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Technisches Gebiet
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Die vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen Tretroller, die auch als „Kick-Scooter” oder „Kickbike” bezeichnet werden, und insbesondere einen Scooter, der zum Ausführen von Freistiltricks geeignet ist.
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Hintergrund der Erfindung
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Rollerartige Fahrzeuge, die mittels Impulsen von einem Fuß auf dem Boden angetrieben werden, während der andere Fuß auf einer langen, längsgerichteten Plattform oder einem Trittbrett steht, die von Vorder- und Hinterrädern getragen werden und am vorderen Ende mit einer passenden Lenkstange oder -säule versehen sind, sind bekannt. Eine frühe Offenbarung eines Scooters findet sich in der
US 1689916 , welche hiermit per Bezugnahme aufgenommen ist.
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Herkömmliche Scooter bestehen aus einem Rahmen, der ein oder zwei gebogene Rahmenrohre aufweist, um eine Anbringungsplattform für ein Trittbrett bereitzustellen. Am vorderen Teil des Rahmens ist ein starrer Gabelkopf angebracht, der die Achse in einer Vordergabel hält, an der das Vorderrad angebracht ist. Das obere Ende der Achse ist mit dem Lenker verbunden. Ein Hinterrad ist mit dem hinteren Ende des Rahmens verbunden, wobei mindestens eines der Räder mit einer Bremse verbunden ist.
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Die
US 6279929 und die
US D292221 offenbaren zwei exemplarische Scooter. Die Trittbretter der offenbarten Scooter ermöglichen dem Fahrer nicht, beide Füße nebeneinander parallel zur Fahrtrichtung zu positionieren. Deshalb kann der Fahrer beim Fahren des Scooters keine optimale Körperhaltung einnehmen, während gleichzeitig das Gleichgewicht gehalten wird. Dies begrenzt die Möglichkeit des Fahrers, den Scooter zu fahren und Freistil-Tricks auszuführen. Die US 6279929 wird hiermit per Bezugnahme aufgenommen.
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Die Körperhaltung des Fahrers während des Fahrens wird hauptsächlich durch die Position der Arme des Fahrers beim Halten des Lenkers relativ zu der Position der Füße des Fahrers beim Stehen in der Mitte des Trittbretts bestimmt. Bei herkömmlichen Scootern ist der vertikale Abstand vom Trittbrett zur Lenkstange signifikant höher als das 1,5-fache des horizontalen Abstands. Diese Proportionen verhindern die Einnahme einer optimalen Körperposition des Fahrers.
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Die
US 2003/0132592 , die hiermit per Bezugnahme aufgenommen wird, offenbart einen Trick-Scooter, der für jedes Gelände geeignet ist („All-Terrain Trick Scooter”), mit einem aufrechten Steuerrohr, einem sich davon nach unten erstreckenden Hauptrohr, zwei Hintergabelarmen, die sich vom unteren Ende des Hauptrohrs erstrecken, einem Paar von Hinterachsaufnahmen, die je an den Hintergabelarmen angebracht sind, einem Paar hinterer Fußrasten, die sich seitlich vom unteren Ende des Rahmens nach außen erstrecken, einem Hinterrad, das mit den Hinterachsaufnahmen verbunden ist, einer Vordergabel mit einer Gabelachse und zwei sich davon nach unten erstreckenden Gabelarmen, einem Paar Vorderachsaufnahmen, die an dem unteren Ende der Gabelarme angebracht sind, einem Paar vorderer Fußrasten, die sich von den Vorderachsaufnahmen nach außen erstrecken, einem Vorderrad, das mit den Vorderachsaufnahmen verbunden werden kann, einem Lenker, der mit der Gabelachse der Vordergabel verbunden werden kann, einer Einrichtung zum Bremsen beider Räder, die durch zwei an der Lenkerstange angebrachte Handbremshebel betätigbar ist.
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Das Problem eines herkömmlichen Scooters mit einem Rahmen aus einem einzelnen Hauptrohr besteht darin, dass der Rahmen für den Freistil-Sport und/oder vor allem für das Ausführen von Trickvarianten nicht ausreichend stark und torsionssteif ist. Außerdem weist der offenbarte Scooter vordere und hintere Fußrasten auf, die an jedem Rad angebracht sind, damit der Fahrer beim Fahren darauf stehen kann. Diese Fußrasten sind als Standfläche nicht ausreichend, um dem Fahrer eine sichere Stellung und/oder sicheren Halt zu geben. Die Positionierung der Fußrasten nahe an den Vorder- oder Hinterrädern erschwert es dem Fahrer, ein stabiles Gleichgewicht zu erlangen.
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Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen Scooter bereitzustellen, der optimierte Proportionen aufweist, um einem Fahrer zu ermöglichen, Freistil-Tricks auszuführen, und bei dem insbesondere die Proportionen derart gestaltet sind, dass eine Körperposition eingenommen werden kann, die ein optimales Gleichgewichtsverhalten schafft und die Ausführung von gängigen und neuen Trickvarianten ermöglicht.
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Kurzer Abriss der Erfindung
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Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft einen Scooter, der es dem Fahrer ermöglicht, eine sichere, vorwärtsgerichtete Stellung einzunehmen, wobei sich beide Füßen parallel zur Fahrtrichtung befinden und sich ein gemeinsamer Schwerpunkt von Fahrer und Scooter mittig zwischen dem Vorder- und Hinterrad unabhängig von der vertikalen Neigung des Scooters befindet, beispielsweise beim Durchfahren einer „Pipe” (Röhre oder Teilröhre), beim Übergang in die „Pipe” oder beim Springen. Hierzu können seitlich an einem torsionssteifen Rahmen auf beiden Seiten des Scooters an verschiedenen Positionen drehbare Pedale oder fixierte Fußstützen an Anbringungselementen, z. B. Gewindevorrichtungen, angebracht werden. Dadurch wird es dem Fahrer ermöglicht, einen sicheren Stand mit beiden Füßen parallel zur Fahrtrichtung einzunehmen, wobei der gemeinsame Schwerpunkt von Fahrer und Scooter gemeinsam, beispielsweise beim Befahren einer „Pipe”, unabhängig von der Neigung der „Pipe” oder beim Springen mittig zwischen Vorder- und Hinterrad verbleibt.
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Der Scooter im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein Tretroller, der auch als „Kick-Scooter” oder „Kick-Bike” bezeichnet wird und zum Ausführen von Freistiltricks geeignet ist. Der Ausdruck Pedale ist nicht so zu verstehen, dass sie dazu ausgebildet sind, einen Vortrieb für den Scooter bereitzustellen. Beim Scooter der vorliegenden Erfindung wird der Vortrieb dadurch erzeugt, dass ein Fuß des Fahrers auf dem Scooter abgestellt ist und der andere Fuß einen Impuls zum Vortrieb des Scooters erzeugt, indem er beispielsweise auf dem Boden der durch den Scooter befahrenen Oberfläche abgestellt wird. Der Impuls kann beispielsweise dadurch erzeugt werden, dass mittels des auf dem Boden abgestellten Fuß der Scooter durch Muskelkraft nach vorne geschoben wird. Der auf dem Boden zeitweise abgestellte Fuß kann den Scooter und den Fahrer beispielsweise ruckartig anschieben. Der Scooter kann auch mittels potentieller Energie bewegt werden.
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Ein anderer Aspekt der Erfindung betrifft einen Scooter mit einem Rahmen, der eine hohe Torsionsstärke aufweist und dazu geeignet ist, dass eine Fußstütze daran angebracht werden kann. Die Fußstütze kann zwei Pedale, eines auf jeder Seite des Rahmens, oder ein Trittbrett umfassen. Die Längsposition der Pedale oder des Trittbretts kann einstellbar sein, indem die Pedale oder das Trittbrett wahlweise an einem der zwei oder mehr Anbringungselemente am Rahmen angebracht werden.
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Noch ein weiterer Aspekt der Erfindung ist, dass der Scooter ein Trittbrett, das eine ausreichende Breite aufweist, so dass der Fahrer beide Füße nebeneinander und vorwärtsgerichtet darauf platzieren kann, und eine Lenkstange umfasst, um den Scooter zu steuern. Der vertikale Abstand vom Trittbrett zur Lenkstange beträgt etwa das 1,5-fache des horizontalen Abstands. Dadurch wird es dem Fahrer ermöglicht, eine optimale Stellung einzunehmen, um Tricks auszuführen und den Scooter in den Disziplinen „Park”, „Street” und Freistil, BMX-Rennen, „Dirt Jump”, „Slope” oder „Downhill” zu fahren. Genauer gesagt kann der vertikale Abstand zwischen dem Trittbrett und der Lenkstange 1,4 bis 1,6 mal so lang sein wie der horizontale Abstand. Vorzugsweise beträgt der vertikale Abstand LH einer horizontalen Ebene durch die Mitte der Fußstütze zu einer horizontalen Ebene durch die äußeren Enden der Lenkstange etwa das 1,5-fache des horizontalen Abstands LW einer vertikalen Ebene durch die Mitte der Fußstütze zu einer vertikalen Ebene durch die äußeren Enden der Lenkstange. LH/LW sollte vorzugsweise zwischen etwa 1,4 und etwa 1,6 liegen.
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Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist, dass die gesamte Masse des Scooters niedrig gehalten wird, damit er von jüngeren Erwachsenen und Kindern gefahren werden kann, ohne Freistilfähigkeiten einzubüßen.
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Der Scooter kann ferner ein Hauptrohr zwischen dem oberen und dem unteren Rahmenrohr und den oberen und unteren Hintergabelarmen aufweisen.
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Die Erfindung betrifft ferner einen zum Freistilfahren geeigneten Scooter mit einem torsionssteifen Rahmen, wobei der Rahmen ein Steuerrohr, ein oberes und ein unteres Rahmenrohr, die sich vom Steuerrohr abwärts erstrecken, wobei das obere Rahmenrohr oberhalb des unteren Rahmenrohrs mit dem Steuerrohr verbunden ist, zwei obere Hintergabelarme, die sich aus dem hinteren Ende des oberen Rahmenrohrs heraus erstrecken, zwei untere Hintergabelarme, die sich aus dem hinteren Ende des unteren Rahmenrohrs heraus erstrecken, und ein Paar von Hinterachsaufnahmen umfasst, die je an den oberen und unteren Gabelarmen angebracht sind, einem Hinterrad, das mit den Hinterachsaufnahmen verbunden ist, einer Vorderradgabel, die eine Gabelachse und zwei sich davon nach unten erstreckende Gabelarme aufweist, einem Paar von Vorderachsaufnahmen, die am unteren Ende der Gabelarme angebracht sind, einem Vorderrad, das mit den Vorderachsaufnahmen verbunden werden kann, einer Lenkstange, die mit der Gabelachse der Vorderradgabel verbunden werden kann, zwei oder mehr Anbringungselementen, die sich am unteren Rahmenrohr befinden und dazu ausgestaltet sind, ein linkes und rechts Pedal daran anzubringen, und einem linken Pedal und einem rechten Pedal, die an einem der zwei oder mehr Anbringungselemente angebracht sind. Die Höhe der Lenkstange ist einstellbar.
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Die Erfindung betrifft einen weiteren zum Freistilfahren geeigneten Scooter mit einem torsionssteifen Rahmen, wobei der Rahmen ein Steuerrohr, ein Rahmenrohr, das sich vom Steuerrohr nach unten erstreckt, ein Paar von Hintergabelarmen, die sich aus dem hinteren Ende des Rahmenrohrs heraus erstrecken, und ein Paar von Hinterachsaufnahmen umfasst, die an den Hintergabelarmen angebracht sind, einem Hinterrad, das mit den Hinterachsaufnahmen verbunden ist, einer Vordergabel, die eine Gabelachse und zwei sich davon nach unten erstreckende Gabelarme aufweist, einem Paar von Vorderachsaufnahmen, die am unteren Ende der Gabelarme angebracht sind, einem Vorderrad, das an den Vorderachsaufnahmen angebracht werden kann, einer Lenkstange, die an der Gabelachse der Vorderradgabel angebracht werden kann, einer Fußstütze, die am Rahmen angebracht ist, wobei die Fußstütze so ausgestaltet ist, dass dem Fahrer ermöglicht wird, beide Füße parallel zueinander in der Fahrtrichtung zu platzieren. Die Fußstütze weist ein linkes Pedal und ein rechtes Pedal auf, wobei jedes Pedal wahlweise an einem der zwei oder mehr Anbringungselemente am Rahmen anbringbar ist und sich jedes Pedal seitlich aus dem Rahmen nach außen erstreckt.
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Der vertikale Abstand LH einer horizontalen Ebene durch die Mitte der Fußstütze zu einer horizontalen Ebene durch die äußeren Enden der Lenkstange beträgt etwa das 1,5-fache des horizontalen Abstands LW einer vertikalen Ebene durch die Mitte der Fußstütze zu einer vertikalen Ebene durch die äußeren Enden der Lenkstange. Die seitliche Position der Fußstützen ist einstellbar. Die Pedale sind an Pedalverlängerungsbalken angebracht, wobei die Pedalverlängerungsbalken am Rahmen angebracht sind.
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Beschreibung der Zeichnungen
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Die folgende detaillierte Beschreibung der Erfindung ist nur von beispielhafter Natur und beabsichtigt nicht, die Erfindung oder die Anwendung und Verwendung der Erfindung einzuschränken. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine perspektivische Ansicht eines zum Freistilfahren geeigneten Scooters gemäß einem Aspekt der Erfindung.
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2 eine Seitenansicht des Scooters von 1;
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3 eine Frontansicht des Scooters von 1;
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4 eine Draufsicht des Scooters von 1;
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5 eine Seitenansicht, die eine alternative Ausführung des Scooters gemäß einem Aspekt der Erfindung zeigt;
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6 eine Seitenansicht, die einen Scooter einer anderen alternativen Ausführung gemäß einem Aspekt der Erfindung zeigt;
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7 eine Seitenansicht eines Scooters mit einer alternativen Rahmenkonstruktion gemäß einem Aspekt der Erfindung;
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8 eine Seitenansicht eines Scooters mit einer weiteren alternativen Rahmenkonstruktion gemäß einem Aspekt der Erfindung;
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9 eine Seitenansicht eines Scooters mit noch einer weiteren alternativen Rahmenkonstruktion gemäß einem Aspekt der Erfindung;
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10 eine Seitenansicht eines Scooters und eines Fahrers, welche die Proportionen des Scooters und die Position der Schwerpunkte des Scooters, des Fahrers sowie des Scooters und des Fahrers zusammen zeigt;
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11 eine Seitenansicht eines Scooters mit einer alternativen Rahmenkonstruktion mit einem zusätzlichen vertikalen Rahmenrohr für eine verbesserte Steifigkeit;
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12 eine Seitenansicht des Scooters aus 11, welche das vertikale Rahmenrohr an einer anderen Position zeigt; und
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13 eine Seitenansicht eines Scooters mit einer alternativen Rahmenkonstruktion.
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Detaillierte Beschreibung
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Unter Bezugnahme auf die 1 bis 4 wird ein beispielhafter Scooter 1, in dem die Prinzipien der vorliegenden Erfindung in vorteilhafter Weise angewendet werden, allgemein dargestellt. Der Scooter umfasst einen Rahmen 2. Das vordere Ende des Rahmens 2 ist durch ein Steuerrohr 3 ausgebildet, an dem das obere Rahmenrohr 4 und das untere Rahmenrohr 5 fest angebracht sind. An seinem hinteren Ende erstreckt sich das obere Rahmenrohr 4 zu einem linken oberen Gabelarm 10 und zu einem rechten oberen Gabelarm 9. An seinem hinteren Ende erstreckt sich das untere Rahmenrohr 4 zu einem linken unteren Gabelarm 12 und zu einem rechten unteren Gabelarm 11. Alternativ sind die unteren und die oberen Gabelarme 9, 10, 11 und 12 separate Elemente, welche mit dem unteren Rahmenrohr 4 und dem oberen Rahmenrohr 5 verbunden sind.
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Der linke obere Gabelarm 10 und der linke untere Gabelarm 12 sind über die linke Hinterachsaufnahme 14 miteinander verbunden. Dementsprechend sind auch der rechte obere Gabelarm 9 und der rechte untere Gabelarm 11 über die rechte Hinterachsaufnahme 13 oder direkt miteinander verbunden. Das Hinterrad 27 ist zwischen der linken Hinterachsaufnahme 14 und der rechten Hinterachsaufnahme 13 angeordnet. Die linke hintere Fußraste 24 ist an der linken Hinterachsaufnahme 14 angebracht und ragt nach außen. Die rechte hintere Fußraste 23 ist an der rechten Hinterachsaufnahme 13 angebracht und ragt nach außen. Die hinteren Fußrasten 23 und 24 bieten dem Fahrer beim Ausüben von Tricks die Möglichkeit, die Füße vorübergehend abzustellen. Die hinteren Fußrasten 23 und 24 können eine Verlängerung von der Achse des Hinterrades 27 sein.
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Das untere Rahmenrohr 5 weist zwei oder mehr Anbringungselemente 32, 33 und 34 für das wahlweise Anbringen von Fußstützen auf. Die Fußstütze kann ein Trittbrett sein oder, wie gezeigt ist, ein linkes Pedal 7 und ein rechtes Pedal 6 umfassen. Die Mehrzahl von Anbringungselementen 32, 33 und 34 stellen mehrere Anbringungsorte bereit und/oder ermöglicht zwei oder mehr einstellbare Fußstützenstellungen für die Pedale 6 und 7 entlang dem unteren Rahmenrohr 5. Dies ermöglicht eine horizontal wählbare und/oder einstellbare Position der Fußstütze in Goofy-, Regular- und Ski-Style (rechter Fuß vorne, linker Fuß vorne, Füße auf gleicher und unterschiedlicher Höhe), wodurch der Scooter nicht nur den individuellen Ansprüchen des Freistilfahrers gerecht wird, sondern auch ein Anpassen an die Größe des Fahrers ermöglicht wird. Es ist möglich, dass sich die Pedale 6 und 7 um ihre zentrale Achse drehen können, die mit den Anbringungselementen 32, 33 oder 34 verbunden ist. Die Pedale 6 und 7 können übliche Fahrradpedale sein, was ermöglicht, dass sich die Pedale frei um ihre Anbringungsachse drehen. Alternativ hierzu können die Pedale 6 und 7 spezielle Scooterpedale sein, welche eine Drehung um ihre Anbringungsachse nur bis zu einem bestimmten Winkel erlauben. Die Anbringungselemente 32, 33 und 34 können Gewindeöffnungen sein, die dazu ausgebildet sind, ein handelsübliches Fahrradpedal mit einer Gewindeschraubenbefestigung aufzunehmen. Die Anbringungsachse des Pedals kann fest mit der mit einem Gewinde versehenen Öffnung des Anbringungselements verschraubt werden. Obwohl eine exemplarische Ausführung mit drei Anbringungselementen dargestellt ist, kann eine beliebige Anzahl von Anbringungselementen oder ein kontinuierlich variabler Mechanismus verwendet werden, um die gewünschte Einstellbarkeit der Fußstützenposition zwischen dem Hinterrad 27 und dem Vorderrad 28 zu erzielen.
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Der Scooter 1 umfasst eine Vordergabelachse 15. Das untere Ende der Vordergabelachse 15 erstreckt sich in einen linken Gabelarm 17 und einen rechten Gabelarm 16. Beide Gabelarme 16 und 17 enden in Vorderachsaufnahmen, welche das Vorderrad 28 halten. Die Vordergabelachse 15 erstreckt sich durch das Steuerrohr 3 und kann in diesem um das Kugellager 8 rotieren. Eine linke vordere Fußraste 26 ist an der linken Vorderachsaufnahme 19 angebracht und erstreckt sich von dieser seitlich nach außen. Eine rechte vordere Fußraste 25 ist an der rechten Vorderachsaufnahme 18 angebracht und erstreckt sich von dieser seitlich nach außen. Die vorderen Fußrasten 25 und 26 bieten dem Fahrer beim Ausüben von Tricks die Möglichkeit, die Füße vorübergehend dort abzustellen. Die vorderen Fußrasten können eine Verlängerung der Vorderachse des Vorderrads 28 sein.
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Der Scooter 1 umfasst eine Lenkstange 20, welche mit dem oberen Ende der Vordergabelachse 15 verbunden ist. Mindestens ein Bremshebel 21 ist an einem Ende der Lenkstange 20 angebracht. Der Bremshebel 21 ist über einen Bowdenzug mit der hinteren Bremse 22 verbunden. Die hintere Bremse 22 kann am hinteren Ende des oberen Rahmenrohrs 4 oder an den oberen linken Gabelarmen 9 und rechten Gabelarmen 10 angebracht sein. Der Bowdenzug kann innerhalb des Rahmens 2 verlegt sein.
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Bei einer alternativen Ausführungsform mit kleinen Rädern kann die Scooterbremse eine herkömmliche fußbetätigte Bremse sein, die oberhalb des Hinterrads 27 am Rahmen 2 angeordnet ist, wobei in diesem Fall das Vorsehen des Bremshebels 21 und des Bremskabels hinfällig wäre.
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Wie in 8 und 9 dargestellt ist, können die Pedale 6 und 7 durch ein in Längsrichtung einstellbares Trittbrett 35 ersetzt werden, welches an einem der Anbringungselemente 32, 33 oder 34 angebracht wird. Das Trittbrett 35 kann ein den Rahmen 2 umgebendes einzelnes Brett bzw. Fußstütze sein, welche sich an beiden Seiten seitlich vom Rahmen 2, d. h. von dessen rechter und linker Seite, nach außen erstreckt. Das Trittbrett kann auch aus zwei unbeweglichen und vergrößerten länglichen Pedalen gebildet sein, die separat an der jeweiligen Seite des Rahmens 2 angebracht sind.
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Das untere Rahmenrohr 5 kann zusätzliche Anbringungselemente umfassen, die dazu ausgestaltet sind, eine ebene Vorrichtung zum Schutz vor Abnutzung beim Rutschen am Rahmen 2 anzubringen. Diese Vorrichtung zum Schutz vor Abnutzung beim Rutschen, auch „Slide Protection” genannt, ist aus dem Freistil-Skateboard-Sport bekannt. Sie kann beim Ausführen von Tricks genutzt werden, die ein Rutschen mit der Unterseite des Rahmens 2 entlang von beispielsweise Treppengeländern und anderen Objekten erfordern, um den Rahmen 2 vor Verschleiß zu schützen.
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10 zeigt die vorteilhaften Proportionen des Scooters 1. Der horizontale Abstand LW bezeichnet den Abstand von einer vertikalen Ebene durch die beiden Pedale 6 und 7 zu einer vertikalen Ebene durch die beiden äußeren Enden der Lenkstange 20. Dieser Abstand bezeichnet effektiv den horizontalen Abstand zwischen den Füßen und den Händen des Fahrers. Der vertikale Abstand LH bezeichnet den Abstand von einer horizontalen Ebene, durch die beiden Pedale 6 und 7 zu einer horizontalen Ebene an den äußeren Enden der Lenkstange 20. Dieser Abstand bezeichnet effektiv den vertikalen Abstand zwischen den Füßen und den Händen des Fahrers. Damit eine optimale Körperhaltung für das Freistilfahren möglich ist, sollte das Verhältnis LH/LW etwa 3:2 sein, d. h. LH/LW ~ 1,5. Genauer gesagt, um eine optimale Haltung zu gewährleisten, sollte dieses Verhältnis zwischen etwa 1,4 < LH/LW < 1,6 liegen. Insbesondere sollte der Scooter 1 ein Verhältnis von LH/LW zwischen 1,4 und 1,6 aufweisen, um optimale Bedingungen für das Freistilfahren und das Ausüben von Tricks zu gewährleisten. Diese Bedingungen erlauben das entsprechende Nutzen des Scooters auf der Straße, auch „Street Style” genannt, sowie bei anderen Freistildisziplinen wie „Park”, „Pipe”, „Slope Style”, „Dirt Jump”, „Race” und „Downhill”.
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Die Anbringungselemente 32, 33 und 34 sind so angeordnet, dass die Pedale 6 und 7 relativ zur Lenkstange 20 in einer horizontalen Position angebracht werden können. Dies ermöglicht eine optimale Haltung beispielsweise beim Stehen, auch wenn die Höhe der Lenkstange 20 relativ zur Vordergabelachse 15 verändert wird. Wenn die Lenkstange 20 höher gestellt wird, können die Pedale 6 und 7 näher zum Hinterrad 27 versetzt werden, um ein optimales Verhältnis von LH/LW beizubehalten. Auch wenn die Lenkstange 20 niedriger gestellt wird, können auf ähnliche Weise die Pedale 6 und 7 näher zum Vorderrad 28 versetzt werden, um dadurch ein optimales Verhältnis von LH/LW beizubehalten.
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5 bis 9 zeigen alternative Ausführungsformen gemäß den Aspekten der vorliegenden Erfindung. Wie in 5 gezeigt ist, kann der Rahmen 2 ein gerades unteres Rahmenrohr 5 umfassen, welches eine Mehrzahl von (zumindest teilweise) nicht verwendeten Anbringungselementen 32 und 34 aufweist. In dieser Ausführung sind die Pedale 6 und 7 nicht direkt am unteren Rahmenrohr 5, sondern an einem Pedalverlängerungsbalken 29 angebracht. Der Pedalverlängerungsbalken 29 kann verwendet werden, um die Position der Pedale 6 und 7 horizontal und/oder vertikal einzustellen. Der Pedalverlängerungsbalken 29 wird hierfür um die ausgewählten Anbringungselemente 32, 33 oder 34 am unteren Rahmenrohr 5 entsprechend gedreht, bevor die Pedale daran fest angebracht werden.
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6 stellt eine alternative Rahmenkonstruktion 2 dar, welche ein Verbindungsrohr 30 zwischen dem oberen Rahmenrohr 4 und dem unteren Rahmenrohr 5 aufweist. Das Verbindungsrohr 30 stellt dem Rahmen 2 eine zusätzliche Verstärkung bereit. Dies verbessert die Fähigkeit, starke Kräfte zu absorbieren, die während des Ausübens von Tricks, z. B. beim Springen, auf den Rahmen einwirken. Wie in 11 und 12 dargestellt, kann die Position des Verbindungsrohrs 30 innerhalb des Rahmens 2 variieren.
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7 zeigt eine alternative Ausführungsform eines Scooters, bei der das obere Rahmenrohr 4 und das untere Rahmenrohr 5 an ihren hinteren Enden zu einem Hauptrohr 31 übergehen. Am hinteren Ende des Hauptrohrs 31 sind die oberen und unteren Gabelarme 9, 10, 11 und 12 angebracht, die das Hinterrad 27 halten.
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8 zeigt eine weitere beispielhafte Ausführungsform, bei der das obere Rahmenrohr 4 nach unten gebogen ist und mit dem unteren Rahmenrohr 5 vor dem Hinterrad 27 verbunden ist. Die oberen Gabelarme 9 und 10 sind mit dem oberen Rahmenrohr 5 an der Stelle verbunden, an der das obere Rahmenrohr 5 nach unten gebogen und mit dem unteren Rahmenrohr 4 verbunden ist. Die unteren Gabelarme 11 und 12 sind mit dem unteren Rahmenrohr 4 verbunden. Anstelle von Pedalen ist ein Trittbrett 35 an einem der Anbringungselemente 32, 33 und 34 des Rahmens 2 wahlweise angebracht. (Die Anbringungselemente 33 und 34 liegen in der Darstellung verdeckt hinter dem Trittbrett 35 und sind deshalb nicht gezeigt.)
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Der Rahmen 2 des Scooters, wie er in 9 dargestellt, nutzt ein einzelnes Hauptrohr 31, das am vorderen Ende an dem Steuerrohr 4 angebracht ist und das sich an seinem hinteren Ende in die oberen Gabelarme 9 und 10 und die unteren Gabelarme 11 und 12 erstreckt. Der Durchmesser des Hauptrohrs 31 kann größer sein als derjenige des Steuerrohrs 4, was bewirkt, dass die Torsionssteifigkeit des Hauptrohrs 31 höher ist als diejenige des Steuerrohrs 4. Wie gezeigt ist, ist ein Trittbrett 35 wahlweise an einem der Mehrzahl von Anbringungselementen 32, 33 und 34 des Rahmens 2 angebracht.
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Gemäß einem Aspekt der Erfindung ermöglicht der Scooter dem Fahrer beim Fahren eine vorwärts gerichtete Stellung, bei der beide Füße parallel und in Fahrtrichtung auf den Pedalen 6 und 7 oder auf dem Trittbrett 35 platziert, welches breit genug ist um Platz für beide Füßen zu bieten.
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Die Pedale 6 und 7 können sich horizontal, beispielsweise um die eigene Achse drehen, um die Neigung des Scooters beim Fahren auf verschiedenen Schrägen auszugleichen, beispielsweise beim Fahren in einer sogenannten Halfpipe insbesondere entlang deren zumindest teilweise vertikal gewölbten Wände. Dabei kann die Änderung der horizontalen Lage des Scooters kompensiert werden. Dies stellt dem Fahrer einen sicheren Stand bereit und ermöglicht, die Lage des kombinierten Schwerpunkts des Gewichts von Fahrer und des Scooters sicher über dem Scooter mittig zwischen dem Vorderrad 28 und Hinterrad 27 beizubehalten.
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Die verschiedenen exemplarischen Darstellungen des Rahmens 2 zeigen starke, torsionssteife Rahmenkonstruktionen, mit einem geringen Gewicht, welche es erlauben, den Scooter für Freistiltricks zu nutzen, beispielsweise für das Rutschen mit der Unterseite des Rahmens entlang eines Objekts, was auch als „sliding” bezeichnet wird, oder das Greifen der Oberseite des Rahmens, was auch als „grab” bezeichnet wird.
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Bei der Benutzung eines Scooters gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung steht der Fahrer, beispielsweise in einer Hockhaltung, mit dem Gesicht nach vorne in einer vorwärtsgerichteten Haltung auf zwei Pedalen oder zwei Trittbrettern, die an beiden Seiten des Rahmens montiert sind, oder mit beiden Beinen auf einem breiten Trittbrett. Dies widerspricht herkömmlichen Scootertypen bei denen typischerweise die Füße aus der Fahrtrichtung gedreht sind.
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Die Fußstützen des Scooters sind gemäß einem Aspekt der Erfindung so angeordnet, dass der gemeinsame Schwerpunkt des Gewichts des Fahrers und des Scooters im Wesentlichen dauerhaft mittig zwischen dem Vorderrad
28 und Hinterrad
27 liegt. Die Fußstützen liegen tief, um die Stabilität beim Fahren des Scooters weiter zu erhöhen. Dies ist eine Verbesserung gegenüber herkömmlichen Scooterdesigns, wie beispielsweise dem Trick-Scooter für jedes Gelände („All Terrain Trick Scooter”) in der
US 2003/0132592 bei dem die Fußstützen sehr nahe beim Hinterrad und relativ hoch am oberen Rahmenrohr oder am Hauptrohr angeordnet sind.
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Der Scooter umfasst einen Rahmen 2. Das vordere Ende ist durch ein Steuerrohr 3 ausgebildet, welches mit dem oberen Rahmenrohr 4 und dem unteren Rahmenrohr 5 fest verbunden ist. An seinem hinteren Ende erstreckt sich das obere Rahmenrohr 4 zu einem linken oberen Hintergabelarm 10 und zu einem rechten oberen Hintergabelarm 9. An seinem hinteren Ende erstreckt sich das untere Rahmenrohr 5 zu einem linken unteren Hintergabelarm 12 und zu einem rechten unteren Hintergabelarm 11. Alternativ sind die unteren und oberen Hintergabelarme 9, 10, 11, und 12 separate Teile, welche mit dem unteren Rahmenrohr 4 und dem oberen Rahmenrohr 5 verbunden sind.
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Der linke obere Hintergabelarm 10 und der linke untere Hintergabelarm 12 sind über die linke Hinterachsaufnahme 14 oder auch direkt miteinander verbunden. Dementsprechend sind auch der rechte obere Hintergabelarm 9 und der rechte untere Hintergabelarm 11 über die rechte Hinterachsaufnahme 13 oder auch direkt miteinander verbunden. Das Hinterrad 27 befindet sich zwischen der linken Hinterachsaufnahme 14 und der rechten Hinterachsaufnahme 13. Die linke hintere Fußraste 24 ist mit der linken Hinterachsaufnahme 14 verbunden und erstreckt sich im Bereich des Hinterrads 27 seitlich nach außen. Die hintere rechte Fußraste 23 ist mit der rechten Hinterachsaufnahme 13 verbunden und erstreckt sich im Bereich des Hinterrads 27 seitlich nach außen.
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Die hinteren Fußrasten 23 und 24 bieten dem Fahrer beim Ausüben von Tricks die Möglichkeit, die Füße vorübergehend darauf abzustellen oder mit diesen über Objekte zu rutschen, was auch mit „grinding” bezeichnet wird. Die hinteren Fußrasten 23 und 24 sind ein Verlängerung von der Achse des Hinterrades 27.
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Das untere Rahmenrohr 5 weist zwei oder mehr Anbringungselemente 32, 33 und 34 für das wahlweise Anbringen einer Fußstütze auf. Die Fußstütze kann ein Trittbrett sein, oder wie dargestellt ist, ein linkes Pedal 7 und ein rechtes Pedal 6. Die Mehrzahl von Anbringungselementen 32, 33 und 34 ermöglicht mehrere verschiedene Montagepositionen für die Pedale 6 und 7 entlang dem unteren Rahmenrohr 5.
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Obwohl die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf beispielhafte Ausführungsformen beschrieben wurde, ist es für den Fachmann ersichtlich, dass die Erfindung nicht auf die beschriebenen oder dargestellten Ausführungsformen beschränkt ist, sondern im Gegenteil beabsichtigt ist, dass eine Vielzahl anderer Abwandlungen, Ersetzungen, Varianten und äquivalente Anordnungen, die sich im Bereich der folgenden Ansprüche befinden, abgedeckt werden sollen. Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 1689916 [0002]
- US 6279929 [0004]
- US 292221 [0004]
- US 2003/0132592 [0006, 0051]