Phasenschieber sind Vorrichtungen,
mit denen die Phase eines Signals bzw, einer Wechselspannung für die nachfolgenden
Orte einer Leitung oder anderen elektrischen Einrichtung im Vergleich zum
Zustand ohne Phasenschieber bzw. zu parallelen Leitungen verschoben
wird. Diese Phasenschieber sind üblicherweise
schaltbar, so dass mindestens zwei zu einander verschobene Phasen
alternativ wählbar
sind.
Unter Hochfrequenz im Sinne der vorliegenden
Anmeldung werden Frequenzen verstanden, die für Radar oder Mikrowellenantennen
oder für
die Kommunikationstechnik geeignet sind, wobei insbesondere solche
für Wellenlängen im
Millimeterbereich von der Erfindung umfasst sind.
Vor allem finden die schaltbaren
Phasenschieber Anwendung bei Gruppenantennen („phased array"). Diese sind
derzeit für
die Kraftfahrzeugtechnik von großem Interesse. Gerade für die Weiterentwicklung
von Kraftfahrzeug-Radar-Abstandssensoren
werden Gruppenantennen als Mikrowellenan tennen mit elektronisch
schwenkbarer oder umschaltbarer Strahlkeule bevorzugt berücksichtigt.
Mögliche Anwendungen
in der Automobilbranche sind sowohl im Fernbereichsradar LRR (long
range radar) bei der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (adaptive cruise
control, ACC) als auch im Nahbereichsradar, SRR (short range radar)
zum Beispiel für
Einparkhilfen, tote-Winkel-Überwachung
und pre-crash Airbag-Auslösung zu
finden. Weiterhin gibt es eine Vielzahl von zivilen und militärischen
Verwendungen im Radar- und Kommunikationsbereich [1].
In der Ansteuerung einer solchen
schematisch in 1 dargestellten
Gruppenantenne 1 wird das Sendesignal von einer Signalquelle 3 zunächst durch
Leistungsteiler 5 gemäß einer
vorgegebenen Amplitudenverteilung auf die M Spalten und/oder N Zeilen
aufgeteilt, aus denen die Gruppenantenne 1 besteht. Die
Strahlschwenkung erfolgt in der Ebene (bzw. in den beiden Ebenen)
senkrecht zu den Spalten (bzw. Zeilen) der Antenne 1, indem
die Phasen der Signale, die über
die einzelnen Antennenelemente 9 abgestrahlt werden, durch
schaltbare Phasenschieber 7 gegeneinander verschoben werden.
Für
Gruppenantennen mit schwenkbarer Strahlkeule und für Phasenschieber
sind eine Vielzahl von Konzepten im Stand der Technik bekannt, s. beispielsweise
[2], [3], [4] im Literaturverzeichnis am Ende der vorliegenden Beschreibung.
Eine bestimmte Art von Phasenschiebern
ist die der Umwegphasenschieber. Zwischen dessen Eingang und dessen
Ausgang werden zwei oder mehrere Leitungsstücke mit unterschiedlicher Länge alternativ
geschaltet, so dass das Signal jeweils über eine der Leitungen vom
Eingang zum Ausgang gelangt. Über
die Leitungslängen
wird die gewünschte Phasenverschiebung
eingestellt. Für
mehr als zwei Phasenzustände
werden Umwegphasenschieber üblicherweise
kaskadiert. Es sind aber auch Varianten mit zum Beispiel 1 – auf – 4-Umschaltern, die
zwischen vier Leitungsstücken
umschalten, bekannt.
Für
die Umschalter gibt es unterschiedliche Realisierungsmöglichkeiten.
So können
die Leitungen zum Beispiel im Abstand einer Viertel Wellenlänge von
der Verzweigung kurzgeschlossen werden. Im Hochfrequenzbereich werden
insbesondere mikro-elektromagnetische Schalter (MEM-Schalter) eingesetzt,
weil sie sich durch sehr gute Hochfrequenzeigenschaften auszeichnen.
Aber auch andere für hochfrequente
Signale geeignete Schalter, wie z.B. pin-Dioden, FETs oder HEMTs
(high electron mobility transistor) finden bei Phasenschiebern Verwendung, siehe
[4 Bd. 2].
Eine andere im Stand der Technik
bekannte Art stellen reflektive Phasenschieber dar. Dabei wird der
Weg des Signals an einem Richtkoppler oder Zirkulator durch Umschalten
der Länge
der Signalwege bis zu einer oder mehreren Reflexionsstellen verändert, und
somit die Phase variiert [4 Bd. 2].
Eine weitere im Stand der Technik
bekannte Art sind „loaded
1ine" oder „stub-loaded
line" Phasenschieber [4],[12]. Dabei wird die
Phase des Signals dadurch variiert, dass der Ausbreitungskoeffizient
des Signals auf der Leitung durch Aufschalten von Reaktanzen, die
z.B. durch unterschiedliche Leitungslängen („stubs") gebildet werden,
beeinflusst wird.
In reflektiven, „loaded line" und „stub-loaded line"
Phasenschiebern kann die Phasenverschiebung auch dadurch erzeugt
werden, dass nicht zwischen unterschiedlichen Leitungslängen, sondern stattdessen
zwischen unterschiedlichen Reaktanzen umgeschaltet wird. Diese Reaktanzen
können
z.B. durch Veränderung
der Kapazität
einer pin-Diode oder durch Umschalten eines HEMT (high electron mobility
transistor) vom Sperrzustand in den leitfähigen Zustand gebildet wer den.
Weiterhin sind Mischformen – Schalten
einer Leitungslänge
unter gleichzeitiger Ausnutzung der sich ändernden Reaktanz des schaltenden
Elements – möglich. Die
schaltenden Elemente sollten eine (kapazitive oder induktive) Reaktanz
besitzen, bei der der Ohm'sche Anteil möglichst gering sein sollte,
da der Ohm'sche Anteil zu Verlusten im Phasenschieber führt.
Ein generelles Problem aller Phasenschieber,
die auf dem Konzept beruhen, dass das Signal je nach erwünschtem
Phasenzustand einen unterschiedlich langen Weg zurücklegt,
wie zum Beispiel bei reflektiven Phasenschiebern und Umwegphasenschiebern,
ist die mit der Signal-Weglänge
zunehmende Dämpfung.
Damit verändert sich in Abhängigkeit
von den Phasenzuständen
der Signale die Amplitudenverteilung der Signale an den Antennenelementen, was
zur Folge hat, dass sich die Strahleigenschaften der Antenne verändern. Im
Allgemeinen verschlechtert sich insbesondere die Unterdrückung der
Nebenkeulen.
Da sich in Phasenschiebern mit geschalteten Reaktanzen
die Ohm'schen Verluste beispielsweise von pin-Dioden oder HEMTs
im Sperrzustand und leitfähigen
Zustand unterscheiden, führt
dies ebenfalls zu einer Variation der Ausgangsamplitude des Phasenschiebers
mit dem Phasenzustand, auch wenn sich die Leitungslänge beim
Schalten des Phasenzustands nicht ändert.
In „loaded line"-Phasenschiebern
wird der Ausbreitungskoeffizient und damit im Allgemeinen auch die
Leitungsimpedanz verändert.
Die sich mit dem Phasenzustand ändernde
Leitungsimpedanz führt
auf eine mit dem Phasenzustand variierende Fehlanpassung und damit
auch zu einer mit dem Phasenzustand variierenden Einfügedämpfung.
Die Abhängigkeit der Einfügedämpfung („insertion
loss") von dem Phasenzustand ist bisher trotz besonderer Anstrengungen
noch nicht in zufrieden stellendem Maße reduziert. Dabei wird unter
der Einfügedämpfung die
Dämpfung
des Signals verstanden, die sich durch den in den Leitungsweg eingefügten Phasenschieber
ergibt. Sie hängt
im Wesentlichen von der Fehlanpassung der Ein- und Ausgänge des
Phasenschiebers, den Verlusten der Leitungen und den Ohm'schen Verlusten
der Schalt-Elemente ab.
Es zeigen zwar Phasenschieber mit MEM-Schalter
unter Verwendung von Mikrostreifentechnologie, aufgebaut als reflektive
Phasenschieber [8] oder Umwegphasenschieber [9],
eine der niedrigsten aus der Literatur dafür bekannten Einfügedämpfungen,
aber die Einfügedämpfung weist
doch noch eine Variation von ca. 1 dB in Abhängigkeit zum Phasenzustand
auf. Dieser Wert ist immer noch zu hoch, wodurch insbesondere die
Verwendung solcher Phasenschieber für Gruppenantennen in der Sensortechnik
problematisch ist.
In militärischen Radarsystemen werden
bei der Strahlformung Vektormodulatoren eingesetzt, die das Signal
in Phase und Amplitude modulieren können. Damit ließe sich
eine Variation der Einfügedämpfung des
Phasenmodulators durch den Amplitudenmodulator korrigieren. In „moderate"-cost-Anwendungen wie der
Kraftfahrzeugabstandssensorik sind solche sehr kostenintensiven
Konzepte jedoch nicht praktikabel.
Weitere bisher unzureichende Bestrebungen zur
Lösung
des Dämpfungsproblems
existieren im Bereich der Koplanartechnologie.
Koplanarleitungen haben sich zunehmend bei
Hochfrequenzschaltungen im Millimeterwellen-Bereich etabliert. Der
Auf bau dieser Leitungen 10 ist in 2 und 3 skizziert. Auf einem Substrat 20 der Dicke
d, das aus mehreren Schichten aufgebaut sein kann, befinden sich
zwei metallische Außenleiter 22 mit
einem dazwischen liegenden metallischen Mittelleiter 24.
Der Mittelleiter 24, der das Signal führt, hat die Breite w und Höhe tw. Die
beiden Außenleiter 22 besitzen
die Breiten ba und bb sowie die Höhe ta und tb. Die Breiten ga
und gb der Lücken 26 zwischen dem
Mittelleiter 24 und den Außenleitern 22 sind üblicherweise,
aber nicht notwendigerweise, gleich.
Es findet sich in [10] die
Beschreibung eines Phasenschiebers bestehend aus „stub-loaded line"-Phasenschieber
und reflektivem Phasenschieber mit Koplanarleitungen und HEMT-Schalter. Die Einfügedämpfung variiert
aber mit dem Phasenzustand um ca. 5 dB, was für die Anwendung insbesondere
in Gruppenantennen weit außerhalb
des Toleranzbereichs liegt.
Mit der Vorrichtung nach Anspruch
1 wird bei elektrischen Hochfrequenzleitungen ein Umschalten des
Phasenzustands bei nahezu gleich bleibender Einfügedämpfung erreicht. Denn bei der
Angleichung von Ohm'scher Dämpfung
und Impedanz der verschieden langen Leitungen wird erfindungsgemäß der für Koplanarleitungen
spezifische Umstand benutzt, dass die Impedanz von der Breite w
des Mittelleiters und der „Lückenbreite
g, aber die Ohm'sche Dämpfung
im wesentlichen nur von w abhängt,
also diese beiden physikalischen Größen quasi unabhängig voneinander
einstellbar sind. Weiterer fachlicher Hintergrund dazu wird in [5],
[6] und [7] geliefert.
Wegen nahezu gleicher Ohm'scher Dämpfung und
nahezu gleicher Impedanz für
die verschieden langen Leitungswege ist die Einfügedämpfung bei beiden Wegen nahezu
gleich. Solche Phasenschieber sind für die Strahlschwenkung bei
Gruppenan tennen in der KFZ-Sensortechnik geeignet. Die Strahleigenschaften
bleiben bei Verschiebung der Phase erhalten.
Dadurch wird erfindungsgemäß auf kostengünstige Weise
bei Gruppenantennen eine Phasenveränderungen zur Strahlschwenkung
mit gleich bleibender Amplitudenverteilung ermöglicht. Die Strahleigenschaften
bleiben deshalb unabhängig
von der Phasenlage, und die Unterdrückung der Nebenkeulen wird
somit gleich bleibend gewährleistet.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen
Weiterbildungen und Verbesserungen des jeweiligen Gegenstandes der
Erfindung angegeben.
Es lässt sich nach einer vorteilhaften
Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung mit der Einstellung der
Breite w der Mittelleiter und des Abstands g der Mittelleiter zu
den jeweiligen Außenleitern
im Wesentlichen die gleiche Impedanz und die gleiche Ohm'sche Dämpfung bei
verschieden langen Koplanarleitungswegen erreichen. Dadurch ist
die Einfügedämpfung nahezu
unabhängig
von dem Phasenzustand. Noch vorteilhafter ist die Möglichkeit,
die Breite der Außenleiter
zusätzlich
als variablen Parameter in die Abstimmung der Impedanzen und Ohm'schen Dämpfungen
mit einzubeziehen. Dieses erweitert den Bereich der realisierbaren
Phasenverschiebungen für
den Fall, dass die restlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise
die Größe des Phasenschiebers,
fest vorgegebenen sind.
Eine vorteilhafte erfindungsgemäße Weiterbildung
ist die Verwendung von Tapers für Übergänge auf
andere Leitungsgeometrien. Dabei ist ein Taper ein Koplanarleitungsabschnitt
mit geänderter
Leitungsgeometrie, wie beispielsweise bezüglich w, g und b, aber unveränderter
Leitungsimpedanz, wobei die Übergänge durch
graduelle, quasi gleitende, Änderungen
der Leitungsabmessungen erfolgen. Durch die gleitenden Übergänge werden
Reflexionen und Abstrahlungen vermieden. Zusätzlich von Vorteil ist der
Einsatz eines oder mehrerer Taper mit verjüngtem Mittelleiter als Dämpfungselement.
Des Weiteren sind leitende, über oder
unter dem Mittelleiter verlaufende Brückenverbindungen der Außenleiter
einer Koplanarleitung vorteilhaft, was insbesondere für den Bereichen
von Leitungsverzweigungen gilt. Dadurch wird der störende zweite Mode
unterdrückt,
wie es in [11] beschrieben ist.
Zusätzlich kann die Ohm'sche Dämpfung durch
induktive Leitungsabschnitte mit entsprechend verjüngten Mittelleitern
variiert werden. Diese Leitungsabschnitte dienen vorrangig der Kompensation bezüglich der
Leitungsimpedanz der zusätzlichen, durch
die Brückenverbindungen
bewirkten Kapazität. Dies
wird durch Erhöhung
der Induktivität
erreicht. Die dafür
nutzvolle Verjüngung
der Mittelleiter hat den zusätzlichen
Effekt, dass die Ohm'sche Dämpfung
von den kürzeren
Koplanarleitungen erhöht
wird und damit an die der längeren
Leitungen angepasst werden kann. Man kann zur Anpassung die Kapazität der Brückenverbindungen
und damit die Länge
der kompensierenden induktiven Leitungsabschnitte entsprechend erhöhen. Eine
größere Anzahl
von standardisierten Brückenverbindungen
oder eine Variation der Breite solcher Verbindungen stellen weitere vorteilhafte
Möglichkeiten
dar.
Zum Angleichen der Ohm'schen Dämpfung gibt
es noch eine Vielzahl weiterer vorteilhafter erfindungsgemäßer Ausgestaltungen.
So kann, um nur einige zu nennen, zum Beispiel auf den Koplanarleitungen
der kürzeren
Leitungswege zusätzlich
dämpfendes
Material aufgebracht sein, oder der Querschnitt des Mittelleiters
verringert sein, sowie beispielsweise auch Material mit geringerer
Leitfähigkeit verwendet
werden.
Eine weitere vorteilhafte erfindungsgemäße Ausgestaltung
ist die Verwendung von MEM-Schaltern als Schaltelemente, weil sie
sehr gute Hochfrequenzeigenschaften, insbesondere niedrige Ohm'sche
Dämpfung,
aufweisen.
Zeichnungen
Anhand der Zeichnungen werden bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung erläutert.
Es zeigen
1,
einen schematischen Aufbau einer Gruppenantenne mit in zwei Richtungen
schwenkbarer Strahlkeule gemäß Stand
der Technik;
2 eine
Skizze des Aufbaus einer Koplanarleitung gemäß Stand der Technik in der
Ansicht von oben;
3 eine
Skizze der Aufbaus einer Koplanarleitung gemäß Stand der Technik im Querschnitt von
vorne;
4 einen
prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers in
Koplanartechnologie;
4a eine
Variante des prinzipiellen Aufbaus eines erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers
in Koplanartechnologie;
4b eine
weitere Variante des prinzipiellen Aufbaus eines erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers
in Koplanartechnologie;
5 eine
Skizze eines Tapers zum Übergang
auf eine andere Koplanarleitungsgeometrie;
5a eine
Skizze einer Variante eines Tapers zur Erhöhung der Ohm'schen Dämpfung;
6 eine
Skizze einer Koplanarleitung mit Brückenverbindung im Querschnitt
von vorne;
7 eine
Skizze eines Koplanarleitungsstücks
mit Brückenverbindung
und dem deren Kapazität
bezüglich
der Impedanz kompensierenden induktiven Leitungsabschnitt;
8 eine
Aufsicht auf eine Leitungsverzweigung mit Verbindungsbrücken bei
einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung
eines Umwegphasenschiebers in Koplanartechnologie.
Beschreibung
von Ausführungsbeispielen
In den Figuren bezeichnen gleiche
Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Komponenten.
In 4 ist
der prinzipielle Aufbau eines erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers 30 in
Koplanartechnologie skizziert. 4a und 4b zeigen Varianten von
erfindungsgemäßen Ausführungsformen
eines solchen Umwegphasenschiebers 30.
Der Umwegphasenschieber 30 enthält eine Koplanarleitung 32 mit
kurzem Leitungsweg und eine 34 mit langem Leitungsweg.
Die Breite w des Mittelleiters 24 und der Abstand g zwischen
Mittelleiter 24 zu den Außenleitern 22 sind
bei dem kürzeren
Koplanarleitungsstück 32 im
Vergleich zum längeren
Koplanarleitungsstück 34 entsprechend
geringer, um gleiche Impedanz und Ohm'sche Dämpfung zu erreichen. So kann
entweder, wie in 4a dargestellt, der
kürzere
Koplanarleitungsweg 32, oder, wie in 4b zu erkennen, der längere Koplanarleitungsweg 34 von
der bei den übrigen
Koplanarleitungen vorherrschenden Leitungsgeometrie abweichen, oder
beide weichen von einer dritten Leitungsgeometrie ab, die in der übrigen Schaltung
verwendet wird. Die Übergänge zwischen
den Leitungsgeometrien sind zur Vermeidung von Reflexionen und Abstrahlungen
graduell, quasi gleitend, über
eine ausreichende Länge
ausgeführt.
Welcher der beiden Leitungswege 32, 34 und
damit welche Phasenverschiebung eingeschaltet wird, ist mittels
an Ein- und Ausgang
des Phasenschiebers 30 befindlichen Schaltern 38 wählbar. Diese
Schalter 38 sind MEM-Schalter. Es können aber auch andere Schalter
wie zum Beispiel pin-Dioden, FETs oder HEMT-Schalter vorgesehen
sein.
Der Umwegphasenschieber 30 ist
beispielsweise zur Anwendung in Gruppenantennen mit Strahlschwenkung
in eine elektrische Hochfrequenzleitung 36, wie beispielsweise
vor einem in 1 dargestellten
Antennenelement 9 einer Gruppenantenne 1, eingefügt. Er ist
an seinem Ein- und seinem Ausgang impedanzangepasst mit den Enden
der Hochfrequenzleitung 36 verbunden.
In 5 ist
ein für
eine Weiterbildung der Erfindung verwendeter Taper 40 schematisch
skizziert. Die Leitungsabmessungen im Mittelabschnitt 44 wie die
Breite w des Mittelleiters 24, und die Breiten ba und bb
der Außenleiter 22,
sowie die Breiten ga und gb der Lücken 26 zwischen den
Leitern 22, 24 sind bezüglich der am Taper 40 angrenzenden
Koplanarleitungsabschnitte 46 verändert. Das Verhältnis der Leitungsabmessungen
ist dabei stets so gewählt, dass
die Leitungsimpedanz gleich bleibt. Die Übergänge 42 zu den Leitungsgeometrien
der angrenzenden Koplanarleitungsabschnitten 46 erfolgt
durch graduelle, quasi gleitende Änderungen der Leitungsabmessungen.
Wie in 5 und 5a dargestellt, verringert
sich beispielsweise die Breite w sowie der Abstand g (bzw. ga und
gb) zur Mitte des Tapers 40 hin, wobei die in 5a skizzierte Variante als
Besonderheit keinen Mittelabschnitt aufweist. Sie dient wegen der
Verengung des Mittelleiters als Dämpfungselement.
In 6 bis 8 sind Brückenverbindungen 50 und
deren Verwendung in erfindungsgemäßen Ausgestaltungen dargestellt.
6 zeigt
schematisch eine Koplanarleitung mit einer Brückenverbindung 50 im
Querschnitt von vorne. Die Brückenverbindung 50 ist
ein leitendes Plättchen
beispielsweise aus Aluminium, dass auf den Außenleitern 22 befestigt
ist und diese miteinander leitend verbindet. Im vorliegenden Fall
sind die Außenleiter 22 höher als
der Mittelleiter 24, so dass die Brückenverbindung 50 einen
entsprechenden Abstand zum Mittelleiter 24 aufweist. Es
sind aber auch verschiedene andere Möglichkeiten für Brückenverbindungen 50 denkbar,
den Mittelleiter 24 ohne leitende Verbindung zu queren.
So könnte
zum Beispiel eine Verbindung der Außenleiter 22 durch eine
vergrabene Brücke 50 unter
dem Mittelleiter 24 hindurch verlaufen, oder der Mittelleiter 24 die
Brückenverbindung 50 überbrücken oder
untertunneln. In integrierten Phasenschiebern (beispielsweise in MMICs)
in GaAs-, SiGe- oder Silizium/MEMS-Technologie wird die Brücke üblicherweise
aus einer Metallschicht gebildet, die ansonsten auch alle Leitungen
abdeckt. Der Mittelleiter im Bereich der Brücke besteht aus einer Metallschicht
geringerer Höhe.
In 7 ist
ein Koplanarleitungsstück
mit Brückenverbindung 50 und
dem deren Kapazität
bezüglich
der Impedanz kompensierenden induktiven Leitungsabschnitt 52 dargestellt.
Die Brückenverbindung 50 mit
der Breite A befindet sich in der Mitte des induktiven Leitungsabschnitts 52.
Dieser Leitungsabschnitt 52 hat zur Erhöhung der Induktivität einen
verjüngten
(schmaleren) Mittelleiter 24 und mit vergrößertem Abstand
g davon entfernte, ebenfalls schmalere Außenleiter 22, wobei
deren Breite auch unverändert
sein kann. Die Länge
L des induktiven Leitungsabschnitts 52 ist genau so abgestimmt,
dass eine Kompensation der Kapazität durch die Brückenverbindung 50 bezüglich der
Impedanz erfolgt. Durch den schmaleren Mittelleiter 24 wird
die Ohm'sche Dämpfung
verstärkt.
Die Brücke
muss sich nicht notwendigerweise genau in der Mitte des kompensierenden
Leitungsstücks
befindet.
So kann die Ohm'sche Dämpfung der
kürzeren
Koplanarleitung
32, wie in 8 dargestellt
ist, mittels breiterer, und dadurch mit größerer Kapazität ausgestatteter
Brückenverbindungen 50 und
deshalb auch entsprechend längerer
induktiver Leitungsabschnitte 52 an die Ohm'sche Dämpfung der
längeren Koplanarleitung 34 erfindungsgemäß angepasst
werden. Die Brückenverbindungen 50 befinden
sich an den jeweiligen Leitungsenden an einer Koplanarleitungsverzweigung
mit MEM-Schalter 38 am Ein- und Ausgang eines erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers 30.
Dadurch wird der das Signal störende zweite
Mode optimal unterdrückt.
Obwohl die vorliegende Erfindung
anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
vorstehend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern
auf vielfältige
Weise modifizierbar.
So sind auch Phasenschieber einsetzbar,
die aus einer Kombination des erfindungsgemäßen Umwegphasenschiebers mit
einem anderen beispielsweise "stub-loaded live"-Phasenschieber bestehen.
Damit kann zum Beispiel der Phasenverschiebebereich
vergrößert werden,
oder eine detailliertere Phasenanpassung erfolgen, wobei mittels
der abgestimmten Dimensionierung der jeweiligen, verschieden langen
Koplanarleitungen des Umwegphasenschiebers die Einfügedämpfung unabhängig vom Phasenzustand
nahezu konstant gehalten wird.
Neben dem Einsatz der erfindungsgemäßen Phasenschieber
für Sensoren
im Automobilbereich können
sie unter anderem auch in der Kommunikationstechnik für zuküftige Kommunikations-,
Mobilfunk- und Satellitenfunk-Anwendungen mit Ortsmultiplex (SDMA, „space-division
multiple access": Benutzerverbindungen über räumlich eingeschränkte, benutzerspezifische
Strahlkeulen der Basisstation bzw. des Satelliten und/oder der Benutzereinheit)
und zivile oder militärische
Radarsysteme eingesetzt werden.
Schließlich können die Merkmale der Unteransprüche im Wesentlichen
frei miteinander und nicht durch die in den Ansprüchen vorliegende
Reihenfolge miteinander kombiniert werden, sofern sie unabhängig voneinander
sind.
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