zudem auch
in der Abfallwirtschaft und in landwirtschaftlich-gärtnerischen
Betrieben angewendet.
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Bindige Stoffgemische kommen in der
Natur vor und enthalten immer einen Anteil an den Körnungsarten
Ton und Schluff. In unterschiedlichen Mengenanteilen können noch
Sand, Kies und Steine enthalten sein. Lehm besteht beispielsweise
aus einem feinkörnigen
Gemisch, das sich Idealerweise aus 75% Sand mit einer Korngröße von 0,063..2,000 mm,
aus 10% Schluff mit einer Korngröße von 0,002..0,063
mm und aus 15%e Ton mit einer Korngröße kleiner 0,002 mm zusammensetzt.
Sowohl aus Kostengründen,
aber besonders auf Grund seiner vielfältigen Eigenschaften wird Lehm
wieder vermehrt als Baustoff eingesetzt. Problematisch dabei ist,
dass der Lehm, als ein bindiges Stoffgemisch, einerseits neben den
genannten Bestandteilen auch Übergrößen beinhalten
kann und der Lehm sich andererseits in dem bindigen Zustand nur
diskontinuierlich und unter hohem Aufwand von einer Aufnahme- hin
zu einer Ablegestelle fördern
lässt.
Der Verbesserung von Verfahren und entsprechender Vorrichtungen
zur Förderung
von bindigen Stoffgemischen kommt daher eine sehr große Bedeutung
zu.
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Gleichfalls werden in der Bau- und
Abfallwirtschaft große
Menge unterschiedlicher Stoffgemische unter Nutzung verschiedener
Verfahren und Vorrichtungen bewältigt.
Dazu gehören
tonhaltiger, bindiger Erdaushub und mit bindigen Bestandteilen "verun reinigte" Abfälle. Auch
in gärtnerischen
Betrieben werden bindige Stoffgemische als Komposte und gärtnerische
Erden gefördert.
Den natürlichen
als auch den künstlichen
bindigen Stoffgemischen ist gemeinsam, dass sie meist auf Grund
ihrer Lagerung erdfeucht sind, somit einen geringen Anteil an Wasser
enthalten, welcher Aufnahme, Transport und Verarbeitung des Stoffgemischs
erschwert.
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Es sind einerseits Verfahren und
entsprechende Vorrichtungen zu einer hydraulischen Förderung
feuchter, breiiger Stoffgemische bekannt. Die Stoffgemische werden
in einer entsprechenden Mischstation mit Wasser vermischt und nachfolgend abgepumpt.
Die Stoffgemische werden beispielsweise von einer Pumpe unter einen
Druck gesetzt, so dass die Stoffgemische durch Rohr- oder Schlauchleitungen
geführt
an einer Ablagestelle unter diesem Druck heraustreten werden. Das
Wasser fungiert quasi als Träger
für die
Bestandteile der Stoffgemische.
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Nachteilig dabei ist, dass derartige
Verfahren und die entsprechenden Vorrichtungen nur für feuchte,
mit Wasser oder anderen Lösungsmitteln
vermischte Stoffgemische einsetzbar sind, die eine breiige bis flüssige Konsistenz
aufweisen müssen.
Die Vorrichtungen sind meist für
spezielle Anwendungen konzipiert, unflexibel und teuer. Eine Anwendung
solcher Verfahren und Vorrichtungen zur Förderung bindiger Stoffgemische
ist zu teuer, insbesondere auf Baustellen. Es müssen die bindigen Stoffgemische vor
einer solchen Förderung
aufgeschlemmt und danach entsprechend getrocknet werden. Ein so
hoher Aufwand rechnet sich besonders für einfache bindige Stoffgemische
wie Lehm deshalb nicht.
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Es sind andererseits Verfahren und
entsprechende Vorrichitungen zu einer pneumatischen Förderung
trockener Stoffgemische (Schüttgüter) bekannt.
Die Schüttgüter werden
dabei in Rnhr- oder Schlauchleitungen durch Beaufschlagung mit Druckluft
transportiert. Durch die Rnhr- oder Schlauchleitungen können die
Schüttgüter entweder
gesaugt oder auch durch diese gedrückt werden. Die Druckluft,
die beispielsweise mittels Kompressoren erzeugt wird, fungiert quasi
als Träger
für das
Schüttgut.
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Nachteilig dabei ist, dass derartige
Verfahren und die entsprechenden Vorrichtungen nur für trockene
Stoffgemische einsetzbar sind. Die Vorrichtungen sind meist für spezielle
Anwendungen konzipiert, unflexibel und teuer. Eine Anwendung solcher
Verfahren und Vorrichtungen zur Förderung bindiger Stoffgemische
ist zu teuer, insbesondere auf Baustellen. Es müssen die bindigen Stoffgemische
vor einer solchen Förderung
energieaufwendig getrocknet und danach entsprechend angefeuchtet
werden. Ein derart hoher Aufwand rechnet sich besonders für einfache
bindige Stoffgemische wie Lehm deshalb nicht.
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Bindige Stoffgemische, wie Lehm werden deshalb
bisher nur mechanisch gefördert.
Auf einer Baustelle beispielsweise wird das bindige Stoffgemisch
meist mittels Gurtförderung
transportiert. Ein Gurtförderer
besteht dabei aus einem um zwei beahstandete Umlenkstationen umlaufenden
Förderband, das
sich zwischen den Umlenkstationen auf einer Stützkonstruktion mit mehreren
gleichmäßig verteilt angeordneten
Tragrollen abstützt.
Das Förderband besteht
dabei aus Gummi, der entweder mit einer Textil- oder mit einer Stahleinlage
verstärkt
ist. Eine der beiden Umlenkstatinnen ist zudem mit einer Antriebseinheit
ausgerüstet,
mit der das Förderband
antreibbar ist. Der Gurtförderer
wird an der ersten Umlenkstation mit dem bindigen Stoffgemisch beladen. Das
bindige Stoffgemisch wird entsprechend der Länge des Gurtförderers
transportiert und an der zweiten Umlenkstation entsprechend längs des
Gurtförderers
abgelegt.
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Das bindige Stoffgemisch wird zweckmäßigerweise
vor dem Beladen des Gurlförderers
klassiert. Beispielsweise müssen
die in dem Lehm beinhalteten Übergrüßen separiert
werden. Dazu werden Klassierapparate, wie beispielsweise in der
DE 198 45 651 beschrieben,
verwendet, die einerseits grobe Anseile des bindigen Stoffgemischs
in feine Anteile des bindigen Stoffgemischs zerkleinern und die
andererseits aus einem bindigen Stoffgemisch Übergrößen aussondern. Dabei wird
das bindige Stoffgemisch mittels auf vier unteren und drei oberen
Wellen befindlichen unrunden und ineinander greifenden Scheiben
gesiebt. Bestandteile, die kleiner als der grüßte Scheibenabstand sind, fallen
zwischen den Scheiben hindurch oder werden durch die Drehbewegung
der Scheiben durch diese hindurch gedrückt. Die Scheiben üben zudem
eine mechanische Kraft auf klumpige Bestandteile und Übergrößen aus. Klumpige
Bestandteile des Stoffgemischs werden dabei zwischen den Scheiben
zerkleinert. Übergrößen, die
durch die Einwirkung der mechanischen Kraft der Scheiben nicht zerkleinert
werden, werden durch die Drehbewegung und die unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeit
der Scheiben auf den Wellen weitergegeben und gelangen so zwischen
ein nachgeschaltetes flexibel gelagertes Walzenpaar, wo sie ausgeworfen
werden.
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Das bindige Stoffgemisch wird nach
dem Transport mit dem Gurtförderer
in einen das Stoffgemisch weiter verarbeitenden Apparat, wie beispielsweise
eine Mischmaschine abgelegt. Das Stoffgemisch könnte aber auch bis auf eine
bestimmte Menge zu einer entsprechenden Weiterverarbeitung in einen
Puffert abgelegt werden.
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Der generell diskontinuierliche Ablauf
bei der Förderung
bindiger Stoffgemische lässt
sich nur mit hohem maschinellen Aufwand an einen quasikontinuierlichen
Ablauf annähern.
Dies ist aufwendig und teuer. Die bekannten Förderer sind zudem langsam und
realisieren nur einen geringen Durchsatz. Verschmutzungsbedingt
sind die Maschinen und die Vorrichtungen störanfällig und erzeugen dadurch hohe
Wartungs- und Reparaturkosten.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe
zu Grunde, ein gattungsmäßiges Verfahren
zur Förderung
eines bindigen Stoffgemischs und eine entsprechende Vorrichtung
zur Durchführung
des Verfahrens zu entwickeln, bei dem das bindige Stoffgemisch kontinuierlich
aufgenommen, klassiert, transportiert und entsprechend abgelegt
und dies mittels einer einfachen, wie funktionssicheren Vorrichtung realisiert
wird.
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Verfahrensseitig wird diese Aufgabe
wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Im Bezug
auf die Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruchs 3 gelöst
und zweckmäßig durch
die Unteransprüche 4 bis 9 ausgestaltet.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zur Förderung
eines bindigen Stoffgemischs und die entsprechende Vorrichtung zur
Durchführung
des Verfahrens beseitigt die genannten Nachteile des Standes der
Technik.
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Vorteilhaft bei der Anwendung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
und der entsprechenden Vorrichtung ist es, dass mit einer gleichermaßen einfachen
wie robusten Vorrichtung eine kontinuierliche Förderung eines bindigen Stoffgemischs
erfolgt, bei der über
ein einfach zur Verfügung
zu stellendes Transportmedium, nämlich
Druckluft, feinzerkleinertes und von Übergrößen freies, bindiges Stoffgemisch
innerhalb eines festen oder flexiblen Transportschlauches transportiert
und danach entsprechend abgelegt werden kann. Eine dazu notwendige Ringspaltdüse ist vorteilhafterweise
als bekannte und verfügbare
Baugruppe ausgeführt,
so dass die gesamte Vorrichtung sehr kostengünstig ausfällt. Besonders vorteilhaft
aber ist der Wegfall der großen, schweren,
schwierig zu handhabenden und störanfälligen Gurtförderer.
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Verfahrensseitig ist dabei von Vorteil,
dass der Luftstrom durch einen etwa auf halber Strecke in den Transportschlauch
eingeleiteten und zu dem Verwendungsort gerichteten Druckstrom erzeugt wird,
weil dadurch der Luftstrom von einem saugenden in einen schiebenden
Luftstrom umschlägt
und dadurch einerseits die anliegende Druckluft optimal genutzt
wird und andererseits ein Verstopfen des Transportschlauches wirksam
vermieden wird.
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Vorrichtungsseitig ist es vorteilhaft,
wenn die Einrichtung zur Erzeugung eines Luftstromes aus einem pneumatischen
Druckstromerzeuger und einer etwa auf der halben Strecke in den
Transportschlauch eingesetzten Saug- und Förderdüse besteht und die Saug- und
Förderdüse als eine
handelsübliche
Ringspaltdüse,
nach dem bekannten Cnanda-Prinzip ausgeführt und deren Druckluftanschluss
mittels einer Drossel regulier- und
sperrbar ist, weil damit die Saug- und Förderdüse in einfacher Weise an unterschiedliche
Anforderungen anpassbar ist und die in dem aufnahme- und klassierapparateseitigen
Bereich saugende Wirkung und die in dem Bereich hin zum Ablegen
des bindigen Stoffgemischs schiebende Wirkung des Luftstromes, die
sich innerhalb des Transportschlauches einstellt, dafür sorgt, dass
einerseits ein sicherer Transport, frei von Verstopfungen und andererseits
ein nahezu druckfreies Ablegen des bindigen Stoffgemischs gewährleistet wird.
Vorrichtungsseitig ist weiterhin von Vorteil, wenn die Einrichtung
zum Lösen,
Sortieren und Klassieren des bindigen Stoffgemischs als ein Aufnahme- und
Klassierapparal ausgeführt
ist, der einerseits über
eine Aufnahmeeinheit und andererseits über eine Klassiereinheit verfügt, die
Aufnahmeeinheit aus mehreren flexiblen Zinkenpaaren besteht, die
auf einer dosierbar antreibbaren Antriebswelle drehfest verbunden
sind, um die sie innerhalb eines, mindestens auf seiner Unterseite
offenen Gehäuses
rotieren und in Rotationsrichtung der flexiblen Zinkenpaare die
Klassiereinheit angeordnet ist, die aus mehreren parallelen, voneinander
beabstandeten Siebrohren besteht, deren Abstände auf das Kämmen mit
den flexiblen Zinkenpaaren abgestimmt sind, weil dadurch in einfacher
Weise mittels eines kompakten und robusten Apparates bindiges Stoffgemisch
aufgewirbelt, zerkleinert, klassiert werden kann und dabei auch
die Übergrüßen aussortiert
werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn die drehfeste Verbindung
der flexiblen Zinkenpaare auf der Antriebswelle mittels einer auf
der Antriebswelle radial angeordneten Aufnahmescheibe realisiert
ist, auf der auf mindestens einem Teilkreis mehrere Zapfen angeordnet
sind, auf denen jeweils das flexible Zinkenpaar sitzt und jedes flexible
Zinkenpaar aus einem ersten und einem zweiten Zinken besteht, die
radial nach außen
gerichtet und voneinander beabstandet sind, und die zur Erreichung
einer federnden Wirkung an ihrer Befestigungsstelle auf dem Zapfen
und quer zu ihrer Längsausdehnung
eine gemeinsame Federwicklung aufweisen, weil sich die Zinkenpaare
damit an das jeweils zu lösende
bindige Stoffgemisch selbstständig anpassen,
ohne sofort zu brechen. Zudem ist es von Vorteil, wenn der Transportschlauch
aus einem flexiblen Plastikmaterial besteht, der innen glatt ausgeführt ist
und dessen erstes Ende als ein druckstabil mit der Klassiereinheit
des Aufnahme- und Klassierapparates verbundener trichterförmiger Stutzen
ausgeführt
ist, weil sich dadurch die Saugrichtung der Druckluft und die Auswurfrichtung
des bindigen Stoffgemischs durch die Siebrohre der Klassiereinheit
des Aufnahme- und Klassierapparates überlagern und damit einen sicheren
Abtransport ohne Verstopfung gewährleisten.
Es ist vorteilhaft, wenn der Aufnahme- und Klassierapparat auf einem
Fahrgestell aufgebaut ist, weil er sich dadurch in einfacher Weise
transportieren lässt.
Dadurch erhöht
sich seine Flexibilität
auf der Baustelle.
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Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden.
Dazu zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf einer Baustelle
in einer Seitenansicht,
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2 eine
schematische Darstellung des Aufnahme- und Klassierapparates als
Bestandteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in einer Vorderansicht im Schnitt,
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3 eine
schematische Darstellung des Aufnahme- und Klassierapparates aus 2 in einer Seitenansicht
im Schnitt.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens besteht gemäß 1 aus einem Aufnahme- und
Klassierapparat 1, mit einer bindiges Stoffgemisch 2 eingebenden
Aufnahmeeinheit 3 und einer bindiges Stoffgemisch 2 ausgebenden
Klassiereinheit 4, wobei diese mit einem ersten Ende 5 eines
Transportschlauches 6 verbunden ist und der Transportschlauch 6 zudem
ein zweites, freies Ende 7 aufweist und zwischen dem ersten Ende 5 und
dem zweiten, freien Ende 7 des Transportschlauches 6 eine
mittels Druckluft betreibbare Saug- und Förderdüse 8 angenrdnet ist.
Dabei ist die Vorrichtung so auf einer Baustelle aufgestellt, dass einerseits
für die
Aufnahmeeinheit 3 des Aufnahme- und Klassierapparates 1 bindiges
Stoffgemisch 2 lösbar
ist und das andererseits für
das zweite, freie Ende 5 des Transportschlauches 6 bindiges
Stoffgemisch 2 in mehrere Höhlräume 9 einer mit bindigem Stoffgemisch 2 zu
befüllenden
Wand 10 ablegbar ist.
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Der Aufnahme- und Klassierapparat 1 besteht
gemäß der 2 und 3 aus einem Gehäuse 11, das auf der
transportschlauchseitigen Stirnseite mit einem einachsigen Fahrgestell 12 verbunden
ist, aus der in dem Gehäuse 11 angeordneten
Aufnahmeeinheit 3 und der gleichfalls auf der transportschlauchseitigen
Stirnseite des Gehäuses 11 angeordneten Klassiereinheit 4,
sowie aus einer Antriebseinheit 13 mit einer zentral durch
das Gehäuse 11 geführten Antriebswelle 14.
Dabei ist die Antriebseinheit 13 als eine pneumatische,
regelbare Antriebseinheit ausgelegt. Das Fahrgestell 12 umfasst
nur eine bodennah angeordnete Achse mit zwei voneinander beabstandeten
und außerhalb
des Gehäuses 11 befindlichen Laufrädern. Das
Gehäuse 11 ist
auf der dem Transportschlauch 6 abgewandten Stirnseite
etwa unterhalb der Mitte sowie auf der Unterseite offen ausgeführt, so
dass in diesem Bereich eine Aufnahmeöffnung 15 ausgebildet
ist, deren Größe dabei
auf die Aufnahme der entsprechenden Menge des bindigen Stoffgemischs 2 abgestimmt
ist.
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Dazu besteht die Aufnahmeeinheit 3 aus
einer drehfest mit der Antriebswelle 14 verbundenen und
auf der Antriebswelle radial angeordneten Aufnahmescheibe 16,
aus jeweils zwölf
einerseits auf einem größeren und
andererseits auf einem kleineren Teilkreis der Aufnahmescheibe 16 angeordneten Zapfen 17,
und aus jeweils zwölf,
auf die Zapfen 17 der Aufnahmescheibe 16 entsprechend
abgestimmten flexiblen Zinkenpaaren 18. Die flexiblen Zinkenpaare 18 bestehen
jeweils aus einem ersten Zinken und einem zweiten Zinken, die jeweils
radial nach außen
gerichtet und voneinander beabstandet sind, und die zur Erreichung
einer federnden Wirkung an ihrer Befestigungsstelle auf dem entsprechenden Zapfen 17 und
quer zu ihrer Längsausdehnung
eine gemeinsame Federwicklung aufweisen. Sowohl die Anzahl als auch
die Dimensionierung der Federwicklung des flexiblen Zinkenpaares 18 ist
dem jeweiligen Anforderungsprofil der Aufnahme des bindigen Stoffgemischs 2 entsprechend
anpassbar.
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Die Klassiereinheit 4 besteht
aus drei jeweils zueinander beabstandeten Siebrohren 19,
deren Dimensionierung einerseits und deren Abstand zueinander andererseits
auf das Kämmen
mit den um die Antriebswelle 14 rotierenden flexiblen Zinkenpaare 18 entsprechend
abgestimmt ist. Die Siebrohre 19 der Klassiereinheit 4 sind
oberhalb des Fahrgestells 12 etwa senkrecht angeordnet
und ersetzen in diesem Bereich das Gehäuse 11, so dass sich
eine Ausgabeöffnung
2Π für klassiertes
bindiges Stoffgemisch 2 ausbildet. Zudem besitzen die Siebrohre 19 eine Länge, die
an der Größe des Gehäuses 11 angepasst
ist und etwa der 0,7-fachen Höhe
des Gehäuses 11 entspricht.
Der Bereich der Ausgabeöffnung 20 der
Klassiereinheit 4 des Aufnahme- und Klassierapparates 1 ist
mittels eines trichterförmigen
Stutzens 21 abgeschirmt. Dabei ist die Form des trichterförmigen Stutzens 21 einerseits
auf die Richtung des durch die Siebrohre 19 der Klassiereinheit 4 gekämmten bindigen
Stoffgemischs 2 und andererseits auf eine Verbindung mit
dem ersten Ende 5 des Transportschlauches 6 entsprechend
abgestimmt.
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Der Transportschlauch 6 ist
aus einem flexiblen Plastikmaterial und innen zweckmäßigerweise glatt
ausgeführt.
Der Durchmesser und die Länge des
Transportschlauches 6 sind dabei sowohl auf die Fördermenge
an bindigem Stoffgemisch als auch auf die Länge der Förderstrecke abgestimmt. Das
erste Ende 5 des Transportschlauches 6 ist mit
dem trichterförmigen
Stutzen 21 verbunden. Das zweite, freie Ende 7 des
Transportschlauches besteht aus einem weniger flexiblen Plastikmaterial,
so dass das zuvor durch den Transportschlauch 6 geförderte bindige Stoffgemisch 2 gerichtet
ablegbar ist.
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Die etwa mittig zwischen dem ersten
Ende 5 und dem zweiten, freien Ende 7 des Transportschlauches 6 angeordnete
Saug- und Förderdüse 8 ist
als eine handelsübliche
Ringspaltdüse,
nach dem bekannten Coanda-Prinzip, ausgeführt. Die Saug- und Förderdüse 8 weist
einen mittels einer Drossel 22 regulier- und sperrbaren
Druckluftanschluss 23 auf, der mit einer nicht dargestellten,
Druckluft erzeugenden Arbeitseinheit verbunden ist. Vorzugsweise
versorgt diese Druckluft erzeugende Arbeitseinheit gleichzeitig
die Antriebseinheit 13 des Aufnahme- und Klassierapparates 1.
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Die Handhabung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Förderung
eines bindigen Stoffgemischs und der entsprechenden Vorrichtung
soll nun anhand einer Funktionsbeschreibung erläutert werden.
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Dazu ist einerseits die nicht dargestellte Druckluft
erzeugende Arbeitseinheit durch einen nicht dargestellten Bediener
in entsprechender Weise eingeschaltet und die Drossel 22 des
Druckluftanschluss 23 der Saug- und Förderdüse 8 geöffnet, so dass
innerhalb des Transportschlauches 6, ausgehend von der
Saug- und Förderdüse 8,
in Richtung des Aufnahme- und Klassierapparates 1 eine
Sogwirkung und in Richtung des zweiten, freien Endes 7 des
Transportschlauches 6 eine Schubwirkung herrscht. Andererseits
ist die Antriebseinheit 13 des Aufnahme- und Klassierapparates 1 ebenfalls
eingeschaltet, so dass durch die entsprechende Übertragung des Antriebsmomentes
der Antriebseinheit 13 die flexiblen Zinkenpaare 18 um
die Antriebswelle 14 rotieren. Dabei wird das bindige Stoffgemisch 2 in
feinen und groben Anteilen sowie darin enthaltene Übergrößen kontinuierlich
erfasst.
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Die feinen Anteile des bindigen Stoffgemischs 2 werden
von den Zinkenpaaren 18 zu den Siebrohren 19 der
Klassiereinheit 4 befördert
und gelangen durch diese entweder durch die dort anliegende Sogwirkung
der Saug- und Förderdüse 8 oder durch
das Hindurchkämmen
der flexiblen Zinkenpaare 18 hindurch und werden entsprechend
durch den Transportschlauch 6 abgesaugt.
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Die groben Anteile des bindigen Stoffgemischs 2 werden
von den flexiblen Zinken 18 erfasst, weiterbefördert und
in feine Anteile zerkleinert. Sowohl durch den Aufprall der flexiblen
Zinkenpaare 18 auf die groben Anteile selbst als auch durch
deren Aufprall sowohl auf die Siebrohre 19 der Klassiereinheit 4 als
auch auf das Gehäuse 11 zerfallen
die groben Bestandteile in feine und werden in entsprechender Weise
in den Transportschlauch 6 abgesaugt.
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Die übergroßen Anteile, meist Steine,
werden gleichfalls von den in Rotation befindlichen flexiblen Zinken 18 erfasst
und in Richtung der Siebrohre 19 befördert. Die erfassten Übergrößen prallen
danach auf die Siebrohre 19 und entsprechend auf das Gehäuse 11 auf,
ohne durch die Siebrohre zu gelangen. Vielmehr geraten die Übergrößen immer
wieder in einen neuen Umlauf, bis die übergroßen Anteile zufällig seitlich
aus dem Aufnahme- und Klassierapparat 1 herausfallen. Bedingt
durch Aufprall von Übergrößen auf
feste Bestandteile des Aufnahme- und Klassierapparates 1 werden
diese gereinigt und damit eine Verstopfung des Aufnahme- und Klassierapparates 1 wirksam
vermieden.
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Der Aufnahme- und Klassierapparat
fräst sich
quasi solange durch das bindige Stoff gemisch, bis der Bediener
die Antriebseinheit 13 des Aufnahme – und Klassierapparates 1 abstellt.
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Die feinen Anteile des bindigen Stoffgemischs 2,
die durch die Siebrohre 19 und den trichterförmigen Stutzen 21 hindurch
in den Transportschlauch 6 gesaugt wurden, werden auf Grund
ihres geringen Eigengewichtes und der geringen Größe von der
Druckluft erfasst und durch den Transportschlauch 6 hindurch
bis zu dessen zweitem, freiem Ende 7 transportiert. Das
zweite, freie Ende 7 des Transportschlauches 6 ist
von dem Bediener in entsprechender Weise ausgerichtet, so dass die
feinen Anteile bindigen Stoffgemischs 2 entsprechend abgelegt
werden.
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Zu einer Beendigung der Arbeit mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird von dem Bediener die Druckluft erzeugende Arbeitseinheit abgestellt. Diese
zentral ausgelegte Arbeitseinheit, stellt zuerst die Versorgung
der Antriebseinheit l3 des Aufnahme- und Klassierapparates 1 mit
Druckluft ein und danach zeitverzögert die der Saug- und Förderdüse 8.
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- 1
- Aufnahme-
und Klassierapparat
- 2
- bindiges
Stoffgemisch
- 3
- Aufnahmeeinheit,
die bindiges Stoffgemisch aufnimmt
- 4
- Klassiereinheit,
die bindiges Stoffgemisch ausgibt
- 5
- erstes
Ende eines Transpnrtschlauches
- fi
- Transportschlauch
- 7
- zweites,
freies Ende des Transpnrtschlauches
- 8
- Saug-
und Förderdüse
- 9
- Hohlraum
einer zu befüllenden
Wand
- 10
- zu
befüllende
Wand
- 11
- Gehäuse
- 12
- Fahrgestell
- 13
- Antriebseinheit
- 14
- Antriebswelle
- 15
- Aufnahmeöffnung für das bindige
Stoffgemisch
- 16
- Aufnahmescheibe
- 17
- Zapfen
- 18
- flexibles
Zinkenpaar
- 19
- Siebrohr
der Klassiereinheit
- 20
- Ausgabeöffnung für das bindige
Stoffgemisch
- 21
- trichterförmiger Stutzen
- 22
- Drossel
eines Druckluftanschluss
- 23
- Druckluftanschluss