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Die Erfindung betrifft ein Assistenzsystem zur Zustellung von Gütern bzw. Sendungen mittels eines Fahrzeugs.
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Die Zustellung von Gütern, wie beispielsweise Briefe, Päckchen oder Pakete, zu einer Vielzahl von Adressaten mit einem Fahrzeug, beispielsweise einem Postfahrzeug, erfolgt derzeit nach dem folgenden bekannten Verfahren. Der Zusteller holt die zuzustellenden Güter von einer für den jeweiligen Zustellbereich zuständigen Auslieferungszentrale ab und belädt damit sein Zustellfahrzeug, das üblicherweise durch einen Nutzkraftwagen der Klasse Transporter gebildet wird. Als Funktion der anzufahrenden Zustelladressen wird dann eine Fahrtroute, die als Zustellroute bezeichnet wird, festgelegt, entlang der die Zustellung erfolgt. Ob diese Zustellroute mittels einer Optimierungsstrategie festgelegt wird, ist hierbei ohne Belang. Der Zusteller fährt dann nacheinander die Ziel- oder Zustelladressen an. Das Zustellfahrzeug hält an jeder Zustelladresse, wobei der Halteort des Zustellfahrzeugs für die jeweilige Zustelladresse im Allgemeinen vom eigentlichen Zustellort entfernt ist, der Zusteller nimmt das zuzustellende Gut oder Warensendung, also den Brief, das Päckchen oder das Paket, aus dem Zustellfahrzeug heraus und liefert das Gut oder die Warensendung beim Empfänger ab. Anschließend geht der Zusteller wieder zurück zu seinem Zustellfahrzeug, steigt in dieses ein und fährt zur nächsten Zustelladresse entlang der Zustellroute. Dort wiederholt sich der geschilderte Zustellvorgang, d.h. der Zusteller stellt das Fahrzeug ab, nimmt das zuzustellende Gut, steigt aus dem Fahrzeug aus, liefert das zuzustellende Gut aus, geht zum Fahrzeug zurück, steigt wieder ein und fährt weiter entlang der Zustellroute zur nächsten Zustelladresse. Dieser Vorgang wird solange wiederholt bis der letzte Zustellvorgang abgeschlossen ist. Anschließend kehrt der Zusteller mit dem Zustellfahrzeug zur Ausgangsbasis zurück.
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Der geschilderte Zustellvorgang ist nicht sonderlich effektiv, wenn die Zustellorte bzw. Zustelladressen kurz aufeinander folgen und der Zusteller für jedes Zustellgut aus dem Zustellfahrzeug aussteigen, wieder einsteigen, weiterfahren, anhalten, wieder aussteigen usw. muss. Alternativ könnte er das Zustellfahrzeug an einem lokalen Zentralort stehen lassen und von dem lokalen Zentralort die Zustellungen zu den lokalen benachbarten Zustelladressen zu Fuß erledigen. Allerdings kann dies zu einem erheblich höheren Fußweg für den Zusteller führen, was angesichts gegebenenfalls schwerer Zustellgüter suboptimal ist.
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Zur Verbesserung oder Optimierung des geschilderten üblichen Zustellvorgangs gibt es verschiedene Vorschläge, welche die Logistik der Auslieferungszentrale, die optimierte Beladung des Zustellfahrzeugs mit Warensendungen oder Gütern, die sichere Deponierung der Waren an der Zustelladresse und die Optimierung der Fahrtroute betreffen.
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So beschreibt die Druckschrift
DE 10 2009 020 388 A1 einen standardisierten Frachtbehälter, der mit Fracht bestückt in das Zustellfahrzeug eingebracht wird, wodurch sich die Beladungszeit verkürzt.
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Ferner beschreibt die
DE 103 05 333 A1 ein Verfahren zur Lieferung und Zustellung von Sendungen, wobei ein am Ort der Zustellung angebrachtes elektronisch verschließbares Fach die Zustellung auch bei Abwesenheit des Adressaten ermöglicht.
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Die Druckschrift US 2010 / 0 063 954 A1 betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Fahrzeugs, wobei ein dynamischer Zustand identifiziert und das Fahrzeug unter Verwendung einer Wissensdatenbank gesteuert wird, die eine feste Wissensdatenbank und eine lernende Wissensdatenbank umfasst.
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Die Druckschrift
DE 199 02 512 A1 betrifft ein Verfahren zur Beeinflussung eines Fahrzeugs durch einen Bediener. Dabei wird das Fahrzeug durch Sensoren auf einer vorgegebenen Spur gehalten. Es darf jedoch nur dann fahren, wenn sich der Bediener in der Nähe befindet, also feststellen kann, ob der Fahrweg frei ist. Das Fahrzeug fährt je nach Bedarf so weit, wie es der Arbeitsablauf erfordert, bzw. die Position des Bedieners zulässt. Bei Bedarf kann das Fahrzeug die vorgegebene Spur verlassen und dem Bediener folgen.
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Die Druckschrift
DE 10 2006 054 933 A1 betrifft ein autonomes roboterähnliches Transportgerät, wie beispielsweise ein Golfcaddy, mit einem motorisch angetriebenen Fahrwerk, einer Lenkeinrichtung, einem Bordcomputer und einem Navigationssystem, wobei in die Speichereinrichtung des Bordcomputers und/oder des Navigationssystems Daten über zumindest einen Golfplatz abspeicherbar und die Daten für den aktuell bespieten Golfplatz abrufbar sind, wobei die Positionsdaten des zu dem Golfcaddy gehörenden Golfspielers mittels eines Datenübertragungssystems übermittelbar sind, wobei das Golfcaddy auf der Grundlage der Daten des Golfplatzes, auf die das Navigationssystem zugreift, durch den Bordcomputer in Verbindung mit dem Navigationssystem zu der Position des Spielers und/oder zu der von dem Spieler bestimmten und an den Bordcomputer übermittelten Position auf den Golfplatz überführbar ist.
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Eine Optimierung der Fahrtroute kann vor oder auch noch während der Fahrt erfolgen, um die Fahrtroute hinsichtlich vorgegebener Optimierungsbedingungen festzulegen oder während der Fahrt aufgrund geänderter Verkehrsbedingungen zu ändern.
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Alle genannten Verbesserungen oder Optimierung des Zustellvorgangs verbessern möglicherweise den Zustellvorgang insgesamt, jedoch wird der Kern der Zustellung, nämlich die physische Zustellung der Sendungen an die Adressaten, davon nicht betroffen.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Zustellung von Waren bzw. Gütern an eine Vielzahl von Adressaten effizienter zu gestalten.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Assistenzsystem zur Unterstützung der Zustellung von Gütern mittels eines Fahrzeugs mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Das erfindungsgemäße Assistenzsystem zur Unterstützung der Zustellung von Gütern und/oder Sendungen zu einer Vielzahl von örtlich unterschiedlichen Zustelladressaten mit einem Zustellfahrzeug entlang einer durch die Zustelladressaten bestimmten Fahrt- oder Zustellroute weist einen automatischen Fahrmodus für das Zustellfahrzeug und eine drahtlose kommunizierende mobile Steuereinrichtung zur Steuerung des automatischen Fahrmodus von außerhalb des Zustellfahrzeugs und zur Darstellung von Streckendaten auf. Dabei wird der automatische Fahrmodus durch zwei automatische Fahrfunktionen realisiert, nämlich durch eine Herbeiruf-Funktion, mittels der das Zustellfahrzeug von einem Haltepunkt aus zu dem aktuellen Ort der mobilen Steuereinrichtung automatisch fährt, und durch eine Folge-Funktion, mittels der das Zustellfahrzeug von einem Haltepunkt aus der Bewegung der mobilen Steuereinrichtung automatisch nachfolgt. Mit diesen beiden Fahrfunktionen kann der Zusteller das an einem Haltepunkt stehende Zustellfahrzeug zu sich herrufen oder das Zustellfahrzeug kann den Zusteller begleiten, wenn der Zusteller entlang der Zustellroute zu Fuß geht. Die Herbeiruf-Funktion wird auch als Come-to-me-Funktion und die Folge-Funktion als Follow-me-Funktion oder Stay-to-me-Funktion bezeichnet.
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Mittels der mobilen Steuereinrichtung oder Fernbedienung, die durch ein PDA, ein Smartphone oder ein vergleichbares Gerät realisiert werden kann, kann von dem Zusteller eine Fernbedienung des automatischen Fahrmodus des Zustellfahrzeugs vorgenommen werden. Unter Streckendaten werden die für die Zustellroute und die Zustellwege zu den Zustelladressen notwendigen Informationen verstanden, d.h. die Zustellroute, die Zustelladressen, die Position des Zustellfahrzeugs und die örtlichen Begebenheiten, die durch Karteninformationen gegeben sind. Ferner gehören dazu Informationen über die Zustelladressaten, die Zustellorte und die zuzustellenden Sendungen, beispielsweise Nachnahme oder Zusatzgebühren, Gewicht der einzelnen Sendungen, usw.
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Vorzugsweise wird der automatische Fahrmodus des Assistenzsystems mittels der mobilen Steuereinrichtung aktiviert und deaktiviert. Der Zusteller kann daher zur Vereinfachung der Zustellung das Zustellfahrzeug von außerhalb in einen automatischen Fahrmodus versetzen und diesen wieder beenden.
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Vorzugsweise weist die mobile Steuereinrichtung eine berührungsempfindliche Anzeige, d.h. einen Touch-Screen, zur Darstellung von Streckendaten und zur Eingabe von Steuerbefehlen auf.
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Weiter bevorzugt weist der automatische Fahrmodus eine vorgegebene maximale Geschwindigkeit, insbesondere 6 km/h, auf, die das Zustellfahrzeug in dem automatischen Fahrmodus nicht überschreiten darf. Die maximale Geschwindigkeit lehnt sich an die übliche maximale Fußgängergeschwindigkeit an.
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Weiter bevorzugt darf im automatischen Fahrmodus die mobile Steuereinrichtung, mit anderen Worten der Zusteller, nicht überholt werden. Dies bedeutet, dass das Zustellfahrzeug den Zusteller entweder begleiten oder zu ihm hinfahren soll. Ein Überholen des Zustellers durch das Zustellfahrzeug ist nicht gestattet, um die Kontrolle des Zustellers über das Zustellfahrzeug zu gewährleisten.
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Vorzugsweise wird aus den Streckendaten eine Ermittlung von Fahrtroutenabschnitten der Zustellroute durchgeführt, auf welchem ein Einsatz des automatischen Fahrmodus möglich ist. Dabei wird der in Fahrtrichtung nächste Fahrtroutenabschnitt als Funktion der Position des Zustellfahrzeugs auf der mobilen Steuereinrichtung angezeigt. Insbesondere kann der angezeigte Fahrtroutenabschnitt optisch hervorgehoben angezeigt werden, so dass der Zusteller eine Empfehlung bekommt, wo er den automatischen Fahrmodus einsetzen kann.
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Vorzugsweise weist das Assistenzsystem mindestens eine in Fahrtrichtung nach vorne gerichtete Umfeldsensorik auf, die Hindernisse im Fahrweg des Zustellfahrzeugs erkennt. Mit dem Erkennen eines Hindernisses im Fahrweg wird der automatische Fahrmodus beendet und das Zustellfahrzeug zum Stillstand gebracht. Durch die Hinderniserkennung im Vorfeld des Zustellfahrzeugs wird im Fall eines Hindernisses eine aktive Folge-Funktion aus Sicherheitsgründen gestoppt und muss für die Weiterfahrt erneut aktiviert werden. Solange das Hindernis sich daher im Vorfeld des Zustellfahrzeugs befindet, kann eine Weiterfahrt nicht erfolgen, d.h. das Zustellfahrzeug bleibt stehen und die Folge-Funktion oder Herbeiruf-Funktion kann nicht aktiviert werden.
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Vorzugsweise erfolgt die Steuerung des automatischen Fahrmodus über eine auf der Anzeige der mobilen Steuereinrichtung erzeugte Funktionstaste. So kann durch Drucken der Funktionstaste ein Aktivieren des entsprechenden automatischen Fahrmodus erfolgen. Ferner kann die Funktionstaste so beschaffen sein, dass mit ihr ein Beschleunigen oder ein Verlangsamen des Zustellfahrzeugs bewirkt werden kann. Durch ein Loslassen der Funktionstaste kann der Stopp des Fahrzeugs bewirkt werden.
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Weiter bevorzugt weist das Assistenzsystem eine die mindestens eine in Fahrtrichtung nach vorne gerichtete Umfeldsensorik umfassende Umfelderkennung, eine Einrichtung zur Auswertung der Umfelddaten der Umfelderkennung und eine Einrichtung zum Ausführen des automatischen Fahrmodus auf. Dadurch wird ein selbstständiges Fahren des Zustellfahrzeugs in der Fahrspur entlang der Zustellroute möglich, wobei über entsprechende Aktuatoren in die Lenkung eingegriffen wird. Das Zustellfahrzeug kennt ebenfalls die Streckendaten und ist daher in der Lage, selbstständig der Fahrtroute in dem Fahrtroutenabschnitt zu folgen.
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Die Erfindung macht es daher einem Zusteller möglich, durch Drücken eines Schalters auf einem mobilen Gerät, nämlich der mobilen Steuereinrichtung, das Zustellfahrzeug ferngesteuert fahren zu lassen. Der Zusteller braucht daher am Ende einer Zustellstrecke, wenn er keine Waren oder Sendungen mehr in den Händen hält, nicht zu dem abgestellten Fahrzeug zurück zu laufen, sondern er kann das Fahrzeug per Funksteuerung zu sich her rufen. Diese Herbeiruf-Funktion ermöglicht eine Zeit- und Wegersparnis, da das Fahrzeug autonom der Straße entlang dem Fahrtroutenabschnitt folgen kann. Entsprechend geeignete Fahrtroutenabschnitte werden vom Assistenzsystem ermittelt und dem Zusteller angezeigt.
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Des Weiteren ermöglicht die Folge-Funktion, dass via Fernsignal das Zustellfahrzeug den Zusteller quasi auf Schulterhöhe folgt, wobei eine vorgegebene maximale Geschwindigkeit nicht überschritten wird und das Fahrzeug den Zusteller nicht überholen darf. Diese Funktion bietet dem Zusteller eine zusätzliche ergonomische Erleichterung, da dieser die zuzustellenden Sendungen nicht im Voraus mit sich tragen muss, sondern sie bedarfsabhängig und wettergeschützt aus dem Zustellfahrzeug entnehmen kann.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert. Dabei zeigt
- 1 ein Beispiel einer Anzeige mit Streckendaten und Haltepunkten,
- 2 ein Beispiel einer Anzeige auf der mobilen Steuereinrichtung, und
- 3 das Zustellfahrzeug vor einem Hindernis im Begleitmodus.
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1 zeigt den Ablauf der Zustellung bzw. das Austragen von Gütern oder Sendungen, beispielsweise Postsendungen anhand eines Beispiels. Auf einer Anzeige 1 werden die aktuellen Streckendaten 2 dargestellt, die sich zusammensetzen aus einem aktuellen Kartenausschnitt mit Straßen 3 und der Bebauung 4 des Ausschnitts. Ferner zählen zu den Streckendaten 2 die mittels der Zustelladressen der Güter oder Sendungen bestimmte Zustellroute 5 mit den nächsten Haltepunkten 6, 7, die in dem Kartenausschnitt der Anzeige 1 dargestellt werden. Die Richtung der Zustellroute 5 wird durch einen Richtungspfeil 8 symbolisiert. Der zwischen den Haltepunkten 6, 7 befindliche Streckenabschnitt 9 ist für den Einsatz der erfindungsgemäßen Funktionalität geeignet und ist daher visuell erhoben dargestellt, was in 1 durch eine durchgezogene Linie symbolisiert ist. Ferner sind die ebenfalls zu den Streckendaten 2 gehörenden Laufwege 10, 11, 12, 13 des Zustellers zu den Adressaten in dem Kartenausschnitt der Anzeige 1 dargestellt, so dass der Zusteller optisch angezeigt bekommt, wo die nächsten Sendungen zuzustellen sind. Die einzelnen Laufwege 10, 11, 12, 13 mit den entsprechenden Zustellorten sind in dem Kartenabschnitt mit weiteren Informationen für den Zusteller versehen, beispielsweise die Anzeige von zusätzlichen Dienstleistungen wie Einschreiben, die Anzeige einer besonderen Briefkastenposition und/oder die Anzeige von Erfahrungswerten wie beispielsweise das Vorhandensein eines Hundes oder ob Sendungen bei der Nachbarschaft abgegeben werden können. Zur Verdeutlichung ist daher für jede Zustelladresse in 1 ein Informationsrechteck mit symbolisierenden Briefumschlägen dargestellt. Alle diese Informationen werden zusammenfassend als Streckendaten bezeichnet.
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Für den Streckenabschnitt 9 zwischen den beiden Haltestellen 6, 7 der Zustellroute 5 ist ein Einsatz der mobilen Fahrfunktion eines Zustellfahrzeugs (nicht dargestellt) möglich, so dass der im Folgenden beschriebene Zustellvorgang durchführbar ist. Der Zusteller stoppt das Zustellfahrzeug am in Fahrtrichtung 8 ersten Haltepunkt 6, steigt aus dem Fahrzeug, entnimmt die Sendungen für die Zustellwege 10, 11, 12 und 13. Anschließend führt er die Zustellungen für die ersten beiden Zustellwege 10, 11 aus, wobei das Zustellfahrzeug am ersten Haltepunkt 6 halten bleibt. Nach der Rückkehr von dem zweiten Zustellweg 12 kommt der Zusteller an dem an dem ersten Haltepunkt 6 haltenden Zustellfahrzeug vorbei und aktiviert mittels einer mobilen Steuereinheit die automatische Fahrfunktion „Folgen“ und geht zum dritten Zustellweg 12. Dabei folgt ihm das Zustellfahrzeug mit einer maximalen Geschwindigkeit von 6 km/h entlang der Zustellroute, wobei das Zustellfahrzeug den Zusteller nicht überholt. Wenn der Zusteller in den dritten Zustellweg 12 abbiegt, stoppt er das Zustellfahrzeug und führt die Zustellung aus. Nach der Rückkehr vom dritten Zustellweg 12 zur Zustellroute 5 wird die Folge-Funktion wieder aktiviert und das Zustellfahrzeug folgt dem Zusteller zum vierten Zustellweg 13. Da der Zusteller in den vierten Zustellweg 13 abbiegt und das Zustellfahrzeug den Zusteller einerseits nicht überholen und andererseits die Zustellroute nicht verlassen darf, stoppt es. Das Stoppen des Zustellfahrzeugs kann aber auch vom Zusteller mit dem Einbiegen in den vierten Zustellweg 13 initiiert werden. Nach der Erledigung der Zustellungen bezüglich des vierten Zustellwegs 13 kehrt der Zusteller zum Zustellfahrzeug zurück. Da an dem zweiten Haltepunkt 7 keine automatische Fahrfunktion mehr sinnvoll oder möglich, steigt der Zusteller wieder in das Zustellfahrzeug ein und übernimmt die Fahrfunktion bis zum nächsten Streckenabschnitt (nicht dargestellt) der Zustellroute 5, entlang der wieder eine automatische Fahrfunktion möglich ist.
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Anstelle der Folge-Funktion der automatischen Fahrfunktion ist auch ein weiteres Szenario möglich. Der Zusteller entnimmt die zuzustellenden Sendungen für die vier Zustellwege 10, 11, 12, 13 am ersten Haltepunkt 6 dem Zustellfahrzeug und führt die Zustellungen bezüglich aller Zustellwege 10, 11, 12, 12 sukzessiv aus, wobei das Zustellfahrzeug am ersten Haltepunkt während der ganzen Zeit stoppt. Nachdem der Zusteller die Zustellungen des vierten Zustellwegs 13 erledigt hat, aktiviert er vor oder mit dem Erreichen des zweiten Haltepunkts 7 die Herbeiruf-Funktion der automatischen Fahrfunktionen. Das Zustellfahrzeug fährt dann zu dem zweiten Haltepunkt 7 bzw. zu dem wartenden Zusteller.
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Andere Varianten der Zustellungen der Sendungen bezüglich der vier Zustellwege 10, 111, 12, 13 sind möglich. Ist beispielsweise die Sendung für den dritten Zustellweg 12 zu schwer, so entnimmt der Zusteller die Sendungen für die ersten beiden Zustellwege 10, 11 dem Zustellfahrzeug und führt die Zustellungen aus, wobei das Zustellfahrzeug am ersten Haltepunkt 6 wartet. Anschließend aktiviert der Zusteller die Folge-Funktion und lässt das Zustellfahrzeug vor dem dritten Zustellweg 12 stoppen, entnimmt die Sendung für den dritten Zustellweg 12 und führt diese aus, während das Zustellfahrzeug wartet. Nach der Rückkehr vom dritten Zustellweg 12 kann der Zusteller die Sendungen für den vierten Zustellweg 13 entnehmen und die Zustellungen ausführen, während das Zustellfahrzeug wartet. Nach dem Ausführen der Zustellungen für den vierten Zustellweg 13 kann der Zusteller das Zustellfahrzeug mittels der Herbeiruf-Funktion zu sich rufen, einsteigen und die Fahrt entlang der Zustellroute 5 fortsetzen. Er kann auch das Zustellfahrzeuge durch die Folge-Funktion zum Begleiten entlang seines Wegs von dem dritten Zustellweg 12 zu dem vierten Zustellweg 13 veranlassen.
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Bei der Anzeige 1 zur Darstellung der Streckendaten kann es sich um eine im Zustellfahrzeug fest installierte Anzeige handeln oder um die Anzeige einer mobilen Steuereinrichtung, wie sie in 2 erläutert werden wird.
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2 zeigt die von einem Zusteller verwendete mobile Steuereinrichtung 20 zur Steuerung der automatischen Fahrfunktionen des Zustellfahrzeugs während eines zulässigen Streckenabschnitts der Zustellroute. Die mobile Steuereinrichtung 20, die von dem Zusteller bedient wird, umfasst eine Anzeige 21 zur Darstellung von aktuellen Streckendaten 22, die hier im Beispiel der 2 einen Teil der Streckendaten der 1 umfassen, nämlich im wesentlichen diejenigen des vierten Zustellwegs 13, der sich in der Umgebung des zweiten Haltepunktes 7 befindet. Neben den aktuellen Streckendaten 22 wird in der als Touch-Screen ausgebildeten Anzeige 21 der mobilen Steuereinrichtung 20 ein Funktionsfeld 23 angezeigt, welches in diesem Fall zur Steuerung der Folge-Funktion der automatischen Fahrfunktion dient, die in der 2 als „Follow-me“ bezeichnet wird. Dabei ist das Funktionsfeld 23 als ein berührempfindlicher Schiebeschalter ausgebildet, der mit einem Finger 24 bedient werden kann. Ein Bewegen des Zeigefingers 24 nach links würde ein Bremsen des Zustellfahrzeugs, ein Bewegen des Fingers 24 nach rechts würde ein Beschleunigen des Zustellfahrzeugs bis maximal 6 km/h und ein Loslassen des Funktionsfelds 23 würde einen sofortigen Stopp des Zustellfahrzeugs bewirken. Die Herbeiruf-Funktion, mittels welcher der Zusteller das Zustellfahrzeug zu sich rufen kann, kann in ähnlicher Weise realisiert werden.
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3 zeigt das erfindungsgemäße Zustellsystem mit in Betrieb befindlicher Folgefunktion. Der Zusteller 30 geht entlang der Zustellroute mit den zuzustellenden Sendungen 35 zu der nächsten Zustelladresse, wobei das Zustellfahrzeug 31 dem Zusteller 30 mit einer durch den Zusteller 30 vorgegebenen Geschwindigkeit folgt, wobei der Zusteller 30 die mobile Steuereinrichtung 20 in der Hand hält und das Funktionsfeld 23 bedient. Wie bereits erwähnt, ist das System auf eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 6 km/h ausgelegt, wobei andere geeignete maximale Geschwindigkeiten realisierbar sind. Ferner ist das System so ausgelegt, dass das Zustellfahrzeug 31 den zu Fuß gehenden Zusteller 30 nicht überholt. Mit anderen Worten, unabhängig von der Stellung des Funktionsfeldes 23 wird die Geschwindigkeit des Zustellfahrzeugs so geregelt, dass der Zusteller, bzw. die mobile Steuereinrichtung 20 nicht überholt wird.
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Ferner ist das Zustellfahrzeug 31 mit einer Umfeldsensorik 33 ausgerüstet, die im Umfeld des Zustellfahrzeugs 31 insbesondere in Fahrtrichtung befindliche Hindernisse erkennt. Im Beispiel der 3 befindet sich im Fahrweg des Zustellfahrzeugs 31 ein Ball 32, der durch die Umfeldsensorik 33 mit den symbolisch dargestellten Ultraschallwellen erkannt wird. Das Zustellfahrzeug 31 stoppt daher nach der Erkennung des im Fahrweg befindlichen Hindernisses 32 und es wird ein Warnhinweis 34 auf der Anzeige 21 der mobilen Steuereinrichtung 20 ausgegeben, so dass der Zusteller über die Situation informiert ist und entsprechende Maßnahmen einleiten kann.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Anzeige
- 2
- Streckendaten
- 3
- Straße
- 4
- Bebauung
- 5
- Fahrtroute
- 6
- Haltepunkt
- 7
- Haltepunkt
- 8
- Fahrtrichtung
- 9
- Streckenabschnitt
- 10
- Zustellweg
- 11
- Zustellweg
- 12
- Zustellweg
- 13
- Zustellweg
- 20
- mobile Steuereinrichtung
- 21
- Anzeige
- 22
- Streckendaten
- 23
- Schieberegler
- 24
- Zeigefinger
- 30
- Zusteller
- 31
- Zustellfahrzeug
- 32
- Hindernis
- 33
- Umfeldsensorik
- 34
- Warnhinweis