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Die Erfindung betrifft Verfahren
zum Erhöhen
des Ölgehaltes
in Pflanzen durch Verminderung eines oder mehrerer Speicherproteine.
Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung von Pflanzen mit einer
verminderten Speicherproteingehalt zur Herstellung von Nahrungs-,
Futtermitteln, Saatgut, Pharmazeutika oder Feinchemikalien, insbesondere
zur Herstellung von Ölen.
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Die Erhöhung des Ölgehalts in Pflanzen und insbesondere
in Pflanzensamen ist für
die klassische wie für
die modernen Pflanzenzüchtung
und insbesondere die pflanzliche Biotechnologie von großem Interessen. Bedingt
durch den steigenden Verbrauch von Pflanzenölen für Ernährung bzw, industrielle Anwendungen
sind Möglichkeiten
zur Steigerung bzw. Modifikation von Pflanzenölen zunehmend Gegenstand aktueller
Forschung (z.B. Töpfer
et al. (1995) Science 268: 681 – 686).
Ziel ist dabei insbesondere die Erhöhung des Gehaltes an Fettsäuren in
Samenölen.
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Auch die aus den pflanzlichen Ölen erhältlichen
Fettsäuren
sind von besonderem Interesse. Sie kommen beispielsweise als Grundstoffe
für Weichmacher,
Schmierstoffe, Tenside, Kosmetika usw. zum Einsatz oder werden in
der Lebens- und Futtermittelindustrie als wertvoll Grundstoffe eingesetzt.
So ist beispielsweise die Bereitstellung von Rapsölen mit
Fettsäuren
mittlerer Kettenlänge
von besonderem Interesse, da diese besonderes in der Tensidherstellung
begehrt sind.
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Durch die gezielte Modulation pflanzlicher
Stoffwechselwege mittels gentechnische Verfahren kann der pflanzlichen
Metabolismus in einer Weise vorteilhaft verändert werden, die durch klassische
Züchtungsmethoden
nur über
langwierige Schritte bzw. überhaupt
nicht zu erreichen wären.
So werden ungewöhnliche Fettsäuren, beispielsweise
bestimmte polyungesättigte
Fettsäuren,
nur in bestimmten Pflanzen bzw. überhaupt
nicht in Pflanzen synthetisiert und können deshalb nur nur durch
Expression des entsprechenden Enzyms in transgenen Pflanzen hergestellt
werden (z.B. Millar et al. (2000) Trends Plant Sci 5: 95 – 101).
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Lipide werden aus Fettsäuren synthetisiert
und ihre Synthese kann in zwei Teilmechanismen unterteilt werden,
einen quasi "prokaryotischen" und einen quasi "eukaryotischen" (Browse et al. (1986)
Biochemical J 235: 25 – 31;
Ohlrogge & Browse
(1995) Plant Cell 7: 957 – 970).
Der prokaryotische Mechanismus ist in den Plastiden lokalisiert
und umfasst die Biosynthese der freien Fettsäuren, die in das Cytosol exportiert
werden, wo sie als Fettsäureacyl-CoA-Ester
in den eukaryotischen Mechanismus eingehen und mit Glycerol-3-phosphat
zu Phosphatidsäure
(PA) verestert werden. PA ist der Ausgangspunkt für die Synthese
von neutralen und polaren Lipiden. Die neutralen Lipide werden dabei über den
Kennedy-Weg synthetisiert (Voelker (1996) Genetic Engineering ed.:
Setlow 18: 111 – 113;
Shankline & Cahoon
(1998) Annu Rev Plant Physiol Plant Mol Biol 49: 611 – 649; Frentzen
(1998) Lipids 100: 161 – 166).
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Samen sind insbesondere darauf angewiesen
Energie und Grundbausteine zu speichern, um z.B. eine spätere Keimung
zu gewährleisten.
Die Speicherung erfolgt in Form von Speicherlipiden, Speicherproteinen oder
Stärke
(Speicherkohlenhydrat). Je nach Pflanze variieren dabei die Verhältnisse
der drei Speichermoleküle
zueinander. So enthalten Rapssorten durchschnittlich etwa 48 % Speicherlipide,
19 % Stärke
und 21 % Speicherproteine, während
Sojabohne 22 % Lipide, 12 % Stärke
und 37 % Proteine (jeweils bezogen auf die Trockenmasse) enthält (Biochemistry & Molecular Biology
of the Plant ed. Buchanan, Gruissem, Jones 2000, American Society
of Plant Physiologists). Die Speichermoleküle werden während der Embryoentwicklung
des Samen akkumuliert.
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Speicherproteine (infolge auch SP)
im Embryo dienen zur Speicherung von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel,
die für
das schnelle heterotrophe Wachstum bei Keimung von Samen oder Pollen
benötigt
werden. Sie haben meist keine enzymatische Aktivität. Diese
Proteine werden dabei nur im Embryo während der Samenentwicklung
synthetisiert. SP akkumulieren dabei zum einen in Proteinspeichervakuolen
(PSV) von unterschiedlich differenzierten Zellen im Embryo bzw.
Endosperm. Als weitere Form können
sie auch als Proteinkörper
assoziiert mit den endoplasmatischen Retikulum (ER) vorliegen (Herman & Larkins (1999)
Plant Cell 11: 601 – 613).
Dabei werden alle Speicherproteine ursprünglich am rauen ER synthetisiert
(Bollini & Chrispeels
(1979) Planta 146: 487 – 501).
Sie können
im ER verbleiben oder können über den
Golgiapparat zu anderen Kompartimenten in der Zelle transportiert
werden. Im ER erfolgt die Prozessierung und korrekte Faltung der
Speicherproteine, sowie deren Oligomerisierung (Vitale & Denecke (1999)
Plant Cell 11: 615 628). Speicherproteine in Samen wurden historisch
gesehen auf Grund ihrer verschiedenen Löslichkeiten eingeordnet. Proteine
wurden dabei sequentiell mit verschiedenen Lösungsmitteln aus den Samen
extrahiert. Wasserlösliche
Proteine wurden dabei als Albumine bezeichnet. Proteine, die in
einer Salzlösung
löslich
sind, wurden als Globuline, und Proteine, die in einem Ethanol-Wasser- Gemisch löslich sind;
wurden als Prolamine bezeichnet. Gluteline, die letzte Gruppe, können nur
durch Behandlung mit verdünnten
Säuren
extrahiert werden (Biochemistry & Molecular
Biology of the Plant ed. Buchanan, Gruissem, Jones 2000, American
Society of Plant Physiologists). Prolamine kommen dabei spezifisch
nur im Endosperm von Gräsern
(Poaceae) vor, wo sie die Hauptspeicherproteine darstellen (Ausnahmen
sind Reis und Hafer, wo Glutelinähnliche
und Globuline überwiegen).
In Dikotyledonen dominieren dagegen Globuline.
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Insgesamt können vier große Genfamilien
für Speicherproteine
aufgrund ihrer Sequenzen zugeordnet werden: 2S-Albumine (Napinähnlich),
7S-Globuline (Phaseolin-ähnlich),
11S/12S-Globuline (Legumin-/Cruciferin-ähnlich) und die Zein-Prolamine.
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2S-Albumine sind weit verbreitet
in Samen von Dikotyledonen, einschließlich wichtiger kommerzieller Pflanzenfamilien
wie Fabaceae (z.B. Sojabohne), Brassicaceae (z.B. Raps), Euphorbiaceae
(z.B. Rizinus) oder Asteraceae (z.B. Sonnenblume). 2S Albumine sind
kompakte globuläre
Proteine mit konservierten Cysteinresten, die oft Heterodimere bilden.
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7S-Globuline liegen in trimerer Form
vor und enthalten keine Cysteinreste. Nach ihrer Synthese werden
sie wie die 2S-Albumine in kleinere Fragmente gespalten und glykosyliert.
Trotz Unterschiede in der Polypeptidgröße sind die verschiedenen 7S-Globuline
hoch konserviert und gehen vermutlich wie die 2S-Albumine auf einen
gemeinsames Vorläuferprotein
zurück.
Die 7S-Globuline sind nur in geringen Mengen in Monokotyledonen
vorhanden. In Dikotyledonen ist ihr Anteil immer kleiner verglichen
mit den 11S/12S-Globulinen.
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11S/12S-Globuline stellen neben den
2S-Albuminen die Hauptfraktion der Speicherproteine in Dikotyledonen.
Die hohe Ähnlichkeit
der verschiedenen 11S-Globuline aus verschiedenen Pflanzengattungen
lassen wiederum auf einen gemeinsames Vorläuferprotein in der Evolution
schließen.
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Alle Speichermoleküle in Samen
werden direkt oder indirekt aus Kohlenhydrat-Vorstufen gebildet.
Dabei ist Saccharose die Primärquelle
von Kohlenstoff und Energie welche von den Blättern in die sich entwickelnden
Samen transportiert wird. So wird z.B. Saccharose zu Glucose-6-phosphat
und Pyruvat umgesetzt, die in die Plastiden transportiert und dort
zur Synthese von Acetyl-CoA dienen, welches das Ausgangsprodukt für die Synthese
der Fettsäuren
ist.
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Wie in den einzelnen Pflanzen das
Gleichgewicht zwischen den einzelnen Speichermolekülen reguliert
wird, ist nicht im einzelnen bekannt. So führt die Reduktion der Lipidsynthese
zur Erhöhung
der Speicherproteine (O'Hara
et al. (2000) Trans Biochem Soc 613 – 615).
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EP-A 0 591 530 beschreibt die Verminderung
der Expression eines Speicherproteins in Samen, insbesondere des
Speicherproteins Glutelin in Reis, mit dem Ziel die Verwertbarkeit
von Reis in Fermentationsprozessen zur Herstellung alkoholischer
Getränke
zu optimieren. In diesen Prozessen sind Proteine als solche hinderlich.
Eine Auswirkung der Verminderung auf den Gehalt anderen pflanzlicher
Inhaltstoffe ist nicht beschrieben.
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WO 87/47731 beschreibt die Verminderung
von einem oder mehreren Speicherproteinen im Samen von Sojabohnen
durch Antisense-Technologie.
Weiterhin beschrieben ist ein Verfahren, wobei neben dem Speicherprotein
noch die Expression eines Gen der Fettsäurebiosynthese (mikrosomale Δ-12 Desaturase [Fad
2-1] Gene) vermindert wird. In Beispiel 2 (S.25/Z.4-9) geschieht
dies durch Cosuppression. Es resultieren transgene Sojabohnenpflanzen
mit verminderten Gehalt eines Speicherproteins und einem Gehalt
an Ölsäure an der
Gesamtmenge von Fettsäuren,
das im Verhältnis
zu anderen Fettsäuren
relativ höher
ist als in nicht transgenen Sojabohnenpflanzen. Die Veränderung
im Fettsäureprofil
ist auf die Suppression des Fad2-1 Gens und nicht des Speicherproteins
zurückzuführen. Auch
wird keine Veränderung
im Gesamtgehalt der Fettsäuren
beschrieben.
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WO 97/35023 beschreibt Speicherproteine
und Verfahren zur Erhöhung
des Gehaltes bestimmter Aminosäuren
in Pflanzen durch Expression besagter Speicherproteine. Eine Beschreibung
der Auswirkung auf andere pflanzliche Metaboliten ist nicht offenbart.
WO 97/41239 beschreibt ähnliche
Verfahren bezogen auf schwefelreiche Speicherproteine.
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WO 98/26064 beschreibt Verfahren
zur Verminderung eines oder mehrerer Speicherproteine, bevorzugt
in Mais. Beschrieben sind ferner Pflanzen mit einem erhöhten oder
veränderten
Gehalt an Aminosäuren oder
Stärke.
Eine Auswirkung auf den Ölgehalt
ist nicht beschrieben.
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WO 99/15004 beschreibt die Modifikation
des Gehaltes von Metaboliten in den Speicherorganen von Pflanzen
durch Expression von schwefelreichen Proteinen mit mehr als 10 %
schwefelhaltigen Aminosäuren, insbesondere
dem Samenalbumin der Sonnenblume (SSA; sunflower seed albumin).
Dabei bewirkt die Expression in Lupine eine Erhöhung des Ölgehaltes (Beispiel 1; 5.28/Z.4-5,
17}. Umgekehrt bewirkt die Expression des gleichen Gen in Erbse
(Pisum sativum) eine Erniedrigung (Beispiels 2; 5.32/Z.21).
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EP-A 0 620 281 beschreibt eine Veränderung
in der Lipidzusammensetzung (Fettsäuremuster) in Raps durch Verminderung
der Expression eines Speicherproteins (Napin) mittels Antisense-Technologie. Beispiel
6 (5.11/Z.12-15) beschreibt, dass sich lediglich das Verhältnis der
einzelnen Fettsäuren
dahingehend veränderte,
dass der Gehalt an Ölsäure sank
und der Gehalt an Linol- und Linolensäure stieg. Es wird explizit daraufhin
gewiesen, dass der Gesamtgehalt an Fettsäure unverändert blieb. Entsprechende
Daten sind auch in der korrespondierenden Veröffentlichung der Erfinder offenbart
(Kohno-Murase J et al. (1994) Plant Mol Biol 26(4): 1115 – 1124).
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WO 01/81604 beschreibt transgene
Pflanzen die eine zytosolische Acetyl-CoA-carboxylase (ACCase) exprimieren
und einen gegenüber
dem untransformierten Wildtyp erhöhten Ölgehalt aufweisen.
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Es stellte sich daher die Aufgabe
alternative Verfahren zur Erhöhung
des Ölgehaltes
in Pflanzen bereitzustellen.
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Diese Aufgabe wird durch die vorliegende
Erfindung gelöst.
Ein erster Gegenstand der Erfindung umfasst ein Verfahren zum Erhöhen des
Gesamtölgehalt
in pflanzlichen Organismen, dadurch gekennzeichnet, dass nachfolgende
Arbeitsschritte umfasst sind
- a) Verminderung
der Proteinmenge eines oder mehrerer Speicherproteine in einem pflanzlichen
Organismus oder einem Gewebe, Organ, Teil oder Zelle des besagten
pflanzlichen Organismus und
- b) Auswahl von pflanzlichen Organismen, bei denen – im Unterschied
oder Vergleich zur Ausgangsorganismus – der Gesamtölgehalt
in dem besagten pflanzlichen Organismus oder einem Gewebe, Organ,
Teil oder Zelle des besagten pflanzlichen Organismus erhöht ist.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann im Prinzip
auf alle Pflanzenarten angewendet werden. Bevorzugt auf solche in
denen natürlicherweise
ein Speicherprotein exprimiert wird. Die zu den im Rahmen dieser Erfindung
offenbarten Speicherproteinsequenzen homologen Sequenzen aus anderen
Pflanzen können
z.B. durch Datenbanksuche oder Durchmustern von Gen-Banken leicht
aufgefunden werden.
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"Pflanzlicher
Organismus oder von diesem abgeleitete Zellen" meint allgemein jede Zelle, Gewebe, Teile
oder Vermehrungsgut (wie Samen oder Früchte) eines Organismus, der
zur Photosynthese befähigt
ist. Eingeschlossen sind im Rahmen der Erfindung alle Gattungen
und Arten höherer
und niederer Pflanzen des Pflanzenreiches. Einjährige, mehrjährige, monocotyledone
und dicotyledone Pflanzen sind bevorzugt. Eingeschlossen sind reife
Pflanze, Saatgut, Sprosse und Keimlinge, sowie davon abgeleitete
Teile, Vermehrungsgut (zum Beispiel Knollen, Samen oder Früchte) und
Kulturen, zum Beispiel Zell- oder Kalluskulturen. Reife Pflanzen
meint Pflanzen zu jedem beliebigen Entwicklungsstadium jenseits
des Keimlings. Keimling meint eine junge, unreife Pflanze in einem
frühen
Entwicklungsstadium.
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"Pflanze" im Rahmen der Erfindung
meint alle Gattungen und Arten höherer
und niederer Pflanzen des Pflanzenreiches. Eingeschlossen unter
dem Begriff sind die reifen Pflanzen, Saatgut, Sprossen und Keimlinge, sowie
davon abgeleitete Teile, Vermehrungsgut, Pflanzenorgane, Gewebe,
Protoplasten, Kallus und andere Kulturen, zum Beispiel Zellkulturen,
sowie alle anderen Arten von Gruppierungen von Pflanzenzellen zu
funktionellen oder strukturellen Einheiten. Reife Pflanzen meint
Pflanzen zu jedem beliebigen Entwicklungsstadium jenseits des Keimlings.
Keimling meint eine junge, unreife Pflanze in einem frühen Entwicklungsstadium. "Pflanze" umfasst alle einjährigen und
mehrjährige,
monokotyledonen und dikotyledonen Pflanzen und schließt beispielhaft
jedoch nicht einschränkend
solche der Gattungen Cucurbita, Rosa, Vitis, Juglans, Fragaria,
Lotus, Medicago, Onobrychis, Trifolium, Trigonella, Vigna, Citrus,
Linum, Geranium, Manihot, Daucus, Arabidopsis, Brassica, Raphanus,
Sinapis, Atropa, Capsicum, Datura, Hyoscyamus, Lycopersicon, Nicotiana,
Solarium, Petunia, Digitalis, Majorana, Ciahorium, Helianthus, Lactuca,
Bromus, Asparagus, Antirrhinum, Heterocallis, Nemesis, Pelargonium,
Panieum, Pennisetum, Ranunculus, Senecio, Salpiglossis, Cucumis,
Browaalia, Glycine, Pisum, Phaseolus, Lolium, Oryza, Zea, Avena,
Hordeum, Secale, Triticum, Sorghum, Picea und Populus ein.
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Bevorzugt sind Pflanzen nachfolgender
Pflanzenfamilien: Amaranthaceae, Asteraceae, Brassicaceae, Carophyllaceae,
Chenopodiaceae, Compositae, Cruciferae, Cucurbitaceae, Labiatae,
Leguminosae, Papilionoideae, Liliaceae, Linaceae, Malvaceae, Rosaceae,
Rubiaceae, Saxifragaceae, Scrophulariaceae, Solanacea, Sterculiaceae,
Tetragoniacea, Theaceae, Umbelliferae.
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Bevorzugte monokotyle Pflanzen sind
insbesondere ausgewählt
aus den monokotylen Kulturpflanzen, wie zum Beispiel der Familie
der Gramineae wie Reis, Mais, Weizen oder andere Getreidearten wie
Gerste, Hirse, Roggen, Triticale oder Hafer sowie dem Zuckerrohr
sowie alle Arten von Gräsern.
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Die Erfindung wird ganz besonders
bevorzugt aus dikotyledone pflanzliche Organismen angewendet. Bevorzugte
dikotyle Pflanzen sind insbesondere ausgewählt aus den dikotylen Kulturpflanzen,
wie zum Beispiel
- – Asteraceae wie Sonnenblume,
Tagetes oder Calendula und andere mehr,
- – Compositae,
besonders die Gattung Lactuca, ganz besonders die Art sativa (Salat)
und andere mehr,
- – Cruciferae,
besonders die Gattung Brassica, ganz besonders die Arten napus (Raps),
campestris (Rübe), oleracea
cv Tastie (Kohl), oleracea cv Snowball Y (Blumenkohl) und oleracea
cv Emperor (Broccoli) und weitere Kohlarten; und der Gattung Arabidopsis,
ganz besonders die Art thaliana sowie Kresse oder Canola und andere
mehr,
- – Cucurbitaceae
wie Melone, Kürbis
oder Zucchini und andere mehr,
- – Leguminosae
besonders die Gattung Glycine, ganz besonders die Art max (Sojabohne)
Soja sowie Alfalfa, Erbse, Bohnengewächsen oder Erdnuss und andere
mehr
- – Rubiaceae,
bevorzugt der Unterklasse Lamiidae wie beispielsweise Coffea arabica
oder Coffea liberica (Kaffeestrauch) und andere mehr,
- – Solanaceae
besonders die Gattung Lycopersicon, ganz besonders die Art esculentum
(Tomate) und die Gattung Solanum, ganz besonders die Art tuberosum
(Kartoffel) und melongena (Aubergine) sowie Tabak oder Paprika und
andere mehr,
- – Sterculiaceae,
bevorzugt der Unterklasse Dilleniidae wie beispielsweise Theobroma
cacao (Kakaostrauch) und andere mehr,
- – Theaceae,
bevorzugt der Unterklasse Dilleniidae wie beispielsweise Camellia
sinensis oder Thea sinensis (Teestrauch) und andere mehr,
- – Umbelliferae,
besonders die Gattung Daucus (ganz besonders die Art carota (Karrotte))
und Apium (ganz besonders die Art graveolens dulce (Selarie)) und
andere mehr; und die Gattung Capsicum, ganz besonders die Art annum
(Pfeffer) und andere mehr,
sowie Lein, Soja, Baumwolle,
Hanf, Flachs, Gurke, Spinat, Möhre,
Zuckerrübe
und den verschiedenen Baum-, Nuss- und Weinarten, insbesondere Banane
und Kiwi.
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Umfasst sind ferner Schmuckpflanzen,
Nutz- oder Zierbäume,
Blumen, Schnittblumen, Sträucher
oder Rasen. Beispielhaft aber nicht einschränkend seien zu nennen Angiospermen,
Bryophyten wie zum Beispiel Hepaticae (Leberblümchen) und Musci (Moose); Pteridophyten
wie Farne, Schachtelhalm und Lycopoden; Gymnospermen wie Koniferen,
Cycaden, Ginkgo und Gnetalen, die Familien der Rosaceae wie Rose,
Ericaceae wie Rhododendrons und Azaleen, Euphorbiaceae wie Weihnachtssterne
und Kroton, Caryophyllaceae wie Nelken, Solanaceae wie Petunien,
Gesneriaceae wie das Usambaraveilchen, Balsaminaceae wie das Springkraut,
Orchidaceae wie Orchideen, Iridaceae wie Gladiolen, Iris, Freesie
und Krokus, Compositae wie Ringelblume, Geraniaceae wie Geranien,
Liliaceae wie der Drachenbaum, Moraceae wie Ficus, Araceae wie Philodendron
und andere mehr.
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Pflanzliche Organismen im Sinne der
Erfindung sind weiterhin weitere photosynthetisch aktive befähigte Organismen,
wie zum Beispiel Algen, Cyanobakterien sowie Moose. Bevorzugte Algen
sind Grünalgen, wie
beispielsweise Algen der Gattung Haematococcus, Phaedactylum tricornatum,
Volvox oder Dunaliella. Insbesondere bevorzugt ist Synechocystis.
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Am meisten bevorzugt sind Pflanzen,
die zur Ölproduktion
geeignet sind, wie beispielsweise Arabidopsis, Raps, Sonnenblume,
Sesam, Färberdistel, Ölbaum, Soja,
Mais, Weizen oder verschiedene Nussarten wie beispielsweise Walnuss
Mandel. Unter diesen wieder besonders bevorzugt sind die dikotyledonen
Pflanzen, insbesondere Raps, Soja und Sonnenblume.
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"Öle" umfasst neutrale
und/oder polare Lipiden und Mischungen derselben. Beispielhaft jedoch
nicht einschränkend
seien die in Tabelle 1 aufgeführten
zu nennen.
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Tab.
1: Pflanzliche Lipidklassen
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Neutrale Lipide meint bevorzugt Triacylglyceride.
Sowohl die neutralen als auch die polaren Lipide können ein
breites Spektrum an verschiedenen Fettsäuren enthalten. Beispielhaft
jedoch nicht einschränkend seien
die in Tabelle 2 aufgeführten
Fettsäuren
zu nennen.
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Tab.
2: Übersicht über verschiedene
Fettsäuren
(Auswahl)
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Öle
meint bevorzugt Samenöle.
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"Ölgehalt" meint die Summe
aller Öle
nach obiger Definition, bevorzugt die Summe die Triacylglyceride.
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"Erhöhung" des Ölgehaltes
meint die Steigerung des Gehaltes an Ölen in einer Pflanze oder einem Teil,
Gewebe oder Organ derselben, bevorzugt in den Samenorganen der Pflanze.
Dabei ist der Ölgehalt
im Vergleich zu einer nicht dem erfindungsgemäßen Verfahren unterworfenen,
aber ansonsten unveränderten Ausgangspflanze
unter ansonsten gleichen Rahmenbedingungen um mindestens 5 %, bevorzugt
mindestens 10 %, besonders bevorzugt mindestens 15 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 20 %, am meisten bevorzugt mindestens 25 %
erhöht.
Rahmenbedingungen meint dabei alle für die Keimung, Kultivierung
oder Wachstum der Pflanze relevanten Bedingungen wir Boden-, Klima-
oder Lichtverhältnisse,
Düngung,
Bewässerung,
Pflanzenschutzmaßnahmen
usw.
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"Speicherprotein" meint allgemein
ein Protein, das mindestens eine der nachfolgenden wesentlichen Eigenschaften
aufweist:
- a) Speicherproteine werden im wesentlichen
nur im Embryo während
der Samenentwicklung exprimiert. "Im wesentlichen" bedeutet dabei, dass in dem besagten
Stadium mindestens 50 %, bevorzugt mindestens 70 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 90 %, am meisten bevorzugt mindestens 95 %
der Gesamtexpression über
die Lebensdauer einer Pflanze hinweg stattfindet.
- b) Speicherproteine werden während
der Keimung des Samen wieder abgebaut. Dabei beträgt der Abbau während der
Keimung mindestens 20 %, bevorzugt mindestens 50 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 80 %.
- c) Speicherproteine machen einen wesentlichen Anteil am Gesamtproteingehalt
des nicht-keimenden Samens aus. Bevorzugt macht das Speicherprotein
in dem nicht-keimenden Samen der Wildtyp-Pflanze mehr als 5 Gew.-% des Gesamtproteins
aus, besonders bevorzugt mindestens 10 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt
mindestens 20 Gew.-%, am meisten bevorzugt mindestens 30 Gew.-%.
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Bevorzugt weisen Speicherproteine
2 oder alle der oben genannten wesentlichen Eigenschaften a), b) oder
c) auf.
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Speicherproteine können in
Untergruppen entsprechend weiterer charakteristischer Eigenschaften, wie
beispielsweise ihrem Sedimentationskoeffizienten oder der Löslichkeit
in verschiedenen Lösungen
(Wasser, Salzlösung,
Alkohol) aufgeteilt werden. Die Bestimmung des Sedimentationskoeffizienten
kann in der dem Fachmann vertrauten Weise mittels Ultrazentrifugation
durchgeführt
werden (z.B. beschrieben bei Correia JJ (2000) Methods in Enzymology
321: 81 – 100).
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Bevorzugt ist das Speicherprotein
ausgewählt
aus den Klassen der 2S-Albumine (Napin-ähnlich), 7S-Globuline (Phaseolin-ähnlich),
11S/12S-Globuline (Legumin-/Cruciferin-ähnlich) oder Zein-Prolamine.
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Besonders bevorzugte 2S-Albumine
umfassen
- a) 2S-Albumine aus Arabidopsis, ganz
besonders bevorzugt die 2S-Albumine mit der SEQ ID NO: 2, 4, 6 oder
8, am meisten bevorzugt die durch die Nukleinsäuren gemäß SEQ ID NO: 1, 3, 5 oder 7
kodierten Proteine,
- b) 2S-Albumine aus Arten der Gattung Brassica, wie beispielsweise
Brassica napus, Brassica nigra, Brassica juncea, Brassica oleracea
oder Sinapis alba, ganz besonders bevorzuge die 2S-Albumine mit
der SEQ ID NO: 32, 34, 36, 38, 40, 46 oder 48, am meisten bevorzugt
die durch die Nukleinsäuren
gemäß SEQ ID NO:
31, 33, 35, 37, 39, 45 oder 47 kodierten Proteine,
- c) 2S-Albumine aus Soja, ganz besonders bevorzugt die 2S-Albumine
mit der SEQ ID NO: 42 oder 44, am meisten bevorzugt die durch die
Nukleinsäuren
gemäß SEQ ID
NO: 41 oder 43 kodierten Proteine,
- d) 2S-Albumine aus Sonnenblume (Helianthus annus), ganz besonders
bevorzugt die 2S-Albumine mit der SEQ ID NO: 50 oder 52, am meisten
bevorzugt die durch die Nukleinsäuren
gemäß SEQ ID
NO: 49 oder 51 kodierten Proteine,
sowie die entsprechenden
Homologen und funktionellen Äquivalente
zu a) oder b) oder c) oder d) aus identischen oder anderen Pflanzenarten,
insbesondere Raps, Sonnenblume, Lein, Sesam, Färberdistel, Ölbaum, Soja
oder verschiedene Nussarten. Funktionelle Äquivalente zeichnen sich bevorzugt
neben den oben genannten wesentlichen Eigenschaften durch charakteristische
Eigenschaften wie einen 2S-Sedimentationskoeffizienten und/oder
durch eine Löslichkeit
in Wasser aus.
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Funktionelle Äquivalente der 2S-Albumine
haben in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eine Homologie von
mindestens 60 %, bevorzugt mindestens 80 %, ganz besonders bevorzugt
mindestens 90 %, am meisten bevorzugt mindestens 95 % zu einer der
Proteinsequenzen mit der SEQ ID NO: 2, 4, 6, 8, 32, 34, 36, 38,
40, 42, 44, 46, 48, 50 oder 52 wobei die Homologie sich bevorzugt über eine
Länge von
mindestens 30 Aminosäuren,
bevorzugt mindestens 50 Aminosäuren
besonders bevorzugt über
100 Aminosäuren,
am meisten bevorzugt über
die gesamte Länge
der jeweiligen Proteine erstreckt, und weisen die gleichen wesentlichen
Eigenschaften eines Speicherproteins und – bevorzugt- die charakteristischen
Eigenschaften eines 2S-Speicherproteins auf.
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Weiterhin bevorzugte funktionelle Äquivalente
enthalten in den für
sie kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mindestens eins, bevorzugt zwei, besonders bevorzugt 3, am meisten
bevorzugt alle der Sequenzmotive ausgewählt aus jeweils einer bestimmten
der nachfolgenden Gruppen I , II, III oder IV:
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Besonders bevorzugt weisen die funktionelle Äquivalente
in ihren Nukleinsäuresequenzen
mindestens eines der nachfolgenden Sequenzmotive ausgewählt aus
einer bestimmten der nachfolgenden Gruppen V, VI, VII oder VIII
auf:
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Besonders bevorzugte 7S-Globuline
umfassen solche aus Arabidopsis oder Soja, ganz besonders bevorzugt
die Proteine mit der SEQ ID NO: 155 oder 157, am meisten bevorzugt
die durch die Nukleinsäuren gemäß SEQ ID
NO: 154 oder 156 kodierten Proteine. Funktionelle Äquivalente
zeichnen sich bevorzugt neben den oben genannten wesentlichen Eigenschaften
durch charakteristische Eigenschaften wie einen 7S-Sedimentationskoeffizienten
und/oder durch eine Löslichkeit
in Salzlösung
aus. Als weitere charakteristische Eigenschaft können 7S-Globuline keine Cysteinreste
enthalten.
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Funktionelle Äquivalente der 7S-Globuline
haben in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eine Homologie von
mindestens 60 %, bevorzugt mindestens 80 %, ganz besonders bevorzugt
mindestens 90 %, am meisten bevorzugt mindestens 95 % zu einer der
Proteinsequenzen mit der SEQ ID NO: 155 oder 157 wobei die Homologie
sich bevorzugt über
eine Länge
von mindestens 30 Aminosäuren,
bevorzugt mindestens 50 Aminosäuren
besonders bevorzugt über
100 Aminosäuren,
am meisten bevorzugt über
die gesamte Länge
der jeweiligen Proteine erstreckt, und weisen die gleichen wesentlichen
Eigenschaften eines Speicherproteins und – bevorzugt- die charakteristischen
Eigenschaften eines 7S-Speicherproteins auf.
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Besonders bevorzugte 11S/12S-Globuline
umfassen bevorzugt 11S-Globuline
aus Raps, Soja und Arabidopsis insbesondere
- a)
11S-Globuline aus Raps mit der SEQ ID NO: 10, 12, 14, 16 oder 18,
am meisten bevorzugt die durch die Nukleinsäuren gemäß SEQ ID NO: 9, 11, 13, 15
oder 17 kodierten Proteine,
- b) die 11S-Globuline aus Soja mit der SEQ ID NO: 20, 22, 24,
26 oder 28, am meisten bevorzugt die durch die Nukleinsäuren gemäß SEQ ID
NO: 19, 21, 23, 25 oder 27 kodierten Proteine,
- c) die 11S-Globuline aus Arabidopsis thaliana mit der SEQ ID
NO: 112, 114, 116, 118, 120 oder 122 am meisten bevorzugt die durch
die Nukleinsäuren
gemäß SEQ ID
NO: 111, 113, 115, 117, 119 oder 121 kodierten Proteine,
sowie
die entsprechenden Homologen und funktionellen Äquivalente aus anderen Pflanzenarten,
insbesondere Raps, Sonnenblume, Lein, Sesam, Färberdistel, Ölbaum, Soja
oder verschiedene Nussarten, wie beispielsweise das Sonnenblume
11S Speicherprotein (SEQ ID NO: 30), insbesondere das durch die
Nukleinsäuresequenz
gemäß SEQ ID
NO: 29 kodierte Protein. Funktionelle Äquivalente zeichnen sich bevorzugt
neben den oben genannten wesentlichen Eigenschaften durch charakteristische
Eigenschaften wie einen 11S- oder 12S-Sedimentationskoeffizienten
und/oder durch eine Löslichkeit
in Salzlösung
(PBS; phosphatgepufferte Salzlösung)
und/oder eine schlechte Löslichkeit
in Wasser aus.
-
Funktionelle Äquivalente der 11S- oder 12S
Albumine haben in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
eine Homologie von mindestens 60 %, bevorzugt mindestens 80 %, ganz
besonders bevorzugt mindestens 90 %, am meisten bevorzugt mindestens
95 % zu einer der Proteinsequenzen mit der SEQ ID NO: 10, 12, 14,
16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 112, 114, 116, 118, 120 oder 122
wobei die Homologie sich bevorzugt über eine Länge von mindestens 30 Aminosäuren, bevorzugt
mindestens 50 Aminosäuren
besonders bevorzugt über
100 Aminosäuren,
am meisten bevorzugt über
die gesamte Länge
der jeweiligen Proteine erstreckt, und weisen die gleichen wesentlichen
Eigenschaften eines Speicherproteins und – bevorzugt – die charakteristischen
Eigenschaften eines 11S- oder
12S-Speicherproteins auf.
-
Weiterhin bevorzugte funktionelle Äquivalente
der Raps 11S/12S-Speicherproteine
enthalten in den für
sie kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mindestens eins, bevorzugt zwei, besonders bevorzugt 3 der Sequenzmotive
ausgewählt
aus der Gruppe IX oder ausgewählt
aus der Gruppe X:
-
-
-
Besonders bevorzugt weisen die funktionelle Äquivalente
der Raps 11S-Speicherproteine in ihren Nukleinsäuresequenzen ein Sequenzmotive
mit der SEQ ID NO: 93 auf:.
-
-
Weiterhin bevorzugte funktionelle Äquivalente
der Soja 11S/12S-Speicherproteine
enthalten in den für sie
kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mindestens eins, bevorzugt zwei, besonders bevorzugt 3, am meisten
bevorzugt 4, 5 oder 6 der Sequenzmotive ausgewählt aus der Gruppe XI oder
ausgewählt
aus der Gruppe XII:
-
-
-
Weiterhin bevorzugte funktionelle Äquivalente
der Arabidopsis thaliana 11S/12S-Speicherproteine enthalten in den
für sie
kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mindestens eins, bevorzugt zwei, besonders bevorzugt 3, am meisten
bevorzugt 4, 5 oder 6 der Sequenzmotive ausgewählt aus der Gruppe XIII:
-
-
Besonders bevorzugt weisen die funktionelle Äquivalente
der Arabidopsis 11S/12S-Speicherproteine in ihren Nukleinsäuresequenzen
ein Sequenzmotive mit der SEQ ID NO: 129 auf:
-
-
Besonders bevorzugte Zein-Prolamine
umfassen bevorzugt solche aus monokotyledonen Pflanzen, insbesondere
Mais, Rais, Hafer, Gerste oder Weizen. Ganz besonders bevorzugt
sind die Mais Zein-Prolamine beschrieben durch SEQ ID NO: 159, 161,
163 oder 165 – insbesondere
die durch SEQ ID NO 158, 160, 162 oder 164 kodierten Protein-, das
Reis Prolamin gemäß SEQ ID
NO: 167 – insbesondere
das durch SEQ ID NO 166 kodierte Protein -, das Hafer Prolamin gemäß SEQ ID
NO: 169 – insbesondere
das durch SEQ ID NO 168 kodierte Proteine-, das Gerste Prolamin
gemäß SEQ ID
NO: 171 und/oder 172 – insbesondere
das durch SEQ ID NO: 170 kodierte Protein – und das das Weizen Prolamin
gemäß SEQ ID
NO: 174 – insbesondere
das durch SEQ ID NO 173 kodierte Protein. Funktionelle Äquivalente
zeichnen sich bevorzugt durch eine Löslichkeit in 70%iger ethanolischer
Lösung
und eine schlechte Löslichkeit
in Wasser oder Salzlösung
aus.
-
Funktionelle Äquivalente der Zein-Prolamine
haben in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eine Homologie von
mindestens 60 %, bevorzugt mindestens 80 %, ganz besonders bevorzugt
mindestens 90 %, am meisten bevorzugt mindestens 95 % zu einer der
Proteinsequenzen mit der SEQ ID NO: 159, 161, 163,165, 167, 169,
171, 172 oder 174 wobei die Homologie sich bevorzugt über eine
Länge von
mindestens 30 Aminosäuren,
bevorzugt mindestens 50 Aminosäuren
besonders bevorzugt über
100 Aminosäuren,
am meisten bevorzugt über
die gesamte Länge
der jeweiligen Proteine erstreckt, und weisen die gleichen wesentlichen
Eigenschaften eines Speicherproteins und – bevorzugt- die charakteristischen
Eigenschaften eines Zein-Prolamine auf.
-
Dabei haben die einzelnen Buchstaben
in den genannten Sequenzen nachfolgende dem Fachmann vertraute Bedeutung:
Funktionelle Äquivalente
meint insbesondere natürliche
oder künstliche
Mutationen der obengenannten Speicherproteine sowie homologe Polypeptide
aus anderen Pflanzen, die die gleichen wesentlichen und – bevorzugt – charakteristischen
Eigenschaften aufweisen. Bevorzugt sind homologe Polypeptide aus
oben beschriebenen bevorzugten Pflanzen. Die zu den im Rahmen dieser
Erfindung offenbarten Speicherproteinen homologen Sequenzen aus
anderen Pflanzen – beispielsweise
solchen deren genomische Sequenz ganz oder teilweise bekannt ist,
wie beispielsweise aus Arabidopsis thaliana, Brassica napus, Nicotiana
tabacum oder Solanum tuberosum – durch
Homologievergleiche aus Datenbanken auffinden. können z.B. durch Datenbanksuche
oder Durchmustern von Gen-Banken – unter Verwendung der beispielhaft
aufgeführten
Speicherprotein-Sequenzen als Suchsequenz bzw. Sonde – leicht
aufgefunden werden.
-
Mutationen umfassen Substitutionen,
Additionen, Deletionen, Inversion oder Insertionen eines oder mehrerer
Aminosäurereste.
-
Unter Homologie zwischen zwei Nukleinsäuresequenzen
wird die Identität
der Nukleinsäuresequenz über die
jeweils gesamte Sequenzlänge
verstanden, die durch Vergleich mit Hilfe des Programmalgorithmus GAP
(Wisconsin Package Version 10.0, University of Wisconsin, Genetics
Computer Group (GCG), Madison, USA; Altschul et al. (1997) Nucleic
Acids Res. 25: 3389ff) unter Einstellung folgender Parameter berechnet wird:
-
-
Beispielhaft wird unter einer Sequenz,
die eine Homologie von mindestens 80 % auf Nukleinsäurebasis
mit der Sequenz SEQ ID NO: 1 aufweist, eine Sequenz verstanden,
die bei einem Vergleich mit der Sequenz SEQ ID NO: 1 nach obigem
Programmalgorithmus mit obigem Parametersatz eine Homologie von
mindestens 80 % aufweist.
-
Unter Homologie zwischen zwei Polypeptiden
wird die Identität
der Aminosäuresequenz über die
jeweils gesamte Sequenzlänge
verstanden, die durch Vergleich mit Hilfe des Programmalgorithmus
GAP (Wisconsin Package Version 10.0, University of Wisconsin, Genetics
Computer Group (GCG), Madison, USA) unter Einstellung folgender
Parameter berechnet wird:
-
-
Beispielhaft wird unter einer Sequenz,
die eine Homologie von mindestens 80 % auf Proteinbasis mit der
Sequenz SEQ ID NO: 2 aufweist, eine Sequenz verstanden, die bei
einem Vergleich mit der Sequenz SEQ ID NO: 2 nach obigem Programmalgorithmus
mit obigem Parametersatz eine Homologie von mindestens 80 % aufweist.
-
Funktionelle Äquivalente umfasst auch solche
Proteine, die durch Nukleinsäuresequenzen
kodiert werden, die unter Standardbedingungen mit einer der durch
SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25,. 27, 29,
31, 33, 35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49, 51, 111, 113, 115, 117,
119, 121, 132, 154, 156, 158, 160, 162, 164, 166, 168, 170 oder
173 beschriebenen, für
ein Speicherproteine kodierenden Nukleinsäuresequenz, der zu dieser komplementären Nukleinsäuresequenz
oder Teilen der vorgenannten hybridisieren und die wesentlichen
Eigenschaften eines Speicherproteins und – bevorzugt – weitere
charakteristische Eigenschaften aufweisen.
-
"Standardhybridisierungsbedingungen" ist breit zu verstehen
und meint stringente als auch weniger stringente Hybridisierungsbedingungen.
Solche Hybridisierungsbedingungen sind unter anderem bei Sambrook
J, Fritsch EF, Maniatis T et al., in Molecular Cloning (A Laboratory
Manual), 2. Auflage, Cold Spring Harbor Laboratory Press, 1989,
Seiten 9.31 – 9.57)
oder in Current Protocols in Molecular Biology, John Wiley & Sons, N.Y. (1989),
6.3.1 – 6.3.6.
beschrieben.
-
Beispielhaft können die Bedingungen während des
Waschschrittes ausgewählt
sein aus dem Bereich von Bedingungen begrenzt von solchen mit geringer
Stringenz (mit ungefähr
2× SSC
bei 50°C)
und solchen mit hoher Stringenz (mit ungefähr 0,2× SSC bei 50°C bevorzugt
bei 65°C)
(20× SSC:
0,3 M Natriumcitrat, 3 M NaCl, pH 7,0). Darüberhinaus kann die Temperatur
während
des Waschschrittes von niedrig stringenten Bedingungen bei Raumtemperatur,
ungefähr
22°C, bis
zu stärker
stringenten Bedingungen bei ungefähr 65°C angehoben werden. Beide Parameter,
Salzkonzentration und Temperatur, können gleichzeitig variiert
werden, auch kann einer der beiden Parameter konstant gehalten und
nur der andere variiert werden. Während der Hybridisierung können auch
denaturierende Agenzien wie zum Beispiel Formamid oder SDS eingesetzt
werden. In Gegenwart von 50 % Formamid wird die Hybridisierung bevorzugt
bei 42°C
ausgeführt.
Einige beispielhafte Bedingungen für Hybridisierung und Waschschritt
sind infolge gegeben:
- (1) Hybridisierungbedingungen
zum Beispiel aus nachfolgenden Bedingungen ausgewählt sein:
a)
4× SSC
bei 65°C,
b)
6× SSC
bei 45°C,
c)
6× SSC,
100 μg/ml
denaturierter, fragmentierte Fischsperma-DNR bei 68°C,
f)
50 % Formamid, 4× SSC
bei 42°C,
h)
2× oder
4× SSC
bei 50°C
(schwach stringente Bedingung),
i) 30 bis 40 % Formamid, 2× oder 4× SSC bei
42°C (schwach
stringente Bedingung).
- (2) Waschschritte können
zum Beispiel aus nachfolgenden Bedingungen ausgewählt sein:
a)
0,015 M NaCl/0,0015 M Natriumcitrat/0,1 % SDS bei 50°C.
b)
0,1× SSC
bei 65°C.
c)
0,1× SSC,
0,5 % SDS bei 68°C.
d)
0,1× SSC,
0,5 % SDS, 50 % Formamid bei 42°C.
e)
0,2× SSC,
0,1 % SDS bei 42°C.
f)
2× SSC
bei 65°C
(schwach stringente Bedingung).
-
Die Verminderung der Expression eines
Speicherproteins kann auf vielfältige
Art und Weise realisiert werden.
-
"Proteinmenge" meinte die Menge
eines Speicherprotein-Polypeptides in einem Organismus, einem Gewebe,
einer Zelle oder einem Zellkompartiment. Bevorzugt meint Proteinmenge
die Menge eines bestimmten Speicherproteins im Samen einer Pflanze.
-
"Verminderung" der Proteinmenge
meint die mengenmäßige Verminderung
der Menge eines Speicherproteins in einem Organismus, einem Gewebe,
einer Zelle oder einem Zellkompartiment – beispielsweise durch eines
der unten beschriebenen Verfahren – im Vergleich zu dem Wildtyp
derselben Gattung und Art auf den dieses Verfahren nicht angewendet
wurde, unter ansonst gleichen Rahmenbedingungen (wie beispielsweise
Kulturbedingungen, Alter der Pflanzen etc.). Bevorzugt meint Verminderung
die Verminderung der Proteinmenge im Samen einer Pflanze.
-
Der Verminderung beträgt dabei
mindestens 10 %, bevorzugt mindestens 10 % oder mindestens 20 %,
besonders bevorzugt um mindestens 40 % oder 60 %, ganz besonders
bevorzugt um mindestens 70 % oder 80 %, am meisten bevorzugt um
mindestens 90 % oder 95 %. Verfahren zur Bestimmung der Proteinmenge
sind dem Fachmann bekannt. Beispielhaft seien zu nennen: Das Mikro-Biuret
Verfahren (Goa J (1953) Scand J Clin Lab Invest 5: 218 – 222),
die Folin-Ciocalteu-Methode (Lowry OH et al. (1951) J Biol Chem
193: 265 – 275)
oder die Messung der Adsorption von CBB G-250 (Bradford MM (1976)
Analyt Biochem 72: 248 – 254).
Bevorzugt erfolgt die Verminderung des oder der Speicherproteine
und/oder die Erhöhung
der Ölproduktion
im Samen einer Pflanze.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
wird die Proteinmenge von mehr als einem Speicherprotein vermindert.
Dabei können
die verminderten Speicherproteine der gleichen oder unterschiedlichen
Klassen, wie 2S-Albuminen, 7S-Globulinen, 11S/12S-Globulinen oder Zein-Prolaminen,
angehören.
Bevorzugt werden Speicherproteine aus mehr als einer dieser Klassen
gleichzeitig in ihrer Proteinmenge vermindert. Die zu vermindernden
Speicherproteine können
stark homolog oder weniger stark homolog zu einander sein. Bevorzugt
haben mindesten zwei der in ihrer Proteinmenge verminderten Speicherproteine
eine Homologie geringer als 90 %, bevorzugt geringer als 70 %, besonders
bevorzugt geringer als 60 %, ganz besonders bevorzugt geringer als
50 %.
-
"Verminderung" oder "vermindern" ist im Zusammenhang
mit einem Speicherprotein (bzw. der Menge eines Speicherprotein
oder der für
dieses kodierende mRNA Menge) weit auszulegen und umfasst die teilweise
oder im wesentlichen vollständige,
auf unterschiedliche semasiologische Mechanismen beruhende Unterbindung
oder Blockierung der Expression eines Speicherproteins in einer
Pflanze oder einem davon abgeleiteten Teil, Gewebe, Organ, Zellen
oder Samen.
-
Eine Verminderung im Sinne der Erfindung
umfasst die mengenmäßige Verringerung
eines Speicherproteins bis hin zu einem im wesentlichen vollständigen Fehlen
des Speicherproteins (d.h. fehlende immunologische Nachweisbarkeit
des Speicherproteins). Dabei wird die Expression eines bestimmten
Speicherproteins in einer Zelle oder einem Organismus bevorzugt
um mehr als 50 %, besonders bevorzugt um mehr als 80 %, ganz besonders
bevorzugt um mehr als 90 % vermindert.
-
Erfindungsgemäß sind verschiedene Strategien
zur Verminderung der Expression eines Speicherproteins umfasst.
Der Fachmann erkennt, dass eine Reihe verschiedener Methoden zur
Verfügung
stehen, um die Expression eines Speicherproteins in gewünschter
Weise zu beeinflussen. Eine Verminderung der Speicherproteinmenge
kann beispielsweise jedoch nicht einschränkend unter Verwendung nachfolgender
Verfahren realisiert werden:
- a) Einbringung
einer doppelsträngigen
RNA-Nukleinsäuresequenz
(infolge "SP-dsRNA"), wobei die doppelsträngige RNA-Sequenz
nachfolgende Elemente umfasst
i) mindestens eine "sense"-Ribonukleotidsequenz,
die im wesentlichen identisch ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz
und
ii) "antisense"-Ribonukleotidsequenzen,
die zu besagten "sense"-Ribonukleotidsequenzen
unter i) im wesentlichen komplementären sind oder einer die SP-dsRNA
Expression gewährleistenden
Expressionskassette oder Expressionskassetten;
- b) Einbringung einer Speicherprotein antisense-RNA-Nukleinsäuresequenzen
oder einer deren Expression gewährleistenden
Expressionskassette, wobei die Speicherprotein antisense-RNA-Nukleinsäuresequenz im
wesentlichen komplementär
ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz.
Umfasst sind solche Verfahren bei denen die antisense-RNA-Nukleinsäuresequenz
gegen ein Speicherprotein-Gen (also genomische DNA-Sequenzen) oder
ein Speicherprotein-Gentranskript (also RNA-Sequenzen) gerichtet
ist. Umfasst sind auch α-anomere
Nukleinsäuresequenzen.
- c) Einbringung einer Speicherprotein antisense-Nukleinsäuresequenzen
kombiniert mit einem Ribozym oder einer deren. Expression gewährleistenden
Expressionskassette
- d) Einbringung von Speicherprotein sense-Nukleinsäuresequenzen
zur Induktion einer Kosuppression oder einer deren Expression gewährleistenden
Expressionskassette und Verminderung der Expression über eine
Cosuppression, wobei die Speicherprotein sense-RNA-Nukleinsäuresequenz
im wesentlichen identisch ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz
- f) Einbringung DNA-bindender Faktoren gegen Speicherprotein-Gene
oder -RNAs oder einer deren Expression gewährleistenden Expressionskassette
- g) Einbringung von den Speicherprotein RNA-Abbau bewirkende
virale Nukleinsäuresequenzen
und Expressionskonstrukten oder einer deren Expression gewährleistenden
Expressionskassette
- h) Einbringung von Konstrukten zur Induktion einer homologen
Rekombination an endogenen Speicherprotein-Genen beispielsweise
zur Erzeugung von Knockout-Mutanten.
- i) Einführung
von Mutationen in endogenen Speicherprotein-Gene zur Erzeugung eines
Funktionsverlustes (z.B. Generierung von Stopp-Kodons, Verschiebungen
im Leseraster etc.)
-
Dabei kann jedes einzelne dieser
Verfahren eine Verminderung der Speicherprotein-Expression im Sinne
der Erfindung bewirken. Auch eine kombinierte Anwendung ist denkbar.
Weitere Methoden sind dem Fachmann bekannt und können die Behinderung oder Unter bindung
der Prozessierung des Speicherproteins, des Transports des Speicherproteins
oder dessen mRNA, Hemmung der Ribosomenanlagerung, Hemmung des RNA-Spleißens, Induktion
eines Speicherprotein-RNA abbauenden Enzyms und/oder Hemmung der Translationselongation
oder -termination umfassen.
-
Die einzelnen bevorzugten
Verfahren seien infolge kurz beschrieben:
-
a) Einbringung einer doppelsträngigen Speicherprotein
RNA-Nukleinsäuresequenz
(SP-dsRNA)
-
Das Verfahren der Genregulation mittels
doppelsträngiger
RNA ("double-stranded
RNA interference"; dSRNAi)
ist vielfach in tierischen und pflanzlichen Organismen beschrieben
(z.B. Matzke MA et al. (2000) Plant Mol Biol 43: 401 – 15; Fire
A. et al (1998) Nature 391: 806 – 811; WO 99/32619; WO 99/53050;
WO 00/68374; WO 00/44914; WO 00/44895; WO 00/49035; WO 00/63364).
Auf die in den angegebenen Zitaten beschriebenen Verfahren und Methoden
wird ausdrücklich
Bezug genommen. Eine effiziente Gensuppression kann auch bei transienter
Expression oder nach transienter Transformation beispielsweise infolge
einer biolistischen Transformation gezeigt werden (Schweizer P et
al. (2000) Plant J 2000 24: 895 – 903). dsRNai-Verfahren beruhen
auf dem Phänomen,
dass durch gleichzeitiges Einbringen von komplementären Strang-
und Gegenstrang eines Gentranskriptes eine hocheffiziente Unterdrückung der
Expression des entsprechenden Gens bewirkt wird bewirkt wird. Der
bewirkte Phänotyp
kommt dem einer entsprechenden knock-out Mutanten sehr ähnlich (Waterhouse
PM et al. (1998) Proc Natl Acad Sci USA 95: 13959 – 64).
-
Das dSRNAi-Verfahren hat sich bei
der Verminderung der Speicherprotein-Expression als besonders effizient
und vorteilhaft erwiesen. Wie u.a. in WO 99/32619 beschrieben sind
dsRNAi-Ansätze
klassischen antisense-Ansätzen
deutlich überlegen.
-
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
bezieht sich daher auf doppelsträngige
RNA-Moleküle
(dsRNA-Moleküle),
die bei Einführung
in eine Pflanze (oder eine davon abgeleitete Zelle, Gewebe, Organ
oder Samen) die Verminderung eines Speicherprotein bewirken.
-
Das doppelsträngiges RNA-Molekül zur Verminderung
der Expression eines Speicherprotein Proteins ist dadurch gekennzeichnet,
dass es enthält
- a) mindestens eine "sense"-Ribonukleotidsequenz, die im wesentlichen
identisch ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz
gemäß SEQ ID
NO: 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33,
35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49, 51, 111, 113, 115, 117, 119, 121,
132, 154, 156, 158, 160, 162, 164, 166, 168, 170 oder 173 und
- b) "antisense"-Ribonukleotidsequenzen,
die zu den "sense"-Ribonukleotidsequenz
unter a) im wesentlichen – bevorzugt
vollständig – komplementären sind.
-
"Im
wesentlichen identisch" meint,
dass die dsRNA Sequenz auch Insertionen, Deletionen sowie einzelne
Punktmutationen im Vergleich zu der Speicherprotein Zielsequenz
aufweisen kann und dennoch eine effizient Verminderung der Expression
bewirken. Bevorzugt beträgt
die Homologie nach obiger Definition mindestens 65 %, bevorzugt
mindestens 75 %, ganz besonders bevorzugt mindestens 90 %, am meisten
bevorzugt 95 % zwischen der "sense"-Ribonukleotidsequenz
einer dsRNA und mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz.
-
"Teil
des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz" meint Fragmente
einer RNA oder mRNA transkribiert von einer für ein Speicherprotein kodierenden
Nukleinsäuresequenz,
bevorzugt von einem Speicherprotein-Gen. Dabei haben die Fragmente
bevorzugt eine Sequenzlänge
von mindestens 20 Basen, bevorzugt. mindestens 50 Basen,, besonders
bevorzugt mindestens 100 Basen, ganz besonders bevorzugt mindestens
200 Basen, am meisten bevorzugt mindestens 500 Basen. Umfasst ist
auch die vollständige
transkribierte RNA oder mRNA.
-
"Im
wesentlichen komplementär" meint, dass die "antisense"-Ribonukleotidsequenz auch Insertionen, Deletionen
sowie einzelne Punktmutationen im Vergleich zu dem Komplement der "sense"-Ribonukleotidsequenz
aufweisen kann. Bevorzugt beträgt
die Homologie mindestens 80 %, bevorzugt mindestens 90 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 95 %, am meisten bevorzugt 100 % zwischen der "antisense"-Ribonukleotidsequenz
und dem Komplement der "sense"-Ribonukleotidsequenz.
-
Alternativ, kann eine "im wesentlichen identische" dsRNA auch als Nukleinsäuresequenz
definiert werden, die befähigt
ist, mit einem Teil eines Speicherprotein Gentranskriptes zu hybridisieren
(z.B. in 400 mM NaCl, 40 mM PIPES pH 6,4, 1 mM EDTA bei 50°C oder 70°C für 12 bis
16 h).
-
Eine 100%ige Sequenzidentität zwischen
dsRNA und dem Speicherprotein Gentranskript ist nicht zwingend erforderlich,
um eine effiziente Verminderung der Speicherprotein Expression zu
bewirken. Das Verfahren ist demnach tolerant gegenüber Sequenzabweichungen,
wie sie infolge genetischer Mutationen, Polymorphismen oder evolutionärer Divergenzen
vorliegen können.
So ist es beispielsweise möglich
mit einer einzigen dsRNA, die ausgehend von einer bestimmten Speicherprotein
Sequenz eines Organismus generiert wurde, die Expression weiterer
homologer Speicherproteine des gleichen Organismus oder aber auch
die Expression von Speicherproteinen in anderen verwandten Arten
zu unterdrücken.
Zu diesem Zweck umfasst die dsRNA bevorzugt Sequenzbereich von Speicherprotein-Gentranskripten,
die konservierten Bereichen der einzelnen Speicherproteinfamilien
entsprechen. Besagte konservierte Bereiche können aus Sequenzvergleichen abgeleitet
werden (vgl. 1a – 7d). Bevorzugt enthält die dsRNA
in ihrer "sense"-Ribonukleotidsequenz
mindestens eines der Sequenzmotive ausgewählt aus einer der oben definierten
Gruppen von Sequenzmotiven I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, IX,
X, XI oder XII oder den Sequenzmotiven mit der SEQ ID NO: 93 oder
129.
-
Am meisten bevorzugt sind doppelsträngige RNA
Moleküle
beschrieben durch die Ribonukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID
NO: 106, 108 oder 110.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
enthält
die dsRNA mehrere Sequenzabschnitte, die eine gleichzeitige Suppression
mehrerer Speicherproteine, bevorzugt von Speicherproteinen aus verschiedenen
Klassen – wie
beispielsweise einem 2S-Albumin, 7S-Globuline, 11S/12S-Globulin
oder die Zein-Prolamine – bewirken.
Dazu umfasst die dsRNA bevorzugt
- a) mindestens
zwei "sense"-Ribonukleotidsequenzen,
wobei jede dieser "sense"-Ribonukleotidsequenzen im
wesentlichen identisch ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz
gemäß SEQ ID
NO: 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 , 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31,
33, 35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49, 51, 111, 113, 115, 117, 119,
121, 132, 154, 156, 158, 160, 162, 164, 166, 168, 170 oder 173 und
wobei zumindest zwei der Speicherprotein-Nukleinsäuresequenzen,
zu deren "sense"-RNA-Transkript die
besagte "sense"-Ribonukleotidsequenzen
im wesentlichen identisch sind, untereinander eine Homologie von
unter 90 %, bevorzugt unter 80 %, ganz besonders bevorzugt unter
60 % am meisten bevorzugt unter 50 % über die gesamte Länge ihrer
kodierenden Nukleotidsequenz haben, und
- b) "antisense"-Ribonukleotidsequenzen,
die zu besagten "sense"-Ribonukleotidsequenzen
unter a) im wesentlichen – bevorzugt
vollständig – komplementären sind.
-
Wie oben beschrieben, können die "sense"-Ribonukleotidsequenzen
und "antisense"-Ribonukleotidsequenzen
als separate Moleküle
oder – bevorzugt – als ein
einzelnes, selbstkomplementäres
RNA Molekül vorliegen,
wobei im letzteren Fall die beiden Stränge bevorzugt über eine
verbindende Sequenz ("Linker"), die ganz besonders
bevorzugt ein Intron darstellt, miteinander verbunden sind.
-
Am meisten bevorzugt sind doppelsträngige RNA
Moleküle
beschrieben durch die Ribonukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID
NO: 145 oder 147.
-
Natürlich können, um den gleichen Zweck
zu erreichen, auch mehrere individuelle dsRNA Moleküle, die
jeweils einen der oben definierten Ribonukleotidsequenzabschnitte
umfassen, in die Zelle oder den Organismus eingebracht werden.
-
Die dsRNA kann aus einem oder mehr
Strängen
polymerisierter Ribonukleotide bestehen. Es können ferner Modifikationen
sowohl des Zucker-Phosphat-Gerüstes
als auch der Nukleoside vorliegen. Beispielsweise können die
Phosphodiesterbindungen der natürlichen
RNA dahingehend modifiziert sein, dass sie zumindest ein Stickstoff
oder Schwefel-Heteroatom umfassen. Basen können dahingehend modifiziert
werden, dass die Aktivität
beispielsweise von Adenosindeaminase eingeschränkt wird. Solche und weitere
Modifikationen sind weiter unten bei den Verfahren zur Stabilisierung
von antisense-RNA beschrieben.
-
Die dsRNA kann enzymatisch oder ganz
oder teilweise chemisch-synthetisch
hergestellt werden.
-
Die doppelsträngige dsRNA Struktur kann ausgehend
von zwei komplementären,
separaten RNA-Strängen
oder – bevorzugt – ausgehend
von einem einzelnen, selbstkomplementären RNA-Strang gebildet werden.
-
Sollen die zwei separaten RNA-Stränge der
dsRNA in einer Zelle oder Pflanze zusammengebracht werden, so kann
dies auf verschiedene Art geschehen:
- a) Transformation
der Zelle oder Pflanze mit einem Vektor, der beide Expressionskassetten
umfasst,
- b) Kotransformation der Zelle oder Pflanze mit zwei Vektoren,
wobei der eine die Expressionskassetten mit der "sense"-Ribonukleotidsequenz, der andere die
Expressionskassetten mit der "antisense"-Ribonukleotidsequenzen
umfasst,
- c) Kreuzung von zwei Pflanzen, die mit jeweils einem Vektor
transformiert wurden, wobei der eine die Expressionskassetten mit
der "sense"-Ribonukleotidsequenz,
der andere die Expressionskassetten mit der "antisense"-Ribonukleotidsequenz umfasst.
-
In der bevorzugten Ausführungsform
wird die dsRNA-Struktur durch einem einzelnen, selbstkomplementären RNA-Strang
gebildet. Hier können "sense"- und "antisense"-Ribonukleotidsequenzen
durch eine verbindende Sequenz ("Linker") verknüpft sein
und beispielsweise eine Haarnadelstruktur ausbilden. Bevorzugt ist
die verbindende Sequenz ein Intron.
-
Die Nukleinsäuresequenz kodierend für eine dsRNA
kann weitere Elemente beinhalten, wie beispielsweise Transkriptionsterminationssignale
oder Polyadenylierungssignale.
-
Die Bildung der RNA Duplex kann entweder
außerhalb
der Zelle oder innerhalb derselben initiiert werden. Wie in WO 99/53050
kann die dsRNA auch eine Haarnadelstruktur umfassen, indem "sense"- und "antisense"-Strang durch einen "Linker" (beispielsweise
ein Intron) verbunden werden. Die selbstkomplementären dsRNA-Strukturen
sind bevorzugt, da sie lediglich die Expression eines Konstruktes
erfordern und die komplementären
Stränge
stets in einem äquimolaren
Verhältnis
umfassen.
-
Die Expressionskassetten kodierend
für den "antisense"- oder "sense"-Strang einer dsRNA oder für den selbstkomplementären-Strang
der dsRNA, werden bevorzugt in einen Vektor insertiert und mit den
unten beschriebenen Verfahren stabil (beispielsweise unter Verwendung
von Selektionsmarkern) in das Genom einer Pflanze insertiert, um
eine dauerhafte Expression der dsRNA zu gewährleisten.
-
Die dsRNA kann unter Verwendung einer
Menge eingeführt
werden, die zumindest ein Kopie pro Zelle ermöglicht. Höhere Mengen (z.B. mindestens
5, 10, 100, 500 oder 1000 Kopien pro Zelle) können ggf. eine effizienter
Verminderung bewirken.
-
Die dsRNA kann entweder in vivo oder
in vitro synthetisiert werden. Dazu kann eine DNA-Sequenz kodierend
für eine
dsRNA in eine Expressionskassette unter Kontrolle mindestens eines
genetischen Kontrollelementes (wie beispielsweise Promotor, Enhancer,
Silencer, Splice-Donor oder -Akzeptor, Polyadenylierungssignal)
gebracht werden. Entsprechend vorteilhafte Konstruktionen sind weiter
unten beschrieb. Eine Polyadenylierung ist nicht erforderlich, ebenso
müssen
keine Elemente zur Initiierung einer Translation vorhanden sein.
-
Eine dsRNA kann chemisch oder enzymatisch
synthetisiert werden. Dazu können
zellulare RNA Polymerasen oder Bakteriophagen RNA Polymerasen (wie
z.B. T3-, T7- oder SP6 RNA-Polymerase)
verwendet werden. Entsprechende Verfahren zu in vitro Expression
von RNA sind beschrieben (WO 97/32016;
US 5,593,874 ;
US 5,698,425 ,
US 5,712,135 ,
US 5,789,214 ,
US 5,804,693 ). Eine chemisch oder
enzymatisch in vitro synthetisierte dsRNA kann vor der Einführung in
eine Zelle, Gewebe oder Organismus aus dem Reaktionsgemisch beispielsweise
durch Extraktion, Präzipitation,
Elektrophorese, Chromatographie oder Kombinationen dieser Verfahren
ganz oder teilweise aufgereinigt werden. Die dsRNA kann unmittelbar
in die Zelle eingeführt
werden oder aber auch extrazellulär (z.B. in den interstitialen
Raum) appliziert werden.
-
Bevorzugt wird die Pflanze jedoch
stabil mit einem Expressionskonstrukt, das die Expression der dsRNA
realisiert, transformiert. Entsprechende Verfahren sind. weiter
unten beschrieben.
-
b) Einbringung einer Speicherprotein
antisense-Nukleinsäuresequenz
-
Verfahren zur Suppression eines bestimmten
Proteins durch Verhinderung der Akkumulation seiner mRNA durch die "antisense"-Technologie sind
vielfach – auch
in Pflanzen – beschrieben
(Sheehy et al. (1988) Proc Natl Acad Sci USA 85: 8805 – 8809;
US 4,801,340 ; Mol JN et
al. (1990) FEBS Lett 268(2): 427 – 430). Das antisense Nukleinsäuremolekül hybridisiert
bzw. bindet mit der zellulären
mRNA und/oder genomischen DNA kodierend für das zu supprimierende Speicherprotein-Zielprotein.
Dadurch wird die Transkription und/oder Translation des Zielproteins
unterdrückt.
Die Hybridisierung kann auf konventionelle Art über die Bildung einer stabilen
Duplex. oder – im
Fall von genomischer DNA – durch
Bindung des antisense Nukleinsäuremoleküls mit der
Duplex der genomischen DNA durch spezifische Wechselwirkung in der
großen
Furche der DNA-Helix entstehen.
-
Eine antisense Nukleinsäuresequenz
geeignet zur Verminderung eines Speicherproteins enthält einen "antisense"-RNA-Strang umfassend
mindestens eine Ribonukleotidsequenz, die im wesentlichen komplementär ist zu
mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID
NO: 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33,
35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49, 51, 111, 113, 115, 117, 119, 121,
132, 154, 156, 158, 160, 162, 164, 166, 168, 170 oder 173.
-
"Im
wesentlichen komplementär" meint, dass die
antisense-RNA Sequenz auch Insertionen, Deletionen sowie einzelne
Punktmutationen im Vergleich zu dem Komplement der Speicherprotein
Zielsequenz aufweisen kann. Bevorzugt beträgt die Homologie nach obiger
Definition mindestens 75 %, bevorzugt mindestens 85 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 95 %, am meisten bevorzugt 98 % zwischen dem "antisense"-RNA-Molekül und dem
Komplement mindestens eines Teil des "sense"-RNA-Transkriptes einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz.
Das Komplement kann entsprechend den Basenpaarregeln von Watson
und Crick in der dem Fachmann geläufigen Weise aus den entsprechenden
Sequenzen abgeleitet werden.
-
"Teil
des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz" meint Fragmente
einer RNA oder mRNA transkribiert von einer für ein Speicherprotein kodierenden
Nukleinsäuresequenz,
bevorzugt von einem Speicherprotein-Gen. Dabei haben die Fragmente
bevorzugt eine Sequenzlänge
von mindestens 20 Basen, bevorzugt mindestens 50 Basen, besonders
bevorzugt mindestens 100 Basen, ganz besonders bevorzugt mindestens
200 Basen, am meisten bevorzugt mindestens 500 Basen. Umfasst ist
auch die vollständige
transkribierte RNA oder mRNA.
-
Die antisense Nukleinsäuresequenz
kann zu der gesamten transkribierten mRNA des besagten Proteins
komplementär
sein, sich auf die kodierende Region beschränken oder nur aus einem Oligonukleotid
bestehen, das zu einem Teil der kodierenden oder nicht-kodierenden
Sequenz der mRNA komplementär
ist. So kann das Oligonukleotid beispielsweise komplementär zu der
Region sein, die den Translationsstart für das besagte Protein umfasst.
Antisense-Nukleinsäuresequenzen
können
eine Länge
von zum Beispiel 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45 oder 50 Nukleotide
haben, können
aber auch länger
sein und mindestens 100, 200, 500, 1000, 2000 oder 5000 Nukleotide
umfassen. Antisense-Nukleinsäuresequenzen
können
rekombinant exprimiert oder chemisch bzw. enzymatisch unter Verwendung
von dem Fachmann bekannten Verfahren synthetisiert werden. Bei der
chemischen Synthese können
natürlich
oder modifizierte Nukleotide verwendet werden.
-
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
kann die Expression eines Speicherproteins durch Nukleotidsequenzen
inhibiert werden, die komplementär
zu der regulatorischen Region eines Speicherprotein-Gens (z.B. einem
Speicherprotein Promoter und/oder Enhancer) sind und triple-helikale
Strukturen mit der dortigen DNA-Doppelhelix ausbilden, so dass die
Transkription des Speicherprotein-Gens vermindert wird. Entsprechende
Verfahren sind beschrieben (Helene C (1991) Anticancer Drug Res
6(6): 569 – 84;
Helene C et al. (1992) Ann NY Acad Sci 660: 27 – 36; Maher LJ (1992) Bioassays
14(12): 807 – 815).
-
In einer weiteren Ausführungsform
kann das antisense Nukleinsäuremolekül eine α-anomere
Nukleinsäure
sein. Derartige α-anomere
Nukleinsäuremoleküle bilden
spezifische doppelsträngige
Hybride mit komplementärer
RNA in denen – im
Unterschied zu den konventionellen β-Nukleinsäuren – die beiden Stränge parallel
zueinander verlaufen (Gautier C et al.
-
(1987) Nucleic Acids Res 15: 6625 – 6641).
Das antisense Nukleinsäuremolekül kann ferner
auch 2'-O-Methylribonukleotide
(Inoue et al. (1987) Nucleic Acids Res 15: 6131 – 6148) oder chimäre RNA-DNA Analoge
beinhalten (Inoue et al. (1987) FEBS Lett 215: 327 – 330).
-
c) Einbringung einer Speicherprotein
antisense-Nukleinsäuresequenz
kombiniert mit einem Ribozym
-
Vorteilhaft kann die oben beschriebene
antisense-Strategie mit einem Ribozym-Verfahren gekoppelt werden.
Katalytische RNA-Moleküle
oder Ribozyme können
an jede beliebige Ziel-RNA angepasst werden und spalten das Phosphodiester-Gerüst an spezifischen
Positionen, wodurch die Ziel-RNA funktionell deaktiviert wird (Tanner
NK (1999) FEMS Microbiol Rev 23(3): 257 – 275). Das Ribozym wird dadurch
nicht selber modifiziert, sondern ist in der Lage, weitere Ziel-RNA-Moleküle analog
zu spalten, wodurch es die Eigenschaften eines Enzyms erhält. Der
Einbau von Ribozymsequenzen in "antisense"-RNAs verleiht eben
diesen "antisense"-RNAs diese enzymähnliche,
RNA-spaltende Eigenschaft und steigert so deren Effizienz bei der
Inaktivierung der Ziel-RNA. Die Herstellung und Verwendung entsprechender
Ribozym-"antisense"-RNA-Moleküle ist beispielsweise
beschrieben bei Haseloff et al. (1988) Nature 334: 585 – 591.
-
Auf diese Art können Ribozyme (z.B. "Hammerhead"-Ribozyme; Haselhoff
und Gerlach (1988) Nature 334: 585 – 591) verwendet werden, um
die mRNA eines zu supprimierenden Enzyms – z.B. Speicherprotein – katalytisch
zu spalten und die Translation zu verhindern. Die Ribozym-Technologie
kann die Effizienz einer antisense-Strategie erhöhen. Verfahren zur Expression
von Ribozymen zur Verminderung bestimmter Proteine sind beschrieben
in (
EP 0 291 533 ,
EP 0 321 201 ,
EP 0 360 257 ). In pflanzlichen Zellen
ist eine Ribozym-Expression ebenfalls beschrieben (Steinecke P et
al. (1992) EMBO J 11(4): 1525 – 1530;
de Feyter R et al. (1996) Mol Gen Genet. 250(3): 329 – 338).
Geeignete Zielsequenzen und Ribozyme können zum Beispiel wie bei "Steinecke P, Ribozymes,
Methods in Cell Biology 50, Galbraith et al. eds, Academic Press,
Inc. (1995), s. 449 – 460" beschrieben, durch
Sekundärstrukturberechnungen
von Ribozym- und
Ziel-RNA sowie durch deren Interaktion bestimmt werden (Bayley CC
et al. (1992) Plant Mol Biol 18(2): 353 – 361; Lloyd AM and Davis RW et
al. (1994) Mol Gen Genet 242(6): 653 – 657). Beispielsweise können Derivate
der Tetrahymena L-19 IVS RNA konstruiert werden, die komplementäre Bereiche
zu der mRNA des zu supprimierenden Speicherprotein Proteins aufweisen
(siehe auch
US 4,987,071 und
US 5,116,742 ). Alternativ
können
solche Ribozyme auch über
einen Selektionsprozess aus einer Bibliothek diverser Ribozyme identifiziert
werden (Bartel D und Szostak JW (1993) Science 261: 1411 – 1418).
-
d) Einbringung einer Speicherprotein
sense-Nukleinsäuresequenz
zur Induktion eines Kosuppression
-
Die Expression einer Speicherprotein
Nukleinsäuresequenz – oder eines
teils derselben – in
sense-Orientierung kann zu einer Kosuppression des entsprechenden
homologen, endogenen Gens führen.
Die Expression von sense-RNA mit Homologie zu einem endogenen Gen
kann die Expression desselben vermindern oder ausschalten, ähnlich wie
es für
antisense Ansätze
beschrieben wurde (Jorgensen et al. (1996) Plant Mol Biol 31(5):
957 – 973;
Goring et al. (1991) Proc Natl Acad Sci USA 88: 1770 – 1774;
Smith et al. (1990) Mol Gen Genet 224: 447 – 481; Napoli et al. (1990)
Plant Cell 2: 279 – 289;
Van der Krol et al. (1990) Plant Cell 2: 291 – 99). Dabei kann das eingeführte Konstrukt
das zu vermindernde, homologe Gen ganz oder nur teilweise repräsentieren.
Die Möglichkeit
zur Translation ist nicht erforderlich. Die Anwendung dieser Technologie
auf Pflanzen ist beispielsweise beschrieben bei Napoli et al. (1990)
The Plant Cell 2: 279 – 289
und in
US 5,034,323 .
-
Eine "Sense"-Nukleinsäuresequenz geeignet zur Verminderung
eines Speicherproteins enthält
einen "sense"-RNA-Strang umfassend
mindestens eine Ribonukleotidsequenz, die im wesentlichen identisch
ist zu mindestens einem Teil des "sense"-RNA-Transkript einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz
gemäß SEQ ID
NO: 1, 3,.5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33,
35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49, 51, 111, 113, 115, 117, 119, 121,
132, 154, 156, 158, 160, 162, 164, 166, 168, 170 oder 173.
-
"Im
wesentlichen identisch" meint,
dass die sense-RNA Sequenz auch Insertionen, Deletionen sowie einzelne
Punktmutationen im Vergleich zu dem Komplement der Speicherprotein
Zielsequenz aufweisen kann. Bevorzugt beträgt die Homologie nach obiger
Definition mindestens 65 %, bevorzugt mindestens 75 %, ganz besonders
bevorzugt mindestens 90 %, am meisten bevorzugt 95 % zwischen dem "sense"-RNA-Molekül und dem "sense"-RNA-Transkript mindestens
eines Teils einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz.
-
"Teil
des "sense"-RNA-Transkriptes
einer Speicherprotein-Nukleinsäuresequenz" meint Fragmente
einer RNA oder mRNA transkribiert von einer für ein Speicherprotein kodierenden
Nukleinsäuresequenz,
bevorzugt von einem Speicherprotein-Gen. Dabei haben die Fragmente
bevorzugt eine Sequenzlänge
von mindestens 20 Basen, bevorzugt mindestens 50 Basen, besonders bevorzugt
mindestens 100 Basen, ganz besonders bevorzugt mindestens 200 Basen,
am meisten bevorzugt mindestens 500 Basen. Umfasst ist auch die vollständige transkribierte
RNA öder
mRNA.
-
e) Einbringung DNA-bindende
Faktoren gegen Speicherprotein Gene oder RNAs
-
Eine Verminderung einer Speicherprotein
Genexpression ist auch mit spezifischen DNA-bindenden Faktoren z.B.
mit Faktoren vom Typus der Zinkfingertranskriptionsfaktoren möglich. Diese
Faktoren lagern sich an die genomische Sequenz des endogenen Zielgens,
bevorzugt in den regulatorischen Bereichen, an und bewirken eine
Repression des endogenen Gens. Die Verwendung eines solchen Verfahrens
ermöglicht
die Verminderung der Expression eines endogenen Speicherprotein
Gens, ohne dass dessen Sequenz gentechnisch manipuliert werden muss.
Entsprechende Verfahren zur Herstellung entsprechender Faktoren
sind beschrieben (Dreier B et al. (2001) J Biol Chem 276(31): 29466 – 78; Dreier
B et al. (2000) J Mol Biol 303(4): 489 – 502; Beerli RR et al. (2000)
Proc Natl Acad Sci USA 97 (4): 1495 – 1500; Beerli RR et al. (2000)
J Biol Chem 275(42): 32617 – 32627;
Segal DJ and Barbas CF 3rd. (2000) Curr Opin Chem Biol 4(1): 34 – 39; Kang
JS and Kim JS (2000) J Biol Chem 275(12): 8742 – 8748; Beerli RR et al. (1998)
Proc Natl Acad Sci USA 95(25): 14628 – 14633; Kim JS et al. (1997)
Proc Natl Acad Sci USA 94(8): 3616 – 3620; Klug A (1999) J Mol
Biol 293(2): 215 – 218;
Tsai SY et al. (1998) Adv Drug Deliv Rev 30(1 – 3): 23 – 31; Mapp AK et al. (2000)
Proc Natl Acad Sci USA 97(8): 3930 – 3935; Sharrocks AD et al.
(1997) Int J Biochem Cell Biol 29(12): 1371 – 1387; Zhang L et al. (2000)
J Biol Chem 275(43): 33850 – 33860).
-
Die Selektion dieser Faktoren kann
unter Verwendung eines beliebigen Stückes eines Speicherprotein-Gens
erfolgen. Bevorzugt liegt dieser Abschnitt in einem innerhalb der
Speicherproteine konservierten Sequenzbereichen oder im Bereich
der Promotorregion. Für
eine Genunterdrückung
kann er aber auch im Bereich der kodierenden Exons oder Introns
liegen.
-
Die DNA-bindenden Faktoren können beispielsweise
gegen Sequenzen gerichtet sein, die in verschiedenen Speicherprotein-Genen
konserviert vorliegen. Bevorzugt enthält ist der DNA-bindende Faktor
gegen ein Sequenzmotive ausgewählt
aus einer der oben definierten Gruppen von Sequenzmotiven I, II,
III, IV, V, VI, VII, VIII, IX, X, XI oder XII oder den Sequenzmotiven
mit der SEQ ID NO: 93 oder 129 gerichtet. Ferner können aber
auch Sequenzen im Promotorbereich genutzt werden, die bei vielen
Speicherproteinen auftreten. Beispielhaft jedoch nicht einschränkend seinen
nachfolgende Sequenzen zu nennen:
- i) 5'-CATGCATG-3' (SEQ ID NO: 130)
- ii) 5'-GCCACYTC-3' (SEQ ID NO: 131)
-
Weitere geeignete Abschnitte sind
für den
Fachmann mittels Datenbankabfrage aus der Genbank oder – ausgehend
von einer Speicherprotein cDNA, deren Gen nicht in der Genbank vorhanden
ist, durch Durchmusterung einer genomischen Bibliothek nach korrespondierenden
genomischen Klonen erhältlich.
-
Die Genexpression kann auch durch
maßgeschneiderte,
niedermolekulare synthetische Verbindungen unterdrückt werden,
beispielsweise vom Polyamid-Typ (Dervan PB und Bürli RW (1999) Current Opinion in
Chemical Biology 3: 688 – 693;
Gottesfeld JM et al. (2000) Gene Expr 9(1 – 2): 77 – 91). Diese Oligomere bestehen
aus den Bausteinen 3-(Dimethylamino)propylamin, N-Methyl-3-hydroxypyrrol,
N-Methylimidazol und N-Methyl-pyrrole
und können
an jedes Stück
doppelsträngiger
DNA so angepasst werden, dass sie sequenzspezifisch in die große Furche
binden und die Expression der dortigen Gensequenzen blockieren.
Entsprechende verfahren sind beschrieben (siehe unter anderem Bremer
RE et al. (2001) Bioorg Med Chem. 9(8): 2093-103; Ansari AZ et al.
(2001) Chem Biol. 8(6): 583 – 92;
Gottesfeld JM et al. (2001) J Mol Biol 309(3): 615 – 29; Wurtz
NR et al. (2001) Org Lett 3(8): 1201 – 3; Wang CC et al. (2001)
Bioorg Med Chem 9(3): 653 – 7; Urbach
AR und Dervan PB (2001) Proc Natl Acad Sci USA 98(8): 4343 – 8; Chiang
SY et al. (2000) J Biol Chem 275(32): 24246 – 54).
-
g) Einbringung von den
Speicherprotein RNA-Abbau bewirkende virale Nukleinsäuresequenzen
und Expressionskonstrukten
-
Die Speicherprotein Expression kann
effektiv auch durch Induktion des spezifischen Speicherprotein RNA-Abbaus
durch die Pflanze mit Hilfe eines viralen Expressionssystems (Amplikon)
(Angell SM et al. (1999) Plant J 20(3): 357 – 362) realisiert werden. Diese
Systeme – auch
als "VIGS" (viral induced gene
silencing) bezeichnet – bringen
Nukleinsäuresequenzen
mit Homologie zu den zu supprimierenden Transkripten mittels viraler
Vektoren in die Pflanze ein. Die Transkription wird sodann – vermutlich
vermittelt durch pflanzliche Abwehrmechanismen gegen Viren – abgeschaltet.
Vermutlich sind die zugrunde liegenden Mechanismen denen der durch
doppelsträngige
RNA bewirkten Effekten ähnlich.
Entsprechende Techniken und Verfahren sind beschrieben (Ratcliff
F et al. (2001) Plant J 25(2): 237 – 45; Fagard M und Vaucheret
H (2000) Plant Mol Biol 43(2 – 3):
285 – 93;
Anandalakshmi R et al. (1998) Proc Natl Acad Sci USA 95(22): 13079 – 84; Ruiz
MT (1998) Plant Cell 10(6): 937 – 46). Für die Auswahl der entsprechenden
Sequenzen gelten die gleichen Regeln wie für die Bestimmung des "sense"-Stranges bei doppelsträngiger RNA
oder der Cosuppression (s.o.).
-
Entsprechend geeignete Systeme zur
Suppression der Genexpression unter Verwendung viraler Expressionssysteme
sind beispielsweise beschrieben in WO 99/15682 und WO 98/36083.
-
h) Einbringung von Konstrukten
zur Induktion einer homologen Rekombination an endogenen Speicherprotein-Genen
beispielsweise zur Erzeugung von Knockout-Mutanten.
-
Zur Herstellung eines homolog rekombinanten
Organismus mit verminderter Speicherprotein-Aktivität verwendet
man beispielsweise ein Nukleinsäurekonstrukt,
das zumindest einen Teil eines endogenen Speicherprotein Gens enthält, das
durch eine Deletion, Addition oder Substitution mindestens eines
Nukleotids so verändert
wird, so dass die Funktionalität
vermindert oder gänzlich
aufgehoben wird. Die Veränderung
kann auch die regulativen Elemente (z.B. den Promotor) des Gens
betreffen, so dass die kodierende Sequenz unverändert bleibt, eine Expression
(Transkription und/oder Translation) jedoch unterbleibt und vermindert
wird.
-
Bei der konventionellen homologen
Rekombination ist die veränderte
Region an ihrem 5'-
und 3'-Ende von
weiteren Nukleinsäuresequenzen
flankiert, die eine ausreichende Länge für die Ermöglichung der Rekombination
aufweisen müssen.
Die Länge
liegt in der Regel in einem Bereich von mehreren einhundert Basen
bis zu mehreren Kilobasen (Thomas KR und Capecchi MR (1987) Cell
51: 503; Strepp et al. (1998) Proc Natl Acad Sci USA 95(8): 4368 – 4373).
Für die
homologe Rekombination wird der Wirtsorganismus – zum Beispiel eine Pflanze – mit dem
Rekombinationskonstrukt unter Verwendung der unten beschriebenen
Verfahren transformiert und erfolgreich rekombinierte Klone unter
Verwendung zum Beispiel einer Antibiotika- oder Herbizidresistenz
selektioniert.
-
Homologe Rekombination ist ein relativ
seltenes Ereignis in höheren
Eukaryoten, vor allem in Pflanzen. Zufällige Integrationen in das
Wirtsgenom überwiegen.
Eine Möglichkeit
die zufällig
integrierten Sequenzen zu entfernen und so Zellklone mit einer korrekten
homologen Rekombination anzureichern, besteht in der Verwendung
eines sequenzspezifischen Rekombinationssystems wie in
US 6,110,736 beschrieben, durch welche
unspezifisch integrierte Sequenzen wieder deletiert werden können, was
die Selektion erfolgreich über homologe
Rekombination integrierter Ereignisse erleichtert. Eine Vielzahl
von sequenzspezifischen Rekombinationssystemen kann verwendet werden,
beispielhaft sind das Cre/lox-System des Bacteriophagen P1, das FLP/FRT
System der Hefe, die Gin Rekombinase des Mu Phagen, die Pin Rekombinase
aus E, coli und das R/RS System des pSR1 Plasmids genannt. Bevorzugt
sind das Bacteriophagen P1 Cre/lox und das Hefe FLP/FRT System.
Das FLP/FRT und cre/lox Rekombinasesystem wurde bereits in pflanzlichen
Systemen angewendet (Odell et al. (1990) Mol Gen Genet 223: 369 – 378)
-
i) Einführung von
Mutationen in endogenen Speicherprotein Gene zur Erzeugung eines
Funktionsverlustes (z.B. Generierung von Stopp-Kodons, Verschiebungen
im Leseraster etc.)
-
Weitere geeignete Methoden zur Verminderung
der Speicherprotein-Aktivität
sind die Einführung
von Nonsense-Mutationen in endogene Speicherprotein Gene zum Beispiel
mittels Einführung
von RNA/DNA-Oligonukleotiden in die Pflanze (Zhu et al. (2000) Nat
Biotechnol 18(5): 555 – 558)
sowie die Generierung von Knockout-Mutanten mit Hilfe von z.B. T-DNA-Mutagenese
(Koncz et al. (1992) Plant Mol Biol 20(5): 963 – 976), ENU-(N-Ethyl-N-nitrosoharnstoff) – Mutagenese
oder homoloer Rekombination (Hohn B und Puchta (1999) H Proc Natl
Acad Sci USA 96: 8321 – 8323.).
Punktmutationen können
auch mittels DNA-RNA Hybriden erzeugt werden, die auch als "chimeraplasty" bekannt sind (Cole-Strauss
et al. (1999) Nucl Acids Res 27(5): 1323 – 1330; Kmiec (1999) Gene therapy
American Scientist 87(3): 240 – 247).
-
Die Methoden der dsRNai, der Kosuppression
mittels sense-RNA und der "VIGS" ("virus induced gene silencing") werden auch als "post-transcriptional
gene silencing" (PTGS)
bezeichnet. PTGS-Verfahren
sind besonders vorteilhaft, weil die Anforderungen an die Homologie
zwischen dem zu supprimierenden endogenem Gen und der transgen exprimierten
sense- oder dsRNA-Nukleinsäuresequenz
(bzw. zwischen dem endogenen Gen und seiner dominant-negativen Variante)
geringer sind als beispielsweise bei einem klassischen antisense-Ansatz.
Entsprechende Homologie-Kriterien sind bei der Beschreibung des
dsRNAI-Verfahrens genannt und allgemein für PTGS-Verfahren oder dominant-negative
Ansätze übertragbar.
Aufgrund der hohen Homologie zwischen den pflanzlichen Speicherproteinen
(s. 1a bis 7d) kann man voraussichtlich
unter Verwendung einer bestimmten Speicherprotein-Nukleinsäuresequenzen
auch die Expression von homologen Speicherproteinen in der gleichen
oder anderen Arten effektiv supprimieren, ohne dass die Isolierung,
Strukturaufklärung
und Konstruktion entsprechender Suppressionskonstrukte für dort vorkommenden
Speicherprotein-Homologen
zwingend erforderlich wäre.
Dies erleichtert erheblich den Arbeitsaufwand.
-
Alle Substanzen und Verbindungen
die direkt oder indirekt eine Verminderung der Proteinmenge, RNA-Menge
oder Genaktivität
zumindest eines Speicherproteins bewirken, und so direkt oder indirekt
eine Verminderung der Proteinmenge zumindest eines Speicherproteins
bewirken, seien infolge unter der Bezeichnung "anti-SP"-Verbindungen zusammengefasst. Der Begriff "anti-SP"-Verbindung schließt explizit
die in den oben beschriebenen Verfahren zum Einsatz kommenden Nukleinsäuresequenzen,
Peptide, Proteine oder andere Faktoren ein.
-
"Einbringung" umfasst im Rahmen
der Erfindung alle Verfahren, die dazu geeignet eine "anti-SP"-Verbindung, direkt
oder indirekt, in eine Pflanze oder eine Zelle, Kompartiment, Gewebe,
Organ oder Samen derselben einzuführen oder dort zu generieren.
Direkte und indirekte Verfahren sind umfasst. Die Einbringung kann
zu einer vorübergehenden
(transienten) Präsenz
einer "anti-SP"-Verbindung (beispielsweise
einer dsRNA) führen
oder aber auch zu einer dauerhaften (stabilen).
-
Gemäß der unterschiedlichen Natur
der oben beschriebenen Ansätze
kann die "anti-SP"-Verbindung ihre
Funktion direkt ausüben
(zum Beispiel durch Insertion in ein endogenes Speicherprotein Gen).
Die Funktion kann aber auch indirekt nach Transkription in eine
RNA (zum Beispiel bei antisense Ansätzen) oder nach Transkription
und Translation in ein Protein (zum Beispiel bei Bindungsfaktoren)
ausgeübt
werden. Sowohl direkte als auch indirekt wirkende "anti-SP"-Verbindungen sind
erfindungsgemäß umfasst.
-
Einführen umfasst beispielsweise
Verfahren wie Transfektion, Transduktion oder Transformation.
-
"anti-SP" Verbindungen umfasst
somit beispielsweise auch rekombinante Expressionskonstrukte, die eine
Expression (d.h. Transkription und ggf. Translation) beispielsweise
einer Speicherprotein-dsRNA oder einer Speicherprotein "antisense"-RNA – bevorzugt in einer Pflanze
oder einem Teil, Gewebe, Organ oder Samen derselben – bedingen.
-
In besagten Expressionskonstrukten
steht ein Nukleinsäuremolekül, dessen
Expression (Transkription und ggf. Translation) eine "anti-SP"-Verbindung generiert,
bevorzugt in funktioneller Verknüpfung
mit mindestens einem genetischen Kontrollelement (beispielsweise
einem Promotor), das eine Expression in einem Organismus, bevorzugt
in Pflanzen, gewährleistet.
Soll das Expressionskonstrukt direkt in die Pflanze eingeführt und
die "anti-SP"-Verbindung (beispielsweise
die Speicherprotein dsRNA) dort in plantae erzeugt werden, so sind
pflanzenspezifische genetische Kontrollelemente (beispielsweise
Promotoren) bevorzugt. Die "anti-SP"-Verbindung kann
jedoch auch in anderen Organismen oder in vitro erzeugt und dann
in die Pflanze eingebracht werden. In diesem sind all prokaryotischen
oder eukaryotischen genetischen Kontrollelemente (beispielsweise
Promotoren) bevorzugt, die die Expression in den jeweils für die Herstellung
gewählten
Organismus erlauben.
-
Unter einer funktionellen Verknüpfung versteht
man zum Beispiel die sequentielle Anordnung eines Promotors mit
der zu exprimierenden Nukleinsäuresequenz
(zum Beispiel einer "anti-SP"-Verbindung) und ggf.
weiterer regulativer Elemente wie zum Beispiel einem Terminator
derart, dass jedes der regulativen Elemente seine Funktion bei der
transgenen Expression der Nukleinsäuresequenz, je nach Anordnung
der Nukleinsäuresequenzen
zu sense oder anti-sense RNA, erfüllen kann. Dazu ist nicht unbedingt
eine direkte Verknüpfung
im chemischen Sinne erforderlich. Genetische Kontrollsequenzen,
wie zum Beispiel Enhancer-Sequenzen, können ihre Funktion auch von
weiter entfernten Positionen oder gar von anderen DNA-Molekülen aus
auf die Zielsequenz ausüben.
Bevorzugt sind Anordnungen, in denen die transgen zu exprimierende Nükleinsäuresequenz
hinter der als Promoter fungierenden Sequenz positioniert wird,
so dass beide Sequenzen kovalent miteinander verbunden sind. Bevorzugt
ist dabei der Abstand zwischen der Promotorsequenz und der transgen
zu exprimierende Nukleinsäuresequenz
geringer als 200 Basenpaare, besonders bevorzugt kleiner als 100
Basenpaare, ganz besonders bevorzugt kleiner als 50 Basenpaare.
-
Die Herstellung einer funktionellen
Verknüpfung
als auch die Herstellung einer Expressionskassette kann mittels
gängiger
Rekombinations- und Klonierungstechniken realisiert werden, wie
sie beispielsweise in Maniatis T, Fritsch EF und Sambrook J (1989)
Molecular Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory,
Cold Spring Harbor (NY), in Silhavy TJ, Berman ML und Enquist LW
(1984) Experiments with Gene Fusions, Cold Spring Harbor Laboratory,
Cold Spring Harbor (NY), in Ausubel FM et al. (1987) Current Protocols
in Molecular Biology, Greene Publishing Assoc. and Wiley Interscience
und bei Gelvin et al. (1990) In: Plant Molecular Biology Manual
beschrieben sind. Zwischen beide Sequenzen können aber auch weitere Sequenzen
positioniert werden, die zum Beispiel die Funktion eines Linkers
mit bestimmten Restriktionsenzymschnittstellen oder eines Signalpeptides
haben. Auch kann die Insertion von Sequenzen zur Expression von Fusionsproteinen
führen.
Bevorzugt kann die Expressionskassette, bestehend aus einer Verknüpfung von
Promoter und zu exprimierender Nukleinsäuresequenz, integriert in einem
Vektor vorliegen und durch zum Beispiel Transformation in ein pflanzliches
Genom intertiert werden.
-
Unter einer Expressionskassette sind
aber auch solche Konstruktionen zu verstehen, bei denen ein Promoter – zum Beispiel
durch eine homologe Rekombination – hinter ein endogenes Speicherprotein-Gen platziert
wird, und durch Expression einer antisense Speicherprotein-RNA die
erfindungsgemäße Verminderung
eines Speicherproteins bewirkt wird. Analog kann auch eine "anti-SP" Verbindung (zum
Beispiel eine Nukleinsäuresequenz
kodierend für
eines Speicherprotein dsRNA oder eine Speicherprotein antisense
RNA) derart hinter einen endogenen Promotor platziert werden, dass
der gleiche Effekt auftritt. Beide Ansätze führen zu Expressionskassetten
im Sinne der Erfindung.
-
Pflanzenspezifische Promotoren meint
grundsätzlich
jeden Promotor, der die Expression von Genen, insbesondere Fremdgenen,
in Pflanzen oder Pflanzenteilen, -zellen, -geweben, -kulturen steuern
kann. Dabei kann die Expression beispielsweise konstitutiv, induzierbar
oder entwicklungsabhängig
sein.
-
Bevorzugt sind:
- a)
Konstitutive Promotoren
"Konstitutive" Promotoren meint
solche Promotoren, die eine Expression in zahlreichen, bevorzugt
allen, Geweben über
einen größeren Zeitraum
der Pflanzenentwicklung, bevorzugt zu allen Zeitpunkten der Pflanzenentwicklung,
gewährleisten
(Benfey et al. (1989) EMBO J 8: 2195 – 2202). Vorzugsweise verwendet
man insbesondere einen pflanzlichen Promotor oder einen Promotor,
der einem Pflanzenvirus entstammt. Insbesondere bevorzugt ist der
Promotor des 35S-Transkriptes des CaMV Blumenkohlmosaikvirus (Franck
et al. (1980) Cell 21: 285 – 294;
Odell et al. (1985) Nature 313: 810 – 812; Shewmaker et al. (1985) Virology
140: 281 – 288;
Gardner et al. (1986) Plant Mol Biol 6: 221 – 228) oder der 19S CaMV Promotor ( US 5,352,605 ; WO 84/02913;
Benfey et al. (1989) EMBO J 8: 2195 – 2202). Ein weiterer geeigneter
konstitutiver Promotor ist der "Rubisco
small subunit (SSU)"-Promotor
( US 4,962,028 ), der
LeguminB-Promotor (GenBank Acc.-Nr. X03677), der Promotor der Nopalinsynthase
aus Agrobacterium, der TR-Doppelpromotor,
der OCS (Octopin Synthase) Promotor aus Agrobacterium, der Ubiquitin
Promotor (Holtorf S et al. (1995) Plant Mol Biol 29: 637 – 649),
den Ubiquitin 1 Promotor (Christensen et al. (1992) Plant Mol Biol
18: 675 – 689;
Bruce et al. (1989) Proc Natl Acad Sci USA 86: 9692 – 9696),
den Smas Promotor, den Cinnamylalkoholdehydrogenase-Promotor ( US 5,683,439 ), die Promotoren
der vakuolärer
ATPase Untereinheiten oder der Promotor eines prolinreichen Proteins
aus Weizen (WO 91/13991), sowie weitere Promotoren von Genen, deren
konstitutive Expression in Pflanzen dem Fachmann bekannt ist.
- b) Gewebespezifische Promotoren
Bevorzugt sind ferner Promotoren
mit Spezifitäten
für Samen,
wie zum Beispiel der Promotor des Phaseolins ( US 5,504,200 ; Bustos MM et al. (1989)
Plant Cell 1(9): 839 – 53),
des 2S Albumingens (Joseffson LG et al. (1987) J Biol Chem 262:
12196-12201), des Legumins (Shirsat A et al. (1989) Mol Gen Genet
215(2): 326 – 331),
des USP (unknown seed protein; Bäumlein
H et al. (1991) Mol Gen Genet 225(3): 459 – 67), des Napin Gens ( US 5,608,152 ; Stalberg K
et al. (1996) L Planta 199: 515 – 519), des Saccharosebindeproteins
(WO 00/26388) oder der Legumin B4-Promotor (LeB4; Bäumlein H
et al. (1991) Mol Gen Genet 225: 121 – 128; Baeumlein et al. (1992)
Plant Journal 2(2): 233 – 9;
Fiedler U et al. (1995) Biotechnology (NY) 13(10): 1090f), der Oleosin-Promoter
aus Arabidopsis (WO 98/45461), der Bce4-Promoter aus Brassica (WO
91/13980). Weitere geeignete samenspezifische Promotoren sind die
der Gene kodierend für
das "High Molecular
Weight Glutenin" (HMWG),
Gliadin, Verzweigungsenzym, ADP Glucose Pyrophosphatase (AGPase)
oder die Stärkesynthase.
Bevorzugt sind ferner Promotoren, die eine samenspezifische Expression
in Monokotyledonen wie Mais, Gerste, Weizen, Roggen, Reis etc. erlauben.
Vorteilhaft eingesetzt werden können
der Promoter des lpt2 oder lpt1-Gen (WO 95/15389, WO 95/23230) oder
die Promotoren beschrieben in WO 99/16890 (Promotoren des Hordein-Gens,
des Glutelin-Gens, des Oryzin-Gens, des Prolamin-Gens, des Gliadin-Gens,
des Glutelin-Gens, des Zein-Gens, des Kasirin-Gens oder des Secalin-Gens).
- c) Chemisch induzierbare Promotoren
Die Expressionskassetten
können
auch einen chemisch induzierbaren Promotor enthalten (Übersichtsartikel:
Gatz et al. (1997) Annu Rev Plant Physiol Plant Mol Biol 48: 89 – 108),
durch den die Expression des exogenen Gens in der Pflanze zu einem
bestimmten Zeitpunkt gesteuert werden kann. Derartige 'Promotoren, wie z.B.
der PRP1 Promotor (Ward et al. (1993) Plant Mol Biol 22: 361 – 366),
durch Salicylsäure induzierbarer
Promotor (WO 95/19443), ein durch Benzolsulfonamid-induzierbarer
Promotor ( EP 0 388 186 ),
ein durch Tetrazyklininduzierbarer Promotor (Latz et al. (1992)
Plant J 2: 397-404), ein durch Abscisinsäure induzierbarer Promotor
( EP 0 335 528 ) bzw.
ein durch Ethanol- oder Cyclohexanoninduzierbarer Promotor (WO 93/21334)
können
ebenfalls verwendet werden.
-
Besonders bevorzugt sind konstitutive
sowie samenspezifische Promotoren.
-
Es können ferner weitere Promotoren
funktionell mit der zu exprimierenden Nukleinsäuresequenz verknüpft sein,
die eine Expression in weiteren Pflanzengeweben oder in anderen
Organismen, wie zum Beispiel E.coli Bakterien ermöglichen.
Als Pflanzen Promotoren kommen im Prinzip alle oben beschriebenen
Promotoren in Frage.
-
Die in den erfindungsgemäßen Expressionskassetten
oder Vektoren enthaltenen Nukleinsäuresequenzen können mit
weiteren genetischen Kontrollsequenzen neben einem Promoter funktionell
verknüpft sein.
Der Begriff der genetischen Kontrollsequenzen ist breit zu verstehen
und meint all solche Sequenzen, die einen Einfluss auf das Zustandekommen
oder die Funktion der erfindungsgemäßen Expressionskassette haben.
Genetische Kontrollsequenzen modifizieren zum Beispiel die Transkription
und Translation in prokaryotischen oder eukaryotischen Organismen.
Vorzugsweise umfassen die erfindungsgemäßen Expressionskassetten 5'-stromaufwärts von
der jeweiligen transgen zu exprimierenden Nukleinsäuresequenz
einen pflanzenspezifischen Promoter und 3'-stromabwärts eine Terminatorsequenz
als zusätzliche
genetische Kontrollsequenz, sowie gegebenenfalls weitere übliche regulative
Elemente, und zwar jeweils funktionell verknüpft mit der transgen zu exprimierenden
Nukleinsäuresequenz.
-
Genetische Kontrollsequenzen umfassen
auch weitere Promotoren, Promotorelemente oder Minimalpromotoren,
die die expressionsteuernden Eigenschaften modifizieren können. So
kann durch genetische Kontrollsequenzen zum Beispiel die gewebespezifische
Expression zusätzlich
abhängig
von bestimmten Stressfaktoren erfolgen. Entsprechende Elemente sind
zum Beispiel für
Wasserstress, Abscisinsäure
(Lam E und Chua NH, J Biol Chem 1991; 266(26): 17131 – 17135)
und Hitzestress (Schoffl F et al. (1989) Mol Gen Genetics 217(2-3):
246 – 53)
beschrieben.
-
Weitere vorteilhafte Kontrollsequenzen
sind beispielsweise in den gram-positiven Promotoren amy und SPO2,
in den Hefe- oder Pilzpromotoren ADC1, MFa, AC, P-60, CYC1, GAPDH,
TEF, rp28, ADH.
-
Prinzipiell können alle natürlichen
Promotoren mit ihren Regulationssequenzen wie die oben genannten
für das
erfindungsgemäße Verfahren
verwendet werden. Darüberhinaus
können
auch synthetische Promotoren vorteilhaft verwendet werden.
-
Genetische Kontrollsequenzen umfassen
ferner auch die 5'-untranslatierte
Regionen, Introns oder nichtkodierende 3'-Region von Genen wie beipielsweise
das Actin-1 Intron, oder die Adh1-5 Introns 1, 2 und 6 (allgemein:
The Maize Handbook, Chapter 116, Freeling and Walbot, Eds., Springer,
New York (1994)). Es ist gezeigt worden, dass diese eine signifikante
Funktionen bei der Regulation der Genexpression spielen können. So
wurde gezeigt, dass 5'-untranslatierte
Sequenzen die transiente Expression heterologer Gene verstärken können. Beispielhaft
für Translationsverstärker sei
die 5'-Leadersequenz
aus dem Tabak-Mosaik-Virus
zu nennen (Gallie et al. (1987) Nucl Acids Res 15: 8693-8711) und
dergleichen. Sie können
ferner die Gewebsspezifität
fördern
(Rouster J et al. (1998) Plant J 15: 435-440).
-
Die Expressionskassette kann vorteilhafterweise
eine oder mehrere sogenannte "enhancer
Sequenzen" funktionell
verknüpft
mit dem Promoter enthalten, die eine erhöhte transgene Expression der
Nukleinsäuresequenz
ermöglichen.
Auch am 3'-Ende
der transgen zu exprimierenden Nukleinsäuresequenzen können zusätzliche
vorteilhafte Sequenzen inseriert werden, wie weitere regulatorische
Elemente oder Terminatoren. Die transgen zu exprimierenden Nukleinsäuresequenzen
können
in einer oder mehreren Kopien im Genkonstrukt enthalten sein.
-
Als Kontrollsequenzen geeignete Polyadenylierungssignale
sind pflanzliche Polyadenylierungssignale, vorzugsweise solche,
die im wesentlichen T-DNA Polyadenylierungssignale aus Agrobacterium
tumefaciens, insbesondere des Gens 3 der T-DNA (Octopin Synthase) des
Ti-Plasmids pTiACHS entsprechen (Gielen et al. (1984) EMBO J 3:
835 ff) oder funktionelle Äquivalente
davon. Beispiele für
besonders geeignete Terminatorsequenzen sind der OCS (Octopin-Synthase)-Terminator
und der NOS (Nopalin-Synthase)-Terminator.
-
Als Kontrollsequenzen sind weiterhin
solche zu verstehen, die eine homologe Rekombination bzw. Insertion
in das Genom eines Wirtsorganismus ermöglichen oder die Entfernung
aus dem Genom erlauben. Bei der homologen Rekombination kann zum
Beispiel die kodierende Sequenz eines bestimmten endogenen Gens
gegen die für
eine dsRNA kodierende Sequenz gezielt ausgetauscht werden. Methoden
wie die cre/lox-Technologie erlauben eine gewebespezifische, unter
Umständen
induzierbare Entfernung der Expressionskassette aus dem Genom des
Wirtsorganismus (Sauer B (1998) Methods. 14(4): 381 – 92). Hier
werden bestimmte flankierende Sequenzen dem Zielgen angefügt (lox-Sequenzen),
die später
eine Entfernung mittels der cre-Rekombinase ermöglichen.
-
Eine Expressionskassetten und die
von ihr abgeleiteten Vektoren können
weitere Funktionselemente enthalten. Der Begriff Funktionselement
ist breit zu verstehen und meint all solche Elemente, die einen
Einfluss auf Herstellung, Vermehrung oder Funktion der erfindungsgemäßen Expressionskassetten,
Vektoren oder transgenen Organismen haben. Beispielhaft aber nicht
einschränkend
seien zu nennen:
- a) Selektionsmarker, die eine
Resistenz gegen einen Metabolismusinhibitor wie 2-Desoxyglucose-6-phosphat
(WO 98/45456), Antibiotika oder Biozide, bevorzugt Herbizide, wie
zum Beispiel Kanamycin, G 418, Bleomycin, Hygromycin, oder Phosphinotricin
etc. verleihen. Besonders bevorzugte Selektionsmarker sind solche
die eine Resistenz gegen Herbizide verleihen. Beispielhaft seien
genannt: DNA Sequenzen, die für Phosphinothricinacetyltransferasen
(PAT) kodieren und Glutaminsynthaseinhibitoren inaktivieren (bar
und pat Gen), 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphatsynthasegene (EPSP
Synthasegene), die eine Resistenz gegen Glyphosat® (N-(phosphonomethyl)glycin)
verleihen, das für
das Glyphosat® degradierende
Enzyme kodierende gox Gen (Glyphosatoxidoreduktase), das deh Gen
(kodierend für
eine Dehalogenase, die Dalapon inaktiviert), Sulfonylurea- und Imidazolinon
inaktivierende Acetolactatsynthasen sowie bxn Gene, die für Bromoxynil
degradierende Nitrilaseenzyme kodieren, das aasa-Gen, das eine Resistenz
gegen das Antibiotikum Apectinomycin verleih, das Streptomycinphosphotransferase
(SPT) Gen, das eine Resistenz gegen Streptomycin gewährt, das
Neomycinphosphotransferas (NPTII) Gen, das eine Resistenz gegen
Kana mycin oder Geneticidin verleiht, das Hygromycinphosphotransferase
(HPT) Gen, das eine Resistenz gegen Hygromycin vermittelt, das Acetolactatsynthas
Gen (ALS), das eine Resistenz gegen Sulfonylharnstoff-Herbizide
verleiht (z.B. mutierte ALS-Varianten mit z.B. der S4 und/oder Hra
Mutation).
- b) Reportergene, die für
leicht quantifizierbare Proteine kodieren und über Eigenfarbe oder Enzymaktivität eine Bewertung
der Transformationseffizienz oder des Expressionsortes oder -zeitpunktes
gewährleisten. Ganz
besonders bevorzugt sind dabei Reporter-Proteine (Schenborn E, Groskreutz
D. Mol Biotechnol. 1999; 13(1): 29 – 44) wie das "green fluorescence
protein" (GFP) (Sheen
et al. (1995) Plant Journal 8(5): 777 – 784), die Chloramphenicoltransferase,
eine Luziferase (Ow et al. (1986) Science 234: 856-859), das Aequorin-Gen
(Prasher et al. (1985) Biochem Biophys Res Commun 126(3): 1259 – 1268),
die β-Galactosidase,
ganz besonders bevorzugt ist die β-Glucuronidase
(Jefferson et al. (1987) EMBO J 6: 3901 – 3907).
- c) Replikationsursprünge,
die eine Vermehrung der erfindungsgemäßen Expressionskassetten oder
Vektoren in zum Beispiel E.coli gewährleisten. Beispielhaft seien
genannt ORI (origin of DNA replication), der pBR322 ori oder der
P15A ori (Sambrook et al.: Molecular Cloning. A Laboratory Manual,
2nd ed. Cold Spring Harbor Laboratory Press,
Cold Spring Harbor, NY, 1989).
- d) Elemente, die für
eine Agrobakterium vermittelte Pflanzentransformation erforderlich
sind, wie zum Beispiel die rechte oder linke Begrenzung der T-DNA
oder die vir-Region.
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Zur Selektion erfolgreich homolog
rekombinierter oder auch transformierter Zellen ist es in der Regel erforderlich,
einen selektionierbaren Marker zusätzlich einzuführen, der
den erfolgreich rekombinierten Zellen eine Resistenz gegen ein Biozid
(zum Beispiel ein Herbizid), einen Metabolismusinhibitor wie 2-Desoxyglucose-6-phosphat
(WO 98/45456) oder ein Antibiotikum verleiht. Der Selektionsmarker
erlaubt die Selektion der transformierten Zellen von untransformierten
(McCormick et al. (1986) Plant Cell Reports 5: 81 – 84).
-
Zusätzlich kann besagte transgene
Expressionskassette oder Expressionsvektoren Nukleinsäuresequenzen
enthalten, die nicht zu einer Verminderung mindestens eines Speicherproteins
führen,
und deren transgene Expression zu einer zusätzlichen Steigerung der Fettsäure-Biosynthese
führt (infolge
proOIL). Diese zusätz lich
transgen exprimierte proOIL Nukleinsäuresequenz kann beispielhaft
aber nicht einschränkend ausgewählt sein
aus Nukleinsäuren
kodierend für
Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), Glycerol-3-Phosphat Acyltransferase (GPAT), Lysophosphatidat-Acyltransferase
(LPAT), Diacylglycerol-Acyltransferase (DAGAT) und Phospholipid:
diacylglycerol-acyltransferase (PDAT). Entsprechende Sequenzen sind
dem Fachmann bekannt und aus Datenbanken oder entsprechenden cDNA-Banken
der jeweiligen Pflanzen leicht zugänglich.
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Die Einführung einer erfindungsgemäßen Expressionskassette
in einen Organismus oder Zellen, Geweben, Organe, Teile bzw. Samen
desselben (bevorzugt in Pflanzen bzw. pflanzliche Zellen, Gewebe,
Organe, Teile oder Samen), kann vorteilhaft unter Verwendung von
Vektoren realisiert werden, in denen die Expressionskassetten enthalten
sind. Vektoren können
beispielhaft Plasmide, Cosmide, Phagen, Viren oder auch Agrobacterien
sein. Die Expressionskassette kann in den Vektor (bevorzugt ein
Plasmidvektor) über
eine geeignete Restriktionsschnittstelle eingeführt werden. Der entstandene
Vektor wird zunächst
in E.coli eingeführt.
Korrekt transformierte E.coli werden selektioniert, gezüchtet und
der rekombinante Vektor mit dem Fachmann geläufigen Methoden gewonnen. Restriktionsanalyse
und Sequenzierung können
dazu dienen, den Klonierungsschritt zu prüfen. Bevorzugt sind solche
Vektoren, die eine stabile Integration der Expressionskassette in
das Wirtsgenom ermöglichen.
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Die Herstellung eines transformierten
Organismus (bzw. einer transformierten Zelle oder Gewebes) erfordert,
dass die entsprechende DNA (z.B, der Expressionsvektor), RNA oder
Protein in die entsprechende Wirtszelle eingebracht wird. Für diesen
Vorgang, der als Transformation (oder Transduktion bzw. Transfektion) bezeichnet
wird, steht eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung (Keown et al. (1990) Methods
in Enzymology 185: 527-537). So kann die DNA oder RNA beispielhaft
direkt durch Mikroinjektion oder durch Bombardierung mit DNA-beschichteten
Mikropartikeln eingeführt
werden. Auch kann die Zelle chemisch, zum Beispiel mit Polyethylenglycol,
permeabilisiert werden, so dass die DNA durch Diffusion in die Zelle
gelangen kann. Die DNA kann auch durch Protoplastenfusion mit anderen
DNA-enthaltenden Einheiten wie Minicells, Zellen, Lysosomen oder
Liposomen erfolgen. Elektroporation ist eine weitere geeignete Methode
zur Einführung
von DNA, bei der die Zellen reversibel durch einen elektrischen
Impuls permeabilisert werden. Entsprechende Verfahren sind beschrieben
(beispielsweise bei Bilang et al. (1991) Gene 100: 247 – 250; Scheid
et al. (1991) Mol Gen Genet 228: 104 – 112; Guerche et al. (1987)
Plant Science 52: 111 – 116;
Neuhause et al. (1987) Theor Appl Genet 75: 30-36; Klein et al.
(1987) Nature 327: 70-73; Howell et al. (1980) Science 208: 1265;
Horsch et al. (1985) Science 227: 1229 – 1231; DeBlock et al. (1989)
Plant Physiology 91: 694 – 701;
Methods for Plant Molecular Biology (Weissbach and Weissbach, eds.)
Academic Press Inc. (1988); and Methods in Plant Molecular Biology
(Schuler and Zielinski, eds.) Academic Press Inc. (1989)).
-
Bei Pflanzen werden dabei die beschriebenen
Methoden zur Transformation und Regeneration von Pflanzen aus Pflanzengeweben
oder Pflanzenzellen zur transienten oder stabilen Transformation
genutzt. Geeignete Methoden sind vor allem die Protoplastentransformation
durch Polyethylenglykol-induzierte DNA-Aufnahme, das biolistische
Verfahren mit der Genkanone, die sogenannte "particle bombardment" Methode, die Elektroporation, die Inkubation
trockener Embryonen in DNA-haltiger Lösung und die Mikroinjektion.
-
Neben diesen "direkten" Transformationstechniken kann eine
Transformation auch durch bakterielle Infektion mittels Agrobacterium
tumefaciens oder Agrobacterium rhizogenes durchgeführt werden.
Die Agrobacterium-vermittelte Transformation ist am besten für dicotyledone
Pflanzenzellen geeignet. Die Verfahren sind beispielsweise beschrieben
bei Horsch RB et al. (1985) Science 225: 1229f).
-
Werden Agrobacterien verwendet, so
ist die Expressionskassette in spezielle Plasmide zu integrieren, entweder
in einen Zwischenvektor (englisch: shuttle or intermediate vector)
oder einen binären
Vektor. Wird ein Ti oder Ri Plasmid zur Transformation verwendet
werden soll, ist zumindest die rechte Begrenzung, meistens jedoch
die rechte und die linke Begrenzung der Ti oder Ri Plasmid T-DNA
als flankierende Region mit der einzuführenden Expressionskassette
verbunden.
-
Bevorzugt werden binäre Vektoren
verwendet. Binäre
Vektoren können
sowohl in E.coli als auch in Agrobacterium replizieren. Sie enthalten
in der Regel ein Selektionsmarkergen und einen Linker oder Polylinker
flankiert von der rechten und linken T-DNA Begrenzungssequenz. Sie
können
direkt in Agrobacterium transformiert werden (Holsters et al. (1978)
Mol Gen Genet 163: 181-187). Das Selektionsmarkergen erlaubt eine
Selektion transformierter Agrobakteria und ist zum Beispiel das
nptII Gen, das eine Resistenz gegen Kanamycin verleiht. Das in diesem
Fall als Wirtsorganismus fungierende Agrobacterium sollte bereits
ein Plasmid mit der vir-Region enthalten. Diese ist für die Übertragung
der T-DNA auf die pflanzliche Zelle erforderlich. Ein so transformiertes
Agrobacterium kann zur Transformation pflanzlicher Zellen verwendet
werden. Die Verwendung von T-DNA zur Transformation pflanzlicher
Zellen ist intensiv untersucht und beschrieben (
EP 120 516 ; Hoekema, In: The Binary
Plant Vector System, Offsetdrukkerij Kanters B.V., Alblasserdam,
Chapter V; An et al. (1985) EMBO J 4: 277 – 287). Verschiedene binäre Vektoren
sind bekannt und teilweise kommerziell erhältlich wie zum Beispiel pBI101.2
oder pBIN19 (Clontech Laboratories, Inc. USA).
-
Weitere zur Expression in Pflanzen
geeignet Promotoren sind beschrieben (Rogers et al. (1987) Meth in
Enzymol 153: 253 – 277;
Schardl et al. (1987) Gene 61: 1 – 11; Bergen et al. (1989)
Proc Natl Acad Sci USA 86: 8402 – 8406).
-
Direkte Transformationstechniken
eignen sich für
jeden Organismus und Zelltyp. Im Falle von Injektion oder Elektroporation
von DNA bzw. RNA in pflanzliche Zellen sind keine besonderen Anforderungen
an das verwendete Plasmid gestellt. Einfache Plasmide wie die der
pUC-Reihe können
verwendet werden. Sollen vollständige
Pflanzen aus den transformierten Zellen regeneriert werden, so ist
er erforderlich, das sich auf dem Plasmid ein zusätzliches
selektionierbares Markergen befindet.
-
Stabil transformierte Zellen d.h.
solche, die die eingeführte
DNA integriert in die DNA der Wirtszelle enthalten, können von
untransformierten selektioniert werden, wenn ein selektionierbarer
Marken Bestandteil der eingeführten
DNA ist. Als Marken kann beispielhaft jedes Gen fungieren, dass
eine Resistenz gegen Antibiotika oder Herbizide (wie Kanamycin,
G 418, Bleomycin, Hygromycin oder Phosphinotricin etc.) zu verleihen vermag
(s.o.). Transformierte Zellen, die ein solches Markergen exprimieren,
sind in der Lage, in der Gegenwart von Konzentrationen eines entsprechenden
Antibiotikums oder Herbizides zu überleben, die einen untransformierten
Wildtyp abtöten.
Beispiel sind oben genannt und umfassen bevorzugt das bar Gen, dass
Resistenz gegen das Herbizid Phosphinotricin verleiht (Rathore KS
et al. (1993) Plant Mol Biol 21(5): 871-884), das nptII Gen, dass
Resistenz gegen Kanamycin verleiht, das hpt Gen, das Resistenz gegen
Hygromycin verleiht, oder das EPSP-Gen, das Resistenz gegen das
Herbizid Glyphosat verleiht. Der Selektionsmarker erlaubt die Selektion
von transformierten Zellen von untransformierten (McCormick et al.
(1986) Plant Cell Reports 5: 81 – 84). Die erhaltenen Pflanzen
können
in üblicher
Weise gezüchtet
und gekreuzt werden. Zwei oder mehr Generationen sollten kultiviert
werden, um sicherzustellen, dass die genomische Integration stabil
und vererblich ist.
-
Die oben genannten Verfahren sind
beispielsweise beschrieben in Jenes B et al. (1993) Techniques for
Gene Transfer, in: Transgenic Plants, Vol. 1, Engineering and Utilization,
herausgegeben von SD Kung und R Wu, Academic Press, S.128 – 143 sowie
in Potrykus (1991) Annu Rev Plant Physiol Plant Molec Biol 42: 205 – 225).
Vorzugsweise wird das zu exprimierende Konstrukt in einen Vektor
kloniert, der geeignet ist, Agrobacterium tumefaciens zu transformieren,
beispielsweise pBinl9 (Bevan et al. (1984) Nucl Acids Res 12: 8711f).
-
Sobald eine transformierte Pflanzenzelle
hergestellt wurde, kann eine vollständige Pflanze unter Verwendung
von dem Fachmann bekannten Verfahren erhalten werden. Hierbei geht
man beispielhaft von Kalluskulturen aus. Aus diesen noch undifferenzierten
Zellmassen kann die Bildung von Spross und Wurzel in bekannter Weise
induziert werden. Die erhaltenen Sprösslinge können ausgepflanzt und gezüchtet werden.
-
Dem Fachmann sind such Verfahren
bekannt, um aus Pflanzenzellen, Pflanzenteile und ganze Pflanzen
zu regenerieren. Beispielsweise werden hierzu Verfahren beschrieben
von Fennell et al. (1992) Plant Cell Rep. 11: 567 – 570; Stoeger
et al (1995) Plant Cell Rep. 14: 273 – 278; Jahne et al. (1994)
Theor Appl Genet 89: 525 – 533
verwendet.
-
"Transgen" meint bezüglich zum
Beispiel einer Nukleinsäuresequenz,
einer Expressionskassette oder einem Vektor enthaltend besagte Nukleinsäuresequenz
oder einem Organismus transformiert mit besagter Nukleinsäuresequenz,
Expressionskassette oder Vektor alle solche durch gentechnische
Methoden zustandegekommene Konstruktionen, in denen sich entweder
- a) die Speicherprotein Nukleinsäuresequenz,
oder
- b) eine mit der Speicherprotein Nukleinsäuresequenz funktionell verknüpfte genetische
Kontrollsequenz, zum Beispiel ein Promotor, oder
- c) (a) und (b)
-
sich nicht in ihrer natürlichen,
genetischen Umgebung befinden oder durch gentechnische Methoden modifiziert
wurden, wobei die Modifikation beispielhaft eine Substitutionen,
Additionen, Deletionen, Inversion oder Insertionen eines oder mehrerer
Nukleotidreste sein kann. Natürliche
genetische Umgebung meint den natürlichen chromosomalen Locus
in dem Herkunftsorganismus oder das Vorliegen in einer genomischen
Bibliothek. Im Fall einer genomischen Bibliothek ist die natürliche,
genetische Umgebung der Nukleinsäuresequenz
bevorzugt zumindest noch teilweise erhalten. Die Umgebung flankiert
die Nukleinsäuresequenz
zumindest an einer Seite und hat eine Sequenzlänge von mindestens 50 bp, bevorzugt
mindestens 500 bp, besonders bevorzugt mindestens 1000 bp, ganz
besonders bevorzugt mindestens 5000 bp. Eine natürlich vorkommende Expressionskassette – beispielsweise
die natürlich
vorkommende Kombination des Speicherprotein-Promotors mit dem entsprechenden
Speicherprotein-Gen – wird
zu einer transgenen Expressionskassette, wenn diese durch nicht-natürliche,
synthetische ("künstliche") Verfahren wie beispielsweise
einer Mutagenisierung geändert
wird. Entsprechende Verfahren sind beschrieben (
US 5,565,350 ; WO 00/15815; siehe auch oben).
-
Als transgene Organismen bevorzugte
Wirts- oder Ausgangsorganismen sind vor allem Pflanzen gemäß der oben
genannten Definition. Eingeschlossen sind im Rahmen der Erfindung
alle Gattungen und Arten höherer
und niedrigerer Pflanzen des Pflanzenreiches, insbesondere Pflanzen,
die für
die Gewinnung von Ölen
verwendet werden wie beispielsweise Raps, Sonnenblume, Sesam, Färberdistel, Ölbaum, Soja,
Mais, Weizen und Nussarten. Eingeschlossen sind ferner die reifen
Pflanzen, Saatgut, Sprossen und Keimlinge, sowie davon abgeleitete
Teile, Vermehrungsgut und Kulturen, zum Beispiel Zellkulturen. Reife
Pflanzen meint Pflanzen zu jedem beliebigen Entwicklungsstadium
jenseits des Keimlings. Keimling meint eine junge, unreife Pflanze
in einem frühen
Entwicklungsstadium.
-
Die Herstellung der transgenen Organismen
kann mit den oben beschriebenen Verfahren zur Transformation oder
Transfektion von Organismen realisiert werden.
-
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
betrifft die Verwendung der erfindungsgemäßen, transgenen Organismen
und der von ihnen abgeleitete Zellen, Zellkulturen, Teile – wie zum
Beispiel bei transgenen pflanzlichen Organismen Wurzeln, Blätter etc.-,
und transgenes Vermehrungsgut wie Saaten oder Früchte, zur Herstellung von Nahrungs-
oder Futtermitteln, Pharmazeutika oder Feinchemikalien, insbesondere
von Ölen,
Fetten, Fettsäuren
oder Derivaten der vorgenannten.
-
Sequenzen
-
- 1. SEQ ID NO: 1
Nukleinsäuresequenz
kodierend für
A.thaliana Albumin 2S subunit 1 (GenBank Acc.-No.: M22032)
- 2. SEQ ID NO: 2
Proteinsequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 1
- 3. SEQ ID NO: 3
Nukleinsäuresequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 3 (GenBank Acc.-No.: M22035)
- 4. SEQ ID NO: 4
Proteinsequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 3
- 5. SEQ ID NO: 5
Nukleinsäuresequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 2 (GenBank Acc.-No.: M22034)
- 6. SEQ ID NO: 6
Proteinsequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 2
- 7. SEQ ID NO: 7
Nukleinsäuresequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 4 (GenBank Acc.-No.: M22033)
- 8. SEQ ID NO: 8
Proteinsequenz kodierend für A.thaliana
Albumin 2S subunit 4
- 9. SEQ ID NO: 9
Nukleinsäuresequenz kodierend für B.napus
Cruciferin Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X59294)
- 10. SEQ ID NO: 10
Proteinsequenz kodierend für B.napus
Cruciferin Speicher- protein
- 11. SEQ ID NO: 11
Nukleinsäuresequenz kodierend für Brassica
napus Cruciferin (GenBank Acc.-No.: X14555)
- 12. SEQ ID NO: 12
Proteinsequenz kodierend für Brassica
napus Cruciferin
- 13. SEQ ID NO: 13
Nukleinsäuresequenz kodierend für B.napus
BnC2 Cruciferin Speicherprotein {GenBank Acc.-No.: X59295)
- 14. SEQ ID NO: 14
Proteinsequenz kodierend für B.napus
BnC2 Cruciferin Speicherprotein
- 15. SEQ ID NO: 15
partielle Nukleinsäuresequenz kodierend für B.napus
Cruciferin cru4 subunit (GenBank Acc.-No.: X57848)
- 16. SEQ ID NO: 16
partielle Proteinsequenz kodierend für B.napus
Cruciferin cru4 subunit
- 17. SEQ ID NO: 17
Nukleinsäuresequenz kodierend für B.napus
cru1 Cruciferin subunit (GenBank Acc.-No.: X62120)
- 18. SEQ ID NO: 18
Proteinsequenz kodierend für B.napus
cru1 Cruciferin subunit
- 19. SEQ ID NO: 19
Nukleinsäuresequenz kodierend für Glycinin
A-1a-B-x subunit aus des Sojabohne (GenBank Acc.-No.: M36686)
- 20. SEQ ID NO: 20
Proteinsequenz kodierend für Glycinin
A-1a-B-x subunit aus des Sojabohne
- 21. SEQ ID NO: 21
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
Glycinin subunit G2 (GenBank Acc.-No.: X15122)
- 22. SEQ ID NO: 22
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
Glycinin subunit G2
- 23. SEQ ID NO: 23
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
A5A4B3 Glycinin subunits (GenBank Acc.-No.: X02626)
- 24. SEQ ID NO: 24
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
A5A4B3 Glycinin subunits
- 25. SEQ ID NO: 25
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
(G.max) Glycinin Speicherprotein subunit A3-B4 (GenBank Acc.-No.:
M10962)
- 26. SEQ ID NO: 26
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
(G.max) Glycinin Speicherprotein subunit A3-B4
- 27. SEQ ID NO: 27
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
Glycinin subunit G3 (GenBank Acc.-No.: X15123)
- 28. SEQ ID NO: 28
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
Glycinin subunit G3
- 29. SEQ ID NO: 29
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sonnenblume
11S Speicherprotein (G3-D1) (GenBank Acc.-No.: M28832)
- 30. SEQ ID NO: 30
Proteinsequenz kodierend für Sonnenblume
11S Speicherprotein ( G3-D1)
- 31. SEQ ID NO: 31
Nukleinsäuresequenz kodierend für Raps (B.napus)
Napin (GenBank Acc.-No.: J02586)
- 32. SEQ ID NO: 32
Proteinsequenz kodierend für Raps (B.napus)
Napin
- 33. SEQ ID NO: 33
Nukleinsäuresequenz kodierend für Brassica
juncea 2S Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X65040)
- 34. SEQ ID NO: 34
Proteinsequenz kodierend für Brassica
juncea 2S Speicherprotein
- 35. SEQ ID NO: 35
Nukleinsäuresequenz kodierend für Brassica
oleracea 2S Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X65038)
- 36. SEQ ID NO: 36
Proteinsequenz kodierend für Brassica
oleracea 2S Speicherprotein
- 37. SEQ ID NO: 37
Nukleinsäuresequenz kodierend für Brassica
napus cv. Topas Napin (GenBank Acc.-No.: U04945)
- 38. SEQ ID NO: 38
Proteinsequenz kodierend für Brassica
napus cv. Topas Napin
- 39. SEQ ID NO: 39
partielle Nukleinsäuresequenz kodierend für Sinapis
alba sin1 Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X91799)
- 40. SEQ ID NO: 40
partielle Proteinsequenz kodierend für Sinapis
alba sin1 Speicherprotein
- 41. SEQ ID NO: 41
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
(Glycine max) napin-type 2S Albumin 1 (GenBank Acc.-No.: U71194)
- 42. SEQ ID NO: 42
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
(Glycine max) napintype 2S Albumin 1
- 43. SEQ ID NO: 43
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sojabohne
(Glycine max) 2S Albumin (GenBank Acc.-No.: AF005030)
- 44. SEQ ID NO: 44
Proteinsequenz kodierend für Sojabohne
(Glycine max) 2S Albumin
- 45. SEQ ID NO: 45
Nukleinsäuresequenz kodierend für Brassica
nigra 2S Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X65039)
- 46. SEQ ID NO: 46
Proteinsequenz kodierend für Brassica
nigra 2S Speicherprotein
- 47. SEQ ID NO: 47
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sinapis
alba sin5 Speicherprotein (GenBank Acc.-No.: X91798)
- 48. SEQ ID NO: 48
Proteinsequenz kodierend für Sinapis
alba sin5 Speicherprotein
- 49. SEQ ID NO: 49
Nukleinsäuresequenz kodierend für Sonnenblume
HaG5 2 S Albumin (GenBank Acc.-No.: X06410)
- 50. SEQ ID NO: 50
proteinsequenz kodierend für Sonnenblume
HaGS 2 S Albumin
- 51. SEQ ID NO: 51
partielle Nukleinsäuresequenz kodierend für Sonnenblume
(Helianthus annuus) 2S Albumin (GenBank Acc.-No.: X76101)
- 52. SEQ ID NO: 52
partielle Proteinsequenz kodierend für Sonnenblume
(Helianthus annuus) 2S Albumin
- 53. – 104:
SEQ
ID NO: 51 – 104
Sequenzmotive aus verschiedenen Speicherproteinklassen
- 105. SEQ ID NO: 105
Nukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 12S Speicherprotein AtCru3
(Insert von Vektor pCR2.1-AtCRU3-RNAi)
- 106. SEQ ID NO: 106
Ribonukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 12S Speicherprotein AtCru3
- 107. SEQ ID NO: 107
Nukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 12S Speicherprotein AtCra1
- 108. SEQ ID NO: 108
Ribonukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 12S Speicherprotein AtCra1
- 109. SEQ ID NO: 109
Nukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 2S Speicherprotein At2S2
- 110. SEQ ID NO: 110
Ribonukleinsäuresequenz kodierend für dsRNA
zur Suppression von Arabidopsis thaliana 2S Speicherprotein At2S2
- 111. SEQ ID NO: 111
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana 12S Cruciferin Speicherprotein (ATCRU3; GenBank Acc.-No.:
U66916)
- 112. SEQ ID NO: 112
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana 12S Cruciferin Speicherprotein (ATCRU3)
- 113. SEQ ID NO: 113
Nukleinsäuresequenz kodierend für A.thaliana
12S Speicherprotein (CRa1; GenBank Acc.-No.: M37247)
- 114. SEQ ID NO: 114
Proteinsequenz kodierend für A.thaliana
12S Speicherprotein (CRa1)
- 115. SEQ ID NO: 115
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana 12S Speicherprotein AT5g44120/MLN1_4 (GenBank Acc.-No.:
AY070730)
- 116. SEQ ID NO: 116
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana 12S Speicherprotein AT5g44120/MLN1_4
- 117. SEQ ID NO: 117
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
12S Speicherprotein (CRB; GenBank Acc.-No.: X14313; M37248)
- 118. SEQ ID NO: 118
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
12S Speicherprotein (CRB)
- 119. SEQ ID NO: 119
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana putatives 12S Speicherprotein (aus GenBank Acc.-No.: AC003027)
- 120. SEQ ID NO: 120
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana putatives Speicherprotein (Protein_id = "AAD10679.1)
- 121. SEQ ID NO: 121
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana Cruciferin 12S Spwicherprotein (At1g03890) (GenBank Acc.-No.:
AY065432)
- 122. SEQ ID NO: 122
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana Cruciferin 12S Speicherprotein (At1g03890)
- 123. – 131:
SEQ
ID NO: 123 – 131
Sequenzmotive aus Nukleinsäuresequenzen
verschiedener Speicherproteinklassen
- 132. SEQ ID NO: 132
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana Prohibitin 1 (Atphb1) (GenBank Acc.-No.: U66594)
- 133. SEQ ID NO: 133
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana Prohibitin 1 (Atphb1)
- 134. SEQ ID NO: 134 Oligonukleotidprimer OPN1
- 135. SEQ ID NO: 135 Oligonukleotidprimer OPN2
- 136. SEQ ID NO: 136 Oligonukleotidprimer OPN3
- 137. SEQ ID NO: 137 Oligonukleotidprimer OPN4
- 138. SEQ ID NO: 138 Oligonukleotidprimer OPN5
- 139. SEQ ID NO: 139 Oligonukleotidprimer OPN6
- 140. SEQ ID NO: 140 Oligonukleotidprimer OPN7
- 141. SEQ ID NO: 141 Oligonukleotidprimer OPN8
- 142. SEQ ID NO: 142 Oligonukleotidprimer OPN9
- 143. SEQ ID NO: 143 Oligonukleotidprimer OPN10
- 144. SEQ ID NO: 144
Nukleinsäuresequenz kodierend für sRNAi4-dsRNA
zur Suppression mehrerer Speicherproteine
- 145. SEQ ID NO: 145
Ribonukleinsäuresequenz kodierend für sRNAi4-dsRNA
zur Suppression mehrerer Speicherproteine
- 146. SEQ ID NO: 146
Nukleinsäuresequenz kodierend für sRNAi8-dsRNA
zur Suppression mehrerer Speicherproteine
- 147. SEQ ID NO: 147
Ribonukleinsäuresequenz kodierend für sRNAi8-dsRNA
zur Suppression mehrerer Speicherproteine
- 148. SEQ ID NO: 148 Oligonukleotidprimer OPN11
- 149. SEQ ID NO: 149 Oligonukleotidprimer OP12
- 150. SEQ ID NO: 150 Oligonukleotidprimer OPN13
- 151. SEQ ID NO: 151 Oligonukleotidprimer OPN15
- 152. SEQ ID NO: 152 Oligonukleotidprimer OPN16
- 153. SEQ ID NO: 153 Oligonukleotidprimer OPN17
- 154. SEQ ID NO: 154
Nukleinsäuresequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana "globulin-like
protein" (GenBank
Acc.-No.: NM_119834)
- 155. SEQ ID NO: 155
Proteinsequenz kodierend für Arabidopsis
thaliana "globulin-like Protein" (Protein_id = "NP_195388.1)
- 156. SEQ ID NO: 156
Nukleinsäuresequenz kodierend für Glycine
max 7S Samenglobulin (GenBank Acc.-No.: U59425)
- 157. SEQ ID NO: 157
Proteinsequenz kodierend für für Glycine
max 7S Samenglobulin
- 158. SEQ ID NO: 158
Nukleinsäuresequenz kodierend für Zea mays
19kD Zein (GenBank Acc.-No.: E01144)
- 159. SEQ ID NO: 159
Proteinsequenz kodierend für Zea mays
19kD Zein
- 160. SEQ ID NO: 160
Nukleinsäuresequenz kodierend für Zea mays
19kD alpha Zein B1 (GenBank Acc.-No.: AF371269)
- 161. SEQ ID NO: 161
Proteinsequenz kodierend für Zea mays
19kD alpha Zein B1
- 162. SEQ ID NO: 162
Nukleinsäuresequenz kodierend für Zea mays
19kD alpha Zein B2 (GenBank Acc.-No.: AF371270)
- 163. SEQ ID NO: 163
Proteinsequenz kodierend für Zea mays
19kD alpha Zein B2
- 164. SEQ ID NO: 164
Nukleinsäuresequenz kodierend für Zea mays
22kD alpha-zein (GenBank Acc.-No.: X61085)
- 165. SEQ ID NO: 165
Proteinsequenz kodierend für Zea mays
22kD alpha-zein
- 166. SEQ ID NO: 166
Nukleinsäuresequenz kodierend für Oryza
sativa Prolamin (GenBank Acc.-No.: AB016503)
- 167. SEQ ID NO: 167
Proteinsequenz kodierend für Oryza
sativa Prolamin
- 168. SEQ ID NO: 168
Nukleinsäuresequenz kodierend für A.sativa
Avenin (GenBank Acc.-No.: M38446)
- 169. SEQ ID NO: 169
Proteinsequenz kodierend für A.sativa
Avenin
- 170. SEQ ID NO: 170
Nukleinsäuresequenz kodierend für Hordeum
vulgare C-Hordein (GenBank Acc.-No.: M36941)
- 171.5EQ ID NO: 171
Proteinsequenz Teil 1 kodierend für Hordeum
vulgare C-Hordein
- 172. SEQ ID NO: 172
Proteinsequenz Teil 2 kodierend für Hordeum
vulgate C-Hordein
- 173. SEQ ID NO: 173
Nukleinsäuresequenz kodierend für Triticum
aestivum LMW Glutenin-1D1 (GenBank Acc.-No.: X13306)
- 174. SEQ ID NO: 174
Proteinsequenz kodierend für Triticum
aestivum LMW Glutenin-1D1
- 175. SEQ ID NO: 175
Expressionskassette für Arabidosis
thaliana ACCase (GenBank Acc.-No.: D34630) als Fusionsprotein mit der
plastidären
Signalsequenz der Transketolase aus Tabak unter Kontrolle des Napin-Promotors
- 176. SEQ ID NO: 176
Proteinsequenz kodierend ein Fusionsprotein
aus der Arabidosis thaliana ACCase (GenBank Acc.-No.: D34630) und
der plastidären
Signalsequenz der Transketolase aus Tabak
- 177. SEQ ID NO: 177
Nukleotidsequenz kodierend für Arabidosis
thaliana ACCase (GenBank Acc.-No.: D34630) als Fusionsprotein mit
der plastidären
Signalsequenz der Transketolase aus Tabak unter Kontrolle des Napin-Promotors
- 178. SEQ ID NO: 178
Binärer
Expressionsvektor für
Agrobakterium vermittelte Pflanzentransformation pSUN2-USP1,2,3.
- 179. SEQ ID NO: 179
Binärer
Expressionsvektor für
Agrobakterium vermittelte Pflanzentransformation pSUN2-USP.
-
Abbildungen
-
1. 1a–1b: Alignment von Brassica
2S Albuminen Angegeben sind die für die einzelnen Speicherproteinen
kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mit ihren jeweiligen GenBank Acc.-No.:
J02586 Brassica napus
2S Albumin (SEQ ID NO: 31)
X65040 Brassica juncea 2S Albumin
(SEQ ID NO: 33)
X65038 Brassica oleracea 2S Albumin (SEQ ID
NO: 35)
U04945 Brassica napus cv. Topas 2S Albumin (SEQ ID
NO: 37)
X91799 Sinapis alba 25 Albumin (SEQ ID NO: 39)
-
2.
2:
Alignment von Soja (Glycine max) 2S Albuminen Angegeben sind die
für die
einzelnen Speicherproteinen kodierenden Nukleinsäuresequenzen mit ihren jeweiligen
GenBank Acc.-No.:
-
3.
3a–
3b: Alignment von Brassica
nigra, Sinapis alba und Helianthus annuus 2S Albuminen.
Angegeben
sind die für
die einzelnen Speicherproteinen kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mit ihren jeweiligen GenBank Acc.-No.:
-
4. 4a–4b: Alignment von Helianthus
annuus 25 Albuminen.
Angegeben sind die für die einzelnen Speicherproteinen
kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mit ihren jeweiligen GenBank Acc.-No.:
-
-
5. 5:
Alignment von Arabidopsis thaliana 2S Albuminen.
Angegeben
sind die für
die einzelnen Speicherproteinen kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mit ihren jeweiligen GenBank Acc.-No.:
-
-
6.
6a–
6c: DNA-Alignment von Brassica
napus 11S Speicher proteinen
Angegeben sind die für die einzelnen
Speicherproteinen kodierenden Nukleinsäuresequenzen mit ihren jeweiligen
GenBank Acc.-No.:
(sequence
ID from soybean 11S storage proteins after alignement)
-
7. 7a–7c: DNA-Alignment von Soja
11S Speicherproteinen Angegeben sind die für die einzelnen Speicherproteinen
kodierenden Nukleinsäuresequenzen
mit ihren jeweiligen GenBank Acc.-No.:
-
-
8. 8:
Ergebnisse der Messung des Lipidgehalts (TAG) in T3 Samen transgener
Arabidopsis Pflanzen, die mit dem Konstrukt Napin-TK-AtACCase transformiert
wurden. Samen von jeweils 10 individuellen T2 Pflanzen pro unabhängiger transgener
Linie wurden wie in Beispiel 9 beschrieben gemessen. Die Menge an TAG
in Prozent entspricht dem Anteil an der Gesamtmasse des Trockengewichts
der Samen. Wt bezeichnet die nicht-transformierte Kontrolle, 5L,
3L, 12L und 1L sind die unabhängigen
transgenen Linien. Die Federbalken beschreiben. den Standardfehler
aus allen gemessenen Werten.
-
9. 9:
Schematische Darstellung der Speicherprotein-Suppressionskonstrukte.
- A: Insert (1155 bp) aus Vektor pCR2.1-AtCRU3-RNAi
(5025 bp) kodierend für
eine die AtCru3-Expression supprimierende dsRNA.
- B: Insert aus Vektor pCR2.1-sRNAi4 (1) und pCR2.1-sRNAi8 (2)
kodierend für
eine die AtCru3-, AtCRB und At2S3-Expression supprimierende dsRNA.
In den beiden Konstrukten sind die "sense"-RNA-Stränge und "antisense"-RNA-Stränge für die einzelnen zu supprimierenden
Ziele unterschiedlich angeordnet. Schraffierte Bereiche stellen
Intronsequenzen (Linker) dar.
-
Beispiele
-
Allgemeine Methoden:
-
Alle Chemikalien, wenn nicht anders
erwähnt,
stammen von den Firmen Fluka (Buchs), Merck (Darmstadt), Roth (Karlsruhe),
Serva (Heidelberg) und Sigma (Deisenhofen). Restriktionsenzyme,
DNA-modifizierende
Enzyme und Molekularbiologie-Kits wurden von den Firmen Amersham-Pharmacia
(Freiburg), Biometra (Göttingen),
Roche (Mannheim), New England Biolabs (Schwalbach), Novagen (Madison,
Wisconsin, USA), Perkin-Elmer (Weiterstadt), Qiagen (Hilden), Stratagen
(Amsterdam, Niederlande), Invitrogen (Karlsruhe) und Ambion (Cambridgeshire,
United Kingdom). Die verwendeten Reagenzien wurden entsprechend
der Angaben des Herstellers eingesetzt.
-
Die chemische Synthese von Oligonukleotiden
kann beispielsweise, in bekannter Weise, nach der Phosphoamiditmethode
(Voet, Voet, 2. Auflage, Wiley Press New York, Seite 896 – 897) erfolgen.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführten Klonierungsschritte
wie z.B. Restriktionsspaltungen, Agarosegelelektrophorese, Reinigung
von DNA-Fragmenten, Transfer von Nukleinsäuren auf Nitrozellulose und
Nylonmembranen, Verknüpfen
von DNA-Fragmenten, Transformation von E. coli Zellen, Anzucht von
Bakterien, Vermehrung von Phagen und Sequenzanalyse rekombinanter
DNA werden wie bei Sambrook et al. (1989) Cold Spring Harbor Laboratory
Press; ISBN 0-87969-309-6 beschrieben durchgeführt. Die Sequenzierung rekombinanter
DNA-Moleküle
erfolgt mit einem Laserfluoreszenz-DNA-Sequenzierer der Firma ABI
nach der Methode von Sanger (Sanger et al. (1977) Proc Natl Rcad
Sci USA 74: 5463 – 5467).
-
Beispiel 1: Allgemeine
Verfahren
-
Die Pflanze Arabidopsis thaliana
repräsentiert
ein Mitglied der höheren
Pflanzen (Samenpflanzen). Diese Pflanze ist eng verwandt mit anderen
Pflanzenarten aus der Familie der Cruciferen wie z.B. Brassica napus,
aber auch mit anderen Pflanzenfamilien der Dikotyledonen. Aufgrund
des hohen Grades an Homologie ihrer DNA-Sequenzen bzw. Polypeptidsequenzen
kann Arabidopsis thaliana als Modellpflanze für andere Pflanzenarten eingesetzt
werden.
- a) Anzucht von Arabidopsis Pflanzen
Die
Pflanzen werden entweder auf Murashige-Skoog Medium mit,5 % Saccharose
(Ogas et al. (1997) Science 277: 91 – 94) oder auf Erde gezogen
(Focks & Benning
(1998) Plant Physiol 118: 91-101). Um einheitliche Keimungs- und
Blühzeiten
zu erreichen, werden die Samen nach Ausplattieren bzw. Ausstreuen auf
Erde zwei Tage bei 4°C
stratifiziert. Nach der Blüte
werden die Schoten markiert. Entsprechend der Markierungen werden
dann Schoten mit einem Alter von 6 bis 20 Tagen nach der Blüte geerntet.
- b) Isolierung von total RNA und poly-A+ RNA
aus Pflanzen
Für
die Herstellung von Suppressionskonstrukten wird RNA bzw. polyA+ RNA isoliert. RNA wurde aus Schoten von
Arabidopsis Pflanzen nach folgender Vorschrift isoliert: Schotenmaterial
im Alter von 6 bis 20 Tage nach Blühte wurde geerntet und in flüssigem Stickstoff
schockgefroren. Das Material wurde vor der weiteren Verwendung bei
-80°C gelagert.
75 mg des Materials wurde im gekühlten
Mörser
zu einem feinem Pulver gemahlen und mit 200 μL des Lysis-Puffers aus dem
Ambion RNA-queos-Kit
versetzt. Die Isolierung der totalen RNA wurde dann nach Herstellerangaben
durchgeführt.
Die RNA wurde mit 50 μL
Elutionspuffer (Ambion) eluiert und die Konzentration durch Absorption
einer 1 zu 100 verdünnten
Lösung
am Photometer (Eppendorf) bei 260 nm bestimmt. 40 μg/ml RNA
entspricht dabei einer Absorption von 1. Die RNA-Lösungen wurden
mit RNAse freiem Wasser auf eine Konzentration von 1 μg/μL eingestellt.
Die Konzentrationen wurden durch Agarosegelelektrophorese überprüft. Zur
Isolierung von polyA+ RNA wurde oligo(dT)-Zellulose von Amersham
Pharmacia nach Herstellerangaben verwendet. RNA bzw. polyA+ RNA wurde bei -70°C gelagert.
- c) Konstruktion der cDNA-Bank
Zur Konstruktion der cDNA-Bank
aus Arabidopsis Schoten-RNA wurde die Erststrangsynthese unter Verwendung
von Reverser Transkriptase aus Maus-Leukämie-Virus (Clontech) und Oligo-d(T)-Primern, die Zweitstrangsynthese
durch Inkubation mit DNA-Polymerase I, Klenow-Enzym und RNAse H-Spaltung
bei 12°C
(2 Std.), 16°C
(1 Std.) und 22°C
(1 Std.) erzielt. Die Reaktion wurde durch Inkubation bei 65°C (10 min)
gestoppt und anschließend
auf Eis überführt. Doppelsträngige DNA-Moleküle wurde
mit T4-DNA-Polymerase (Roche, Mannheim) bei 37°C (30 min) mit glatten Enden
versehen. Die Nukleotide wurden durch Phenol/Chloroform-Extraktion
und Sephadex-G50-Zentrifugiersäulen
entfernt. EcoRI/XhoI-Adapter (Pharmacia, Freiburg, Deutschland)
wurden mittels T4-DNA-Ligase (Roche, 12°C, über Nacht) an die cDNA-Enden
ligiert, mit XhoI nachgeschnitten und durch Inkubation mit Polynukleotidkinase
(Roche, 37°C,
30 min) phosphoryliert. Dieses Gemisch wurde der Trennung auf einem
Low-Melting-Agarose-Gel unterworfen. DNA-Moleküle über 300 Basenpaaren wurden
aus dem Gel eluiert, Phenol-extrahiert, auf Elutip-D-Säulen (Schleicher
und Schüll,
Dassel, Deutschland) konzentriert und an Vektorarme ligiert und
in lambda-ZAPII-Phagen oder lambda-ZAP-Express-Phagen unter Verwendung
des Gigapack Gold-Kits (Stratagene, Amsterdam, Niederlande) verpackt,
wobei Material des Herstellers verwendet und seine Anweisungen befolgt
wurden.
- d) Isolierung von genomischer DNA aus Pflanzen wie Arabidopsis
thaliana oder Brassica napus (CTAB-Methode)
Zur Isolierung
genomischer DNA aus Pflanzen wie Arabidopsis thaliana oder Brassica
napus werden ca. 0,25 g Blattmaterial junger Pflanzen im vegetativen
Stadium in flüssigem
Stickstoff zu feinem Pulver gemörsert.
Das pulverisierte Pflanzenmaterial wird zusammen mit 1 ml 65°C-warmem
CTAB I-Puffer (CTAB: Hexadecyltrimethylammoniumbromid, auch genannt
Cetyltrimethylammoniumbromid; Sigma Kat.-Nr.: H6269) und 20 μl β-Mercaptoethanol
in einen vorgewärmten
zweiten Mörser
gegeben und nach vollständiger
Homogenisierung wird der Extrakt in ein 2 ml Eppendorf-Gefäß überführt und
für 1 h
bei 65°C
unter regelmäßiger, vorsichtiger
Durchmischung inkubiert. Nach Abkühlung auf Raumtemperatur wird
der Ansatz mit 1 ml Chloroform/Octanol (24: 1, mit 1M Tris/HCl,
pH 8,0 ausgeschüttelt)
durch langsames Invertieren extrahiert und zur Phasentrennung für 5 min
bei 8,500 rpm (7,500 × g)
und Raumtemperatur zentrifugiert. Anschließend wird die wässrige Phase
erneut mit 1 ml Chloroform/Octanol extrahiert, zentri fugiert und
durch Invertieren mit 1/10 Volumen auf 65°C vorgewärmtem CTAB II-Puffer sorgfältig gemischt.
Anschließend
wird der Ansatz durch vorsichtiges Schwenken mit 1 ml Chloroform/Octanol-Gemisch
(siehe oben) versetzt und zur erneuten Phasentrennung für 5 min
bei 8,500 rpm (7,500 × g)
und Raumtemperatur zentrifugiert. Die wässrige untere Phase wird in
ein frisches Eppendorf-Gefäß überführt und
die obere organische Phase wird in einem frischen Eppendorf-Gefäß erneut
für 15
min bei 8,500 rpm (7,500 × g)
und Raumtemperatur zentrifugiert. Die hieraus resultierende wässrige Phase
wird mit der wässrigen
Phase des vorherigen Zentrifugationsschrittes vereinigt und der
gesamte Ansatz mit exakt demselben Volumen vorgewärmtem CTAB III-Puffer
versetzt. Es folgt eine Inkubation bei 65°C, bis die DNA in Flocken ausfällt. Dies
kann bis zu 1 h dauern oder durch Inkubation bei 37°C über Nacht
erfolgen. Das aus dem anschließenden
Zentrifugationsschritt (5 min, 2000 rpm (500 × g), 4°C) resultierende Sediment wird
mit 250 μl
auf 65°C
vorgewärmtem CTAB
IV-Puffer versetzt und für
mindestens 30 min bzw. bis zur vollständigen Auflösung des Sediments bei 65°C inkubiert.
Anschließend
wird die Lösung
zur Fällung
der DNA mit 2,5 Volumina eiskaltem Ethanol vermischt und für 1h bei
-20°C inkubiert.
Alternativ kann der Ansatz mit 0.6 Volumina Isopropanol vermischt und
ohne weitere Inkubation sofort für
15 min bei 8,500 rpm (7,500 × g)
und 4°C
zentrifugiert werden. Die sedimentierte DNA wird durch Invertieren
des Eppendorf-Gefäßes zweimal
mit je 1 ml 80%igem eiskaltem Ethanol gewaschen, nach jedem Waschschritt
erneut zentrifugiert (5 min, 8,500 rpm (7,500 × g), 4°C) und anschließend für ca. 15
min luftgetrocknet. Abschließend
wird die DNA in 100 μl
TE mit 100 μg/ml
RNase resuspendiert und für
30 min bei Raumtemperatur inkubiert. Die DNA Lösung ist nach einer weiteren
Inkubationsphase über
Nacht bei 4°C
homogen und kann für
weiterführende
Experimente verwendet werden.
Lösungen für CTAB:
Lösung I (für 200 ml):
100
mM Tris/HCl pH 8,0 (2,42 g)
1,4 M NaCl (16,36 g)
20 mM
EDTA (8,0 ml von 0,5 M Stammlösung)
2
% (w/v) CTAB (4,0 g)
Jeweils vor der Verwendung werden frisch
zugesetzt: 2 % β-Mercaptoethanol
(20 μl für 1 ml Lösung I).
Lösung II
(für 200
ml):
0,7 M NaCl (8,18 g)
10 % (w/v) CTAB (20 g)
Lösung III
(für 200
ml):
50 mM Tris/HCl pH 8,0 (1,21 g)
10 mM EDTA (4 ml 0,5
M von 0,5 M Stammlösung)
1
% (w/v) CTAB (2,0 g)
Lösung
IV (High-salt TE) (für
200 ml):
10 mM Tris/ HCl pH 8,0 (0,242 g)
0,1 mM EDTA
(40 μl 0.5
M Stammlösung)
1
M NaCl (11, 69 g)
Chloroform/Octanol (24:1) (für 200 ml):
192
ml Chloroform
8 ml Octanol
Die Mischung wird 2× mit 1
M TrisHCl pH 8,0 ausgeschüttelt
und vor Licht geschützt
gelagert.
-
Beispiel 2: Herstellung
von Suppressionskonstrukten
-
Ausgehend von der genomischer Arabidopsis
thaliana DNA oder cDNA wurden über
PCR mittels der aufgeführten
Oligonukleotide folgende Fragmente von Speicherproteinsequenzen
amplifiziert. Dabei kam nachfolgendes PCR Protokoll zum Einsatz:
Zusammensetzung
des PCR-Ansatzes (50 μL):
5,00 μL Template
cDNA oder genomische DNA (ca. 1 μg)
5,00 μL 10× Puffer
(Advantage-Polymerase) + 25 mM MgCl2
5,00 μL 2mM dNTP
1,25 μL je Primer
(10 pmol/μL)
0,50 μL Advantage-Polymerase
(Clontech)
-
PCR-Programm: Anfangsdenaturierung
für 2 min
bei 95°C,
dann 35 Zyklen mit 45 sec 95°C,
45 sec 55°C
und 2 min 72°C.
Abschließende
Extension von 5 min bei 72°C.
- a) Suppressionskonstrukt für Arabidopsis thaliana 12S
Speicherprotein AtCRU3 (SEQ ID NO: 111 bzw. 112; GenBank Acc.-No:
U66916):
Für
die den sense-Strang der dsRNA und den Linker kodierende Sequenz
wurde aus genomischer Arabidopsis thaliana DNA mit nachfolgendem
Oligonukleotid-Primerpaar ein Exonbereich mit dem vollständigen anschließenden Intron
einschließlich
der an das Intron anschließenden
Spleiß-Akzeptorsequenz
(Basenpaar 1947 bis 2603 der Sequenz mit der GenBank Acc.-No: U66916)
amplifiziert:
ONP1 (SEQ ID NO: 134):
5'-ATRAGAATGCGGCCGCGTGTTCCATTTGGCCGGAAACAAC-3'
ONP2 (SEQ ID
NO: 135):
5'-CCCGGATCCTTCTGTAACATTTGACAAAACATG-3'
Das PCR-Produkt
wurden in den pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben
kloniert, resultierend in dem pCR2.1-1 Vektor und die Sequenz überprüft.
- Für
die den antisense-Strang der dsRNA kodierende Sequenz wurde aus
Arabidopsis thaliana cDNA lediglich das gleiche Exon wie oben (Basenpaar
1947 bis 2384) mit dem nachfolgenden Primerpaar amplifiziert:
ONP3
(SEQ ID NO: 136):
5'ATAAGAATGCGGCCGCGTGTTCCATTTGGCCGGAAACAAC-3'
ONP4 (SEQ ID
NO: 137):
5'ATAAGAATGCGGCCGCGGATCCACCCTGGAGAACGCCACGAGTG-3'
Das PCR-Produkt
wurden in den pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben
kloniert, resultierend in dem pCR2.l-2 Vektor und die Sequenz überprüft.
0,5 μg von Vektor
pCR2.l-1 wurden mit dem Restriktionsenzym BamHI (New England Biolabs)
für 2 Stunden
nach Herstellerangaben inkubiert und dann für 15 min mit alkalischer Phosphatase
(New England Biolabs) dephosphoryliert. Der so präparierte
Vektor (1 μL)
wurde dann mit dem aus Vektor pCR2.1-2 gewonnenen Fragment ligiert.
Dazu wurden 0,5 μg
von Vektor pCR2.1-2 2 Stunden mit BamHI (New England Biolabs) verdaut
und die DNA-Fragmente per Gelelektorphorese aufgetrennt. Das neben
dem Vektor (3,9 kb) entstandene 489 by große Stück wurde aus dem Gel ausgeschnitten
und mit dem "Gelpurification"-Kit (Qiagen) nach
Herstellerangaben aufgereinigt und mit 50 μL Elutionspuffer eluiert. 10 μL des Eluats
wurden mit Vektor pCR2.1-1 (s.o.) über Nacht bei 16°C ligiert
(T4 Ligase, New England Biolabs). Die Ligationsprodukte wurden dann
in TOP10 Zellen (Stratagene) nach Herstellerangaben transformiert
und entsprechend selektioniert. Positive Klone wurden mit dem Primerpaar
ONP1 und ONP2 durch PCR verifiziert. Der erhaltene Vektor pCR2.1-AtCRU3-RNAi
wurde dann für
2 Stunden mit NotI (New England Biolabs) inkubiert, mit Klenow-Fragment "geblunted" und die DNA-Fragmente über Gelelektorphorese
analysiert. Das 1155 by große
Fragment wurde dann in den mit StuI geschnittenen, dephosphorylierten
binären
Vektor pSUN2-USP1,2,3 (SEQ ID NO: 178; siehe Beispiel 5) ligiert.
Bei dem Vektor pSUN2-USP1,2,3 handelt es sich um ein Derivat des
Vektors pPZP111 ((Hajdukiewicz, P et al. 1994 plant Mol Biol 25:
989 – 994),
in dem drei Expressionskassetten, jeweils unter Kontrolle des USP-Promotors,
vorliegen.
Vektoren mit der gewünschten Orientierung des Inserts
wurden mittels Restriktionsverdau und Sequenzierung ermittelt. Das
entstehende Konstrukt trägt
die Bezeichnung pSUN2-USP-RNAi-a. Die für die dsRNA kodierende Nukleinsäuresequenz
ist durch SEQ ID NO: 105 beschrieben.
- b) Suppressionskonstrukt für
Arabidopsis thaliana 12S Speicherprotein AtCRB (SEQ ID NO: 117 bzw.
118; GenBank Acc.-No: X14313; M37248):
Für die den sense-Strang und
antisense-Strang der dsRNA wurde mit nachfolgendem Oligonukleotid-Primerpaar
ein Exonbereich (Basenpaar 601 bis 1874 der Sequenz mit der GenBank
Acc.-No: M37248) aus Arabidopsis thaliana cDNA amplifiziert:
ONP5
(SEQ ID NO: 138):
5'ATAAGAATGCGGCCGCGGATCCCTCAGGGTCTTTTCTTGCCCACT-3'
ONP6 (SEQ ID
NO: 139):
5'-CCGCTCGAGTTTACGGATGGAGCCACGAAG-3'
Das PCR-Produkt
wurde in den pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben kloniert,
resultierend in dem pCR2.1-3 Vektor und die Sequenz überprüft.
Für den als
Linker fungierenden Bereich wurde aus Arabidopsis thaliana genomischer
DNA ein Intron mit den entsprechenden Spliceakzeptor und -donorsequenzen
der flankierenden Exons (Basenpaar 1874 bis 2117 der Sequenz mit
der GenBank Acc.-No: M37248) mit dem nachfolgenden Primerpaar amplifiziert:
ONP7
(SEQ ID NO: 140):
5'-CCGCTCGAGGTAAGCTCAACAAATCTTTAG-3'
ONP8 (SEQ ID
NO: 141): 5'-ACGCGTCGACGCGTTCTGCGTGCAAGATATT-3'
Das PCR-Produkt
wurden in den pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben
kloniert, resultierend in dem pCR2.1-4 Vektor und die Sequenz überprüft.
Das
Konstrukt für
AtCRB wurde in einer ähnlichen
Strategie wie für
AtCRU3 erläutert,
erstellt. Vektor pCR2.1-3 wurde mit mit XhoI (New England Biolabs)
für 2 Stunden
inkubiert und dephosphoryliert (alkalische Phosphatase, New England
Biolabs). Vektor pCR2.1-4 wurde ebenfalls mit XhoI in derselben
Weise inkubiert und die Gelfragmente per Gelelektrophorese aufgetrennt.
Die entsprechenden Fragmente wurden in der unter AtCRU3 beschriebenen
Art und Weise aufgereinigt und ligiert, resultierend nach Bakterientransformation
in dem Vektor pCR2.1-AtCRB Exon/Intron. Dieser Vektor wurde für 2 Stunden
mit XbaI (NEB), anschließend
für 15
min mit Klenow-Fragment (NEB), dann für 2 Stunden mit SalI inkubiert
und zuletzt 15 min mit alkalischer Phosphatase (NEB) behandelt.
Parallel wurde der Vektor pCR2.1-3 mit BamHI (NEB), dann 15 min
mit Klenow-Fragment und anschließend 2 Stunden mit XhoI (NEB)
inkubiert. Das Exon-Fragment von AtCRB wurde nach Gelelektrophorese
isoliert, gereinigt und zur Ligation eingesetzt. Beide Fragmente
wurden dann ligiert und der Vektor pCR2.1-AtCRB-RNAi resultierte.
- Der erhaltene Vektor pCR2.1-AtCRB-RNAi wurde dann für 2 Stunden
mit HindIII und PvuI verdaut und 15 min mit Klenow-Fragment inkubiert
(blunten). Das ausgeschnittene Fragment wurde über Gelelektorphorese isoliert
und dann für
die Ligation eingesetzt. Das entsprechende Fragment wurde dann in
den mit EcoRV geschnittenen, dephosphorylierten Vektor pSUN2-USP-RNAi-a
(siehe oben) ligiert. Vektoren mit der gewünschten Orientierung des Inserts
wurden mittels. Restriktionsverdau und Sequenzierung ermittelt.
Das entstehende Konstrukt trägt
die Bezeichnung pSUN2-USP-RNAi-b. Die für die dsRNA kodierende Nukleinsäuresequenz
ist durch SEQ ID NO: 107 beschrieben.
- c) Suppressionskonstrukt für
Arabidopsis thaliana 2S Speicherprotein At2S3 (SEQ ID NO: 3 bzw.
4; GenBank Acc.-No: M22035): Für
die den sense-Strang und antisense-Strang der dSRNA wurde aus Arabidopsis
thaliana cDNA mit nachfolgendem Oligonukleotid-Primerpaar ein Exonbereich
(Basenpaar 212 bis 706 der Sequenz mit der GenBank Acc.-No: M22035)
amplifiziert:
ONP9 (SEQ ID NO: 142):
5'-ATAAGAATGCGGCCGCGGATCCATGGCTAACAAGCTCTTCCTCGTC-3'
ONP10 (SEQ
ID NO: 143): 5'-ATAAGAATGCGGCCGCGGATCCCTAGTAGTAAGGAGGGAAGAAAG-3'
Das PCR-Produkt
wurden in den pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben
kloniert, resultierend in dem pCR2.1-5 Vektor und die Sequenz überprüft.
- Für
den als Linker fungierenden Bereich wurde das gleiche Intron wie
unter b) mit den Primern OPN 7 und OPN 8 amplifiziert eingesetzt.
- Das Konstrukt für
At2S3 wurde in einer ähnlichen
Strategie wie für
AtCRU3 erläutert,
erstellt. Vektor pCR2.1-5 wurde mit mit XhoI (New England Biolabs)
für 2 Stunden
inkubiert und dephosphoryliert (alkalische Phosphatase, New England
Biolabs). Vektor pCR2.1-3 wurde ebenfalls mit XhoI in derselben
Weise inkubiert und die Gelfragmente per Gelelektrophorese aufgetrennt.
Die entsprechenden Fragmente wurden in der unter AtCRU3 beschriebenen
Art und Weise aufgereinigt und ligiert, resultierend nach Bakterientransformation
in dem Vektor pCR2.1-At2S3 Exon/Intron. Dieser Vektor wurde für 2 Stunden
mit SalI (NEB), anschließend
für 15
min mit Klenow-Fragment (NEB)inkubiert und zuletzt 15 min mit alkalischer
Phosphatase (NEB) behandelt. Parallel wurde der Vektor pCR2.1-5
mit BamHI (NEB) und dann 15 min mit Klenow-Fragment inkubiert. Das
Exon-Fragment von At2S3 wurde nach Gelelektorphorese isoliert, gereinigt und
zur Ligation eingesetzt. Beide Fragmente wurden dann ligiert und
der Vektor pCR2.1-At2S3-RNAi resultierte.
- Der erhaltene Vektor pCR2.1-At2S3-RNAi wurde dann für 2 Stunden
mit HindIII und XbaI (New England Biolabs) verdaut und 15 min mit
Klenow-Fragment inkubiert (blunten). Das ausgeschnittene Fragment
wurde über
Gelelektorphorese isoliert und dann für die Ligation eingesetzt.
Das entsprechende Fragment wurde dann in den mit SmaI verdauten und
dephosphorylierten Vektor pSUN2-USP-RNAi-b (siehe oben) ligiert. Vektoren
mit der gewünschten
Orientierung des Inserts wurden mittels Restriktionsverdau und Sequenzierung
ermittelt. Das entstehende Konstrukt trägt die Bezeichnung pSUN2-USP-RNAi1.
Die für
die dsRNA kodierende Nukleinsäuresequenz
ist durch SEQ ID NO: 109 beschrieben.
-
Durch die oben erwähnten Klonierungsschritte
befinden sich alle drei Konstrukte AtCRU3, AtCRB und At2S3 im binären Vektor
pSUN2-USP 1,2,3 jeweils unter der Kontrolle des USP-Promotors (Bäumlein et
al. 1991, Mol Gen Genet 225(3): 459-67).
-
Beispiel 3: Plasmide für die Pflanzentransformation
-
Zur Pflanzentransformation können binäre Vektoren,
wie pBinAR verwendet werden (Höfgen
und Willmitzer (1990) Plant Science 66: 221 – 230). Die Konstruktion der
binären
Vektoren kann durch Ligation der cDNA in Sense- oder Antisense-Orientierung
in T-DNA erfolgen. 5' der
cDNA aktiviert ein Pflanzenpromotor die Transkription der cDNA.
Eine Polyadenylierungssequenz befindet sich 3' von der cDNA.
-
Die gewebespezifische Expression
lässt sich
unter Verwendung eines gewebespezifischen Promotors erzielen. Beispielsweise
kann die samenspezifische Expression erreicht werden, indem der
Napin- oder der LeB4-
oder der USP-Promotor 5' der
cDNA einkloniert wird. Auch jedes andere samenspezifische Promotorelement
kann verwendet werden. Zur konstitutiven Expression in der ganzen
Pflanzen lässt
sich der CaMV-35S-Promotor verwenden.
-
Ein weiteres Beispiel für einen
binären
Vektor ist der Vektor pSUN2-USP1,2,3, in welchen die Fragmente aus
Beispiel 2 kloniert wurden, sowie pSUN2-USP. Der Vektor pSUN2-USP
enthält
den USP-Promotor sowie
den OCS Terminator. pSUN2-USP1,2,3, enthält dreimal den USP-Promotor.
Die Fragmente aus Beispiel 2 wurden in die multiple Klonierungsstelle
der Vektors pSUN2-USP1,2,3 kloniert, um die samenspezifische Expression
der Suppressionskonstrukte zu ermöglichen.
-
Beispiel 4: Transformation
von Agrobacterium
-
Die Agrobacterium-vermittelte Pflanzentransformation
kann zum Beispiel unter Verwendung der Agrobacterium tumefaciens-Stämme GV3101
(pMP90) (Koncz und Schell (1986) Mol Gen Genet 204: 383 – 396) oder
LBA4404 (Clontech) durchgeführt
werden. Die Trans formation kann durch Standard-Transformationstechniken
durchgeführt
werden (Deblaere et al. (1984) Nucl Acids Res 13: 4777 – 4788).
-
Beispiel 5: Pflanzentransformation
-
Die Agrobacterium-vermittelte Pflanzentransformation
kann unter Verwendung von Standard-Transformations- und Regenerationstechniken
durchgeführt
werden (Gelvin, Stanton B., Schilperoort, Robert A., Plant Molecular
Biology Manual, 2. Aufl., Dordrecht: Kluwer Academic Publ., 1995,
in Sect., Ringbuc Zentrale Signatur: BT11-P ISBN 0-7923-2731-4;
Glick, Bernard R., Thompson, John E., Methods in Plant Molecular
Biology and Biotechnology, Boca Raton: CRC Press, 1993, 360 S.,
ISBN 0-8493-5164-2).
-
Die Transformation mittels Agrobacterium
von Arabidopsis thaliana wurde durch die Methode nach Bechthold
et al., 1993 (C.R. Acad. Sci. Ser. III Sci. Vie., 316, 1194 – 1199)
durchgeführt.
Beispielsweise kann Raps mittels Kotyledonen- oder Hypokotyltransformation
transformiert werden (Moloney et al., Plant Cell Report 8 (1989)
238 – 242;
De Block et al., Plant Physiol. 91 (1989) 694 – 701). Die Verwendung von
Antibiotika für
die Agrobacterium- und Pflanzenselektion hängt von dem für die Transformation
verwendeten binären
Vektor und Agrobacterium-Stamm ab. Die Rapsselektion wird gewöhnlich unter
Verwendung von Kanamycin als selektierbarem Pflanzenmarker durchgeführt.
-
Der Agrobacterium-vermittelte Gentransfer
in Lein (Linum usitatissimum) lässt
sich unter Verwendung von beispielsweise einer von Mlynarova et
al. (1994) Plant Cell Report 13: 282 – 285 beschriebenen Technik durchführen.
-
Die Transformation von Soja kann
unter Verwendung von beispielsweise einer in
EP-A-0 0424 047 (Pioneer
Hi-Bred International) oder in
EP-A-0 0397 687 ,
US 5,376,543 ,
US 5,169,770 (University Toledo) beschriebenen
Technik durchgeführt
werden.
-
Die Pflanzentransformation unter
Verwendung von Teilchenbeschuss, Polyethylenglycol-vermittelter DNA-Aufnahme
oder über
die Siliziumcarbonatfaser-Technik ist beispielsweise beschrieben
von Freeling und Walbot "The
maize handbook" (1993)
ISBN 3-540-97826-7, Springer Verlag New York).
-
Beispiel 6: Untersuchung
der Expression eines rekombinanten Genproduktes in einem transformierten
Organismus
-
Die Aktivität eines rekombinanten Genproduktes
im transformierten Wirtsorganismus wurde auf der Transkriptions-
und/oder der Translationsebene gemessen.
-
Ein geeignetes Verfahren zur Bestimmung
der Menge an Transkription des Gens (ein Hinweis auf die Menge an
RNA, die für
die Translation des Genproduktes zur Verfügung steht) ist die Durchführung eines
Northern-Blots wie unten ausgeführt
(als Bezugsstelle siehe Ausubel et al. (1988) Current Protocols
in Molecular Biology, Wiley: New York, oder den oben erwähnten Beispielteil),
wobei ein Primer, der so gestaltet ist, dass er an das Gen von Interesse
bindet, mit einer nachweisbaren Markierung (gewöhnlich radioaktiv oder chemilumineszent)
markiert wird, so dass, wenn die Gesamt-RNA einer Kultur des Organismus
extrahiert, auf einem Gel aufgetrennt, auf eine stabile Matrix transferiert
und mit dieser Sonde inkubiert wird, die Bindung und das Ausmaß der Bindung
der Sonde das Vorliegen und auch die Menge der mRNA für dieses
Gen anzeigt. Diese Information zeigt den Grad der Transkription
des transformierten Gens an. Zelluläre Gesamt-RNA kann aus Zellen,
Geweben oder Organen mit mehreren Verfahren, die alle im Fachgebiet
bekannt sind, wie zum Beispiel das von Bormann, E.R., et al. (1992)
Mol. Microbiol. 6: 317-326 beschriebene, präpariert werden.
-
Northern-Hybridisierung:
-
Für
die RNA-Hybridisierung wurden 20 μg
Gesamt-RNA oder 1 μg
poly(A)+-RNA mittels Gelelektrophorese in
Agarosegelen mit einer Stärke
von 1,25 % unter Verwendung von Formaldehyd, wie beschrieben in
Amasino (1986, Anal. Biochem. 152, 304) aufgetrennt, mittels Kapillaranziehung
unter Verwendung von 10 x SSC auf positiv geladene Nylonmembranen
(Hybond N+, Amersham, Braunschweig) übertragen, mittels UV-Licht
immobilisiert und 3 Stunden bei 68°C unter Verwendung von Hybridisierungspuffer
(10 % Dextransulfat Gew./Vol., 1 M NaCl, 1 % SDS, 100 mg Heringssperma-DNA)
vorhybridisiert. Die Markierung der DNA-Sonde mit dem Highprime
DNA labeling-Kit (Roche, Mannheim, Deutschland) erfolgte während der
Vorhybridisierung unter Verwendung von alpha-32p-dCTP
(Amersham Pharmacia, Braunschweig, Deutschland). Die Hybridisierung
wurde nach Zugabe der markierten DNA-Sonde im gleichen Puffer bei
68°C über Nacht
durchgeführt.
Die Waschschritte wurden zweimal für 15 min unter Verwendung von
2 × SSC
und zweimal für
30 min unter Verwendung von 1 × SSC,
1 % SDS, bei 68°C
durchgeführt.
Die Exposition der verschlossenen Filter wurde bei -70°C für einen
Zeitraum von 1 bis 14 T durchgeführt.
-
Zur Untersuchung des Vorliegens oder
der relativen Menge an von dieser mRNA translatiertem Protein können Standardtechniken,
wie ein Western-Blot, eingesetzt werden (siehe beispielsweise Ausubel
et al. (1988) Current Protocols in Molecular Biology, Wiley: New
York). Bei diesem Verfahren werden die zellulären Gesamt-Proteine extrahiert, mittels Gelelektrophorese
aufgetrennt, auf eine Matrix, wie Nitrozellulose, übertragen
und mit einer Sonde, wie einem Antikörper, der spezifisch an das
gewünschte
Protein bindet, inkubiert. Diese Sonde ist gewöhnlich mit einer chemilumineszenten
oder kolorimetrischen Markierung versehen, die sich leicht nachweisen
lässt.
Das Vorliegen und die Menge der beobachteten Markierung zeigt das
Vorliegen und die Menge des gewünschten,
in der Zelle vorliegenden mutierten Proteins an.
-
Beispiel 7: Analyse der
Auswirkung der rekombinanten Proteine auf die Produktion des gewünschten
Produktes
-
Die Auswirkung der genetischen Modifikation
in Pflanzen, Pilzen, Algen, Ciliaten oder auf die Produktion einer
gewünschten
Verbindung (wie einer Fettsäure)
kann bestimmt werden, indem die modifizierten Mikroorganismen oder
die modifizierte Pflanze unter geeigneten Bedingungen (wie den vorstehend
beschriebenen) gezüchtet
werden und das Medium und/oder die zellulären Komponenten auf die erhöhte Produktion
des gewünschten
Produktes (d.h. von Lipiden oder einer Fettsäure) untersucht wird. Diese
Analysetechniken sind dem Fachmann bekannt und umfassen Spektroskopie,
Dünnschichtchromatographie,
Färbeverfahren
verschiedener Art, enzymatische und mikrobiologische Verfahren sowie
analytische Chromatographie, wie Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie
(siehe beispielsweise Ullman, Encyclopedia of Industrial Chemistry, Bd.
A2, S. 89 – 90
und S. 443 – 613,
VCH: Weinheim (1985); Fallon, A., et al., (1987) "Applications of HPLC in
Biochemistry" in:
Laboratory Techniques in Biochemistry and Molecular Biology, Bd.
17; Rehm et al. (1993) Biotechnology, Bd. 3, Kapitel III: "Product recovery
and purification",
S. 469 – 714,
VCH: Weinheim; Belter, P.A., et al. (1988) Bioseparations: downstream
processing for Biotechnology, John Wiley and Sons; Kennedy, J.F., und
Cabral, J.M.S. (1992) Recovery processes for biological Materials,
John Wiley and Sons; Shaeiwitz, J.A., und Henry, J.D. (1988) Biochemical
Separations, in: Ullmann's
Encyclopedia of Industrial Chemistry, Bd. B3; Kapitel 11, S. 1 – 27, VCH:
Weinheim; und Dechow, F.J. (1989) Separation and purification techniques
in biotechnology, Noyes Publications).
-
Neben den oben erwähnten Verfahren
werden Pflanzenlipide aus Pflanzenmaterial wie von Cahoon et al.
(1999) Proc. Natl. Acad. Sci. USA 96 (22) 12935 – 12940, und Browse et al.
(1986) Analytic Biochemistry 152: 141 – 145, beschrieben extrahiert.
Die qualitative und quantitative Lipid- oder Fettsäureanalyse
ist beschrieben bei Christie, William W., Advances in Lipid Methodology,
Ayr/Scotland: Oily Press (Oily Press Lipid Library; 2); Christie,
William W., Gas Chromatography and Lipids. A Practical Guide – Ayr, Scotland:
Oily Press, 1989, Repr. 1992, IX, 307 S. (Oily Press Lipid Library;
1); "Progress in
Lipid Research, Oxford: Pergamon Press, 1 (1952) – 16 (1977)
u.d.T.: Progress in the Chemistry of Fats and Other Lipids CODEN.
-
Zusätzlich zur Messung des Endproduktes
der Fermentation ist es auch möglich,
andere Komponenten der Stoffwechselwege zu analysieren, die zur
Produktion der gewünschten
Verbindung verwendet werden, wie Zwischen- und Nebenprodukte, um
die Gesamteffizienz der Produktion der Verbindung zu bestimmen.
Die Analyseverfahren umfassen Messungen der Nährstoffmengen im Medium (z.B.
Zucker, Kohlenwasserstoffe, Stickstoffquellen, Phosphat und andere
Ionen), Messungen der Biomassezusammensetzung und des Wachstums,
Analyse der Produktion üblicher
Metabolite von Biosynthesewegen und Messungen von Gasen, die während der
Fermentation erzeugt werden. Standardverfahren für diese Messungen sind in Applied
Microbial Physiology; A Practical Approach, P.M. Rhodes und P.F.
Stanbury, Hrsgb., IRL Press, S. 103 – 129; 131 – 163 und 165 – 192 (ISBN:
0199635773) und darin angegebenen Literaturstellen beschrieben.
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Ein Beispiel ist die Analyse von
Fettsäuren
(Abkürzungen:
FAME, Fettsäuremethylester;
GC-MS, Gas-Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie;
TAG, Triacylglycerin; TLC, Dünnschichtchromatographie).
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Der unzweideutige Nachweis für das Vorliegen
von Fettsäureprodukten
kann mittels Analyse rekombinanter Organismen nach Standard-Analyseverfahren
erhalten werden: GC, GC-MS oder TLC, wie verschiedentlich beschrieben
von Christie und den Literaturstellen darin (1997, in: Advances
on Lipid Methodology, Vierte Aufl.: Christie, Oily Press, Dundee,
119 – 169;
1998, Gaschromatographie-Massenspektrometrie-Verfahren, Lipide 33:
343-353).
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Das zu analysierende Material kann
durch Ultraschallbehandlung, Mahlen in der Glasmühle, flüssigen Stickstoff und Mahlen
oder über
andere anwendbare Verfahren aufgebrochen werden. Das Material muss
nach dem Aufbrechen zentrifugiert werden. Das Sediment wird in Aqua
dest. resuspendiert, 10 min bei 100°C erhitzt, auf Eis abgekühlt und
erneut zentrifugiert, gefolgt von Extraktion in 0,5 M Schwefelsäure in Methanol
mit 2 % Dimethoxypropan für
1 Std. bei 90°C,
was zu hydrolysierten Öl-
und Lipidverbindungen führt,
die transmethylierte Lipide ergeben. Diese Fettsäuremethylester werden in Petrolether
extrahiert und schließlich
einer GC-Analyse unter Verwendung einer Kapillarsäule (Chrompack,
WCOT Fused Silica, CP-Wax-52 CB, 25 mikrom, 0,32 mm) bei einem Temperaturgradienten
zwischen 170°C
und 240°C
für 20
min und 5 min bei 240°C unterworfen.
Die Identität
der erhaltenen Fettsäuremethylester
muss unter Verwendung von Standards, die aus kommerziellen Quellen
erhältlich
sind (d.h. Sigma), definiert werden.
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Für
die Öl-Analyse
der mit den Suppressionskonstrukten transformierten Arabidopsis
Pflanzen wurde folgendes Protokoll angewendet:
Die Extraktion
der Lipide aus Samen wird nach der Methode von Bligh & Dyer (1959) Can
J Biochem Physiol 37: 911 durchgeführt. Dazu werden 5 mg Arabidopsis
Samen in 1,2 ml Qiagen-Microtubes (Qiagen, Hilden) auf einer Sartorius
(Göttingett)
Mikrowaage abgewogen. Das Samenmaterial wird mit 500 μL Chloroform/Methanol
(2:1; enthält
Mono-C17-glycerin von Sigma als internen Standard) in der Rätschmühle MM300
der Firma Retsch (Haan) homogenisiert und 20 min bei RT inkubiert.
Nach Zugabe von 500 μL
50 mM Kaliumphosphatpuffer pH 7,5 erfolgt die Phasentrennung. Von
der organischen Phase werden 50 μL
abgenommen, mit 1500 μL
Chloroform verdünnt
und 5 μL
auf die Kapillaren Chromarods SIII der Firma Iatroscan (SKS, Bechenheim) aufgetragen.
Nach Auftrag der Proben werden diese für 15 min in einer Dünnschichtkammer,
die gesättigt
ist mit 6:2:2 Chloroform: Methanol: Toluol in einem ersten Schritt
aufgetrennt. Nach Ablauf der Zeit werden die Kapillaren 4 min bei
Raumtemperatur getrocknet und dann für 22 min in eine Dünnschichtkammer,
die gesättigt ist
mit 7:3 n-Hexan:Dieethylether gestellt. Nach einem weiteren Trocknungsschritt
für 4 min
bei Raumtemperatur werden die Proben in einem Iatroscan MK-5 (SKS,
Bechenheim) entsprechend Fraser & Taggart,
1988 J. Chromatogr. 439:404 analysiert. Folgende Parameter wurden
für die
Messungen eingestellt: Slice width 50 msec, Treshold 20 mV, Noise
30, Skim ratio 0. Die Quantifizierung der Daten erfolgte anhand
des internen Standards Mono-C17-glycerin (Sigma) sowie einer erstellten
Eichkurve mit Tri-C17-glycerin (Sigma) mittels des Programms ChromStar
(SKS, Beichenheim).
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Für
die quantitative Bestimmung der Ölgehalte
wurden Samen von jeweils 10 Pflanzen derselben unabhängigen transgenen
Linie analysiert. Insgesamt wurde der Ölgehalt von 30 transgene Linien der
T1 Generation, 10 transgene Linien mit je 10 Pflanzen der T2 Generation
und 5 transgene Linien mit je 10 Pflanzen der T3 Linien bestimmt.
Dabei zeigen die transgenen Pflanzen einen signifikant höheren Ölgehalt
als entsprechend gleichbehandelte Kontrollpflanzen.
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Beispiel 8: Klonierung
der Super-RNAi Konstrukte für
die Suppression von Speicherproteinen aus verschiedenen Klassen
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a) Herstellung von Super-Suppressionskonstrukt
1
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Die Vektoren pCR2.1-AtCRU3-RNAi und
pCR2.1-4 (siehe Beispiel 2) werden mit den Restriktionsenzymen XhoI
und SalI für
2 Stunden bei 37°C
inkubiert, die DNA-Fragmente durch Agarose-Gelelektrophorese aufgetrennt
und sowohl der Vektor als auch das PCR-Insert aus pCR2.1-4 ausgeschnitten
und mit dem "Gelpurification"-Kit von Qiagen nach
Herstellerangaben aufgereinigt und mit 50 μL Elutionspuffer eluiert. Vom
Vektor wird 1 μL,
vom PCR-Insert aus pCR2.1-4 8 μL
der Eluate für
die Ligation eingesetzt, resultierend in dem Konstrukt pCR2.1-sRNAi1.
Dieser Vektor wird für
2 Stunden mit dem Restriktionsenzym XhoI und dann für 15 min
mit Klenow-Fragment inkubiert. Der Vektor pCR2.1-AtCRB-RNAi (siehe
Beispiel 2) wird mit dem Enzym EcoRI für 2 Stunden inkubiert und ebenfalls
15 min mit Klenow-Fragment behandelt. Beide Inkubationsansätze werden
durch Gelelektrophorese aufgetrennt und jeweils der Vektor (pCR2.1-sRNAi1)
bzw. das Insert (aus pCR2.1-AtCRB-RNAi) aus dem Agarosegel ausgeschnitten
und die DNA-Fragmente wie oben beschrieben aufgereinigt. Für die Ligation
werden 1 μL
des Eluates vom Vektor und 8 μL
des Eluates vom Insert eingesetzt und bei 4°C über Nacht inkubiert. Das resultierende
Konstrukt wird mit pCR2.1-sRNAi2 bezeichnet. Der resultierende Vektor
wird mit dem Enzym XbaI und anschließend mit Klenow-Fragment inkubiert.
Der Vektor pCR2.1-4 wird mit den Enzymen EcoRV und XbaI und anschließend mit
Klenow-Fragment inkubiert. Nach Gelelektrophorese und -reinigung
wird das Fragment aus pCR2.1-4 mit dem Vektor pCR2.1-sRNAi2 ligiert,
resultierend in dem Konstrukt pCR2.1-sRNAi3. Der resultierende Vektor
wird dann mit dem Enzym ApaI für
2 Stunden und dann mit Klenow-Fragment für 15 min inkubiert. Als Insert
wird der Vektor pCR2.1-At2S3-RNAi mit dem Enzym EcoRI für 2 Stunden
und dann mit Klenow-Fragment
für 15
min inkubiert. Nach Gelelektrophorese und -reinigung werden die
Eluate ligiert, resultierend in dem Vektor pCR2.1-sRNAi4. Aus diesem
Vektor wird dann das sRNAi4-Fragment (SEQ ID NO: 144), kodierend
für die
super- supprimierende
dsRNA, durch Inkubation mit HindIII und PvuI ausgeschnitten und
in den binären
Vektor pSUN-USP (SEQ ID NO: 179) ligiert. Das Konstrukt dient der
gleichzeitigen Suppression von Arabidopsis thaliana Speicherproteinen
CRB (SEQ ID NO: 4), CRU3 {SEQ ID NO: 112) und At253 (SEQ ID NO:
118).
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b) Herstellung von Super-Suppressionskonstrukt
2
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Ausgehend von Arabidopsis thaliana
cDNA wird ein Fragment aus dem Speicherprotein AtCRU3 (SEQ ID NO:
111, 112) mit dem nachfolgenden Oligonukleotid-Primerpaar unter
den in Beispiel 2 angegebenen PCR-Bedingungen amplifiziert:
OPN
11: 5'-AAAAGGCCTGTGTTCCATTTGGCCGGAAACRAC-3' (SEQ ID NO: 148)
OPN
12: 5'-AAAGATATCACCCTGGAGAACGCCACGRGTG-3' (SEQ ID NO: 149).
-
Das erhaltene Fragment wird in den
Vektor pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben kloniert,
resultierend in den pCR2.1-6 und die Sequenzen überprüft.
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Ausgehend von Arabidopsis thaliana
cDNA wird ein Fragment aus dem Speicherprotein At253 (SEQ ID NO:
3, 4) mit dem nachfolgenden Oligonukleotid-Primerpaar unter den
in Beispiel 2 angegebenen PCR-Bedingungen amplifiziert:
OPN
13: 5'-AAARGGCCTATGGCTAACAAGCTCTTCCTCGTC-3' (SEQ ID NO: 150)
OPN
14: 5'-AAAGATATCCTRGTAGTAAGGAGGGAAGAAAG-3' (SEQ ID NO: 151).
-
Das erhaltene Fragment wird in den
Vektor pCR2.1-TOPO Vektor (Invitrogen) gemäß Herstellerangaben kloniert,
resultierend in den pCR2.1-7 und die Sequenzen überprüft.
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Aus den pCR2.1-3, pCR2.1-4 (siehe
Beispiel 2) und pCR2.1-6 und pCR2.1-7 werden dann die Konstrukte
folgendermaßen
zusammen ligiert: Der Vektor pCR2.1-3 wird 2 Stunden mit EcoRV inkubiert
und anschließend
15 min mit alkalischer Phosphatase dephosphoryliert. Der Vektor
pCR2.1-6 wird mit den Enzymen StuI und EcoRV für 2 Stunden inkubiert und das
PCR-Insert über
Gelelektrophorese und -reinigung isoliert. Vektor pCR2.1-3 und Insert
aus pCR2.1-6 werden dann über Nacht
bei 4°C
ligiert, resultierend in dem Konstrukt pCR2.1-sRNAiS. Dieser Vektor
wird dann mit EcoRV inkubiert und dephosphoryliert und mit dem Stuf/EcoRV
inkubierten und gelaufgereinigten Fragment aus pCR2.1-7 ligiert,
resultierend in dem Konstrukt pCR2.1-sRNAi6. Dieser Vektor wird
dann mit XhoI inkubiert und dephosphoryliert. Der Vektor pCR2.1-4
wird mit SalI und XhoI inkubiert und das Insert aus pCR2.1-4 mit
dem vorbereiteten Vektor pCR2.1-sRNAi6 ligiert, resultierend in
dem Konstrukt pCR2.1-sRNAi7. Ausgehend von pCR2.1-sRNAi7 wird eine
PCR mit den nachfolgenden Primerpaar unter den in Beispiel 2 gegebenen
Bedingungen durchgeführt:
OPN
15: 5'CCGCTCGAGCTCAGGGTCTTTTCTTGCCCACT
(SEQ ID NO: 152)
OPN 16: 5'-CCGGTCGACCTAGTAGTAAGGAGGGAAGAAAG
(SEQ ID NO: 153).
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Das resultierende PCR-Produkt wird
mit den Enzymen XhoI und SalI inkubiert. Das Fragment wird dann
in den Vektor pCR2.1-sRNAi7 (inkubiert mit XhoI) ligiert, resultierend
in dem Konstrukt pCR2.1-sRNAi8. Aus diesem Vektor wird dann das
sRNAi8-Fragment (SEQ ID NO: 146), kodierend für die super-supprimierende
dsRNA, durch Inkubation mit HindIII und XbaI ausgeschnitten und
in den binären
Vektor pSUN-USP (SEQ ID NO: 179) ligiert. Das Konstrukt dient der
gleichzeitigen Suppression von Arabidopsis thaliana Speicherproteinen
CRB (SEQ ID NO: 4), CRU3 (SEQ ID NO: 112) und At2S3 (SEQ ID NO:
118).
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Vergleichsversuch 1:
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Die Auswirkung der transgenen Expression
der cytosolischer, nicht-lichtregulierten Arabidopsis thaliana ACCase
(GenBank Acc.-No.:
D34630) als Fusionsprotein mit mit Signalsequenz für Transport
in Chloroplasten aus der Transketolase aus Tabak (Henkes S et al.
(2001) Plant Cell 13(3): 535-51) auf den Ölgehalt der Pflanzen wurde
untersucht. Dazu wurde das Fusionsprotein (vgl. SEQ ID NO: 176,
177) unter Kontrolle des Napin-Promotors in Arabidopsis thaliana
Pflanzen exprimiert. Die für
dieses Expressionskonstrukt kodierende Nukleinsäuresequenz ist durch SEQ ID
NO: 175 beschrieben. Die Herstellung und Untersuchung der Pflanzen
erfolgte mit den oben genannten Verfahren. Es konnte keine signifikante Änderung
des Ölgehaltes in
Samen verglichen mit Wildtypkontrollpflanzen festgestellt werden
(siehe 8).
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SEQUENZPROTOKOLL
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