DE102009038853A1 - Fahrerrückhaltesystem für Gabelstapler - Google Patents
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Abstract
Die Kabinentüren der Gabelstapler dienen auch als Fahrerrückhaltesystem und werden aufgrund der Vielzahl verwendeter Fahrerschutzdachausführungen immer an das vorliegende Fahrerschutzdachmodul angepasst. Die neue Vorrichtung ist dagegen universal einsetzbar, da sie durch den Einsatz differenzierter Klemmhalter und Schraubenlängen selbst keine spezifischen Bauteile aufweist. Die Bauteile der neuen Vorrichtung werden immer in gleicher Winkelausrichtung zum Fahrersitz aufgebaut, um die optimale Sicherheit für den Fahrer durch das neuartige Fahrerrückhaltesystem zu erreichen. Die Montage der neuen Vorrichtung kann ohne Drehgelenk zum Winkelausgleich und ohne Verschraubung in den Profilen der Fahrerschutzdächer erfolgen. Auch das vollständige Umgreifen eines Hohlprofils zur Befestigung durch an das Fahrerschutzdach angepasste Bauteile ist nicht mehr erforderlich. Die Erfindung eignet sich hervorragend für die Nachrüstung bereits im Betrieb befindlicher Gabelstapler mit einem Fahrerrückhaltesystem. Da zur Montage eines Fahrerrückhaltesystems nur die Standardbauteile der neuen Vorrichtung benötigt werden und keine Bauteile angepasst werden müssen, kann die Nachrüstung unabhängig vom betriebenen Gabelstaplermodell erfolgen.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, ein Fahrerrückhaltesystem
1 für Flurförderzeuge10 insbesondere Frontsitzgabelstapler, die dazu dient, den Bediener im Falle eines seitlichen Kippens des Flurförderzeugs10 innerhalb des vom Fahrerschutzdach gebildeten Schutzraums zu halten. - Der überwiegende Anteil der Fahrzeugsitze verfügt über einen Beckengurt, der als geeignetes Rückhaltesystem dient. In der Praxis nutzen nur wenige Bediener (Fahrer) von Flurförderzeugen
10 den vorhandenen Beckengurt, da das An- und Abschnallen lästig ist. - Es sind weiterhin solche Fahrerrückhaltesysteme bekannt, die seitliche Türen an den verschiedenen Fahrerschutzdächern bilden, wie z. B. vollständig geschlossene Kabinentüren. Allen diesen seitlich als Tür ausgebildeten Fahrerrückhaltesystemen ist gemein, dass sie jeweils für das Fahrerschutzdach eines Fahrzeugmodells passend ausgebildet werden müssen, insbesondere die Konturen für Gummidichtungen und die Position von Schloss und Schließbolzen sind genau einzuhalten und bei jedem Fahrerschutzdach verschieden.
- In der Praxis werden auch solche Türen eingesetzt, die als Flügeltüren aus zwei Teilen bestehen, die entweder miteinander schwenkbar verbunden sind oder entgegengesetzt sowohl am vorderen als auch am hinteren Holm eines Fahrerschutzdaches angeschlagen sind, so dass sich die Tür mittig öffnen lässt. Diesen Ausführungen von Kabinentüren als Fahrerrückhaltesystem ist gemein, dass der am hinteren Holm des Fahrerschutzdaches angeschlagene Teil des Fahrerrückhaltesystems entlang des Holmprofils befestigt wird und durch Verriegeln, Verschrauben oder Klemmen festgesetzt werden kann, um ein nicht willentliches Schwenken desselben zu verhindern aber den Zugang zum Motorraum oder zur Batterie durch Lösen und Wegschwenken weiterhin zu gewähren. Der Anbau doppelt schwenkbarer Rückhaltesysteme an den hinteren Holmen der Fahrerschutzdächer verlangt aufgrund der größeren auftretenden Beanspruchungen in den Schraubenverbindungen oder in den kraftschlüssigen den hinteren Holm umgreifenden Klemmmanschetten besondere Maßnahmen, den hinteren Holm so exakt wie möglich abzubilden und sich dem schrägen Verlauf anzupassen. Die Auslegung derartiger auf das vorliegende Fahrerschutzdach angepasster Konstruktionen kann aufgrund der Vielfalt nicht wirtschaftlich für die Nachrüstung älterer Frontsitzgabelstapler sein, daher müssen diese Fahrzeuge aufwendig mit Sicherheitsgurten und zugehörigen anzupassenden Verriegelungen für Batterie und Motorhaube nachgerüstet werden.
- Aus
DE 29818149 ist eine Rückhaltevorrichtung für Nutzfahrzeuge bekannt, deren Schwenkachse, die von einem oder zwei Scharnieren gebildet wird, neben dem hinteren Holm eines Fahrerschutzdaches mit diesem ebenfalls schräg nach oben hin verläuft, so dass die Tür dieser Rückhaltevorrichtung selbsttätig zufällt. - Es sind ebenfalls Ausführungen derartiger Rückhaltevorrichtungen bekannt, die dem Verlauf der hinteren Holme eines Fahrerschutzdaches nach oben hin folgen, deren Schwenkachse aber im Gegensatz zum Verlauf der hinteren Holme quasi senkrecht verläuft und bei denen die selbsttätige Betätigung der Tür dieser Rückhaltevorrichtung durch die Kraft einer Gasdruckfeder oder einer vergleichbaren Einrichtung und nicht durch Schwerkraft bewirkt wird.
- Aus
DE 20017130 ist eine Rückhalteeinrichtung bekannt, die ein Schwenkgelenk aufweist, das an einem Schwenkrahmen befestigt ist, der seinerseits schwenkbar an einer Stütze, die den hinteren Holm eines Fahrerschutzdaches bildet, angelenkt ist. Die Befestigung dieser Rückhalteeinrichtung verläuft ebenfalls entlang des schrägen hinteren Holmes eines Fahrerschutzdaches und die Rückhalteeinrichtung überdeckt die Öffnung der Fahrerkabine abschnittsweise, wobei der vordere Holm des Fahrerschutzdaches nicht vom Rückhaltebügel der Rückhalteeinrichtung erreicht wird. - Aus
DE 20002106 ist eine Sicherungseinrichtung bekannt, die ebenfalls zur Befestigung hinter dem Schwenkgelenk dem schrägen Verlauf des hinteren Holmes eines Fahrerschutzdaches folgt und einen Haltearm aufweist, den das Schwenkgelenk trägt und der in die Öffnung einer Fahrerkabine hineinragt. - Die bekannte Sicherungseinrichtung weist zur Befestigung des Schwenkgelenkes am hinteren Holm eines Fahrerschutzdaches eine Klemmmanschette auf, die vollständig um diesen herum greift, seinem Verlauf folgt und die Kontur abbilden muss, um die Sicherungseinrichtung sicher zu halten. Daher weist die in
DE 20002106 beschriebene Klemmmanschette auswechselbare Einsätze auf, die an dasjenige Säulenprofil des hinteren Holmes des Fahrerschutzdaches angepasst wird. - Aus Gebrauchsmusterschrift
DE 2006003541 ist eine Kunststofftür bekannt, die in ihrer Erstreckung zwischen dem vorne befindlichen Schloss und dem Scharnier teleskopierbar ist, indem sowohl Schlosshalterung allein als auch die Scharnierhalterung mit den Flanschen zur Winkeleinstellung im Kunststoffhohlkörper ein- und ausschiebbar sind. Durch die Flansche, die eine Gelenkverbindung im Bereich der Scharniere bilden, ist die beschriebene Kunststofftür winkelverstellbar. - Der Anschlussflansch dieser in
DE 2006003541 beschriebenen Gelenkverbindung kann durch die Winkelverstellung der hinteren Säule des Fahrerschutzdaches angepasst werden und wird über Langlöcher und Schrauben an dieser festgelegt. Indem der Anschlussflansch dem schrägen Verlauf des hinteren Fahrerschutzdachholms folgt, wird dieser dem vorliegenden Fahrerschutzdach angepasst und in der spezifischen Anbauposition mit dem Profil der hinteren Säule des Fahrerschutzdaches verschraubt. Dabei kommen bevorzugt vorhandene Gewinde oder eingesetzte Nietmuttern zum Einsatz. Die Drehachse der inDE 2006003541 beschriebenen gelenkigen Verbindung zwischen Flansch und Anschlussflansch folgt dem Winkel des hinteren Helms des Fahrerschutzdaches und steht in der Regel nicht senkrecht. Neben den verwendeten Scharnieren und Verbindungsschrauben sind mindestens vier weitere Bauteile nötig, von denen eines spezifisch sein muss, um der Anbauhöhe und der Holmkrümmung angepasst zu werden. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die einfachste Ausführung einer Stahltür als Fahrerrückhaltesystem
1 für Gabelstaplerfahrer aufzuzeigen. Dabei muss der einfache Anbau mit wenigen Teilen unabhängig von der Ausführung des Fahrerschutzdaches erfolgen, um einen wesentlichen Vorteil in der Fertigung standardisierter Teile und beim Aufbau des Fahrerrückhaltesystems1 zu erzielen. - Ein erfindungsgemäßes Fahrerrückhaltesystem
1 für Bediener (Fahrer) von Flurförderzeugen10 kann an die Holme von Fahrerschutzdächern angebaut werden, ohne dem jeweiligen schrägen Verlauf der Holme folgen zu müssen, oder diese vollständig zu umschließen, um eine sichere Klemmung um den hinteren Holm herum zu gewährleisten. Die Halterung der Türscharniere8 ist universell verwendbar und wird bei allen Fahrerschutzdachmodellen in gleicher Winkelausrichtung zum Fahrersitz aufgebaut, so dass die Drehachse der Türscharniere8 nicht in Fahrzeuglängsrichtung geneigt ist. - Der Aufbau des erfindungsgemäßen Fahrerrückhaltesystems
1 ist einfach, da für die Halterung des Schließbolzens und der Türscharniere8 hinten jeweils nur ein standardisiertes Bauteil3 verwendet wird. Die Längenanpassung des erfindungsgemäß ausgeführten Fahrerrückhaltesystems1 an das lichte Maß zwischen den Holmen des Fahrerschutzdaches wird ausschließlich durch die verwendeten Stahlrohrprofile erreicht. Eine Anpassung der Bauteile des erfindungsgemäßen Fahrerrückhaltesystems1 an die Winkel der schräg verlaufenden Holme des Fahrerschutzdaches ist nicht erforderlich. Die konstruktive Ausgestaltung eines Drehgelenkes zum Winkelausgleich ist ebenfalls nicht mehr erforderlich. - Die Tür selbst besteht aus einem Stahlhohlprofil, dass im Bereich des Schlosses so gebogen verläuft, dass die Ausläufe zu den Scharnieren
8 hin parallel auslaufen und in ihrer Länge variabel sind, indem jeweils zwei Stahlrohrprofile ineinander verschiebbar gelagert werden. Um die Drehachse der beiden Scharniere8 in einer Flucht zu halten, werden die jeweils ineinander gelagerten Stahlrohrprofile miteinander durch Verschraubungen in gewünschter Position geklemmt. - Die beiden Scharniere
8 bilden den hinteren Abschnitt der Stahltür und sind im verschiebbaren Stahlrohrprofil verschweißt. Das Schloss wird an der Innenseite des Stahlhohlprofiles in fester Position verschraubt. - Das Schloss der Tür greift im geschlossenen Zustand um den horizontal montierten Schließbolzen, der durch ein standardisiertes Bauteil getragen wird, welches unabhängig von der Schräge des vorderen Holmes des Fahrerschutzdaches immer in gleicher Winkelausrichtung zum Fahrersitz montiert wird. Das standardisierte Bauteil, welches den Schließbolzen trägt, wird mit dem verwendeten speziellen Klemmhalter verschraubt.
- Der Vorteil des neuartigen und besonderen erfindungsgemäßen Fahrerrückhaltesystems
1 liegt in der einfachen Verwendung identischer Bauteile für eine Vielzahl ausgeführter Fahrerschutzdächer und der Verwendung spezieller neuer Klemmhalter, die aufwendige Montagearbeiten überflüssig machen und nicht mehr wie gebräuchlich ganz um das Profil oder um ein Viertelkreisförmiges Teilsegment eines Holmhohlprofiles herum greifen müssen. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Fahrerrückhaltesystem
- 2
- Klemmhalterung
- 3
- Identische Bauteile
- 4
- Montageblech vorn
- 5
- Montageblech hinten
- 6
- Tür
- 7
- ausschiebbares Profil
- 8
- Scharnier
- 9
- Schloss
- 10
- Flurförderzeug
- 11
- Fahrzeugholm
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 29818149 [0005]
- DE 20017130 [0007]
- DE 20002106 [0008, 0009]
- DE 2006003541 [0010, 0011, 0011]
Claims (6)
- Fahrerrückhaltesystem
1 aus Stahl für den Bediener (Fahrer) eines Flurförderzeugs10 , das kraftschlüssig an den Fahrzeugholmen11 des Fahrerschutzdaches montiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine Tür6 mit ineinander gelagerten Stahlhohlprofilen so mittels standardisierter Montagebleche4 und5 zwischen den an den Fahrzeugholmen11 befestigten Klemmhalterungen2 eingebaut wird, dass mit identischen Bauteilen jeder beliebige gebräuchliche Winkel der Fahrzeugholme11 und jedes beliebige gebräuchliche lichte Maß zwischen diesen Fahrzeugholmen11 abgebildet werden kann. - Fahrerrückhaltesystem
1 nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Klemmhalterung2 der Schräge der Fahrzeugholme11 anpasst, die Bauteile des Fahrerrückhaltesystem1 allerdings unabhängig von dieser Schräge immer in der gleichen Winkelausrichtung zum Fahrersitz angebaut werden, so dass die Schwenkachse der Tür stets vertikal ist. - Fahrerrückhaltesystem
1 nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vorhandenen Verschraubungspunkte für Stahlkabinen auch zur Befestigung der Montagebleche4 und5 genutzt werden. - Fahrerrückhaltesystem
1 nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Tür6 durch eine Feder aufgedrückt oder zugehalten wird. - Fahrerrückhaltesystem
1 nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrerrückhaltesystem1 zur Wartung, Reparatur oder zum Batteriewechsel schnell und einfach demontiert werden kann, indem an den Klemmhalterungen2 Schnellwechselvorrichtungen vorgesehen werden. - Fahrerrückhaltesystem
1 nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrerrückhaltesystem1 zum Öffnen um eine horizontale Achse drehend geöffnet werden kann, indem anstelle der Scharniere8 eine Wälzlagerung vorgesehen wird und die Orientierung des Schlosses9 gekippt wird, so dass sich eine nahezu senkrecht verlaufende Schließbewegung ergibt, die das Schloss9 beim Einrasten in Richtung des Schließbolzens ausführt.
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Publications (1)
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| DE102009038853A1 true DE102009038853A1 (de) | 2011-03-24 |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| R082 | Change of representative | ||
| R120 | Application withdrawn or ip right abandoned |
Effective date: 20120505 |