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Hydraulische Lenkeinheit
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydraulische Lenkeinheit, die eine Versorgungsanschlussanordnung mit einem Druckanschluss, der mit einem Hauptstrompfad verbunden ist, und einen Tankanschluss, der mit einem Tankstrompfad verbunden ist, eine Arbeitsanschlussanordnung mit einem linken Arbeitsanschluss, der mit einem linken Arbeitsstrompfad verbunden ist, und einen rechten Arbeitsanschluss, der mit einem rechten Arbeitsstrompfad verbunden ist und eine Brückenanordnung mit variablen Blenden aufweist, die eine erste linke Blende, die mit dem Hauptstrompfad und dem linken Arbeitsstrompfad, eine erste rechte Blende, die den Hauptstrompfad und den rechten Arbeitsstrompfad verbindet, eine zweite linke Blende, die mit dem linken Arbeitsstrompfad und dem Tankstrompfad verbunden ist, und eine zweite rechte Blende, die mit dem rechten Strompfad und dem Tankstrompfad verbunden ist, aufweist.
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Eine derartige Lenkeinheit ist beispielsweise aus
US 4 676 334 A bekannt. In einer derartigen Art von hydraulischer Lenkeinheit sind die variablen Blenden in einer Art von Wheatstone-Brücke angeordnet. Eine Diagonale der Brücke ist zwischen dem Druckanschluss und dem Tankanschluss angeordnet und die andere Diagonale ist zwischen den beiden Arbeitsanschlüssen angeordnet.
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Eine weitere Lenkeinheit dieser Art ist aus
DE 10 2005 011 526 A1 bekannt. Die Blenden sind hier in einem Drehschieberventil ausgebildet. Parallel zu den variablen Blenden, die den Druckanschluss mit der Versorgungsanschlussanordnung verbinden, ist jeweils eine elektrisch steuerbare, variable Blende angeordnet. Somit kann man unabhängig von der Stellung des Drehschieberventils den einen oder den anderen Arbeitsanschluss mit Druck beaufschlagen und dadurch einen aktiven Eingriff in die Lenkung erzielen.
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Wenn beispielsweise beabsichtigt ist, ein mit einer derartigen Lenkeinheit ausgerüstetes Fahrzeug nach links zu lenken, werden die erste linke Blende und die zweite rechte Blende geöffnet, wobei die zweite linke Blende und die erste rechte Blende geschlossen werden oder geschlossen bleiben. Hydraulikflüssigkeit von dem Druckanschluss fließt dann durch die erste linke Blende zu dem linken Arbeitsanschluss und von dort zu einem Lenkmotor, der mit der Arbeitsanschlussanordnung verbunden ist. Hydraulikflüssigkeit, die von dem Lenkmotor verdrängt wird, fließt zurück durch den rechten Arbeitsanschluss und den rechten Arbeitsstrompfad zu der zweiten rechten Blende. Wenn sie die zweite rechte Blende durchläuft, wird die Flüssigkeit zu dem Tankstrompfad zurück geleitet und von dort zu dem Tankanschluss.
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Die Blenden sind normalerweise durch eine Schieber-Hülsen-Anordnung gebildet. Ein Lenkhandrad ist mit dem Schieber oder der Hülse verbunden. Wenn das Lenkhandrad gedreht wird, werden Schieber und Hülse relativ zueinander gedreht, um zwei Blenden zu öffnen und zwei andere Blenden zu schließen. Die Hydraulikflüssigkeit, die von dem Druckanschluss zu der Arbeitsanschlussanordnung fließt, treibt einen Messmotor an, der seinerseits den Schieber-Hülsen-Satz in seine originale oder neutrale Position zurück stellt. Auf diese Weise ist es möglich, die erforderliche Menge von Hydraulikflüssigkeit zu dem Arbeitsanschluss und von dort zu dem Lenkmotor zu liefern.
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Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe ist es, Lenken komfortabel zu machen.
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Diese Aufgabe wird mit einer hydraulischen Lenkeinheit der eingangs beschriebenen Art dadurch gelöst, dass ein Messmotor in einem von linkem Arbeitsstrompfad und rechtem Arbeitsstrompfad angeordnet ist und ein Verstärkungsstrompfad parallel zu dem einen Arbeitsstrompfad stromab mit dem Messmotor verbunden ist.
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In einer derartigen Lenkeinheit muss nicht die gesamte Hydraulikflüssigkeit, die zu der Arbeitsanschlussanordnung fließt, den Messmotor durchlaufen. Lediglich ein Teil der Flüssigkeit fließt durch den Messmotor und treibt den Messmotor an. Der andere Teil der Hydraulikflüssigkeit durchläuft den Verstärkungsstrompfad. Wenn der Messmotor in einem der Arbeitsstrompfade angeordnet ist, hat die Lenkeinheit kein oder zumindest ein sehr kleines Todband, was das Lenken sehr komfortabel macht. Zusätzlich wird die Menge von Hydraulikflüssigkeit, die zu der Arbeitsanschlussanordnung fließt, durch den Verstärkungsstrompfad verstärkt, so dass der Fahrer eines mit einer derartigen Lenkeinheit ausgerüsteten Fahrzeugs weniger Umdrehungen des Lenkhandrads benötigt, um denselben Lenkwinkel mit dem Lenkmotor zu erreichen.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Verstärkungsstrompfad mit einem Hauptstrompfad verbunden und weist einen ersten Zweig mit einer linken Verstärkungsblende, der mit dem linken Arbeitsstrompfad verbunden ist, und einen zweiten Zweig mit einer rechten Verstärkungsblende, der mit dem rechten Arbeitsstrompfad verbunden ist, auf. Die Verstärkungsblenden können durch denselben Schieber-Hülsen-Satz gebildet sein, der die ersten und zweiten linken und rechten Blenden bildet.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist ein gesteuerter Hilfsstrompfad zwischen dem Arbeitsstrompfad stromab des Messmotors und dem Tankstrompfad verbunden. Der Hilfsstrompfad entspricht dem Verstärkungsstrompfad, jedoch für die andere Lenkrichtung.
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In einer Ausführungsform ist eine Hilfsblende in dem Hilfsstrompfad angeordnet. Die Hilfsblende kann durch einen selben Schieber-Hülsen-Satz gebildet sein, wie oben erwähnt.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Hilfsblende in Neutralposition geschlossen. In Neutralposition gibt es keine Möglichkeit für die Hydraulikflüssigkeit, von dem Lenkmotor und der Arbeitsanschlussanordnung zu irgendwelchen anderen Anschlüssen der Lenkeinheit über die Hilfsblende zu entweichen.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist ein Rückschlagventil in dem Verstärkungsstrompfad angeordnet, welches Rückschlagventil in eine Richtung zu der Arbeitsanschlussanordnung hin öffnet. Ein derartiges Rückschlagventil kann in Notsituationen verwendet werden, wenn der Messmotor als Hilfspumpe verwendet wird.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist der Verstärkungsstrompfad parallel zu dem Messmotor angeordnet. Dies ist eine verhältnismäßig einfache Konstruktion mit einem Verstärkungseffekt. Der Messmotor und der Verstärkungsstrompfad können in beide Richtungen durchlaufen werden. Eine Richtung wird verwendet, wenn Hydraulikflüssigkeit von dem Druckanschluss zu der Arbeitsanschlussanordnung fließt und die andere Richtung wird verwendet, wenn Hydraulikflüssigkeit von der Arbeitsanschlussanordnung zu dem Tankanschluss fließt.
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In einer Ausführungsform der Erfindung weisen der Arbeitsstrompfad und der Verstärkungsstrompfad eine Blendenanordnung auf, die eine Relation zwischen dem Durchfluss durch den Messmotor und dem Durchfluss durch den Verstärkungsstrompfad bestimmt. Mit anderen Worten gibt es eine variable Blende in dem Arbeitsstrompfad, der den Messmotor enthält, und eine weitere variable Blende ist in dem Verstärkungsstrompfad angeordnet. Die variable Blende in dem Verstärkungsstrompfad ist vorzugsweise eine neutral geschlossene Blende, während die Blende in dem Arbeitsstrompfad eine neutral offene Blende sein kann. Die Relation zwischen den Strömungswiderständen der beiden Blenden bestimmt die Relation der Menge von Hydraulikflüssigkeit, die durch den Verstärkungsstrompfad fließt, und der Menge der Flüssigkeit, die durch den Messmotor fließt.
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In einer Ausführungsform der Erfindung ist ein Drehmomentkompensator in dem Verstärkungsstrompfad angeordnet. Der Drehmomentkompensator kompensiert beispielsweise die Zahnradsatzreibung des Messmotors. Weiterhin verbessert er den Bypassstrom durch den Verstärkungsstrompfad. In einer Ausführungsform der Erfindung wird der Drehmomentkompensator durch eine Druckdifferenz über den Messmotor betätigt. Wenn es eine Druckdifferenz gibt, die einen vorbestimmten Schwellwert überschreitet, schließt der Drehmomentkompensator den Verstärkungsstrompfad.
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Ausführungsformen der Erfindung werden nun genauer unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben, worin:
- 1 eine erste Ausführungsform der Erfindung zeigt,
- 2 eine zweite Ausführungsform der Erfindung zeigt,
- 3 eine dritte Ausführungsform der Erfindung zeigt, und
- 4 eine vierte Ausführungsform der Erfindung zeigt.
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In allen Figuren werden dieselben Elemente mit denselben Bezugszeichen versehen.
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1 zeigt eine erste Ausführungsform einer hydraulischen Lenkeinheit 1. Die hydraulische Lenkeinheit 1 weist eine Versorgungsanschlussanordnung auf mit einem Druckanschluss P und einem Tankanschluss T. Weiterhin weist die hydraulische Lenkeinheit 1 eine Arbeitsanschlussanordnung mit einem linken Arbeitsanschluss L und einem rechten Arbeitsanschluss R auf. Ein Lenkmotor 2 ist mit der Arbeitsanschlussanordnung L, R verbunden. Der Druckanschluss P ist mit einer Druckquelle 3 verbunden, die prinzipiell von jeder Art sein kann. Im vorliegenden Fall weist die Druckquelle 3 eine Pumpe 4 und ein Prioritätsventil 5 auf.
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Der Druckanschluss P ist mit einem Hauptstrompfad 6 verbunden. Der Tankanschluss T ist mit einem Tankstrompfad 7 verbunden. Der linke Arbeitsanschluss L ist mit einem linken Arbeitsstrompfad 8 verbunden und der rechte Arbeitsanschluss R ist mit einem rechten Arbeitsstrompfad 9 verbunden.
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Der linke Arbeitsstrompfad 8 ist mit dem Tankstrompfad 7 mittels eines Rückschlagventils 10 verbunden, das in eine Richtung von einem Tankstrompfad 7 zu dem linken Arbeitsstrompfad 8 öffnet. Der linke Arbeitsstrompfad 8 ist weiterhin mit dem Tankstrompfad 7 mittels eines Druckentlastungsventils 11 verbunden. In einer ähnlichen Weise ist der rechte Arbeitsstrompfad 9 mit dem Tankstrompfad 7 über ein Rückschlagventil 12 verbunden, das von dem Tankstrompfad 7 zum rechten Arbeitsstrompfad 9 öffnet. Der rechte Arbeitsstrompfad 9 ist mit dem Tankstrompfad 7 über ein Druckentlastungsventil 13 verbunden.
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Die hydraulische Lenkeinheit 1 weist eine Brückenanordnung 14 mit variablen Blenden auf, die eine erste linke Blende A2L, eine zweite linke Blende A3L, eine erste rechte Blende A2R und eine zweite rechte Blende A3R sind. Die erste linke Blende A2L ist mit dem Hauptstrompfad 6 und dem linken Arbeitsstrompfad 8 verbunden. Die zweite linke Blende A3L ist mit dem linken Arbeitsstrompfad 8 und dem Tankstrompfad 7 verbunden. Die erste rechte Blende A2R ist mit dem Hauptstrompfad 6 und dem rechten Arbeitsstrompfad 9 verbunden. Die zweite rechte Blende A3R ist mit dem rechten Arbeitsstrompfad 9 und dem Tankstrompfad 7 verbunden.
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Mit anderen Worten: Eine Diagonale der Brückenanordnung 14 ist zwischen dem Druckanschluss P und dem Tankanschluss T angeordnet und die andere Diagonale der Brückenanordnung 14 ist zwischen den beiden Arbeitsanschlüssen L, R angeordnet.
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Ein Messmotor 15 ist in dem linken Arbeitsstrompfad 8 angeordnet. Alternativ könnte er ebenfalls in dem rechten Arbeitsstrompfad 9 angeordnet sein.
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Ein Verstärkungsstrompfad 16 verbindet den Hauptstrompfad 6 und den linken Arbeitsstrompfad 8 stromab des Messmotors 15. Der Ausdruck „stromab“ bedeutet hier, dass der Verstärkungsstrompfad 16 mit einem Punkt zwischen dem Messmotor 15 und dem linken Arbeitsstrompfad L verbunden ist.
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Der Verstärkungsstrompfad 16 weist einen ersten Zweig 17 auf, der in den linken Arbeitsstrompfad 8 mündet. Eine linke Verstärkungsblende AUL ist in dem ersten Zweig 17 angeordnet. Weiterhin weist der Verstärkungsstrompfad 16 einen zweiten Zweig 18 auf mit einer rechten Verstärkungsblende AUR. Der zweite Zweig 18 ist mit dem rechten Arbeitsstrompfad 9 verbunden. Zweig 18 kann ebenfalls implementiert werden durch Hinzufügen von unsymmetrischen Links/Rechtseigenschaften zu der Brückenanordnung 14.
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Die linke Verstärkungsblende AUL und die rechte Verstärkungsblende AUR sind neutral offene Blenden, d. h. sie sind nicht vollständig in der Neutralposition geschlossen, sondern erlauben einen kleinen Strom von Hydraulikflüssigkeit.
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Ein Hilfsstrompfad 19 ist zwischen dem linken Arbeitsstrompfad 8 stromab des Messmotors 15 und dem Tankstrompfad 7 verbunden. Der Ausdruck „stromab“ hat hier dieselbe Bedeutung, wie oben erläutert. Wenn der Messmotor 15 in dem rechten Arbeitsstrompfad 9 angeordnet ist, würde der Hilfsstrompfad 9 den rechten Arbeitsstrompfad 9 und den Tankstrompfad 7 verbinden.
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Der Hilfsstrompfad 19 ist gesteuert, was bedeutet, dass eine Hilfsblende AUR' in dem Hilfsstrompfad 19 angeordnet ist. Die Hilfsblende AUR' ist eine neutral geschlossene Blende. Das Öffnungsverhalten von allen Blenden ist durch kleine Symbole neben den jeweiligen Blenden gezeigt.
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Ein Rückschlagventil 20 ist in dem Verstärkungsstrompfad 16 angeordnet, das in eine Richtung von dem Hauptstrompfad 6 zu den Zweigen 17, 18 des Verstärkungsstrompfads 16 hin öffnet. Das Rückschlagventil 20 wird in einer Notlenksituation verwendet, wenn der Messmotor 15 als Hilfspumpe verwendet wird.
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Eine Hauptblende A1 ist in dem Hauptstrompfad 6 und genauer gesagt zwischen der Brückenanordnung 14 und dem Verstärkungsstrompfad 16 angeordnet. Die Hauptblende A1, wenn in Form einer neutral offenen Blende, kann einen kleinen permanenten Strom von Hydraulikflüssigkeit durch die Brückenanordnung 14 erlauben. Dieser Strom ist jedoch in der Neutralposition minimiert. Ein Ergebnis dessen, dass man einen kleineren Versorgungsstrom hat, der in die Brückenanordnung 14 eintritt, ist, dass das allgemeine Druckniveau innerhalb der Brückenanordnung 14 abgesenkt wird, und deswegen werden die äußeren Kräfte, die auf den Lenkmotor 2 wirken, einen größeren Einfluss auf das Lenksystem haben, insbesondere den Zahnradsatz des Messmotors 15, wobei Selbstrückstellfähigkeiten verbessert werden.
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In einer weiteren Ausführungsform (nicht gezeigt) kann die Hauptblende A1 eine neutral geschlossene Blende sein, d. h. sie ist in der Neutralposition geschlossen, so dass keine Hydraulikflüssigkeit die Brückenanordnung 14 erreichen kann. Auf diese Weise kann ein geschlossenes Neutral erreicht werden.
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In einer weiteren Ausführungsform (nicht gezeigt) kann die Hauptblende A1 stromab des Verstärkungsstrompfads 16 angeordnet sein, so dass das Druckniveau in dem Verstärkungsstrompfad 16 ebenfalls abgesenkt werden kann. In diesem Fall kann die Hauptblende eine neutral offene oder neutral geschlossene Blende sein.
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Zusätzlich kann eine Tankblende (nicht gezeigt) in dem Tankstrompfad 7 angeordnet sein. Wenn diese Tankblende eine feste Blende ist, kann sie verwendet werden, um einen Gegendruck zu erzeugen, der unabhängig vom Öffnungsgrad der ersten und zweiten Blenden in ihren jeweiligen Strompfaden 8, 9 ist. Wenn ein Schieber-Hülsen-Satz verwendet ist, ist der Gegendruck unabhängig von dem Schieber-Hülsen-Winkel für verbesserte Stabilität.
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Es ist jedoch auch möglich, eine variable Tankblende zu verwenden, um den Widerstand über die variablen zweiten Blenden A3L, A3R zu vermindern und das Notlenken zu verbessern.
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Eine weitere Modifikation der in 1 gezeigten Lenkeinheit würde die Verwendung einer variablen dritten linken Blende, die in dem linken Arbeitsstrompfad 8 angeordnet ist, und einer variablen dritten rechten Blende, die in dem rechten Arbeitsstrompfad 9 angeordnet ist, sein. Dies erlaubt die Möglichkeit, einen geschlossen neutral Satz von Blenden in einem Offencentersystem zu machen. Insbesondere, wenn ein Schieber-Hülsen-Satz verwendet wird, ist es möglich, einen neutral geschlossenen Schieber-Hülsen-Satz zu bilden.
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Die variable dritte linke Blende und die variable dritte rechte Blende öffnen vorzugsweise schneller als die variable erste linke Blende A2L und die variable erste rechte Blende A2R. Die variablen dritten Blenden werden im Prinzip verwendet, um die Arbeitsstrompfade 8, 9 abzuschneiden und Hydraulikflüssigkeit in den Arbeitsstrompfaden 8, 9 und den jeweiligen Druckkammern des Lenkmotors 2 einzuschließen.
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Die Hauptblende A1, die Tankblende und die variablen dritten Blenden können grundsätzlich in allen Kombinationen verwendet werden. Die Hauptblende A1 kann alleine verwendet werden. Die Tankblende kann alleine verwendet werden. Die variablen dritten Blenden können alleine verwendet werden. Es ist jedoch möglich, die Hauptblende A1 zusammen mit einer Tankblende und/oder zusammen mit den variablen dritten Blenden zu verwenden. Weiterhin ist es möglich, die Tankblende zusammen mit den variablen dritten Blenden zu verwenden.
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Wie oben erwähnt, können alle Blenden durch einen Schieber-Hülsen-Satz gebildet werden. Der Schieber ist drehbar innerhalb der Hülse angeordnet und die Hülse ist drehbar innerhalb eines Gehäuses angeordnet. Einer von Schieber und Hülse ist mit einem Lenkhandrad oder einer anderen Lenkbefehleinrichtung verbunden. Wenn das Lenkhandrad gedreht wird, werden Schieber und Hülse relativ zueinander verdreht, um zwei Blenden zu öffnen und die verbleibenden anderen Blenden der Brückenanordnung 14 zu schließen. Wenn es beispielsweise beabsichtigt ist, dass mit der Lenkeinheit 1 ausgerüstete Fahrzeug nach links zu lenken, werden die erste linke Blende A2L und die zweite rechte Blende A3R geöffnet und die zweite linke Blende A3L und die erste rechte Blende A2R werden geschlossen. Weiterhin wird die linke Verstärkungsblende AUL geöffnet und die rechte Verstärkungsblende AUR bleibt geschlossen. Hydraulikflüssigkeit, die durch die erste linke Blende A2L läuft, fließt durch den Messmotor 15 zu dem linken Arbeitsanschluss L. Der Messmotor 15 ist betriebsmäßig mit dem Schieber-Hülsen-Satz verbunden und stellt Schieber und Hülse zurück zu ihrer originalen oder neutralen Position, sobald eine benötigte Menge von Hydraulikflüssigkeit einem der Arbeitsanschlüsse L, R zugeführt worden ist.
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Die linke Verstärkungsblende AUL öffnet gleichlaufend mit der ersten linken Blende A2L der Brückenanordnung 14. Eine Menge von Hydraulikflüssigkeit durchläuft dann den Verstärkungsstrompfad 16, ohne durch den Messmotor 15 zu fließen. Die Relation zwischen der Menge, die durch den Messmotor 15 fließt und durch den Verstärkungsstrompfad 16 fließt, wird durch die Relation zwischen der ersten linken Blende A2L und der linken Verstärkungsblende AUL bestimmt.
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Wenn das Fahrzeug nach rechts gelenkt wird, werden im Grunde dieselben Beziehungen verwendet. Die erste rechte Blende A2R und die zweite linke Blende A3L öffnen, während die erste linke Blende A2L und die zweite rechte Blende A3R schließen. Weiterhin öffnet die rechte Verstärkungsblende AUR und die linke Verstärkungsblende AUL schließt. Ein erster Teil der Hydraulikflüssigkeit fließt von dem Druckanschluss P durch die erste rechte Blende A2R zum rechten Arbeitsanschluss R. Ein weiterer Teil der Hydraulikflüssigkeit fließt durch den Verstärkungspfad 16 und den zweiten Zweig 18 zu einem rechten Arbeitsanschluss R.
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Hydraulikflüssigkeit, die von dem Messmotor 2 verdrängt wird, tritt in die Lenkeinheit an dem linken Arbeitsstrompfad L ein. Teil der Hydraulikflüssigkeit fließt durch den Messmotor 15 und die zweite linke Blende A3L zurück zu dem Tankstrompfad 7 und von dort zu den Tankanschluss T. Ein weiterer Teil der Hydraulikflüssigkeit, die durch den Lenkmotor 2 verdrängt wird, fließt durch den Hilfsstrompfad 19 und die Hilfsblende AUR' zu dem Tankanschluss 7, ohne den Messmotor 15 zu durchlaufen, und von dem Tankstrompfad 7 zurück zu dem Tankanschluss T.
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Ein weiteres Rückschlagventil 23 ist in dem Hauptstrompfad 6 angeordnet, das in eine Richtung weg von dem Druckanschluss P öffnet.
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2 zeigt eine etwas modifizierte Form der Lenkeinheit 1. Die Brückenanordnung 14 und die verbleibenden Teile sind dieselben. In diesem Fall kann ebenfalls die Hauptblende A1, wie oben beschrieben, verwendet werden. Weiterhin können eine Tankblende und eine variable dritte Blende in dem linken Arbeitsstrompfad 8 beziehungsweise dem rechten Arbeitsstrompfad 9 verwendet werden.
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In der in 2 gezeigten Ausführungsform ist der Verstärkungsstrompfad 16 parallel zu dem Messmotor 15 angeordnet. In Abhängigkeit von der Lenkrichtung können der Messmotor 15 und der Verstärkungsstrompfad 16 in eine oder die entgegengesetzte Richtung durchlaufen werden.
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Der linke Arbeitsstrompfad 8 (oder der rechte Arbeitsstrompfad 9, wenn der Messmotor 15 in dem rechten Arbeitsstrompfad 9 angeordnet ist) und der Verstärkungsstrompfad 16 weisen eine Blendenanordnung auf mit einer Messmotorblende A4L in dem linken Arbeitsstrompfad 8 und einer Verstärkungsblende AU in dem Verstärkungsstrompfad 16. Die Blendenanordnung A4L, AU bestimmt eine Beziehung zwischen dem Strom durch den Messmotor 15 und dem Strom durch den Verstärkungsstrompfad 16.
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Wenn beabsichtigt ist, das mit der Lenkeinheit 1 ausgerüstete Fahrzeug nach links zu lenken, werden die erste linke Blende A2L und die zweite rechte Blende A3R geöffnet, während die anderen beiden Blenden der Brückenanordnung 14 geschlossen werden. Zur selben Zeit werden die Messmotorblende A4L und die Verstärkungsblende AU ebenfalls geöffnet. Hydraulikflüssigkeit von dem Druckanschluss P durchläuft die linke Blende A2L. Ein Teil dieses Stroms fließt durch Messmotor 15 und der andere Teil fließt durch den Verstärkungsstrompfad 16. Die Beziehung zwischen diesen beiden Teilen wird durch die Relation der Blenden A4L und AU der Blendenanordnung bestimmt. Der kombinierte Strom erreicht den linken Arbeitsanschluss L und von dort den Lenkmotor 2. Hydraulikflüssigkeit, die von dem Lenkmotor 2 verdrängt wird, tritt in die Lenkeinheit 1 an dem rechten Arbeitsanschluss R ein und fließt über den rechten Arbeitsstrompfad 9 und die zweite rechte Blende A3R zu dem Tankstrompfad 7 und von dort zu dem Tankanschluss T.
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Wenn das Fahrzeug nach rechts gesteuert wird, werden die erste rechte Blende A2R und die zweite linke Blende A3L geöffnet, während die anderen beiden Blenden A2L, A3R der Brückenanordnung 14 geschlossen werden. Hydraulikflüssigkeit von dem Druckanschluss P erreicht den rechten Arbeitsanschluss R über den Hauptstrompfad 6, die Hauptblende A1, die erste rechte Blende A2R und den rechten Arbeitsstrompfad 9. Hydraulikflüssigkeit, die von dem Lenkmotor 2 verdrängt wird, fließt zum Teil durch den Messmotor 15 und zum Teil durch den Verstärkungsstrompfad 16 zu der Brückenanordnung 14 und durch die zweite linke Blende A3L zu dem Tankstrompfad 7 und von dort zu dem Tankanschluss T.
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3 zeigt eine weiter modifizierte Lenkeinheit 1. Die Lenkeinheit 1 von 3 entspricht im Wesentlichen der Lenkeinheit 1 von 1.
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Es ist jedoch ein Drehmomentkompensator 24 in dem Verstärkungsstrompfad 16 angeordnet. Der Drehmomentkompensator 24 ist in Form eines Ventils mit einem Ventilelement 25. Wenn in Neutralposition, erlaubt das Ventilelement 25 einen Durchtritt von Hydraulikflüssigkeit durch den Verstärkungsstrompfad 16. Wenn das Ventilelement 25 aus Neutral heraus ist, ist dieser Durchgang unterbrochen, so dass keine Flüssigkeit den Verstärkungsstrompfad 16 durchlaufen kann.
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Das Ventilelement 25 ist durch eine Druckdifferenz über den Messmotor 15 belastet. Weiterhin ist das Ventilelement 25 durch zwei Federn 26, 27 belastet, die in entgegengesetzte Richtungen wirken. Jede Feder 26, 27 kann das Ventilelement 25 jedoch nur in die Neutralposition verschieben. Wenn die Kraft, die durch die Druckdifferenz über den Messmotor 15 erzeugt wird, die Kraft von einer der Federn 26, 27 übersteigt, wird das Ventilelement 25 aus Neutral heraus bewegt, um den Verstärkungsstrompfad 16 zu unterbrechen. Der Drehmomentkompensator 15 verbessert einen Bypassstrom und kompensiert Zahnradsatzreibung des Messmotors 15.
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Weiterhin ist ein Notventil 28 in dem Tankstrompfad 7 zwischen der Brückenanordnung 14 und dem Hilfsstrompfad 19 angeordnet. Das Notventil 28 wird in Notsituationen verwendet, wenn der Messmotor 15 als Hilfspumpe arbeitet.
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4 zeigt eine Modifikation der Lenkeinheit 1 von 2 mit einem Druckkompensator 24 in dem Verstärkungsstrompfad 16, wie in Verbindung mit der in 3 gezeigten Ausführungsform beschrieben. Das Ventilelement 25 des Druckkompensators 24 wird durch die Druckdifferenz über den Messmotor 15 belastet und zusätzlich durch die Kräfte der beiden Federn 26, 27. Der Strom durch den Verstärkungsstrompfad 16 wird unterbrochen, wenn eine Kraft, die durch die Druckdifferenz über den Messmotor 15 erzeugt wird, die von einer der Federn 26, 27 erzeugte Kraft übersteigt.
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Das Notventil 28 ist in den Ausführungsformen 3 und 4 gezeigt. Das Notventil 28 kann jedoch in den in 1 und 2 gezeigten Ausführungsformen ebenfalls an derselben Position verwendet werden, d. h. stromab der Brückenanordnung 14.