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Die Erfindung betrifft eine Feuervermeidungsvorrichtung für ein Kraftfahrzeug, mit einer elektronischen Recheneinrichtung, welche vor einem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs mit einem Objekt ein Steuersignal erzeugt, wobei in Abhängigkeit des Steuersignals eine Löscheinrichtung der Feuervermeidungsvorrichtung ein feuerhemmendes Mittel in einen Innenraum des Kraftfahrzeugs verbringt, sodass ein Feuer im Innenraum des Kraftfahrzeugs verhindert ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Feuervermeidungsvorrichtung.
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In seltenen Fällen ist es bekannt, dass es im Kraftfahrzeug bei einem Unfall zu einem Brand kommen kann. Neben der Auswahl geeigneter, schwer entflammbarer Materialien im Kraftfahrzeuginnenraum sowie gegebenenfalls Feuerlöschern zum Brandbekämpfen ist es von besonderer Bedeutung, dass der Ausbruch eines Brands zeitlich verzögert werden kann.
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Die
DE 195 38 179 A1 offenbart eine in einem Fahrzeug beziehungsweise Wasserfahrzeug installierbare Feuerlöschanlage. Sie umfasst mindestens einen Feuerlöscher zur Ausströmung des Feuerlöschmittels und mindestens ein Strahlrohr zur Verstreuung des Feuerlöschmittels. Ferner enthält sie eine Rohrleitung für jedes Strahlrohr in Verbindung mit dem zugeordneten Feuerlöscher, mindestens ein Ventil zum Steuern der Verbindung durch die jeweilige Rohrleitung und einen Stoßsensor zum Öffnen jedes Ventils im Fall eines Fahrzeuganpralls.
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Des Weiteren offenbart die
US 2004/0216903 A1 einen Feuerlöscher, welcher einen Tank beinhaltet und einen mit dem Tank verbundenen Gasgeneratorverschluss. Der Verschluss des Gasgenerators ist mit einer hermetisch abgeschlossenen Gasgeneratorkartusche versehen. Die hermetisch dichte Gasgeneratorkartusche vermeidet die Notwendigkeit, einen Auslösekegels oder Berstscheiben am Verschluss des Gasgenerators zu verwenden. Der geschlossene Raum, der den Verbrennungsgasdruck enthält, wird von der Gasgeneratorkartusche selbst und nicht vom Verschluss des Gasgenerators bereitgestellt. Die Gaserzeugungskartusche besteht aus einem Behälter, der der Vorläufer einer Getränkedose für kohlensäurehaltige Getränke sein kann. Die Getränkedose kann in einer Dicke und einem Material geliefert werden, das sie zu einem geeigneten, kostengünstigen Behälter für die Gasgeneratorkartusche macht. Es können jedoch neben den Vorläufern von Getränkedosen auch andere Behälter verwendet werden.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Feuervermeidungsvorrichtung sowie ein Verfahren zu schaffen, mittels welchen die Sicherheit im Kraftfahrzeug bei einem Aufprall des Kraftfahrzeugs erhöht werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch eine Feuervermeidungsvorrichtung sowie durch ein Verfahren gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungsformen sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Ein Aspekt der Erfindung betrifft eine Feuervermeidungsvorrichtung für ein Kraftfahrzeug, mit einer elektronischen Recheneinrichtung, welche vor einem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs mit einem Objekt ein Steuersignal erzeugt, wobei in Abhängigkeit des Steuersignals eine Löscheinrichtung der Feuervermeidungsvorrichtung ein feuerhemmendes Mittel in einen Innenraum des Kraftfahrzeugs verbringt, sodass ein Feuer im Innenraum des Kraftfahrzeugs verhindert ist.
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Es ist vorgesehen, dass die Löscheinrichtung als Gasflasche ausgebildet ist und das feuerhemmende Mittel als feuerhemmendes Gas für den Innenraum ausgebildet ist.
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Das Gas ist insbesondere derart ausgebildet, dass es keine Auswirkungen auf Gesundheit oder Handlungsfähigkeit eines Insassen oder mehrerer Insassen des Kraftfahrzeugs hat.
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Dadurch ist es ermöglicht, dass bereits vor einem Ausbruch des Feuers das Feuer verhindert werden kann, da mittels des feuerhemmenden Gases der Feuerausbruch beziehungsweise die Möglichkeit des Feuerausbruchs reduziert werden kann. Insbesondere kann somit eine geeignete Atmosphäre im Innenraum des Kraftfahrzeugs realisiert werden, die eine Brandvermeidung beziehungsweise Brandverzögerung im Kraftfahrzeug durchführt, wodurch wichtige Zeit erzeugt werden kann, vor allem, wenn sich ein Insasse des Kraftfahrzeugs nicht selbst befreien kann und auf entsprechende Rettungskräfte oder Helfer angewiesen ist.
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Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass bereits das Gas in den Innenraum verbracht wird, bevor der Aufprall tatsächlich stattfindet, indem beispielsweise mittels einer Erfassungseinrichtung des Kraftfahrzeugs bereits der Unfall beziehungsweise der Zusammenstoß frühzeitig erkannt wird und somit bereits vor dem Zusammenstoß die entsprechende Atmosphäre zur Verzögerung beziehungsweise Vermeidung des Feuers erzeugt werden kann. Des Weiteren kann bevorzugt vorgesehen sein, dass das feuerhemmende Gas beispielsweise über die Lüftungsanlage des Kraftfahrzeugs zugeführt werden kann.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltungsform wird mittels des feuerhemmenden Mittels ein Sauerstoffanteil im Innenraum reduziert.
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Des Weiteren hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das feuerhemmende Mittel als Stickstoff ausgebildet ist.
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Ferner hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Feuervermeidungsvorrichtung dazu ausgebildet ist, einen Sauerstoffanteil derart im Innenraum zu reduzieren, dass das Feuer verhindert ist, aber der Sauerstoffanteil unschädlich für einen Insassen des Kraftfahrzeugs ist. Insbesondere wird der Sauerstoffanteil derart reduziert, dass bei einer Vielzahl von Insassen des Kraftfahrzeugs dieser unschädlich für die Vielzahl von Insassen ist. Sollte der Sauerstoffanteil im Zeitverlauf dennoch zu gering werden, wird die Gaszufuhr gestoppt und die Seitenscheiben geöffnet. Eine Erweiterung der Erfindung könnte sein, eine Sauerstoffflasche bzw. -zufuhr zusätzlich vorzuhalten, die den Sauerstoffanteil über die Zeit auf dem gewünschten niedrigen, sicheren Niveau konstant hält.
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Ferner hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn zum Verhindern des Feuers eine Gaserzeugung einer Airbageinrichtung des Kraftfahrzeugs bei der Auslösung der Airbageinrichtung berücksichtigt ist.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit einer Feuervermeidungsvorrichtung nach dem vorhergehenden Aspekt. Das Kraftfahrzeug ist insbesondere als Personenkraftwagen ausgebildet.
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Ein nochmals weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Feuervermeidungsvorrichtung für ein Kraftfahrzeug, bei welchem vor einem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs mit einem Objekt mittels einer elektronischen Recheneinrichtung der Feuervermeidungsvorrichtung ein Steuersignal für eine Löscheinrichtung der Feuervermeidungsvorrichtung erzeugt wird und in Abhängigkeit des erzeugten Steuersignals ein feuerhemmendes Mittel mittels der Löscheinrichtung in den Innenraum des Kraftfahrzeugs verbracht wird, sodass ein Feuer im Innenraum verhindert wird, wobei mittels einer als Gasflasche ausgebildeten Löscheinrichtung das feuerhemmende Mittel als feuerhemmendes Gas in den Innenraum verbracht wird.
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Vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Feuervermeidungsvorrichtung sind als vorteilhafte Ausgestaltungsformen des Kraftfahrzeugs oder des Verfahrens anzusehen. Die Feuervermeidungsvorrichtung sowie das Kraftfahrzeug weisen dazu gegenständliche Merkmale auf, welche eine Durchführung des Verfahrens oder eine vorteilhafte Ausgestaltungsform davon ermöglichen.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in der einzigen Figur alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Dabei zeigt die einzige Fig. eine schematische Seitenansicht eines Kraftfahrzeugs mit einer Ausführungsform einer Feuervermeidungsvorrichtung.
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In der Fig. sind gleiche oder funktionsgleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
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Die Fig. zeigt in einer schematischen Seitenansicht eine Ausführungsform einer Feuervermeidungsvorrichtung 12. Die Feuervermeidungsvorrichtung 12 weist eine elektronische Recheneinrichtung 14 auf, welche vor einem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs 16 ein Steuersignal 18 erzeugt, wobei in Abhängigkeit des Steuersignals 18 eine Löscheinrichtung 20 der Feuervermeidungsvorrichtung 12 ein feuerhemmendes Mittel 22 in einen Innenraum 24 des Kraftfahrzeugs verbringt, sodass ein Feuer im Innenraum 24 des Kraftfahrzeugs 10 verhindert ist.
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Es ist vorgesehen, dass die Löscheinrichtung 20 als Gasflasche ausgebildet ist und das feuerhemmende Mittel 22 als feuerhemmendes Gas für den Innenraum 24 ausgebildet ist.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass mittels des feuerhemmenden Mittels 22 ein Sauerstoffanteil im Innenraum 24 reduziert ist. Insbesondere ist hierzu das feuerhemmende Mittel 22 als Stickstoff ausgebildet.
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Ferner kann insbesondere vorgesehen sein, dass die Feuervermeidungsvorrichtung 12 dazu ausgebildet ist, einen Sauerstoffanteil derart im Innenraum 24 zu reduzieren, dass das Feuer verhindert ist, aber der Sauerstoffanteil unschädlich für einen Insassen 26 des Kraftfahrzeugs ist. Insbesondere wird der Sauerstoffanteil derart reduziert, dass bei einer Vielzahl von Insassen 26 des Kraftfahrzeugs 10 dieser unschädlich für die Vielzahl von Insassen 26 ist.
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Ferner ist insbesondere vorgesehen, dass zum Verhindern des Feuers eine Gaserzeugung einer Airbageinrichtung 28 des Kraftfahrzeugs 10 bei der Auslösung der Airbageinrichtung 28 berücksichtigt ist.
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Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Feuervermeidungsvorrichtung 12 eine Erfassungseinrichtung 30 aufweist, mittels welcher ein Zusammenstoß mit dem Objekt 16 bereits zeitlich vor dem Zusammenstoß erkannt werden kann. Somit kann insbesondere bereits vor dem Zusammenstoß die Löscheinrichtung 20 aktiviert werden, sodass ein Feuer bereits frühzeitig verhindert werden kann.
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Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Feuervermeidungsvorrichtung 12 einen Gassensor 32 aufweist, mittels welchem eine Gaszusammensetzung im Innenraum 24 überwacht werden kann, sodass realisiert werden kann, dass nicht zu viel feuerhemmendes Gas in den Innenraum 24 eingebracht wird, sodass dies beispielsweise kritisch für den Insassen 26 werden könnte.
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Bei dem Verfahren zum Betreiben der Feuervermeidungsvorrichtung 12 für das Kraftfahrzeug 10 wird vor dem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs 10 mit dem Objekt 16 mittels der elektronischen Recheneinrichtung 14 das Steuersignal 18 erzeugt und in Abhängigkeit des erzeugten Steuersignals 18 wird das feuerhemmende Mittel 22 in den Innenraum 24 verbracht, wobei mittels der als Gasflasche ausgebildeten Löscheinrichtung 20 das feuerhemmende Mittel 22 als feuerhemmendes Gas in den Innenraum 24 verbracht wird.
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Insbesondere ist somit vorgesehen, dass zum Verhindern eines Feuers im Innenraum 24 des Kraftfahrzeugs 10 eine geeignete Atmosphäre zur Brandvermeidung beziehungsweise zur Brandverzögerung geschaffen wird, wodurch insbesondere für den Insassen 26 im Falle des Zusammenstoßes wichtige Zeit erzeugt werden kann, sollte sich dieser beispielsweise nicht mehr selbst befreien können und auf Rettungskräfte warten.
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Insbesondere zeigt die Fig., dass, sollte ein bevorstehender, insbesondere schwerer, Unfall bevorstehen, so wird das feuerhemmende Gas, und somit das feuerhemmende Mittel 22, mit einer Presafe-Precrash-Auslösung in den Innenraum 26, insbesondere aus der Gasflasche zum Beispiel über die Lüftungsanlage, zugeführt, um den Sauerstoffanteil, welcher insbesondere durch den Gassensor 32 überwacht ist beziehungsweise wird, so weit bis zu einem Schwellwert zu reduzieren, dass die Atmosphäre für den Insassen 26 ungefährlich bleibt, aber das Feuer vermieden werden kann beziehungsweise sich zumindest dessen Ausbreitung verzögert. Dabei wird der durch die gegebenenfalls nötige Airbagzündung frei werdende Stickstoff bereits antizipiert, damit der Stickstoffanteil nicht zu hoch für den Insassen 26 ist. Insbesondere kann dadurch die Sicherheit für den Insassen 26 im Straßenverkehr erhöht werden.
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Sollte der Sauerstoffanteil im Zeitverlauf dennoch zu gering werden, wird die Gaszufuhr gestoppt und es können Seitenscheiben des Kraftfahrzeugs 10 geöffnet werden. Eine Erweiterung der Erfindung könnte sein, eine Sauerstoffflasche bzw. -zufuhr zusätzlich vorzuhalten, die den Sauerstoffanteil über die Zeit auf dem gewünschten niedrigen, sicheren Niveau konstant hält.
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Insgesamt zeigt die Erfindung eine Brandvermeidung durch Sauerstoffreduktion im Innenraum 24 des Kraftfahrzeugs 10 bereits vor einem Zusammenstoß des Kraftfahrzeugs 10 mit dem Objekt 16.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 19538179 A1 [0003]
- US 2004/0216903 A1 [0004]