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Die Erfindung betrifft ein elastisches Bauteil oder Federteil, das üblicherweise aus einem Elastomerteil gebildet ist und eine Teilkomponente einer Gummi-Metall-Buchse sein kann. Das erfindungsgemäße elastische Bauteil ist nicht auf die Verwendung eines speziellen Werkstoffes zur Realisierung der Elastizität oder Federeigenschaft beschränkt, allerdings sind Vollgummi und Elastomermaterialien durchaus eine geeignet Materialwahl.
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Ein elastisches Lager mit einem gattungsgemäßen Federteil insbesondere auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik dient dazu, ein Funktionsbauteil, wie ein Stabilisator, einen Stoßdämpfer, einen Deltalenker, eine Vorder- oder Hinterachse oder dergleichen, an einer einer Schwingungslast ausgesetzten Struktur, wie der Kraftfahrzeugkarosserie, elastisch schwingend und dämpfend anzubinden.
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Um die elastische Fixierung des Kraftfahrzeug-Funktionsteils an die Struktur zu realisieren, kann entweder ein langgestreckter Träger des Funktionsteils selbst, wie die Stabilisatorstange, das elastische Lager umgebend aufnehmen, wobei eine Innenseite des elastischen Lagers an der Struktur über einen Befestigungsstift befestigt ist. Es ist auch möglich, das Kraftfahrzeug-Funktionsteil über einen Befestigungsstift, wie einer Befestigungsschraube, an das elastische Lager zu befestigen, wobei das elastische Lager in einem Montageauge in der Struktur eingesetzt ist. Eine Befestigungsschraube kann das elastische Lager an die Struktur oder das Kraftfahrzeug-Funktionsteil fest anbinden.
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Von
DE 10 2004 018 241 A1 ist ein elastisches Fahrerhauslager für ein schwenkbares Fahrerhaus eines Nutzfahrzeuges bekannt.
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Ein Beispiel einer Gummi-Metall-Buchse ist aus
DE 33 27 817 A1 bekannt, gemäß der die Gummi-Metall-Buchse eine aus zwei Halbschalen gebildete Außenhülse aufweist, die einen Elastomerteil umschließt, das innenseitige mit Innenarmatur verstärkt ist. Beim Umgreifen der Stabilisatorstange und Verspannen der Halbschalen wird der Elastomerkörper radial verpresst. Die Befestigung des elastischen Lagers an der Stabilisatorstange realisiert eine radiale Fixierung letzterer, wobei eine axiale Fixierung durch die zwischen der Innenseite des Elastomerkörpers und der Außenseite der Stabilisatorstange hervorgerufenen Reibungskräfte geschaffen ist. Es zeigte sich, dass bei sehr hohen Lastkräften die axialen Reibungskräfte nicht mehr ausreichen, eine unerwünschte Relativbewegung zwischen der Stabilisatorstange oder beispielsweise eines langgestreckten Befestigungsteils und dem elastischen Lager zu verhindern. Entweder müssen dann die radialen Normalspannkräfte zur Erhöhung der Reibungskräfte vergrößert werden, oder der Reibungskoeffizient an den Reibflächen muss entsprechend größer eingestellt werden. Dies beinhaltet einen erheblichen Konstruktions- und Montageaufwand.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des Stands der Technik zu überwinden, insbesondere ein elastisches Bauteil oder Federteil für ein elastisches Kraftfahrzeuglager zum Einsatz an einem Kraftfahrzeug-Funktionsteil, wie einer Stabilisatorstange oder dergleichen, bereitzustellen, wobei eine sichere Fixierung eines an dem elastischen Bauteil zu haltenden Bauelements, wie eines Stifts oder einer Scheibe realisiert ist, ohne den Grundaufbau und die Grundfunktion des elastischen Lagers im Wesentlichen abändern zu müssen.
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Diese Aufgabe wird durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
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Danach ist ein elastisches Bauteil für ein elastisches Kraftfahrzeuglager vorgesehen, an welchem elastischen Bauteil ein Bauelement, wie ein langgestrecktes Montageglied, beispielsweise ein langgestrecktes Befestigungsteil, wie ein Befestigungsstift, oder eine Unterlegscheibe, ein Sprengring, ein Festklemmklipp, ein Dichtungsring oder dergleichen, zu halten, insbesondere zu befestigen, ist. Das elastische Bauteil ist dazu ausgelegt, in einem Montageauge oder einer Montageöffnung, wie einer Hülse oder einer Bohrung in einem Kraftfahrzeug-Funktionsteil, wie einer Koppelstange, einer Radaufhängungsstruktur, einer Vorderachse, einer Hinterachse, einer Stabilisatorstange, eines Deltalenkers, etc., eingepresst zu werden und/oder ein Montageteil, wie einen Befestigungsstift, in einem axialen Innendurchgang des Elastomerkörpers aufzunehmen. Das erfindungsgemäße elastische Bauteil umfasst einen Elastomerkörper, der den axialen Innendurchgang des elastischen Bauteils und/oder eine ringförmige, gegebenenfalls den Innendurchgang radial umgebenden Außenseite des elastischen Bauteils strukturell begrenzt. Dabei ist in einem unverformten Zustand des Elastomerkörpers eine radiale Abmessung dessen Außenseite derart größer als eine radial Abmessung des Montageauges und/oder eine radiale Abmessung dessen Innendurchgangs derart kleiner als eine radiale Abmessung des in dem Innendurchgang aufgenommenen Abschnitts des Montageteils, dass der Elastomerkörper im montierten Zustand in dem Montageauge und/oder im montierten Zustand des Montageteils in dem Innendurchgang des Elastomerkörpers verformt wird. Erfindungsgemäß ist das elastische Bauteil mit wenigstens einem Haltearm versehen, der insbesondere an einem axialen Ende des Elastomerkörpers fest angeordnet ist. Der wenigstens eine Haltearm ist derart dem Bauelement oder dem Montageteil zugeordnet, dass die Verformung des Elastomerkörpers eine Verlagerung des wenigstens einen Haltearms aus einer passiven Freigabeposition in eine aktive Halteposition veranlasst, in der der wenigstens eine Haltearm in einem haltenden Eingriff mit dem Bauelement oder dem Montageteil gelangt.
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Es sei klar, dass das Montageteil im Falle eines Befestigungsstifts das von dem wenigstens einen Haltearm gehaltene Bauelement sein kann. Alternativ kann das Montageteil, wie ein Befestigungsstift, und das Bauelement, wie eine Beilagscheibe, separate Bauteile sein, die gemeinsam von dem wenigstens einen Haltearm gehalten werden, wenn der Elastomerkörper komprimiert wird.
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Mit der erfindungsgemäßen Maßnahme, wenigstens einen Haltearm dem Elastomerkörper zuzuordnen, wobei die Haltefunktion des Haltearms ausschließlich durch die Verformung des Elastomerkörpers hinsichtlich seiner Halteposition aktiviert werden kann, wird eine einfache Montagehilfe und eine Verliersicherung dem elastischen Bauteil zugeordnet. Auf diese Weise kann eine verbesserte Fixierung beispielsweise des Befestigungsstifts und/oder einer Beilagscheibe, Mutter, etc. während der Montage und während des Betriebs des Kraftfahrzeugs sichergestellt werden. Der Elastomerkörper wird bei dessen Verformung, die eine Verlagerung des wenigstens einen Haltearms veranlasst, vorteilhafterweise in dem Augenblick radial komprimiert, wenn es in der Montageendposition montiert ist.
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Mit der erfindungsgemäßen Maßnahme eines Fixiermechanismus, der von einer passiven Freigabeposition in eine aktive Greifposition dadurch gebracht wird, dass der Elastomerkörper bei der Montage komprimiert wird, kann eine axiale Fixierung des Bauelements erreicht werden, ohne die ursprüngliche Konstruktion oder Funktion des elastischen Lagers zu verändern. Schwierige Einstellmaßnahmen im Hinblick auf die auf das Bauelement wirkenden Haltekräfte sind für eine Bedienperson hinfällig, weil der Fixiermechanismus aufgrund des vorfestgelegten Montagevorgangs unabänderbar festgelegt ist. Ein Betätigungsspielraum für die Bedienperson beim Fixieren Bauelements besteht nicht.
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Im Vergleich zur Montage bekannter elastischer Lager sind im Wesentlichen kein zusätzliches Montagewerkzeug und keine zusätzlichen Montageschritte außer dem Positionierer und Einsetzen des elastischen Bauteils bzw. des elastischen Lagers notwendig, um den axialen Fixiermechanismus des erfindungsgemäßen Federteils für das Bauelement zu aktivieren zu versetzen.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung veranlasst die Verformung des Elastomerkörpers, insbesondere die Komprimierung desselben, eine vordefinierte Schwenkbewegung des wenigstens einen Haltearms aus der passiven Freikörperposition in die aktive Halteposition. Es sei klar, dass es sich um keine reine Schwenkbewegung um eine ortsfeste Schwenkachse handeln muss, sondern dass sich ein freies Ende des Haltearms im Wesentlichen einer Schwenkbewegung folgend dem Bauelement nähert.
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Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist in einem Übergangsbereich oder Wurzelbereich von dem Elastomerkörper in den wenigstens einen Haltearm eine insbesondere ortsfeste Schwenkachse definiert, um welche der wenigstens eine Haltearm aus der passiven Freigabeposition in die aktive Halteposition geschwenkt wird.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung steht der wenigstens eine Haltearm in dessen Halteposition in einem Kontakteingriff mit dem Bauelement, insbesondere in einem formkomplementären Eingriff mit einem freien Endteil oder einem Kopf eines langgestreckten Befestigungstifts.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung erstreckt sich der wenigstens eine Haltearm in dessen Freigabeposition im Wesentlichen axial, vorzugsweise rein axial von dem Elastomerkörper insbesondere von dessen Radialfläche weg. Vorzugsweise kann sich der Haltearm auch in einem ersten in dem Elastomerkörper benachbarten Abschnitt leicht radial nach außen erstrecken, während ein freier Endabschnitt des wenigstens einen Haltearms hin zu dem in dem Innendurchgang des Elastomerkörpers steckenden Montageteil weist.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist ein freies Ende des Haltearms, das in der aktiven Halteposition mit dem Bauelement in Eingriff steht, radial nach innen hin zum Bauelement gekrümmt. Dabei kann das freie Ende eine flächige hin zum Bauelement weisende Seite aufweisen, welche formkomplementär zu einer Außenkontur des Bauelements geformt ist, an dem der Haltearm haltend anliegt.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind der wenigstens eine Haltearm und der Elastomerkörper aus einem Elastomerstück gefertigt, insbesondere gespritzt.
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Alternativ kann der wenigstens eine Haltearm aus einem gegenüber dem Elastomermaterial des Elastomerkörpers steiferen Material, insbesondere Kunststoff, gebildet sein Dabei kann der wenigstens eine Haltearm zur Befestigung an dem Elastomerkörper teilweise in dem Elastomerkörper eingebettet, insbesondere umspritzt, sein. Es kann sein, dass wenigstens ein Haltearm einstückig gefertigt ist, wobei ein anderer Haltearm aus dem steiferen Material gefertigt ist. Zur Herstellung des Elastomerkörpers und des wenigstens einen Haltearms kann ein Zweikomponentenspritzgießverfahren eingesetzt werden, wobei für den Elastomerkörper ein Elastomermaterial verwendet wird und für den Haltearm ein härterer Kunststoff, wie TPE, eingesetzt wird.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung erstreckt sich der wenigstens eine Haltearm von dem Elastomerkörper weg hin zu einem freien Ende im Wesentlichen mit einer konstanten Stärke.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung sind mehrere Haltearme, insbesondere zwei, drei oder vier Haltearme vorgesehen, die insbesondere in einem konstanten Umfangsabstand an jeweils einem axialen Ende des Elastomerkörpers angeordnet sind.
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Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist der Innendurchgang des Elastomerkörpers durch eine starre Hülse verstärkt, so dass der Elastomerkörper bei Innendruck unverformt verbleibt. Eine Verformung des Elastomerkörpers an der Innenseite wird verhindert, insbesondere wenn das langgestreckte Bauteil in den Innendurchgang eingesetzt, insbesondere eingepresst, wird. Die Hülse ist von dem Elastomerkörper ringförmig konzentrisch umgeben, insbesondere kontaktschlüssig umformt.
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Vorzugsweise erstreckt sich der wenigstens eine Haltearm über ein axiales Ende der Hülse axial hinaus.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist eine axiale Abmessung des Montageauges kleiner als eine axiale Abmessung einer den Innendurchgang bildenden starren Hülse des Lagers.
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Es sei klar, dass die Hülse aus jeglichem starren Material, wie Kunststoff oder Metall, insbesondere Stahl, gebildet sein kann.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Außenseite des Elastomerkörpers im unverformten Zustand durch genau zwei umlaufende, bauchige Erhebungen gebildet, zwischen denen eine umlaufende Vertiefung begrenzt ist. Die Erhebungen stehen gegenüber dem übrigen Elastomermaterial radial vor.
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Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist der Elastomerkörper derart konfiguriert, dass bei dessen Montage in dem Montageauge ein erster, dem Montageauge benachbarter Abschnitt des Elastomerkörpers radial zusammengedrückt wird und ein zweiter, an dem ersten anschließenden Abschnitt des Elastomerkörpers im Wesentlichen in Axialrichtung von dem Montageauge weg verdrängt wird, wodurch ein an dem Seitenabschnitt anschließender, dritter Abschnitt des Elastomerkörpers im Wesentlichen radial nach außen verdrängt wird. Der dritte Abschnitt ist zu dem wenigstens einen Haltearm axial versetzt, so dass der wenigstens eine Haltearm im Wesentlichen eine Gegenschwenkbewegung folgend durch die Verdrängung des dritten Abschnitts veranlasst radial nach innen verlagert wird.
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Es sei klar, dass vorzugsweise der erste, zweite und dritte Abschnitt aus einem Elastomerstück gefertigt sein können.
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Vorzugsweise ist die radiale Verdrängung des dritten Abschnitts des Elastomerkörpers radial nach außen auf einer von dem wenigstens einen Haltearm abgewandten Seite einer Schwenkachse hauptsächlich realisiert, um die der wenigstens eine Haltearm für den haltenden Eingriff mit dem langgestreckten Bauteil zu verschwenken. Die Verdrängung an der von dem wenigstens einen Haltearm abgewandten Seite der Schwenkachse dient dazu, die Gegenschwenkbewegung dem wenigstens einen Haltearm mitzuteilen.
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Vorzugsweise ist die Verdrängung des dritten Abschnittes des Elastomerkörpers radial nach außen durch einen axialen Verdrängungsanschlag gebildet, der als ein sich nach radial außen erstreckender Anschlag des Montageteils oder des Bauelements oder einer starren Innenhülse des elastischen Lagers gebildet ist.
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Des Weiteren betrifft die Erfindung ein elastisches Kraftfahrzeuglager, insbesondere eine Vorder- oder Hinterachslager, ein Stabilisatorstangenlager oder dergleichen, zum Halten eines Bauelements, wie eines langgestreckten Befestigungsteils, wie eines Befestigungsstifts, oder eine Unterlegscheibe eines Sprengrings, eines Feststellklips, eines Dichtungsrings oder dergleichen. Das erfindungsgemäße elastische Kraftfahrzeuglager hat ein oben näher definiertes, erfindungsgemäßes, elastisches Bauteil oder Federteil.
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Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist das Bauelements, wie eine Befestigungsschraube, in den Innendurchgang des elastischen Lagers eingesteckt, insbesondere eingepresst, ohne den Elastomerkörper zu verformen. Die Verformung verhindert eine starre Innenhülse des elastischen Lagers.
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Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Anordnung, insbesondere ein Kraftfahrzeugfunktionsteil, wie eine Koppelstange, eine Stabilisatorstange, eine Stoßdämpferstange oder dergleichen. Die Anordnung umfasst einen Träger mit wenigstens einem Montageauge, vorzugsweise zwei Montageaugen, die in dem Träger ausgebildet sind. Des Weiteren hat die erfindungsgemäße Anordnung ein Bauelement, wie ein langgestrecktes Befestigungsteil, wie einen Befestigungsstift, oder eine Unterlegscheibe, einen Feststellclip, einen Dichtungsring oder dergleichen. Erfindungsgemäß ist oben genanntes, erfindungsgemäßes elastisches Bauteil in das wenigstens eine Montageauge montiert, wodurch gleichzeitig das Bauelement an dem elastischen Bauteil gehalten wird.
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Vorzugsweise ist als Bauelement ein Befestigungsstift in einem Innendurchgang des elastischen Bauteils einsteckt, insbesondere eingepresst, ohne den Elastomerkörper zu verformen.
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Schließlich betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Halten eines Bauelements, wie eines langgestreckten Befestigungsteils, wie eines Befestigungsstifts, oder einer Unterlegscheibe, eines Sprengrings, eines Feststellclips oder eines Dichtungsrings oder dergleichen, an einem insbesondere erfindungsgemäßen, elastischen Bauteil oder Federteil. Erfindungsgemäß wird bei der Montage des elastischen Bauteils insbesondere bei einer Einpressung in ein Montageauge dessen Elastomerkörper verformt, und wenigstens ein Haltearm wird an einem axialen Ende des elastischen Elastomerkörpers aufgrund der Verformung bei der Montage aus einer Freigabeposition automatisch in eine Halteposition verlagert. In der Halteposition wird der wenigstens eine Haltearm in einen Kontakteingriff mit dem Bauelement gebracht, um dieses zu halten.
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Es sei klar, dass das erfindungsgemäße Verfahren gemäß der Funktionsweise des erfindungsgemäßen elastischen Bauteils und des erfindungsgemäßen elastischen Kraftfahrzeuglagers verfahren.
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Weitere Eigenschaften, Vorteile und Merkmale der Erfindung werden durch die folgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen deutlich, in denen zeigen:
- 1 eine perspektivische Ansicht einer bekannten Koppelstange für ein Kraftfahrzeug;
- 2 eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen elastischen Lagers in einem unverformten Zustand;
- 3 eine Querschnittsansicht des elastischen Lagers gemäß 2;
- 4 eine perspektivische Ansicht des elastischen Lagers nach 2 in einem verformten Montagezustand;
- 5 eine Querschnittsansicht des elastischen Lagers gemäß 4;
- 6 eine Explosionsdarstellung eines erfindungsgemäßen elastischen Lagers nach 2 vor dessen Montage in einem Montageauge;
- 7 eine Seitenansicht des elastischen Lagers im montierten Zustand im Montageauge;
- 8 eine Querschnittsansicht des montierten elastischen Lagers nach 7; und
- 9 eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführung eines erfindungsgemäßen elastischen Kraftfahrzeuglagers, das in einem Montageauge einer Kraftfahrzeugkuppelstange angeordnet ist.
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In 1 ist ein bekanntes Funktionsteil, nämlich Koppelstange, für ein Kraftfahrzeug im Allgemeinen mit der Bezugsziffer 1 versehen. Die Koppelstange 1 hat eine Hundeknochenform mit einem mittleren Abschnitt 3 und zwei verstärkten Endbereichen 5, 7, an denen jeweils ein Montageauge (nicht näher dargestellt) vorgesehen ist. Die Achsen der Montageaugen stehen in einem rechten Winkel windschief zueinander. Die Endbereiche 5, 7 sind durch jeweils drei Rippen verstärkt, die in Ebenen lieben, zu denen die jeweiligen Achsen der Montageaugen senkrecht stehen und die sich hin zum Mittelbereich 3 erstrecken und dort abrupt enden.
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In jedem Montageauge ist eine Befestigungsschraube 9 und ein Befestigungsstift 11 angeordnet, um die Koppelstange 1 an einem anderen Bauteil, wie der Karosserie des Kraftfahrzeugs, zu befestigen. Zwischen der Befestigungsschraube 9 bzw. dem Befestigungsstift 11 und der Koppelstange 1 ist ein elastisches Lager 13, 15 eingesetzt, um den Befestigungsstift 11 bzw. die Befestigungsschraube 9 elastisch innerhalb des jeweiligen Montageauges zu halten.
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In den 2 bis 7 ist das erfindungsgemäße elastische Lager im Allgemeinen mit der Bezugsziffer 21 versehen. Das elastische Lager 21 umfasst im Wesentlichen drei Hauptfunktionselemente, nämlich: eine kreiszylindrische Innenhülse 23 aus Stahl oder Kunststoff, die eine Längsachse A und damit eine Längsrichtung definiert, um die sich die kreiszylindrische Innenhülse 23 konzentrisch erstreckt; einen Elastomerkörper 27, der an der gesamten Außenseite 25 der Innenhülse 23 fest angeformt, insbesondere anvulkanisiert, ist; und einen axialen Fixiermechanismus 29, der durch drei sich von dem Elastomerkörper 27 weg erstreckende, bewegliche Haltearme (31, 33, 35) realisiert ist.
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Die Haltearme 31 bis 35 sind an einem axialen Ende 37 des Elastomerkörpers 27 beweglich angeordnet, wobei bei der in den 2 bis 8 dargestellten bevorzugten Ausführung die Haltearme 31 bis 35 und der Elastomerkörper 27 aus einem Gummistück gespritzt sind. Es sei klar, dass die Haltearme 31 bis 35 zur Erhöhung der Stabilität des Fixiermechanismus 29 auch aus einem starren Kunststoffmaterial gebildet sein können und in einem entsprechenden Verfahren, insbesondere einem Zweikomponentenspritzverfahren, teilweise in dem Elastomerkörper 27 eingebettet, insbesondere umspritzt sein können, um eine bewegliche Befestigung an dem Elastomerkörper 27 zu realisieren.
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Die Haltearme 31 bis 35 erstrecken sich von dem Elastomerkörper 27 im Wesentlichen axial weg und weisen einen radial nach innen gekrümmten Endabschnitt 41, 43, 45 auf.
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Der Elastomerkörper 27 hat im undeformierten Zustand, der in den 2 und 3 dargestellt ist, eine Balgform mit zwei bauchigen Ringerhebungen 47, 49, welche eine im Wesentlichen axial mittig liegende Ringvertiefung 51 axial begrenzen. Die bauchigen Ringerhebungen 47, 49 stellen Materialanhäufungen dar, welche insbesondere notwendig sind, um die Funktionsweise des Fixiermechanismus 29 zu gewährleisten, was im Folgenden insbesondere in Bezug auf die 4, 5, und 8 beschrieben wird.
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In den 6 bis 8 ist eine erfindungsgemäße Anordnung des elastischen Lagers 21 innerhalb einer gemäß 1 ausgebildeten Koppelstange gezeigt, wobei eine Befestigungsschraube 9 eingesetzt ist.
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In dem Fall, wenn das erfindungsgemäße elastische Lager 21 in ein Montageauge 55, wie es in 6 dargestellt ist, montiert ist, wird der Elastomerkörper 27 radial zusammengedrückt, weil die radialen Innenabmessungen des Montageauges 55 deutlich kleiner als die radialen Außenabmessungen des Elastomerkörpers 27 insbesondere der bauchigen Ringerhebungen 47, 49 und der Ringvertiefung 51 sind.
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Im eingepressten Zustand des elastischen Lagers 21 und dem Montageauge 55, wie in 8 dargestellt ist, wird der Elastomerkörper 27 derart verformt, dass die ursprüngliche bauchige Außenseite des Elastomerkörpers 27 umprofiliert wird, wie in 5 dargestellt ist. Dabei wird ein erster, im Wesentlichen mittig liegender Abschnitt 61 radial nach innen zusammen gedrückt, wodurch ein zu dem ersten Abschnitt 65 benachbarter zweiter Abschnitte 63 im Wesentlichen in Axialrichtung A axial nach außen verdrängt wird, was wiederum eine Verdrängung eines zu dem zweiten Abschnitt 63 benachbarten dritten Abschnitts 65 fuhrt, der im Wesentlichen radial nach außen verdrängt wird.
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Die Verdrängung des dritten Abschnitts 65 wird dadurch erreicht, dass eine Verdrängung von Elastomermaterial über die axiale Abmessung der Hülse hinaus mittels eines Absatzes 67 der Befestigungsschraube 9 verhindert ist und somit das in Axialrichtung drängende Material in Radialrichtung umgelenkt wird.
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Aufgrund der Verdrängung des dritten Abschnitts 65 werden die Haltearme 31 bis 35 um eine im Wesentlichen ortsfeste Schwenkachse radial nach innen verschwenkt, um ein Kopfende der Befestigungsschrauben 9 zu ergreifen, wie in 8 dargestellt ist. Durch den Kontakteingriff der Haltearme 31 bis 35 wird die Befestigungsschraube 9 daran gehindert, sich in Axialrichtung A von dem elastischen Lager 21 weg zu bewegen. Die Schwenkbewegung der Haltearme 31 bis 35 ist in 4 durch die Pfeile P angedeutet.
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Mit dem erfindungsgemäßen Fixiermechanismus 29 ist es also möglich, eine axiale Fixierung des Befestigungsstifts 11 oder einer Stabilisatorstange an dem elastischen Lager 21 zu realisieren, ohne notwendigerweise die Reibungsverhältnisse zwischen der Stabilisatorstange und dem Elastomerkörper oder den Aufbau des elastischen Lagers deutlich verändern zu müssen.
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Wie in 8 ersichtlich ist, ist die radial nach innen gekrümmte Form der Haltearme 31, 33, 35 an die Außenform des Kopfendes 69 der Befestigungsschraube 9 angepasst, damit die Haltearme das Kopfende 69 formschlüssig greifen können.
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Bei der in 9 gezeigten Ausführung eines erfindungsgemäßen elastischen Lagers sind die gleichen Bezugszeichen für identische oder ähnliche Komponenten des elastischen Lagers sowie des Funktionsteils des Kraftfahrzeugs mit denselben Bezugsziffern versehen, um die Lesbarkeit der Figurenbeschreibung zu erleichtern.
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Das elastische Lager 21, insbesondere der Elastomerkörper 27, ist in einem Montageauge 71 der Kuppelstange 1 eingepresst, wodurch sich die Haltearme 31, 33 formkomplementär um ein Bauelement anschmiegen und festhalten, das bei der Ausführung gemäß 9 als Beilagscheibe 73 realisiert ist. Die Beilagscheibe 73 kann mit einem Innenloch 75 ausgeführt sein, aber auch ohne.
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Durch das Einpressen des Elastomerkörpers 27 wird automatisch die Beilagescheibe 73 durch die Haltearme 31, 33 gegen den Elastomerkörper 27 gedrückt und dadurch fixiert, wodurch der Montagevorgang sowie das Einsetzen eines Befestigungsstifts (nicht dargestellt) in den Innendruchgang des Elastomerkörpers 27 erleichtert ist.
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Der Elastomerkörper 27 kann wie in 9 ersichtlich ist, auf der dem wenigstens einen Haltearm 31, 33 abgewandten Seite einen Radialabsatz aufweisen, der formkomplementär zur benachbarten Seite der Beilagscheibe 73 ist, um die axiale Position in beiden Axialrichtungen festzulegen.
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Die in der vorstehenden Beschreibung, den Figuren und den Ansprüchen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Realisierung der Erfindung in den verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Koppel stange
- 3
- mittlerer Abschnitt
- 5, 7
- Endbereiche
- 9
- Befestigungsschraube
- 11
- Befestigungsstift
- 13, 15, 21
- elastisches Lager
- 23
- kreiszylindrische Hülse
- 25
- Außenseite
- 27
- Elastomerkörper
- 29
- Fixiermechanismus
- 31, 33, 35
- Haltearme
- 41, 43, 45
- gekrümmte Endabschnitte
- 47,49
- Ringerhebungen
- 51
- Ringvertiefung
- 55
- Montageauge
- 61
- erster Abschnitt
- 63
- zweiter Abschnitt
- 65
- dritter Abschnitt
- 67
- Absatz
- 69
- Kopfende
- 71
- Montageauge
- 73
- Beilagscheibe
- 75
- Innenloch
- A
- Axialrichtung
- P
- Pfeile