DE2900440A1 - Fluessiges sinterhilfsmittel und verfahren zur herstellung keramischer sinterkoerper damit - Google Patents
Fluessiges sinterhilfsmittel und verfahren zur herstellung keramischer sinterkoerper damitInfo
- Publication number
- DE2900440A1 DE2900440A1 DE19792900440 DE2900440A DE2900440A1 DE 2900440 A1 DE2900440 A1 DE 2900440A1 DE 19792900440 DE19792900440 DE 19792900440 DE 2900440 A DE2900440 A DE 2900440A DE 2900440 A1 DE2900440 A1 DE 2900440A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- sintering aid
- liquid
- carbon
- solution
- ceramic
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Granted
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B35/00—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
- C04B35/622—Forming processes; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
- C04B35/64—Burning or sintering processes
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22F—WORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
- B22F3/00—Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces
- B22F3/10—Sintering only
- B22F3/1003—Use of special medium during sintering, e.g. sintering aid
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B35/00—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
- C04B35/515—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics
- C04B35/56—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics based on carbides or oxycarbides
- C04B35/565—Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on non-oxide ceramics based on carbides or oxycarbides based on silicon carbide
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Ceramic Engineering (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Structural Engineering (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Ceramic Products (AREA)
- Compositions Of Oxide Ceramics (AREA)
- General Preparation And Processing Of Foods (AREA)
Description
COHAUSZ & FLORACK
PATENTANWALTSBÜRO JC i? U U 4 H U
Telefon: (02 11) 683346 Telex: 08586513 cop d
PATENTANWÄLTE:
Dipl.-Ing. W. COHAUSZ ■ Dipl.-Ing. R. KNAUF · Dr.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. A. GERBER ■ Dipl.-Ing. H. B. COHAUSZ
Dipl.-Ing. W. COHAUSZ ■ Dipl.-Ing. R. KNAUF · Dr.-Ing., Dipl.-Wirtsch.-Ing. A. GERBER ■ Dipl.-Ing. H. B. COHAUSZ
THE CARBORUNDUM COMPANY
Niagara Falls, New York 14302
(Vereinigte Staaten von Amerika)
Niagara Falls, New York 14302
(Vereinigte Staaten von Amerika)
Flüssiges Sinterhilfsmittel
und
Verfahren zur Herstellung keramischer Sinterkörper damit
Verfahren zur Herstellung keramischer Sinterkörper damit
Die Erfindung betrifft ein flüssiges Sinterhilfsmittel
zum Verdichten keramischer Stoffe sowie ein Verfahren zur Herstellung keramischer Sinterkörper damit.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Siliciumcarbid enthaltenden Sintermassen beschrieben, doch können auch
andere sinterfähige Carbide als keramisches Material verwendet werden.
Siliciumcarbid wird seit langem wegen seiner Härte, Festigkeit sowie ausgezeichneten Oxydations- und Korrosionsbeständigkeit
geschätzt. Es hat eine niedrige Wärmeausdehnungszahl, gute Wärmeübertragungseigenschaften und behält
seine Festigkeit auch bei hohen Temperaturen. In den letzten Jahren wurden Methoden zur Herstellung hochdichter Siliciumcarbid-Körper durch Sintern von Siliciumcarbid-Pulvern
entwickelt. Diese hochdichten Siliciumcarbid-Körper finden Anwendung zur Herstellung von Bauteilen
909829/0677
von Turbinen, Wärmeaustauschern, Pumpen und anderen Ausrüstungen oder Werkzeugen, die starker Korrosions- oder
Verschleißbeanspruchung, insbesondere bei hohen Temperaturen, ausgesetzt sind.
Keramische Formkörper können nach verschiedenen Gießoder Formverfahren hergestellt werden, z.B. durch Kaltpressen,
isostatisches Pressen, Schlickergießen, Extrudieren, Spritzgießen, Spritzpressen oder Bandgießen.
Der keramische Formkörper wird anschließend bei Temperaturen zwischen 1900 und 2200 0C zu einem dichten, harten
Körper gesintert.
Um hochdichte und hochfeste keramische Siliciumcarbid-Körper zu erhalten, sind schon verschiedene Zusätze ververwendet
worden. Beispielsweise wird von ALLIEGRO und Mitarbeitern [J. Ceram. Soc. 3_9_ (1956) 11, S. 386-389] ein
Heißpreßverfahren beschrieben, bei dem durch Zusatz von Aluminium und Eisen als Verdichtungshilfsmitteln zu Siliciumcarbid
Formkörper mit Dichten bis zu 98% der theoretischen Dichte erhalten werden können. Die Autoren fanden,
daß ein dichter Siliciumcarbid-Körper aus einem Pulvergemisch hergestellt werden kann, das 1 Gew.-% Aluminium
enthält. Das Produkt hatte einen Bruchmodul von 3700 bar bei Raumtemperatur und von 4800 bar bei 1371 0C. In neuerer
Zeit wurden Bor und Beryllium als Sinter- oder Verdichtungshilfsmittel
empfohlen. Diese Hilfsmittel werden dem Pulver aus keramischem Material in Mengen zwischen
0,3 und 5,0 Gew.-% Bor oder Beryllium zugesetzt. Sie können in Form von elementarem Bor oder Beryllium oder in
Form von Bor- oder Berylliumverbindungen zugesetzt werden. Bor wird wegen seiner leichteren Handhabung und besseren
Wirkung bevorzugt und meist in Form von Borcarbid verwendet. Beispiele borhaltiger Siliciumcarbidpulver sind in
den US-Patentschriften 3 852 099, 3 954 483 und 3 968 beschrieben.
909829/0677
~ Kl 2300440
Sinterfähige Pulver enthalten auch überschüssigen oder ungebundenen Kohlenstoff, meist in Mengen zwischen 1,0
und 4,0 Gew.-%. Der zum S.intern erforderliche überschüssige Kohlenstoff kann in Form von Kohlenstoff vorliegen,
der aus einem vorhergehenden Verfahrensschritt zurückgeblieben
ist, oder in Form eines kohlenstoffhaltigen Materials zugesetzt werden, das beim Sintern des Formkörpers
die gewünschte überschüssige Menge Kohlenstoff liefert. Der überschüssige Kohlenstoff erleichtert das Sintern und
wirkt sich vorteilhaft beim Reduzieren verschiedener Oxidverunreinigungen in dem keramischen Ausgangsmaterial aus,
die sonst in dem Fertigerzeugnis zurückbleiben 'würden.
Gemäß der Erfindung wird das zum Verdichten des keramischen
Materials verwendete Sinterhilfsmittel in flüssiger Form verwendet. Als Borquelle oder Sinterhilfsmittel dient
eine Lösung von H3BO3, B2O3 oder Mischungen davon. Obwohl
als Lösungsmittel jede Flüssigkeit verwendet werden kann, in der H3BO3 oder B2O3 löslich sind, eignen sich Wasser
oder Alkohole wegen ihrer leichten Erhältlichkeit und ihrer niedrigen Kosten am besten.
Das flüssige Sinterhilfsmittel wird am besten einem porösen
keramischen Formkörper vor dem Sintern zugesetzt. In einer Ausführungsform der Erfindung werden Sinterhilfsmittel
und Kohlenstoffquelle zusammen in flüssiger Form zugesetzt. Bei dieser Ausführungsform kann das Sinterhilfsmittel
in der Kohlenstoffquelle gelöst oder das Sinterhilf smittel und die Kohlenstoffquelle können in einem
gemeinsamen Lösungsmittel, beispielsweise Wasser oder Alkohol, gelöst werden.
Das keramische Ausgangsmaterial wird in feinverteilter Form eingesetzt. Am besten haben die Teilchen eine Korngröße
von 0,10 bis 2,00 μπι, höchstens eine solche von etwa
5,00 μπι. Zwar ist die Korngröße ein kritischer Parameter,
909829/0677
doch ist die spezifische Oberfläche des Materials eine
ebenso wichtige Auswahlgröße. Deshalb haben die Teilchen am besten eine spezifische Oberfläche von 1 bis 100 m2/g.
Innerhalb dieses Bereichs ist eine spezifische Oberfläche der Teilchen von 5 bis 20 m2/g besonders vorteilhaft.
Siliciumcarbid ist ein bevorzugtes keramisches Ausgangsmaterial. Es kann in der α- oder ß-Phase oder in amorpher
Form vorliegen. Gegenwärtig ist die (nichtkubische) α-Form am wxrtschaftlichsten erhältlich. Die Sintermasse kann
daher im wesentlichen völlig, d.h. zu 95 Gew.-% oder mehr, aus Siliciumcarbid der α-Phase bestehen oder Gemische
verschiedener Formen des Siliciumcarbids enthalten. Beispielsweise ist ein Gemisch, das überwiegend (zu über 50%)
aus a-Siliciumcarbid besteht, gut geeignet. Das keramische
Material kann auch geringe Mengen Verunreinigungen ohne nachteilige Wirkungen enthalten. Im allgemeinen ist
eine Reinheit von mindestens 95% erforderlich, eine höhere Reinheit wünschenswert.
Gemäß der Erfindung wird das Sinterhilfsmittel oder eine
Kombination von Sinterhilfsmittel und Kohlenstoff lieferndem Material einem porösen keramischen Formkörper nach
dem Brennen und vor dem Sintern zugesetzt. Solche Körper werden mit Hilfe von Form- oder Gießverfahren hergestellt,
die einen Rohling ergeben, der gebrannt und danach gesintert wird. Der Zusatz des Sinterhilfsmittels oder einer
Kombination von Sinterhilfsmittel und Kohlenstoff lieferndem Material unmittelbar vor dem Sintern ist besonders
bei Spritzguß- und Schlickergußverfahren vorteilhaft. In der Praxis wird das keramische Ausgangsmaterial zunächst
mit einer Anzahl von Zusätzen, wie Sinterhilfsmitteln, Kohlenstoff lieferndem Material, Kunstharz, Bindemitteln,
Formtrennmitteln und Zusätzen, die die Viskosität des Gemisches erniedrigen, gemischt. Es wurde aber festgestellt,
daß das Sinterhilfsmittel und/oder das Kohlenstoff liefernde
Material häufig einen nachteiligen Einfluß auf
909829/0677
auf die Bindungs-, Formtrenn- oder Fließeigenschaften ausübt.
Das Weglassen des Sinterhilfsmittels oder des Sinterhilfsmittels
und des Kohlenstoff liefernden Materials erleichtert den Formvorgang und erhöht erheblich die Anzahl
der brauchbaren Bindemittelharze und Verarbeitungszusätze für solche Mischungen.
Das Sinterhilfsmittel gemäß der Erfindung wird dem gebrannten
Rohling in solchen Mengen zugesetzt, daß 0,3 bis 5,0 Gew.-% Bor eingeführt werden, wobei innerhalb
dieses Bereichs 0,5 bis 4,0 Gew.-% Bor besonders vorteilhaft sind. Wenn der Borgehalt weniger als 0,3 Gew.-% beträgt,
läßt sich das Sintern im allgemeinen nicht gut ausführen. Bei einem Borgehalt von über 5,0 Gew.-% wird die
Verdichtung nicht merklich verbessert; sie kann vielmehr durch übermäßige Mengen Bor verschlechtert werden. Die
Stärke der Lösungen des Sinterhilfsmittels wird so eingestellt,
daß die Borquelle im wesentlichen gleichmäßig in dem porösen Körper verteilt wird und beim Sintern ein Borgehalt
innerhalb der angegebenen Bereiche erhalten wird. Die Lösung des Sinterhilfsmittels kann verhältnismäßig
stark sein, und nach dem Sättigen oder Imprägnieren des porösen Körpers kann man den Überschuß ablaufen lassen.
Die zugesetzte Bormenge kann durch einfaches Wiegen des Körpers vor und nach dem Imprägnieren oder Infiltrieren
bestimmt und aus der Gewichtsdifferenz berechnet werden.
Die Erfindung erstreckt sich auch auf die Verwendung einer Kombination des Sinterhilfsmittels mit einem überschüssigen
Kohlenstoff liefernden Material in flüssiger Form. Das Sinterhilfsmittel kann in dem überschüssigen Kohlenstoff
liefernden Material gelöst oder das Sinterhilfsmittel und
das überschüssigen Kohlenstoff liefernde Material können in einem gemeinsamen Lösungsmittel gelöst sein. Überschüssiger
oder reaktionsfähiger Kohlenstoff in einer Menge zwischen 0,05 und 5,0 Gew.-% des keramischen Mate-
Ö09829/0677
rials, am besten in einer Menge zwischen 1,0 und 4,0 Gew.-%, erleichtert das Sintern. Die Kohlemstoffquelle kann jedes
kohlenstoffhaltige Material sein, mit dem das Sinterhilfsmittel ohne nachteilige Reaktion mischbar oder das mit dem
Sinterhilfsmittel in einem gemeinsamen Lösungsmittel löslich ist. Typische Kohlenstoff liefernde Materialien sind
beispielsweise Sucrose und Dextrose, Maissirup, Furfurylalkohol, Tetrahydrofurfurylalkohol, Phenolharze, PoIyphenylenharze
und Furanharze. In der Regel beträgt der Verkohlungskohlewert der Kohlenstoffquellen 15 bis 80 Gewichtsprozent.
Die geeigneten Mengen des Sinterhilfsmittels und des Kohlenstoff liefernden Materials können
daher leicht berechnet werden. Es wird angenommen, daß das Sinterhilfsmittel beim Sintern reduziert wird. Die
Menge des Kohlenstoff liefernden Materials kann so eingestellt werden, daß es sowohl den für eine derartige Reaktion
erforderlichen Kohlenstoff als auch den zum Sintern benötigten Kohlenstoff liefert.
Das flüssige Sinterhilfsmittel gemäß der Erfindung kann
durch einfaches Lösen von H3BO3, B2O3 oder Mischungen davon
in einem geeigneten Lösungsmittel hergestellt werden. Es versteht sich, daß die Formeln H3BO3 und B2O3 auch die
Hydrate der Borsäure bzw. des Bortrioxids einschließen. Das Lösungsmittel kann jede Flüssigkeit sein, in denen
H3BO3 und B2O3 löslich sind; besonders geeignet sind Waser
und Alkohol. Das Sinterhilfsmittel wird einem porösen Körper in einer solchen Menge zugesetzt, daß 0,3 bis 5,0
Gew.-%, am besten 0,5 bis 4,0 Gew.-%, Bor in den Körper eingeführt wird. Die Stärke der Lösung wird so eingestellt,
daß eine im wesentlichen gleichmäßige Verteilung der Borquelle in dem ganzen Körper erreicht wird.
Das Sinterhilfsmittel gemäß der Erfindung kann in einem
Kohlenstoff liefernden Material gelöst sein, so daß eine flüssige Kombination von Sinterhilfsmittel und Kohlenstoff
lieferndem Material vorliegt. Geeignete Kohlenstoffquellen
- 10 -
309829/0677
dieser Art sind solche, in denen das Sinterhilfsmittel
löslich ist, Besonders geeignet sind Alkohole, wie Furfurylalkohol und Tetrahydrofurfurylalkohol. Der überschüssige
oder reaktionsfähige Kohlenstoff wird in einer Menge von 0,05 bis 5,0 Gew.-%, am besten in einer Menge
von 1,0 bis 4,0 Gew.-%, des porösen Körpers zugesetzt. In der Regel ergeben kohlenstoffhaltige Stoffe bei der
Zerstörung durch Erhitzen zwischen 15 und 80 Gew.-% freien oder reaktionsfähigen Kohlenstoff. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung wird eine passende Menge des Sinterhilfsmittels
durch Mischen in einer passenden Menge des Kohlenstoff liefernden Materials gelöst, um überschüssigen
Kohlenstoff in der gewünschten Menge einzuführen.
Das Sinterhilfsmittel und das Kohlenstoff liefernde Material
können auch in einem gemeinsamen Lösungsmittel gelöst werden, um eine Kombination von flüssigem Sinterhilf
smittel und Kohlenstoff lieferndem Material zu erhalten. Bei dieser Ausführungsform ist Wasser gut als gemeinsames
Lösungsmittel geeignet. Beispiele wasserlöslicher kohlenstoffliefernder Stoffe sind Zucker, wie Sucrose und
Dextrose, Maissirup und Alkohole, wie Furfurylalkohol.
Alkohole können ebenfalls als gemeinsames Lösungsmittel verwendet werden. Besonders brauchbar sind Äthyl-, Methyl-,
Propyl- und Isopropylalkohol. Bei Verwendung eines kurzkettigen
Alkohols als gemeinsames Lösungsmittel sind Phenol-Formaldehyd-Harze als Kohlenstoff lieferndes Material
besonders geeignet. Zur Herstellung einer Kombination von flüssigem Sinterhilfsmittel und Kohlenstoffquelle
werden das Sinterhilfsmittel und das Kohlenstoff liefernde Material durch Mischen in dem gemeinsamen Lösungsmittel
gelöst.
Bei der Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird das flüssige Sinterhilfsmittel oder die Kombination
von flüssigem Sinterhilfsmittel und Kohlenstoff lieferndem
- 11 -
809829/0677
/r/l
Material in dem gebrannten porösen Körper verteilt, der dann zu einem dichten, harten Körper gesintert wird.
Das zur Herstellung des rohen Formkörpers benutzte Verfahren ist für die Ausführung der Erfindung nicht von Bedeutung.
Im allgemeinen wird bei einem derartigen Verfahren das teilchenförmige keramische Ausgangsmaterial zunächst
mit einem Kunstharz-Bindemittel und anderen geeigneten Zusätzen, wie Formtrennmittel, Schmiermittel, viskos
itatssenkenden Mitteln und Kohlenstoff lieferndem Material,
gemischt. Das Gemisch wird dann mit Hilfe bekannter Verfahren, wie Kaltpressen, isostattisches Pressen,
Schlickergießen, Bandgießen, Spritzgießen oder Spritzpressen, zu dem gewünschten Körper geformt. Der rohe
Körper wird bei Temperaturen von in der Regel 500 bis 1000 0C, meist von 700 bis 900 0C, gebrannt. Durch das
Brennen wird ein Produkt mit offener Porenstruktur erhalten, der zur Behandlung mit dem flüssigen Sinterhilfsmittel
oder einer Kombination von flüssigem Sinterhilfsmittel
und Kohlenstoff lieferndem Material besonders geeignet ist. Das Sinterhilfsmittel oder die Kombination aus flüssigem
Sinterhilfsmittel und Kohlenstoffquelle kann in dem
porösen Körper im wesentlichen gleichmäßig durch Imprägnieren unter Druck oder Infiltrieren durch Kapillarwirkung
der Poren verteilt werden. Eine bessere Methode ist jedoch die Vakuuminfiltration. Hierbei wird der poröse
Körper evakuiert und das flüssige Sinterhilfsmittel oder die Kombination von flüssigem Sinterhilfsmittel und Kohlenstoff
lieferndem Material in den evakuierten Körper eindringen gelassen. Nach dem Verteilen des flüssigen
Sinterhilfsmittels oder der Kombination von flüssigem
Sinterhilfsmittel und Kohlenstoffquelle wird der imprägnierte
Körper bei Temperaturen zwischen 1900 und 2200 0C zu einem dichten, harten Körper gesintert.
- 12 -
909829/0677
2300440
Abschließend sei darauf hingewiesen, daß die Erfindung auf die beschriebenen Ausführungsformen nicht beschränkt
ist, sondern im Rahmen des allgemeinen Erfindungsgedankens dem Fachmann geläufige Abänderungen möglich sind.
909829/0677
Claims (16)
1. Flüssiges Sinterhilfsmittel zum Verdichten keramischer
Stoffe, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Lösung von H3BO3, B2O3 oder Mischungen
davon besteht.
2. Sinterhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Lösung eine
wäßrige Lösung ist.
3. Sinterhilfsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Lösung eine
alkoholische Lösung ist.
4. Sinterhilfsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung ein Kohlenstoff lieferndes Material enthält.
5. Sinterhilfsmittel nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet , daß das Kohlenstoff liefernde Material ein organisches Lösungsmittel ist.
6. Sinterhilfsmittel nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet , daß .das Sinterhilfsmittel in dem organischen Lösungsmittel gelöst ist.
32 326
909829/0677
7. Sinterhilfsmittel nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das organische
Lösungsmittel Furfurylalkohol ist.
8. Verfahren zur Herstellung eines keramischen Sinterkörpers unter Verwendung des flüssigen Sinterhilfsmittels
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß
a) aus teilchenförmigen! keramischen Material und einem
Kunstharz-Bindemittel ein roher Formkörper hergestellt,
b) der rohe Formkörper bei einer Temperatur zwischen 500 und 1000 0C zu einem porösen Körper gebrannt,
c) der poröse Körper mit dem flüssigen Sinterhilfsmittel
aus einer Lösung von H3BO3, B2O3 oder Mischungen
davon imprägniert und
d) der imprägnierte Körper bei einer Temperatur zwischen 1900 und 2200 0C zu einem keramischen Sinterkörper
gesintert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet
, daß als keramisches Material Siliciumcarbid verwendet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch
gekennzeichnet , daß eine wäßrige oder alkoholische Lösung von H3BO3, B2O3 oder Mischungen
davon verwendet wird.
11.Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der poröse
Körper mit einer solchen Menge des flüssigen Sin-
9098 29/0677
terhilfsmittels imprägniert wird, daß er 0,3 bis
5,0 Gew.-% Bor enthält.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
flüssige Sinterhilfsmittel ein Kohlenstoff lieferndes Material enthält.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet
, daß das flüssige Sinterhilfsmittel ein organisches Lösungsmittel als Kohlenstoff
lieferndes Material enthält.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet
, daß das Sinterhilfsmittel in dem organischen Lösungsmittel gelöst ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
poröse Körper durch Vakuuminfiltration mit dem flüssigen Sinterhilfsmittel imprägniert wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
poröse Körper durch Kapillarinfiltration mit dem flüssigen Sinterhilfsmittel imprägniert wird.
909829/0677
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US86786178A | 1978-01-09 | 1978-01-09 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2900440A1 true DE2900440A1 (de) | 1979-07-19 |
| DE2900440C2 DE2900440C2 (de) | 1987-06-25 |
Family
ID=25350613
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19792900440 Granted DE2900440A1 (de) | 1978-01-09 | 1979-01-08 | Fluessiges sinterhilfsmittel und verfahren zur herstellung keramischer sinterkoerper damit |
Country Status (5)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JPS54101809A (de) |
| CA (1) | CA1136388A (de) |
| DE (1) | DE2900440A1 (de) |
| FR (1) | FR2414030B1 (de) |
| GB (1) | GB2012309B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3210987A1 (de) * | 1981-03-27 | 1982-10-07 | Japan Metals & Chemicals Co., Ltd., Tokyo | Sinterformen aus siliziumkarbid und verfahren zu ihrer herstellung |
| DE3790798T1 (de) * | 1986-12-03 | 1988-12-08 |
Families Citing this family (12)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| JPS5585467A (en) * | 1978-12-15 | 1980-06-27 | Hitachi Ltd | Silicon carbide sintered body and its manufacture |
| NL7907160A (nl) * | 1979-09-26 | 1981-03-30 | Holec Nv | Werkwijze voor het vervaardigen van gevormde elektrisch geleidende voortbrengsels uit siliciumpoeder, alsmede met toepassing van deze werkwijze verkregen gevormde voortbrengsels. |
| DE3243570C2 (de) * | 1982-11-25 | 1984-09-13 | Hutschenreuther Ag, 8672 Selb | Verfahren zum Herstellen eines dichten polykristallinen Formkörpers aus SiC |
| JPS6011269A (ja) * | 1983-06-27 | 1985-01-21 | 松下電器産業株式会社 | 窒化物、炭化物系セラミツクの製造方法 |
| RU2401821C2 (ru) * | 2004-04-21 | 2010-10-20 | Дау Глобал Текнолоджиз Инк. | Способ увеличения прочности пористых керамических изделий и изделия, изготовленные этим способом |
| US9023435B2 (en) * | 2009-07-31 | 2015-05-05 | General Electric Company | Methods for making water based environmental barrier coatings using sintering aids |
| US9005716B2 (en) * | 2009-07-31 | 2015-04-14 | General Electric Company | Method for making solvent based environmental barrier coatings using sintering aids |
| US9062564B2 (en) | 2009-07-31 | 2015-06-23 | General Electric Company | Solvent based slurry compositions for making environmental barrier coatings and environmental barrier coatings comprising the same |
| US20110027559A1 (en) | 2009-07-31 | 2011-02-03 | Glen Harold Kirby | Water based environmental barrier coatings for high temperature ceramic components |
| US8999457B2 (en) | 2009-07-31 | 2015-04-07 | General Electric Company | Methods for making environmental barrier coatings using sintering aids |
| US9005717B2 (en) | 2009-07-31 | 2015-04-14 | General Electric Company | Methods for making environmental barrier coatings using sintering aids |
| EA037685B1 (ru) * | 2017-11-24 | 2021-05-04 | Акционерное Общество "Наука И Инновации" | Способ обработки пористых имплантатов на основе металлических материалов |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2938807A (en) * | 1957-08-13 | 1960-05-31 | James C Andersen | Method of making refractory bodies |
| DE2449662A1 (de) * | 1973-10-24 | 1975-04-30 | Gen Electric | Gesintertes dichtes siliziumkarbid |
Family Cites Families (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB1175887A (en) * | 1967-05-31 | 1970-01-01 | Gen Electric & English Elect | Improvements in or relating to the Manufacture of Articles of High Density Polycrystalline Refractory Oxide Material |
| JPS543682B2 (de) * | 1974-08-29 | 1979-02-26 | ||
| US4312954A (en) * | 1975-06-05 | 1982-01-26 | Kennecott Corporation | Sintered silicon carbide ceramic body |
-
1978
- 1978-10-03 CA CA000312562A patent/CA1136388A/en not_active Expired
-
1979
- 1979-01-08 FR FR7900304A patent/FR2414030B1/fr not_active Expired
- 1979-01-08 DE DE19792900440 patent/DE2900440A1/de active Granted
- 1979-01-08 GB GB7900548A patent/GB2012309B/en not_active Expired
- 1979-01-08 JP JP14279A patent/JPS54101809A/ja active Granted
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2938807A (en) * | 1957-08-13 | 1960-05-31 | James C Andersen | Method of making refractory bodies |
| DE2449662A1 (de) * | 1973-10-24 | 1975-04-30 | Gen Electric | Gesintertes dichtes siliziumkarbid |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3210987A1 (de) * | 1981-03-27 | 1982-10-07 | Japan Metals & Chemicals Co., Ltd., Tokyo | Sinterformen aus siliziumkarbid und verfahren zu ihrer herstellung |
| DE3790798T1 (de) * | 1986-12-03 | 1988-12-08 |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2900440C2 (de) | 1987-06-25 |
| GB2012309B (en) | 1982-12-08 |
| JPS54101809A (en) | 1979-08-10 |
| JPS6350310B2 (de) | 1988-10-07 |
| CA1136388A (en) | 1982-11-30 |
| FR2414030A1 (fr) | 1979-08-03 |
| GB2012309A (en) | 1979-07-25 |
| FR2414030B1 (fr) | 1985-08-09 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2621523C3 (de) | Verfahren zur Herstellung keramischer Formkörper | |
| DE69807666T2 (de) | Spritzgiess verfahren zur herstellung von formkörpen aus keramik- und/oder metallpulver mittels gel ausbildung | |
| DE3210987A1 (de) | Sinterformen aus siliziumkarbid und verfahren zu ihrer herstellung | |
| DE3881669T2 (de) | Wärmeresistenter Verbundkörper und Verfahren zu seiner Herstellung. | |
| DE3344050A1 (de) | Siliciumcarbid-graphit-verbundmaterial und verfahren zu seiner herstellung | |
| DE2904996A1 (de) | Verfahren zur herstellung eines sinterkoerpers aus siliciumcarbid | |
| DE2900440A1 (de) | Fluessiges sinterhilfsmittel und verfahren zur herstellung keramischer sinterkoerper damit | |
| DE2627856A1 (de) | Gesinterter siliziumkarbid-koerper und verfahren zu dessen herstellung | |
| DE2856593C2 (de) | ||
| DE2813665A1 (de) | Dichter, temperaturwechselbestaendiger koerper aus siliciumcarbid und verfahren zu seiner herstellung | |
| DE2923729C2 (de) | ||
| DE3645097C2 (de) | ||
| DE2520993B2 (de) | Feuerfeste Masse auf der Basis von Kieselsäureanhydrid und ihre Verwendung zur Herstellung der Auskleidung eines Gießtrichters sowie Verfahren zur Behandlung einer solchen Auskleidung | |
| EP0231863B1 (de) | Stabile Schlickergussmasse auf Basis von feinteiligen Aluminiumnitrid-enthaltenden Pulvern | |
| DE3819560A1 (de) | Sic-whisker, mit ihnen verstaerkte keramikmaterialien und verfahren zu deren herstellung | |
| EP0064606B2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines homogenen Siliciumcarbid-Formkörpers | |
| DE10008162A1 (de) | Einstellelement zum Entfetten und/oder Brennen und Verfahren zu dessen Herstellung | |
| DE69112816T2 (de) | Verbessertes verfahren zur herstellung von spritzgegossenen oder durch schlickerguss erhaltenen formen mit grossem durchmesser. | |
| DE2916817A1 (de) | Sinterkeramischer koerper aus hochdichtem siliciumcarbid und verfahren zu seiner herstellung | |
| DE2751851A1 (de) | Sinterfaehiges pulver aus siliciumcarbid-pulver, sinterkeramische produkte aus diesem pulver und verfahren zur herstellung der produkte | |
| DE3149796C2 (de) | ||
| DE3824835A1 (de) | Verfahren zur herstellung von gruenkoerpern durch formgebung von sinterfaehigen keramischen massen auf basis von siliciumnitrid | |
| DE2643930C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus hexagonalem Bornitrid | |
| DE1090565B (de) | Verfahren zur Herstellung von dichten Siliziumkarbidkoerpern | |
| AT230102B (de) | Verfahren zur Herstellung heißgepreßter Titandiborid-Gegenstände |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: C04B 35/56 |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8328 | Change in the person/name/address of the agent |
Free format text: LEDERER, F., DIPL.-CHEM. DR., 8000 MUENCHEN RIEDERER FRHR. VON PAAR ZU SCHOENAU, A., DIPL.-ING., PAT.-ANWAELTE, 8300 LANDSHUT |
|
| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |