Verfahren dieser Art sind durch verschiedene Druckschriften bekannt, beispielsweise durch die
DE 196 24 537 A1, die DE 24 58 538 C2 und die deutsche Offenlegungsschrift 24 10 269. Beim
Verfahren der zwei erstgenannten Druckschriften ist vorgesehen, anlässlich eines
Wartungsvorganges Druckluft in den Fadenabzugskanal einzublasen. Gemäß der letztgenannten
Druckschrift ist es bekannt, ein rüsselartiges flexibles Reinigungselement durch den
Fadenabzugskanal hindurch bis in den Spinnrotor einzuführen. Sämtlichen bekannten Verfahren
ist gemeinsam, dass primär ein Reinigen des Spinnrotors vorgesehen ist, wozu der
Fadenabzugskanal zwar mit gereinigt wird, jedoch in erster Linie dazu dient, die Reinigung des
Spinnrotors möglich zu machen. Dies ist dadurch der Fall, dass die Reinigung nach den bekannten
Verfahren bei geschlossenem Spinnaggregat erfolgt, wobei eine einen Teil des
Fadenabzugskanals enthaltende Fadenabzugsdüse in das Innere des Spinnrotors hineinragt.
Die Fadenabzugskanäle moderner Spinnaggregate sind heutzutage mit diversen Hindernissen"
behaftet. Beispielsweise ist in der Regel die Fadenabzugsdüse gegenüber einer Fasersammelrille
des Offenend-Spinnrotors einstellbar, so dass zwischen der Fadenabzugsdüse und der
Fortsetzung des Fadenabzugskanals in einem Fadenrohr häufig ein zusätzlicher Spalt entsteht.
Ferner ist im Fadenabzugskanal zur Erhöhung der Spinnsicherheit häufig ein Drehungsstopp
integriert, der je nach dem zu verspinnenden Fasermaterial austauschbar ist. Dieser
Drehungsstopp ragt mit Falschdrallrippen in den Fadenabzugskanal hinein. Aufgrund der
genannten Merkmale ist die Oberfläche des Fadenabzugskanals in der Regel sehr stark
"zerklüftet", und in den dadurch gebildeten Spalten kann sich Schmutz ansetzen, der zwar
während des Spinnvorganges in der Regel keinen negativen Einfluss auf den Garnausfall hat, der
jedoch nach einem eventuellen Fadenbruch in sich zusammenfällt und ein automatisches
Anspinnen oftmals beeinträchtigt. Insbesondere kann es sich nachteilig auswirken, wenn auf
Grund dieser Schmutzhindernisse eine anzuspinnendes Fadenende eine mehr oder weniger lange
Zeit benötigt, um in das Innere des Offenend-Spinnrotors eingesaugt zu werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, dafür Sorge zu tragen, dass bei einem
Anspinnvorgang im Fadenabzugskanal immer die gleichen Verhältnisse vorherrschen, damit die
zeitliche Abfolge während eines Anspinnvorganges konstant bleibt.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Fadenabzugsdüse durch Öffnen des Spinnaggregates
vom Bereich des Spinnrotors entfernt und dem Fadenabzugskanal ein Reinigungselement
zugestellt wird.
Die Erfindung geht zunächst von der Erkenntnis aus, dass für die Reinigung eines
Fadenabzugskanals, der "Hindernisse" aufweist, eine besonders intensive Reinigung erforderlich
ist, die aber nicht dazu führen darf, dass der entfernte Schmutz sich eventuell im Innern des
Offenend-Spinnrotors festsetzt. Auf diesem Grunde wird ein Reinigen des Fadenabzugskanals bei
geschlossenem Spinnaggregat dadurch umgangen, dass durch Öffnen des Spinnaggregates die
Fadenabzugsdüse aus dem Bereich des Spinnrotors entfernt wird. Nunmehr wird es möglich,
durch Zustellen eines Reinigungselementes den Fadenabzugskanal, gegebenenfalls von beiden
Seiten her, besonders gründlich zu reinigen. Zweckmäßig ist es jedoch dabei, das
Reinigungselement dem der Fadenabzugsdüse abgewandten Ende des Fadenabzugskanals
zuzustellen, da die Oberfläche der Fadenabzugsdüse aus spinntechnologischen Gründen
besonders empfindlich ist, so dass von dort das Zustellen von Reinigungselementen nach
Möglichkeit nicht erfolgen sollte.
Das Reinigen des Fadenabzugskanals kann vorteilhaft mittels Druckluft geschehen, jedoch ist es
ebenso möglich, den Fadenabzugskanal mittels eines flexiblen Rüssels oder einer länglichen
Bürste oder dergleichen zu reinigen.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
zweier Ausführungsbeispiele.
Es zeigen:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht durch ein Offenend-Spinnaggregat während
eines pneumatischen Reinigens des Fadenabzugskanals mittels einer Druckluftdüse,
Fig. 2 eine Teilansicht der Fig. 1 mit einem mechanischen Reinigungselement.
Das in Fig. 1 nur teilweise dargestellte Spinnaggregat 1 zeigt mit durchgezogenen Linien die
Betriebsposition und mit strichpunktierten Linien die geöffnete Position in einem Wartungsfalle.
Zustellbare Elemente eines verfahrbaren Wartungsgerätes sind für den letztgenannten Fall
gepunktet schematisch angedeutet.
Das Spinnaggregat 1 enthält einen Offenend-Spinnrotor 2, der bei Betrieb in einer
Unterdruckkammer 3 eines Rotorgehäuses 4 umläuft. Ein Schaft 5 des Offenend-Spinnrotors 2
durchdringt die Rückwand des Rotorgehäuses 4 und ist außerhalb davon in nichtdargestellter
Weise gelagert und angetrieben.
Die offene Vorderseite des Rotorgehäuses 4 ist bei Betrieb von einem deckelartigen
Schwenkgehäuse 6 unter Mitwirkung einer Ringdichtung 8 abgedeckt. Im Wartungsfalle lässt sich
das Schwenkgehäuse 6 um eine stationäre Schwenkachse 7 in eine das Spinnaggregat 1
öffnende Position 6' überführen, wobei auch die Ringdichtung 8 dann eine Position 8' einnimmt.
Bei Betrieb ragt in den Offenend-Spinnrotor 2 eine am Schwenkgehäuse 6 angeordnete
Fadenabzugsdüse 9 hinein, die einen Anfangsteil eines Fadenabzugskanals 11 enthält, der nach
der Fadenabzugsdüse 9 von einem Fadenrohr 10 fortgesetzt wird. Beim Abschwenken des
Schwenkgehäuses 6 in die Position 6' werden die Fadenabzugsdüse 9, das Fadenrohr 10 und
somit der Fadenabzugskanal 11 in die Positionen 9', 10' und 11' überführt.
Bei modernen Spinnaggregaten 1 ist vorgesehen, dass die Fadenabzugsdüse 9 bezüglich einer im
Innern des Offenend-Spinnrotors 2 befindlichen Fasersammelrille einstellbar ist, beispielsweise
mittels nicht dargestellter Unterlegscheiben. Dies kann dazu führen, dass gegebenenfalls zwischen
der Fadenabzugsdüse 9 und dem Fadenrohr 10 ein kleiner Spalt 18 entsteht. Außerdem ist im
Fadenabzugskanal 11 häufig ein so genannter Drehungsstopp 12 vorgesehen, bei welchem so
genannte Falschdrallrippen in den Fadenabzugskanal 11 im Bereich einer Krümmung hineinragen,
die dem Zweck dienen, durch Erzeugen einer vorübergehenden zusätzlichen Drehung die
Spinnstabilität zu erhöhen. Der Spalt 18 und der Drehungsstopp 12 bilden im Fadenabzugskanal
11, dessen Durchmesser bei modernen Spinnaggregaten 1 ohnehin sehr klein ist, zusätzliche
"Hindernisse", an denen sich Schmutz absetzen kann, der bei einem erforderlich werdenden
Anspinnvorgang das Zurückführen eines Fadenendes durch den Fadenabzugskanal 11 hindurch in
das Innere des Spinnrotors 2 behindern kann. Aus diesem Grunde ist erfindungsgemäß
vorgesehen, den Fadenabzugskanal 11 in seiner im Wartungsfalle abgeschwenkten Position 11'
durch Zustellen eines Reinigungselementes 13 eines nicht dargestellten verfahrbaren
Wartungsgerätes zu reinigen.
Gemäß Fig. 1 wird dem der Fadenabzugsdüse 9 abgewandten Ende des Fadenabzugskanals 11
eine Druckluftdüse 14 zugestellt, die Druckluft gemäß den gepunktet dargestellten Pfeilen durch
die abgeschwenkte Position 11' des Fadenabzugskanals 11 hindurchbläst. Bei diesem
Reinigungsvorgang wird das Innere des Offenend-Spinnrotors 2 nicht mit beaufschlagt.
Bei einer in Fig. 2 andeutungsweise dargestellten abgewandelten Ausführung wird dem
Fadenabzugskanal 11 in seiner abgeschwenkten Position 11' ein mechanisches
Reinigungselement 15 zugestellt, beispielsweise in Form eines flexiblen Rüssels 16 oder
dergleichen, der in den Fadenabzugskanal 11 bis zur Fadenabzugsdüse 9 hin eingeführt wird.
Hierfür ist in dem verfahrbaren Wartungsgerät eine in beiden Drehrichtungen antreibbare
Speicherrolle 17 vorgesehen.
Durch die Maßnahmen nach der Erfindung wird sichergestellt, dass im Zusammenhang mit einem
Anspinnvorgang der Fadenabzugskanal 11 zunächst gründlich gesäubert wird, und zwar dann,
wenn die Fadenabzugsdüse 9 aus dem Bereich des Offenend-Spinnrotors 2 entfernt wird. Nach
anschließendem Schließen des Spinnaggregates 1 durch Zurückschwenken des
Schwenkgehäuses 6 wird der Ansetzvorgang nicht mehr durch Schmutzhindernisse beeinträchtigt,
so dass ein anzuspinnendes Fadenende ungestört und mit konstanten Zeiten in das Innere des
Offenend-Spinnrotors 2 zum Ansetzen an einen dort befindlichen Faserring zurückgeführt werden
kann.