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Die Erfindung betrifft ein Notfallsystem und ein Verfahren zum Absetzen eines Notrufes in einem Personentransportfahrzeug mit zumindest einem Fahrgastraum sowie ein Personentransportfahrzeug.
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Der Nutzwert eines hochautomatisierten Fahrzeuges zum Personentransport ergibt sich durch die Ersetzung des menschlichen Busfahrers durch ein technisches System. Aus Kosten- und Kapazitätsgründen, entfällt ein ständiger, sich im Fahrzeug befindender Aufpasser, der Aufgaben wie beispielsweise Einlasskontrolle, Beantwortung von kleineren Anfragen zur Fahrt, Deeskalation von Konflikten, oder auch eine Intervention bei Handgreiflichkeiten übernehmen kann. Weiterhin entfällt somit auch eine Abschreckungswirkung, Zeugenfunktion bei Straftaten usw.
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Dies führt dazu, dass hochautomatisierter Straßenverkehr zum (öffentlichen) Personentransport ein erhebliches Sicherheitsrisiko und innherente Kriminalitätsmöglichkeit innewohnt. Dies geht weit über Aspekte der funktionalen Sicherheit, der Verhaltenssicherheit und der Informationssicherheit (Cyber Security) hinaus.
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Autonome Fahrzeuge werden daher zunehmend mit so genannten Notrufsystemen ausgestattet. Solche Notrufsysteme bieten je nach Ausgestaltung die Möglichkeit, manuell ausgelöste und/oder bei Eintreten eines bestimmten Ereignisses automatische Notrufe auszusenden. Normalerweise wird bei einem automatisierten Notruf (e-Call) einmalig zu Beginn des Notrufs ein Satz an Daten übertragen und anschließend in den Sprachmodus umgeschaltet, in welchem der Notruf dann zu Ende geführt wird.
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So gibt es beispielsweise Notrufsysteme, die speziell für Ridesharing entwickelt wurde, um die Sicherheit von Fahrern und Fahrgästen zu erhöhen, wobei die Notrufsysteme eine Kamera und eine Cloud-Verbindung, als auch einen kabellosen SOS-Button umfassen, durch die eine Unterstützung angefordert werden kann.
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Die
DE 10 2020 201 629 A1 offenbart ein Notrufsystem für ein Fahrzeug, umfassend eine Sende- und Empfangseinheit, welche ausgelegt ist, das Notrufsystem mit einer Notrufzentrale zu verbinden, eine Mikrofonvorrichtung, eine Lautsprechervorrichtung und eine mit den zuvor genannten Komponenten gekoppelten Steuer- und Recheneinheit mit einem Ausführungsprogramm für das Notrufsystem, wobei mittels wenigstens eines empfangenen Signals von der Notrufzentrale wenigstens ein Teilbereich des Ausführungsprogramms ein- und/oder ausschaltbar und benutzerdefiniert einstellbar ist.
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Wünschenswert ist daher ein verbessertes Notrufsystem für automatisierte Personentransportfahrzeuge.
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Es ist eine Aufgabe gerade für den Personentransport wie Busse oder Züge ein verbessertes Notfallsystem anzugeben sowie dahingehend ein verbessertes Personentransportfahrzeug.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Notfallsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Personentransportfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 14 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 19.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der Beschreibung sowie aus den Figuren.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Notfallsystem zum Absetzen eines Notrufes in einem Personentransportfahrzeug mit zumindest einem Fahrgastraum, wobei ein Interaktionsterminal vorgesehen ist, wobei das Interaktionsterminal verschiedene Modi umfasst und zur Auswahl der verschiedenen Modis sowie zur manuellen Eingabe von Informationen in dem jeweiligen ausgewählten Modi ausgebildet ist, wobei die verschiedenen Modi zumindest ein Notfallmodus umfassen,
und wobei eine Notfallbedieneinheit vorgesehen ist, welche im Fahrgastraum angeordnet ist, wobei die Notfallbedieneinheit an das Interaktionsterminal gekoppelt ist, und wobei die Notfallbedieneinheit dazu ausgebildet ist, bei manueller Betätigung eine Aktivierung des Interaktionsterminals zu bewerkstelligen,
wobei das Interaktionsterminal dazu ausgebildet ist, sich bei Aktivierung durch die Notfallbedieneinheit in den Notfallmodus zu versetzen oder dazu ausgebildet ist, sich bei manueller Aktivierung des Notfallmodus in den Notfallmodus zu versetzen, und eine Notrufmeldung an eine vorab definierte Notrufzentrale abzusetzen als auch eine bidirektionale Verbindung zu einer Einsatzstelle herzustellen, zur Eingabe von Informationen durch den Fahrzeuginsassen zur Weiterleitung an die Einsatzstelle und/oder zum Herstellen einer Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle.
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Dabei können die Einsatzstelle und die Notrufzentrale identisch sein, beispielsweise die Polizei.
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Verschiedene andere Modi können, neben dem Notfallmodus zum Absetzen oder herbeiholen von Hilfe, beispielsweise sein: Abfrage über die Zufriedenheit der Fahrt oder Zustand des Personentransportfahrzeugs, Entertainment etc. Auch andere Modi können vorgesehen sein.
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Dabei kann die Notrufmeldung oder die Verbindung beispielsweise durch Funk hergestellt werden.
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Ein Interaktionsterminal kann beispielsweise einen Monitor als Touchscreen, eine Kamera zur Aufnahme des Fahrzeuginsassen, ein Mikrofon, einen Lautsprecher sowie beispielsweise optional Bedientasten für die manuelle Eingabe, sowie Befestigungselemente, ein Gehäuse und beispielsweise einen Sichtschutz, beispielsweise ein Polarisationsfilter, aufweisen. Durch den Sichtschutz können beispielsweise nur der direkte Nutzer die Eingaben sehen.
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Ferner weist das Interaktionsterminal beispielsweise Verbindungen zu einem Fahrzeugsteuergerät in dem Personentransportfahrzeug auf, zur Übermittlung und Ausführung von Befehlen an und durch das Fahrzeugsteuergerät und beispielsweise zum Aufbau und Durchführung der bidirektionalen Verbindung mit der Einsatzstelle/Notrufzentrale durch eine entsprechende Schnittstelle/Antennensystem/Mobilfunknetz als Kommunikationsschnittstelle zum Smartphone.
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Das Interaktionsterminal für die Eingabe eines Notruf/Meldung kann dabei ein Bestandteil von einem größeren Protection System sein.
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Erfindungsgemäß ist die Notfallbedieneinheit an das Interaktionsterminal gekoppelt, d.h. zur Datenübertragung an diese angebunden. Dabei kann dies eine Kabelverbindung oder Funkverbindung sein.
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Dabei ist die Notfallbedieneinheit beispielsweise als Tastenknopf/Notfallknopf ausgebildet, welche in einem Gehäuse angeordnet ist, und zum Auslösen gedrückt werden muss.
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Erfindungsgemäß wird bei manueller Betätigung der Notfallbedieneinheit das Interaktionsterminal aktiviert und automatisiert in den Notfallmodus versetzt.
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Ferner kann das Interaktionsterminal durch die eigene Aktivierung automatisiert in den Notfallmodus versetzt werden.
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Dabei ist das Interaktionsterminaldazu ausgebildet, im Notfallmodus eine Notrufmeldung an eine Notrufzentrale abzugeben und eine vorab definierte Einsatzstelle zu kontaktieren.
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Ferner wird erfindungsgemäß eine bidirektionale Verbindung zu einer Einsatzstelle hergestellt, zur Eingabe von Informationen durch den Fahrzeuginsassen zur Weiterleitung an die Einsatzstelle. Diese können beispielsweise mittels manueller Eingabe (Touchscreen) eingegeben werden, so können beispielsweise vorab ausgewählte Bedrohungslagen angezeigt werden zur Auswahl.
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Auch kann eine Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle hergestellt werden. Dies kann beispielsweise als akustische Interaktion, über Mikrofon und Lautsprecher und Kamera erfolgen.
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Dadurch werden die Fahrzeuginsassen des Personentransportfahrzeugs ermächtigt einen Notruf an die Notrufzentrale bzw. eine Meldung an den Operator/Einsatzstelle auszusenden, in Abhängigkeit des Bedrohungsrisikos und der zu erwartenden Schwere bzw. dem subjektiven Sicherheitsempfinden sowie dem Notruf weitere Informationen beizufügen.
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Das erfindungsgemäße Notfallsystem kann eine schnellere Information über die erwartete Schwere und die Art des Notfalls liefern durch die Möglichkeit der Differenzierung des Notrufes, wie beispielsweise Unfall, Herzinfarkt, Bedrohung durch Angreifer, Feuer etc. Eine weitere Differenzierung des Notrufes kann beispielsweise bei einer Bedrohungslage sein: Angreifer mit Messer, mehrere Angreifer etc. sodass die zuständige Notrufzentrale / Einsatzstelle bereits im Vorfeld umfangreich über die Schwere und die Art des Notfalls informiert ist, sodass ein sofortiges gezieltes Eingreifen ermöglicht wird.
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So ermöglicht das erfindungsgemäße Notfallsystem beispielsweise die Abfrage der 5-W-Fragen (was, wie, welche wer, wo), um durch die Beantwortung eine adäquate Reaktion beispielsweise durch die Polizei, Feuerwehr zu ermöglichen.
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Ein solches erfindungsgemäßes interaktives Notfallsystem weist einen starken Abschreckungsfaktor für Täter auf und dient als eine Absicherung für vulnerable Fahrzeuginsassen.
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Durch die doppelte Möglichkeit einen Notruf abzusetzen, nämlich durch die Notfallbedieneinheit und das Interaktionsterminal, und das automatisierte versetzen eines Interaktionsterminals in den Notfallmodus mit der Möglichkeit eine beispielsweise sprachliche und bildliche Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle aufzubauen, oder durch die Möglichkeit einer Eingabe in den beispielsweise Touchscreen haben auch ältere oder jüngere, nicht technisch versierte, Fahrzeuginsassen die Möglichkeit schnell einen Notruf abzusetzen.
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Durch das erfindungsgemäße Notfallsystem lassen sich konkrete Bedrohungsszenarien zunächst kategorisieren, beispielsweise nach dem schwersten anzunehmenden Schaden. Dabei können die Schäden nach finanzieller Schaden, Schaden am Wohlbefinden der Person, Schaden an der Person (psychisch, bzw. ohne Verletzung des Körpers), Schaden an der Person - Körperverletzung leicht etc kategorisiert werden.
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Für die Notfallsituationen werden anhand des erfindungsgemäßen Notfallsystems die Fahrzeuginsassen schnell ermächtigt einen Notruf an die Notrufzentrale bzw. eine Meldung an den Operator/Einsatzstelle auszusenden, in Abhängigkeit des Notfallrisikos und der zu erwartenden Schwere bzw. dem subjektiven Sicherheitsempfinden.
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Das erfindungsgemäße Notfallsystem lässt eine Differenzierung der Meldung zu.
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In weiterer Ausbildung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, in einem Notfallmodus ein Mikrofon und einen Lautsprecher und eine Kamera zu aktivieren zur Bildübertragung und zur akustischen Eingabe der Informationen und/oder akustischen Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle. Dadurch kann auch im Notfallmodus beispielsweise ein Videocall aktiviert werden, mit einem Operator der Einsatzstelle. Dies kann eine abschreckende Wirkung auf einen Angreifer haben oder zur Sicherheit/Beruhigung der Fahrzeuginsassen beispielsweise bei einem Unfall im Fahrzeug dienen. Auch kann bei der akustischen Interaktion eine Anwendung von automatisierter Spracherkennung möglich sein.
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In weiterer Ausgestaltung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, eine vorhandene Innenraumsensorik zu aktivieren, wobei die Innenraumsensorik zumindest eine Innenraumkamera vorzugsweise aber mehrere Kameras umfasst, zur bildlichen Erfassung des Fahrgastraums als Innenraumdaten wobei das Interaktionsterminal dazu ausgebildet ist, eine dauerhafte Speicherung zumindest der während des aktivierten Notfallmodus aufgenommenen Innenraumdaten zu bewirken. Dabei kann beispielsweise eine generelle Speicherung in einem Ringspeicher vorgesehen sein, dessen Daten im Notfallmodus in einem dauerhaften Speicher übertragen und gespeichert werden, um diese zu sichern. Innenraumsensoren können neben Kameras auch beispielsweise Mikrofone zum Erfassen der Akustik aufweisen.
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In weiterer Ausbildung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, abzufragen ob eine Bedrohungssituation vorliegt und bei Vorliegen einer Bedrohungssituation abzufragen, welche Art der Bedrohung vorliegt und/oder die gefühlte Stärke der Bedrohung abzufragen. Die Abfrage kann beispielsweise durch eine Auswahl von vorgegebenen Bedrohungssituationen und Anwahl der zutreffenden ausgebildet sein oder eine akustische Abfrage. Bedrohungssituationen können sein, Diebstahl, körperliche Bedrohung etc.
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Ferner kann das Interaktionsterminal dazu ausgebildet sein, in Abhängigkeit von der eingegebenen Stärke und/oder der Art der Bedrohungssituation eine entsprechende Einsatzstelle und/oder Notrufzentrale zu kontaktieren.
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Ferner können auch Außensensoren vorhanden sein, beispielsweise Lidar/Radarsensoren/Kameras zur Aufnahme des Außenraums als Außenraumdaten. Diese Außenraumdaten können im Notfallmodus beispielsweise ebenfalls vom Ringspeicher in den dauerhaften Speicher übertragen werden.
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Das Interaktionsterminal kann dazu ein Auslösesignal an beispielsweise einen Data Recorder bereitstellen, zur dauerhaften Speicherung bisherig aufgenommener Daten, welche in dem Ringspeicher zwischengespeichert waren, und zur Aufzeichnung aller folgenden relevanten Überwachungsdaten und zur Speicherung dieser in den dauerhaften Speicher.
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Dabei können diese gespeicherten Daten beispielsweise als Beweise für Strafverfolgung oder zivilrechtliche Maßnahmen etc. dienen.
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In weiterer Ausbildung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, eine Übermittlung der während des aktivierten Notfallmodus aufgenommenen Innenraumdaten an einen externen Server zu bewerkstelligen. Die erfassten Daten beispielsweise Innenraumdaten und Außenraumdaten können beispielsweise mit Aufzeichnungen aus dem Ringspeicher zu Datenpaketen zusammengefasst werden. Die Datenpakete können anschließend an einen externen Server, beispielsweise einer Cloud, hochgeladen werden. Anschließend können beispielsweise für das Datenpaket spezifische Kennungen generiert werden und dem Datenpaket zugewiesen werden.
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Anhand der Kennungen können sich beispielsweise betroffene Fahrzeuginsassen und/oder aber die Einsatzstelle/Notrufzentrale authentifizieren und über die Kennung auf das Datenpaket zugreifen und dieses anschließend beispielsweise als Beweis verwenden.
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Ferner kann das Interaktionsterminal dazu ausgebildet sein, eine Übermittlung der während des aktivierten Notfallmodus aufgenommenen Innenraumdaten zumindest an die Einsatzstelle zu bewerkstelligen. Ebenfalls können die Außenraumdaten übermittelt werden. Diese können ebenfalls an die Einsatzstelle übermittelt werden. Dadurch kann eine schnellere Hilfe erfolgen, da bereits vorab die Notfallsituation der Einsatzstelle bekannt ist. So können beispielsweise bei einem schweren Unfall mehrere Krankenwagen oder aber bereits ein Rettungshubschrauber losgesendet werden oder aber das technische Hilfswerk informiert werden.
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In einer weiteren Ausbildung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, weitere Mitteilungen der Notrufzentrale und/oder der Einsatzstelle zu übermitteln, wobei die weiteren Mitteilungen aus der nachfolgenden Gruppe auswählbar sind: Beifügen des aktuellen Standorts oder einen jeweils aktualisierten Standort, beifügen der noch zu bewältigenden Fahrzeugroute, beifügen einer ID (Fahrzeug-ID- Identifikationsnummer) des Personentransportfahrzeugs, beifügen einer aktuellen Sitzplatznummer bezogen auf das Interaktionsterminal.
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Das Fahrzeug oder der Sitzplatz hat beispielsweise eine Identifikationsnummer, die den Fahrzeuginsassen angezeigt wird, bzw. vor dessen Sitzplatz oder am Interaktionsterminal angebracht ist.
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Im Falle eines Notrufes kann der Fahrzeuginsasse der Einsatzstelle/Notrufzentrale die ID durchgeben um die bidirektionale Verbindung herzustellen.
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Auch kann die ID sitzplatzspezifisch sein, sodass die Einsatzstelle/Notrufzentrale sofort die Position des Fahrzeuginsassen im Personentransportfahrzeug ermitteln kann. Wenn der Sitzplatz ebenfalls in der ID übermittelt wird, kann über den Livestream eine Markierung gelegt werden, welche der Notrufzentrale/ Einsatzstelle den Sitzplatz/Position des Fahrzeuginsassen innerhalb des Bildes zeigt.
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Insbesondere kann in weiterer Ausbildung die Notfallbedieneinheit dazu ausgebildet sein, bei Nichtherstellbarkeit einer Verbindung zu dem Interaktionsterminal einen separaten Notruf an die Notrufzentrale abzusetzen. Wird beispielsweise der Notfallbedieneinheit signalisiert, dass keine Verbindung zu dem Interaktionsterminal hergestellt werden kann, so kann diese einen separaten Notruf an eine vordefinierte Notrufzentrale, beispielsweise die Polizei, absetzten. Dabei können zumindest Daten des Personentransportfahrzeugs beigefügt werden, um zu ermitteln, woher der Notruf kommt. Dadurch kann selbst bei einer Störung der Verbindung zu dem Interaktionsterminal oder einer Störung des Interaktionsterminals selber gesichert ein Notruf abgesetzt werden.
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Ferner kann die Notfallbedieneinheit als Multi-Notfallknopf ausgebildet sein und mehrere Eingabetasten für verschiedene Arten von Notfällen aufweisen.
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Dabei können die mehreren Eingabetasten einen Bedrohungsgrad widerspiegeln, welcher mit dem Notruf übermittelt wird, je nach Bedrohungsempfinden. Auch kann dieser für verschiedene Arten von Notrufen an verschiedene Notrufzentralen ausgebildet sein, beispielsweise Polizei oder Feuerwehr bei Brand des Personentransportfahrzeug etc.
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In weiterer Ausbildung ist das Interaktionsterminal dazu ausgebildet, im Notfallmodus mehrere vorab definierte Notfallsituationen zur Auswahl anzuzeigen und/oder verschiedene Einsatzstellen zur Auswahl anzuzeigen.
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Beispielsweise können solche Notfallsituationen sein: Unfall, Brand, Angreifer/Bedrohung durch Personen, Krankheit beispielsweise, wenn ein Fahrzeuginsasse einen Herzinfarkt erleidet.
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Ferner kann beispielsweise das Interaktionsterminal dazu ausgebildet sein, zumindest als Einsatzstellen, die Feuerwehr, Krankenhaus, wobei hier auch Arzt/ Rettungssanitäter/Krankenwagenumfasst sind oder Polizei zur Auswahl anzuzeigen, und bei entsprechender manueller Auswahl eine Verbindung zu der entsprechend hinterlegten Einsatzstelle aufzubauen. Dadurch kann beispielsweise eine schnelle und bildliche erste Differenzierung der Notsituation erzielt werden als auch beispielsweise bei einem Herzinfarkt erste Hilfe durch die Fahrzeuginsassen geleistet werden.
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In weiterer Ausbildung kann das Interaktionsterminal dazu ausgebildet sein, bei keiner Auswahl einer Notfallsituation oder Einsatzstelle eine Verbindung zu einer vorab definierten hinterlegten Einsatzstelle aufzubauen. Auch kann ein Notruf abgesetzt werden. Dabei kann die Zeitspanne von der Auswahl bis zur automatischen Verbindung beispielsweise sehr kurz gewählt werden, so dass nur wenig wertvolle Zeit verloren geht.
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Ferner kann das Interaktionsterminal dazu ausgebildet sein, im Notfallmodus eine Verbindung zu einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Smartphone, Tablet, oder Smartwatch des Fahrzeuginsassen aufzubauen.
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Dabei kann die Verbindung zu dem mobilen Endgerät über eine in das mobile Endgerät vorab eingegebene Fahrzeug ID, QR-Code und/oder automatisiert über NFC (Near Fiel Communication) hergestellt werden.
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Zusätzlich kann so ein Notruf/Meldung über beispielsweise das Smartphone des Fahrzeuginsassen ebenfalls unterstützt werden, sodass eine Ortung des Fahrzeuges, eine Ortung des Fahrzeuginsassen im Fahrzeug, und eine Situationseinschätzung einfacher ist. Dabei kann eine Verbindung zwischen Fahrzeug und Smartphone über einen QR-Code oder automatisiert über beispielsweise NearFieldCommunication über Bluetooth oder über die eingegebene Fahrzeug ID erfolgen.
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Dabei ist die Fahrzeug ID- Identifikationsnummer diejenige Nummer, welche beispielsweise einem Fahrzeuginsassen beim Einsteigen angezeigt wird oder beispielsweise im Personentransportfahrzeug beispielsweise an den Sitzplätzen angebracht ist.
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Die Fahrzeug ID- Identifikationsnummer kann vereinfacht beispielsweise das Kennzeichen des Personentransportfahrzeugs sein. Im Falle eines Notrufes kann der Fahrzeuginsasse der Einsatzstelle die ID durchgeben oder diese wird automatisiert übermittelt. Anschließend kann das Interaktionsterminal aktiviert werden beispielsweise um einen VideoCall mit der Einsatzstelle zu starten.
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Die Einsatzstelle kann somit beispielsweise anhand der ID zur Identifikation eine Kommunikationsschnittstelle zum Fahrzeug herstellen.
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Darüber hinaus können auch weitere Informationen, die über das Fahrzeug, die Innenraumsensorik, das Smartphone des Fahrzeuginsassen, etc. vorliegen ebenfalls beim Notruf durch das sich aktivierende Notfallsystem inkludiert werden.
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Ebenfalls können bei einem solchen Fall die persönlichen auf dem mobilen Endgerät gespeicherten Notfalldaten, wie Anamnese-Infos, wie Vorerkrankungen, Blutgruppe, etwaige Behinderungen etc. als auch Notfallkontakte über das Interaktionsterminal an die Einsatzstelle übermittelt werden. Somit können beispielsweise Ersthelfer direkt über die Blutgruppe bei verunfallten Personen oder anderen Erkrankungen etc. vorab informiert werden.
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Umgekehrt kann das mobile Endgerät bei Aktivierung des Interaktionsterminals Informationen zu Notfallkontakten und Ersthelfer-Informationen übermitteln.
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Somit kann das Smartphone zum Notruf eingesetzt werden und dieser über das Interaktionsterminal unterstützt werden. z.B. durch einen Videocall mit der Einsatzstelle.
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Ferner wird die Aufgabe gelöst durch ein Personentransportfahrzeug mit zumindest einem Fahrgastraum umfassend einem wie oben beschriebenen Notfallsystem oder mehreren Notfallsystemen mit jeweils einem Interaktionsterminal.
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Ferner ist in weiterer Ausbildung jedem Notfallsystem oder dem Personentransportfahrzeug eine Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) zugeordnet, wobei das Interaktionsterminal dazu ausgebildet ist, die Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) einer Notrufmeldung und/oder die Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) den Informationen an eine Einsatzstelle beizufügen.
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Insbesondere kann ein solches Personentransportfahrzeug ein autonom fahrender Bus/Zug oder Taxi sein.
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In weiterer Ausbildung weist das Personentransportfahrzeug eine Innenraumsensorik auf, wobei die Innenraumsensorik zur kontinuierlichen Generierung von Innenraumdaten zur kontinuierlichen Innenraumüberwachung des Fahrgastraums ausgebildet ist, wobei das Personentransportfahrzeug dazu ausgebildet ist, anhand der kontinuierlichen Innenraumüberwachung eine Bedrohungssituation zu erkennen und das zumindest eine Notfallsystem zu aktivieren und zumindest die Innenraumdaten an eine vorab definierte Einsatzstelle zu übermitteln.
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Dabei kann die Innenraumsensorik vor allem als Kameras ausgebildet sein. Das Personentransportfahrzeug bzw. eine Auswerteeinheit erkennt durch kontinuierliche Überwachung des Innenraums und ggf. des Außenraums mögliche Bedrohungen. Wird ein Fahrzeuginsasse beispielsweise daran gehindert, einen Notruf abzusetzen, kann somit das Notfallsystem selbst tätig werden. Dadurch wird die Sicherheit erhöht. Zudem können bei einem Notruf die wahrscheinlichsten Bedrohungsfälle zuerst zur Auswahl auf dem Interaktionsterminal angezeigt werden.
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Dabei kann das Personentransportfahrzeug eine Auswerteeinheit aufweisen, welche dazu ausgebildet ist, basierend auf Künstlicher Intelligenz eine Bedrohungssituation in den Innenraumdaten zu detektieren. Dies kann beispielsweise ein künstliches antrainiertes neuronales Netz sein oder ein Faltungsnetz zur Auswertung von Bilddaten.
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Ferner wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Absetzen eines Notrufes in einem Personentransportfahrzeug mit zumindest einem Fahrgastraum durch ein Notfallsystem umfassend der Schritte:
- - Bereitstellen eines Interaktionsterminals, wobei das Interaktionsterminal verschiedene Modi umfasst und zur Auswahl der verschiedenen Modis sowie zur manuellen Eingabe von Informationen in dem jeweiligen ausgewählten Modi ausgebildet ist, wobei die verschiedenen Modi zumindest ein Notfallmodus umfassen,
- - Bereitstellen einer Notfallbedieneinheit, welche im Fahrgastraum angeordnet ist, wobei die Notfallbedieneinheit an das Interaktionsterminal gekoppelt ist, und wobei die Notfallbedieneinheit bei manueller Betätigung eine Aktivierung des Interaktionsterminals bewerkstelligt, wobei das Interaktionsterminal sich bei Aktivierung durch die Notfallbedieneinheit in den Notfallmodus versetzt oder sich bei manueller Aktivierung des Notfallmodus in den Notfallmodus versetzt, und eine Notrufmeldung an eine vorab definierte Notrufzentrale absetzt als auch eine bidirektionale Verbindung zu einer Einsatzstelle herstellt, zur Eingabe von Informationen durch den Fahrzeuginsassen zur Weiterleitung an die Einsatzstelle und/oder zum Herstellen einer Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle.
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Ferner kann als weiteren Schritt das Interaktionsterminal abfragen, ob eine Bedrohungssituation vorliegt und bei Vorliegen einer Bedrohungssituation abfragen, welche Art der Bedrohung vorliegt und/oder die gefühlte Stärke der Bedrohung abfragen und in Abhängigkeit von der eingegebenen Stärke und/oder der Art der Bedrohungssituation eine entsprechende Einsatzstelle und oder Notrufzentrale kontaktieren.
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Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren. Darin zeigen schematisch:
- 1: ein Notfallsystem schematisch,
- 2: einen Multi- Notfallknopf schematisch,
- 3: ein Interaktionsterminal schematisch,
- 4: ein Personentransportfahrzeug,
- 5: verschiedene Fahrzeug ID(Identifikationsnummer) im Personentransportfahrzeug
- 6: Starten eines Videocalls bei Bedrohung.
- 7: das Verfahren anhand einer Bedrohungssituation.
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1 zeigt ein Notfallsystem 1 zum Absetzen eines Notrufes in einem Personentransportfahrzeug 5 mit zumindest einem Fahrgastraum schematisch.
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Das Notfallsystem 1 weist einerseits eine Notfallbedieneinheit auf, welche im Fahrgastraum angeordnet ist. Diese kann als Multi-Notfallknopf 2a,2b ausgebildet sein und mehrere Eingabetasten 13 für verschiedene Arten von Notrufen aufweisen.
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Dabei umfasst der Multi-Notfallknopf 2a,2b eine Verbindung über Kabel oder Funk zu einem Interaktionsterminal 3 zum Absetzen eines Notrufes als auch eine Kommunikationsschnittstelle 14 um direkt einen Notruf an eine vorab bestimmte Notrufzentrale 7, wie Polizei, Feuerwehr, abzusetzen, falls die Verbindung zum Interaktionsterminal 3 nicht herstellbar ist.
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Dabei kann der Multi-Notfallknopf 2a,2b in einem Gehäuse mit Befestigungselement angeordnet sein.
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Ferner kann der Multi-Notfallknopf 2a,2b verschiedene Eingabetasten 13 aufweisen.
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2 zeigt einen Multi- Notfallknopf 2a,2b im Detail.
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Dabei kann der Multi-Notfallknopf 2a mehrere Eingabetasten 13 aufweisen um je nach Bedrohungsempfinden einen Bedrohungsgrad mit dem Notruf zu übermitteln. Dabei können die Eingabetasten 13 jeweils einen unterschiedlichen Bedrohungsgrad widerspiegeln.
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Alternativ oder zusätzlich weist der Multi-Notfallknopf 2b weitere Eingabetasten 13 auf, welche verschiedene Notfälle wie medizinischer Notfall, Unfall, Brand oder andere Bedrohungen widerspiegeln und welche, bei Betätigung, jeweils eine Verbindung zu einer jeweils anderen Notrufzentrale herstellen, wie Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus/Rettungssanitäter etc.
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Auch kann der Multi-Notfallknopf 2a,2b ausgebildet sein, auf Anfrage weitere Informationen über verschiedene Tasten einzugeben, ähnlich bei einer maschinellen Abfrage beim Anruf : Drücken sie den orangenen Knopf, wenn weitere Personen in Gefahr sind.
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Ferner ist das Interaktionsterminal 3 vorgesehen, 3. Dieses umfasst einen Monitor als Touchscreen 15, eine Kamera 16 zur Aufnahme des Fahrzeuginsassen, ein Mikrofon 17 einen Lautsprecher 20 sowie beispielsweise optional Tasten für die manuelle Eingabe, Befestigungselementen ein Gehäuse sowie beispielsweise einen Sichtschutz, wie beispielsweise einen Polarisationsfilter. Durch den Sichtschutz können beispielsweise nur der direkte Nutzer die Eingaben sehen. Ferner können Bedientasten 18 vorgesehen sein.
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Ferner weist das Interaktionsterminal 3 eine Verbindung zu einem Fahrzeugsteuergerät 4 in dem Personentransportfahrzeug 5 auf, zur Übermittlung und Ausführung von Befehlen an und durch das Fahrzeugsteuergerät 4 über eine Kommunikationsschnittstelle 14 beispielsweise zum Aufbau und Durchführung einer bidirektionalen Verbindung mit einer Einsatzstelle 6 oder Notrufzentrale durch eine entsprechende Kommunikationsschnittstelle /Antennensystem/Mobilfunknetz 19.
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Ferner weist das Interaktionsterminal 3 verschiedene Modi 21 auf und ist zur Auswahl der verschiedenen Modi 21 ausgebildet. Solche Modi 21 können beispielsweise ohne mit einer Einsatzstelle 6 verbunden zu werden lediglich zur Information dienen. Dabei können beispielsweise ein Modus 21: Zustand Fahrzeug, Zufriedenheit, Entertainment etc. vorhanden sein, um die verschiedenen Meldungen ohne Notrufzentrale 7 oder Einsatzstelle 6 einzugeben. Dabei können die Meldungen beispielsweise mittels des Touchscreens des Interaktionsterminals 3 eingegeben werden. Solche Meldungen können beispielsweise die Fahrzeugposition, den Fahrzeugzustand (Dreckig, Sauber), die geplante Route oder andere Verkehrsinformationen beinhalten.
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Ferner weist der Interaktionsterminal 3 einen Notfallmodus auf. Dieser kann direkt aktiviert werden, beispielsweise durch Auswählen auf dem Touchscreen oder durch Betätigen des Multi-Notfallknopfs 2a,2b aktiviert werden.
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Dabei versetzt sich der Interaktionsterminal 3 bei Aktivierung in den Notfallmodus und setzt einen Notrufmeldung an eine vorab definierte Notrufzentrale ab und stellt eine bidirektionale Verbindung zu der Einsatzstelle 6 her, zur Eingabe von Informationen durch den Fahrzeuginsassen zur Weiterleitung an die Einsatzstelle 6 und/oder zum Herstellen einer Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle 6.
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Dabei kann das Interaktionsterminal 3 weitere Mitteilungen an die Notrufzentrale 7 und/oder an die Einsatzstelle 6 übermitteln, wobei die weiteren Informationen beispielsweise sind: Beifügen des aktuellen Standorts oder einen jeweils aktualisierten Standort, beifügen der noch zu bewältigenden Fahrzeugroute, beifügen einer Kennung des Personentransportfahrzeugs 5, beifügen einer aktuellen Sitzplatznummer bezogen auf das Interaktionsterminal 3, der Fahrzeugzustand, Verkehrsinformationen, Fahrzeuginsasseninformation etc.
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Wird das Interaktionsterminal 3 aktiviert, so kann dieses eine Verbindung zu einem Operator als Einsatzstelle 6 herstellen. Dabei wird das Mikrofon 17 und der Lautsprecher 20 als auch die Kamera 16 aktiviert zur Bildübertragung und zum Aufbau eines Videocalls und zur akustischen Eingabe der Informationen und/oder akustischen Interaktion zwischen dem Fahrzeuginsassen und der Einsatzstelle 6.
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So ermöglicht das erfindungsgemäße Notfallsystem beispielsweise die Abfrage der 5-W-Fragen (was, wie, welche, wer, warten) durch den Operator/ Einsatzstelle 6 um durch die Beantwortung eine adäquate Reaktion beispielsweise durch die Einsatzstelle 6 oder die Notrufzentrale 7 zu ermöglichen.
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Die Interaktion kann somit beispielsweise eine abschreckende Wirkung auf einen Angreifer haben oder zur Sicherheit der Fahrzeuginsassen beispielsweise bei einem Unfall im Personentransportfahrzeug 5 dienen. Auch kann das Interaktionsterminal 3 dazu ausgebildet sein, an der Sprache, Buchung, Hautfarbe, etc. des Fahrzeuginsassen seine Herkunft und mögliche Sprachen zu erkennen/schätzen.
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Diese Sprachen können durch das Interaktionsterminal 3 dem Fahrzeuginsassen neben den wahrscheinlichsten vorgeschlagen werden.
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Alternativ oder zusätzlich kann neben der akustischen Eingabe durch Videocall auch eine Abfrage durch Anzeige und Eingabe in das Touchscreen 15 möglich sein.
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Wird das Interaktionsterminal 3 aktiviert, so aktiviert dieses wiederum eine vorhandene Innenraumsensorik 8 und Außenraumsensorik sofern diese vorab nicht aktiviert war.
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Dabei umfasst die Innenraumsensorik 8 und Außenraumsensorik zumindest eine Innenraumkamera oder mehrere Kameras zur bildlichen Erfassung des Fahrgastraums als Innenraumdaten und des Außenraums als Außenraumdaten.
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Dabei wird von dem Interaktionsterminal 3 während des aktivierten Notfallmodus veranlasst zumindest eine dauerhafte Speicherung der während des aktivierten Notfallmodus aufgenommenen Innen-/Außenraumdaten zu bewirken.
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Das Interaktionsterminal 3 kann dazu ein Auslösesignal an einen Data Recorder 10 (dauerhafter Speicher) übermitteln, zur Speicherung bisherig aufgenommener Daten, welche beispielsweise in einem Ringspeicher zwischengespeichert waren, und zur Aufzeichnung aller folgenden relevanten Überwachungsdaten und zur Speicherung dieser in den dauerhaften Speicher.
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Bei jedem Notruf/Meldung können diese gespeicherten Daten schließlich als Beweise für z.B. Strafverfolgung oder zivilrechtliche Maßnahmen dienen.
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Auch können die so aufgenommenen Innenraumdaten und Außenraumdaten der Einsatzstelle 6 übermittelt werden, wodurch diese den Notfall besser einschätzen kann.
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Auch kann das Interaktionsterminal 3 eine Übermittlung der gespeicherten Außenraumdaten und Innenraumdaten oder aber zumindest während des aktivierten Notfallmodus aufgenommenen Innenraumdaten an einen externen Server bewerkstelligen. Die erfassten Innenraumdaten und Außenraumdaten können beispielsweise mit Aufzeichnungen aus dem Ringspeicher zu Datenpaketen zusammengefasst werden.
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Die Datenpakete können dann in den externen Server, beispielsweise einer Cloud 9, hochgeladen werden. Anschließend kann beispielsweise für das Datenpaket eine spezifische Kennung generiert werden und dem Datenpaket zugewiesen werden.
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Anhand der Kennung können sich beispielsweise betroffene Fahrzeuginsassen und/oder aber die Einsatzstelle 6/Notrufzentrale 7 authentifizieren und über die Kennung auf das Datenpaket zugreifen und dieses anschließend beispielsweise als Beweis verwenden.
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Auch kann das Interaktionsterminal 3 im Notfallmodus mehrere vorab definierte Notfallsituationen zur Auswahl anzeigen und/oder verschiedene Einsatzstellen 6 zur Auswahl anzeigen.
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Beispielsweise können solche Notfallsituationen sein: Unfall, Brand, Angreifer/Bedrohung durch Personen, Krankheit, beispielsweise, wenn ein Fahrzeuginsasse einen Herzinfarkt erleidet.
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Dabei können beispielsweise als Einsatzstellen 6, die Feuerwehr, Krankenhaus/Arzt oder Polizei zur Auswahl angezeigt werden, und bei entsprechender manueller Auswahl eine Verbindung zu der entsprechend hinterlegten Einsatzstelle 6 aufgebaut werden. Dadurch kann beispielsweise eine schnelle und bildliche erste Differenzierung der Notsituation erzielt werden und erste Hilfe geleistet werden.
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Ferner kann das Interaktionsterminal 3 im Notfallmodus eine Verbindung zu einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Smartphone 11 des Fahrzeuginsassen aufbauen.
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Dabei kann die Verbindung zu dem Smartphone 11 über eine vorab in das Smartphone 11 eingegebene Personentransportfahrzeug 5 ID, QR-Code und/oder automatisiert über NFC (Near Fiel Communication) hergestellt werden.
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Dabei ist die Fahrzeug ID- Identifikationsnummer diejenige Nummer, welche beispielsweise einem Fahrzeuginsassen beim Einsteigen angezeigt wird oder beispielsweise im Personentransportfahrzeug 5 beispielsweise an den Sitzplätzen angebracht ist.
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Die Fahrzeug ID- Identifikationsnummer kann vereinfacht beispielsweise das Kennzeichen des Personentransportfahrzeugs 5 sein. Im Falle eines Notrufes kann der Fahrzeuginsasse der Einsatzstelle 6 die ID durchgeben oder diese wird automatisiert übermittelt. Anschließend kann das Interaktionsterminal aktiviert werden beispielsweise um einen VideoCall mit der Einsatzstelle 6 zu starten.
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Die Einsatzstelle 6 kann somit beispielsweise anhand der ID zur Identifikation eine Kommunikationsschnittstelle zum Personentransportfahrzeug 5 herstellen.
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Zusätzlich kann so ein Notruf/Meldung über beispielsweise das Smartphone 11 des Fahrzeuginsassen ebenfalls unterstützt werden, sodass eine Ortung des Personentransportfahrzeuges 5, eine Ortung des Fahrzeuginsassen im Personentransportfahrzeug 5 und eine Situationseinschätzung einfacher ist.
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Darüber hinaus können auch weitere Informationen, die über das Personentransportfahrzeug 5, die Innenraumsensorik 8 , das Smartphone 11 des Fahrzeuginsassen, etc. vorliegen ebenfalls beim Notruf inkludiert werden.
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Beispielsweise können bei einem solchen Fall die persönlichen, auf dem mobilen Endgerät/Smartphone 11 gespeicherten Notfalldaten 12, wie Anamnese-Infos, wie Vorerkrankungen, Blutgruppe, etwaige Behinderungen etc. als auch Notfallkontakte über das Interaktionsterminal an die Einsatzstelle 6 übermittelt werden. Somit können beispielsweise Ersthelfer direkt über die Blutgruppe bei verunfallten Personen oder anderen Erkrankungen etc. vorab informiert werden.
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Weiterhin kann das Smartphone 11 zum Notruf eingesetzt werden und dieses über das Interaktionsterminal 3 unterstützt werden. beispielsweise mit einem Videocall mit der Einsatzstelle 6.
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Liegt somit eine Gefährdungslage gegenüber dem Fahrzeuginsassen vor, so kann mittels des erfindungsgemäßen Notfallsystems 1 eine Bedrohungsmeldung über den Multi- Notfallknopf 2a,2b oder das Interaktionsterminal 3 oder das an das Interaktionsterminal 3 gekoppelte Smartphone 11 getätigt werden. Dabei wird bei Betätigung des Notfallknopfs 2a,2b direkt eine Notrufzentrale 7 informiert. Dadurch wird das Interaktionsterminal 3 aktiviert zur weiteren Eingabe und starten einer Übertragung an eine Einsatzstelle 6. Ferner wird eine Datenspeicherung von Außenraumdaten und Innenraumdaten bei Data Recorder 10 ermöglicht, die Übermittlung der gespeicherten Daten an eine Cloud 9 sichergestellt sowie zumindest die Innenraumdaten an die Einsatzstelle 6 gesichert übermittelt.
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Der Fahrzeuginsasse kann anhand des erfindungsgemäßen Notfallsystems 1 die Bedrohungssituation durch eine Eingabe über das Interaktionsterminal 3 (Videocall, Touchscreeneingabe) differenzieren. Die Einsatzstelle 6 kann auf dieser Basis geeignete Maßnahmen auswählen und an die Notrufzentrale 7 weiterleiten.
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4 zeigt ein Personentransportfahrzeug 5 mit zumindest einem Fahrgastraum umfassend einem Notfallsystem 1 oder mehreren Notfallsystemen 1 mit jeweils einem Interaktionsterminal 3 schematisch. Insbesondere kann ein solches Personentransportfahrzeug 5 ein autonom fahrender Bus/Zug oder Taxi sein.
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Dabei ist jedem Notfallsystem 1 oder dem Personentransportfahrzeug 5 eine Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) zugeordnet. Diese kann beispielsweise das Kennzeichen des Personentransportfahrzeugs 5 sein sowie eine Zusatzzahl, welche den Sitzplatz oder die Anordnung des Notfallsystems 1 im Fahrzeug anzeigt (5).
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Dabei kann das Interaktionsterminal 3 diese Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) einer Notrufmeldung und/oder die Fahrzeug ID (Identifikationsnummer) den Informationen an eine Einsatzstelle 6 beifügen, so dass das Personentransportfahrzeug 5 leicht identifiziert werden kann.
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Ferner weist das Personentransportfahrzeug 5 die Innenraumsensorik 8 und Außenraumsensorik auf, zur kontinuierlichen Generierung von Innenraumdaten und Außenraumdaten.
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Zudem ist eine Auswerteeinheit vorgesehen, welche eine Bedrohungssituation erkennt. Anhand der erkannten Bedrohungssituation kann diese eine vorab definierte Einsatzstelle 6 informieren und das oder die Interaktionsterminals 3 zuschalten zum Starten beispielsweise eines Videocalls (6).
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Die Auswerteeinheit erkennt somit durch kontinuierliche Überwachung von Innen- und Außenraum mögliche Bedrohungen und erkennt ob jemand daran gehindert wird einen Notruf abzusetzen. Zur Abschreckung kann das Interaktionsterminal 3 zugeschaltet werden.
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Durch das erfindungsgemäße Notfallsystem 1 lassen sich konkrete Bedrohungsszenarien sich zunächst kategorisieren, beispielsweise nach dem schwersten anzunehmendem Schaden. Dabei können die Schäden nach finanzieller Schaden, Schaden am Wohlbefinden der Person, Schaden an der Person (psychisch, bzw. ohne Verletzung des Körpers), Schaden an der Person - Körperverletzung leicht etc kategorisiert werden.
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In Bezug auf Notfallsituationen werden anhand des erfindungsgemäßen Notfallsystems 1 die Fahrzeuginsassen schnell ermächtigt einen Notruf an die Notrufzentrale 7 bzw. eine Meldung an den Operator/Einsatzstelle 6 auszusenden, in Abhängigkeit des Notfallrisikos und der zu erwartenden Schwere bzw. dem subjektiven Sicherheitsempfinden.
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Das erfindungsgemäße Notfallsystem 1 lässt eine Differenzierung des Notrufs zu.
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7 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren in einer Bedrohungssituation. Dabei wird in einem ersten Schritt S1 die Bedrohung über den Multi-Notfallknopf 2a,2b oder das Interaktionsterminal 3 eingegeben. Dabei kann ebenfalls eingegeben werden, ob eine Bedrohung für eine andere Person vorliegt. Auch kann die andere Person beispielsweise anhand des Sitzplatzes genauer angegeben werden.
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In einem zweiten Schritt S2 wird die Bedrohungssituation detailliert abgefragt. Dies kann bereits mit der Unterstützung eines Operators/ Einsatzstelle 6/ Notrufzentrale 7 erfolgen oder ausschließlich über die Eingabe in den Touchscreen 15. Auch kann der Modus 21 einen Notruf an den Operator/ Einsatzstelle 6/ Notrufzentrale 7 zu senden als dauerhafter Auswahlbutton vorgesehen sein. Dabei kann im Schritt S2 die Art der Bedrohung genauer identifiziert werden, wie Diebstahl, körperlich, verbal etc.
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In einem dritten Schritt S3 wird die gefühlte Stärke der Bedrohung abgefragt.
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In einem vierten Schritt S4 kann beispielsweise anhand der ausgewählten Art der Bedrohung und/oder der Stärke ein Notruf an die Polizei gestartet werden. Dabei werden weitere Informationen wie Fahrzeugposition, Fahrzeugzustand, geplante Route, Verkehrsinformation, Insasseninformation und ggf. andere Sensorinformationen übermittelt.
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Wird der Notruf aufgrund von Überlastung nicht angenommen so kann beispielsweise ein Notruf an den Operator gestartet werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Notfallsystem
- 2a,2b
- Multi-Notfallknopf
- 3
- Interaktionsterminal
- 4
- Fahrzeugsteuergerät
- 5
- Personentransportfahrzeug
- 6
- Einsatzstelle
- 7
- Notrufzentrale
- 8
- Innenraumsensorik
- 9
- Cloud
- 10
- Data Recorder
- 11
- Smartphone
- 12
- Notfalldaten
- 13
- Eingabetasten
- 14
- Kommunikationsschnittstelle
- 15
- Touchscreen
- 16
- Kamera
- 17
- Mikrofon
- 18
- Bedientasten
- 19
- Antenne
- 20
- Lautsprecher
- 21
- Modi
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 10 2020 201 629 A1 [0006]