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Die Erfindung betrifft ein Airbagmodul für ein Kraftfahrzeug, aufweisend wenigstens einen flexibel ausgebildeten Gassack, wenigstens einen außen oder innen an dem Gassack angeordneten, flexibel ausgebildeten Gaskanal und wenigstens einen Gasgenerator zum Beaufschlagen des Gassacks und des Gaskanals mit einem Gas. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug mit wenigstens einem Airbagmodul.
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Kraftfahrzeuge werden zum Personenschutz mit Airbagmodulen ausgestattet. Weist ein Airbagmodul lediglich einen mit einem Gasgenerator verbundenen Gassack auf, ist die Zeit zum Aufblasen des Gassacks im Vergleich zu einem Airbagmodul lang, bei dem an dem Gassack Gaskanäle angeordnet sind, die ebenfalls mittels des Gasgenerators mit Gas beaufschlagbar sind. Zudem fehlt es einem Gassack ohne daran angeordneten Gaskanälen meist an einer erforderlichen Formsteifigkeit bei schrägen Lasteinwirkungen.
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Die
GB 2 306 214 A offenbart ein Fahrzeug-Airbagsystem, bei dem ein abgedichteter Druckgaszylinder über einen Zylinderdichtungsöffner mit einer Kammer verbunden ist, so dass Gas aus dem Zylinder in die Kammer strömt, und dessen Ausgang mittels einer zerbrechlichen Dichtung geschlossen ist. Die zerbrechliche Dichtung wird mittels eines explosionsbetätigten Stellglieds gebrochen, wenn ein Gassack gefüllt werden muss.
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Die
GB 1 328 903 A offenbart eine Sicherheitseinrichtung zum Schutz eines Fahrzeuginsassen bei einem Fahrzeugzusammenstoß. Die Sicherheitseinrichtung weist eine aus einem zusammengelegten Zustand in einen aufgeweiteten Zustand überführbare Wand auf, durch die die Bewegung eines Fahrzeuginsassen beim Fahrzeugzusammenstoß hemmbar ist. Mit der Wand sind aufblasbare Trageteile verbunden, durch die die Wand bei Aufblasung der Trageteile in den aufgeweiteten Zustand überführbar ist.
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Die
US 3 843 150 A offenbart ein schnell aufblasbares Schutzkissen zum Abfangen von Stößen bei Auffahrunfällen von Fahrzeugen. Das Schutzkissen weist ein fahrzeugfestes Halterungsteil, das im Auftreffbereich des Insassen auf das Fahrzeug angeordnet ist, wenigstens einen am Halterungsteil sitzenden Aufblasfaltsack, der mit einer durch Stoß aktivierbaren Gasquelle für das Aufblasen verbunden ist, und ein Kissenteil mit einem mit der Luft im Fahrzeuginnenraum eine Verbindung herstellenden Luftkanal auf. Das Kissenteil ist derart mit dem Aufblasfaltsack verbunden, dass es bei dessen Aufblähen mit entfaltet wird und infolge des beim Entfalten entstehenden Unterdrucks durch den Luftkanal Luft aus dem Fahrzeuginnenraum ansaugt und sich dadurch aufbläht.
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Die
JP H05 - 246 296 A offenbart eine Airbagvorrichtung mit einem Fahrzeugkarosserieteil, das eine Lufteinlassöffnung aufweist, einem sackförmigen Airbagkörper, der eine Öffnung und einen die Lufteinlassöffnung umschließenden Öffnungsendabschnitt aufweist, und einen Gasgenerator zum Einführen von Gas in den Airbagkörper auf, um den Airbagkörper aufzublasen. Der Airbagkörper weist eine Doppelstruktur aus einer Innenschicht und einer Außenschicht auf. Der Öffnungsendabschnitt des Airbagkörpers ist mit einer Gaseinlassöffnung versehen, die mit dem Gasgenerator kommuniziert. Die Lufteinlassöffnung ist mit einem unidirektionalen Ventil versehen, das in einem Normalzustand geschlossen ist, um keine Luft zu bewegen, und geöffnet wird, indem der Airbagkörper aufgeblasen wird, um einen Unterdruck an einen Innenraum anzulegen.
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Die
US 5 489 117 A offenbart ein Insassenrückhaltesystem, das eine Kissenstruktur oder einen Airbag mit einer undurchlässigen Außenwand und einer durchlässigen Innenwand mit Gasdurchgängen dazwischen enthält. Der Airbag ist an einem Paar von Gasverteilerrohren mit Verteilergasanschlüssen angeordnet, die mit den Gasdurchgängen im Airbag in Verbindung stehen. Gasgeneratoreinheiten sind an den Verteilern befestigt und können durch Aufprallsignale betätigt werden, um Hochdruckgas zu erzeugen, das durch Generatordüsen in die Verteiler und anschließend in die Gasdurchgänge des Airbags geleitet wird. Eine Ventilplatte trägt eine Vielzahl von Einlass-Membranventilen, die in Verbindung mit einer entsprechenden Vielzahl von Einlassöffnungen arbeiten, um Umgebungsluft von innerhalb des Fahrzeugs in den sich ausdehnenden Airbag einzulassen. Ein Paar Auslassventile ermöglicht das Entweichen von Hochdruckgas und Luft aus dem Inneren des Airbags in das Fahrzeuginnere, wenn die Entfaltung des Airbags abgeschlossen ist. Die Auslassventile beschränken die Austrittsrate des Gases und der Luft aus dem Inneren des Airbags, wenn ein Anstieg des inneren Airbagdrucks auftritt, beispielsweise durch den Aufprall eines Insassen.
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Die
US 8 998 252 B2 offenbart ein Rückhaltesystem für ein Kraftfahrzeug, das sich von einer Aufbewahrungsposition in eine Rückhalteposition entfaltet, wobei die Entfaltung durch wenigstens eine durch eine Gasdruckquelle aufblasbare Stützstruktur erfolgt, und das in der Rückhalteposition dem Insassen in seiner Verlagerungsrichtung mit einem Tragvolumen zur Rückhaltung des Insassen zur Verfügung steht, wobei das Tragvolumen durch wenigstens eine flexible Tragstruktur umhüllt ist. Durch Aufblasen der Stützstruktur wird die flexible Tragstruktur zur Umhüllung des Tragvolumens aufgespannt.
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Die
US 5 372 381 A offenbart eine aufblasbare Polstereinrichtung zur Verwendung in Verbindung mit einem Gaserzeuger. Die Polstereinrichtung weist eine Vielzahl von Hohlrippen, von den jede eine Gasspeicherkammer bildet, eine Schicht, die an die Vielzahl von Hohlrippen zur Bildung einer Luftspeicherkammer angepasst ist, eine Befestigungseinrichtung zum Befestigen und Verbinden der Gasspeicherkammern mit dem Gaserzeuger und Verbindungsmittel zum Verbinden der Enden einer jeden der Vielzahl von Hohlrippen miteinander auf. Die Gasspeicherkammern sind in der Luftspeicherkammer angeordnet. Bei einem Aufprall erzeugt der Gaserzeuger ein Gas, das den Gasspeicherkammern zum Aufblasen der Hohlrippen zur Bildung der Polstereinrichtung zugeführt wird. Jede der Vielzahl von Hohlrippen weist eine Lüftungsöffnung auf, die sich durch diese zur Abgabe von zu viel Verbrennungsgas in die Luftspeicherkammern erstreckt. Die Befestigungseinrichtung weist eine Einrichtung zur Verbindung einer jeden der Vielzahl von Hohlrippen mit einer Auströmöffnung des Gaserzeugers auf.
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Die
US 8 511 710 B2 offenbart eine Airbagvorrichtung mit einer Gaserzeugungsvorrichtung, die in einem Abschnitt eines Armaturenbretts angeordnet ist, der in Fahrzeughochrichtung zur Oberseite und in Fahrzeuglängsrichtung zur Rückseite hin gewandt ist. Zudem weist die Airbagvorrichtung ein Paar äußere Entfaltungsabschnitte, die von der Gaserzeugungsvorrichtung zugeführtes Gas erhalten und in Fahrzeugbreitenrichtung getrennt voneinander aufgeblasen und entfaltet werden, und einen inneren Entfaltungsabschnitt auf, der das Paar äußere Entfaltungsabschnitte mindestens an einer Rückseite in Fahrzeuglängsrichtung, einer Oberseite in Fahrzeughochrichtung und einer Unterseite in Fahrzeughochrichtung verbindet, wobei der innere Entfaltungsabschnitt sich entfaltet, wenn sich das Paar äußere Entfaltungsabschnitte entfaltet und der innere Entfaltungsabschnitt derart konfiguriert ist, dass er Umfangskanten des Paars äußerer Entfaltungsabschnitte mit einem Einzeltuch verbindet, um sich zu entfalten und so einen geschlossenen Raum zwischen dem Paar äußerer Entfaltungsabschnitte zu bilden. Die Airbagvorrichtung weist zudem ein Abtrennungstuch auf, das den geschlossenen Raum in einen ersten Raum auf der Vorderseite in Fahrzeuglängsrichtung und in einen zweiten Raum auf der Rückseite in Fahrzeuglängsrichtung trennt, wobei das Abtrennungstuch derart konfiguriert ist, dass Gas aus der Gaserzeugungsvorrichtung dem ersten Raum zugeführt wird. Ferner weist die Airbagvorrichtung einen unteren Entfaltungsabschnitt auf, der durch den inneren Entfaltungsabschnitt führt und mit dem Abtrennungstuch verbunden ist, wobei der untere Entfaltungsabschnitt zugeführtes Gas erhält, um sich zwischen den Knien eines Insassen und dem Armaturenbrett aufzublasen und zu entfalten. Das Abtrennungstuch ist mit einem Gasversorgungsloch ausgebildet, durch das Gas von der Gaserzeugungsvorrichtung dazu gebracht wird, dass es durch den ersten Raum in den unteren Entfaltungsabschnitt strömt.
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Die
US 3 840 246 A offenbart eine Vorrichtung mit einer Schutzblasenanordnung. Ein Druckstück ist mit einer textilen Wand verbunden und weist eine Auslassöffnung auf, die von der Wand weggerichtet ist. Es ist eine Quelle mit bewegbarem Druckmittel zum Ausströmen aus dem Druckstück über eine Auslassöffnung vorgesehen, um eine Reaktionskraft zur kraftschlüssigen Bewegung der Wand zu erzeugen.
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Die
US 2013 / 0 334 801 A1 offenbart eine Airbag-Anordnung mit einem Airbag-Kissen, das dazu ausgebildet ist, entfaltet ein Innenvolumen zu definieren, und einem Entlüftungsrohr, das ein distales Ende, das eine distale Öffnung definiert, und ein proximales Ende, das mit dem Airbag-Kissen verbunden ist, wobei das Entlüftungsrohr darüber hinaus einen ersten Bereich und einen zweiten Bereich aufweist, die an einander gegenüberliegenden Seiten des Entlüftungsrohrs angeordnet sind. Die Airbag-Anordnung weist zudem einen Gurt mit einer ersten Verzweigung, die an dem ersten Bereich an dem Entlüftungsrohr angebracht ist, und einen Verbindungsbereich auf. Des Weiteren weist die Airbag-Anordnung einen Auslösemechanismus auf, der mit dem Verbindungsbereich des Gurtes verbunden ist, um den Gurt selektiv zurückzuhalten. Der Gurt weist darüber hinaus eine zweite Verzweigung und einen zentralen Bereich auf, von dem sich jeweils die erste und zweite Verzweigung aus erstreckt, wobei die zweite Verzweigung an demselben Entlüftungsrohr angeordnet ist wie die erste Verzweigung und zwar an dem zweiten Bereich des Entlüftungsrohrs.
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Die
DE 10 2007 002 681 A1 zeigt eine Gassack-Einheit mit einem Gassack und einer Aufblaseinrichtung zum Aufblasen dieses Gassacks, welcher eine Außenhülle, einen Hauptgasraum und wenigstens eine Füllkammer, in welche das von der Aufblaseinrichtung kommende Gas zunächst strömt, aufweist, wobei zwischen Füllkammer und Hauptgasraum wenigstens eine Überströmöffnung vorgesehen ist.
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Die
DE 10 2011 108 127 A1 offenbart einen Airbag mit wenigstens einem Stellglied und mit einer eine Mehrzahl von Hohlkörperteilen aufweisenden Stützstruktur, welche durch Einleiten von Gas in die Stützstruktur mittels des Stellglieds aus einer Aufbewahrungsposition in eine Rückhalteposition bewegbar ist und durch welche in ihrer Rückhalteposition ein Rückhaltevolumen des Airbags (zumindest bereichsweise umgeben ist, wobei eine Mehrzahl von voneinander beabstandeten Einleitstellen vorgesehen ist, an welchen das Gas in die Stützstruktur einleitbar ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Airbagmodul mit einem schneller aufblasbaren Gassack und verbessertem Aufbau bereitzustellen.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Airbagmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Es ist darauf hinzuweisen, dass die in der nachfolgenden Beschreibung einzeln aufgeführten Merkmale sowie Maßnahmen in beliebiger technisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen. Die Beschreibung charakterisiert und spezifiziert die Erfindung insbesondere im Zusammenhang mit der Figur zusätzlich.
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Erfindungsgemäß wird nach einem Auslösen des Airbagmoduls bei einem Unfall das von dem Gasgenerator erzeugte Gas zunächst in die Druckkammer eingeleitet, die hierdurch aufgeblasen wird und von wo aus das Gas gleichzeitig oder zeitversetzt in den Gassack und den Gaskanal gelangt. Mit der Druckkammer können Druckimpulse in dem von dem Gasgenerator erzeugten Gas ausbalanciert werden, bevor das Gas dem Gassack und dem Gaskanal zugeführt wird. Dies macht eine homogenere Beaufschlagung des Gassacks und des Gaskanals mit dem Gas möglich, was ein gewünschtes Aufblasen des Gassacks und des Gaskanals sicherstellt.
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Da der Gaskanal an dem Gassack ein viel kleineres Volumen als der Gassack aufweist, wird der Gaskanal viel schneller als der Gassack aufgeblasen und bildet so sehr schnell eine Stützstruktur an dem Gassack aus, wodurch der Gassack deutlich schneller aufgeblasen und in seine Funktionsstellung gebracht werden kann. Der aufgeblasene Gaskanal zieht den Gassack dabei gewissermaßen in seine gewünschte Form.
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An dem Gassack können auch zwei oder mehrere entsprechende Gaskanäle angeordnet sein, beispielsweise an Kanten des Gassacks oder dergleichen. Sind die Gaskanäle außen an dem Gassack angeordnet, bilden sie im aufgeblasenen Zustand äußere Rippen an dem Gassack aus. Die äußeren Rippen können zusätzlich verhindern, dass eine auf den aufgeblasenen Gassack aufprallende Person seitlich von dem Gassack abgleitet. Auch können die äußeren Rippen zusätzlich dazu dienen, eine Bewegung einer auf den aufgeblasenen Gassack aufprallenden Person zu führen bzw. zu leiten. Die äußeren Rippen können alternativ oder additiv zusätzlich als Gegenfläche für eine mit dem aufgeblasenen Gassack in Kontakt kommende Oberfläche eines Fahrzeuginnenraumbauteils verwendet werden. Wenn die Gaskanäle innen an dem Gassack ausgebildet sind, wird eine glatte Oberfläche für den Aufprall einer Person bereitgestellt. Die innen oder außen an dem Gassack angeordneten Gaskanäle können zudem ein Zurückspringen des Gassacks unmittelbar nach seinem vollständigen Aufblasen verhindern. An dem Gassack können alternativ sowohl außen als auch innen entsprechende Gaskanäle angeordnet sein.
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Die Druckkammer kann aus demselben Material wie der Gassack oder aus einem anderen Material hergestellt sein. Das Volumen der Druckkammer kann beispielsweise kleiner als 30 %, vorzugsweise kleiner als 20 %, des Volumens des Gassacks sein. Die Druckkammer ist unmittelbar mit dem Gasgenerator verbunden, während der Gassack und der Gaskanal mittelbar über die Druckkammer mit dem Gasgenerator verbunden sind.
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Der aufgeblasene Gassack bildet ein Aufprallkissen für eine Person aus und kann teilweise oder vollständig aus einem Verbundwerkstoff bzw. Gewebewerkstoff gebildet sein. Auch der außen oder innen an dem Gassack angeordnete Gaskanal kann aus demselben Material wie der Gassack oder aus einem anderen Material hergestellt sein.
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Der Gasgenerator kann herkömmlich ausgebildet sein. Alternativ kann der Gasgenerator an die Ausgestaltung der Druckkammer angepasst ausgebildet sein. Der Gasgenerator kann auch zwei oder mehrere Gasauslässe aufweisen, über die von dem Gasgenerator erzeugtes Gas in die Druckkammer eingeleitet werden kann.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist an dem Gaseinlass des Gassacks und an dem Gaseinlass des Gaskanals jeweils ein Druckventil angeordnet, wobei die Druckventile derart ausgebildet sind, dass sich das Druckventil an dem Gaseinlass des Gassacks ab einem Druckwert öffnet, der größer ist als ein Druckwert, ab dem sich das Druckventil an dem Gaseinlass des Gaskanals öffnet. Da sich somit bei einer Beaufschlagung der Druckkammer mit dem von dem Gasgenerator erzeugten Gas zunächst das Druckventil an dem Gaseinlass des Gaskanals öffnet, wird der Gaskanal bereits aufgeblasen, bevor ein Aufblasen des Gassacks nach der späteren Öffnung des Druckventils am Gaseinlass des Gassacks begonnen wird. Hierdurch kann der Gassack schneller in die gewünschte Funktionsstellung gebracht werden. Wenigstens ein Druckventil kann als Rückschlagventil ausgebildet sein.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass eine Öffnungsquerschnittsfläche des Gaseinlasses des Gassacks kleiner ist als eine Öffnungsquerschnittsfläche des Gaseinlasses des Gaskanals. Hierdurch ist ein Gasmassenstrom in den Gaskanal größer als in den Gassack, so dass das Aufblasen des Gaskanals weiter beschleunigt werden kann.
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Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Öffnungsquerschnittsfläche des Gaseinlasses des Gaskanals und/oder die Öffnungsquerschnittsfläche des Gaseinlasses des Gaskanals mittels eines ansteuerbaren Stellmechanismus variierbar. Hierdurch kann die Beaufschlagung des Gaskanals und/oder des Gassacks in Abhängigkeit von erfassten Unfallparametern vorgenommen werden, um ein für den jeweiligen Anwendungsfall optimales Aufprallkissen bereitstellen zu können.
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An dem Gaskanal ist wenigstens ein Gasauslass ausgebildet, über den der Gaskanal kommunizierend mit dem Gassack verbunden ist. Durch das Einleiten des Gases an verschiedenen Stellen des Gassacks in den Gassack wird innerhalb des Gassacks eine homogenere Druckverteilung zu dem Zeitpunkt bereitgestellt, ab dem eine Person auf den Gassack aufprallt. Alternativ kann der Gaskanal wenigstens einen Gasauslass aufweisen, der nicht kommunizierend mit dem Gassack verbunden ist und über den das Gas in die Umgebung abgeblasen werden kann.
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Eine Öffnungsquerschnittsfläche des Gasauslasses des Gaskanals ist kleiner als eine Öffnungsquerschnittsfläche des Gaskanals. Hierdurch kann in dem Gaskanal ein Innendruck über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden, wodurch dem Gassack eine höhere Formsteifigkeit verliehen wird, was im Falle eines schrägen Aufpralls einer Person auf den Gassack hilfreich sein kann, um zu verhindern, dass die Person seitlich von dem Gassack abgleitet.
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Die Öffnungsquerschnittsfläche des Gasauslasses des Gaskanals ist mittels eines ansteuerbaren Stellmechanismus variierbar. Hierdurch kann die Öffnungsquerschnittsfläche nach vollständigem Aufblasen des Gaskanals vergrößert werden, um den Gassack zusätzlich unter Verwendung des aus dem Gaskanal ausströmenden Gases schneller vollständig aufblasen zu können.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umgibt die Druckkammer den Gasgenerator zumindest teilweise. Hierdurch kann der Gasgenerator das von ihm erzeugte Gas möglichst gleichmäßig bzw. symmetrisch in die Druckkammer einleiten, was die Funktionsweise des Airbagmoduls verbessert.
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Die obige Aufgabe wird zudem durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst, dessen Airbagmodul nach einer der oben genannten Ausgestaltungen oder einer Kombination von wenigstens zwei dieser Ausgestaltungen miteinander ausgebildet ist.
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Mit dem Kraftfahrzeug sind die oben mit Bezug auf das Airbagmodul genannten Vorteile entsprechend verbunden. Das Kraftfahrzeug kann beispielsweise ein Personenkraftwagen oder ein Nutzfahrzeug sein.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der folgenden Figurenbeschreibung offenbart. Es zeigt
- 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Airbagmodul.
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1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein erfindungsgemäßes Airbagmodul 1 für ein nicht gezeigtes Kraftfahrzeug.
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Das Airbagmodul 1 weist einen flexibel ausgebildeten Gassack 2, mehrere außen oder innen an dem Gassack 2 angeordneten, flexibel ausgebildeten Gaskanäle 3a, 3b, 3c und 3d und einen Gasgenerator 4 zum Beaufschlagen des Gassacks 2 und der Gaskanäle 3a, 3b, 3c und 3d mit einem Gas auf. Die Gaskanäle 3b und 3c sind über einen Kanalabschnitt 5 kommunizierend miteinander verbunden und weisen jeweils einen Abzweig 6b bzw. 6c auf.
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Zudem weist das Airbagmodul 1 eine flexibel ausgebildete Druckkammer 7 auf, die kommunizierend mit wenigstens einem nicht gezeigten Gasauslass des Gasgenerators 4, kommunizierend mit Gaseinlässen 2a, 2b und 2c des Gassacks 2 und kommunizierend mit Gaseinlässen 8a, 8b, 8c und 8d der Gaskanäle 3a, 3b, 3c und 3d verbunden ist. Ein Volumen der Druckkammer 7 ist kleiner als ein Volumen des Gassacks 2. Die Druckkammer 7 umgibt den Gasgenerator 4 zumindest teilweise.
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An jedem Gaseinlass 2a, 2b bzw. 2c des Gassacks 2 und an jedem Gaseinlass 8a, 8b, 8c bzw. 8d des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d kann jeweils ein nicht gezeigtes Druckventil angeordnet sein, wobei die Druckventile derart ausgebildet sein können, dass sich die Druckventile an den Gaseinlässen 2a, 2b und 2c des Gassacks 2 ab einem Druckwert öffnen, der größer ist als ein Druckwert, ab dem sich die Druckventile an den Gaseinlässen 8a, 8b, 8c und 8d der Gaskanäle 3a, 3b, 3c und 3d öffnen.
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Alternativ kann eine nicht gezeigte Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gaseinlasses 2a, 2b bzw. 2c des Gassacks 2 kleiner sein als eine nicht gezeigte Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gaseinlasses 8a, 8b, 8c bzw. 8d des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d. Dabei kann die Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gaseinlasses 2a, 2b bzw. 2c des Gaskanals 2 und/oder die Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gaseinlasses 8a, 8b, 8c bzw. 8d des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d mittels jeweils eines nicht gezeigten ansteuerbaren Stellmechanismus variierbar sein.
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An den Gaskanälen 3a und 3d ist jeweils ein Gasauslass 9a bzw. 9d ausgebildet, über den die Gaskanäle 3a und 3d kommunizierend mit dem Gassack 2 verbunden sind. An den Gaskanälen 3b und 3c sind jeweils ein Gasauslass 9b bzw. 9c sowie ein gemeinsamer Gasauslass 9e ausgebildet, über die die Gaskanäle 3b und 3c kommunizierend mit dem Gassack 2 verbunden sind.
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Eine nicht gezeigte Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gasauslasses 9a, 9b, 9c, 9d bzw. 9e des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d ist kleiner als eine nicht gezeigte Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d. Dabei ist die Öffnungsquerschnittsfläche des jeweiligen Gasauslasses 9a, 9b, 9c, 9d bzw. 9e des jeweiligen Gaskanals 3a, 3b, 3c bzw. 3d mittels jeweils eines nicht gezeigten ansteuerbaren Stellmechanismus variierbar.
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Bezugszeichenliste:
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- 1
- Airbagmodul
- 2
- Gassack
- 2a
- Gaseinlass von 2
- 2b
- Gaseinlass von 2
- 2c
- Gaseinlass von 2
- 3a
- Gaskanal
- 3b
- Gaskanal
- 3c
- Gaskanal
- 3d
- Gaskanal
- 4
- Gasgenerator
- 5
- Kanalabschnitt
- 6b
- Abzweig von 3b
- 6c
- Abzweig von 3c
- 7
- Druckkammer
- 8a
- Gaseinlass von 3a
- 8b
- Gaseinlass von 3b
- 8c
- Gaseinlass von 3c
- 8d
- Gaseinlass von 3d
- 9a
- Gasauslass von 3a
- 9b
- Gasauslass von 3b
- 9c
- Gasauslass von 3c
- 9d
- Gasauslass von 3d
- 9e
- Gasauslass von 3b und 3c