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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Audiosystems für ein Fahrzeug.
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Die Erfindung betrifft weiterhin ein Audiosystem für ein Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
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Aus der
DE 198 15 923 A1 ist eine Steuereinrichtung für einen Audioverstärker zur Verringerung störender Beeinflussungen wiederzugebender Audiosignale bekannt. Die Steuereinrichtung verringert beim Auftreten von störenden Beeinflussungen der wiederzugebenden Audiosignale die Leistung des Audioverstärkers, um die Wiedergabelautstärke der Audiosignale zu reduzieren. Nach Ausbleiben der störenden Beeinflussungen der wiederzugebenden Audiosignale erhöht die Steuereinrichtung die Leistung des Audioverstärkers auf den vor der Verringerung eingestellten Wert.
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Weiterhin sind aus der
US 2017/0250654 A1 ein Verfahren und eine Vorrichtung zum dynamischen Verwalten einer Totzeit zwischen einem Einschalten von Transistoren in Ausgangsleistungsstufen in Audioverstärkern bekannt. Dabei wird ein Treibersignal basierend auf einem Eingangssignal erzeugt, wobei das Treibersignal durch abwechselndes Ansteuern eines ersten Transistors und eines zweiten Transistors mit einer Zeit zwischen dem Deaktivieren des ersten Transistors und dem Aktivieren des zweiten Transistors verstärkt wird. Die Zeit wird basierend auf einem Parameter des Eingangssignals oder des Treibersignals während des Verstärkens eingestellt. Der Parameter ist eine Amplitude des Eingangssignals, ein Tastverhältnis des Treibersignals oder ein Tastverhältnis eines pulsweitenmodulierten Signals, das basierend auf dem Eingangssignal erzeugt wird. Das Eingangssignal ist ein digitales Audioeingangssignal.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zum Betrieb eines Audiosystems für ein Fahrzeug und ein neuartiges Audiosystem für ein Fahrzeug anzugeben.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren, welches die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist, und durch ein Audiosystem, welches die im Anspruch 8 angegebenen Merkmale aufweist.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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In dem Verfahren zum Betrieb eines Audiosystems für ein Fahrzeug werden erfindungsgemäß mittels einer logikbasierten Steuerung Aktivitätszustände von Audioquellen überwacht und zumindest ein Lautsprecherkanal einer digitalen Audioendstufe wird deaktiviert, wenn alle diesem Lautsprecherkanal zugeordneten Audioquellen inaktiv sind.
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In heutigen Audio-Entertainment-Systemen in Fahrzeugen erfolgt neben einer akustischen Ausgabe von klassischen Entertainment-Inhalten, wie beispielsweise Radioinhalten, zusätzlich auch eine akustische Ausgabe eines Sounddesigns und verschiedenen Fahrzeugfunktionen zugeordneten Audiosignale, beispielsweise Töne eines Fahrtrichtungsanzeigers, Warntöne, Töne einer Einparkhilfe usw. Aufgrund einer großen Anzahl von im oder am Fahrzeug verbauten Lautsprechern, verbrauchen Audioverstärker der Audio-Entertainment-Systeme auch dann Energie, wenn nicht alle Lautsprecherkanäle benötigt werden. Dies resultiert daraus, dass beispielsweise durch Nutzung einer so genannten Audio-Programmier-Plattform auf der Audioendstufe selbst Audiosignale erzeugt und zur Wiedergabe auf ein weiteres Verstärkersystem oder die Lautsprecher weitergegeben werden, wobei hierbei verwendete Wandlungsbausteine, das heißt insbesondere ein Digital-Analog-Wandler und die Audio-Endstufe, selbst bei nicht genutzter Audioausgabe, das heißt einem Signalinhalt von Null, Leistungsverluste verursachen. Während eine vollständige Abschaltung der Audioendstufe inklusive deren Stromversorgung ein großes Einsparpotenzial bietet, ermöglicht diese jedoch nur eine Deaktivierung aller Lautsprecherkanäle.
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Dagegen ermöglicht das vorliegende Verfahren, Lautsprecherkanäle während der Laufzeit sehr dynamisch durch komplexe Logikbedingungen anhand aktueller Systemzustände im Fahrzeug ein- und auszuschalten, um somit eine Energieeinsparung bei nicht benötigten Lautsprecherkanälen zu realisieren. Ein Aktivieren und Deaktivieren eines Lautsprecherkanals kostet jedoch Zeit und stört damit ein Ansprechverhalten bei der Wiedergabe von Audiosignalen, was zu hörbaren Audioartefakten führen kann. Das vorliegende Verfahren ermöglicht aufgrund der Berücksichtigung der Aktivität der Audioquellen, insbesondere zusätzlich zu einer Berücksichtigung eines Signalinhalts eines auszugebenden Audiosignals, eine vorausschauende Deaktivierung und Aktivierung der Lautsprecherkanäle, so dass bei einer Aktivierung hörbare Audioartefakte und ein „Verschlucken“ von Tönen wirkungsvoll vermieden werden können. Somit wird eine Funktion des Audiosystems aus Nutzersicht nicht beeinträchtigt. Daraus folgend kann ohne Einschränkungen für einen Nutzer des Fahrzeugs ein Energieverbrauch im realen Fahrzeugbetrieb verringert werden. Insbesondere kann das Verfahren mittels einer flexibel anpassbaren Software realisiert werden. Das heißt, es wird eine Sicherheit zur Auslöschung von Audioartefakten erhöht, da eine Softwarekomponente durch einen Fahrzeughersteller innerhalb von Soundfunktionen programmiert werden kann. Dies ermöglicht auch, dass die Deaktivierung der Lautsprecherkanäle in einfacher Weise zwischen verschiedenen Baureihen von Fahrzeugen oder verschiedenen Audiosystemen unterschiedlich gehandhabt werden kann.
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In einer möglichen Ausgestaltung des Verfahrens werden Audiosignale aktiver Audioquellen auf zumindest einem Lautsprecherkanal gebündelt. Durch diese Bündelung können beispielsweise auf gering genutzten Lautsprecherkanälen verarbeitete Audiosignale auf andere Lautsprecherkanäle übertragen werden, so dass die gering genutzten Lautsprecherkanäle deaktiviert werden können.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens werden oder wird bei der Überwachung der Aktivitätszustände der Audioquellen ein Fahrzustand des Fahrzeugs und/oder Betriebsparameter des Fahrzeugs und/oder Betriebsparameter von Fahrzeugsystemen berücksichtigt. Dies ermöglicht eine Beurteilung, welche Audiosignale bzw. welcher Audioinhalt wiedergegeben werden muss, so dass in besonders vorteilhafter Weise nur die Lautsprecherkanäle deaktiviert werden, deren Nutzung bei einer aktuell erfassten Situation als besonders unwahrscheinlich gilt. Beispielsweise ist eine Ausgabe von Signaltönen einer Einparkhilfe bei einem Fahrzustand des Fahrzeugs mit Fahrzeuggeschwindigkeiten von mehr als 30 km/h nicht erforderlich, so dass Lautsprecherkanäle, welche diese Signaltöne ausgeben, deaktiviert werden können, wenn auch weitere, diese Lautsprecherkanäle nutzenden Audioquellen inaktiv sind.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens wird bei der Deaktivierung eines Lautsprecherkanals zunächst der Lautsprecherkanal stummgeschaltet und anschließend ein in dem Lautsprecherkanal befindliches Verstärkermodul deaktiviert. Dies ermöglicht, dass hörbare Störgeräusche, beispielsweise ein Knacken oder Knacksen, beim Deaktivieren des entsprechenden Lautsprecherkanals vermieden werden.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens werden mittels in den Lautsprecherkanälen befindlichen Verstärkermodulen in einem aktivierten Zustand mittels gekoppelter Audioquellen ausgegebene Audiosignale verstärkt. Dies ermöglicht eine separate Verstärkung der Audiosignale für jeden Lautsprecherkanal.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens wird für jeden aktivierten Lausprecherkanal ein empfangenes digitales Audiosignal vor einer Weitergabe an den entsprechenden Lautsprecher mittels einer Pulsweitenmodulation in ein analoges Audiosignal umgewandelt. Dies ermöglicht die Verarbeitung digitaler Audiosignale und die Ausgabe analoger Audiosignale.
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In einer weiteren möglichen Ausgestaltung des Verfahrens wird die Stummschaltung eines Lautsprecherkanals mittels Deaktivierung der Pulsweitenmodulation durchgeführt. Dies stellt eine einfach durchführbare und zuverlässige Deaktivierung dar.
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Ein Audiosystem für ein Fahrzeug umfasst mehrere Audioquellen und zumindest eine mit den Audioquellen gekoppelte digitale Audioendstufe mit mehreren Lautsprecherkanälen. Dabei verstärken die Lautsprecherkanäle jeweils mittels zumindest einer Audioquelle ausgegebene Audiosignale und übertragen die verstärkten Audiosignale an zumindest einen gekoppelten Lautsprecher.
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Erfindungsgemäß ist zumindest eine Steuereinheit mit einer logikbasierten Steuerung vorgesehen, wobei die Steuereinheit ausgebildet ist Aktivitätszustände von Audioquellen zu überwachen und zumindest einen Lautsprecherkanal zu deaktivieren, wenn alle diesem Lautsprecherkanal zugeordneten Audioquellen inaktiv sind.
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Das Audiosystem ermöglicht, Lautsprecherkanäle während der Laufzeit sehr dynamisch durch komplexe Logikbedingungen anhand aktueller Systemzustände im Fahrzeug ein- und auszuschalten, um somit eine Energieeinsparung bei nicht benötigten Lautsprecherkanälen zu realisieren. Ein Aktivieren und Deaktivieren eines Lautsprecherkanals kostet jedoch Zeit und stört damit ein Ansprechverhalten bei der Wiedergabe von Audiosignalen, was zu hörbaren Audioartefakten führen kann. Das Audiosystem ermöglicht jedoch aufgrund der Berücksichtigung der Aktivität der Audioquellen, insbesondere zusätzlich zu einer Berücksichtigung eines Signalinhalts eines auszugebenden Audiosignals, eine vorausschauende Deaktivierung und Aktivierung der Lautsprecherkanäle, so dass bei einer Aktivierung hörbare Audioartefakte und ein „Verschlucken“ von Tönen wirkungsvoll vermieden werden können. Somit wird eine Funktion des Audiosystems aus Nutzersicht nicht beeinträchtigt. Daraus folgend kann ohne Einschränkungen für einen Nutzer des Fahrzeugs ein Energieverbrauch im realen Fahrzeugbetrieb verringert werden. Insbesondere kann eine Deaktivierungsfunktion der Lautsprecherkanäle mittels einer flexibel anpassbaren Software realisiert werden. Das heißt, es wird eine Sicherheit zur Auslöschung von Audioartefakten erhöht, da eine Softwarekomponente durch einen Fahrzeughersteller innerhalb von Soundfunktionen programmiert werden kann. Dies ermöglicht auch, dass die Deaktivierung der Lautsprecherkanäle in einfacher Weise zwischen verschiedenen Baureihen von Fahrzeugen oder verschiedenen Audiosystemen unterschiedlich gehandhabt werden kann.
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In einer möglichen Ausgestaltung des Audiosystems ist die Steuereinheit weiterhin ausgebildet, Audiosignale aktiver Audioquellen auf zumindest einem Lautsprecherkanal zu bündeln. Durch diese Bündelung können beispielsweise auf gering genutzten Lautsprecherkanälen verarbeitete Audiosignale auf andere Lautsprecherkanäle übertragen werden, so dass die gering genutzten Lautsprecherkanäle deaktiviert werden können.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
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Dabei zeigt:
- 1 schematisch ein Blockschaltbild eines Audiosystems für ein Fahrzeug.
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In der einzigen 1 ist ein Blockschaltbild eines Audiosystems 1 für ein Fahrzeug dargestellt.
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Das Audiosystem 1 umfasst ein Verteilmodul 2, zwei Lautsprecherkanäle 3, 4, eine digitale Audioendstufe 16 mit zwei Verstärkermodulen 5, 6, zwei Lautsprecher 7, 8, eine Steuereinheit 9 und mehrere Audioquellen 10.1 bis 10.n. Weiterhin umfasst das Audiosystem eine Datenquelle 11 für Fahrzustandsparameter F des Fahrzeugs, eine Datenquelle 12 für besondere Betriebsparameter B des Fahrzeugs und/oder von Fahrzeugsystemen und eine Datenquelle 13 zur Übertragung von Aktivitätszuständen A1 bis An der Audioquellen 10.1 bis 10.n an die Steuereinheit 9. In den Lautsprecherkanälen 3, 4 ist jeweils eine Stummschaltvorrichtung 14, 15 angeordnet.
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In dem Audiosystem 1 verteilt eine in dem Verteilmodul 2 implementierte Audioverarbeitungssoftware einen von den Audioquellen 10.1 bis 10.n ausgegebenen und abzuspielenden Audioinhalt auf die verschiedenen, im Fahrzeug vorhandenen Lautsprecherkanäle 3, 4. In nicht näher dargestellten Ausführungsbeispielen ist abweichend von den zwei zur Erläuterung des Audiosystems 1 dargestellten Lautsprecherkanälen 3, 4 eine beliebige andere Mehrzahl von Lautsprecherkanälen 3, 4 und Lautsprechern 7, 8 möglich. Der Audioinhalt wird in elektrische Signale umgewandelt und verstärkt, so dass die Lautsprecher 7, 8 einen entsprechenden Schall abstrahlen können. Diese Verstärkung findet in den Verstärkermodulen 5, 6 statt, wobei diese selbst dann eine Verlustleistung erzeugen, wenn kein Audiosignal zum Verstärken anliegt. Im deaktivierten Zustand der Verstärkermodule 5, 6 erzeugen diese jedoch keine Verlustleistung.
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Ein Aktivieren und Deaktivieren der Verstärkermodule 5, 6 kann dabei auf verschiedenen Wegen realisiert werden und ermöglicht je nach Weg unterschiedliche Energie-Einsparpotenziale. Dabei kann entweder die gesamte Audioendstufe 16 aktiviert oder deaktiviert werden oder es wird, wie es bei digitalen Audioendstufen 16 möglich ist, eine Pulsweitenmodulation, mittels welcher ein von den Audioquellen 10.1 bis 10.n ausgegebenes digitales Audiosignal vor einer Weitergabe an den entsprechenden Lautsprecher 7, 8 in ein analoges Audiosignal umgewandelt wird, aktiviert oder deaktiviert. Während eine Aktivierung und Deaktivierung der gesamten Audioendstufe 16 meist mehrere Lautsprecherkanäle 3, 4 betrifft, ermöglicht die Aktivierung und Deaktivierung der Pulsweitenmodulation bei digitalen Audioendstufen 16 eine separate Aktivierung und Deaktivierung für jeden Lautsprecherkanal 3, 4.
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Beide Verfahren benötigen jedoch einen gewissen Zeitraum, bis ein Chip der Audioendstufe 16 hoch- bzw. heruntergefahren ist. Innerhalb dieses Zeitraums ist kein Abspielen der Audioinhalte möglich. Eine Reaktionszeit von beispielsweise 50 ms bis 500 ms der Audioendstufe 16 bzw. der Verstärkermodule 5, 6 zum Hochfahren ist so lang, dass eine resultierende Totzeit von einem Fahrzeugnutzer als störend wahrgenommen werden kann. Werden die Lautsprecher 7, 8 auch zur Ausgabe von Hinweis- und/oder Warntönen verwendet, sind gesetzlich kürzere Reaktionszeiten vorgeschrieben. Daher ist eine Deaktivierung der Audioendstufe 16 bzw. der Verstärkermodule 5, 6 allein in Abhängigkeit einer Analyse, ob Audiodaten für einen Lautsprecherkanal 7, 8 vorliegen oder nicht, nicht zielführend als Steuergröße zur Aktivierung und Deaktivierung.
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Um die Verlustleistung und somit einen Energieverbrauch des Audiosystems 1 und daraus folgend des Fahrzeugs zu minimieren ist vorgesehen, dass mittels einer in der Steuereinheit 9 implementierten logikbasierten Steuerung 9.1 zumindest ein Lautsprecherkanal 3, 4 der digitalen Audioendstufe 16 deaktiviert wird, wenn alle diesem Lautsprecherkanal 3, 4 zugeordneten Audioquellen 10.1 bis 10.n inaktiv sind. Hierbei erfolgt mittels der Steuereinheit 9 eine Überwachung der Aktivitätszustände A1 bis An der Audioquellen 10.1 bis 10.n. Zusätzlich können die Fahrzustandsparameter F des Fahrzeugs und Betriebsparameter B des Fahrzeugs und/oder von Fahrzeugsystemen bei der Aktivierung und Deaktivierung der Lautsprecherkanäle 3, 4 berücksichtigt werden.
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Die logikbasierte Steuerung 9.1 ist beispielsweise als Softwaremodul in der Steuereinheit 9 implementiert und umfasst beispielsweise eine so genannte Kommunikationsmiddleware zu einer Ethernet-Kommunikation im Fahrzeug und ist beispielsweise zu einer Serialisierung und zu einem Nachrichtenaustausch ausgebildet. Die logikbasierte Steuerung 9.1 entscheidet so in Abhängigkeit verschiedener Eingangsparameter, welcher Lautsprecherkanal 3, 5 aktiviert oder deaktiviert sein kann. Beispielsweise wird anhand der Aktivitätszustände A1 bis An überprüft, ob generell eine Radiofunktion aktiv ist oder eine dauerhafte Klangsynthese aktiv ist. Anhand der Fahrzustandsparameter F wird beispielsweise geprüft, wie groß eine Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs ist, nach welcher beurteilt werden kann, welche Informations- oder Warntöne mittels der Lautsprecher 7, 8 abgespielt werden müssen. Beispielsweise kann vorgegeben sein, dass bei Fahrgeschwindigkeiten von mehr als 30 km/h kein Fahrzeug-Warngeräusch-Generator (englisch: Acoustic Vehicle Alert System; kurz: AVAS) aktiv ist und/oder bei Fahrgeschwindigkeiten unterhalb von 20 km/h immer alle Lautsprecher 7, 8 im Fahrzeuginnenraum aktiv sein müssen, weil beispielsweise Töne einer Einparkhilfe ausgegeben werden sollen. Anhand der Betriebsparameter B des Fahrzeugs und/oder von Fahrzeugsystemen kann beispielsweise geprüft werden, ob ein spezieller Energiesparmodus aktiviert wurde.
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Ein in Abhängigkeit der Aktivitätszustände A1 bis An sowie gegebenenfalls der Fahrzustandsparameter F und der Betriebsparameter B bildet die Steuereinheit 9 ein Ausgangssignal S, mittels welchem der entsprechende Lautsprecherkanal 3, 4 im Fall der Deaktivierung mittels der Stummschaltvorrichtungen 14, 15 zunächst stummgeschaltet und erst anschließend das jeweilige Verstärkermodul 5, 6 deaktiviert wird. Hierdurch können hörbare Störgeräusche, insbesondere ein Knacken, welche durch das Deaktivieren des jeweiligen Verstärkermoduls 5, 6 entstehen können, vermieden.
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Zusätzlich kann mittels des Ausgangssignals S auch Einfluss auf die in dem Verteilmodul 2 implementierte Audioverarbeitungssoftware genommen werden, so dass diese beispielsweise angewiesen wird, bestimmte Lautsprecherkanäle 3, 4 nicht in die Audiowiedergabe zu integrieren oder einen Notfall-Kanalmix einzustellen. Hierdurch können durch einen Nutzer erlebbare Störeffekte während der Umschaltung oder im Fehlerfall vermieden werden.
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Durch die separate Ansteuerung von einzelnen Lautsprecherkanälen 3, 4 kann sichergestellt werden, dass für einen Betriebszustand erforderliche Lautsprecherkanäle 3, 4 aktiv bleiben und alle anderen Lautsprecherkanäle 3, 4 für einen energiesparenden Zustand berücksichtigt werden können. Auch können Audiosignale aktiver Audioquellen 10.1 bis 10.n auf zumindest einem Lautsprecherkanal 3, 4 gebündelt werden, so dass weitere Lautsprecherkanäle 3, 4 zur Energieeinsparung deaktiviert werden können.
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Beispielsweise kann das zur Realisierung der logikbasierten Steuerung 9.1 in der Steuereinheit 9 implementierte Softwaremodul mittels einer frei programmierbaren Middleware integriert werden. Hierdurch können ein Deaktivierungsalgorithmus für die Lautsprecherkanäle 3, 4 und zugehörige Parameter, beispielsweise Deaktivierungs-Geschwindigkeiten, flexibel einem Fahrzeugentwicklungsprozess angepasst oder per Over-the-Air-Update auf Fahrzeuge übertragen werden. Gleichzeitig kann so eine Harmonisierung eines Umfangs der Deaktivierungsmöglichkeit der Lautsprecherkanäle 3, 4 mit im Fahrzeug enthaltenen Audioquellen 10.1 bis 10.n, Eigenschaften dieser, einer Lautsprecherkanalanzahl, Typen von Audioendstufen 16 und einem steigenden Erfahrungs- und/oder Entwicklungsfortschritt realisiert werden.
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Auch ist es möglich, dass mehr als ein Softwaremodul zur Deaktivierung der Lautsprecherkanäle 3, 4 eingesetzt wird. Beispielsweise kann ein Softwaremodul für eine Steuerung von Lautsprecherkanälen 3, 4 für im Fahrzeuginneren angeordnete Lautsprecher 7, 8 und ein weiteres Softwaremodul für außerhalb des Fahrzeugs angeordnete und zur Abgabe von Außengeräuschen vorgesehene Lautsprecher 7, 8 vorgesehen sein. Da eine Software für Außengeräusche einer Zertifizierungspflicht unterliegt, dürfen Softwaremodule für externe Lautsprecher 7, 8 zu einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr verändert werden. Durch die beschriebene Auftrennung des Softwaremoduls zur Deaktivierung von internen und externen Lautsprecherkanälen 3, 4 bleibt die Flexibilität im Entwicklungsprozess für die internen Lautsprecherkanäle 3, 4 trotz eines so genannten Zertifizierungs-Freeze der externen Lautsprecherkanäle 3, 4 erhalten.
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Im Folgenden zeigt eine Tabelle, welche Lautsprecher 7, 8 bzw. Lautsprecherkanäle 3, 4 für bestimmte Audioquellen 10.1 bis 10.n in einem Fahrzeug beispielsweise verwendet werden. Tabelle 1
| Audioquelle | | |
| Entertainment Audio | Radio, CD, USB, Bluetooth | Alle Lautsprecherkanäle |
| Phone | Telefon | Infotainment Lautsprecherkanäle |
| ICC | In-Car-Communication | Nahezu alle Lautsprecherkanäle |
| ESS / ESS-EV | Fahrsound für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor / Fahrsound für Fahrzeuge mit Elektroantrieb | Alle Lautsprecherkanäle |
| RNC / EOC | Auslöschung von Straßengeräuschen und/oder Antriebsgeräuschen (aktiver Gegenschall) | Alle Lautsprecherkanäle |
| PreSafeSound | Geräuschimpuls unmittelbar vor Unfall | Fix definiertes Lautsprecherset |
| AVAS | Fußgängerwarngeräusch außerhalb bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb bis 30km/h | Außen-Lautsprecher in jeweiliger Fahrtrichtung |
| TouchClick | Bedienfeedback Touchscreen | Vordere Lautsprecherkanäle |
| Navi | Navigationsansagen | Infotainment Lautsprecherkanäle |
| SDS | Sprachdialoge bei Sprachbedienung | Infotainment Lautsprecherkanäle |
| BSM, Collision Warning, Warnings | Toter-Winkel-Assistent, Kollisionswarnung, Abstandswarnung, Warngeräusche | Vordere Lautsprecherkanäle |
| Einparkhilfe | Vertonung einer Abstandswarnung beim Einparken | Nahezu alle Lautsprecherkanäle |
| Gurtwarnung | Gurtwarnung, gegebenenfalls sitzplatzbezogen | Nahezu alle Lautsprecherkanäle |
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Audiosystem
- 2
- Verteilmodul
- 3
- Lautsprecherkanal
- 4
- Lautsprecherkanal
- 5
- Verstärkermodul
- 6
- Verstärkermodul
- 7
- Lautsprecher
- 8
- Lautsprecher
- 9
- Steuereinheit
- 9.1
- logikbasierte Steuerung
- 10.1 bis 10.n
- Audioquelle
- 11 bis 13
- Datenquelle
- 14, 15
- Stummschaltvorrichtung
- 16
- Audioendstufe
- A1 bis An
- Aktivitätszustände
- B
- Betriebsparameter
- F
- Fahrzustandsparameter
- S
- Ausgangssignal
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 19815923 A1 [0003]
- US 20170250654 A1 [0004]