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Die Erfindung beschreibt die Verwendung von Isopropylpalmitat zur Viskositätseinstellung und insbesondere Viskositätserhöhung emulsionsbasierter Zubereitungen.
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Kosmetische Zubereitungen in Form von Emulsionen werden in Bezug auf ihre Fließfähigkeit unterteilt in flüssige Produkte (Lotionen) und festere Produkte (Cremes). Zur genauen Definition der Fließfähigkeit wird bei den Lotionen die Viskosität und bei den Cremes die Konsistenz gemessen.
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Die Viskosität der Lotionen ist eine wichtige physikalische Eigenschaft, weil sie Auswirkungen auf weitere Produkteigenschaften hat.
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Zu niedrige Viskosität führt dazu, dass die Lotion zu schnell aus dem Packmittel fließt und dem Verbraucher von der Haut läuft. Außerdem wirken dünnflüssige Produkte wässrig und wenig pflegend.
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Kosmetische Zubereitungen mit zu hoch eingestellter Viskosität lassen sich nur mühevoll aus dem Packmittel entnehmen und sind auf der Haut schwer verteilbar. Daher ist es sehr wichtig die Viskosität dem Verwendungszweck und dem Packmittel entsprechend einzustellen.
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Emulsionen sind thermodynamisch instabile Dispersionen zweier nicht miteinander mischbarer Flüssigkeiten. Die innere (diskontinuierliche) Phase ist in Form von Tröpfchen in der äußeren (kontinuierlichen) Phase verteilt. Ist die innere Phase die lipophile Phase, so handelt es sich um eine Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W-Emulsion). Bei einer Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O-Emulsion) ist die lipophile Phase die äußere Phase. Es sind auch Mehrfachemulsionen vom Typ W/O/W und O/W/O bekannt.
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Üblicherweise wird die Viskosität von Lotionen durch Zugabe von Verdickern oder Konsistenzgebern eingestellt. Dadurch wird beispielsweise die äußere Phase einer O/W-Emulsionen stabilisiert.
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Als Verdicker werden in der Regel Hydrokolloide eingesetzt, welche die äußere wässrige Phase von Emulsionen aufquellen. Zu den Hydrokolloiden gehören u. a. Xanthan Gum, Cellulosederivate, Polyacrylate, Agar Agar oder Magnesium Aluminium Silicate.
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Durch den Zusatz an Hydrokolloiden werden ggf. das Aussehen und/oder die Sensorik der Formulierungen negativ beeinflusst. Die Produkte werden gelblich, geleeartig, fadenziehend oder klebrig.
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Zur Gruppe der Konsistenzgeber gehören auch die Fettalkohole (Wachse). Nachteilig ist hierbei deren schon bei geringen Konzentrationen äußerst starken Einfluss auf die Viskosität und damit die schwierige Regulierbarkeit der Fließeigenschaften. Desgleichen können negative Auswirkungen auf das äußere Erscheinungsbild und auf das Hautgefühl des kosmetischen Produkts eintreten. Die Formulierungen sehen klumpig aus, sind weißelnd, wachsig, stumpf und/oder schwer verteilbar.
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Wünschenswert ist es eine einfachere Viskositätseinstellung von emulsionsbasierten Zubereitungen zu Verfügung zu stellen, die keinen negativen Einfluss auf das Aussehen und die Sensorik der Zubereitung ausübt.
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Bekannt sind dem Kosmetikfachmann verschiedenste Öle, Lipide, die in den unterschiedlichsten Emulsionszubereitungen eingesetzt werden können.
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Lipide haben einen positiven Effekt auf die Pflegeeigenschaften des kosmetischen oder dermatologischen Produkts. Sie verbessern die Verteilbarkeit, Reichhaltigkeit und erzeugen ein glattes und geschmeidiges Hautgefühl. Das Aussehen wird durch den Anteil an Lipiden ebenfalls positiv beeinflusst: Je höher der Anteil, desto weißer, reichhaltiger und glänzender sieht die Emulsion aus.
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Es war überraschend für den Fachmann, dass die Viskosität emulsionsbasierter Zubereitungen durch Isopropylpalmitat veränderbar ist. Über die enthaltenen Anteile an Isopropylpalmitat in der inneren feinverteilten Phase der Emulsion lässt sich die Viskosität. der Emulsionszubereitung individuell einstellen.
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Die Erfindung ist daher die Verwendung von Isopropylpalmitat zur Viskositätseinstellung dermatologischer oder kosmetischer Zubereitungen auf Öl in Wasser Basis (O/W-Emulsionen).
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Isopropylpalmitat (Isopropyl Palmitate, Palmitinsäureisopropylester, Isopropylhexadecanoat, Isopal, Isopalm, CAS Nr.: 142-91-6) ist eine bei Raumtemperatur wasserhelle, geruchlose Flüssigkeit. Isopropylpalmitat im Sinne der Erfindung besteht aus Isopropylpalmitat sowie Begleitsubstanzen, wie Isopropylstearat, Isopropylmyristat und Isopropyllaurat, die jeweils maximal zu 5 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse an Isopropylstearat, Isopropylmyristat, Isopropyllaurat und Isopropylpalmitat, mitenhalten sein können.
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Bei Raumtemperatur weist Isopropylpalmitat eine Viskosität von 7 bis 9 mPas auf, gemessen. mit Hilfe eines Viscotester VT-02, der Firma Haake bei 25°C mit Hilfe des Drehkörpers 1 bzw. 2 und Ablesung der Skala 1 bzw. 2 bestimmt, entsprechend einer Scherrate von 10 Pa/s.
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Als Lipidbestandteil kosmetischer Zubereitungen ist Isopropylpalmitat in vielen Zubereitungen bekannt.
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Lipid ist ein Sammelbegriff für alle Fettstoffe, wie Fettstoffe natürlichen Ursprungs, die beispielsweise aus Erdöl hergestellt sind. Fettstoffe schützen die Haut vor dem Austrocknen und schädlichen Umwelteinflüssen. Sie spenden Feuchtigkeit und glätten die Hautstruktur.
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Ein Viskositätseinfluss von Lipiden ist lediglich bei. Wachsen bekannt. So verleihen Paraffine den Ölgemischen die oft gewünschten thixotropen Eigenschaften. Nachteilig wirkt sich jedoch die Tendenz solcher Abmischungen aus wieder auszukristallisieren (aus „Kosmetologie"; J. S. Jellinek; 1976).
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Erstaunlich ist jedoch, dass beim Einsatz von Isopropylpalmitat in emulsionsbasierten Zubereitungen (O/W) über dessen Anteil die Viskosität der Zubereitung gesteuert werden kann.
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Insbesondere kann die Viskosität der Zubereitung allein nur durch den Anteil an Isopropylpalmitat eingestellt werden. Der Zusatz weiterer viskositätsbeeinflussender Stoffe, insbesondere Verdicker und/oder Konsistenzgebern, kann daher bevorzugt in den erfindungsgemäßen Zubereitungen vermindert bzw. ganz vermieden werden.
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Zur Messung der Viskosität kosmetischer Zubereitungen stehen u. a. Rotationsrheometer zur Verfügung.
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Die Messung der Viskosität mit einem Rotationsrheometer erfolgt indem ein Messkörper in der zu vermessenden Substanz rotiert. Die Viskosität der Substanz verhält sich proportional zu der Kraft, mit der sie der Rotation des Messkörpers entgegenwirkt. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass Messkörpergeometrie und Drehzahl gleich bleiben. Es gibt dazu sehr unterschiedliche Messkörpergeometrien
- – koaxiale Zylinder gemäß DIN 53 019
- – Kegel – Platte gemäß DIN 53 019
- – Ankerrührer oder T-Spindeln oder
- – Tellerförmige Messkörper gemäß ISO 2555
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Die Viskosität η ist definiert als das Verhältnis aus Schubspannung τ und Schergeschwindigkeit
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Die Viskosität verändert sich mit der Schergeschwindigkeit. Damit ist bei der Verarbeitung, Abfüllung oder Anwendung der Produkte darauf zu achten, dass sich das Produkt z. B. beim Pumpen deutlich anders verhalten kann als beim Ausgießen. Die Viskosität ist also jeweils in dem Schergeschwindigkeitsbereich zu ermitteln, in der die Anwendung liegt, d. h. es müssen verschiedene rheologische Untersuchungsmethoden verwendet werden, wenn man feststellen will, ob die Oberfläche der Creme im Behälter schnell verläuft, ob die Creme angenehm aufzutragen ist und in die Haut einzieht oder ob man berechnen möchte, welche Pumpleistung benötigt wird, um sie durch ein Rohrleitungssystem zu fördern.
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Der Viskositätseinfluss von Isopropylpalmitat wurde in verschiedenen Untersuchungen näher untersucht. Hierzu wurden unterschiedliche Anteile an Isopropylpalmitat in den Formulierungen eingesetzt und mit veränderten Anteilen eines anderen Lipids (Paraffinöl) verglichen. In den vorliegenden Untersuchungen wurden die Viskositäten mit einer Scherrate von 10 Pa/s bestimmt.
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Als Beispielemulgatoren wurden Emulgator Glyceryl Stearate Citrate, Sorbitan Stearate und Cetearyl Alcohol verwendet. Obwohl Isopropylpalmitat eine geringere eigene Viskosität hat, weisten die damit hergestellten Emulsionen deutlich höhere Viskositätswerte auf.
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Zum Vergleich zeigten Zubereitungen mit Paraffinum Liquidum, einem gängigen anderen Lipid, diesen Effekt nicht.
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Die Viskosität von Isopropylpalmitat beträgt 7–9 mPa·s, die von Paraffinum Liquidum 72 mPa·s.
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Auch beim Einsatz von Kombinationen beider Öle, erzeugte der Anteil an Isopropylpalmitat eine Erhöhung der Viskosität.
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Somit eröffnet sich für den Entwickler eine neue Möglichkeit die Fließfähigkeit von Formulierungen optimal einzustellen, ohne die negativen Einflüsse von Verdickern oder Konsistenzgebern in Kauf nehmen zu müssen.
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Konsistenzgeber im Sinne der Erfindung sind Stoffe, die keine OH-Gruppen enthalten und chemisch zu den Estern zählen oder anorganischer Herkunft sind (z. B. Verbindungen aus der Gruppe der synthetischen, natürlichen, hydrophilen und/oder organophilen Schichtsilikate, insbesondere Betonite und/oder Hectorite).
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Verdicker im Sinne der Erfindung sind polymere Stoffe, die die Viskosität über 50% erhöhen im Vergleich zur Zubereitung ohne diesen Stoff.
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Tabelle 1 zeigt den unterschiedlichen Anteil an Isopropylpalmitat den daraus resultierenden Einfluss auf die Viskosität der Zubereitung. Die angegebenen Anteile sind Gewichtsanteile, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung. Tabelle 1:
| Öle | Emulgatorsystem | Viskosität [mPas] |
| | | 1d | 30d | 90d | 180d |
| 5% Paraffinum Liquidum | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 1600-1550 | 2850-2600 | 3550-3150 | 3750-3350 |
| 5% Isopropyl Palmitate | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 7300-5850 | 9100-7050 | 8550-6400 | 7900-6000 |
| 10% Paraffinum Liquidum | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 3700-3400 | 6000-5150 | 6750-5550 | 6850-5500 |
| 10% Isopropyl Palmitate | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 9000-7100 | 10250-7300 | 9100-6600 | 8050-6000 |
| 15% Paraffinum Liquidum | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 5200-4650 | 7150-5900 | 7250-5950 | 7250-5850 |
| 15% Isopropyl Palmitate | 2,4% Glyceryl Stearate Citrate, 0,8% Sorbitan Stearate, 1,5% Cetearyl Alcohol | > 10000-8350 | 10200-8600 | 10000-7650 | 9050-6800 |
| % Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alkohol | 1550-1450 | 2350-2150 | 2450-2250 | 2450-2250 |
| % Isopropyl Palmitate | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 4200-3700 | 5800-4850 | 5500-4600 | 5300-4350 |
| 10% Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 3100-2800 | 3850-3350 | 3950-3400 | 3900-3300 |
| 0% Isopropyl Palmitate | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 5700-4600 | 6500-5350 | 5650-4600 | 5150-4150 |
| 15% Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 3850-3450 | 4100-3600 | 3850-3450 | 3700-3250 |
| 15% Isopropyl Palmitate | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 8050-6150 | 8200-5950 | 6900-5400 | 6150-4700 |
| Ölmischungen |
| 1.67% Isopropyl Palmitate/3.33% Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 3300-3050 | | | |
| 2.5% Isopropyl Palmitate/2.5% Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 4350-3750 | | | |
| 3.33% Isopropyl Palmitate/1.67% Paraffinum Liquidum | 2% Glyceryl Stearate Citrate, 1,5% Cetearyl Alcohol | 4800-3800 | | | |
| Lipide |
| Isopropyl Palmitate | - | 7–9 | | | |
| Paraffinum Liquidum | - | 72 | | | |
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Obwohl der reine Rohstoff Isopropylpalmitat nur eine Viskosität von 7–9 mPas und der Rohstoff Paraffinum Liquidum eine Viskosität von 72 mPas aufweist, haben die Formulierungen der Zubereitungen mit Isopropylpalmitat eine deutlich höhere Viskosität.
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D. h. über den Anteil an Isopropylpalmitat kann man die Viskosität der emulsionsbasierten Zubereitung verändern und den individuellen. Gegebenheiten gezielt anpassen ohne auf zusätzliche Konsistenzgeber oder Verdicker angewiesen zu sein, die wiederum andere Eigenschaften der Zubereitungen beeinflussen könnten. Der Anteil an zusätzlichen Konsistenzgebern oder Verdickern beträgt erfindungsgemäß daher maximal 0,5 Gew.%, insbesondere 0 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung. D. h. die Menge an Verdickern und Konsistenzgebern kann vermindert (auf maximal 0,5%) oder ganz vermieden werden.
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Bevorzugt wird Isopropylpalmitat in einem Anteilsbereich von 0,5 bis 25 Gew.% insbesondere 1,5 bis 15 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung, gewählt.
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Der Viskositätsbereich der emulsionsbasierten Zubereitungen, der sich mittels Isopropylpalmitat einstellen lässt, liegt bevorzugt zwischen 3.000 und 10.000 mPas.
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Erfindungsgemäße kosmetische oder dermatologische Emulsionszubereitung mit einer Viskosität im Bereich von 3.000 bis 10.000 mPas umfassend Isopropyl Palmitate, gegebenenfalls Paraffinum Liquidum und ein oder mehrere Emulgatoren gewählt aus der Gruppe Glyceryl Stearate Citrate, Sorbitan Stearate und Cetearyl Alcohol sind insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie keine weiteren viskositätsbeeinflussenden Stoffe, wie Verdicker oder Konsistenzgeber mit mehr als 0,5 Gew.%, enthalten.
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Die erfindungsgemäße Zubereitung umfasst vorteilhaft auch Mischungen von Isopropylpalmitat mit anderen Lipiden/Ölen. Insbesondere Mischungen mit Paraffinum Liquidum sind erfindungsgemäß bevorzugt. Paraffinum Liquidum wird dabei vorteilhaft zu einem Anteil von bis zu 10 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung, eingesetzt.
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Bevorzugtes Paraffinöl (Paraffinum liquidum) umfasst eine Viskosität von ca. 20–110 mPa·s. D. h. bevorzugt ist Paraffinum Liquidum der einzige weitere viskositätsbeeinflussende Bestandteil der erfindungsgemäßen Zubereitungen.
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Bevorzugte Emulgatoren für die erfindungsgemäßen O/W-Emulsionzubereitungen sind Partialglyceride, Mono- und/oder Diglyceride von C 12 bis C 22 Fettsäuren mit Glycerin sowie deren technische Gemische, sofern sie einen Schmelzpunkt von über 30°C aufweisen. Beispielsweise seien genannt Glyceryl Stearate Citrate, Sorbitan Stearate, Natriumcetearylsulfat und Cetearyl Alcohol, Glycerylstearat, Glycerylstearat SE, langkettige Hydroxyfettsäuremonoglyceride, langkettige Hydroxyfettsäurediglyceride, Isostearinsäuremonoglycerid, Isostearinsäurediglycerid, Ölsäuremonoglycerid, Ölsäurediglycerid, Ricinolsäuremoglycerid, Ricinolsäurediglycerid, Linolsäuremonoglycerid, Linolsäurediglycerid, Linolensäuremonoglycerid, Linolensäurediglycerid, Erucasäuremonoglycerid oder Erucasäurediglycerid.
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Weitere bevorzugte Beispiele für geeignete Partialgylceride sind Mono- und/oder Diglyceride von Dicarbonsäuren mit 4 bis 8 C-Atomen mit Glycerin sowie deren technische Gemische, sofern sie einen Schmelzpunkt von über 30°C aufweisen. Beispielsweise seien genannt Weinsäuremonoglycerid, Weinsäurediglycerid, Citronensäuremonogiycerid, Citronensäurediglycerid, Apfelsäuremonoglycerid, Apfelsäurediglycerid sowie deren technische Gemische, die untergeordnet aus dem Herstellungsprozess noch geringe Mengen an Triglycerid enthalten können.
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Auch Sorbitanester können beispielsweise als bevorzugte Emulgatoren eingesetzt werden, sofern Sie einen Schmelzpunkt von über 30°C aufweisen.
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Als Sorbitanester kommen insbesondere Sorbitanmonoisostearat, Sorbitansesquiisostearat, Sorbitandiisostearat, Sorbitanmonoerucat, Sorbitansesquierucat, Sorbitandierucat, Sorbitantrierucat, Sorbitan monohydroxystearat, Sorbitansesquihydroxystearat, Sorbitandihydroxystearat. Sorbitantrihydroxystearat, Sorbitanmonotartrat, Sorbitansesquitartrat, Sorbitanditartrat, Sorbitantritartrat, Sorbitanmonocitrat, Sorbitansesquicitrat, Sorbitandicitrat, Sorbitantricitrat, Sorbitanmonomaleat, Sorbitansesquimaleat, Sorbitandimaleat, Sorbitantrimaleat sowie deren technische Gemische in Frage. Ebenfalls geeignet sind Anlagerungsprodukte von 1 bis 30, vorzugsweise 5 bis 10 Mol Ethylenoxid an die genannten Sorbitanester.
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Als Polygylcerinester können beispielsweise die folgenden Verbindungen eingesetzt werden, sofern Sie einen Schmelzpunkt von > 30°C aufweisen: Polyglyceryl-3 Methylglucose Distearate (Tego Care 450), Polyglyceryl-3 Beeswax (Cera Bellina), Polyglyceryl-4 Caprate (Polyglycerol Caprate T2010190), Polyglyceryl-3 Cetyl Ether (Chimexane NL), Polyglyceryl-3 Distearate (Cremophor GS 32) sowie deren Gemische. Beispiele für weitere geeignete Polyolester sind die gegebenenfalls mit 1 bis 30 Mol Ethylenoxid umgesetzten Mono-, Di- und Triester von Trimethylolpropan oder Pentaerythrit mit Laurinsäure, Kokosfettsäure, Talgfettsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Behensäure und dergleichen.
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Darüber hinaus können lipophilen Coemulgatoren zugesetzt werden. Lipophile Coemulgatoren sind nichtionogene, polare Lipidstoffe mit einer oder mehreren Hydroxylgruppen, die in Wasser unlöslich oder nur dispergierbar sind und die aufgrund ihrer niedrigen Hydrophilie allein nicht zur Herstellung von Öl-in-Wasser-Emulsionen geeignet sind.
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Als Coemulgatoren sind erfindungsgemäß solche vom Typ der gesättigten Fettalkohole mit 16-22 C-Atomen, z. B. Cetylalkohol, Stearylalkohol, Arachidylalkohol oder Behenylalkohol oder Gemische dieser Alkohole geeignet, wie sie bei der technischen Hydrierung von pflanzlichen und tierischen Fettsäuren mit 16-22 C-Atomen oder der entsprechenden Fettsäuremethylester erhalten werden. Weiterhin eignen sich als Coemulgatoren Partialester aus einem Polyol mit 3-6 C-Atomen und gesättigten Fettsäuren mit 14-22 C-Atomen. Solche Partialester sind z. B. die Monoglyceride von Palmitin- und/oder Stearinsäure, die Sorbitanmono- und/oder -diester von Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure oder von Mischungen dieser Fettsäuren, die Monoester aus Trimethylolpropan, Erythrit oder Pentaerythrit und gesättigten Fettsäuren mit 14-22 C-Atomen. Als Monoester werden auch die technischen Monoester verstanden, die durch Veresterung von 1 Mol Polyol mit 1 Mol Fettsäure erhalten werden und die ein, Gemisch aus Monoester, Diester und unverestertem Polyol darstellen Besonders gut eignen sich gesättigte Fettalkohole mit 16-22 C-Atomen oder Partialester von Polyolen mit 3-6 C-Atomen und Fettsäuren mit 14-22 C-Atomen, sowie Myristylmyristat und Wollwachsalkohol.
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Der erfindungsgemäßen Zubereitung können des Weiteren Stabilisatoren zugesetzt werden. Als Stabilisatoren können Metallsalze von Fettsäuren, wie z. B. Magnesium-, Aluminium- und/oder Zinkstearat, Natriumpolyacrylat (Carbomer 981; Fa. Lubrizol) eingesetzt werden.
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Auch sind unter Stabilisatoren natürliche Polymere zu verstehen, die eine Emulsion bei hohen Temperaturen gegen Koaleszenz stabilisieren können (z. B. Xanthan Gum, Carrageenan).
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Im Sinne der Erfindung stabilisieren diese Stoffe die erfindungsgemäßen Zubereitungen, bauen eine hohe Ruheviskosität auf, die unter Scherung deutlich zusammenbricht. Das Verhältnis von Ruheviskosität (Fließgrenze) zur Fließviskosität solcher stabilisatorhaltigen Formulierungen beträgt 5:1, bevorzugt 2:1 und besonders bevorzugt 1,5:1,05.
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Der Anteil an diesen Stabilisatoren, die ggf. auch einen Einfluss auf die Viskosität der Zubereitung ausüben können, wird bevorzugt zu maximal 0,5 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung gewählt.
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Vorteilhaft umfassen die erfindungsgemäßen Zubereitungen ein oder mehrere Emulgatoren gewählt aus Glyceryl Stearate Citrate (HLB 10–12), Sorbitan Stearate (HLB 4,7), Natriumcetearylsulfat und Cetearyl Alcohol (HLB 15,5) sowie Glycerylstearat, Glycerylstearat SE.
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Die erfindungsgemäße kosmetische oder dermatologische Öl in Wasser Emulsionszubereitung mit einer Viskosität im Bereich von 3.000 bis 10.000 mPas umfasst Isopropyl Palmitate, gegebenenfalls Paraffinum Liquidum, und ein oder mehrere Emulgatoren gewählt aus der Gruppe Glyceryl Stearate Citrate, Sorbitan Stearate, Glycerylstearat, Glycerylstearat SE und Cetearyl Alcohol. Weitere viskositätsbeeinflussende Stoffe sind maximal bis zu einem Anteil von 0,5 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitung, enthalten.
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Die nachfolgenden Beispiele illustrieren die erfindungsgemäßen Zubereitungen. Die Anteile sind Gewichtsanteile, bezogen auf die Gesamtmasse der Zubereitungen.
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B eispiele
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O/W-Emulsionen
| | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 |
| Glycerylstearat | 1,0 | 2,75 | 2,0 | 3,5 | 2,5 |
| Cetearylsulfat, Natrium-Salz | 0,1 | 0,2 | 0,12 | 0,14 | 0,075 |
| Cetearylalkohol | 0,5 | 1,5 | 1,618 | 0,14 | 0,75 |
| Silikonöl, linear | 0,5 | 1,3 | 1,5 | 1,2 | 1,75 |
| Butyl Methoxydibenzoylmethan | 3,5 | 4,5 | - | 2,5 | 1,5 |
| Isopropylpalmitat | 3,5 | 9,0 | 11,0 | 5,0 | 4,5 |
| 2-(4'-Diethylamino-2'-hydoxybenzoyl)benzoesäurehexylester | 1,5 | - | 5,5 | - | 0,5 |
| Parfum | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, |
| Polyacrylsäure, Natrium-Salz (Carbomer 981) | 0,4 | 0,1 | 0,15 | 0,05 | 0,1 |
| Ethylhexylglycerin | 0,3 | 2,5 | 3,75 | 0,15 | 1,5 |
| Glycerin | 5 | 10 | 10 | 15 | 7,5 |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
| | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| Glycerylstearat | 1,0 | 2,75 | 2,0 | 3,5 | 2,5 |
| Cetearylsulfat, Natrium-Salz | 0,1 | 0,2 | 0,12 | 0,6 | 0,075 |
| Cetearylalkohol | 0,5 | 1,5 | 1,618 | 0,14 | 0,75 |
| Medizinisches Weißöl | 0,5 | 1,3 | 1,5 | 1,2 | 1,75 |
| Isopropylpalmitat | 3,5 | 9,0 | 11,0 | 5,0 | 4,5 |
| Parfum | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, |
| Polyacrylsäure, Natrium-Salz (Carbomer 981) | 0,4 | 0,1 | 0,15 | 0,05 | 0,1 |
| Phenoxyethanol | 0,3 | 0,4 | 0,4 | 0,5 | 0,6 |
| Glycerin | 5 | 10 | 10 | 15 | 7,5 |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
| | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| Glycerylstearatcitrat | 1,0 | 2,75 | 5,0 | - | 2,5 |
| Sorbitanstearat | 3,0 | 1,25 | - | 3,5 | 0,75 |
| Cetearylalkohol | 0,5 | 1,5 | 1,618 | 0,14 | 0,75 |
| Medizinisches Weißöl | 0,5 | 1,3 | 3,5 | 1,2 | 1,75 |
| Isopropylpalmitat | 3,5 | 9,0 | 25,0 | 5,0 | 4,5 |
| Parfum | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, | q, s, |
| Xanthan Gum | 0,4 | 0,1 | 0,15 | 0,05 | 0,1 |
| Phenoxyethanol | 0,3 | 0,4 | 0,4 | 0,5 | 0,6 |
| Glycerin | 5 | 10 | 10 | 15 | 7,5 |
| Wasser | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- „Kosmetologie”; J. S. Jellinek; 1976 [0020]
- DIN 53 019 [0024]
- DIN 53 019 [0024]
- ISO 2555 [0024]
- Carbomer 981; Fa. Lubrizol [0050]