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DE1020556B - Verfahren zur Herstellung gebundener Formkoerper aus Siliziumkarbid - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gebundener Formkoerper aus Siliziumkarbid

Info

Publication number
DE1020556B
DE1020556B DEC12403A DEC0012403A DE1020556B DE 1020556 B DE1020556 B DE 1020556B DE C12403 A DEC12403 A DE C12403A DE C0012403 A DEC0012403 A DE C0012403A DE 1020556 B DE1020556 B DE 1020556B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
mold
silicon carbide
silicon
firing
mixture
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEC12403A
Other languages
English (en)
Inventor
George Russell Hansen
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Unifrax I LLC
Original Assignee
Carborundum Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Carborundum Co filed Critical Carborundum Co
Publication of DE1020556B publication Critical patent/DE1020556B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B35/00Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
    • C04B35/515Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics
    • C04B35/56Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics based on carbides or oxycarbides
    • C04B35/565Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics based on carbides or oxycarbides based on silicon carbide
    • C04B35/573Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics based on carbides or oxycarbides based on silicon carbide obtained by reaction sintering or recrystallisation

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung gebundener Formkörper aus Siliziumkarbid Die Erfindung betrifft ein neues Herstellungsverfahren von Formkörpern aus Siliziumkarbid.
  • Bei der Herstellung gebundener Siliziumkarbid-Formkörper sind verschiedenartige Materialien benutzt worden, um das Siliziumkarbid in einer bestimmten Form zu binden, z. B. Ton, oder auch Glas bindende Mischungen verschiedener Zusammensetzung, wie man sie für die Formgebung keramischer Stoffe benutzt, weiterhin Pech und andere Teerprodukte, wie sie zur Formgebung von Körpern aus Koksabfallprodukten benutzt werden. Neuerdings werden auch Silizium und Siliziumlegierungen gebrannt, die dabei mit den Bestandteilen der umgebenden Atmosphäre reagieren und feuerfeste Nitrid- oder Karbidbindungen eingehen. Diese gebundenen Siliziumkarbidkörper sind besonders für feuerfeste Zwecke zufriedenstellend. Anwendungsbeschränkungen bestehen aber insofern, als z. B. die Erzeugnisse aus Koksrückständen oxydationsanfällig bei hohen Temperaturen sind, während die keramischen oder tongebundenen Gegenstände bei höheren Temperaturen weich werden und ihre Festigkeit und Belastungsfähigkeit verlieren. Die Körper aus Siliziumkarbid, die mit Siliziumnitrid und mit Siliziumkarbid, das von Silizium oder Siliziumlegierungen abgeleitet wird, gebunden sind, haben bei hohen Temperaturen eine hohe Festigkeit und Belastungsfähigkeit. Wenn solche Körper aber starken und schnellen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, sind sie nicht zufriedenstellend und neigen zur Rßbildung bei Temperaturstößen.
  • Die Ton enthaltenden Mischungen eignen sich auf Grund ihrer plastischen Eigenschaften ganz gut für das übliche Herstellungsverfahren durch Guß, aber die derart hergestellten Körper haben nicht die geforderte Temperaturfestigkeit. Die im Gießverfahren hergestellten Formkörper sind diesbezüglich denen im Preßverfahren hergestellten unterlegen. Andererseits eignen sich die feuerfesten Körper mit nicht plastischen Bindungen, wie Silizium oder Siliziumlegierungen, nicht ohne weiteres für die üblichen Gußverfahren, so daß die Herstellung solcher Körper bisher auf einfache Formen beschränkt war, die man im Preßverfahren herstellte.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung gebundener Formkörper aus Siliziumkarbid mit nicht plastischen Bindungen, wobei die Formkörper besonders eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitzestößen und eine gleichmäßige Struktur aufweisen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem die Rohmischung in bekannter Weise durch Wasser auf eine formbare Konsistenz gebracht und in einer Form getrocknet wird, besteht darin, daß die Rohmischung im wesentlichen aus nicht plastischen Bestandteilen, wie Siliziummetall und Siliziumkarbid, besteht und nach Alterung unter Anwendung mechanischer Schwingungen in eine nasse Gips-Graphit-Form gefüllt und getrocknet wird, wonach der geformte Körper in einer nicht oxydierenden Stickstoffatmosphäre oder in einer nicht oxydierenden Kohlenstoffatmosphäre gebrannt wird.
  • In dem Altern nicht plastischer Massen wurde bisher, gegenüber dem bekannten Altern plastischer Massen, kein Vorteil gesehen.
  • Erfindungsgemäß hat sich aber gezeigt, daß bei Inbewegunghalten einer dicken und zähen Masse durch Vibration der Mischung und/oder der Form beim Einfüllen der Masse und bei Benutzung einer nassen Gips-Graphit-Form das Entweichen der Feuchtigkeit aus der Mischung sich verzögert. Dies hat zur Folge, daß der Preßkörper so langsam trocknet, daß bei dem nachfolgenden Trockenvorgang der Körper nicht verwirft oder springt.
  • Die Erfindung ermöglicht es, Formkörper zu pressen, die beim Trocknen und Brennen nur eine sehr geringe oder keine Schwindung aufweisen. Der fertig gebrannte Körper zeigt also gegenüber dem zunächst gepreßten Körper keine Maß- oder Formveränderung, d. h., man kann gemäß der Erfindung kompliziert geformte Körper aus nicht plastischem Material und Einhaltu.g geringer Maßtoleranzen pressen.
  • Die Bestandteile der nicht plastischen Rohmischung bestehen aus gekörntem Siliziumkarbid und einem auf Silizium basierenden Material, z. B. aus feinverteiltem Silizium und/oder einer Siliziumlegierung, sowie aus einer kleinen Menge eines zeitweilig wirksamen Binde-und Entverflüssigungsmittels. Diese Bestandteile werden unter Beigabe von Wasser gemischt, bis sich eine schwere zähe Masse ergibt. Diese Masse wird dann zweckmäßig in einem abgedeckten Behälter vor dem Gebrauch gealtert, und zwar 2 bis 8 Tage lang. Die gealterte Masse kommt dann in eine angefeuchtete Graphit-Gips-Form, und die Form mit der Masse wird gleichzeitig ia m3chanische Schwingungen versetzt, die die Masse in die äußersten Ecken und Ausnehmungen der Form eindringen läßt und das Material zu einer dichten und gleichmäßigen Struktur verfestigt. Die Form mit dem Inhalt wird dann nach der Vibration in einen Ofen gebracht und getrocknet. Der gegossene und getrocknete Formkörper kommt dann in eine Ofenkamm^r, vorzugsweise mit der ganzen Form oder mit einem Teil der Form, und wird in einer nicht oxydierenden Stickstoffatmosphäre, z. B. Stickstoff oder Ammoniak,- od,2r in einer nicht oxydierenden Kohlenstoffatmosphäre, z. B. Kohlenstoffmonoxyd, gebrannt. Dabei reagiert das Silizium und/oder die Siliziumlegierung mit dem Stickstoff der umgebenden Atmosphäre und bildet gebundenes Siliziumnitrid bzw. bei einer Kohlenstoffatmosphäre Siliziumkarbid. Um sicherzustellen, daß die Atmosphäre während des Brennens absolut nicht oxydierend ist, umlagert man die Formkörper während des Brennens gewöhnlich mit einem Kohlenstoff enthaltenden Material, z. B. mit einer Mischung aus feinem Graphit und groben Graphitstückchen. Während des Brennens des Formkörpers zerfällt die Form allmählich, so daß der Formkörper und die Form bei Beendigung des Brennvorganges leicht voneinander zu trennen sind, obwohl die Form während des Brennens den notwendigen Zusammenhalt gibt. Während des Brennens tritt weder eine Ausdehnung noch ein Schwinden des Körpers ein, so daß Körper von komplizierter Gestalt bei geringen Toleranzen angefertigt werden können.
  • Der Formkörper kann auch, für sich oder in der Form, in einer Kohlenmonoxydatmosphäre oder in einer nicht oxydierenden Stickstoff -[- Kohlenstoff enthaltenden Atmosphäre gebrannt werden, wobei dann die Kohlenstoffoxydgase und der Stickstoff zusammen mit dem Silizium oder der Siliziumlegierung reagieren und dichtgefügtes Siliziumkarbid, gegebenenfalls zusammen mit Siliziumnitrid, bilden, je nachdem, ob die Atmosphäre Stickstoff oder Stickstoff enthaltende Bestandteile aufweist, oder nicht. Das so gebildete Siliziumkarbid ist kubischkristalliner Struktur und bildet eine zwischenräumig angelagerte Bindung für das körnige Siliziumkarbid, das den Hauptbestandteil des Körpers ausmacht.
  • Herstellung der zähen Gußmasse
    Mischung Nr. 1
    Siliziumkarbid, Maschengröße 2 mm und
    feiner . ........................ 31,75 kg
    Siliziumkarbid, fein .................. 4,5 kg
    Ferromangansilizium, Maschenweite
    0,075 mm ......................... 4,5 kg
    Silizium, Maschenweite 0,075 mm ...... 4,5 kg
    Bentonit ............. . .............. 0,23 kg
    Wasser.............................. 4800 cm3
    Dextrin ............................. 0,11 kg
    Lithiumzitrat, 200/0 wäßrige Lösung ... 520 cm3
    Mischung Nr. 2
    Siliziumkarbid, Maschenweite 2 mm und
    feiner ............................. 34 kg
    Siliziumkarbid, fein .................. 4,5 kg
    Silizium, Maschenweite 0,075 mm ...... 6,8 kg
    Bentonit ............................ 0,23 kg
    Wasser.............................. 4800 cin3
    Dextrin ............................. 0,11 kg
    Lithiumzitrat, 200!, wäßrige Lösung . . . 520 cm3
    Diese Mischungen werden ungefähr 10 Minuten lang trocken vermengt, und darauf werden Wasser und Lithiumzitrat getrennt oder zusammen zugegeben. Die sich ergebende nasse Masse wird dann in einen Mischapparat oder in einen mit einem nassen Tuch oder anderweitig gegen Wasserverdunstung geschützten Behälter gebracht. Dort läßt man die Mischung 2 bis 8 Tage lang vor weiterer Verwendung altern. Wenn man die Mischungen mehrere Tage stehenläßt, so daß sie zu viel ihrer Feuchtigkeit verlieren, so gießen sie sich schlecht und müssen erneut mit Wasser aufgefeuchtet werden.
  • Auch mit anderen als den erwähnten Mischungen, die eine feine Siliziumkarbidkörnung enthalten, und zwar feiner als eine Maschenweite 0,075 mm, können zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden; ebenso können die Mischungsverhältnisse abweichen, d. h., die Erfindung ist nicht auf die oben angegebenen Mischungsverhältnisse beschränkt.
  • Bei den oben angegebenen Mischungen wirkt die Lithiumzitratlösung als Verflüssigungsmittel, und das Dextrin unterstützt nicht nur diese Wirkung, sondern bildet auch ein zeitweiliges Bindungsmittel vor dem Brennvorgang. Auch andere handelsübliche Verflüssigungsmittel oder Zwischenbindemittel können Verwendung finden, oder man kann auch ganz auf solche Mittel verzichten, z. B. wenn man den Körper während des Brennens in der Form läßt. Die Formen Die Gußformen zur Durchführung des Verfahrens bestehen aus einer Mischung von Gips und Graphit, mit oder ohne andere Füllstoffe, wie z. B. Sand, zermahlene Formrückstände oder Walnußschalen. Der Graphit erleichtert die Trennung von Form und Körper gegenüber Formen, die nur aus Gips bestehen. Die Formen und Kerne wurden in folgender Zusammensetzung hergestellt
    Formmischungsnummer
    Formbestandteile 1 2 i 3 4
    Gewichts- Gewichts- Gewichts-IGewichts-
    prozent prozent I prozent prozent
    i
    Töpfereigips .... 50 ! 67 50 67
    pulverisierter
    Graphit ...... 50 33 25 15
    Sand .......... - - 20 10
    Walnußschalen 5 I 8
    Die Wassermenge kann mit verschiedenem Gipsgehalt differieren; es sollten aber ungefähr 50 Gewichtsprozent Wasser und 50 Gewichtsprozent Gips + Graphit verwendet werden. Die Wassermenge wird in einen Behälter gegeben und die Gips-Graphit-Mischung allmählich hineingestreut. Dieses Gemenge wird dann in einem Schnellmischer kurz, etwa 1/2 Minute, gemischt und dann sofort in die Form gegossen. Das Gußmodell wird zunächst mit einem Trennmedium, z. B. mit einer Spezialöl-Seifen-Lösung oder mit einer Wa^hspaste, eingeschmiert, um nach dem Härten eisie Trennung von Form und Modell zu erleichtern. Die Formen sind fertig zum Gebrauch, sobald der Gips gebunden hat, da die in der Form enthaltene Feuchtigkeit ein Abziehen der Feuchtigkeit aus dem Gußkörper verhindert. Wird das Wasser aus dem Forminhalt zu schnell herausgezogen, so hat der Formkörper keine homogene Struktur. Wenn die Form lange Zeit vor dem eigentlichen Gebrauch vorbereitet wird, z. B. länger als 1 Tag, muß sie vor Gebrauch zwecks Wiederauffüllung der Poren neu angefeuchtet werden. Das Gießen Die sorgfältig gealterte Mischung kommt auf einen Vibrationstisch und wird etwa i/2 Stunde lang unmittelbar vor Gebrauch in Schwingungen versetzt. Während des Schwingens muß man die Masse ständig noch mit einer helle umwerfen, um eine vollkommen homogene Mischung zu erhalten. Wenn sich bei Beginn der Schwingungen auf der Mischung oben freies Wasser bildet, so ist das ein Zeichen dafür, daß die Mischung nicht homogen ist und vor dem Guß noch weiter altern muß. Die Konsis@enz der Gußmischung kann bis zu einem gewissen Grade verschieden sein, z. B. sind für dickere Querschnitte eine zähere Masse als für dünne, komplizierte Gußformen notwendig. In keinem Fall soll man aber eine Mischung benutzen, wenn sich bei Beginn der Schwingungen auf der Oberfläche Wasser ansammelt.
  • Die angefeuchteten Gips-Graphit-Formen werden durch Klemmen oder durch Gummibänder zusammengehalten und auf den Vibrationstisch gestellt. Die Mischung wird dann mittels eines Fülltrichters in die Form eingefüllt, der Fülltrichter ruht auf einem Block oder einer anderen Unterlage, von der die Schwingungen auf die auslaufende Masse übertragen werden. Sehr zufriedenstellende Resultate haben sich ergeben, wenn der ganze Mischbehälter während des Einfüllens auf dem Vibrationstisch steht, so daß die ganze Masse ständig in Schwingungen versetzt wird. Die Gußmasse ist genügend zäh, wenn sie nur mit starker Schwingung ausfließt.
  • Wenn die Form mit einer kleinen Übermenge zwecks Berücksichtigung der Schwindung vollkommen gefüllt ist, kommt sie auf den Vibrationstisch, wo sie kurz mit niedriger Frequenz in Schwingung versetzt wird, damit sich der Inhalt noch weiter festigt. Währenddessen können noch kleine Mengen der Gußmasse zugegeben werden, damit Poren ausgefüllt und der Wasserverlust durch Absorption ausgeglichen werden kann. Geht kein weiteres Material mehr in die Form hinein, so wird die Oberfläche mit einem Streichblech abgezogen, und die Form wird in einem Trockenofen bei 60°C 1 Nacht lang getrocknet. Nach dem Trocknen kann die Form von dem Formkörper entfernt werden, wozu ein leichtes Anschlagen zur Trennung von Form und Gußstück genügt. Zweckmäßig bringt man die Form oder wenigstens einen Teil davon zusammen mit dem Formkörper in den Brennofen.
  • Das Brennen Der Gußkörper wird, üblicherweise zusammen mit wenigstens einem Teil der Form, in einen Ofen oder in eine Ofenkammer gebracht und in einer nicht oxydierenden Stickstoff- und/oder Kohlenstoffatmosphäre bei 1400 bis 1450'C gebrannt, wobei man den Ofen mehrere Stunden lang auf Höchsttemperatur hält, um eine vollständige Reaktion zwischen dem Stickstoff bzw. dem Kohlenstoff und dem Silizium bzw. der Siliziumlegierung zu ermöglichen, wobei sich dann eine Siliziumnitrid bzw. Siliziumkarbid enthaltende Bindung für die Sihziumkarbidteilchen bildet. Die Temperatur kann um ein geringes nach oben oder nach unten abweichen. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Gußkörper im Ofen oder in der Brennkammer mit so viel Kohlenstoff zu umlagern, daß der vorhandene Sauerstoff aufgenommen wird, der sich sonst während des Brennens mit dem Formkörper verbinden könnte.
  • Ihrer Zugehörigkeit nach können die beschriebenen Bestandteile, nämlich Siliziumkarbid und Siliziumnitrid, auch als Silizide des Kohlenstoffs und Stickstoffs oder als nichtmetallische Silizide angesprochen werden.
  • Der sich derart ergebende gegossene Siliziumkarbidkörper hat eine außerordentlich glatte und feste Oberfläche und eine gleichmäßig dichte Struktur und ist auch bei starken Temperaturschwankungen sehr bruchfest, und diese Bruchfestigkeit gegenüber Hitzestößen ist eine unerwarteteund für Hochtemperaturverfahren und für starke Temperaturschwankungen sehr wertvolle Eigenschaft.
  • Beim Anschlagen mit einem Metallstück hat das Material einen glockenähnlichen Klang. Da die Gesamtdichte des gegossenen Körpers nur wenig geringer ist als die gepreßter Körper ähnlicher Zusammensetzung, führt man die besonders vollkommene Qualität hauptsächlich auf die außerordentlich gleichförmige Dichte des ganzen Gußstückes zurück, die auch, mindestens teilweise, die hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitzestöße zur Folge hat. Bei Versuchen mit anders hergestellten oder gepreßten Körpern hat sich ergeben, daß die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitzestößen zwei- bis dreimal größer ist.
  • Das beschriebene Verfahren erweitert die Anwendungsmöglichkeit von Siliziumkarbid-Formkörpern für Formkörper mit komplizierten Formen bei gleichzeitig genügender Dichte und Homogenität sowie genügenden Toleranzen, Widerstandsfähigkeit gegen Hitzestöße und Korrosion sowie Formbeständigkeit.
  • Beispielsweise eignen sich die nach der Erfindung hergestellten Siliziumkarbid-Gußkörper gut als Hartlöthalterung von Metallteilen komplizierter Formen, z. B. von Stator- und Rotorschaufeln von Turbinen u. dgl., wenn diese Teile zwecks Zusammenlötung einzelner Stücke einer Hitzebehandlung unterworfen werden müssen. Weiterhin sind die Körper gut verwendbar bei Glühverfahren u. dgl., wo ein Körper während der Hitzebehandlung fest gestützt sein muß, um ein Verwerfen bzw. eine Formänderung zu verhindern. Hierfür ist nicht nur Feuerbeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Hitzestöße erforderlich, sondern man muß auch enge Abmessungstoleranzen und hohe Formbeständigkeit erzielen. Die gemäß der Erfindung hergestellten Formkörper ersetzen die bisherigen Hartlötmittel für rostfreie Stähle und sind nicht nur von hervorragender Qualität, sondern auch ganz erheblich billiger.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Herstellung gebundener Formkörper aus Sihziumkarbid, bei dem eine Rohmischung durch Wasser auf eine formbare Konsistenz gebracht und in einer Form getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohmischung im wesentlichen aus nicht plastischen Bestandteilen, wie Siliziummetall und Sihziumkarbid, besteht und nach Alterung unter Anwendung mechanischer Schwingungen in eine nasse Gips-Graphit-Form gefüllt und getrocknet wird, wonach der geformte Körper in einer nicht oxydierenden Stickstoffatmosphäre oder in einer nicht oxydierenden Kohlenstoffatmosphäre gebrannt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Altern der Rohmischung in nassem Zustand und 2 bis 8 Tage lang erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das abschließende Brennen des Formkörpers in der Form erfolgt.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper während des Brennens in einer Stickstoffatmosphäre von einem kohlenstoffhaltigen Material umlagert ist.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Brennen des geformten Körpers in einer Kohlenstoffmono:cvdatmosphäre erfolgt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 921559, Kerl, Handb. d. ges. Thonwaarenindustrie, 1907, S. 277j281 ; Keram. Zeitschrift 1951, S. 423;425.
DEC12403A 1955-01-28 1956-01-11 Verfahren zur Herstellung gebundener Formkoerper aus Siliziumkarbid Pending DE1020556B (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1076550B (de) * 1956-10-31 1960-02-25 Carborundum Co Verfahren zur Herstellung feuerfester Koerper
DE1278248B (de) * 1958-08-19 1968-09-19 Carborundum Co Kolbenpumpe zur Foerderung schmelzfluessiger Nichteisenmetalle
EP0147478A1 (de) * 1983-12-23 1985-07-10 Hoechst CeramTec Aktiengesellschaft Schlickergiessmasse zur Herstellung von Formkörpern als aus Siliciumcarbid

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE921559C (de) * 1952-10-17 1954-12-20 Carborundum Co Feuerfester Koerper aus Siliziumcarbid

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