-
Die Erfindung geht aus von einer
Kraftstoffeinspritzeinrichtung für
eine Brennkraftmaschine nach der Gattung des Anspruchs 1.
-
Eine solche Kraftstoffeinspritzeinrichtung
ist durch die
DE 198
35 494 A1 bekannt. Diese Kraftstoffeinspritzeinrichtung
weist für
jeden Zylinder der Brennkraftmaschine eine Kraftstoffhochdruckpumpe und
ein mit dieser verbundenes Kraftstoffeinspritzventil auf. Die Kraftstoffhochdruckpumpe
weist einen durch die Brennkraftmaschine in einer Hubbewegung angetriebenen
Pumpenkolben auf, der einen Pumpenarbeitsraum begrenzt, der mit
einem Druckraum des Kraftstoffeinspritzventils verbunden ist. Das Kraftstoffeinspritzventil
weist ein Einspritzventilglied auf, durch das wenigstens eine Einspritzöffnung gesteuert
wird und das von dem im Druckraum herrschenden Druck beaufschlagt
gegen eine Schließkraft
in einer Öffnungsrichtung
zur Freigabe der wenigstens einen Einspritzöffnung bewegbar ist. Durch ein
elektrisch betätigtes
Steuerventil wird zur Steuerung der Kraftstoffeinspritzung zumindest
mittelbar eine Verbindung des Pumpenarbeitsraums mit einem Entlastungsbereich
gesteuert. Wenn der Druck im Pumpenarbeitsraum und damit im Druckraum
des Kraftstoffeinspritzventils den Öffnungsdruck erreicht, so bewegt
sich das Einspritzventilglied in Öffnungsrichtung und gibt die
wenigstens eine Einspritzöffnung
frei. Der Einspritzquerschnitt, der durch das Einspritzventilglied
dabei gesteuert wird ist immer gleich groß. Dies ermöglicht nicht unter allen Betriebsbedingungen
der Brennkraftmaschine eine optimale Kraftstoffeinspritzung.
-
Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzeinrichtung
mit den Merkmalen gemäß Anspruch
1 hat demgegenüber
den Vorteil, daß durch
das zweite Einspritzventilglied mit der wenigstens einen zweiten Einspritzöffnung zusätzlicher
Einspritzquerschnitt freigegeben oder verschlossen werden kann,
so daß der
Einspritzquerschnitt an die Betriebsbedingungen der Brennkraftmaschine
optimal angepasst werden kann. Durch das Ventil wird ein sicheres
und schnelles Schließen
des zweiten Einspritzventilglieds erreicht, so daß beim Übergang
von einem Kraftstoffeinspritzzyklus, bei dem nur das erste Einspritzventilglied öffnet, zu
einem Kraftstoffeinspritzzyklus, bei dem zusätzlich auch das zweite Einspritzventilglied öffnet, eine
unerwünschte
Erhöhung
der eingespritzten Kraftstoffmenge vermieden oder zumindest begrenzt
werden kann.
-
In den abhängigen Ansprüchen sind
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzeinrichtung
angegeben. Bei der Ausbildung gemäß Anspruch 2 oder 3 wird der
Druckbereich auf einfache Weise ohne zusätzlichen Aufwand mit Druck
versorgt.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es
zeigen 1 eine Kraftstoffeinspritzeinrichtung
für eine
Brennkraftmaschine in schematischer Darstellung in einem Längsschnitt, 2 in vergrößerter Darstellung
einen in 1 mit II bezeichneten
Ausschnitt der Kraftstoffeinspritzeinrichtung, 3 einen in 1 mit
III bezeichneten Ausschnitt der Kraftstoffeinspritzeinrichtung gemäß einer
modifizierten Ausführung
und 4 Hubverläufe von
Einspritzventilgliedern der Kraftstoffeinspritzeinrichtung über der
Zeit während einem
Einspritzzyklus.
-
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
-
In den 1 bis 3 ist eine Kraftstoffeinspritzeinrichtung
für eine
Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs dargestellt. Die Brennkraftmaschine
ist vorzugsweise eine selbstzündende
Brennkraftmaschine. Die Kraftstoffeinspritzeinrichtung ist als sogenanntes
Pumpe-Düse-System
oder als Pumpe-Leitung-Düse-System
ausgebildet und weist für
jeden Zylinder der Brennkraftmaschine jeweils eine Kraftstoffhochdruckpumpe 10 und
ein mit dieser verbundenes Kraftstoffeinspritzventil 12 auf.
Bei einer Ausbildung als Pumpe-Leitung-Düse-System ist die Kraftstoffhochdruckpumpe 10 entfernt
vom Kraftstoffeinspritzventil 12 angeordnet und mit diesem über eine
Leitung verbunden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Kraftstoffeinspritzeinrichtung als
Pumpe-Düse-System
ausgebildet, wobei die Kraftstoffhochdruckpumpe 10 und
das Kraftstoffeinspritzventil 12 direkt miteinander verbunden
sind und eine Baueinheit bilden. Die Kraftstoffhochdruckpumpe 10 weist
einen in einer Zylinderbohrung 16 in einem Pumpenkörper 14 dicht
geführten
Pumpenkolben 18 auf, der durch einen Nocken 20 einer
Nockenwelle der Brennkraftmaschine entgegen der Kraft einer Rückstellfeder 19 in
einer Hubbewegung angetrieben wird. Der Pumpenkolben 18 begrenzt
im Zylinder 16 einen Pumpenarbeitsraum 22, in
dem beim Förderhub
des Pumpenkolbens 18 Kraftstoff unter Hochdruck verdichtet
wird. Dem Pumpenarbeitsraum 22 wird beim Saughub des Pumpenkolbens 18 durch eine
Förderpumpe 23 Kraftstoff
aus einem Kraftstoffvorratsbehälter 24 des
Kraftfahrzeugs zugeführt.
-
Das Kraftstoffeinspritzventil 12 weist
wie in den 1 und 2 dargestellt einen Ventilkörper 26 auf,
der mehrteilig ausgebildet sein kann, in dem ein erstes Einspritzventilglied 28 in
einer Bohrung 30 längsverschiebbar
geführt
ist. Wie in 2 dargestellt
weist der Ventilkörper 26 an
seinem dem Brennraum des Zylinders der Brennkraftmaschine zugewandten
Endbereich wenigstens eine erste, vorzugsweise mehrere erste Einspritzöffnungen 32 auf,
die über
den Umfang des Ventilkörpers 26 verteilt
angeordnet sind. Das erste Einspritzventilglied 28 weist
an seinem dem Brennraum zugewandten Endbereich eine beispielsweise
etwa kegelförmige
Dichtfläche 34 auf,
die mit einem im Ventilkörper 26 in
dessen dem Brennraum zugewandtem Endbereich ausgebildeten Ventilsitz 36 zusammenwirkt,
von dem oder nach dem die ersten Einspritzöffnungen 32 abführen. Im
Ventilkörper 26 ist
zwischen dem Einspritzventilglied 28 und der Bohrung 30 zum
Ventilsitz 36 hin ein Ringraum 38 vorhanden, der
in seinem dem Ventilsitz 36 abgewandten Endbereich durch
eine radiale Erweiterung der Bohrung 30 in einen das erste
Einspritzventilglied 28 umgebenden Druckraum 40 übergeht.
Das erste Einspritzventilglied 28 weist auf Höhe des Druckraums 40 durch
eine Querschnittsverringerung eine Druckschulter 42 auf.
Am dem Brennraum abgewandten Ende des ersten Einspritzventilglieds 28 greift
eine erste vorgespannte Schließfeder 44 an, durch
die das erste Einspritzventilglied 28 zum Ventilsitz 36 hin
gedrückt
wird. Die erste Schließfeder 44 ist
in einem ersten Federraum 46 des Ventilkörpers 26 angeordnet,
der sich an die Bohrung 30 anschließt.
-
Das erste Einspritzventilglied 28 des
Kraftstoffeinspritzventils 12 ist hohl ausgebildet und
in diesem ist in einer koaxial im Einspritzventilglied 28 ausgebildeten
Bohrung ein zweites Einspritzventilglied 128 verschiebbar
geführt.
Durch das zweite Einspritzventilglied 128 wird wenigstens
eine, vorzugsweise mehrere zweite Einspritzöffnungen 132 im Ventilkörper 26 gesteuert.
Die zweiten Einspritzöffnungen 132 sind
in Richtung der Längsachse
der Einspritzventilglieder 28, 128 zu der wenigstens
einen ersten Einspritzöffnung 32 zum
Brennraum hin versetzt angeordnet. Das zweite Einspritzventilglied 128 weist
an seinem dem Brennraum zugewandten Endbereich eine beispielsweise
etwa kegelförmige Dichtfläche 134 auf,
die mit einem im Ventilkörper 26 in
dessen dem Brennraum zugewandtem Endbereich ausgebildeten Ventilsitz 136 zusammenwirkt,
von dem oder nach dem die zweiten Einspritzöffnungen 132 abführen. Das
zweite Einspritzventilglied 128 kann zweiteilig ausgebildet
sein und einen die Dichtfläche 134 aufweisenden,
dem Brennraum zugewandten Teil und einen vom Brennraum weg an den ersten
Teil anschließenden
zweiten Teil aufweisen. Nahe dem brennraumseitigen Ende des zweiten
Einspritzventilglieds 128 ist an diesem eine Druckfläche 142 gebildet,
auf die bei geöffnetem
erstem Einspritzventilglied 28 der im Druckraum 40 herrschende Druck
wirkt.
-
An den ersten Federraum 46 vom
Brennraum weg anschließend
ist wie in den 1 und 2 dargestellt im Ventilkörper 26 ein
zweiter Federraum 146 ausgebildet, in dem eine auf das
zweite Einspritzventilglied 128 in Schließrichtung
wirkende zweite Schließfeder 144 angeordnet
ist. Der zweite Federraum 146 ist vom ersten Federraum 46 durch eine
Wandung 48 getrennt, die in den Ventilkörper 26 eingespresst
ist. An der Wandung 48 stützt sich, gegebenenfalls über eine
Zwischenscheibe, die erste Schließfeder 44 ab. Das
zweite Einspritzventilglied 128 tritt durch eine Bohrung
in der Trennwand 48 hindurch und ragt in den zweiten Federraum 146 hinein. Die
zweite Schließfeder 144 ist
zwischen dem Grund des zweiten Federraums 146 und einem
Federteller 148 des zweiten Einspritzventilglieds 128 eingespannt.
Die beiden Federräume 46, 146 sind
jeweils mit einem Entlastungsbereich verbunden, so daß in diesen
ein geringer Druck herrscht. An den zweiten Federraum 146 schließt sich
dem Brennraum abgewandt eine Bohrung 50 mit gegenüber dem
Federraum 146 kleinerem Durchmesser an. In der Bohrung 50 ist
ein Steuerkolben 52 dicht geführt, der sich einerseits am
zweiten Einspritzventilglied 128 abstützt, beispielsweise über den
Federteller 148, und der andererseits in der Bohrung 50 einen
Steuerdruckraum 54 begrenzt.
-
Vom Pumpenarbeitsraum 22 führt durch
den Pumpenkörper 14 und
den Ventilkörper 26 eine
Verbindung 56 in den Druckraum 40 des Kraftstoffeinspritzventils 12.
Der Pumpenarbeitsraum 22 weist außerdem eine Verbindung 58 zu
einem Entlastungsbereich auf, als der die Förderpumpe 23 oder
der Kraftstoffvorratsbehälter 24 dienen
kann. Die Verbindung 58 des Pumpenarbeitsraums 22 mit dem
Entlastungsbereich wird durch ein elektrisch betätigtes Steuerventil 60 gesteuert.
Das Steuerventil 60 kann als 2/2-Wegeventil ausgebildet
sein und einen elektromagnetischen oder piezoelektrischen Aktor
aufweisen. Das Steuerventil 60 wird durch eine elektronische
Steuereinrichtung 62 abhängig von Betriebsparametern
der Brennkraftmaschine angesteuert, um den Zeitpunkt und die Zeitdauer
der Kraftstoffeinspritzung und damit auch die eingespritzte Kraftstoffmenge
zu steuern. Beim Saughub des Pumpenkolbens 18 ist das Steuerventil 60 geöffnet, so
daß dem Pumpenarbeitsraum 22 Kraftstoff
durch die Förderpumpe 23 zugeführt wird.
Beim Förderhub
des Pumpenkolbens 18 wird zu einem bestimmten Zeitpunkt das
Steuerventil 60 durch die Steuereinrichtung 62 geschlossen,
so daß sich
im Pumpenarbeitsraum 22 Hochdruck aufbauen kann entsprechend
dem Hub des Pumpenkolbens 18.
-
Der Steuerdruckraum 54 weist
eine Verbindung 70 mit einem Druckbereich 71 auf,
der wiederum mit dem Druckraum 40 verbunden ist. Die Verbindung 70 wird
durch ein Ventil 72 gesteuert und verläuft ausgehend von der Bohrung 50,
in der der Steuerdruckraum 54 gebildet ist, etwa radial
nach außen. Der
Druckbereich 71 ist als Längsbohrung 71 ausgebildet,
die etwa parallel zu den Einspritzventilgliedern 28, 128 durch
den Ventilkörper 26 bis
zum Druckraum 40 verläuft.
In der Längsbohrung 71 ist
vorzugsweise eine Drosselstelle 74 angeordnet. Die Längsbohrung 71 bildet
somit den Druckbereich, der vom Druckraum 40 mit Druck
versorgt wird und von diesem durch die Drosselstelle 74 abgekoppelt
ist. Das Ventil 72 weist ein in einem mit dem Steuerdruckraum 54 verbundenen
Ventilraum 75 angeordnetes Ventilglied 76 auf,
das beispielsweise wie in 1 dargestellt
als Kugel ausgebildet sein kann, und das zur Steuerung der Verbindung
70 mit einem im Ventilkörper 26 ausgebildeten
Ventilsitz 78 zusammenwirkt. Der Ventilsitz 78 ist
am Übergang
vom Ventilraum 75 zu der einen Teil der Verbindung 70 bildenden
Längsbohrung 71 im
Ventilkörper 26 gebildet,
die einen kleineren Durchmesser aufweist als der Ventilraum 75.
Der Ventilsitz 75 ist beispielsweise zumindest annähernd kegelförmig ausgebildet.
Mit dem Ventilglied 76 ist ein Ventilkolben 80 verbunden,
der in einer sich an den Ventilraum 75 an dessen dem Ventilsitz 78 abgewandter
Seite anschließenden Bohrung 81 dicht
geführt
ist. Die Bohrung 81 weist eine Verbindung mit dem Pumpenarbeitsraum 22 auf,
die ungedrosselt ist. Das Ventilglied 76 ist somit in dessen Öffnungsrichtung,
das ist vom Ventilsitz 78 weg gerichtet, von dem in der
Längsbohrung 71 herrschenden
Druck beaufschlagt, und in dessen Schließrichtung, das ist zum Ventilsitz 78 hin
gerichtet, über
den Ventilkolben 80 von dem im Pumpenarbeitsraum 22 herrschenden
Druck. Die vom Ventilsitz 78 umschlossene Querschnittsfläche des
Ventilglieds 76 und die in der Bohrung 81 angeordnete Querschnittsfläche des
Ventilkolbens 80 sind vorzugsweise zumindest annähernd gleich
groß.
Es kann zusätzlich
vorgesehen sein, daß das
Ventilglied 76 durch eine Feder 77 in Schließrichtung
zum Ventilsitz 78 hin beaufschlagt ist. Der Steuerdruckraum 54 und
der Ventilraum 75 können
eine Verbindung 82 zum zweiten Federraum 146 aufweisen, über den diese
dann mit einem Entlastungsbereich verbunden sind. In der Verbindung 82 ist
wenigstens eine Drosselstelle 83 angeordnet.
-
Nachfolgend wird die Funktion der
Kraftstoffeinspritzeinrichtung erläutert. Beim Saughub des Pumpenkolbens 18 ist
das Steuerventil 60 geöffnet, so
daß durch
die Förderpumpe 23 Kraftstoff
aus dem Kraftstoffvorratsbehälter 24 in
den Pumpenarbeitsraum 22 gefördert wird. Beim Förderhub
des Pumpenkolbens 18 wird das Steuerventil 60 zu
einem bestimmten Zeitpunkt durch die Steuereinrichtung 62 geschlossen,
so daß der
Pumpenarbeitsraum 22 von der Förderpumpe 23 getrennt
ist und sich in diesem Hochdruck aufbaut entsprechend dem Hub des
Pumpenkolbens 18.
-
Wenn der Druck im Pumpenarbeitsraum 22 und
damit im Druckraum 40 des Kraftstoffeinspritzventils 12 so
hoch ist, daß die
durch diesen über
die Druckschulter 42 auf das erste Einspritzventilglied 28 erzeugte
Druckkraft größer ist
als die Kraft der ersten Schließfeder 44,
so öffnet
das Kraftstoffeinspritzventil 12 indem das erste Einspritzventilglied 28 mit
seiner Dichtfläche 34 vom
Ventilsitz 36 abhebt und die wenigstens eine erste Einspritzöffnung 32 freigibt.
Im Pumpenarbeitsraum 22 erfolgt dabei ein schnellerer Druckanstieg
als in der Längsbohrung 71,
wo der Druckanstieg durch die Drosselstelle
74 verzögert wird.
Das Ventil 72 wird dadurch geschlossen, da auf dessen Ventilglied 76 durch
den vom Druck im Pumpenarbeitsraum 22 beaufschlagten Ventilkolben 80 eine
größere Kraft
in Schließrichtung
erzeugt wird als die durch den über
die Längsbohrung 71 mit
der Drosselstelle 74 auf das Ventilglied 76 wirkenden Druck
in Öffnungsrichtung
erzeugte Kraft. Bedingt durch die Drosselstelle 74 und
die Laufzeit der Druckwellen vom Pumpenarbeitsraum 22 zum
Ventilglied 76 erfolgt der Druckaufbau in der Längsbohrung 71 gegenüber dem
Druckaufbau im Pumpenarbeitsraum 22 verzögert. Der
Steuerdruckraum 54 ist dabei durch das Ventil 72 vom
Druckraum 40 getrennt, so daß im Steuerdruckraum 54 wegen
dessen Verbindung 82 mit dem Federraum 146 und über diesen
mit dem Entlastungsbereich nur ein geringer Druck herrscht. Die
auf das zweite Einspritzventilglied 128 in Schließrichtung
wirkende Kraft wird somit im wesentlichen durch die zweite Schließfeder 144 bestimmt.
Wenn der Druck im Druckraum 40 über die Druckfläche 142 am
zweiten Einspritzventilglied 128 eine Kraft in Öffnungsrichtung 29 erzeugt,
die größer ist
als die Kraft der zweiten Schließfeder 144, so bewegt
sich das zweite Einspritzventilglied 128 in Öffnungsrichtung 29 und
gibt die wenigstens eine zweite Einspritzöffnung 132 frei. Wenn
das zweite Einspritzventilglied 128 mit seiner Dichtfläche 134 vom
zweiten Ventilsitz 136 abgehoben ist, so ist die gesamte Stirnfläche des
Einspritzventilglieds 128 und somit eine gegenüber der
Druckfläche 142 wesentlich
größere Fläche von
dem im Druckraum 40 herrschenden Druck beaufschlagt.
-
Es kann vorgesehen sein, daß die durch
die ersten Einspritzöffnungen 32 und
die zweiten Einspritzöffnungen 132 gebildeten
Einspritzquerschnitte zumindest annähernd gleich groß sind,
so daß bei der Öffnung nur
des ersten Einspritzventilglieds 28 der halbe gesamte Einspritzquerschnitt
freigegeben wird. Alternativ kann auch vorgesehen sein, daß die ersten
Einspritzöffnungen 32 einen größeren oder kleineren
Einspritzquerschnitt bilden als die zweiten Einspritzöffnungen 132.
Insbesondere kann vorgesehen sein, daß die zweiten Einspritzöffnungen 132 einen
etwa doppelt so großen
Einspritzquerschnitt bilden wie die ersten Einspritzöffnungen 32.
Das erste Einspritzventilglied 28 öffnet immer vor dem zweiten Einspritzventilglied 128,
da erst bei geöffnetem
erstem Einspritzventilglied 28 der im Druckraum 40 herrschende
Druck auf die Druckfläche 142 des
zweiten Einspritzventilglieds 128 wirken kann. Wenn der Druck
im Druckraum 40 den Öffnungsdruck
des zweiten Einspritzventilglieds 128 nicht überschreitet,
das ist der Druck, der über
die Druckfläche 142 eine
größere Kraft
in Öffnungsrichtung 29 erzeugt
als die Kraft der zweiten Schließfeder 144, so bleibt
das zweite Einspritzventilglied 128 in seiner Schließstellung
und es öffnet
nur das erste Einspritzventilglied 28. Wenn der Druck im
Druckraum 40 den Öffnungsdruck
des zwieten Einspritzventilglieds 128 überschreitet, so öffnet das
zweite Einspritzventilglied 128 zeitlich verzögert nach
dem ersten Einspritzventilglied 28.
-
In 4 ist
der Verlauf des Öffnungshubs
h für das
erste Einspritzventilglied 28 mit durchgezogener Linie
und für
das zweite Einspritzventilglied 128 mit gestrichelter Linie
während
eines Einspritzzyklus über
der Zeit t dargestellt. Zu Beginn eines Einspritzzyklus ist der
Druck im Druckraum 40 noch relativ gering, so daß nur das
erste Einspritzventilglied 28 öffnet und am Kraftstoffeinspritzventil 12 nur
ein Teil des gesamten Einspritzquerschnitts freigegeben wird. Es erfolgt
dann eine Voreinspritzung einer geringen Kraftstoffmenge nur durch
die ersten Einspritzöffnungen 32.
Anschließend
wird das Steuerventil 60 durch die Steuereinrichtung 62 geöffnet, so
daß der
Druck im Pumpenarbeitsraum 22 und im Druckraum 40 sinkt,
so daß das
erste Einspritzventilglied 28 wieder schließt und die
Voreinspritzung beendet wird. Zu einem bestimmten Zeitpunkt während des
Förderhubs des Pumpenkolbens 18 wird
das Steuerventil 60 durch die Steuereinrichtung 62 wieder
geschlossen, so daß sich
im Pumpenarbeitsraum 22 und im Druckraum 40 Hochdruck
aufbaut. Wenn der Öffnungsdruck
des ersten Einspritzventilglieds 28 überschritten wird, so öffnet dieses
und gibt die ersten Einspritzöffnungen 32 frei.
Wenn der Druck im Druckraum 40 auch den Öffnungsdruck
des zweiten Einspritzventilglieds 128 überschreitet, so öffnet auch
dieses und gibt die zweiten Einspritzöffnungen 132 frei.
Es erfolgt dabei eine Haupteinspritzung einer relativ großen Kraftstoffmenge
durch die ersten und zweiten Einspritzöffnungen 32, 132.
-
Der Kraftstoffeinspritzzyklus wird
beendet, indem das Steuerventil 60 durch die Steuereinrichtung 62 geöffnet wird.
Der Druck im Pumpenarbeitsraum 22 und im Druckraum 40 fällt dabei
ab, so daß das
erste Einspritzventilglied 28 durch die Kraft der ersten
Schließfeder 44 schließt. Beim Öffnen des Steuerventils 60 stellt
sich im Pumpenarbeitsraum 22 ein schneller Druckabfall
ein, während
der Druckabfall in der Längsbohrung 71 wegen
der Drosselstelle 74 und der Laufzeit der Druckwellen vom
Pumpenarbeitsraum 22 zum Ventilglied 76 verzögert ist.
Auf das Ventilglied 76 des Ventils 72 wird somit
durch den in der Längsbohrung 71 herrschenden
noch relativ hohen Druck eine größere Kraft
in Öffnungsrichtung erzeugt
als die durch den im Pumpenarbeitsraum 22 herrschenden
schon relativ geringen Druck in Schließrichtung erzeugte Kraft, so
daß das
Ventil 72 öffnet.
Der Steuerdruckraum 54 ist bei geöffnetem Ventil 72 über die
Verbindung 70 mit der Längsbohrung 71 verbunden,
so daß im
Steuerdruckraum 54 ein erhöhter Druck herrscht. Durch
den erhöhten Druck
im Steuerdruckraum 54 wird über den Steuerkolben 52 eine
die Kraft der zweiten Schließfeder 144 unterstützende Kraft
in Schließrichtung
auf das zweite Einspritzventilglied 128 erzeugt, so daß das zweite Einspritzventilglied 128 schnell
schließt.
Durch die Längsbohrung 71 mit
der Drosselstelle 71, das geöffnete Ventil 72 sowie
die Verbindung 82 mit der Drosselstelle 83 wird
der Druck im Druckraum 40 schnell abgebaut.
-
Es kann auch vorgesehen sein, daß bei bestimmten
Betriebsparametern der Brennkraftmaschine, insbesondere bei geringer
Drehzahl, wenn nur eine geringe Kraftstoffmenge eingespritzt wird, über den
gesamten Förderhub
des Pumpenkolbens 18 während
der Vor- und Haupteinspritzung im Druckraum 40 der Öffnungsdruck
des zweiten Einspritzventilglieds 128 nicht überschritten
wird, so daß nur das
erste Einspritzventilglied 28 öffnet und das zweite Einspritzventilglied 128 geschlossen
bleibt. Mit zunehmender Drehzahl steigt der durch den Pumpenkolben 18 im
Pumpenarbeitsraum 22 und im Druckraum 40 erzeugte
Druck an, so daß bei
hoher Drehzahl der Öffnungsdruck
des zweiten Einspritzventilglieds 128 überschritten wird und dieses
zusätzlich zum
ersten Einspritzventilglied 28 öffne
-
In 3 ist
die Kraftstoffeinspritzeinrichtung gemäß einer modifizierten Ausführung dargestellt, bei
der abweichend zu der in 1 dargestellten
und vorstehend erläuterten
Ausführung
durch das Ventil 72 eine Verbindung 170 des Steuerdruckraums 54 mit
einem Druckbereich 171 gesteuert, der mit dem Pumpenarbeitsraum 22 anstelle
mit dem Druckraum 40 verbunden ist. Der Druckbereich 171 ist
als eine Bohrung ausgebildet, in der die Drosselstelle 174 angeordnet
ist, um einen gegenüber
dem Pumpenarbeitsraum 22 verzögerten Druckaufbau und Druckabbau
in der Bohrung 171 zu erreichen. Das Ventil 172 kann
gleich wie bei der Ausführung
gemäß 1 ausgebildet sein und ein
Ventilglied in Form einer Kugel sowie einen Ventilkolben aufweisen.
Alternativ kann das Ventil 172 auch ein kolbenförmiges Ventilglied 176 aufweisen,
das in der Bohrung 181 dicht geführt ist. Das Ventilglied 176 ragt
in einen Ventilraum 175 hinein und weist eine beispielsweise
kegelförmige
Dichtfläche 177 auf,
mit der es mit dem Ventilsitz 178 zur Steuerung der Verbindung 170 zusammenwirkt.
Alternativ kann das Ventilglied 176 auch eine beispielsweise
kugelförmig
gewölbte
Dichtfläche 177 aufweisen.
An den Ventilraum 175 schließt sich die Bohrung 171 an,
in der die Drosselstelle 174 angeordnet ist und die in
den Pumpenarbeitsraum 22 mündet. Das Ventilglied 176 ist
auf dessen vom Ventilsitz 178 umgebener Fläche in Öffnungsrichtung
von dem in der Bohrung 171 herrschenden Druck beaufschlagt
und auf dessen in der Bohrung 181 angeordneter Fläche in Schließrichtung
von dem im Pumpenarbeitsraum 22 herrschenden Druck. Beim
Schließen des
Steuerventils 60 ergibt sich in der Bohrung 171 ein
gegenüber
dem Pumpenarbeitsraum 22 verzögerter Druckaufbau, so daß das Ventil 172 dabei
geschlossen wird. Beim Öffnen
des Steuerventils 172 ergibt sich in der Bohrung 171 ein
gegenüber
dem Pumpenarbeitsraum 22 verzögerter Druckabfall, so daß das Ventil 172 dabei
geöffnet
wird. Die Funktion der Kraftstoffeinspritzeinrichtung ist gleich
wie vorstehend beschrieben. Die Ausbildung des Ventils 172 mit
dem kolbenförmigen
Ventilglied 176 kann auch bei der Ausführung der Kraftstoffeinspritzeinrichtung gemäß 1 verwendet werden.