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Elastisches Zapfenlager für feinmechanische Zwecke Es sind elastische
Zapfenlager für feinmechanische Zwecke bekanntgeworden, welche gestatten, den Deckstein
auszubauen, ohne daß die Feder herausgenommen werden müßte. Abgesehen davon, daß
bei diesen Lagern ohne Wegnahme der Feder der Ausbau des Lochsteines nicht möglich
war, besaßen sie noch den zusätzlichen Nachteil, daß es für den gewöhnlichen Uhrmacher
ohne besondere Belehrung nicht möglich war, den richtigen Drehsinn zum Einbau oder
zum Ausbau des Decksteines zu erkennen. Wurde die Drehrichtung verwechselt, so bestand
die Gefahr, daß die Feder die Drehbewegung des Decksteines mitmachte, was beim Einbau
entweder zu einer Verkantung der Feder führen konnte, nämlich dann, wenn die ungewollte
Federverdrehung eine solche war, daß die Ohren der Feder teilweise in den Bereich
der Aussparungen, des Lagerkörpers gelangen, oder, wenn die Verdrehung der Feder
über 90° erfolgte, daß die Feder sich vom Lagerkörper löst. Beim Ausbau bestand
aus den gleichen Gründen ebenfalls die Gefahr der ungewollten Lösung der Feder.
Dazu war der Aufbau dieser bekannten Zapfenlager kompliziert.
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Weiter war es bekannt, bei nicht elastischen Lagern unrunde Decksteine
vorzusehen.-Ziel der Erfindung war die Schaffung eines solchen elastischen Zapfenlagers
von einfachem konstruktivem Aufbau, bei welchem nicht nur die genannten Nachteile
behoben werden, sondern auch der Lochstein ausgebaut werden kann, ohne daß die Feder
entfernt werden müßte.
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Das erfindungsgemäße Zapfenlager ist dadurch gekennzeichnet, daß der
Deckstein mindestens zwei Vorsprünge hat, wobei eine der Zahl der Vorsprünge entsprechende
Anzahl von Ohren der durch einen geschlitzten elastischen Ring gebildeten drehbar
innerhalb der kreisringförmigen Nut des Lagerkörpers gehaltenen Feder nach innen
vorsteht, so, daß durch Verdrehung der Feder die Ohren entweder auf die Vorsprünge
oder aber zwischen die Vorsprünge gebracht werden können, um den Ausbau des Decksteines
zu gestatten, ohne daß man vorher die Feder zu entfernen braucht.
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In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform,
Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Lager gemäß Fig. 1, Fig. 3 eine perspektivische Ansicht
der Feder des gleichen Ausführungsbeispiels, .
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Fig.4 einen Ouerschnitt durch eine zweite Ausführungsform und Fig.
5 eine Draufsicht auf ein Lager gemäß Fig. 4. Was die Ausführungsformen gemäß Fig.
1 bis 3 angeht, so handelt es sich um ein stoßsicheres Lager für den Zapfen der
Unruhwelle eines Uhrwerkes. Das Lager besitzt einen Lagerkörper 1, der durch das
Rückerplättchen gebildet wird. Dieser Lagerkörper 1 weist eine erste Ausnehmung
2 von teilweise konischer und teilweise zylindrischer Form auf, welche der Aufnahme
des Lochsteines dient, der beweglich innerhalb der genannten Ausnehmung 2 untergebracht
ist.
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Eine zweite Ausnehmung 4 von größerem Durchmesser als die erste Ausnehmung
2 dient der Unterbringung des runden, in eine metallische Fassung 6 eingepreßten
Decksteines 5. Die Fassung 6 ist aus einem Kreisring hergestellt, an dessen Außenfläche
drei symmetrische Abflachungen 7 vorgesehen sind, so daß zwischen dieser Abflachung
Vorsprünge 8 der Fassung 6 gebildet werden.
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Wie aus Fig. 2 hervorgeht, entspricht die Vertikalprojektion der Ausnehmung
4 derjenigen der Fassung 6, so daß diese letzte samt ihren Vorsprüngen 8, gegen
Verdrehung gesichert, innerhalb der Fassung gehalten ist.
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Der Lochstein 3 und der Deckstein 5 samt der Fassung 6 sind in der
betreffenden Ausnehmung durch die in Fig. 3 dargestellte Feder gehalten. Diese Feder
besteht
aus einem geschlitzten, elastischen Ring 9 mit drei nach innen weisenden steifen
Ohren 10. Die Feder ist in eine kreisringförmige Nut 11 des Lagerkörpers 1 eingelegt,
was infolge der Schlitzung des Ringes ohne weiteres möglich ist.
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Die Nut 11 ist höher als die Dicke des Ringteiles 9 der Feder, so
daß sich diese letzte innerhalb der Nut 11 verdrehen kann. Wie aus Fig. 2 hervorgeht,
sind die Ohren 10 gleichmäßig auf der Innenseite des Ringes 9 verteilt, wobei ihr
Winkelabstand demjenigen der Vorsprünge 8 der Fassung 6 entspricht, so daß der Ring
so verdreht werden kann, daß jedes Ohr auf einen Vorsprung zu liegen kommt, um.
so die Fassung 6 sowie den Lochstein 3 und den Deckstein 5 in axialer Richtung innerhalb
der betreffenden Ausnehmung zu halten.
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Diese Stellung ist mit ausgezogenem Strich in Fig. 2 dargestellt,
wo die beiden Steine 3 und 5 sowie die Fassung 6 elastisch innerhalb der betreffenden
Ausnehmungen gehalten sind, wobei die Elastizität der Lagerung nicht von den Ohren
10 herrührt, welche letzten ja steif sind, sondern vom kreisringförmigen
Teil 9 der Feder, welcher innerhalb der Nut 11 auf Torsion beansprucht wird.
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Verdreht man die Feder von der in Fig. 2 dargestellten Verriegelungsstellung
aus um 60° im einen oder anderen Sinn, so gelangen die Ohren in die in Fig.2 strichpunktiert
dargestellte Freigabestellung, wo die Vorsprünge 8 sich gegenüber den Abflachungen
7 befinden, so daß die Fassung 6 samt dem Deckstein 5 sotvie der Lochstein 3 leicht
aus dem Lagerkörper 1 herausgenommen werden können.
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Wie aus dem beschriebenen konstruktiven Aufbau hervorgeht, ist die
Feder gemäß Fig. 3, wenn sie einmal eingesetzt ist, dazu bestimmt, eingesetzt zu
bleiben, da deren Herausnahme für die Öffnung des Lagers nicht notwendig ist.
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Die seitlichen Ränder 12 der Ohren 10 sind etwas nach oben aufgebogen,
um so das Aufgleiten auf die 'Vorsprünge der Fassung 6 zu erleichtern.
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Um eine ungewollte Verdrehung der Feder aus der ''erriegelungsstellung
zu verhindern, wäre es ohne weiteres möglich, Vertiefungen auf der Oberseite der
Vorsprünge 8 vorzusehen, in tvelche in der Verriegelungsstellung die Ohren 10 eintreten
würden, und so nur unter Überwindung eines gewissen Widerstandes aus diesen Vertiefungen
wieder austreten könnten.
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Das Lager gemäß der zweiten Ausführungsform (Fig. 5) besitzt ebenfalls
einen Lagerkörper l a. Dieser ist zylindrisch und besitzt einen Ansatz 13
von größerem Durchmesser, welcher dazu bestimmt ist, in eine entsprechende Bohrung
der Grundplatte oder einer Brücke eines Uhrwerkes oder einer anderen Einrichtung
eingepreßt zu werden. Der Ansatz 13 erstreckt sich nicht über die Höhe des ganzen
Lagerkörpers 1 a. damit der obere Teil 14, aus welchem die Nut 11a ausgefräst ist,
beim Einpressen nicht irgendwelchem Radialdruck ausgesetzt ist.
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Ein Lochstein 3a ist bleibend in eine zentrale Öffnung 15 des Lagerkörpers
1 a eingepreßt, und ein Deckstein 16 ist in eine Ausnehmung 17 des Lagerkörpers
1a. eingelegt. Wie aus Fig. 5 hervorgeht, besitzt der Deckstein 16 zwei einander
gegenüberliegende Abflachungen 18, wobei die dazwischenliegenden kreissegmentförmigen
Teile Vorsprünge 19 bilden. Wie in der ersten Ausführungsform ist die Form der Au:nehmung
17 so gewählt, daß sie derjenigen des Decksteines 16 entspricht, so daß sich die-,er
innerhalb dieser Ausnehmung nicht verdrehen hann. Die Feder 20 entspricht derjenigen
der ersten Ausführungsform mit dem Unterschied, daß sie nur zwei einander gegenüberliegende
Ohren 21 besitzt, welche dazu bestimmt sind, den Deckstein 16 axial innerhalb des
Lagerkörpers 1 zu halten, sobald diese Ohren über den Vorsprüngen 19 liegen, wie
dies in Fig. 5 mit vollem Strich dargestellt ist. Im übrigen ist die Feder 20 ebenfalls
innerhalb einer Nut 11 a des Lagerkörpers 1 a gehalten. Wird die Feder 20 im einen
oder anderen Drehsinn von der mit vollem Strich in Fig.5 dargestellten Verriegelungsstellung
aus verdreht, so gelangen die Ohren 21 in die in Fig.5 strichpunktiert dargestellte
Freigabestellung, in welcher der Deckstein 16 aus dem Lagerkörper 1 a herausgenommen
werden kann.
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Die Seitenränder 22 der Ohren 21 sind auch hier nach oben aufgebogen,
um so ein Aufgleiten der Ohren 21 auf die Vorsprünge 19 zu erleichtern.
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Es ist selbstverständlich, daß der Lochstein ebenso wie der Deckstein
auch aus Metall bestehen kann. Des weiteren können die Feder und der Deckstein bzw.
seine Fassung mehr als zwei oder drei Ohren bzw. Vorsprünge besitzen. Diese Vorsprünge
können auch anders ausgebildet sein, unter der Voraussetzung, daß die Ohren durch
einfache Verdrehung der Feder innerhalb der Nut des Lagerkörpers beliebig entweder
auf diese Vorsprünge oder zwischen diese Vorsprünge gebracht werden können. Im ersten
Fall, der Verriegelungsstellung, sind der Deckstein und eventuell auch der Lochstein
in ihrer axialen Stellung gesichert, während im zweiten Fall, der Freigabestellung,
wenigstens der Deckstein herausnehmbar ist. Um zu verhindern, daß der Deckstein
sich innerhalb des Lagerkörpers verdrehen kann, genügt es beispielsweise, am Lagerkörper
einen Vorsprung vorzusehen, welcher mit zwei nebeneinanderliegenden Vorsprüngen
des Decksteines bzw. seiner Fassung zusammenarbeitet.