DE102009057810A1 - Torsionsmodul - Google Patents
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Abstract
Beschrieben wird ein Torsionsmodul für eine Drehmomenterfassungseinrichtung eines Lenksystems oder Lenkkraftunterstützungssystems, aufweisend ein Speichenrad mit einem an der Lenkspindel befestigbaren Innenring und einem über Biegespeichen mit dem Innenring verbundenen und konzentrisch zu diesem angeordneten Außenring, wobei das Torsionsmodul einen Stapel mehrerer miteinander verbundener Ringscheiben aufweist, die aus Blech geformt sind.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft ein Torsionsmodul für eine Drehmomenterfassungseinrichtung eines Lenksystems oder Lenkkraftunterstützungssystems, aufweisend ein Speichenrad mit einem an der Lenkspindel befestigbaren Innenring und einem über Biegespeichen mit dem Innenring verbundenen und konzentrisch zu diesem angeordneten Außenring.
- Drehmomenterfassungseinrichtungen der betreffenden Art werden in Kraftfahrzeugen eingesetzt, um das auf das Lenkrad ausgeübte Drehmoment zu erfassen, welches etwa als Eingangsgröße für elektrische Lenkkraftunterstützungssysteme benötigt wird. Zur Drehmomenterfassung ist dabei ein Torsionsmodul vorgesehen, das einen Drehwinkelversatz zwischen Lenkspindel und Lenkrad bei Anlegen eines Drehmoments gestattet.
- Derartige Torsionsmodule sind beispielsweise aus den deutschen Offenlegungsschriften
DE 101 44 143 A1 undDE 101 44 054 A1 bekannt. Bei diesen Torsionsmodulen sind der Innenring und der Außenring durch ein bzw. zwei massive Teile ausgebildet, die aus Aluminium geschmiedet bzw. als Gussteil(e) mit umgossenen Stahlspeichen realisiert sind. - Die Herstellung derartiger Teile ist durch die erforderliche umfangreiche und zeitaufwändige mechanische Bearbeitung sehr kostenaufwändig.
- Es stellte sich daher die Aufgabe, ein Torsionsmodul für eine Drehmomenterfassungseinrichtung zu schaffen, das auf besonders einfache und kostengünstige Weise herstellbar ist.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Torsionsmodul einen Stapel mehrerer miteinander verbundener Ringscheiben aufweist, die aus Blech geformt sind.
- Blechwerkstücke sind im Vergleich zu geschmiedeten oder massiv gegossenen Teilen schnell und mit einem geringen Bearbeitungsaufwand und damit sehr kostengünstig herstellbar. Vorzugsweise sind bei dem erfindungsgemäßen Torsionsmodul die Ringscheiben durch Stanzen oder Laserschneiden aus einem band- oder tafelförmigen Halbzeug geformt. Selbstverständlich können sich zur endgültigen Formgebung daran weitere Bearbeitungsschritte, wie zum Beispiel Biegen oder Bohren anschließen.
- Die derart auf einfache und kostengünstige Weise hergestellten Ringscheiben sind miteinander zu einem Stapel verbunden, dessen Funktionsweise der von massiven Komponenten bekannter Torsionsmodule entspricht. Die Anzahl der vorgesehenen Ringscheiben kann zwischen zwei und mehreren Dutzend betragen, wobei bei einer größeren Anzahl von Ringscheiben deren Materialstärke entsprechend geringer vorgesehen wird. Hierdurch kann die Summe aus Material- und Bearbeitungsaufwand je nach Anwendungsfall variiert und unter Kostengesichtspunkten optimiert werden. Im Extremfall kann der Ringscheibenstapel aus einer Vielzahl sehr dünner Bleche, ähnlich einem Trafoblechpaket, zu einem Torsionsmodul paketiert werden.
- Vorteilhaft ist es, wenn die Ringscheiben form- und vorzugsweise materialschlüssig miteinander verbunden sind. Hierdurch können auch geringfügige relative Verschiebungen zwischen den Ringscheiben verhindert werden, welche die Genauigkeit der sehr empfindlichen Torsionsmessverfahren beeinträchtigen könnten. Besonders vorteilhaft ist es, die Ringscheiben miteinander zu verschweißen oder mit einem Metall oder Kunststoff zu umspritzen.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus der folgenden Erläuterung von zwei Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Es zeigen
-
1 und2 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Torsionsmoduls, -
3 und4 Einzelteile des Torsionsmoduls gemäß der1 und2 , -
5 miteinander vormontierte Einzelteile des Torsionsmoduls, -
6 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Torsionsmoduls, -
7 ein Einzelteil eines Torsionsmoduls gemäß der6 . - Ein erstes Ausführungsbeispiel eines Torsionsmodul für eine Drehmomenterfassungseinrichtung eines Lenksystems oder Lenkkraftunterstützungssystems in einem Kraftfahrzeug ist in den
1 und2 in einer Vorder- und einer Rückansicht dargestellt. Das Torsionsmodul besteht aus einem Stapel von drei Ringscheiben (1a ,1b ), deren Aufbau die3 und4 verdeutlichen und die vorzugsweise als einfache Blechstanzteile herstellbar sind. - Die in der
3 dargestellte Ringscheibe1a besteht aus einen Außenring3a , der konzentrisch einen Innenring2a umfasst. Der Innenring2a und der Außenring3a sind über vier radial ausgerichtete Biegespeichen4a miteinander verbunden. Die Ringscheibe1a kann daher als Speichenrad bezeichnet werden. In die Fläche des Außenrings3a sind vier Bohrungen10a eingebracht. - Eine weitere Ringscheibe
1b zeigt die4 . Bei dieser Ringscheibe1b sind der Außenring3b und der Innenring2b durch separate Teile ausgebildet. Das den Innenring2b ausbildende Teil weist vier radial abstehende Anschlagspeichen6b auf und wird daher im folgenden kurz als Anschlagspeichenring5 bezeichnet. Die freien Endabschnitte der Anschlagspeichen6b reichen bis in Ausnehmungen11 des Außenrings3b . Da die Ausnehmungen11 etwas breiter ausgeführt sind als die eingreifenden Endabschnitte der Anschlagspeichen6b ist der Anschlagspeichenring5 drehbeweglich gegenüber dem Außenring3b . Die Drehbeweglichkeit wird allerdings dadurch begrenzt, dass nach einem relativ geringen Winkelbetrag die freien Endabschnitte der Anschlagspeichen6b auf Anschlagflächen7 seitlich der Ausnehmungen11 im Außenring3b treffen. - Bei der Montage des Torsionsmoduls werden die Innenringe (
2a ,2b ) und die Außenringe (3a ,3b ) mehrerer Ringscheiben (1a ,1b ) kraft-, form- und vorzugsweise materialschlüssig miteinander verbunden. Hierzu können die Innenringe (2a ,2b ) und die Außenringe (3a ,3b ) beispielsweise miteinander verschweißt oder mit einer Metall- oder Kunststoffumspritzung umgeben werden. - Wird der Innenring
2a des Speichenrades1a beidseitig mit jeweils dem Innenring2b eines Anschlagspeichenrings5 verbunden, so ergibt sich die in der5 in einer seitlichen Ansicht dargestellte Anordnung. Wird nun zusätzlich an jede Seite der Ringscheibe1a noch jeweils ein Außenring3b angefügt, so erhält man einen Aufbau, wie er in den1 und2 in einer Vorder- und in einer Rückansicht dargestellt ist. Zusätzlich ersichtlich ist hier noch eine Vielzahnhülse9 , die mit sämtlichen Innenringen der Ringscheiben (1a ,1b ) in drehfester Verbindung steht. - Die Vielzahnhülse
9 dient zur formschlüssigen Anbindung des Torsionsmoduls an eine nicht dargestellte Lenkspindel, die an ihrer Umfangsfläche ein entsprechend geformtes Vielzahngegenstück aufweist. Die miteinander verbundenen Außenringe (3a ,3b ) der Ringscheiben (1a ,1b ) werden über die Bohrungen10 mit einem, hier ebenfalls nicht dargestellten, Lenkrad verschraubt. - Die soweit beschriebene Anordnung dient zur Erfassung eines Lenkmomentes und funktioniert dem Prinzip nach wie folgt. Wird das Lenkrad gedreht, so wird die Lenkradbewegung von den miteinander verbundenen Außenringen (
3a ,3b ) über die Biegespeichen4a des Speichenrades1a und über die Vielzahnhülse9 auf die nicht dargestellte Lenkspindel übertragen. Durch das auf die Außenringe (3a ,3b ) einwirkende Drehmoment werden diese gegenüber den Innenringen (2a ,2b ) verdreht, wodurch die Biegespeichen4a eine Scherung erfahren. Der Betrag dieser Verformung ist ein Maß für das einwirkende Drehmoment und kann durch Messwertaufnehmer, ausgeführt beispielsweise durch Dehnungsmessstreifen, an den Biegespeichen4a ermittelt werden. Alternativ kann auch vorgesehen sein, durch geeignete Wegsensoren die Verschiebung der Anschlagspeichen6b relativ zu einem Außenring3b zu ermitteln, und aus dieser Verschiebung das Drehmoment zu berechnen. - Die Anschlagspeichen
6b haben ansonsten die Funktion, eine Überlastung der Biegespeichen4a durch zu große Drehmomente zu verhindern. Ist die Scherung der Biegespeichen4a so groß, dass die Anschlagspeichen6b gegen Anschlagflächen7 des Außenrings3b laufen, so wird die Lenkbewegung nun über den Anschlagspeichenring5 auf die Lenkspindel übertragen, ohne dass die Scherung der Biegespeichen4a weiter vergrößert wird. - Vorteilhaft ist auch, dass die Anschlagspeichen
6b gekröpfte Endabschnitte8 aufweisen, die sich senkrecht aus der gemeinsamen Ebene der Ringscheibe1b und des Anschlagspeichenrings5 heraus erstreckt. Hierdurch weisen die gekröpfte Endabschnitte8 der Anschlagspeichen6b einen Abstand zu Außenringflächen12 der Ringscheibe1a auf, so dass bei einer Verdrehung des Anschlagspeichenring5 die gekröpfte Endabschnitte8 der Anschlagspeichen6b nicht auf den Außenringflächen12 reibend aufliegen. Im Falle einer axialen Verkippung der Lenkwelle durch Missbrauchskräfte am Lenkrad trifft aber wenigstens einer der gekröpften Endabschnitte8 auf eine der Außenringflächen12 , die damit einen Begrenzungsanschlag für die Kippbewegung bildet. Damit werden zugleich die Biegespeichen4a vor einer Überbeanspruchung geschützt. - Eine vorteilhafte, weil besonders einfache und kostengünstige Ausführungsform eines Torsionsmoduls ist den
6 und7 abgebildet. Wie aus der6 hervorgeht, weist das Torsionsmodul neben einer Vielzahnhülse9c zur Anbindung an eine Lenkspindel ein Paket aus Ringscheiben1c auf, die allesamt aus einem, im Vergleich zu den Ringscheiben (1a ,1b ) der zuvor beschriebenen Ausführungsform, besonders dünnen Blech gefertigt sind. Besonders vorteilhaft ist, dass alle Ringscheiben1c identisch ausgebildet sind, wodurch diese mit einem einzigen Werkzeug und somit besonders kostengünstig herstellbar sind. - Auch der Montageaufwand ist besonders gering, da das Anordnen identischer Ringscheiben
1c zu einem Stapel keine komplizierten Montageschritte erfordert und daher leicht auch durch Montageautomaten ausgeführt werden kann. Die aufgestapelten Ringscheiben1c werden dann noch durch Verschweißen oder Umspritzen miteinander verbunden, was ebenfalls durch die identischen Ausführung der Ringscheiben1c begünstigt wird. - Die
7 zeigt eine einzelne Ringscheibe1c , die einstückig aus Blech gestanzt oder geschnitten ist. Die Ringscheibe1c weist einen Außenring3c und einen über vier Biegespeichen4c angeformten Innenring2c auf. Der Innenring2c bildet zudem vier angeformte Anschlagsspeichen6c aus, welche deutlich stabiler ausgeführt sind als die Biegespeichen4c und die den Verdrehweg des Außenrings3c gegen den Innenring2c begrenzen und so die Biegespeichen4c vor einer überlastenden Verformung schützen. - Die Ringscheibe
1c vereinigt somit die Eigenschaften eines Speichenrads1a gemäß der3 und eines Anschlagspeichenrings5 gemäß der4 in einem einstückig geformten Körper. Durch die Verbindung einer Vielzahl dieser Ringscheiben1c zu einem Paketstapel wird die zur Verwendung als Torsionsmodul erforderliche Stabilität erreicht. - Bezugszeichenliste
-
- 1a, 1b, 1c
- Ringscheiben (
1a ,1c auch Speichenrad) - 2a, 2b, 2c
- Innenring
- 3a, 3b, 3c
- Außenring
- 4a, 4c
- Biegespeichen
- 5
- Anschlagspeichenring
- 6b, 6c
- Anschlagspeichen
- 7
- Anschlagflächen
- 8
- gekröpfte Endabschnitte
- 9, 9c
- Vielzahnhülse
- 10, 10a, 10b
- Bohrungen
- 11
- Ausnehmungen
- 12
- Außenringflächen
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 10144143 A1 [0003]
- DE 10144054 A1 [0003]
Claims (11)
- Torsionsmodul für eine Drehmomenterfassungseinrichtung eines Lenksystems oder Lenkkraftunterstützungssystems, aufweisend ein Speichenrad (
1a ,1c ) mit einem an der Lenkspindel befestigbaren Innenring (2a ) und einem über Biegespeichen (4a ,4c ) mit dem Innenring (2a ) verbundenen und konzentrisch zu diesem angeordneten Außenring (3a ), dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionsmodul einen Stapel mehrerer miteinander verbundener Ringscheiben (1a ,1b ,1c ) aufweist, die aus Blech geformt sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) durch Stanzen, geformt sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) durch Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden oder Drahterodieren geformt sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) form- oder materialschlüssig miteinander verbunden sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) durch eine Umspritzung miteinander verbunden sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) miteinander verschweißt sind. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionsmodul einen paketierten Stapel aus mehreren gleichartig ausgebildeten Ringscheiben (
1a ,1b ,1c ) aufweist. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Torsionsmodul einen Stapel aus mindestens drei Ringscheiben (
1a ,1b ) aufweist, wobei mindestens eine im Stapel innenliegende Ringscheibe (1a ) Biegespeichen (4a ) aufweist. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine im Stapel außenliegende Ringscheibe (
1b ) angeformte Anschlagflächen (7 ) aufweist, die mit Anschlagspeichen (6b ), welche mechanisch an die Lenkspindel ankoppelbar sind, zusammenwirken. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagspeichen (
6b ) gekröpfte Endabschnitte (8 ) aufweisen. - Torsionsmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Ringscheibe (
1a ,1b ,1c ) mit einer Vielzahnhülse (9 ,9c ) verbunden ist, die mit der Lenkspindel verbindbar ist.
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE102009057810A1 true DE102009057810A1 (de) | 2011-06-16 |
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