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Die Erfindung betrifft eine Rückhaltevorrichtung für ein Beschattungssystem, insbesondere ein Überkopf-Beschattungssystem in einem Kraftfahrzeug, um eine Bewegungsenergie einer verschiebbaren Beschattungseinrichtung bei einer unvorhergesehenen Bewegung zu absorbieren, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Weiter betrifft die Erfindung ein Beschattungssystem, insbesondere ein Überkopf-Beschattungssystem für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine dachseitige Beschattungseinrichtung zum zumindest teilweise Beschatten mindestens eines Fahrgastes, eine unter einem Dach angeordnete Führungseinrichtung zum verschiebbaren Aufnehmen der Beschattungseinrichtung, und eine Rückhaltung, um eine Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung bei einer unvorhergesehenen Bewegung zu absorbieren, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
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Auch betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug, zumindest umfassend eine Beschattung, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
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Zudem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Absorbieren einer Bewegungsenergie einer Beschattungseinrichtung eines Beschattungssystems, insbesondere eines dachseitigen Beschattungssystems in einem Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13.
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Beschattungssysteme für Kraftfahrzeuge sind bekannt. In einfachen Ausführungen sind die Beschattungssysteme als klappbare Sonnenblenden oder auf- und zuziehbare Sonnenrollos an einem Dachbereich des Kraftfahrzeuges ausgeführt. Weiterhin sind vor allem bei (sonnen-)lichtdurchlässigen Panorama-Fahrzeugdächern Beschattungssysteme in Form von verschiebbaren Beschattungsmodulen bekannt. Diese verschiebbaren Beschattungsmodule sind in seitlichen Schienen am Kraftfahrzeugdach gelagert. Je nach Sonneneinstrahlung in das Innere des Kraftfahrzeuges sind die Beschattungsmodule entlang einer Längsachse des Kraftfahrzeuges in beliebige Beschattungspositionen ausrichtbar, wobei das Fahrzeugdach ansich nicht geöffnet wird. Bei einem Unfall des Kraftfahrzeuges bzw. allgemein bei hohen, abrupt und unvorhergesehen auf das Kraftfahrzeug bzw. das Beschattungsmodul einwirkende negative Beschleunigungen bewegt sich das Beschattungsmodul aufgrund seiner Massenträgheit ungehindert und unkontrolliert in Richtung der Beschleunigung, d. h. entgegen der negativen Beschleunigungsrichtung, entlang den Schienen und wird von einem Ende der Schienen nicht mehr gehalten. Als Folge davon wird das Beschattungsmodul entlang der Windschutzscheibe des Kraftfahrzeuges in den Innenraum geschleudert und/oder durchschlägt die Windschutzscheibe. Dabei wird auch die Halterung, in welcher das Beschattungsmodul geführt aufgenommen ist, unkontrolliert zerstört. Dieses unkontrollierbare Verhalten stellt ein enormes Risiko für Fahrzeuginsassen bei einem Unfall dar. Lösungen zum Verhindern dieser unkontrollierten Bewegung bzw. zum Absorbieren der Bewegungsenergie eines Beschattungsmoduls sind bisher nicht bekannt.
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Die
US 4 363 515 beschreibt ein Schiebedach für Kraftfahrzeuge mit einem starren Schiebedeckel, der in der Schließstellung eine Dachöffnung abschließt und aus dieser absenkbar und unter das feste hintere Dachteil schiebbar ist. Durch den Schiebedeckel wird das Fahrzeugdach also geöffnet. Das Schiebedach zeichnet sich dadurch aus, dass der Schiebedeckel mit einer Aufprallsicherung zum Verhindern eines unbeabsichtigten Schließens des mindestens teilweise geöffneten Schiebedeckels versehen ist. In einer Ausführung ist die Aufprallsicherung als mindestens ein sich zwischen dem Schiebedeckel und dem festen Dachteil erstreckender, automatischer Sicherheitsgurt ausgeführt.
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Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Rückhaltevorrichtung für Beschattungssysteme für Fahrzeugdächer zu schaffen, welche ein Abbremsen der Beschattungseinrichtung bei einer unkontrollierten Bewegung ermöglicht und so einen Fahrzeuginsassenschutz gewährleistet. Insbesondere ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Beschattungssystem und ein Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren hierfür zu schaffen.
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Diese und weitere Aufgaben werden ausgehend von einer Rückhaltevorrichtung gemäß dem Anspruch 1, einem Beschattungssystem gemäß dem Anspruch 9, einem Kraftfahrzeug gemäß dem Anspruch 12 und einem Verfahren gemäß Anspruch 13 in Verbindung mit deren Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass bei einer Rückhaltevorrichtung für ein Beschattungssystem, insbesondere ein Überkopf-Beschattungssystem in einem Kraftfahrzeug, um eine Bewegungsenergie einer verschiebbaren Beschattungseinrichtung bei einer unvorhergesehenen Bewegung zu absorbieren, vorgesehen ist, dass eine erste Rückhalteeinrichtung ausgebildet ist, um durch eine zumindest teilweise Verformung zumindest einen ersten Teil der Bewegungsenergie zu absorbieren.
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Mit einer derartigen Rückhaltevorrichtung für Beschattungssysteme ist gewährleistet, dass die Beschattungseinrichtung bei einer plötzlich auftretenden und unvorhergesehenen Bewegung abgebremst wird, das heißt ihre Bewegungsenergie absorbiert wird. Vorteilhafterweise wird dadurch verhindert, dass sich die Beschattungseinrichtung aus ihrer Lagerung reißt und unkontrolliert durch das Kraftfahrzeug oder aus diesem hinaus schleudert. Die Rückhaltevorrichtung gewährleistet einen zusätzlichen Sicherheitsschutz von Fahrgästen bei einem Unfall.
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Die Beschattungseinrichtung ist in einer Ausführung in Führungsschienen verschiebbar gelagert. Das Verschieben ist zum einen beispielweise manuell oder motorgetrieben, jedoch beabsichtigt und vorhergesehen, auslösbar. Zum anderen ist das Verschieben der Beschattungseinrichtung unvorhergesehen und unbeabsichtigt, beispielsweise bei einem Unfall, auslösbar. Dabei wirken hohe, negative Beschleunigungskräfte auf die Beschattungseinrichtung. Trifft die Beschattungseinrichtung dann ungebremst auf ein Ende der Führungsschienen, wird ihre Bewegungsenergie plötzlich frei und zerstört die Führungsschienen, sodass die Beschattungseinrichtung nicht mehr gehalten wird. Eine Rückhaltevorrichtung absorbiert vorteilhafterweise die freigesetzte Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung und verhindert so, dass die Beschattungseinrichtung an einem in Beschleunigungsrichtung vorderen Ende der Führungsschienen diese durchschlägt. Dabei absorbiert die erste Rückhalteeinrichtung vorteilhafterweise den ersten Teil der Bewegungsenergie. In einer bevorzugten Ausführung erfolgt die Absorption durch die erste Rückhalteinrichtung mittels einer zumindest teilweisen Verformung dieser Rückhalteeinrichtung. Dabei wird Bewegungsenergie in Verformenergie und/oder Wärme umgewandelt. Die Bewegungsenergie wird hierbei überwiegend oder ausschließlich durch die erste Rückhalteeinrichtung und nicht durch die Führungseinrichtung oder dergleichen aufgenommen. Die erste Rückhalteeinrichtung ist in einer Ausführung einteilig, in einer bevorzugten Ausführung mindestens zweiteilig, ausgeführt. Je nach Ausführungsform ist eine erste Rückhalteeinrichtung oder sind mehrere erste Rückhalteeinrichtungen vorgesehen.
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Die erste Rückhalteeinrichtung ist vorzugsweise ortsfest angeordnet. Hierdurch varriert der Abstand zwischen Rückhalteeinrichtung und Beschattungssystem in Abhängigkeit von der Position des Beschattungssystems. Aufgrund der unterschiedlichen Positionen der Beschattungseinrichtung und damit des variierenden Abstands von Rückhalteeinrichtung und Beschattungssystem ist die von der Rückhalteeinrichtung zu absorbierende Bewegungsenergie unterschiedlich groß. In einer anderen Ausführungsform ist deshalb vorgesehen, dass die erste Rückhalteeinrichtung in einem konstanten Abstand zu dem Beschattungssystem vorgesehen ist. Hierzu ist in einer Ausführungsform die erste Rückhalteeinrichtung mit dem Beschattungssystem oder ohne das Beschattungssystem verschiebbar ausgebildet. Dabei sind Rasteinrichtungen vorgesehen, die eine fixierte Anordnung der ersten Rückhalteeinrichtung gewährleisten. Ist die Position der ersten Rückhalteeinrichtung ortsfest, ist die zu absorbierende Bewegungsenergie nicht genau festlegbar. Aus Platzgründen ist es nicht immer möglich, die maximal auftretende Bewegungsenergie über eine erste Rückhalteeinrichtung mit ausreichend Sicherheit zu absorbieren.
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Eine Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung sieht daher vor, dass eine zweite Rückhalteeinrichtung ausgebildet ist, um einen zweiten Teil der Bewegungsenergie zu absorbieren. Dabei sind die beiden Rückhalteeinrichtungen vorteilhafterweise miteinander gekoppelt, insbesondere wirkverbunden. Bevorzugterweise entspricht der zweite Teil der Bewegungsenergie der Energiedifferenz der gesamten Bewegungsenergie zum ersten Teil der Bewegungsenergie, um die Bewegungsenergie vollständig zu absorbieren. Der zweite Teil der Bewegungsenergie wird beispielsweise in Reibung und/oder Wärme umgewandelt. Die Beschattungseinrichtung ist hiernach vorteilhafterweise vollständig abgebremst. Die zweite Rückhalteeinrichtung ist in einer Ausführung einteilig, in einer bevorzugten Ausführung mindestens zweiteilig, ausgeführt. In einer anderen Ausführungsform sind die erste und die zweite Rückhalteeinrichtung derart angeordnet und/oder ausgebildet, dass diese zumindest teilweise parallel wirken. In einer Ausführungsform ist ein zeitversetztes und/oder positionsversetztes Wirken der beiden Rückhalteeinrichtungen vorgesehen. So ist beispielsweise vorgesehen, dass eine erste Rückhalteeinrichtung zuerst wirkt und die Bewegungsenergie durch Verformung absorbiert. Ergänzend wirkt die zweite Rückhalteeinrichtung noch bevor eine komplette Verformung der ersten Rückhalteeinrichtung stattgefunden hat oder bevor der erste Teil der Bewegungsenergie komplett absorbiert wurde. So ist eine Überlappung der Wirkungsweisen der beiden Rückhalteeinrichtungen gewährleistet. In einer Ausführungsform sind mehrere Rückhalteeinrichtungen vorgesehen. So sind beispielsweise zwei oder mehrere erste Rückhalteeinrichtungen vorgesehen und eine zweite Rückhalteeinrichtung. Hierbei ist die zweite Rückhalteeinrichtung beispielsweise derart ausgelegt, dass diese wirkt, nachdem die erste Rückhalteeinrichtung einen Teil der Bewegungsenergie aufgenommen hat und bevor die zweite erste Rückhalteeinrichtung überhaupt wirkt. Andere Ausführungsformen und Anordnungen sind denkbar.
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Eine weitere Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung sieht vor, dass die erste Rückhalteeinrichtung und die zweite Rückhalteeinrichtung zumindest teilweise sequenziell wirkverbunden sind, um eine doppelt gesicherte Absorption der gesamten Bewegungsenergie zu gewährleisten. Vorteilhafterweise erfolgt die Absorption der Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung zweistufig. In einer ersten Stufe wird der erste Teil der Bewegungsenergie mittels der ersten Rückhalteeinrichtung absorbiert. In einer zweiten Stufe wird der zweite Teil der Bewegungsenergie von der zweiten Rückhalteinrichtung absorbiert, wobei Überschneidungen der Stufen möglich, vorteilhafterweise jedoch vermieden, sind. Bevorzugt erfolgt die Absorption mittels der zweiten Rückhalteeinrichtung erst, wenn die Absorption mittels der ersten Rückhalteeinrichtung abgeschlossen ist.
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Der erste, absorbierte Teil der Bewegungsenergie ist vorteilhafterweise größer gleich, bevorzugt größer, dem zweiten, absorbierten Teil der Bewegungsenergie, sodass die meiste Bewegungsenergie von der ersten Rückhalteeinrichtung absorbiert wird. Bevorzugt entspricht der erste Teil der Bewegungsenergie einem Anteil von mindestens 50%, weiter bevorzugt mindestens 75% und am meisten bevorzugt mindestens 90%, der gesamten Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung. Die erste Rückhalteeinrichtung ist demnach vorteilhafterweise die wesentliche Rückhalteeinrichtung. Die zweite Rückhalteinrichtung ist als Sicherheit hinter die erste Rückhalteeinrichtung geschaltet. Je nach dem wie groß der erste, durch die erste Rückhalteeinrichtung absorbierte Teil der Bewegungsenergie ist, kann auf die zweite Rückhalteeinrichtung verzichtet werden. Die zweite Rückhalteeinrichtung ist jedoch auch immer als Redundanz und Sicherung ausführbar. In einer Ausführung ohne zweite Rückhalteeinrichtung absorbiert die erste Rückhalteeinrichtung einen Teil der Bewegungsenergie von mindestens 90% der gesamten Bewegungsenergie. Die verbleibenden maximal 10% der Bewegungsenergie sind vorteilhafterweise von der Führungseinrichtung absorbierbar ohne diese zu verformen und zu zerstören. Die Führungseinrichtung ist jedoch im Sinne dieser Patentanmeldung kein Bestandteil der ersten Rückhalteeinrichtung.
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In einer Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung ist vorgesehen, dass die erste Rückhalteeinrichtung als mindestens eine plastisch verformbare Absorptionseinheit ausgebildet ist. Die erste Rückhalteeinrichtung ist vorteilhafterweise an dem in Richtung einer negativen Beschleunigung vorderen Ende der Führungsschienen angeordnet, das heißt, benachbart zu einer Windschutzscheibe oder einer Front eines Kraftfahrzeugs. Vorteilhafterweise ist die erste Rückhalteeinrichtung beidseitig an der Beschattungseinrichtung ausgeführt, das heißt seitlich links und rechts. Die mindestens eine Absorptionseinheit ist beispielsweise einteilig oder mehrteilig, bevorzugt zweiteilig, ausgeführt. Vorteilhafterweise wird mittels der Absorptionseinheit der erste Teil der Bewegungsenergie in Verformenergie und Wärme umgewandelt. Dabei nimmt die Absorptionseinheit die Bewegungsenergie auf, indem sie sich zumindest teilweise verformt. Die Verformung geschieht beispielsweise um eine bestimmte Verformstrecke, wobei die Verformstrecke abhängig ist von dem Betrag der absorbierten Bewegungsenergie, dem Material der Absorptionseinheit und der Ausführung der Absorptionseinheit. Zur gezielten Lenkung der aufgenommenen Bewegungsenergie sind in einer Ausführung Sollbruchstellen, Materialverjüngungen und dergleichen vorgegeben, sodass eine gezielte Verformung stattfindet. Die Verformung ist in einer Ausführungsform als elastische Verformung durch eine entsprechende Werkstoffwahl, zum Beispiel durch elastische Materialen oder durch Materialen mit Formgedächtnis, realisiert. In anderen Ausführungsformen ist eine plastische Verformung gewollt.
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In einer Ausführung ist deshalb die Absorptionseinheit als plastisch verformbares Halteteil ausgeführt. Vorteilhafterweise ist das Halteteil einteilig ausgeführt, um mögliche Schwachstellen an Verbindungsstellen der mehreren Teile zu vermeiden. In anderen Ausführungen ist das Halteteil mehrteilig, beispielsweise zweiteilig, ausgeführt. Das Halteteil weist beispielsweise eine in Bewegungsrichtung zulaufende, annähernd dreieckige Form auf. Dabei weist das Halteteil in seinem vorderen Bereich, das heißt in Richtung einer Windschutzscheibe des Kraftfahrzeuges, einen beispielsweise einlagig oder zweilagig, vorteilhafterweise gefaltet, ausgeführten Verformbereich auf. Beim Bremsen der Beschattungseinrichtung mittels der Halteteile werden insbesondere die vorderen Verformbereiche verformt. Je nach Ausführung der Verformbereiche, das heißt einlagig, zweilagig und/oder Art der Faltung, absorbiert die Absorptionseinheit unterschiedlich viel Bewegungsenergie. Gemäß einer Ausführung des Halteteils mit zweilagigem und insbesondere speziell gefaltetem Verformbereich absorbiert die erste Rückhalteeinrichtung soviel Bewegungsenergie, vorteilhafterweise mindestens 90%, dass auf die zweite Rückhalteeinrichtung verzichtet werden kann.
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Die Verformung der Absorptionseinheit ist vorteilhafterweise irreversibel, ohne Materialermüdungserscheinungen wie Sprödbrüche und/oder Risse in den Absorptionseinheiten. Die Absorptionseinheit ist beispielsweise aus einem plastisch verformbaren Material wie Metall, Eisen, Legierungen, Hartgummi hieraus etc. ausgebildet. Dabei ist der Halter bevorzugt als dünnwandiger Halter ausgebildet.
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In einer weiteren Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung ist vorgesehen, dass die zweite Rückhalteeinrichtung als mindestens ein Gurtsystem nach Art eines Sicherheitsgurtsystems mit abwickelbarem Haltegurt ausgebildet ist. Sicherheitsgurtsysteme sorgen für ein Rückhalten von Fahrgästen bei ruckartigen Beschleunigungen des Fahrzeuges, vorzugsweise bei negativen Beschleunigungen. Bis zu einem bestimmten Beschleunigungswert ist jedoch eine Bewegung möglich. Das Rückhalten erfolgt erst bei Erreichen oder Überschreiten eines definierten Beschleunigungswertes. Dadurch ist ein beabsichtigtes bzw. vorhergesehenes Verschieben der Beschattungseinrichtung möglich, ohne dass die zweite Rückhalteeinrichtung ausgelöst wird, um die Beschattungseinrichtung zu bremsen. Das Sicherheitsgurtsystem weist bevorzugt den abwickelbaren Haltegurt, eine Abwickeleinheit mit Bremseinheit und eine Befestigung an der Beschattungseinrichtung auf. Die Befestigung an der Beschattungseinrichtung, insbesondere des Haltegurtes, ist bevorzugt fest, das heißt unbeweglich, ausgeführt. Die Abwickeleinheit ist bevorzugt an einem unbeweglichen Bauteil des Kraftfahrzeuges, beispielsweise einer Karosserie im Dachbereich, befestigt. Der Haltegurt verläuft dann zwischen der Abwickeleinheit und der Beschattungseinrichtung. Beispielsweise ist der Haltegurt als Gurt, Band oder Seil ausgeführt. Als Material hierfür eignet sich beispielsweise ein verstärktes Synthetikmaterial. Der Haltegurt weist zum einen eine fixe, absolute Länge auf. Zum anderen ist die Länge des Haltegurts eine variabel einstellbar bzw. durch ein Auf- und Abwickeln an der Abwickeleinheit veränderbar. Die Abwickeleinheit ist beispielsweise als Wickel oder Rolle ausgeführt.
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Eine weitere Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung sieht daher vor, dass eine Länge des Haltegurtes auf eine Verformstrecke der mindestens einen Absorptionseinheit abgestimmt ist, um eine übergangslose Absorption der Bewegungsenergie zu gewährleisten. Bevorzugt erfolgt die Absorption der Bewegungsenergie mittels des Haltegurtes der zweiten Rückhalteeinrichtung nach dem die Absorption mittels der Absorptionseinheit der ersten Rückhalteeinrichtung begonnen hat und/oder abgeschlossen ist. Die Absorption mittels der Absorptionseinheit ist abgeschlossen, wenn sich die Absorptionseinheit um eine vorgegebenen Anteil, insbesondere auch vollständig verformt hat, also die maximale Verformstrecke erreicht ist. Bevorzugt greift bzw. hält der Haltegurt der zweiten Rückhaltereinrichtung die Beschattungseinrichtung erst dann zurück und absorbiert die restliche Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung. Dazu ist bevorzugt die fixe Länge des Haltegurtes, weiterhin bevorzugt auch die variable Länge des Haltegurtes, auf die Verformstrecke abgestimmt. Ein Rückhalten des Haltegurtes bevor die maximale Verformstrecke der Absorptionseinheit erreicht ist, wird hierdurch vorteilhafterweise vermieden.
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Eine noch weitere Ausführungsform der Rückhaltevorrichtung sieht daher vor, dass die zweite Rückhalteeinrichtung mindestens ein Bremssystem nach Art einer Fliehkraftkupplung und/oder einer Seilzugbremse umfasst. In einer Ausführung umfasst die Rückhalteeinrichtung mindestens ein Gurtsystem nach Art eines Sicherheitsgurtsystems und ein Bremssystem nach Art einer Fliehkraftkupplung und/oder einer Seilzugbremse. In einer anderen Ausführung umfasst die Rückhalteeinrichtung lediglich das Bremssystem nach Art einer Fliehkraftkupplung und/oder einer Seilzugbremse. In einer Ausführung der Rückhalteinrichtung ist eine erste, verformbare Rückhalteeinrichtung und eine zweite als Fliehkraftkupplung und/oder einer Seilzugbremse ausgeführte Rückhalteeinrichtung ausgeführt. Die Fliehkraftkupplung bzw. die Seilzugbremse ersetzt in diesem Fall das Gurtsystem. Beides ist jedoch optional, sobald von der ersten Rückhalteeinrichtung ein entsprechend großer Teil an Bewegungsenergie, das heißt nahezu die vollständige Bewegungsenergie, absorbiert wird.
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Das Gurtsystem und das Bremssystem, also die Fliehkraftkupplung und die Seilzugbremse sind gleichwertig. Vorteilhafterweise ist die Rückhaltevorrichtung redundant ausgeführt, das heißt mindestens zwei Komponenten sind vorgesehen, beispielsweise ein Gurtsystem und eine Fliehkraftkupplung oder Seilzugbremse, alternativ eine Fliehkraftkupplung und eine Seilzugbremse. Bei einer Ausführung mit zwei Gurtsystemen ist es entsprechend vorteilhaft, mindestens eine Fliehkraftkupplung und/oder mindestens eine Seilzugbremse vorzusehen. Eine Ausführungsform sieht vor, dass ein Bremssystem als radiale oder tangentiale Fliehkraftkupplung und/oder Seilzugbremse mit beidseitigen Bremsbacken ausgebildet ist.
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Das Bremssystem der zweiten Rückhalteeinrichtung ist vorteilhafterweise an dem Gurtsystem der zweiten Rückhalteeinrichtung, insbesondere dem Haltegurt, angeordnet. Dabei sind das Gurtsystem und das Bremssystem wirkverbunden. Insbesondere vorteilhaft greift das Bremssystem an dem Haltegurt des Gurtsystems an.
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Eine Ausführungsform des Beschattungssystems sieht vor, dass eine Schalteinheit zum Schalten der Rückhaltevorrichtung ausgeführt ist. Die Rückhaltevorrichtung ist entsprechend der Schalteinheit ein- und ausschaltbar. Beispielsweise ist die Rückhaltevorrichtung bei Wartungsarbeiten ausschaltbar. In einer Ausführung ist die Schalteinheit an eine Elektronikeinheit koppelbar, beispielsweise mit einem Beschleunigungssensor und/oder um mit weiteren Sicherheitseinrichtungen wie einem Airbag verbunden zu sein.
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Weiter schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Beschattungssystem, insbesondere einem Überkopf-Beschattungssystem für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine dachseitige Beschattungseinrichtung zum zumindest teilweise Beschatten mindestens eines Fahrgastinnenraumes, eine unter einem Dach angeordnete Führungseinrichtung zum verschiebbaren Aufnehmen der Beschattungseinrichtung, und eine Rückhaltung, um eine Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung bei einer unvorhergesehenen Bewegung zu absorbieren, vorgesehen ist, dass die Rückhaltung als vorstehend beschriebene Rückhaltevorrichtung ausgebildet ist.
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Die Beschattungseinrichtung dient zum zumindest teilweisen Beschatten von Fahrgästen bzw. eines Fahrgastinnenraums. In einer Ausführung weist die Beschattungseinrichtung eine zusätzliche Sonnenblendeneinheit auf, in Form einer auf- und abrollbare Sonnenjalousie und/oder klappbare Sonnenblenden. In einer anderen Ausführung weist die Beschattungseinrichtung eine Griffeinheit zum manuellen Betätigen auf, beispielsweise als Aussparung, Anformung und/oder Lasche. In noch einer anderen Ausführung weist die Beschattungseinrichtung eine Antriebseinheit in Form eines Elektromotors zum motorgetriebenen Betätigen auf. Die Beschattungseinrichtung weist bevorzugt Führungseinheiten für ein gelagertes Verschieben auf.
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Die bevorzugt als Rahmen ausgebildete Führungseinrichtung ist in einer Ausführung einteilig, in einer anderen Ausführung mehrteilig, beispielsweise zwei-, drei- oder vierteilig, ausgeführt. Beispielsweise weist die Führungseinrichtung, genauer der Rahmen, eine rechteckige Form auf. Die Führungseinrichtung ist dachseitig an dem Kraftfahrzeug befestigt, vorzugsweise in das Dach des Kraftfahrzeuges integriert. In einer Ausführung weist die Führungseinrichtung Führungsschienen auf, in welchen die Beschattungseinrichtung verschiebbar gelagert ist. Das Verschieben erfolgt bevorzugt in zwei Richtungen, das heißt vor und zurück, wobei die Verschieberichtung der Richtung einer Beschleunigung entspricht, welche eine Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung auslöst. Die Beschattungseinrichtung ist in den Führungsschienen in mehreren Beschattungspositionen einstellbar. Die Beschattungspositionen sind beispielsweise stufenlos oder gerastert einstellbar. Hierzu sind entsprechende Rasteinheiten vorgesehen.
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Die Führungsschienen sind in einer Ausführung parallel an der Führungseinrichtung ausgeführt. Alternativ sind die Führungsschienen aufeinander zulaufend angeordnet. Bei einer derartigen Ausführung umfasst die Beschattungseinrichtung vorteilhafterweise eine Ausgleichseinheit zum Ausgleichen des sich verändernden Abstandes der Führungsschienen.
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In einer weiteren Ausführung des Beschattungssystems ist eine Verkleidungseinrichtung zum zumindest teilweisen Verkleiden der Führungseinrichtung und/oder der Rückhaltevorrichtung vorgesehen. In einer Ausführung sind die Führungsschienen der Führungseinrichtung zumindest teilweise verkleidet, sodass ein Eingreifen der Führungseinheiten der Beschattungseinrichtung in die Schieneneinheiten gewährleistet ist, beispielsweise durch längliche Schlitze entlang der Führungsschienen. In einer anderen Ausführung ist die Rückhaltevorrichtung zumindest teilweise verkleidet. In einer bevorzugten Ausführung der Verkleidungseinrichtung ist sowohl die Führungseinrichtung als auch die Rückhaltevorrichtung verkleidet.
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Bei dem vorstehend beschriebenen Beschattungssystem, insbesondere der ersten Rückhalteeinrichtung, handelt es sich um einen Einwegartikel bzw. um ein Austauschteil. Nach einem einmaligen Einsatz der Rückhaltevorrichtung zum Absorbieren von Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung sind die Absorptionseinheiten irreversibel verformt und entsprechend auszutauschen. Dabei wird die gesamte Führungseinrichtung mit den Führungsschienen und der ersten und zweiten Rückhalteeinrichtung ausgetauscht. Hierbei ist der Rahmen bevorzugt einteilig ausgebildet. In dem Rahmen bzw. der einteiligen Führungseinrichtung sind die Absorptionseinheiten bzw. ist die erste Rückhalteeinrichtung integriert ausgebildet, insbesondere einteilig ausgebildet oder fest verbunden. In einer anderen Ausführung wird zusätzlich auch die Beschattungseinrichtung ausgetauscht. In noch einer anderen Ausführungsform sind die Absorptionseinheiten austauschbar mit der Führungseinrichtung verbunden.
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Eine Ausführungsform des Beschattungssystems sieht vor, dass die erste Rückhalteeinrichtung an der Führungseinrichtung zur mittelbaren Absorption der Bewegungsenergie ausgeführt ist. Vorteilhafterweise erfolgt hierbei eine direkte Absorption der Bewegungsenergie. In einer Ausführung ist die erste Rückhalteeinrichtung, genauer die Absorptionseinheiten, in die Führungsschienen der Führungseinrichtung integriert. Vorzugsweise sind die Absorptionseinheiten an einem in Bewegungsrichtung der Beschattungseinrichtung vorderen Ende der Führungsschienen angeordnet, das heißt zu einer Front des Kraftfahrzeuges integriert.
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Eine weitere Ausführungsform des Beschattungssystems sieht vor, dass die zweite Rückhalteeinrichtung an der Beschattungseinrichtung zur unmittelbaren Absorption der Bewegungsenergie ausgeführt ist. Vorteilhafterweise erfolgt hierbei eine indirekte Absorption der Bewegungsenergie, das heißt mittels zwischengeschalteter Komponenten, wie beispielsweise den Absorptionseinheiten. Die zweite Absorption erfolgt in einer Ausführung direkt über eine Straffung des Haltegurtes ohne zwischengeschaltete Komponenten.
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Auch schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Kraftfahrzeug, zumindest umfassend eine Beschattung, vorgesehen ist, dass die mindestens eine Beschattung als vorstehend beschriebenes Beschattungssystem ausgebildet ist. Das Kraftfahrzeug ist beispielsweise als Limousine, Geländewagen, Kombi, Sportwagen, Kleintransporter usw. ausgeführt. Das Beschattungssystem ist unter einem Dach des Kraftfahrzeuges ausgeführt. Das Dach ist beispielsweise als lichtdurchlässiges Panoramadach ausgeführt. Durch das Beschattungssystem wird in das Fahrzeuginnere einfallendes Licht abgeschattet. Die Beschattungseinrichtung des Beschattungssystems wird dazu in beliebigen Beschattungspositionen verschoben. Das Verschieben des Beschattungssystems erfolgt vorteilhafterweise entlang einer Längsachse des Kraftfahrzeuges, das heißt von einer Heckseite zu einer Frontseite des Kraftfahrzeuges und umgekehrt. Dabei bleibt das Dach des Kraftfahrzeuges geschlossen. Eine zusätzliche, von dem Beschattungssystem unabhängige Dachöffnung ist möglich.
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Ein mit dem oben beschriebenen Beschattungssystem ausgestattetes Kraftfahrzeug bietet einen zusätzlichen Insassenschutz. Die Beschattungseinrichtung bleibt auch bei hohen negativen Beschleunigungen, beispielsweise bei einem Unfall in der Führungseinrichtung gelagert und wird nicht durch das Fahrzeuginnere oder gar aus diesem heraus geschleudert, sodass kein zusätzliches Verletzungsrisiko für die Insassen besteht. Bei den im Rahmen dieser Patentanmeldung beschriebenen Beschleunigungen bzw. Bewegungen handelt es sich um Beschleunigungen bzw. Bewegungen, die in Richtung der Verschiebung der Beschattungseinrichtung auftreten.
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Das Beschattungssystem ist beispielsweise mit einer Bordelektronik des Kraftfahrzeuges gekoppelt, beispielsweise zum Ein- und/oder Ausschalten des Beschattungssystems und/oder zur weiteren Kopplung mit anderen Sicherheitseinrichtungen, wie einem Airbag oder einem Beschleunigungssensor.
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Zudem schließt die Erfindung die technische Lehre ein, dass bei einem Verfahren zum Absorbieren einer Bewegungsenergie einer Beschattungseinrichtung eines Beschattungssystems, insbesondere eines dachseitigen Beschattungssystems in einem Kraftfahrzeug, zumindest umfassend die Schritte Absorbieren eines ersten Teils einer Bewegungsenergie in einem ersten Absorptionsschritt durch plastische Verformung und/oder Absorbieren eines zweiten Teils der Bewegungsenergie in einem zweiten Absorptionsschritt durch Halten mittels eines Haltegurtes, sodass eine zweistufige, gekoppelte Absorption der Bewegungsenergie durchgeführt wird, umfasst sind. Die Absorption der Bewegungsenergie mittels der Rückhaltevorrichtung wird über eine sequenzielle Kopplung, das heißt sequentielle Wirkverbindung, der beiden Rückhalteeinrichtungen ausgeführt. Hierbei ist in einer Ausführung auch eine Überschneidung der Absorptionsstufen möglich, Bevorzugt wird jedoch eine Überschneidung vermieden, um die Absorptionsfähigkeit der Rückhalteeinrichtungen jeweils voll auszunützen.
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In einer Ausführung wird der erste Absorptionsschritt mittels einer zumindest teilweisen Verformung mindestens einer Ansorptionseinheit durchgeführt wird. Der zweite Absorptionsschritt wird bevorzugt mittels des Haltens des Haltegurtes durchgeführt wird. Damit gewährleisten die Rückhalteeinrichtungen eine zweistufige Absorption, wobei vorteilhafterweise die Bewegungsenergie in der ersten Stufe von der ersten Rückhalteeinrichtung durch Verformung der Absorptionseinheit und in der zweiten Stufe von der zweiten Rückhalteeinrichtung durch Straffung des Haltegurtes absorbiert wird. Vorteilhafterweise wird die Bewegungsenergie vollständig absorbiert, wobei ein Großteil der Bewegungsenergie in der ersten Stufe absorbiert wird.
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In der ersten Stufe wird vorteilhafterweise mindestens 50%, bevorzugt mindestens 75% und am meisten bevorzugt mindestens 90%, der gesamten Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung absorbiert. In der zweiten Stufe wird vorteilhafterweise die restliche Bewegungsenergie absorbiert. Liegt der in der ersten Stufe absorbierte Teil der Bewegungsenergie bei vorteilhafterweise über 90%, wird in einer Ausführung auf die zweite Stufe verzichtet.
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Dabei sieht eine Ausführungsform des Verfahrens vor, dass das Halten nach einem Abstimmen auf die Verformung durch Längeneinstellung des Haltegurtes durchgeführt wird. Insbesondere ist die Länge des Haltegurtes derart abgestimmt, dass ein Halten des Haltegurtes erst einsetzt, nachdem die Verformung der ersten Stufe abgeschlossen ist, um die maximale Absorption von Bewegungsenergie der beiden Stufen zu ermöglichen. Durch dieses Abstimmen ist die Verformung vorteilhafterweise abgeschlossen, das heißt die maximale Bremswirkung erreicht, bevor das Halten mittels des Gurtes durchgeführt wird.
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Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben oder ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, welche in den Figuren schematisch dargestellt sind. Für gleiche oder ähnliche Bauteile oder Merkmale werden dabei einheitliche Bezugszeichen verwendet. Merkmale oder Bauteile verschiedener Ausführungsformen können kombiniert werden, um so weitere Ausführungsformen zu erhalten. Sämtliche aus den Ansprüchen der Beschreibung oder Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumliche Anordnung und Verfahrensschritte, können so für sich als auch in verschiedensten Kombinationen erfindungswesentlich sein.
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Es zeigen:
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1 eine schematische Perspektivansicht eines Beschattungssystems mit einer Rückhaltevorrichtung,
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2 eine schematische Teilansicht des Beschattungssystems mit der in zwei Beschattungspositionen gezeigten Beschattungseinrichtung und der Rückhaltevorrichtung gemäß der 1 mit einem Detail A,
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3 eine schematische Perspektivansicht einer als Halteteil ausgebildeten Absorptionseinheit in einer ersten Ausführung,
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4 eine schematische Perspektivansicht einer als Halteteil ausgebildeten Absorptionseinheit in einer weiteren Ausführung, und
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5 eine vergrößerte, schematische Perspektivansicht des Details A gemäß der 2
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1 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Beschattungssystems 40 mit einer Rückhaltevorrichtung 30. Das Beschattungssystem 40 ist als Überkopf-Beschattungssystem für ein Kraftfahrzeug (nicht gezeigt) ausgeführt. Die 1 zeigt das Beschattungssystem 40 aus Sicht eines Fahrgastes, das heißt von schräg unten. Das Beschattungssystem 40 umfasst eine Beschattungseinrichtung 42 zum zumindest teilweise Beschatten von Fahrgästen (nicht gezeigt) und eine als viereckiger Rahmen ausgebildete Führungseinrichtung 41 zum Aufnehmen und Verschieben der Beschattungseinrichtung 42. Die Beschattungseinrichtung 42 ist dachseitig an dem Kraftfahrzeug angeordnet, wobei die Führungseinrichtung 41 unter dem Dach des Kraftfahrzeuges befestigt ist. Ein Kraftfahrzeug sowie ein Dach eines Kraftfahrzeuges sind der Übersicht halber in der 1 nicht gezeigt. Die Beschattungseinrichtung 42 ist in zwei Führungsschienen 43 der Führungseinrichtung 41 beidseitig und verschiebbar gelagert. Hierfür weist die Beschattungseinrichtung 42 entsprechende Führungseinheiten (nicht gezeigt) auf.
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Weiterhin umfasst das Beschattungssystem 40 die Rückhaltevorrichtung 30. Die Rückhaltevorrichtung 30 dient zum Absorbieren einer Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung 42 bei einer unvorhergesehenen, das heißt beispielsweise nicht beabsichtigt ausgelösten, Bewegung. Die Rückhaltevorrichtung 30 umfasst eine erste Rückhalteeinrichtung 10, um durch eine zumindest teilweise Verformung zumindest einen ersten Teil der Bewegungsenergie zu absorbieren. Weiterhin umfasst die Rückhaltevorrichtung 30 eine zweite Rückhalteeinrichtung 20, um zumindest einen zweiten Teil der Bewegungsenergie zu absorbieren. Die erste Rückhalteeinrichtung 10 und die zweite Rückhalteeinrichtung 20 sind im Wesentlichen sequenziell wirkverbunden, um eine doppelt wirkende Absorption der gesamten Bewegungsenergie zu gewährleisten.
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Die erste Rückhalteeinrichtung 10 ist als zwei plastisch verformbare Absorptionseinheiten 11 (3 und 4) ausgebildet. Die Absorptionseinheiten 11 sind an einem, in Richtung der unvorhergesehenen Bewegung (gekennzeichnet mit Pfeil b) der Beschattungseinrichtung 42, vorderen Ende der Führungsschienen 43 angeordnet, das in Richtung einer Front eines Kraftfahrzeuges. Die Absorptionseinheiten 11 sind somit an beiden Seiten der Beschattungseinrichtung 42 ausgebildet. Die Absorptionseinheiten 11 nehmen einen möglichst großen Teil der Bewegungsenergie auf, indem sie sich plastisch verformen lassen. Die Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung 42 wird dabei in Verformenergie und Wärme umgewandelt. Die Menge der absorbierten Energie ist dabei abhängig von einer Verformstrecke, das heißt von dem Maß der Verformung. Die Absorptionseinheiten 11 sind beispielsweise als Halteteile ausgeführt. Eine detaillierte Beschreibung der Halteteile der Absorptionseinheiten 11 folgt zu den 3 und 4.
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Die zweite Rückhalteeinrichtung 20 ist in der Ausführung der 1 als mindestens ein Gurtsystem nach Art eines Sicherheitsgurtsystems mit abwickelbarem Haltegurt 21 ausgebildet. Das Gurtsystem ist etwa in der Mitte der Beschattungseinrichtung 42 – in Breitenrichtung – angeordnet. Dabei umfasst das Gurtsystem einen abwickelbaren Haltegurt 21, eine fixe Befestigung des Haltegurtes 21 an der Beschattungseinrichtung 42 und eine bewegliche, das heißt auf- und abrollbare, Befestigung an der Führungseinrichtung 41, beispielsweise an einer Aufwickeleinheit in Form einer Rolle. Die Länge des Haltegurtes 21 ist dabei auf die maximale Verformstrecke der Absorptionseinheiten 11 abgestimmt, um eine übergangslose Absorption der Bewegungsenergie durch die erste und zweite Rückhalteeinrichtung 10 und 20 zu gewährleisten.
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Weiterhin umfasst die Beschattungseinrichtung 42 noch eine Sonnenblendeneinheit 44 in Form von zwei klappbaren Sonnenblenden und eine Griffeinheit 45 zum manuellen Vor- und Zurückschieben der Beschattungseinrichtung 42.
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Die 2 zeigt eine schematische Teilansicht des Beschattungssystems 40 mit der in zwei Beschattungspositionen I und II gezeigten Beschattungseinrichtung 42 und der Rückhaltevorrichtung 30 gemäß der 1 mit einem Detail A. Das Beschattungssystem 30 der 2 entspricht grundsätzlich dem Beschattungssystem 30 der 1. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet. Auf eine ausführliche Beschreibung bereits beschriebener Bauteile wird daher verzichtet. In der 2 ist das Beschattungssystem 40 von schräg oben gezeigt, also die Gegenseite zu der in 1 gezeigten Unterseite. Weiterhin ist die Beschattungseinrichtung 42 in zwei unterschiedlichen Beschattungspositionen I und II gezeigt. Die Beschattungsposition I stellt eine Position der Beschattungseinrichtung 42 vor einer unvorhergesehenen Bewegung dar. Die Beschattungseinrichtung 42 befindet sich an einer hinteren Position. Die Beschattungsposition II stellt eine Position der Beschattungseinrichtung 42 nach einer unvorhergesehenen Bewegung, das heißt nach einem Abbremsen bzw. Absorbieren der Bewegungsenergie mittels der Rückhaltevorrichtung 10, dar.
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Nach dem Abbremsen befindet sich die Beschattungseinrichtung 42 an einem vorderen Ende der Führungseinrichtung 41. In der vorderen Beschattungsposition II wirken die Rückhalteeinrichtungen 10 und 20 und verhindern so, dass die Beschattungseinrichtung 42 weiter nach vorne, in Richtung einer Windschutzscheibe des Kraftfahrzeuges, bewegt wird.
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Die 3 und 4 zeigen jeweils eine schematische Perspektivansicht eines Halteteils der Absorptionseinheit 11 in zwei verschiedenen Ausführungen. Die Halteteile der 3 und 4 sind im Wesentlichen spiegelbildlich ausgeführt. Das Halteteil der 3 ist für eine rechte Seite (in Bewegungsrichtung, gekennzeichnet mit Pfeil b) der Führungseinrichtung 41 und das Halteteil der 4 für eine linke Seite (in Bewegungsrichtung, gekennzeichnet mit Pfeil b) der Führungseinrichtung 41 ausgebildet. Die Halteteile weisen in einer Draufsicht etwa eine dreieckige Grundform mit diversen Anformungen und Ausformungen auf. Unter anderem sind mehrere, unterschiedliche Befestigungsöffnungen 15 zum Befestigen an der Führungseinrichtung 41 ausgeführt. Die Halteteile werden beispielsweise an die Führungseinrichtung 41 angeschraubt und/oder angeschweißt. Die vorderen Bereiche der Halteteile bilden die eigentlichen Verformbereiche 12, welche sich bei der Absorption von Bewegungsenergie der Beschattungseinrichtung 42 plastisch verformen (jeweils linke Seite im Bild). Die Verformbereiche 12 sind jeweils zweilagig, gefaltet und mit einem ersten Verformstück 13 und einem zweiten Verformstück 14 ausgeführt. Die Verformbereiche 12 unterscheiden sich unter anderem in der Faltung der Verformstücke 13 und 14.
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Bei dem Verformbereich 12 des Halteteils der 3 ist das erste Verformstück 13 außen liegend und das zweite Verformstück 14 innen liegend gefaltet, ausgeführt. Beim Absorptionsvorgang stößt die Beschattungseinrichtung 42 direkt gegen das innen liegende, zweite Verformstück 14, welches sich zusammen mit dem außen liegenden, ersten Verformstück 13 in Bewegungsrichtung (Pfeil b) verformt. Die erzielte Bremswirkung bzw. Absorption der Bewegungsenergie beträgt hierbei deutlich weniger als 90%, sodass die zweite Rückhalteeinrichtung 12 als zweite Stufe hinter die erste Rückhalteeinrichtung 11 geschaltet ist.
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Im Gegensatz dazu, ist bei dem Verformbereich 12 des Halteteils der 4 das erste Verformstück 13 innen liegend und das zweite Verformstück 14 außen liegend ausgeführt. Das zweite Verformstück 14 wird durch einen zusätzlichen Halteflansch 16 verstärkt. Heim Absorptionsvorgang stößt die Beschattungseinrichtung 42 direkt gegen das innen liegende, erste Verformstück 14. Das außen liegende, erste Verformstück 13 verhindert durch seine Verstärkung mittels des Halteflansches 16 eine starke Deformation nach vorne (Bewegungsrichtung gekennzeichnet mit Pfeil b). Das zweite Verformstück 14 mit dem Halteflansch 16 verhindert das vollständige Verformen bzw. Aufklappen des ersten Verformstücks 13. Die Bremswirkung bzw. Absorption der Bewegungsenergie ist bei der Ausführung der 4 im Gegensatz zu der Ausführung der 3 soweit erhöht, dass auf die zweite Rückhalteeinrichtung verzichtet werden kann.
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Die 5 zeigt eine vergrößerte, schematische Perspektivansicht des Details A gemäß der 2. das Detail A zeigt einen Ausschnitt aus der Beschattungseinrichtung 42 mit der Absorptionseinheit 11 der ersten Rückhalteeinrichtung 10 und der Führungsschiene 43 der Führungseinrichtung 41 als Teil des Beschattungssystems 40. Das Beschattungssystem 40 sowie die Rückhaltevorrichtung 30 entsprechen denen der 1 und 2. Beim Absorptionsvorgang wird die Beschattungseinrichtung 42 in Bewegungsrichtung (Pfeil b) von der Absorptionseinheit 11 aufgenommen. Die Absorptionseinheit 11 bremst die Beschattungseinrichtung 42 durch Absorption der Bewegungsenergie bzw. Deformation ihres Verformbereiches 12.
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Es versteht sich, dass, obwohl in der vorstehenden Zusammenfassung und der ausführlichen Beschreibung der Figuren lediglich eine beispielhafte Ausführung beschrieben wurde, eine Reihe weiterer Ausführungen existiert. Vielmehr wird die vorstehende ausführliche Beschreibung dem Fachmann als geeignete Anleitung zum Ausführen zumindest einer beispielhaften Ausführungsform. Es versteht sich auch, dass die vorstehend genannten Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- erste Rückhalteeinrichtung
- 11
- Absorptionseinheit
- 12
- Verformbereich
- 13
- erstes Verformstück
- 14
- zweites Verformstück
- 15
- Befestigungsöffnungen
- 16
- Halteflansch
- 20
- zweite Rückhalteeinrichtung
- 21
- Haltegurt
- 30
- Rückhaltevorrichtung
- 40
- Beschattungssystem
- 41
- Führungseinrichtung
- 42
- Beschattungseinrichtung
- 43
- Führungsschienen
- 44
- Sonnenblendeneinheit
- 45
- Griffeinheit
- I, II
- Beschattungspositionen
- b
- Bewegungsrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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