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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufnahme von Schreibwerkzeugen, die mit Verschlusselementen zur Aufbewahrung verschlossen werden, gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
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Zur besseren Lesbarkeit ist im Folgenden der Begriff „Stift“ doppelt belegt. Ist „Stift“ mit [2, 3] markiert, so ist der Stift [2] inkl. der Verschlusskappe [3] gemäß gemeint. Mit „Stift [2]“ ist demnach nur der Stift [2] ohne die Verschlusskappe [3] gemeint.
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Zur Organisation von Flipchart- oder Whiteboard Markern [2, 3] gibt es eine Vielzahl von Aufbewahrungsmöglichkeiten. Die Spanne reicht von einem Ablagebrettchen unterhalb des Boards bis hin zu magnetischen Aufnahmevorrichtungen, in die die Stifte geclipst werden können. Damit lassen sich die Stifte [2, 3] einzeln oder im Set an einem Whiteboard befestigen. Stift-Sets bestehen häufig aus Stiften [2, 3] verschiedener Farben (z.B.: schwarz, blau, rot, grün).
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Ebenfalls können die Verpackungen, in denen Stift-Sets angeboten werden, teilweise weiterverwendet werden, um die Stifte [2, 3] sortiert aufzubewahren. Einige können zu einer Art Stativ für die Stifte [2, 3] aufgeklappt und arretiert werden.
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Im Handel werden Textmarker Sets angeboten, bei denen z.B fünf einzelne Textmarker einen zusammenhängenden Deckel besitzen. Nachteilig hierbei ist, dass sobald einer der Textmarker leer ist, dieser nicht so einfach wieder ersetzt werden kann, wenn sie nur im Set angeboten werden.
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Bereits bekannt ist der Inhalt der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2015 001 010 U1 . Darin wird ein Stifte halter beschrieben, in den die gleichmäßig angeordneten Stifte mit dem Deckel senkrecht eingesteckt werden können und die Deckel im Stiftehalter fixiert werden. Aus den Zeichnungen ist zu erkennen, dass zur Fixierung Schrauben zum Einsatz kommen. Ebenfalls verfügt diese Vorrichtung über mind. eine magnetische Seite, um den Halter an einer metallischen Gegenfläche anzubringen. Andernfalls kann der Stiftehalter in der Hand gehalten oder z.B. auf einem Tisch abgestellt werden.
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Nachteilig hierbei ist zu benennen, dass zum Wechseln der Stifte (inkl. der Verschlusskappen) pro Stift jeweils eine Rändelschraube gelöst werden muss. Dies bedeutet einen erhöhten manuellen Arbeitsaufwand für den Anwender. Auch können die Verschlusskappen durch das Fixieren über die Schrauben in eine ovale Form gedrückt werden. Dadurch steigt der Kraftaufwand für den Nutzer, um die Stifte aus den Kappen zu ziehen. Dies kann für den Anwender nachteilig sein.
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JP 2002 - 347 386 A zeigt ein Stifthaltesystem, bei dem ein zusätzliches Teil eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung zwischen dem Deckel eines Stiftes und bspw. einer Magnetwand oder Ablagefläche herstellt. Dabei kann der Stift abgenommen werden und der Deckel verbleibt mit samt dem Verbindungsstück z.B. durch ein doppelseitiges Klebeband an eben jeder Magnetwand oder Ablagefläche.
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Nachteilig an dieser Lösung ist, dass die Fixierungselemente an eine Gegenfläche (Magnetwand, Ablagefläche) geklebt werden müssen. Dadurch ist die Lösung ortsgebunden und kann nicht in der Hand gehalten oder spontan an anderer Stelle genutzt werden.
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In
JP 2017 - 100 405 A wird ein Stiftehalter gezeigt, der eine Aufnahmevorrichtung für ein Reinigungswerkzeug besitzt. Jedoch ist diese Lösung eher einer Ablagefläche gleich, die keine besondere Funktionserweiterung im Bezug auf die Schreibwerkzeuge und deren Handhabung aufweist. Ebenso wie die Stifte kann dort auch ein Reinigungsschwamm in eine dafür vorgesehene Mulde abgelegt werden.
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Nach der Darstellung des bekannten Standes der Technik, wird nun auf die Problemstellungen eingegangen, die mit der vorliegenden Erfindung gelöst werden sollen.
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Bei der Arbeit am Whiteboard oder an einem Flipchart will/muss man häufig Inhalte in verschiedenen Farben darstellen. Dabei gibt es u.a. drei Probleme:
- Problem I:
- Zum einen kann man immer nur einen Stift [2] in der Hand halten. Diesen muss man öffnen und hat dann die Verschlusskappen [3] in der anderen Hand oder steckt diese auf die Rückseite [8] des Stiftes [2]. Wenn man die Farbe wechselt schließt man den Stift [2], legt ihn ab und durchläuft die gleichen Schritte mit dem nächsten Stift.
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Notwendige Schritte bei jedem Stift:
- 1. Stift [2] in die Hand nehmen
- 2. Verschlusskappe [3] abziehen und halten
optional: Verschlusskappe [3] auf Stiftende [8] stecken
- 3. Schreiben
optional Verschlusskappe [3] von Stiftende [8] nehmen
- 4. Verschlusskappe [3] aufsetzen
- 5. Stift [2] ablegen
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Problem II:
- Zum anderen kommt es bei dem Versuch die Verschlusskappen [3] aufzusetzen häufig vor, dass man sich die eigenen Finger „bemalt“, weil die Öffnung der Verschlusskappen leicht verfehlt werden und so die Schreibspritzen [9] schnell die Finger berühren können.
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Problem III:
- Oft werden in der Hektik des (Arbeits-)Alltags die Stifte [2, 3] nach der Benutzung nicht an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt. Meist werden die Stifte [2, 3] unbewusst mitgenommen und kehren nicht mehr zurück. Sollte eine Farbe leer sein oder komplett fehlen, wird kurzfristig ein neuer Stift [2, 3] von einer anderen Stelle (z.B. dem Nachbarraum) genommen, der dann dort fehlt. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass an einem Whiteboard / Flipchart nicht alle Stifte [2, 3] eines Sets (meist 4 oder 6 Farben) vorhanden sind.
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Die Aufnahmevorrichtung [1] soll diese Schwierigkeiten beseitigen, indem sie eine gewisse Anzahl an Stiften [2], in der Regel 2 bis 6 Stück, an ihren jeweiligen Verschlusskappen [3] zusammenhält. Dafür muss der Nutzer initial die Stifte [2] über ihre Verschlusskappen [3] mit der Vorrichtung [1] verbinden. Hier bietet eine formschlüssige Verbindung, im Gegensatz zu einer kraftschlüssigen Verbindung, dass die Klemmfunktion zwischen Verschlusskappe [3] und dem Schreibwerkzeug [2] nicht beeinträchtigt wird.
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In der Anwendung hält der Nutzer die Aufnahmevorrichtung [1] in einer Hand. Mit der anderen Hand kann er einen Stift [2] greifen und ihn zur Benutzung rausziehen. Die Verschlusskappe [3] verbleibt fest in der Vorrichtung [1]. Die Vorrichtung ist ebenfalls für Linkshänder geeignet. Diese sehen, im Gegensatz zu Rechtshänder, die Farben in umgekehrter Reihenfolge vor sich.
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Ein Griffbereich [4] bietet bei der Benutzung einen angenehmen Halt. Damit die Vorrichtung [1] als handliche Einheit wahrgenommen wird, soll das Maß von 30cm in keiner Richtung überschritten werden.
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Die in „Problem I“ dargestellte Abfolge verkürzt sich, nachdem man die Vorrichtung [1] initial in die Hand genommen hat, pro verwendeten Stift [2] auf drei simple Schritte:
- 1. Stift [2] greifen
- 2. Schreiben
- 3. Stift [2] wieder einsetzten
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Rein mathematisch erzielt die Verwendung der Aufnahmevorrichtung [1] erst ab der Nutzung von mehr als einem Stift [2] einen Vorteil, da auch die Vorrichtung [1] selbst aufgenommen und wieder abgelegt werden muss. Bei einem zusammenhängenden Schreib- oder Malvorgang werden so langfristig 40% der Arbeitsschritte eingespart.
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Dadurch, dass die Finger nicht mehr direkt die Verschlusskappe(n) [3] halten, sinkt die Gefahr, dass der Nutzer sich die eigenen Finger bemalt („Problem II“). Trifft man beim Verschließen nicht direkt die Öffnung der Verschlusskappe [3] wird zu erst die Vorrichtung [1] selber von der Schreibspitze [9] berührt.
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Das „Problem III“ erübrigt sich mit der Aufnahmevorrichtung [1] ebenfalls. Dadurch, dass die Kappen [3] zusammengehalten werden und der Nutzer den Stift [2] immer in die Kappe [3] stecken muss, können keine einzelnen Stifte [2] von einem Set separiert werden (zumindest nicht ohne verschlossen zu werden).
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Die Aufnahmeeinheit kann so abgestellt werden [5], dass die Stifte im besten Fall senkrecht stehen, damit die Schreibflüssigkeit durch die Schwerkraft stets an den Schreibspritzen [9] anliegt und die Stifte immer einsatzbereit sind. Eine Neigung der Längsachse der Stifte [7] von bis zu 45° zur vertikalen Achse [6] ist sinnvoll, damit die Einheit [1] immer sicher abgestellt werden kann, ohne umzukippen.
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Um die Vorrichtung [1] inkl. der Stifte [2, 3] z.B. an einem Whiteboard anzubringen, befindet sich mindestens ein Magnet [21.1, 21.2] an einer dafür geeigneten Fläche [22].
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Um das Whiteboard während oder nach der Benutzung zu reinigen, kann die Vorrichtung mit einem Reinigungstuch [34] ausgestattet werden.
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Zusätzlich anzubringen ist ein Flüssigkeitstank [32], der eine gewisse Menge Reinigungsflüssigkeit beinhaltet. Über ein Pumpsprühsystem [31] kann dieses auf das Whiteboard gegeben werden, um es anschließend mit dem ebenfalls adaptierten Reinigungstuch [34] zu reinigen. Sowohl der Flüssigkeitstank [32] als auch das Reinigungstuch [34] werden über Klettverschlüsse befestigt.
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Die Vorrichtung bietet eine Möglichkeit Verschlusskappen [3] verschiedener Durchmesser [11, 26] und Formen aufzunehmen, indem die Schnittstelle [14] universell gestaltet ist oder über Adapter [28] erweitert werden kann.
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Im Folgenden werden ein Ausführungsbeispiel und mögliche Ausführungsalternativen dargestellt.
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Der Anwender der Aufnahmevorrichtung [1] kann die Zusammensetzung der Stifte [2, 3], die er/sie in der Vorrichtung [1] nutzen will selber festlegen. Dies wird als vorteilhaft betrachtet.
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Beispiel 1 (Zwei Bügel, ein Griffelement):
- Die Aufnahmevorrichtung besteht aus zwei Bügeln [13, 15], die über ein Scharnier [24] miteinander um eine Achse drehbar verbunden sind. Dieses Scharnier [24] wird durch die Form der Bügelenden gebildet, die ineinander geclipst werden können.
- Alternativ lässt sich das Scharnier durch eine zusätzliche Achse, wahlweile aus Kunststoff oder Metall, realisieren, indem diese durch entsprechende Öffnungen der Bügel gesteckt wird (ähnlich zum Verbund einer Sonnenbrille und der Bügel).
- Des Weiteren können die beiden Bügel im Spritzgussverfahren als ein zusammenhängendes Bauteil gefertigt werden, das über ein Filmscharnier verbunden ist.
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Zur Arretierung der Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] der Stifte [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] bilden die Bügelinnenseiten die Gegenkontur [14] zu den Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] aus. Der Nutzer befestigt vor der ersten Benutzung die Stifte [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] über ihre Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] zwischen den beiden Bügeln [13, 15]. Dazu legt er eine Bügelseite [13] vor sich auf einen Tisch und legt nacheinander die Stifte [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] ein. In den Hinterschnitt [10], den die Clips [12] der Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] bilden, greifen Konturen [14] der beiden gespiegelten Bügelseiten hinein. Werden die Bügel [13, 15] nun zusammengeklappt, fixieren sie die Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] in allen sechs Freiheitsgraden.
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Zum Arretieren der beiden Bügel [13, 15] in der zusammengeklappten Position besitzen diese jeweils eine seitliche Führungsnut [23, 25]. Das dritte Bauteil, das Griffelement [17], besitzt entsprechend der Nuten [23, 25] zwei Führungsschienen [18, 19], die in die Nuten [23, 25] geschoben werden können. In der finalen Position rastet das Griffelement [17] hinter einer kleinen Erhebung [16, 20] in den Bügelnuten [23, 25] ein. Damit können die Bügel [13, 15] nicht mehr auseinander geklappt werden. Alternativ können die Bügel über folgende Elemente zueinander fixiert werden: Clips, Schrauben, Klettverschluss, Bajonett.
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Auf der Rückseite [22] (in dem rechten Bügel) sind zwei Magnete [21.1, 21.2] angebracht, die ausreichend stark dimensioniert sind, um die Vorrichtung [1] inkl. der Stifte [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] inkl. der Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] am Whiteboard zu befestigen.
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Alternativ können Magnete an einem anderen Bauteil oder in einer anderen Position integriert sein. Auch die Anzahl und Stärke der Magnete kann variieren.
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Das Griffteil [17] besitzt für ein angenehmes Handling eine gewisse Stärke (ca. 8mm) [4].
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Alternativ zu einer Grifffläche kann ein Band [36]an die Vorrichtung [35] angebracht sein, durch das der Nutzer die Vorrichtung [35] sicher an seiner Hand befestigen kann
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Die ebene Grundfläche [5] des Griffteils [17] bildet gleichzeitig die Standfläche aus, auf der die Vorrichtung [1] sicher abgestellt werden kann. Die Stifte [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] stehen dabei senkrecht.
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Alternativ reichen, z.B. bei der Verwendung einer Griffschlaufe, einzelne Aufstandspunkte aus, um der Vorrichtung [1] einen sicheren Stand zu bieten.
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Auf der hinteren Fläche [33] des einen Bügels [13] besteht die Möglichkeit ein Reinigungstuch [34] mittels eines Klettverschlusses anzubringen. Das Reinigungstuch [34] kann die Magnete [21.1, 21.2] überdecken. Der magnetische Fluss wirkt durch das Reinigungstuch [34] hindurch.
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Alternativ kann das Tuch auch durch Kleben befestigt werden.
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Um ein Whiteboard zur Erleichterung der Reinigung mit Reinigungsflüssigkeit zu benetzen, lässt sich ein Flüssigkeitstank [32] an das Griffelement [17] anbringen. An diesem Flüssigkeitstank [32] ist ein Pumpsprühkopf [31] so angebracht, dass der Sprühnebel an den Stiften [2.1, 2.2, 2.3, 2.4] vorbei sprühen kann.
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Beispiel 2 (Linear befestigte Bügel):
- Bei der Verbindung der Bügel kann auch gänzlich auf eine Rotationsachse verzichtet werden, in dem sich die Bügel [37, 40] linear ineinanderschieben lassen [39]. Bei dieser Variante entfällt die Verwendung eines separaten Griffelements [17].
- Der erste Bügel [40] bildet im Bereich der Verschlusskappen die gleiche Kontur wie in Beispiel 1 aus. Der zweite Bügel [37] lässt sich bei eingesetzten Verschlusskappen [3.1, 3.2, 3.3, 3.4] von oben in den ersten Bügel schieben, bis dieser einrastet [38].
- Der zweite Bügel [37] besitzt einen Gurt [36] durch die der Nutzer die gesamte Vorrichtung [35] sicher halten kann.