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Schwertfalzmaschine mit Verlangsamungs-Beschleunigungs-Getriebe im
Antrieb der Bogenzuführmittel Die Erfindung bezieht sich auf Schwertfalzmaschinen,
bei denen die Bogen über das Walzwerk hinaus bis zu einem Anschlag zugeführt werden
und bei denen ein Verlangsamungs-Beschleunigungs-Getriebe im Antrieb der Zuführmittel
für den Bogen vorgesehen ist.
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Bei den bekannten Schwertfalzmaschinen liegt die Leistungsgrenze
in der Bogengeschwindigkeit vor dem ersten Falzwerk. Der zu harte Anschlag des ungefalzten
Bogens an den Ausrichtanschlag verhindert bei zu hohen Drehzahlen eine ausreichende
Falzgenauigkeit. Auch die Führung des Bogens rechtwinklig zur Schwertirchtung (Frontzuführung).
bei der die Zeit des Bogeneinzugs in die Falzwalzen für den Nachschub genutzt werden
kann, genügt noch nicht zu der gewünschten Leistungssteigerung. Die Verwendung eines
Bogenverlangsamungsgetriebes bei gleichzeitiger Frontzuführung, das den Bogen erst
beschleunigt und vor dem Anlaufen verzögert, bringt in der bei anderen Maschinen
üblichen Anordnung leinen entscheidenden Gewinn, weil der in der Beschleunigung
begriffene voreilende Bogen gegen die Hinterkante des in die Falzwalzen einlaufenden
Bogens stoßen würde, es sei denn, die Ausrichtzeit würde gekürzt oder die Falzwalzengeschwindigkeit
relativ zur Dauer eines Arbeitsspieles erhöht oder die durchschnittliche Zuführgeschwindigkeit
vergrößert.
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Alle drei Maßnahmen sind wegen der leistungsmindernden Auswirkung
nicht erwünscht.
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Erfindungsgemäß wird ein Weg beschritten. der umgekehrt unter Beibehaltung
der üblichen Ausrichtzeit und der relativen Falzgeschwindigkeit eine erhebliche
Verringerung der durchschnittlichen Zuführgeschwindigkeit und darüber hinaus eine
weitere Verlangsamung der Anlaufgeschwindigekti brillgt. Zum Verständnis der Wirkungsweeise
ist es erforderlich. den Lauf der im Wegfalzen begriffenen Bogenhinterkante mit
dem Lauf der nachfolgenden Bogenvordierkante zu vergleichen. Bei gleichförmiger
Zuführung sind sich beidle Bogen am nächsten, während der Bogen in die Falzwalzen
einläuft. Bei normaler Verlangsamung. d. h. bei einer Anordnung des Verlangsamungsgetriebes,
bei der der Bogen beim Anlaufen am Ausrichtanschlag verlangsamt wird. würde der
Bogenabstand noch weiter verringert werden und darüber hinaus ein Bogenzusammenstoß
erfolgen.
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Diese Schwierigkeiten werden erfindungsgemäß dadurch beholfen, daß
die Bogeneinlaufgeschwindigkeit in neuartiger Weise auf das Arbeitsspiel aufgeteilt
wird. Die entscheidende Verlangsamung erfolgt nicht mehr beim Anlauf. sondern in
dem Zeitraum, in dem der Bogen bis zum Walzwerk läuft. Er hält dabei in roher Annäherung
immer gleichen Abstand vom ruhenden hzw. in der Wegfalzung begriffenen Bogen.
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Die Laufzeit nach dem Vorbeigang am I2alzwerk bis zum Ausrichtanschlag
ist Verlustzeit, die zwar nicht vermieden, aber gekürzt werden kann. Das geschieht.
indem der Bogen jetzt vorwiegend überdurchschnittlich schnell weiterläuft und erst
zum Schluß noch einmal unterdurclschnittl iche Geschwindigkeit erteilt bekommt,
damit er sich sanft an den Ausrichtanschlag anlegt. Dieser Geschwindigkeitsverlauf
kann mit jedem üblichen Verlangesammungsgetrielbe (Dreiradgetriebe, elliptishe bzw.
exzentrische Räder, axial taktgesteuerte Sc, hrauben-oder Schrägzahnräder, schwingendes
P laneten-Vi erradgetriebe) erzielt werden. wenn der langsamste Punkt in den Zeitraum
der Bogenausrichtung oder später gelegt wird. Es kann aber auch jedes andere ungleichförmig
übertragende Getriebe (Getriebegruppe) benutzt werden, wobei es unerheblich ist.
ob dessen Zeit-Weg-Linie stetig verläuft oder sich sprunghaft ändert.
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Der Gewinn liegt darin, daß die Durchschnittsgeschwindigkeit des
Bogeneinl aufes bei sonst gleichen Verhältnissen erheblich verringert wird. Die
mögliche Leistungssteigerung ist zunächst dieser Verringerung proportional. Darüber
hinaus wird aber die zusätzliche Verlangsamung des Bogens beim Anlauf wirksam, so
daß die Leistung noch weiter verbessert werden kann. Falls die Zuführumittel Bänder
sind, die bis zum Falzwerk reichen, wirkt es sich ferner vorteilhaft aus, daß die
Bänder während des Schwerteinschlags ungefähr mit Bogengeschwindigkeit laufen und
folglich im Gegensatz zu bisher kein. einseitiges Wegschieben des Bogens aus der
Falzmitte während des Schwertniederganges bewirken können.
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Sobald die Zuführmittel ungleichförmig fördern, müssen besondere
Maßnahmen bei Formatwechsel getroffen werden, um die erreichte geringe Anlaufgeschwindigkeit
beizubehalten; denn der Ausrichtanschlag wird bei kleiner werdenden Formaten in
Richtung auf das Schwert zu verstellt; der zurückzulegende Weg wird verkürzt.
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Die naheliegendste Maßnahme ist das Abfahren des Bogenanlegers um
das Maß der Anschlagverstellung; der Bogenweg bleibt dabei erhalten. Umgekehrt kann
auch das Falzwerk in Richtung auf den Anschlag zu bewegt werden, wobei der Anleger
stehenbliehe, kurz, der Abstand zwischen dem Falzschwert und der Übernahmestelle
des Bogens durch die Fördermittel muß einstellbar gestaltet sein.
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Ein anderer Weg ist die Anordnung eines Geschwindigkeitsregelgetriebes
für die Zuführumittel einschließlich ihrem Verlangsamungsgetriebe. Bei Verkürzung
des erforderlichen Zuführweges wird dann die Zuführges chwindigkeit entsprechend
verringert.
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Wenn diese Regelung stufenlos erfolgt, kann sie mit der Anschlagverstellung
gekoppelt werden. Die Anfangsgeschwindigkeit der Bogenförderung bleibt dabei unverändert.
Schließlich ist es möglich, bei Kürzung des Zuführweges die Zuführung entsprechend
später einsetzen zu lassen, etwa mittels einer Stellkupplung in der Antriebsverbindung
zwischen Anlegeapparat und Falzmasch ine. Bei manchen Anlegeapparaten genügt die
zeitliche Veränderung der Steuerung nur eines Elements, etwa eines Luftventils.
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Es ist zu beachten, daß der Rhythmus der Bogenverlangsamung mit demjenigen
des Falzschwerts - nicht mit dem der Bogenvereinzelung im Anleger - verbunden, sein
muß, da sonst bei kleinen Formaten die Anschlaggeschwindigkeit ansteigen würde.
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Abb. 1 zeigt das Bewegungsschaubild eines normalen Schwertalzwerkes
mit Frontzuführung; Abb. 2 gibt das der Erfindung entsprechende Zeit-Weg-Schaubild
wieder.
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Es bedeutet darin: 1 die Vorderkante des ersten Bogens bei nicht
verlangsamtem Einlauf, 2 die Ruhelage während des Ausrichtens am Anschlag, 3 die
Wegbewegung des Bogens vom Anschlag nach dem Aufsetzen des Schwerts und 4 nach dem
Erfassen durch die Falzwalzen. 1' ist die Vorderkante des zweiten Bogens, 5 wäre
die Vorderkante des zweiten Bogens, wenn eine Verlangsamung normaler Anordnung vorgesehen
würde, 5a der langsamste Zeitpunkt, 6 die Hinterkante des ersten Bogens im Einlauf,
7 in Ruhe, 8 beim Schwerteinschlag und 9 beim Walzeneinzug, 10, 10' die Vorderkante
des erfindungsgemäß verlangsamten Bogens im Einlauf, 11 der langsamste Punkt, 12
die Ruhelage, 13 Schwerteinschlag und 14 Walzeneinzug, 15 die Hinterkante des ersten
Bogens, 16 deren Ausrichtruhe. 17 der Schwerteinschlag, 18 der Walzeneinzug.
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Wie aus den Zeit-Weg-Schaubildern ersichtlich ist, bleibt der Bogen
bis zum Punkt 19 (19') gegenüber dem durchschnittlich zurückgelegten Weg zurück,
vom Punkt 19 an eilt er vor, Die Neigung der Linie 20 entspricht der durchschnittlichen
Zuführgeschwindigkeit bei erfindungsgemäßem Einsatz eines Verlangsamungsgetriebes;
die Neigung der Linie 1' (s. Abb. 1) zeigt die Zuführgeschwindigkeit bei sonst gleichen
Verhältnissen, aber ohne Verlangsamungsgetriebe an.
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21 und 21' sind die kleinsten auftretenden Abstände von Bogen zu Bogen.
Die Linienzüge 22, 23 zeigen Vorder- und Hinterkante eines Bogens kleinen Formats
bei Verstellung des Zufiihrzeitpunktes gemäß Anspruch 5.
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PATENTANSPRtJCHE 1. Schwertfalzmaschine. bei der die Bogen rechtwinklig
zur Schwertrichtung über das Falzwerk hinaus bis zu einem Anschlag zugeführt werden
und ein Verlangsamungs-beschleunigungs-G@triebe im Antrieb der Zuführumittel für
den Bogen vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Verlangsamungs-Beschleunigungs-Getriehe
so gestaltet und angeordnet ist daß der einlaufende Bogen vor dem Vorbeigang am
Falzwerk gegenüber dem durchschnittlich zurückzulegenden Weg zurückbleibt und erst
nach dem Vorbeigang am Walzwerk voreilt.