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Technisches Gebiet
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schuhwerk zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlstellung in dem Mittelfuß- und Vorfußbereich eines Trägerfußes, insbesondere eines Gelenks, das die Großzehe mit dem Fuß verbindet, was beispielsweise als Hallux valgus oder Ballenzehe bezeichnet werden kann.
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Technischer Hintergrund
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Eine Fehlbildung oder Fehlstellung in dem Mittelfuß- und Vorfußbereich, insbesondere eine pathologische Schiefstellung der Großzehen, die als Hallux valgus bezeichnet wird, kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden. Beispielsweise können derartige pathologische Fehlbildungen verursacht werden durch genetische Veranlagung, das Tragen von ungeeignetem Schuhwerk, insbesondere übermäßig engen oder hohen Schuhen, das Abflachen des Fußlängs- und Quergewölbes infolge einer Instabilität im Mittelfußbereich, insbesondere aufgrund einer Bindegewebsschwäche. Durch das Abflachen des Fußgewölbes, was auch als Spreizfuß bezeichnet wird, werden die einzelnen Mittelfußknochen und Zehenknochen aufgespreizt. Der Mittelfußknochen des ersten Strahls, das heißt der innere oder mediale Mittelfußknochen, ist nach innen gerichtet. Entsprechend verlaufen die Sehnen der Großzehe, welche im Gegensatz zu den anderen Zehen einen eigenständigen Sehnenapparat besitzt, nicht mehr zentral oberhalb des Großzehengrundgelenks, sondern aufgrund ihrer fixen Länge seitlich versetzt davon. Dadurch wird die Großzehe in eine schiefe und nach außen gerichtete Stellung gezogen. Durch das Absenken des Fußgewölbes wird die Bildung eines Hallux valgus zudem verstärkt, da dieses überwiegend mediale Absenken von oben betrachtet zu einer anatomischen Auswärtsdrehung des Mittelfußes und des Vorfußes führt.
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In der vorliegenden Offenbarung wird, wie in der Anatomie üblich, ein Bezugssystem verwendet, das auf die Mittellinie des Körpers eines Patienten ausgerichtet ist, um die Position und Richtung einzelner Komponenten des vorgeschlagenen Schuhwerks in einem an dem Fuß des Trägers befestigten Zustand des Schuhwerks angeben zu können. Entsprechend bezieht sich der Begriff „medial“ auf eine Richtung oder Seite des Schuhwerks, die in Richtung einer medialen Ebene des Körpers des Trägers zeigt, das heißt eines Körpers einer Person, die das Schuhwerk trägt. In der Anatomie bezieht sich der Begriff „mediale Ebene“, die auch als „Mittelsagittalebene“ bezeichnet wird, im Allgemeinen auf eine anatomische Ebene, die den Körper in zwei zueinander symmetrische Teile teilt und somit durch die Körpermitte verläuft. Wenn man ein Schuhwerk eines an den Füßen eines Trägers befestigten Schuhwerkpaares beschreibt, bedeutet somit der Begriff „in medialer Richtung“ in eine Richtung des jeweils anderen Schuhwerk-Exemplars, welches also an dem anderen Fuß des Trägers befestigt ist. In diesem Sinne bezieht sich der Begriff „lateral“ auf eine Richtung oder Seite der Fußorthese, die von der medialen Ebene des Körpers des Trägers weg weist. Wenn man ein Schuhwerk eines an den Füßen eines Trägers befestigten Schuhwerkpaares beschreibt, bedeutet somit der Begriff „in lateraler Richtung“ in eine Richtung, die von dem anderen Schuhwerk-Exemplar, das an dem anderen Fuß des Trägers befestigt ist, weg weist.
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Aus dem Stand der Technik ist die Verwendung von therapeutischem Schuhwerk zur Vorbeugung oder Behandlung von Hallux-valgus-Erkrankungen eines Trägerfußes bekannt. Beispielsweise offenbart die
US 2016/0242508 A1 eine therapeutische Sandale, die dazu eingerichtet ist, die Großzehe des Trägers neu zu positionieren, um auf das Großzehengrundgelenk wirkende Druckbelastungen zu verringern. Hierzu umfasst die Sandale eine Sohle, durch die ein einstellbarer Riemen von einer medialen Seite zu einer lateralen Seite der Sandale bewegbar geführt ist. Ein Zehenabschnitt des Riemens erstreckt sich von der medialen Seite und ist an der Sohle befestigt, so dass eine Schlaufe zum Aufnehmen der Großzehe des Trägers ausgebildet ist. Zu diesem Zweck erstreckt sich ein Mittelfußabschnitt des Riemens von der lateralen Seite der Sohle und ist an einem Schlitz an der medialen Seite befestigt, um ein Mittelfußbereich des Fußes des Trägers zwischen dem Mittelfußabschnitt des Riemens und der Sohle zu halten. Ein Endabschnitt des Mittelfußbereiches ist an der medialen Seite der Sohle durch den Schlitz geführt und mit einer oberen Fläche eines mittleren Abschnitts des Mittelfußbereichs mittels einer Klettverbindung entlang der Oberseite des Fußes des Trägers gekoppelt. Auf diese Weise ist die Länge des Riemens einstellbar. Durch dies Ausgestaltung kann eine auf die Großzehe ausgeübte therapeutische Kraft durch Anziehen des Riemens eingestellt werden. Jedoch werden auf diese Weise, das heißt durch Verkürzen der effektiven Länge des Riemens, der Mittelfußabschnitt um den Mittelfußbereich des Fußes und der Zehenabschnitt des Riemens gleichzeitig angezogen.
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Bei dem bekannten therapeutischen Schuhwerk sind das Aufbringen oder Einstellen von Haltekräften, welche auf den Mittelfußbereich des Fußes ausgeübt werden, und das Aufbringen oder Einstellen von therapeutischen Kräften, welche auf die Großzehe ausgeübt werden, somit direkt miteinander gekoppelt. Mit anderen Worten können diese nicht unabhängig voneinander eingestellt werden. Dies kann jedoch eine ordnungsgemäße Fixierung des Schuhwerks an dem Fuß des Trägers und/oder eine korrekte Einstellung einer therapeutischen Kraft, welche auf den Fuß des Trägers ausgeübt wird, beeinflussen.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Schuhwerk zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlstellung eines Fußes eines Trägers, insbesondere eines Gelenks, welches eine Großzehe mit dem Fuß verbindet, bereitzustellen, das insbesondere ermöglicht, das Schuhwerk effektiver und genauer an einem Fuß eines Trägers zu befestigen oder einzustellen. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der vorliegenden Beschreibung, den Figuren und den abhängigen Ansprüchen.
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Entsprechend wird ein Schuhwerk bereitgestellt zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlstellung, insbesondere eine pathologische Fehlstellung eines Gelenks, welches eine Großzehe mit dem Fuß verbindet. Das vorgeschlagene Schuhwerk umfasst eine an der Großzehe befestigbare Zehenschlaufe, ein an einem Mittelfußbereich des Fußes befestigbares Oberleder, das einen lateralen und einen medialen Abschnitt umfasst, und einen Einstellmechanismus mit einem mit der Zehenschlaufe gekoppelten Zugelement, der dazu eingerichtet ist, eine an dem Zugelement angreifende Zugkraft veränderbar einzustellen, die in einem an dem Fuß befestigten Zustand des Schuhwerks in eine auf die Großzehe und/oder das Großzehengelenk wirkende Korrekturkraft umgelenkt wird. Der Einstellmechanismus ist zumindest teilweise derart in oder an dem lateralen Abschnitt angeordnet, dass das Zugelement zu einer lateralen Seite des Schuhwerks geleitet ist. Der mediale Abschnitt des Oberleders erstreckt sich von dem Einstellmechanismus in medialer Richtung hin zu einer medialen Seite des Schuhwerks und ist in seiner Umfangslänge verstellbar.
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Das vorgeschlagene Schuhwerk kann zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlbildung oder Fehlstellung eines Fußes eines Trägers oder Patienten verwendet werden. insbesondere kann das vorgeschlagene Schuhwerk zur Vorbeugung von Erkrankungen wie Hallux valgus oder einer Ballenzehe verwendet werden, ist aber nicht auf diese Verwendung beschränkt. Hallux valgus oder Ballenzehe-Erkrankungen stehen typischerweise in Zusammenhang mit einer pathologischen Fehlbildung oder Fehlstellung eines Gelenks, welches eine Großzehe mit dem Fuß eines Patienten verbindet und im Folgenden auch als „Großzehengrundgelenk“ bezeichnet wird. Entsprechend kann das vorgeschlagene Schuhwerk zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlbildung oder Fehlstellung des Großzehengrundgelenks des Trägers verwendet werden.
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Zur Vorbeugung oder Behandlung der vorstehend genannten pathologischen Fehlstellung des Fu-ßes des Trägers oder Patienten, was im Folgenden auch als der Fuß bezeichnet wird, ist das vorgeschlagene Schuhwerk dazu eingerichtet und ausgebildet, in dem befestigten Zustand eine Korrekturkraft auf den Fuß auszuüben, das heißt wenn das Schuhwerk an dem Fuß befestigt ist. Insbesondere ist die Korrekturkraft dafür vorgesehen, jene Teile des Fußes, welche der pathologischen Fehlstellung unterliegen, in eine anatomisch korrekte oder gewünschte Stellung führen, um einen gewünschten therapeutischen Effekt zu erzielen. Eine detaillierte Beschreibung der Korrekturkräfte, welche auf den Fuß des Trägers ausgeübt werden, und der damit verbundenen therapeutischen Effekte werden im Folgenden in Zusammenhang mit der Beschreibung der damit in Beziehung stehenden Komponenten des Schuhwerks bereitgestellt.
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Wie vorstehend ausgeführt, ist das vorgeschlagene Schuhwerk derart eingerichtet und ausgebildet, um an einem Fuß eines Patienten befestigt, insbesondere lösbar befestigt, zu werden. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung bezieht sich der Begriff „Schuhwerk“ auf jedwedes Kleidungsstück, insbesondere jedwede Art von Schuhen, welches dafür vorgesehen ist, an einem Fuß eines Patienten in einer vorbestimmten Position und Ausrichtung relativ zu dem Fuß befestigt zu werden. Insbesondere kann das Schuhwerk in Form eines beliebigen Schuhtyps bereitgestellt sein, beispielsweise in Form eines geschlossenen Schuhs oder eines offenen Schuhs, wie einer Sandale. Auch kann das Schuhwerk in Form einer Schiene bereitgestellt sein.
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Das Schuhwerk kann ein Unterteil oder eine Sohle umfassen, das/die dazu eingerichtet ist, die Unterseite oder die Fußsohle des Fußes aufzunehmen. Mit anderen Worten kann in dem befestigten Zustand des Schuhwerks die Unterseite des Fußes mit der Sohle im Kontakt stehen. Weiterhin kann die Sohle dazu ausgebildet sein, dem Schuhwerk eine gewisse Stabilität und Strapazierfähigkeit bereitzustellen, insbesondere um Kräfte während der Verwendung des Schuhwerks aufzunehmen und zu dämpfen. So kann die Sohle im Vergleich zu anderen Komponenten des Schuhwerks mit einer größeren mechanischen Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Steifigkeit bereitgestellt sein. Die Sohle kann als einstückige Komponente oder als mehrteilige Komponente bereitgestellt sein. Insbesondere kann die Sohle mit einem mehrschichtigen Aufbau versehen sein, welcher zumindest zwei Schichten, insbesondere horizontale Schichten, umfassen kann. Beispielsweise kann die Sohle einen Schichtaufbau aufweisen, welcher zumindest zwei Elemente der folgenden Aufzählung umfasst: eine Laufsohle, eine Zwischensohle, eine Brandsohle und eine Einlegesohle. Die Sohle kann aus jedem geeignetem Material oder einer Mischung verschiedener Materialen hergestellt sein.
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Wie vorangehend beschrieben, umfasst das Schuhwerk die Zehenschlaufe, die dazu eingerichtet ist, an der Großzehe des Fußes, die auch als erste Zehe, Daumenzehe, innerste Zehe oder Hallux bezeichnet wird, befestigt zu werden. Mit anderen Worten kann die Zehenschlaufe in dem an dem Fuß befestigten Zustand des Schuhwerks dazu ausgebildet und eingerichtet sein, die Großzehe in einer vorbestimmten Stellung innerhalb des Schuhwerks, insbesondere relativ zu der Sohle, zu halten und zu fixieren. Hierzu kann die Zehenschlaufe an der Sohle fixiert oder befestigt, insbesondere fest angebracht, sein.
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Insbesondere kann die Zehenschlaufe ein an der Sohle befestigtes erstes Ende umfassen. Die Zehenschlaufe kann derart bereitgestellt sein, dass in dem befestigten Zustand des Schuhwerks das erste Ende zwischen der Großzehe und der zweiten Zehe des Fußes angeordnet ist. Gemäß einer Ausführungsform kann das erste Ende der Zehenschlaufe zumindest teilweise in die Sohle hineinragen und optional zwischen verschiedenen Schichten der Sohle angeordnet sein. Auf diese Weise kann eine besonders stabile Verbindung zwischen der Sohle und der Zehenschlaufe bereitgestellt sein.
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Weiterhin kann die Zehenschlaufe ein zweites Ende umfassen, das an einer gegenüberliegenden Seite bezüglich des ersten Endes angeordnet ist. Das zweite Ende kann an dem Zugelement des Einstellmechanismus befestigt sein. Gemäß einer Ausführungsform kann das zweite Ende der Zehenschlaufe lösbar an dem Zugelement befestigt sein. Auf diese Weise kann eine Verbindung zwischen dem zweiten Ende der Zehenschlaufe und dem Zugelement wahlweise in Eingriff stehen oder gelöst sein. Indem das zweite Ende der Zehenschlaufe von dem Zugelement gelöst werden kann, ermöglicht das Schuhwerk, dass eine obere Schicht der Sohle entfernt oder ausgetauscht werden kann, insbesondere die Brandsohle oder die Einlegesohle. Dies kann durch eine Sohle erreicht werden, die mit einer Durchgangsöffnung in ihrer oberen Schicht bereitgestellt ist, durch die die Zehenschlaufe, das heißt deren erstes Ende, geleitet ist. Indem das zweite Ende gelöst und von jeder anderen Komponente des Schuhwerks freigelegt wird, kann die Obersohle von der Sohle gelöst werden und relativ zu der Zehenschlaufe bewegt werden, sodass die Zehenschlaufe durch die Durchgangsöffnung in der oberen Schicht gezogen wird. Auf diese Weise kann die obere Schicht strukturell von dem Schuhwerk entkoppelt werden.
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Die Zehenschlaufe kann derart bereitgestellt sein, dass das erste Ende der Zehenschlaufe in einer Vorwärtsrichtung des Schuhwerks das heißt in einer Richtung, welche von einer Ferse des Fußes in Richtung der Zehen zeigt, vor dem zweiten Ende der Zehenschlaufe angeordnet ist.
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Die Zehenschlaufe kann in einer länglichen Form bereitgestellt sein. Das heißt, dass die Zehenschlaufe eine Länge aufweisen kann, die wesentlich größer ist als die Breite der Zehenschlaufe. Zusätzlich kann die Zehenschlaufe in einer flachen Form bereitgestellt sein, das heißt die eine Dicke aufweist, die wesentlich kleiner ist als eine Breite der Zehenschlaufe. Die Zehenschlaufe kann an der Sohle derart befestigt sein, dass in dem Bereich ihres ersten Endes die Zehenschlaufe parallel zur Vorwärtsrichtung des Schuhwerks angeordnet ist. Mit anderen Worten kann die Zehenschlaufe in dem Bereich ihres ersten Endes derart angeordnet sein, dass die Ausrichtung ihre Breite in eine Richtung zeigt, die im Wesentlichen parallel zur der Vorwärtsrichtung des Schuhwerks ist. Auf diese Weise kann der Tragekomfort des Schuhwerks verbessert werden.
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Die Zehenschlaufe kann dazu eingerichtet und ausgebildet sein, umlaufend um die Großzehe angeordnet zu sein, wenn das Schuhwerk sich in dem befestigten Zustand befindet. In dieser Ausführungsform kann das Schuhwerk derart bereitgestellt sein, dass bei Ausüben der Zugkraft durch das Zugelement auf die Zehenschlaufe, insbesondere auf deren zweites Ende, eine Umschlingungslänge der Zehenschlaufe um die Großzehe herum eingestellt werden kann. Mit anderen Worten kann durch das Ausüben einer Zugkraft auf die Zehenschlaufe eine Umschlingungslänge der Zehenschlaufe verringert werden. Auf diese Weise kann die Zugkraft in eine Korrekturkraft umgeleitet werden, welche auf die Großzehe wirkt, sodass die Großzehe in eine mediale Richtung gespannt oder bewegt wird. Dadurch wird die Großzehe einer therapeutischen Kraft ausgesetzt und so in eine anatomisch korrekte oder gewünschte Stellung gezwungen, um der pathologischen Fehlstellung des Fußes vorzubeugen oder diese zu behandeln.
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In einer Weiterentwicklung kann das Schuhwerk derart bereitgestellt sein, dass die Zehenschlaufe dazu ausgebildet und eingerichtet ist, in dem befestigten Zustand des Schuhwerks von ihrem ersten Ende über die Großzehe zu einer medialen Seite des Schuhwerks gespannt zu sein. Insbesondere kann die Zehenschlaufe derart gespannt sein, dass sie sich entlang der Fußaußenfläche von einer lateralen Seite der Zehe, insbesondere der Großzehe, zu einer medialen Seite der Zehe und/oder des Großzehengrundgelenks erstreckt. In dieser Ausführungsform kann sich die Zehenschlaufe, insbesondere deren Längsachse, entlang einer Außenfläche der Großzehe in eine mediale Richtung und Rückwärtsrichtung des Schuhwerks erstrecken, die von den Zehen in Richtung der Ferse des Fußes zeigt. Mit anderen Worten kann sich gemäß dieser Ausführungsform die Zehenschlaufe, insbesondere deren Längsachse, rückwärts und medial geneigt, das heißt in die mediale Richtung und Rückwärtsrichtung, entlang der Außenfläche der Großzehe erstrecken. Auf diese Weise kann die Zehenschlaufe, insbesondere deren Längsachse, eine Spiralform aufweisen.
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Weiterhin kann die Zehenschlaufe mit einer Aufnahmefläche ausgestattet sein, die dazu eingerichtet ist, in dem befestigten Zustand des Schuhwerks die Fußaußenfläche zu berühren und an dieser anzuliegen, das heißt an zumindest der Großzehe und/oder dem Gelenk, das die Großzehe mit dem Fuß verbindet. Optional können in dem befestigten Zustand des Schuhwerks zwischen der Fußaußenfläche und der Aufnahmefläche andere Teile des Schuhwerks, beispielsweise Teile des Oberleders, wie dessen medialer Abschnitt, angeordnet sein. Insbesondere kann die Aufnahmefläche mit einer ersten Wirkfläche, welche an oder in dem Bereich der lateralen Seite der Großzehe angeordnet ist, und einer zweiten Wirkfläche, welche in dem befestigten Zustand des Schuhwerks an oder in dem Bereich der medialen Seite der Großzehe oder des Großzehengrundgelenks angeordnet ist, bereitgestellt sein. In dieser Ausführungsform kann die erste Wirkfläche durch Ausüben der Zugkraft auf die Zehenschlaufe eine erste Korrekturkraft auf die laterale Seite der Großzehe ausüben, die die Großzehe in eine mediale Richtung bewegt und/oder spannt. Weiterhin kann die zweite Wirkfläche durch Ausüben der Zugkraft auf die Zehenschlaufe eine zweite Korrekturkraft auf die mediale Seite der Großzehe und/oder des Großzehengrundgelenks ausüben, die das Gelenk in eine laterale Richtung bewegt und/oder spannt. Im Ergebnis sind sowohl die Großzehe als auch das Gelenk einer therapeutischen Kraft ausgesetzt, wodurch diese in eine anatomisch korrekte oder gewünschte Stellung gezwungen werden. Auf diese Weise kann eine besonders effektive therapeutische Behandlung oder Vorbeugung von Hallux-valgus-Erkrankungen bereitgestellt werden.
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Wie vorangehend beschrieben, umfasst das Schuhwerk ferner das Oberleder, das dazu eingerichtet ist, an einem Mittelfußbereich des Fußes befestigt zu werden. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung bezieht sich der Begriff „Oberleder“ auf einen Teil des Schuhwerks, der dazu eingerichtet ist, den Fuß in einer gewünschten Position und Orientierung innerhalb des Schuhwerks zu halten. Gemäß einer Ausführungsform, beispielsweise wenn das Schuhwerk in Form eines offenen Schuhs, insbesondere als Sandale, bereitgestellt wird, kann das Oberleder aus einem oder mehreren Riemen gebildet sein, welche sich über den Mittelfußbereich des Fußes erstrecken. Das Oberleder kann dazu ausgebildet und eingerichtet sein, in dem befestigten Zustand des Schuhwerks den Mittelfußbereich des Fußes in einer vorbestimmten Position innerhalb des Schuhwerks, insbesondere relativ zu der Sohle, zu halten und zu fixieren. Hierzu kann das Oberleder an der Sole fixiert oder befestigt sein, insbesondere fest angebracht sein. Insbesondere kann/können zumindest der laterale Abschnitt und/oder der mediale Abschnitt des Oberleders an der Sohle fixiert oder angebracht sein. Insbesondere kann ein laterales Ende des lateralen Abschnitts an der Sohle befestigt oder fixiert, insbesondere unmittelbar befestigt oder fixiert, sein. Alternativ oder zusätzlich kann ein mediales Ende des medialen Abschnitts an der Sohle befestigt oder fixiert, insbesondere unmittelbar befestigt oder fixiert, sein.
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In dem vorgeschlagenen Schuhwerk, wie vorangehend beschrieben, umfasst das Oberleder den lateralen Abschnitt und den medialen Abschnitt. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung beziehen sich der laterale Abschnitt und der mediale Abschnitt auf unterschiedliche und abgegrenzte Abschnitte des Oberleders. Der laterale Abschnitt erstreckt sich in lateraler Richtung von einer Grenzlinie zwischen dem lateralen und medialen Abschnitt. Die mediale Abschnitt erstreckt sich von der Grenzlinie zwischen dem lateralen und medialen Abschnitt in medialer Richtung.
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Der laterale Abschnitt ist insbesondere bereitgestellt und dafür vorgesehen, den Einstellmechanismus zu tragen oder aufzunehmen, zumindest einen Teil davon. Entsprechend kann der Einstellmechanismus derart auf oder in dem lateralen Abschnitt des Oberleders angeordnet sein, dass dieser lateral zu der Grenzlinie angeordnet ist, das heißt in einer lateralen Richtung relativ zu der Grenzlinie, welche sich zwischen dem lateralen Abschnitt und dem medialen Abschnitt des Oberleders erstreckt.
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In dem vorgeschlagenen Schuhwerk kann der mediale Abschnitt einem Teil des Oberleders entsprechen, der sich von dem Einstellmechanismus in eine mediale Richtung zu einer medialen Seite des Schuhwerks hin erstreckt. Mit anderen Worten kann der mediale Abschnitt an den Einstellmechanismus angrenzen oder beabstandet davon angeordnet sein. Entsprechend kann der mediale Abschnitt einem Teil des Oberleders entsprechen, der nicht in unmittelbarem Kontakt zu dem Einstellmechanismus steht.
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Im Folgenden werden die Funktionsweise und der strukturelle Aufbau des Einstellmechanismus näher erläutert.
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Der Einstellmechanismus ist derart ausgebildet und dazu eingerichtet, die auf die Zehenschlaufe ausgeübte Zugkraft veränderbar einzustellen, die in dem befestigten Zustand des Schuhwerks in die auf die Großzehe und/oder das Großzehengelenk wirkende Korrekturkraft umgelenkt wird. Mit anderen Worten ist der Einstellmechanismus derart ausgebildet und dazu eingerichtet, eine Korrekturkraft veränderbar einzustellen, welche auf die Großzehe und/oder das Großzehengelenk ausgeübt wird. Hierzu umfasst der Einstellmechanismus das Zugelement, welches mit der Zehenschlaufe verbunden ist.
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Im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung kann sich der Begriff „Einstellmechanismus“ auf eine Komponente des Schuhwerks beziehen, die dazu eingerichtet ist, die Zehenschlaufe anzuziehen und/oder zu lösen, und die auf dem lateralen Abschnitt des Oberleders angeordnet sein kann. Weiterhin bezieht sich der Begriff „Zugelement“ auf eine Komponente, insbesondere eine flexible Komponente, wie zum Beispiel ein Seil oder ein Draht, die derart ausgebildet und dazu eingerichtet ist, eine Zugkraft auf die Zehenschlaufe zu übertragen, insbesondere auf deren zweites Ende. Mit anderen Worten kann das Zugelement ein zugstarrer Draht sein, der die Zehenschlaufe mit dem Einstellmechanismus kraftschlüssig verbindet.
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Um die Zugkraft auf die Zehenschlaufe auszuüben, kann das Schuhwerk derart bereitgestellt sein, dass das Zugelement innerhalb des Schuhwerks bewegbar geführt ist. Insbesondere kann das Zugelement innerhalb des Schuhwerks derart geführt sein, dass es entlang seiner Längsachse bewegbar ist, um an der Zehenschlaufe, insbesondere an deren zweiten Ende, zu ziehen und so die Zugkraft auszuüben.
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Wie vorangehend beschrieben, ist der laterale Abschnitt dafür vorgesehen und dazu eingerichtet, das Zugelement des Einstellmechanismus zu einer lateralen Seite des Schuhwerks zu führen. Weiterhin können der Einstellmechanismus und der laterale Abschnitt des Oberleders derart eingerichtet und ausgestaltet sein, dass das Zugelement in die Sohle des Schuhwerks geführt ist. Beispielsweise kann das Zugelement derart entlang der lateralen Seite des Schuhwerks geführt sein, dass es von einer lateralen Seite oder Außenseite des Schuhwerks in die Sohle des Schuhwerks geführt ist. Insbesondere kann das Zugelement in oder auf dem lateralen Abschnitt des Oberleders derart gelagert oder geführt sein, dass das Zugelement entlang seiner Längsachse translatorisch bewegbar ist relativ zu dem lateralen Abschnitt.
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Das Zugelement kann ferner derart innerhalb oder auf der Sohle des Schuhwerks gelagert oder geführt sein, dass das Zugelement relativ zu der Sohle entlang der Längsachse des Zugelements translatorisch bewegbar ist. Zusätzlich oder alternativ kann die Zehenschlaufe derart innerhalb oder auf der Sohle des Schuhwerks gelagert oder geführt sein, dass die Zehenschlaufe relativ zu der Sohle entlang der Längsachse des Zugelements translatorisch bewegbar ist. In dieser Ausgestaltung kann innerhalb oder auf der Sohle ein Verbindungselement zum Verbinden des Zugelements mit der Zehenschlaufe angeordnet sein. Das Verbindungselement kann dazu eingerichtet sein, bei einer Betätigung der Zehenschlaufe, das heißt, wenn diese die Zugkraft erfährt, sich relativ zu der Sohle entlang der Längsachse des Zugelements und der Zehenschlaufe translatorisch zu bewegen. Alternativ kann das Verbindungselement zum Verbinden des Zugelements mit der Zehenschlaufe auf einer lateralen Seite des Schuhwerks, innerhalb oder auf dem lateralen Abschnitt des Oberleders oder auf einer medialen Seite des Schuhwerks, insbesondere einer medialen Außenseite des Schuhwerks, angeordnet sein.
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Die Sohle kann hierzu mit einem Kanal zur Aufnahme und Führung des Zugelements und/oder der Zehenschlaufe ausgestattet sein. Durch diese Ausgestaltung können/kann das Zugelement und/oder die Zehenschlaufe in der Sohle derart gelagert sein, dass diese relativ zu der Sohle entlang einer Längsachse des Kanals translatorisch bewegbar sind. In dieser Ausgestaltung kann die Längsachse des Kanals mit der Längsachse eines Abschnitts des Zugelements und/oder eines Abschnitts der Zehenschlaufe, welcher/welche in dem Kanal angeordnet sind/ist, zusammenfallen oder parallel dazu sein.
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Insbesondere kann der Kanal derart bereitgestellt sein, dass dieser, insbesondere dessen Längsachse, sich durch die Sohle von einer medialen Seite zu einer lateralen Seite des Schuhwerks in die laterale und Rückwärtsrichtung des Schuhwerks erstreckt. Mit anderen Worten kann sich der Kanal, insbesondere dessen Längsachse, in Rückwärtsrichtung und in der lateralen Richtung geneigt von einer medialen Seite zu einer lateralen Seite des Schuhwerks erstrecken. Weiterhin kann der Kanal derart in der Sohle bereitgestellt sein, dass in dem befestigten Zustand des Schuhwerks der Kanal in Rückwärtsrichtung des Schuhwerks hinter dem Großzehengrundgelenk oder dem Großzehenballen angeordnet ist.
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Die Sohle kann derart ausgebildet sein, dass das Zugelement innerhalb einer ihrer Schichten oder zwischen zwei Schichten geführt ist. Entsprechend kann der Kanal zur Lagerung und Führung des Zugelements und/oder der Zehenschlaufe derart bereitgestellt sein, dass dieser durch eine Sohlenschicht oder ein Sohlenelement oder zwischen zwei Sohlenschichten oder Sohlenelementen verläuft. Zum Beispiel kann das Zugelement durch die Außensohle oder zwischen der Außensohle und der Brandsohle oder zwischen der Brandsohle und Einlegesohle geführt sein.
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Weiterhin umfasst der Einstellmechanismus eine Einstelleinheit zum Betätigen des Zugelements, insbesondere zum Anziehen oder Lösen des Zugelements. Der Einstellmechanismus kann derart bereitgestellt sein, dass das Zugelement relativ zu der Einstelleinheit translatorisch bewegt werden kann, insbesondere entlang seiner Längsachse, um so die auf die Zehenschlaufe ausgeübte Zugkraft veränderbar einzustellen. Zusätzlich kann der Einstellmechanismus derart eingerichtet sein, dass die translatorische Bewegung zwischen der Einstelleinheit und dem Zugelement, insbesondere entlang der Längsachse des Zugelements, wahlweise gesperrt werden kann, um eine gewünschte, auf die Zehenschlaufe ausgeübte Zugkraft, einzustellen und aufrechtzuerhalten. Die Einstelleinheit kann dazu eingerichtet sein, eine translatorische Relativbewegung zwischen dem Zugelement und der Einstelleinheit entlang der axialen Richtung des Zugelements wahlweise freizugeben, das heißt zu erlauben, oder zu sperren, um so die auf die Zehenschlaufe ausgeübte Zugkraft veränderbar einzustellen. Mit anderen Worten kann die Einstelleinheit dazu eingerichtet sein, eine kraftschlüssige Kopplung zwischen der Einstelleinheit und dem Zugelement wahlweise bereitzustellen oder zu lösen.
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In einer Weiterentwicklung kann die Einstelleinheit in einem Betriebsmodus des Anziehens oder Lösens betrieben werden, in dem eine relative translatorische Bewegung zwischen der Einstelleinheit und dem Zugelement entlang seiner Längsachse ermöglicht ist. Weiterhin kann die Einstelleinheit in einem gesperrten Betriebsmodus betrieben werden, in welchem eine relative translatorische Bewegung zwischen der Einstelleinheit und dem Zugelement entlang seiner Längsachse gesperrt oder verriegelt ist. Die Einstelleinheit kann dazu eingerichtet sein, von dem gesperrten Betriebsmodus in den Betriebsmodus des Anziehens oder Lösens zu wechseln, wenn eine Betätigungskraft, die von einem Benutzer auf die Einstelleinheit ausgeübt wird, einen Schwellenwert übersteigt.
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Gemäß einer Ausführungsform kann die Einstelleinheit ein rotatorisch betätigbares Element umfassen, insbesondere einen Drehknopf, wobei die Einstelleinheit dazu eingerichtet ist, eine Rotationsbewegung des rotatorisch betätigbaren Elements in eine translatorische Bewegung des Zugelements relativ zu der Einstelleinheit entlang der Längsachse des Zugelements zu übertragen. Beispielsweise kann die Einstelleinheit derart eingerichtet sein, dass eine Drehbewegung des rotatorisch betätigbaren Elements in eine erste Richtung ein Anziehen des Zugelements bewirkt und eine Drehbewegung des rotatorisch betätigbaren Elements in eine zweite, entgegengesetzte Richtung ein Lösen des Zugelements bewirkt. Hierbei kann ein Anziehen des Zugelements durch Ziehen oder Einziehen des Zugelements in die Einstelleinheit erfolgen und ein Lösen kann durch ein Herausziehen des Zugelements aus der Einstelleinheit erfolgen.
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Gemäß einer Konfiguration kann das Zugelement in Form eines Schnürsenkels bereitgestellt sein, wobei die Einstelleinheit durch einen Endabschnitt, insbesondere durch einen lateralen Endabschnitt, des Schnürsenkels und durch Schnürsenkelösen, welche in dem lateralen Abschnitt des Oberleders bereitgestellt sind, ausgebildet sein kann. Insbesondere können die Schnürsenkelösen derart ausgebildet und bereitgestellt sein, dass der Endabschnitt des Schnürsenkels durch die Schnürsenkelösen hindurch geführt sein kann und relativ zu den Schnürsenkelösen entlang der Längsachse des Schnürsenkels und der Schnürsenkelöse bewegt werden kann, um den Einstellmechanismus festzuziehen oder zu lösen. Weiterhin kann die Einstelleinheit derart ausgebildet und eingerichtet sein, dass der Schnürsenkel an der Schnürsenkelöse befestigt werden kann, beispielsweise mittels eines Schnürsenkelknotens, um so eine Relativbewegung zwischen dem Schnürsenkel und der Schnürsenkelöse entlang der Längsachse zu sperren, insbesondere in wenigstens einer Richtung entlang der Längsachse.
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Gemäß einer Ausführungsform kann das Zugelement zumindest teilweise, beispielsweise an einem lateralen Endabschnitt, in Form eines Riemens bereitgestellt sein, wobei die Einstelleinheit durch eine Klettverschlussverbindung zwischen dem Zugelement, insbesondere dessen lateralen Endabschnitt, und dem lateralen Abschnitt des Oberleders gebildet sein kann. Durch eine derartige Ausführung kann das Zugelement lösbar und einstellbar an der Einstelleinheit befestigt werden. Zum Anziehen oder Lösen des Zugelements und entsprechend zum veränderbaren Einstellen der auf die Zehenschlaufe auszuübenden Zugkraft kann die Klettverschlussverbindung relativ zu der Einstelleinheit bewegt werden, insbesondere entlang deren Längsachse. Nachdem eine gewünschte Zugkraft eingestellt ist, kann die Klettverschlussverbindung in Eingriff gebracht werden, indem der laterale Endabschnitt auf die Oberfläche des lateralen Abschnitts des Oberleders aufgesetzt wird. Auf diese Weise kann eine translatorische Relativbewegung zwischen dem Zugelement und der Einstelleinheit gesperrt werden.
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Der Fachmann versteht, dass das vorgeschlagene Schuhwerk nicht auf die vorangehend beschriebenen Ausführungsformen des Einstellmechanismus beschränkt ist. Vielmehr können jedwede geeignete Befestigungsmittel als ein Einstellmechanismus im Sinne der vorliegenden Offenbarung verwendet werden, welche dazu geeignet sind, wahlweise eine translatorische Relativbewegung des Zugelements relativ zu dem lateralen Abschnitt des Oberleders entlang der Längsachse eines Teils des Zugelements, welches auf oder in dem lateralen Abschnitt des Oberleders angeordnet ist, zu sperren oder freizugeben.
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Wie vorangehen beschrieben, bezieht sich der mediale Abschnitt auf einen Teil des Oberleders, der sich von dem Einstellmechanismus in eine mediale Richtung zu einer medialen Seite des Schuhwerks erstreckt. Somit ist der mediale Abschnitt in dem befestigten Zustand des Schuhwerks dazu eingerichtet, auf dem Mittelfußbereich des Fußes aufzuliegen oder an diesem angeordnet zu sein, um so das Schuhwerk in einer gewünschten Position oder Ausrichtung am Fuß zu halten.
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Weiterhin kann der mediale Abschnitt derart ausgebildet sein, dass dieser einstellbar ist, insbesondere in seiner Umfangslänge veränderbar einstellbar ist. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Offenbarung beziehen sich die Ausdrücke „entlang des Umfangs“ und „Umfangslänge“ auf eine Umfangs- oder Erstreckungsrichtung des medialen Abschnitts, welche einen Pfad entlang des Mittelfußbereiches des Fußes zwischen einer lateralen Seite und einer medialen Seite des Schuhwerks definiert.
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Dadurch, dass der mediale Abschnitt in seiner Umfangslänge veränderbar einstellbar ist, kann sichergestellt werden, dass eine korrekte Einstellung des Oberleders relativ zu dem in dem Schuhwerk aufzunehmenden Fuß vorgenommen werden kann. Auf diese Weise kann das Schuhwerk, das heißt dessen Form, gezielt an verschiedene Fußformen angepasst werden und dadurch als Schuhwerk mit einem gewissen Grad an Konfigurierbarkeit bereitgestellt sein. Im Ergebnis kann ein korrektes Anpassen des Schuhwerks an verschiedene Fußtypen und Fußformen gewährleistet sein.
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Der mediale Abschnitt kann derart eingerichtet sein, dass dieser in seiner Umfangslänge einstellbar ist unabhängig von einer Betätigung des Einstellmechanismus. Insbesondere kann der mediale Abschnitt derart eingerichtet sein, dass dessen Umfangslänge unabhängig von einer Betätigung des Einstellmechanismus vergrößert oder verringert werden kann. Wenn sich beispielsweise der Einstellmechanismus in einem gelösten Zustand befindet, in welchem die Zehenschlaufe und entsprechen das Zugelement nicht mit der Zugkraft beaufschlagt sind, ist der mediale Abschnitt in seiner Umfangslänge unabhängig von einer Betätigung des Einstellmechanismus einstellbar, das heißt unabhängig von einem Anziehen oder Lösen des Zugelements und/oder der Zehenschlaufe. Mit anderen Worten kann der mediale Abschnitt in dem befestigten Zustand des Schuhwerks eine Spannkraft zum Halten des Fußes, insbesondere dessen Mittelfußbereichs relativ zu dem Schuhwerk, erfahren, die unabhängig von der auf die Zehenschlaufe ausgeübten Zugkraft ausgeübt oder eingestellt werden kann.
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Bei dem vorgeschlagenen Schuhwerk können der mediale Abschnitt und der Einstellmechanismus räumlich voneinander getrennt sein, da der Einstellmechanismus in oder auf dem lateralen Abschnitt aufgenommen ist und der mediale Abschnitt sich von dem Einstellmechanismus in eine mediale Richtung zu der medialen Seite des Schuhwerks erstreckt. Durch eine derartige Ausführung kann das vorgeschlagene Schuhwerk mit dem vorteilhaften Effekt bereitgestellt sein, dass dieses Einstellen der auf die Zehenschlaufe auszuübenden Zugkraft entkoppelt durchgeführt werden kann von dem Einstellen einer Umfangslänge des medialen Abschnitts des Oberleders, und umgekehrt. Entsprechend kann ein Anwender den Einstellmechanismus zum Einstellen der Zugkraft separat betätigen von einem weiteren Einstellmechanismus zum Einstellen einer Umfangslänge des Oberleders, insbesondere dessen medialen Abschnitts. Der weitere Einstellmechanismus kann beispielsweise auf oder in dem medialen Abschnitt des Oberleders bereitgestellt sein. Auf diese Weise, das heißt durch das Bereitstellen derart entkoppelter und selektiver Einstellmöglichkeiten, ermöglicht das vorgeschlagene Schuhwerk eine genauere Anpassung des Schuhwerks an den Fuß des Trägers, das heißt mit mehr Freiheitsgraden. Im Vergleich zu bekanntem Schuhwerk oder therapeutischen Schuhen ermöglicht die vorgeschlagene Lösung ein genaueres Einstellen einer gewünschten therapeutischen Kraft beziehungsweise eines therapeutischen Effektes, während gleichzeitig die Anwenderfreundlichkeit und der Tragekomfort des Schuhwerks erhöht werden können, wodurch die Behandlungsakzeptanz eines Trägers verbessert wird.
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Beispielsweise kann eine verbesserte Anwenderfreundlichkeit des Schuhwerks erzielt werden, indem ein Träger das vorgeschlagene Schuhwerk einfacher und komfortabler an seinem Fuß befestigen kann. Insbesondere kann der Träger in einem ersten Schritt seinen Fuß innerhalb des Schuhwerks positionieren und anschließend eine Umfangslänge des Oberleders, insbesondere eine Umfangslänge dessen medialen Abschnitts, einstellen, um so das Schuhwerk ordnungsgemäß an dem Fuß zu befestigen, ohne gleichzeitig eine Zugkraft auf die Zehenschlaufe oder eine Korrekturkraft auf die Großzehe auszuüben. Während dieser ersten Einstellung kann der Anwender sicherstellen, dass das Schuhwerk anwendungsspezifisch und komfortabel an dem Fuß gehalten ist. Anschließend, nachdem der Fuß in einer gewünschten Position und Ausrichtung in dem Schuhwerk gehalten ist, kann der Anwender in einem nächsten Schritt den Einstellmechanismus betätigen, um dadurch die Zugkraft auf die Zehenschlaufe auszuüben und somit die gewünschte Korrekturkraft oder therapeutische Kraft auf die Großzehe oder das Großzehengrundgelenk einzustellen. Durch dieses Vorgehen kann das Aufbringen der gewünschten Korrekturkraft oder therapeutischen Kraft genauer erfolgen, da während des Aufbringens der Korrekturkraft oder der therapeutischen Kraft, die auf die Großzehe oder deren Gelenk auszuüben ist, der Fuß, insbesondere der Mittelfußbereich des Fußes, bereits in einer gewünschten oder vorbestimmten Position und Ausrichtung gehalten wird. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass der Fuß, insbesondere dessen Mittelfußbereich, während des Aufbringens der Korrekturkraft oder therapeutischen Kraft durch Betätigen des Einstellmechanismus unbeabsichtigt bewegt wird, was den zu erzielenden gewünschten therapeutische Effekt beeinflussen kann.
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Um hinsichtlich seine Umfangslänge einstellbar zu sein, kann der mediale Abschnitt mit Befestigungsmitteln ausgestattet sein, die dazu eingerichtet sind, zwei gegenüberliegende Abschnitte des medialen Abschnitts zu verbinden. Die zwei gegenüberliegenden Abschnitte können derart bereitgestellt sein, dass diese gegenüberliegend angeordnet sind. Weiterhin können die zwei gegenüberliegenden Abschnitte derart bereitgestellt sein, dass diese relativ zueinander in Umfangsrichtung bewegbar sind. Mit anderen Worten, indem ein Abstand zwischen den zwei gegenüberliegenden Abschnitten des medialen Abschnitts vergrößert oder verkleinert wird, kann die Umfangslänge des Oberleders, insbesondere die Umfangslänge dessen medialen Abschnitts, vergrößert oder verkleinert werden. In dieser Ausführung können die Befestigungsmittel dazu eingerichtet sein, die zwei gegenüberliegenden Abschnitte zu verbinden, insbesondere zugstarr zu verbinden, sodass verhindert wird, dass die zwei gegenüberliegenden Abschnitte sich voneinander wegbewegen. Mit anderen Worten kann das Befestigungsmittel dazu eingerichtet sein, die zwei gegenüberliegenden Abschnitte des medialen Abschnitts zugstarr zu verbinden. Entsprechend sind in einem gelösten Zustand des Befestigungsmittels die zwei gegenüberliegenden Abschnitte des medialen Abschnitts relativ zueinander bewegbar, während in einem gesperrten Zustand des Befestigungsmittels verhindert wird, dass die zwei gegenüberliegenden Abschnitte des medialen Abschnitts relativ zueinander bewegt, insbesondere voneinander wegbewegt oder aufeinander zu bewegt, werden können. Weiterhin kann das Schuhwerk derart ausgebildet sein, dass das Befestigungsmittel gelöst oder gesperrt werden kann unabhängig von einem Freigeben oder Sperren der translatorischen Relativbewegung zwischen dem Zugelement und der Einstelleinheit. Auf diese Weise kann ein entkoppeltes Einstellen des Einstellmechanismus und des anpassbaren medialen Abschnitts des Oberleders erreicht werden.
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Insbesondere können die Befestigungsmittel des medialen Abschnitts durch wenigstens einen Schnürsenkel gebildet sein, der mit den zwei gegenüberliegenden Abschnitten des medialen Abschnitts über entsprechend ausgebildete Schnürsenkelösen verbunden ist. In dieser Ausführung kann der gesperrte Zustand des Befestigungsmittels durch Binden des wenigstens einen Schnürsenkels an die Schnürsenkelösen, beispielsweise durch einen Schnürsenkelknoten, verwirklicht werden.
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Alternativ oder zusätzlich kann das Befestigungsmittel durch ein elastisches Band gebildet sein, welches zwischen den zwei gegenüberliegenden Abschnitten des medialen Abschnitts gespannt ist. Weiterhin kann das Befestigungsmittel durch eine Klettverschlussverbindung gebildet sein, um die zwei gegenüberliegenden Abschnitte des medialen Abschnitts miteinander lösbar zu koppeln.
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In einer Weiterentwicklung kann das Schuhwerk derart ausgebildet sein, dass in dem befestigten Zustand des Schuhwerks, in welchem der Einstellmechanismus die Zugkraft auf die Zehenschlaufe ausübt, der Einstellmechanismus eine weitere Zugkraft erfahren kann, die der auf die Zehenschlaufe ausgeübten Zugkraft entgegenwirkt. Auf diese Weise kann an dem Einstellmechanismus, insbesondre der Einstelleinheit, ein Kräftegleichgewicht bereitgestellt sein, um den Einstellmechanismus, insbesondere die Einstelleinheit, in Position zu halten. In dieser Ausführung kann die weitere Zugkraft von dem Einstellmechanismus über den medialen Abschnitt in die Sohle hinein geleitet werden. Optional kann die weitere Zugkraft von dem Einstellmechanismus über den medialen Abschnitt in die Sohle hinein geleitet werden, sodass eine Spannkraft auf das Befestigungsmittel ausgeübt wird. Weiterhin kann die auf den medialen Abschnitt, insbesondere auf das Befestigungsmittel, ausgeübte Spannkraft eine Verlängerung des medialen Abschnitts entlang seiner Umfangslänge induzieren oder bewirken.
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Gemäß einer Ausführung kann der mediale Abschnitt durch ein Band und eine Klettverschlussverbindung gebildet sein, aufweisend ein erstes Ende, das an dem medialen Abschnitt befestigt ist, insbesondere an dessen Unterseite, und ein entsprechend ausgebildetes zweiten Ende, welches an dem Band befestigt ist.
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Alternativ oder zusätzlich, kann der Einstellmechanismus einen Bowdenzug umfassen, der die Einstelleinheit mit der Zehenschlaufe kraftschlüssig verbindet, wobei der Bowdenzug durch das Zugelement und eine das Zugelement führende, druckfeste Zughülle gebildet ist. Die druckfeste Zughülle kann zumindest teilweise durch den Kanal gebildet sein, welcher innerhalb der Sohle bereitgestellt ist. Insbesondere kann der Bowdenzug in einer Ausführung derart bereitgestellt sein, dass die druckfeste Zughülle mit der Einstelleinheit verbunden ist, insbesondere unmittelbar verbunden ist. Mit anderen Worten kann die druckfeste Zughülle derart bereitgestellt sein, dass sie sich von der Einstelleinheit weg erstreckt. Auf diese Weise kann eine Gegenkraft zu der Zugkraft, das heißt eine Spannkraft, welche der Zugkraft entgegenwirkt, von der Einstelleinheit an die druckfeste Zughülle übertragen werden. Entsprechend kann verhindert werden, dass die Gegenkraft zu der Zugkraft über den medialen Abschnitt in die Sohle geleitet wird. Durch eine derartige Ausgestaltung kann das Einstellen der Zugkraft von dem Einstellen der Umfangslänge des medialen Abschnitts noch effektiver entkoppelt sein.
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Figurenliste
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Die vorliegende Offenbarung wird unter Bezugnahme auf die nachfolgende detaillierte Beschreibung in Verbindung mit den beigefügten Figuren näher erläutert. Dabei zeigen:
- 1 eine schematische Perspektivansicht eines Schuhwerks gemäß einer ersten Ausführungsform, die in Form eines geschlossenen Schuhs bereitgestellt ist; und
- 2 eine schematische Draufsicht eines Schuhwerks gemäß einer zweiten Ausführungsform, das in Form einer Sandale bereitgestellt ist.
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Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
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Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figuren beschrieben. Dabei werden gleiche, ähnliche oder gleichwirkende Elemente in den unterschiedlichen Figuren mit identischen Bezugszeichen versehen, und auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente wird teilweise verzichtet, um Redundanzen zu vermeiden.
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1 zeigt ein Schuhwerk 10, das in Form eines geschlossenen Schuhs bereitgestellt ist. Das Schuhwerk 10 ist vorgesehen zur Vorbeugung oder Behandlung einer pathologischen Fehlstellung eines Fußes (nicht gezeigt), insbesondere einer Fehlstellung eines Gelenks, das eine Großzehe mit dem Fuß verbindet. Diese Fehlstellung des Gelenks wird auch als Hallux-valgus-Erkrankung bezeichnet.
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Das Schuhwerk 10 ist dazu eingerichtet und derart ausgebildet, an dem Fuß des Trägers lösbar befestigt zu werden. Weiterhin ist das Schuhwerk 10 dazu eingerichtet und derart ausgebildet, in einem Zustand, in dem das Schuhwerk an dem Fuß befestigt ist, eine beabsichtigte therapeutische Behandlung bereitzustellen, indem Korrekturkräfte auf den Fuß, insbesondere auf die Großzehe und das Großzehengrundgelenk, ausgeübt werden, wie im Folgenden genauer beschrieben wird.
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Das Schuhwerk 10 umfasst eine Sohle 12, die dazu eingerichtet ist, eine Unterseite des Fußes oder die Fußsohle aufzunehmen. Die Sohle 12 umfasst einen mehrschichtigen Aufbau, der aufgebaut ist aus einer Laufsohle, einer Zwischensohle, einer Brandsohle und einer Einlegesohle, die in einer Aufwärtsrichtung in der aufgezählten Reihenfolge gestapelt sind. Insbesondere kann die Einlegesohle lösbar in der Sohle 12 aufgenommen sein, um austauschbar zu sein.
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Weiterhin umfasst das Schuhwerk 10 ein Oberleder 14, das an der Sohle 12 befestigt und dazu eingerichtet ist, den Fuß innerhalb des Schuhwerks 10 zu halten, insbesondere in einer gewünschten Position und Ausrichtung relativ zu dem Schuhwerk 10. Mit anderen Worten ist das Oberleder 14 dazu eingerichtet, an einem Mittelfußbereich des Fußes befestigt zu werden. Wie in 1 gezeigt, umfasst das Oberleder 14 einen lateralen Abschnitt 16 und einen medialen Abschnitt 18. Der laterale Abschnitt 16 und der mediale Abschnitt 18 beziehen sich auf unterschiedliche und abgegrenzte Abschnitte des Oberleders 14. Der laterale Abschnitt 16 erstreckt sich von dem medialen Abschnitt 18 in eine laterale Richtung Y. Der mediale Abschnitt 18 erstreckt sich von dem lateralen Abschnitt 16 in eine zu der lateralen Richtung entgegengesetzte Richtung Y‛.
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In der gezeigten Konfiguration sind der laterale Abschnitt 16 und der mediale Abschnitt 18 des Oberleders 14 an der Sohle 12 befestigt. Insbesondere ist ein laterales Ende des lateralen Abschnitts 16 des Oberleders 14 an einer lateralen Seite der Sohle 12 befestigt und ein mediales Ende des medialen Abschnitts 18 des Oberleders 14 ist an einer medialen Seite der Sohle 12 befestigt.
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Der laterale Abschnitt 16 trägt einen Einstellmechanismus 20 des Schuhwerks 10, umfassend eine Einstelleinheit 22 und ein Zugelement 24. Insbesondere ist der Einstellmechanismus 20 teilweise auf oder in dem lateralen Abschnitt 16 des Oberleders 14 angeordnet, sodass das Zugelement 24 zu der lateralen Seite des Schuhwerks 10 geführt ist, wie in 1 gezeigt. Insbesondere ist das Zugelement in Form eines Kabels bereitgestellt, das an einem Ende in die Einstelleinheit 22 eingezogen ist und an einem anderen Ende mit einer Zehenschlaufe 26 verbunden ist. Die Zehenschlaufe 26 ist dazu eingerichtet, an der Großzehe des Fußes befestigt zu werden. Insbesondere ist das Schuhwerk 10 derart ausgestaltet, dass das Zugelement 24 lösbar mit der Zehenschlaufe 26 gekoppelt ist. Der Einstellmechanismus 20 ist dazu eingerichtet, eine auf die Zehenschlaufe 26 ausgeübte Zugkraft veränderbar einzustellen. Die auf die Zehenschlaufe 26 ausgeübte Zugkraft wird in dem an dem Fuß befestigten Zustand des Schuhwerks 10 in eine Korrekturkraft umgelenkt, welche auf die Großzehe und das Großzehengrundgelenk wirkt.
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Die Zehenschlaufe 26 ist zumindest teilweise in dem Oberleder 14 angeordnet und derart bereitgestellt, dass diese relativ zu dem Oberleder 14 bewegbar ist. In dem befestigten Zustand des Schuhwerks 10 ist die Zehenschlaufe 26 dazu ausgebildet und eingerichtet, die Großzehe in einer vorbestimmten Stellung innerhalb des Schuhwerks 10, das heißt relativ zu der Sohle 12, zu halten und zu fixieren.
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Insbesondere umfasst die Zehenschlaufe 26 ein erstes Ende 28, das fest mit der Sohle 12 verbunden ist, sodass das erste Ende 28 der Zehenschlaufe 26 in dem befestigten Zustand des Schuhwerks 10 zwischen der Großzehe und der zweiten Zehe des Fußes angeordnet ist. In der gezeigten Konfiguration ragt das erste Ende 28 der Zehenschlaufe 28 in die Sohle 12 hinein und ist zwischen zwei Schichten der Sohle 12 angeordnet, beispielsweise zwischen der Brandsohle und der Zwischensohle. Gegenüberliegend zu dem ersten Ende 28 umfasst die Zehenschlaufe 26 weiterhin ein zweites Ende 30, das in einer Vorwärtsrichtung X des Schuhwerks 10 und in der lateralen Richtung Y vor dem ersten Ende 28 angeordnet ist. Das zweite Ende 30 der Zehenschlaufe 26 ist lösbar mit dem Zugelement 24 gekoppelt, wodurch ermöglicht wird, dass die Einlegesohle ausgetauscht werden kann.
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Wie in 1 gezeigt, ist die Zehenschlaufe 26 in einer länglichen und flachen Form bereitgestellt, wobei dessen erstes Ende 28 parallel zu der Vorwärtsrichtung X des Schuhwerks 10 angeordnet ist. Weiterhin ist die Zehenschlaufe 26 derart eingerichtet und ausgebildet, dass in dem befestigten Zustand des Schuhwerks 10 die Zehenschlaufe 26 in Umfangsrichtung um die Großzehe derart angeordnet ist, dass eine Umschlingungslänge der Zehenschlaufe 26 um die Großzehe herum durch Ausüben der Zugkraft auf die Zehenschlaufe 26 über das Zugelement 24 einstellbar ist. Genauer gesagt ist die Zehenschlaufe 26 derart eingerichtet, dass die Zehenschlaufe 26 derart um die Großzehe spannbar ist, dass sich die Zehenschlaufe 26 entlang einer Oberfläche des Fußes von einer lateralen Seite der Großzehe zu einer medialen Seite der Großzehe und des Großzehengrundgelenks erstreckt. Entsprechend erstreckt sich die Zehenschlaufe 26 in dem befestigten Zustand des Schuhwerks geneigt nach hinten, das heißt entlang einer Rückwärtsrichtung X‛ des Schuhwerks und medial, das heißt entlang einer medialen Richtung Y‛ des Schuhwerks, entlang der Außenfläche der Großzehe. Durch eine solche Ausgestaltung wird verhindert, dass die Großzehe eine durch Ausüben der Zugkraft auf die Zehenschlaufe 26 bewirkte Drehbewegung erfährt.
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Die Zehenschlaufe 26 ist mit einer Aufnahmefläche 32 ausgestattet, die dazu eingerichtet ist, in dem befestigten Zustand des Schuhwerks 10 an der Außenfläche des Fußes anzuliegen. insbesondere weist die Aufnahmefläche 32 eine erste Wirkfläche auf, die in dem Bereich des ersten Endes 28 der Zehenschlaufe 26 bereitgestellt ist und an der lateralen Seite der Großzehe anliegt, und eine zweite Wirkfläche, die in dem Bereich des zweiten Endes 30 der Zehenschlaufe 26 bereitgestellt ist und an der medialen Seite der Großzehe und des Großzehengrundgelenks anliegt. Durch eine solche Ausgestaltung übt die erste Wirkfläche bei Ausüben der Zugkraft auf die Zehenschlaufe 26 eine erste Korrekturkraft F1 auf die laterale Seite der Großzehe aus und die zweite Wirkfläche übt eine zweite Korrekturkraft F2 auf die mediale Seite des Großzehengrundgelenks aus. Auf diese Weise erfahren sowohl die Großzehe als auch das Großzehengrundgelenk eine therapeutische Korrekturkraft, wodurch diese in eine anatomisch gewünschte oder korrekte Stellung geführt werden und dadurch eine effektive Behandlung von Hallux-valgus-Erkrankungen bereitgestellt wird.
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Um die Zugkraft gezielt in die vorangehend beschriebenen Korrekturkräfte zu überführen, ist der Einstellmechanismus derart bereitgestellt, dass das Zugelement 24 durch die Sohle 12 entlang deren Breitenrichtung geführt ist, um zu der medialen Seite des Schuhwerks 10 geführt zu werden und mit der Zehenschlaufe 26 verbunden zu sein. In dieser Ausgestaltung ist das Zugelement 24 innerhalb des Schuhwerks 10, insbesondere innerhalb des lateralen Abschnitts 16 des Oberleders 14 und der Sohle 12 bewegbar gelagert und geführt, um die Zugkraft auf die Zehenschlaufe 26 ausüben zu können. Dazu ist das Schuhwerk 10 mit einem Kanal 34 versehen, der sich sukzessive durch den lateralen Abschnitt 16 des Oberleders 14 und die Sohle 12 erstreckt. Durch dies Ausgestaltung sind der Einstellmechanismus 20 und der laterale Abschnitt 16 des Oberleders 14 derart ausgebildet, dass das Zugelement 24 von einer lateralen Seite des Schuhwerks 10 in die Sohle 12 geführt ist. Weiterhin lagert und führt der Kanal 34 das Zugelement 24 in dem lateralen Abschnitt 16 des Oberleders 14 und der Sohle 12 derart, dass das Zugelement 24 relativ zu dem lateralen Abschnitte 16 und der Sohle 12 entlang einer Längsachse des Zugelementes 24 und entsprechend entlang einer Längsachse des Kanals 34 translatorisch bewegbar ist. In einer alternativen Ausführung kann das zweite Ende 30 der Zehenschlaufe 26 dazu eingerichtet sein, in den Kanal 24 hinein zu ragen, um darin geführt und relativ zu diesem translatorisch bewegbar zu sein.
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Insbesondere kann der Kanal 34 derart bereitgestellt sein, dass der Kanal 34 und entsprechend das Zugelement 24 durch die Laufsohle oder zwischen der Laufsohle und der Brandsohle oder zwischen der Brandsohle und der Einlegesohle der Sohle 12 geführt ist.
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In der gezeigten Ausführungsform ist der Kanal 34 derart ausgebildet, dass eine mediale Öffnung (nicht gezeigt) des Kanals 34 in einen Innenraum des Oberleders 14 mündet, sodass das mediale Ende des Zugelements 24 und das zweite Ende 30 der Zehenschlaufe 24 innerhalb des Innenraums des Oberleders 14 angeordnet sind. Alternativ kann der Kanal 24 derart ausgebildet sein, dass seine mediale Öffnung an einer Außenfläche der Sohle 12 angeordnet ist, sodass das mediale Ende des Zugelements 24 und ein zweites Ende 30 der Zehenschlaufe 26 an einer Außenfläche des Oberleders 14 angeordnet sind. In dieser Konfiguration kann das Oberleder 14 in einem vorderen Bereich des Schuhwerks 10 mit einer Durchgangsöffnung versehen sein, durch die das zweite Ende 30 der Zehenschlaufe 26 gezogen wird, um auf der Außenfläche des Oberleders 14 angeordnet zu sein, an der es mit dem Zugelement 24 verbunden ist.
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Zur Betätigung des Zugelements 24, ist der Einstellmechanismus 20 mit der Einstelleinheit 22 ausgestattet. Der Einstellmechanismus 20 ist derart bereitgestellt, dass das Zugelement 24 relativ zu der Einstelleinheit 22 translatorisch bewegbar ist, das heißt entlang der Längsachse des Zugelements 24, um die auf die Zehenschlaufe 26 ausgeübte Zugkraft veränderbar einzustellen. Hierzu ist die Einstelleinheit 22 dazu eingerichtet, eine translatorische Relativbewegung zwischen dem Zugelement 24 und der Einstelleinheit 22 entlang der Längsachse des Zugelements 24 wahlweise freizugeben oder zu sperren, um so die auf die Zehenschlaufe 26 ausgeübte Zugkraft variabel anzupassen und einzustellen.
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In der gezeigten Konfiguration ist die Einstelleinheit 22 in Form eines Drehknopfs bereitgestellt, der dazu eingerichtet ist, eine Rotationsbewegung des Drehknopfs in eine translatorische Bewegung des Zugelements 24 relativ zu der Einstelleinheit 22 zu übertragen. Mit anderen Worten, indem die Einstelleinheit 22 rotatorisch betätigt wird durch den Anwender, bewirkt die Einstelleinheit 22 eine translatorische Bewegung des Zugelements 24, um so die auf die Zehenschlaufe 26 ausgeübte Zugkraft einzustellen. Insbesondere ist die Einstelleinheit 22 derart eingerichtet, dass eine rotatorische Bewegung in eine erste Richtung ein Anziehen des Zugelements 24 bewirkt und eine rotatorische Bewegung in eine zweite, entgegengesetzte Richtung ein Lösen des Zugelements 24 bewirkt, wobei ein Anziehen des Zugelements 24 durch ein Ziehen oder Einziehen des Zugelements 24 in die Einstelleinheit erfolgt und ein Lösen durch ein Herausziehen des Zugelements aus der Einstelleinheit 22 erfolgt. In einem Zustand, in dem die Einstelleinheit 22 nicht durch einen Anwender betätigt ist, das heißt nicht rotatorisch betätigt ist, ist die Einstelleinheit 22 dazu eingerichtet, eine Relativbewegung zwischen dem Zugelement 24 und der Einstelleinheit 22 zu sperren. In anderen Worten wird das Zugelement in diesem Zustand weder in die Einstelleinheit 22 hinein noch aus dieser heraus gezogen.
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Wie vorangehend beschrieben, bezieht sich der mediale Abschnitt 18 auf einen Teil des Oberleders 14, der von dem lateralen Abschnitt 16 abgegrenzt ist, wie durch eine gestrichelte Linie 36 in 1 dargestellt ist. Insbesondere ist der mediale Abschnitt 18 derart bereitgestellt, dass dieser angrenzend zu dem Einstellmechanismus 20 oder beabstandet zu diesem angeordnet ist. Mit anderen Wort erstreckt sich der mediale Abschnitt 18 in mediale Richtung Y‛ von dem Einstellmechanismus 20, das heißt von der gestrichelten Linie 36, zu der medialen Seite des Schuhwerks 10.
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Der mediale Abschnitt 18 des Oberleders 14 ist derart ausgebildet, dass dieser in seiner Umfangslänge verstellbar ist, insbesondere veränderbar verstellbar ist. Hierzu ist der mediale Abschnitt 18 mit einem in Umfangsrichtung unterbrochenen Abschnitt ausgestattet. Dieser unterbrochene Abschnitt ist durch zwei gegenüberliegende Abschnitte 38 gebildet, die gegenüberliegend angeordnet sind und die in Umfangsrichtung relativ zueinander verschiebbar sind. Mit anderen Worten, durch Vergrößern oder Verkleinern eines Abstandes zwischen den zwei gegenüberliegenden Abschnitten 38 des medialen Abschnitts 18 kann die Umfangslänge des Oberleders 14, insbesondere die Umfangslänge dessen medialen Abschnitts 18, vergrößert oder verkleinert werden. Der mediale Abschnitt 18 ist derart ausgebildet, dass dieser in seiner Umfangslänge unabhängig von einem Betätigen des Einstellmechanismus 20 verstellbar ist.
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Um eine gewünschte Umfangslänge des Oberleders 14 einzustellen, sind ein Befestigungsmittel in Form von Schnürsenkeln (nicht gezeigt) und entsprechend ausgebildete Schnürsenkelösen 40 bereitgestellt, die dazu eingerichtet sind, die zwei gegenüberliegenden Abschnitte 38 zugstarr miteinander zu verbinden, sodass verhindert wird, dass die zwei gegenüberliegenden Abschnitte 38 sich in Umfangsrichtung voneinander weg bewegen. Mit anderen Worten ist das Befestigungsmittel des medialen Abschnitts 18 durch wenigstens einen Schnürsenkel gebildet, der mit den zwei gegenüberliegenden Abschnitten 38 des medialen Abschnitts 18 über die entsprechend ausgebildeten Schnürsenkelösen 40 verbunden ist. In dieser Ausgestaltung kann ein befestigter Zustand des Befestigungsmittels festgelegt werden, indem der wenigstens eine Schnürsenkel an die Schnürsenkelösen 40 gebunden wird, beispielsweise mittels eines Schnürsenkelknotens, wobei in einem gelösten Zustand des Befestigungsmittels ein Verstellen der Umfangslänge des medialen Abschnitts 18 durch Lösen oder Entknoten der Schnürsenkel bereitgestellt ist.
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Durch diese Ausgestaltung ist das Schuhwerk 10 derart ausgebildet, dass das Befestigungsmittel befestigt und gelöst werden kann unabhängig vom Freigeben oder Sperren der relativen translatorischen Bewegung zwischen dem Zugelement 24 und der Einstelleinheit 22.
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Gemäß einer alternativen Ausgestaltung kann der Einstellmechanismus einen Bowdenzug aufweisen, um die Einstelleinheit mit dem Zugelement kraftschlüssig zu verbinden. In dieser Ausgestaltung ist der Bowdenzug durch das Zugelement 24 und eine druckfeste Zughülle, in der das Zugelement geführt ist, gebildet. Insbesondere kann die druckfeste Zughülle unmittelbar oder druckfest mit der Einstelleinheit 22 verbunden sein.
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2 zeigt eine weitere Ausgestaltung des Schuhwerks 10, das in Form eines offenen Schuhs, insbesondere einer Sandale, bereitgestellt ist. Im Vergleich zu der in 1 gezeigten Ausgestaltung unterscheidet sich das Schuhwerk 10 ferner durch die Ausgestaltung des medialen Abschnitts des Oberleders 14. Insbesondere ist bei der in 2 dargestellten Ausgestaltung der mediale Abschnitt 18 durch ein Band 42 und eine Klettverschlussverbindung 44 gebildet. Genauer gesagt weist die Klettverschlussverbindung 44 ein erstes Ende auf, das an dem lateralen Abschnitt 16, insbesondere einer Unterseite des lateralen Abschnitts 16, befestigt ist, und ein komplementär ausgebildetes zweites Ende, das an dem Band 42, insbesondere einer Oberseite desselben, befestigt ist. Durch die Klettverschlussverbindung 44 kann der mediale Abschnitt 18 des Oberleders 14 wahlweise fixiert und gelöst werden, um ein Verstellen der Umfangslänge des medialen Abschnitts 18 des Oberleders 14 zu ermöglichen.
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Die Einlegesohle, insbesondere die obere Schicht der Sohle 12, ist mit einem offenen Schlitz 46 versehen, der sich durch deren Dickenrichtung und von dem ersten Ende 28 der Zehenschlaufe 26 zu einem vorderen Ende der Sohle 12 erstreckt. Durch eine derartige Ausgestaltung kann die Einlegesohle ausgetauscht werden, ohne dass das Zugelement 24 von der Zehenschlaufe 26, insbesondere von deren zweiten Ende 30, entkoppelt werden muss.
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Für den Fachmann wird offensichtlich sein, dass diese Ausführungsformen und Elemente nur Beispiele für eine Vielzahl von Möglichkeiten darstellen. Daher sollten die hier gezeigten Ausführungsformen nicht als eine Einschränkung dieser Merkmale und Konfigurationen verstanden werden. Jede mögliche Kombination und Konfiguration der beschriebenen Merkmale kann entsprechend des Umfangs der Erfindung gewählt werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Schuhwerk
- 12
- Sohle
- 14
- Oberleder
- 16
- lateraler Abschnitt
- 18
- medialer Abschnitt
- 20
- Einstellmechanismus
- 22
- Einstelleinheit
- 24
- Zugelement
- 26
- Zehenschlaufe
- 28
- erstes Ende der Zehenschlaufe
- 30
- zweites Ende der Zehenschlaufe
- 32
- Aufnahmefläche
- 34
- Kanal
- 36
- Grenzlinie
- 38
- gegenüberliegende Abschnitte
- 40
- Befestigungsmittel
- 42
- Band
- 44
- Klettverschlussverbindung
- 46
- offener Schlitz
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 2016/0242508 A1 [0004]