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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung amorpher Polyolefine
zur Herstellung von Schäumen, entsprechende Schäume
sowie deren Verwendung.
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Polyolefinschäume
haben sich ein breites Anwendungsgebiet erschlossen. Insbesondere
im Vergleich mit anderen geschäumten Kunststoffen gewinnen
die Polyolefine immer mehr an Bedeutung. Die meisten Polyolefinschäume
werden heute aus Low Density Polyethylen (LDPE), Copolymeren wie
Polyethylen-co-vinylacetat) (EVA), High Density Polyethylen (HDPE),
Linear Low Density Polyethylen (LLDPE), sowie isotaktischem Polypropylen
(iPP) hergestellt.
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In
EP 0 928 805 wird ein Verfahren
zur Herstellung von Schaumteilen aus Propylenpolymermaterialien mit
hoher Schmelzfestigkeit beansprucht. Dabei werden C
2-C
3-C
4-Terpolymere
mit sehr hohen Propengehalten von 85–96 ma-% und sehr niedrigen
Ethengehalten von 1,5–5 ma-% und 1-Butengehalten von 2,5–10
ma-% sowie Polyolefinzusammensetzungen aus propenreichen Co- und
Terpolymeren verwendet. Die Polymermaterialien werden bestrahlt
und dann zusammen mit einem physikalischen Ausdehnungsmittel extrudiert.
Besonders betont werden dabei die gegenüber Polyethylen-basierten
Systemen bessere Tieftemperatur-Festigkeit sowie die höhere
Flexibilität. Gegenüber Schäumen die
auf reinen PP basieren wird vor allem die verbesserte Tieftemperaturfestigkeit
betont. Die genannten Polymere zeigen allerdings schlechte Tieftemperatureigenschaften,
vor allem relativ hohe Glasübergangstemperaturen und schlechte
Tieftemperaturflexibilitäten.
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In
WO 00/15697 werden thermoplastische
Polymerschäume beansprucht, die sog. klangabtötende
Eigenschaften, eine bestimmte mechanische Festigkeit, ökonomische
Herstellbarkeit und Hydrolysestabilität aufweisen sollen.
Dies wird im Wesentlichen durch thermoplastische Polymerschäume
mit mittleren Zellgrößen ≥ 2 mm, von
im Wesentlichen offenzelliger Struktur, und einer durch mechanische
Perforation ermöglichten Porenverbindung zwischen den Zellen
erreicht. Als thermoplastische Harze werden dabei insbesondere Polystyrol-
und Polyolefinharze genannt, einschließlich Ethylen-Styrol-Copolymer-Harzen,
deren Mischungen mit Polyethylen, Polypropylen und/oder Polyethylencopolymerharzen.
Besonders wirksam sind demgemäß Gemische aus Polyethylen
mit niedriger Dichte und sog.
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Interpolymeren
bestehend aus Olefinen und aromat. Vinyl- bzw. Vinylidenverbindungen.
Durch die Fokussierung auf diese Interpolymere wird aber die zuvor
beanspruchte Recylierbarkeit aufgrund fehlender Sortenreinheit der
Monomere (Gemisch aus aliphatischen und aromatischen Monomeren)
wieder aufgegeben. Zudem ist die beschriebene notwendige mechanische
Perforation äußerst aufwändig und in
ihrer Durchführbarkeit auf Schäume von sehr eingeschränkten
Geometrien (insbesondere Dicken) sowie bestimmter Herstellmethoden
beschränkt.
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In
EP 0 761 750 werden Kunststofferzeugnisse
mit geringer Dichte, insbesondere Rohre bzw. Rohrstücke
für den Sanitärbereich beschrieben, die durch
Vernetzen und Schäumen thermoplastischer Polymere erhalten
werden. Die dabei aufgeführten thermoplastischen Polymere
setzten sich aus Polyethylen, isotaktischem Polypropylen, Poly(ethylen-co-vinylacetat),
Polystyrol und Acrylnitril-Butadien-Styrol-Polymeren zusammen. Die
genannten Polymere zeigen schlechte Tieftemperatureigenschaften
und/oder mangelnde Elastizität bzw. Flexibilität.
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In
US 5,585,411 werden Kunststoffschäume
aus Polymerblends beschrieben, die sich im Wesentlichen aus Poly(1-buten),
Polybutylen, Styrol-block- bzw. Styrol-Sternpolymeren und oder einem
olefinischen Rubber sowie einer nicht elastomeren Polyolefinkomponente
wie z. B. Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) zusammensetzen. Das
dabei verwendete Poly(1-buten)-Homo- bzw. -Copolymer kann dabei
isotaktisch, syndiotaktisch oder elastomer sein. Die Verwendung
von Styrol-block- und/oder Sternpolymeren verursacht einen erheblichen
Kostennachteil der angegebenen Mischung. Entsprechend ihrer angegebenen
Zusammensetzung weisen die aufgeführten Materialien einen
erheblichen Nachteil bezüglich Ihrer Flexibilität
auf.
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In
EP 0 526 872 wird ein Verfahren
zur Herstellung von offenzelligen vernetzten Polyolefinschaumstoffen
beschrieben. Die Expansion des Schaumes erfolgt unter Verwendung
von Mikrowellenstrahlung. Als Polyolefinharze werden solche genannt,
die einen bestimmten Anteil von Polyethylen niedriger Dichte aufweisen. Um
eine ausreichende Dehnbarkeit des Polyolefinmaterials für
die Schaumherstellung sicher zu stellen, werden Weichmacher eingesetzt.
Entsprechend ihrer angegebenen Zusammensetzung weisen die Materialien
einen erheblichen Nachteil bezüglich Ihrer Flexibilität
auf. Der Einsatz von Weichmachern (vor allem der genannten Phthalate)
ist aus ökologischen, vor allem aber aus toxikologischen
Gründen bedenklich und schränkt den Einsatzbereich
der Schäume erheblich ein.
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In
WO 92/16363 werden nicht
vernetzte Polyolefinschäume auf Basis von Polyethylen bzw.
Polypropylen zur Verarbeitung in Hülsen und Profilen beschrieben.
Bevorzugt werden Polyethylen niedriger Dichte und/oder niedrigen
Molekulargewichts (LDPE/ULMWPE), sowie Polyethylenpolymere, die
polare Gruppen enthalten, eingesetzt. Entsprechend ihrer angegebenen
Zusammensetzung weisen die Materialien einen erheblichen Nachteil
bezüglich Ihrer Flexibilität auf. Der Einsatz
von Aminosäuren und/oder Ionomeren führt zu einer
schlechten Thermostabilität der Produkte sowie einer schlechten
Farbe.
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In
EP 0 019 021 werden Polyolefinschäume
beschrieben, welche als Nukleierungsmittel eine oder mehrere Aminosäuren
enthalten. Dabei werden als Polyolefine vor allem Polyethylenpolymere
(HDPE, LDPE) sowie Polypropylenpolymere und sog. Ionomere genannt.
Entsprechend ihrer angegebenen Zusammensetzung weisen die Materialien
einen erheblichen Nachteil bezüglich Ihrer Flexibilität
auf. Der Einsatz von Aminosäuren und/oder Ionomeren führt
zu einer schlechten Thermostabilität und/oder einer schlechten
Farbe der Produkte, was ihren Einsatzbereich deutlich einschränkt.
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In
GB 1595106 werden im Wesentlichen
geschlossenzellige, geschäumte Plastikfilme beschrieben, die
bevorzugt aus einer Mischung von 90,5–95% LDPE und 9,5–5%
HDPE bestehen. Als Mischungsbestandteil wird außerdem auch
ein Ionomer genannt. Um die Haftung der Folie zu verbessern wird
eine (beidseitige) Coronabehandlung der geschäumten Filme
vorgeschlagen. Entsprechend ihrer angegebenen Zusammensetzung weisen
die Materialien einen erheblichen Nachteil bezüglich Ihrer
Flexibilität auf. Der Einsatz von Ionomeren führt
zu einer schlechten Thermostabilität der Produkte sowie
einer schlechten Farbe. Die vorgeschlagene Coronabehandlung stellt
einen zusätzlichen Aufwand dar, der die Kosten für
die Produktion steigert.
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In
US 4,191,719 werden geschäumte
Formteile aus einer orientierbaren thermoplastischen Masse sowie
einem Zusatzstoff beschrieben, wobei der Zusatzstoff aus der Gruppe
der Metallresinate und/oder der (modifizierten) Kollophoniumester
ausgewählt ist. Als thermoplastische Materialien werden
kristalline Ethen- bzw. Propenpolymere genannt. Entsprechend ihrer
angegebenen Zusammensetzung weisen die Materialien einen erheblichen
Nachteil bezüglich Ihrer Flexibilität auf.
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In
US 4,020,025 werden schäumbare
Polymerzusammensetzungen beschrieben, die ein Polyolefin, ein Styrolpolymer
und ein hydriertes Styrol-Butadien-Blockcopolymer enthalten. Als
Polyolefine werden Polyethylen und Ethylencopolymere mit Dichten
von 0,918 bis 0,965 g/cm
3 beschrieben. Entsprechend
ihrer angegebenen Zusammensetzung weisen die Materialien einen erheblichen
Nachteil bezüglich Ihrer Flexibilität auf.
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EP 0 910 605 beschreibt
schäumbare vernetzbare Zusammensetzungen, die eine Mischung
aus Polypropylen mit einem silangepfropften im Wesentlichen linearen
Polyolefin aufweisen.
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Die
aus dem Stand der Technik bekannten Schäume bzw. Verfahren
zu ihrer Herstellung weisen eine ganze Reihe von Nachteilen auf.
So können viele der eingesetzten Polymere, z. B. Polyethylen
niedriger Dichte (LDPE) und Polystyrol (PS), nicht über
100°C eingesetzt werden, da sie bei diesen Temperaturen
schmelzen oder aber über keine ausreichende Festigkeit
verfügen. Weiterhin können Polypropylen und Poly(1-buten)
alleine keine einheitliche Schaumstruktur mit ausreichender Flexibilität
ausbilden. Vor allem im Bereich der Tieftemperaturflexibilität
weisen viele der genannten Polymere Defizite auf, gekennzeichnet
durch relativ hohe Glasübergangstemperaturen. Die meisten
der genannten Polymere weisen nur eine geringe Haftung auf, so dass
eine zusätzliche kostenintensive Behandlung (z. B. Corona)
zur Montage der Schäume notwendig wird. Weiterhin weisen
viele der genanten Materialien eine schlechte Mischbarkeit mit den
in allen Fällen eingesetzten Polyolefinpolymeren auf. Dies
führt zu schlechten mechanischen Materialeigenschaften
in den Schäumen. Schließlich führen viele
der verwendeten Zusätze (z. B. Aminosäuren, Metallresinate
usw.) zu einer unerwünschten Farbe bzw. geringen Thermostabilität
der Schäume.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist demgemäß die Bereitstellung
von Polymerschäumen, die die genannten Nachteile der aus
dem Stand der Technik bekannten Systeme nicht aufweisen und einfach
zu verarbeiten sind.
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Überraschenderweise
hat sich herausgestellt, dass amorphe Polyolefine mit speziellen
Eigenschaften besonders geeignet zur Herstellung von Polymerschäumen
sind.
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Demgemäß ist
ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung die Verwendung
eines oder mehrerer amorpher Polyolefine zur Herstellung von Schäumen,
wobei mindestens eines der verwendeten amorphen Polyolefine mindestens
drei, vorzugsweise alle, der nachfolgenden Materialeigenschaften
aufweist:
- – eine durch Differentialkalorimetrie
in der zweiten Aufheizung bestimmte Schmelzenthalpie von mindestens
1 J/g und maximal 50 J/g,
- – einen Erweichungspunkt bestimmt durch Ring & Kugel-Methode
von mindestens 60°C und maximal 170°C,
- – eine Nadelpenetration von mindestens 1·0,1
mm und maximal 70·0,1 mm,
- – eine Zugfestigkeit von mindestens 0,1 MPa und maximal
30 MPa,
- – eine durch Differentialkalorimetrie in der zweiten
Aufheizung bestimmte Glasübergangstemperatur von maximal –8°C.
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Die
Verwendung der speziell ausgewählten Polyolefine zur Herstellung
von Schäumen ist bisher unbekannt.
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Gemäß der
vorliegenden Erfindung können die Polyolefine alleine oder
in Kombination mit ein oder mehreren weiteren Polymeren eingesetzt
werden. Die Herstellung der Polymerschäume kann also entweder unter
ausschließlicher Verwendung der weitgehend amorphen Polyolefine
oder aber unter Verwendung von Polymermischungen mit den erfindungsgemäßen
eingesetzten amorphen Polyolefinen erfolgen. Bei Mischungen liegt
der Anteil an weitgehend amorphem Polyolefin bei 5–100
ma-%, bevorzugt bei mindestens 10 ma-%, besonders bevorzugt bei
mindestens 20 ma-% und insbesondere bevorzugt bei mehr als 25 ma-%.
Für die Herstellung von Polymerschäumen mit sehr
guter Haftung auf unbehandelten Polyolefinoberflächen sind
insbesondere Mischungen mit einem Anteil von min. 50 ma-% weitgehend
amorphem Polyolefin bevorzugt, besonders bevorzugt sind Mischungen
mit einem Anteil von mindestens 70 ma-%, am meisten bevorzugt wird der
ausschließliche Einsatz der weitgehend amorphen Polyolefine
im Polymeranteil.
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Mischungen,
die zu mindestens 50 ma-% aus mindestens einem amorphen Polyolefin
bestehen, haben den Vorteil, dass ihre physikalischen Eigenschaften – insbesondere
die Haftungseigenschaften – im Wesentlichen von den erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefinen dominiert werden und sich solche Mischungen mit
sehr geringem Aufwand herstellen lassen.
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Andererseits
sind in Mischungen mit einem Anteil an amorphen Polyolefinen von
weniger als 50 ma-% die Materialeigenschaften, insbesondere die
Materialkohäsion in einem wesentlich größeren
Maße variierbar, so dass auch solche Mischungen vorteilhaft
seien können. Bei Mischungen mit einem Anteil an erfindungsgemäßem
amorphen Polyolefin von < 5
ma-% ist kein positiver Einfluss des amorphen Polyolefins mehr zu
erkennen.
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Werden
in den Schäumen ausschließlich weitgehend amorphe
Polyolefine eingesetzt, so kann entweder ein einzelnes amorphes
Polyolefin, oder aber eine Mischung mehrerer amorpher Polyolefine
eingesetzt werden.
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Mindestens
eines der verwendeten amorphen Polyolefine ist aus maximal 25 ma-%,
bevorzugt 0,1 bis 20 ma-%, besonders bevorzugt 1–16 ma-%
Ethen, maximal 98 ma-%, bevorzugt 0,1–90 ma-%, besonders
bevorzugt 1 bis 80 ma-% und insbesondere bevorzugt 4 bis 70 ma-%
Propen und/oder aus maximal 100 ma-%, bevorzugt 5–100 ma-%,
besonders bevorzugt 10–95 ma-% und insbesondere bevorzugt
15 bis 90 ma-% eines α-Olefins mit 4 bis 20 C-Atomen aufgebaut.
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Insbesondere
ist mindestens eines der verwendeten amorphen Polyolefine ausgewählt
aus Poly(1-buten)-Homopolymer, Poly(ethylen-co-propylen)-Copolymeren
mit maximal 25 ma-% Ethylenanteil, Polyethylen-co-1-buten)-Copolymeren
mit maximal 20 ma-% Ethylenanteil, Poly(propylen-co-1-buten)-Copolymeren, oder
Polyethylen-co-propylen-co-1buten)-Terpolymeren mit maximal 20 ma-%
Ethylenanteil und einem Propylenanteil von 20–98 ma-%.
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In
einer besonderen, bevorzugten Ausführungsform handelt es
sich bei mindestens einem der eingesetzten amorphen Polyolefine
um ein Polyethylen-co-propylen-co-1-buten)-Terpolymer mit einem
Ethylengehalt von 1 bis 15 ma-%, bevorzugt 2 bis 12 ma-%, einem
Propylengehalt von 50 bis 78 ma-%, bevorzugt von 52 bis 75 ma-%
und einem 1-Butengehalt von 15 bis 46 ma-%, bevorzugt von 18 bis
42 ma-%.
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In
einer weiteren besonderen, bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei mindestens einem der eingesetzten amorphen Polyolefine
um ein Poly(ethylen-co-propylen-co-1-buten)-Terpolymer mit einem Ethylengehalt
von 1 bis 10 ma-%, bevorzugt 2 bis 8 ma-%, einem Propylengehalt
von 15 bis 46 ma-%, bevorzugt von 18 bis 42 ma-% und einem 1-Butengehalt
von 50 bis 78 ma-%, bevorzugt von 55 bis 75 ma-%.
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In
einer weiteren besonderen bevorzugten Ausführungsform handelt
es sich bei mindestens einem der eingesetzten amorphen Polyolefine
um ein Poly(1-buten)-Copolymer mit einem Gehalt an 1-Buten von mindestens
85 ma-%, bevorzugt von mindestens 87 ma-%, besonders bevorzugt von
mindestens 90 ma-% und insbesondere bevorzugt von mindestens 92
ma-%.
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Die
mittels DSC in der 2ten Aufheizung bestimmte Schmelzenthalpie der
erfindungsgemäß eingesetzten amorphen Polyolefine
liegt zwischen 1 und 50 J/g, bevorzugt zwischen 2 und 40 J/g, besonders
bevorzugt zwischen 3 und 35 J/g und insbesondere bevorzugt zwischen
4 und 30 J/g, wobei weitere Vorzugsbereiche zwischen 4 und 15 J/g,
zwischen 12 und 25 J/g, zwischen 18 und 28 J/g und zwischen 22 und
30 J/g liegen. Dabei weist das DSC-Thermogramm der 2ten Aufheizung
mindestens einen Schmelzpeak auf, bevorzugt mindestens 2 und besonders
bevorzugt 2 bis 4 Schmelzpeaks, von denen mindestens einer ein Peak-Maximum bei
einer Temperatur von mindestens 20°C und maximal 100°C
aufweist.
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Der
mittels Ring & Kugel-Methode
ermittelte Erweichungspunkt der erfindungsgemäß eingesetzten (ungeschäumten)
Polyolefine beträgt 60 bis 170°C, bevorzugt 70
bis 155°C, besonders bevorzugt 80 bis 150°C und
insbesondere bevorzugt 85 bis 148°C wobei weitere Vorzugsbereiche
zwischen 80 und 120°C, zwischen 95 und 130°C und
zwischen 120 und 145°C liegen. Für Anwendungen,
bei denen der Polymerschaum auf temperatursensiblen Substraten aufgebracht
werden soll, ist insbesondere die Verwendung von erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefinen vorteilhaft, die einen Erweichungspunkt von < 120°C,
insbesondere von < 100°C
aufweisen. Ein besonderes Kennzeichen der erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefine ist es dabei, dass sie bei entsprechender Handhabung – z.
B. mittels Schneckenmaschinen- auch unterhalb des Erweichungspunktes
noch schmelzflüssig verarbeitet werden können.
Erweichungspunkte lassen sich nach der im vorliegenden Fall verwendeten „Ring-&-Kugel-Methode” nur
dann definitionsgemäß bestimmen, wenn der Einfluss
der Schmelzviskosität auf die Messwerte gering ist. Im
Fall der vorliegenden Erfindung ist diese Voraussetzung für
Viskositätswerte (gemessen bei 190°C) bis ca.
600.000 mPa·s gegeben. Für erfindungsgemäße amorphe
Polyolefine mit einer Schmelzviskosität von > 600.000 mPa·s
werden daher keine Erweichungspunkte bestimmt bzw. angegeben.
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Die
Nadelpenetration der ungeschäumten Polyolefine beträgt
1–70·0,1 mm, bevorzugt 4–60·0,1
mm, besonders bevorzugt 8–50·0,1 mm und insbesondere
bevorzugt 10 bis 45·0,1 mm, wobei weitere Vorzugsbereiche
zwischen 12 und 25·0,1 mm und zwischen 20 und 35·0,1
mm liegen. Erfindungsgemäße amorphe Polyolefine,
die eine niedrigere Nadelpenetration, insbesondere < 15·0,1
mm aufweisen, sind besonders vorteilhaft für Polymerschäume
einsetzbar, die eine etwas geringere Flexibilität bei gleichzeitig
höherer mechanischer Stabilität aufweisen sollen.
Erfindungsgemäße amorphe Polyolefine, die eine
höhere Nadelpenetration, insbesondere von > 20·0,1 mm
aufweisen, lassen sich hingegen sehr vorteilhaft zur Herstellung
von Polymerschäumen mit hoher Flexibilität verwenden,
wobei letztere zusätzlich eine im Wesentlichen geschlossene
Zellstruktur aufweisen.
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Die
Zugfestigkeit der erfindungsgemäß eingesetzten
Polyolefine beträgt im ungeschäumten Zustand 0,1
bis 30 MPa, bevorzugt 0,5 bis 25 MPa, besonders bevorzugt 1 bis
22 MPa und insbesondere bevorzugt 2 bis 20 MPa, wobei weitere Vorzugsbereiche
zwischen 4 und 12 MPa und zwischen 10 und 18 MPa liegen. Dabei weisen
die erfindungsgemäßen Polyolefine mit Schmelzviskositäten
von < 100.000 mPa·s
(bei 190°C) eine Zugfestigkeit von maximal 15 MPa, bevorzugt
maximal 12 MPa, besonders bevorzugt von maximal 10 MPa auf. In einer
besonderen Ausführungsform, insbesondere dann wenn eine
gute Balance zwischen mechanischer Festigkeit und Flexibilität
der Polymerschäume erforderlich ist, weisen die zur Herstellung
der Polymerschäume verwendeten erfindungsgemäßen amorphen
Polyolefine eine Schmelzviskosität von < 80.000 mPa·s (bei 190°C)
auf, wobei ihre Zugfestigkeit bei maximal 8 MPa, bevorzugt bei maximal
6 MPa und insbesondere bevorzugt zwischen 2 und 5,5 MPa liegt.
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Weiterhin
weisen die erfindungsgemäß eingesetzten Polyolefine
eine durch Differentialkalorimetrie in der 2ten Aufheizung bestimmte
Glasübergangstemperatur von –8 bis –80°C,
bevorzugt von –10 bis –65°C, besonders
bevorzugt von –12 bis –55°C und insbesondere
bevorzugt von –14 bis –48°C auf. Erfindungsgemäß eingesetzte
amorphe Polyolefine mit einer niedrigen Glasübergangstemperatur
weisen insbesondere eine exzellente Tieftemperaturflexibilität
und sind insbesondere auch für Isolierschichten geeignet,
die Zusammen mit Dichtungsbahnen bzw. als Teil einer Dichtungsbahn
aufgebracht werden. In einer besonderen, bevorzugten Ausführungsform,
insbesondere wenn Polymerschäume hergestellt werden sollen,
die neben einer hohen Tieftemperaturflexibilität auch eine
hohe mechanische Festigkeit und eine eher kleinvolumige Zellstruktur
aufweisen, enthalten die zur Herstellung der Polymerschäume
verwendeten erfindungsgemäßen amorphen Polyolefine
einen Anteil an 1-Buten von mindestens 50 ma-%, bevorzugt mindestens
55 ma-%, besonders bevorzugt von mindestens 60 ma-% und insbesondere
bevorzugt von mehr als 65 ma-% und weisen eine Glasübergangstemperatur
von < –35°C,
bevorzugt von < –38°C,
besonders bevorzugt von < –40°C
und insbesondere bevorzugt von < –42°C
auf.
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Die
mittels Oszillationsrheometrie bestimmte Schmelzviskosität
der ungeschäumten amorphen Polyolefine beträgt
bei 190°C 1.000–5.000.000 mPa·s, vorzugsweise
3.000 bis 3.000.000 mPa·s, besonders bevorzugt 5.000 bis
2.000.000 mPa·s und insbesondere 7.500 bis 1.500.000 mPa·s
wobei weitere Vorzugsbereiche zwischen 7.000 und 55.000 MPa·s,
zwischen 20.000 und 40.000 mPa·s, zwischen 50.000 und 150.000 mPa·s,
zwischen 80.000 und 250.000 mPa·s, zwischen 200.000 und
600.000 mPa·s und zwischen 500.000 und 1.500.000 MPa·s
liegen. Besonderer Vorteil von erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefinen mit niedriger Schmelzviskosität (< 100.000 mPa·s
bei 190°C) ist die gute Fließfähigkeit
ihrer Polymerschmelzen und der sie enthaltenden Zusammensetzungen
bzw. Formulierungen, sowie die verhältnismäßig
einfache Expansion der Polymerschmelzen durch chemische und/oder
physikalische Treibmittel. Erfindungsgemäße amorphe
Polyolefine mit niedriger Schmelzviskosität eignen sich insbesondere
für die Erzeugung von Schäumen die einen hohen
Anteil an offenen Zellstrukturen aufweisen. Ein weiterer Vorteil
von Schäumen die unter Verwendung der erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefine hergestellt werden (d. h. deren Polymeranteil
ganz oder teilweise aus den erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefinen besteht) ist die gezielt einstellbare Adhäsion
und/oder Oberflächenklebrigkeit, die eine gute Haftung
der Schäume auf zahlreichen natürlichen und/oder
synthetischen Materialien, insbesondere auf Holz-, Papier-, Polymer-
und Kunststoffoberflächen bewirkt.
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Besonderer
Vorteil von erfindungsgemäßen amorphen Polyolefinen
mit hoher Schmelzviskosität (> 100.000 mPa·s bei 190°C)
ist hingegen die hohe Stabilität der diese Polymere beinhaltenden
Polymerschäume insbesondere auch während des Abkühlvorganges.
Erfindungsgemäße amorphe Polyolefine mit hoher Schmelzviskosität
eignen sich insbesondere für die Erzeugung von Schäumen
die einen hohen Anteil an geschlossenen Zellstrukturen aufweisen.
Weiterer Vorteil der unter Verwendung von erfindungsgemäßen
hochviskosen amorphen Polyolefinen erzeugten Schäume ist
ihre hohe mechanische Stabilität sowohl bei Zug- als auch
bei Druckbelastung.
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In
einer weiteren bevorzugten besonderen Ausführungsform,
insbesondere wenn Polymerschäume mit guter plastischer
Verformbarkeit und herausragender Tieftemperaturflexibilität
und eher großvolumiger Zellstruktur hergestellt werden
sollen, enthalten die zur Herstellung der Polymerschäume
verwendeten erfindungsgemäßen amorphen Polyolefine
einen Anteil an C4-C10 α-Olefinen,
besonders bevorzugt 1-Hexen und/oder 1-Octen von mindestens 20 ma-%,
bevorzugt von mindestens 25 ma-%, besonders bevorzugt von mindestens
28 ma-% und insbesondere bevorzugt von mehr als 30 ma-% und weisen
eine Glasübergangstemperatur von < –40°C, bevorzugt
von < –42°C,
besonders bevorzugt von < –45°C
und insbesondere bevorzugt von < –48°C
auf.
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Die
Reißdehnung der erfindungsgemäß eingesetzten
Polyolefine im ungeschäumten Zustand beträgt 1
bis 5.000%, bevorzugt 10–4.000%, besonders bevorzugt 50
bis 3.500% und insbesondere bevorzugt 100 bis 2.500%, wobei weitere
Vorzugsbereiche zwischen 100 und 500%, zwischen 250 und 750%, zwischen
500 und 1250% und zwischen 700 und 1500% liegen. In einer besonderen,
bevorzugten Ausführungsform weisen die erfindungsgemäßen
amorphen Polyolefine im ungeschäumten Zustand eine Zugfestigkeit
von mindestens 2 MPa und maximal 18 MPa auf, wobei gleichzeitig
die Reißdehnung ebenfalls im ungeschäumten Zustand
bei mehr als 500%, bevorzugt bei mehr als 600%, besonders bevorzugt
bei mehr als 650% und insbesondere bevorzugt zwischen 700 und 1500%
liegt.
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Die
Verfahren zur Herstellung der amorphen Polyolefine erfordern die
Verwendung von homogenen bzw. heterogenen Polymerisationskatalysatoren.
Als mögliche Katalysatoren für die Herstellung
der erfindungsgemäß verwendeten Polyolefine können
Metallocen-Katalysatoren (z. B. Zirconocen-Katalysatoren, Lanthanocen-Katalysatoren
usw.), Cr-Katalysatoren, V-Katalysatoren, Ti-Katalysatoren usw.
verwendet werden. Besonders bevorzugt ist die Verwendung titanhaltiger
Ziegler-Natta-Katalysatoren, wobei sowohl geträgerte wie
auch ungeträgerte Katalysatorsysteme verwendet werden können.
Die Herstellung der amorphen Polyolefine erfolgt beispielsweise
nach folgendem Verfahren:
Ein erfindungsgemäß eingesetztes
amorphes Polyolefin ist beispielsweise durch Polymerisation von α-Olefin-Monomeren
mit einem TiCl3·(AlCl3)n-Mischkatalysator (n = 0,2 bis 0,5) erhältlich,
wobei eine Trialkylaluminiumverbindung (etwa Triethylaluminium,
bevorzugt Triisopropylaluminium, besonders bevorzugt Triisobutylaluminium)
als Cokatalysator eingesetzt wird. Das molare Verhältnis
von Katalysator zu Cokatalysator liegt bevorzugt zwischen 1:1 und
1:10. Die Aktivität des verwendeten Katalysators liegt
bevorzugt zwischen 5.000 und 20.000 g Polymer/g Katalysator. Das
Monomer Ethen wird gasförmig eingesetzt, während
die Monomere Propen und 1-Buten sowohl gasförmig als auch
flüssig eingesetzt werden können. Höhere
Homologe werden flüssig eingesetzt. Werden Propen und/oder
1-Buten flüssig eingesetzt, so muss im verwendeten Reaktor
ein den Reaktionsbedingungen entsprechender Druck gehalten werden,
welcher eine ausreichende Monomerkonzentration in der flüssigen
Phase gewährleistet. Als Molmassenregler kommt gasförmiger
Wasserstoff zum Einsatz. Die Polymerisation wird in einem inerten
Lösungsmittel durchgeführt, welches z. B. aus
der Gruppe der aliphatischen Kohlenwasserstoffe ausgewählt
ist. Das Massenverhältnis von Polymerisat zu Lösungsmittel
beträgt im stationären Reaktionszustand der Polymersation
zwischen 1:100 und 1:0,01, bevorzugt zwischen 1:50 und 1:0,1 und
besonders bevorzugt zwischen 1:10 und 1:0,2. In einer speziellen
Ausführungsform liegt es zwischen 1:1 und 1:0,01. Eine
Polymerisation im vorgelegten Monomer ist ebenfalls möglich,
wobei in diesem Fall das Massenverhältnis von Polymerisat
zu Lösungsmittel bevorzugt zwischen 1:2 und 1:0,75 liegt.
Die Polymerisation wird entweder in einem Rührkessel oder
in einer Rührkesselkaskade durchgeführt; in einer
besonderen Ausführungsform kann auch ein Strömungsrohr
bzw. ein rohrförmiger Reaktor mit Zwangsförderung
(z. B. eine Schneckenmaschine) verwendet werden. Die Verwendung
des rohrförmigen Reaktors mit Zwangsförderung
kann entweder als alleinige Lösung oder in Kombination
mit Rührkessel oder Rührkesselkaskade erfolgen.
Hierbei sind sowohl eine Reihen- als auch eine Parallelschaltung
der einzelnen Reaktoren möglich. Die Reaktionstemperatur
liegt zwischen 30 und 200°C, bevorzugt zwischen 70 und
150°C und besonders bevorzugt zwischen 80 und 130°C.
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Katalysator
und Cokatalysator werden am Ende der Reaktion in geeigneter Weise
zersetzt, wobei die zersetzten Katalysatorbestandteile entweder
im Polymerisat verbleiben oder über einen Waschschritt
entfernt werden. Dabei wird das Polymerisat durch die in unreaktive
Bestandteile überführten zersetzten Katalysatorkomponenten
im erfindungsgemäßen Herstellungsprozess nicht
eingefärbt. Die erfindungsgemäßen Polymerisate
können dem Stand der Technik entsprechend entweder in Form
ihrer Reaktionslösung oder zu einem späteren Zeitpunkt
chemisch stabilisiert werden, um sie vor dem schädigenden
Einfluss von höheren Temperaturen, Sonneneinstrahlung,
Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff zu schützen. Dabei können
beispielsweise Stabilisatoren, die gehinderte Amine (HALS-Stabilisatoren),
gehinderte Phenole, Phosphite, UV-Absorber wie z. B. Hydroxybenzophenone,
Hydroxyphenylbenzotriazole und/oder aromatische Amine enthalten,
zum Einsatz kommen. Die wirksame Menge an Stabilisatoren liegt dabei
normalerweise im Bereich von 0,1 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Polymer.
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Die
Polymerisation kann entweder chargenweise, kontinuierlich oder semikontinuierlich
durchgeführt werden, besonders bevorzugt ist ein kontinuierliches
Verfahren. Zur Kontrolle des Molekulargewichts kann, falls gewünscht,
gemäß dem Stand der Technik in Gegenwart von Wasserstoff
oder einem anderen geeigneten Regler polymerisiert werden.
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Die
Oberflächenklebrigkeit der hergestellten Schäume
lässt sich über die verwendeten Polymere bzw. die
Polymerzusammensetzung gezielt einstellen. Für Schäume
mit geringer Oberflächenklebrigkeit eignen sich insbesondere
Mischungen der weitgehend amorphen Polyolefine mit isotaktischem
Polypropylen bzw. ataktischem Polypropylen, das durch Metallocen-Katalyse
hergestellt wurde. Als amorphes Polyolefin kommen dabei bevorzugt
1-Buten Homo- oder Copolymere mit geringen Anteilen Ethen oder Propen
zum Einsatz.
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Für
Schäume mit hoher Oberflächenklebrigkeit eignen
sich besonders propen- bzw. butenreiche Terpolymere mit einem Ethengehalt
von 1–25 ma-%, bevorzugt 2–24 ma-%, besonders
bevorzugt 4–23 ma-% und insbesondere bevorzugt 5–22
ma-%. Die höchsten Oberflächenklebrigkeiten werden
mit amorphen Polyolefinen erzielt, die mit geträgerten
Ziegler-Natta-Katalysatoren ohne Zusatz von Taktizitätsreglern
(wie z. B. externen Donoren) hergestellt werden. Gute Ergebnisse
erzielt man hier auch durch Zumischung von auf Metallocenbasis hergestelltem
amorphem Propen-1-Buten-Copolymer.
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In
einer besonderen Ausführungsform werden Mischungen von
harten (d. h. Nadelpenetration < 10·0,1 mm)
und weichen (d. h. Nadelpenetration > 20·0,1 mm) amorphen Polyolefinen
eingesetzt um ein besonderes Verhältnis von Festigkeit
und Elastizität einzustellen. Vorzugsweise enthalten die
Mischungen 50–80% harte und 20–50% weiche amorphe
Polyolefine.
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Harte
Schäume lassen sich besonders gut auf Basis von weitgehend
amorphen Propen- und/oder 1-Buten-Homopolymeren, oder 1-Buten- bzw.
propenreichen Copolymeren mit einem Comonomergehalt von < 30 ma-%, bevorzugt < 25 ma-%, besonders
bevorzugt von < 20
ma-% und insbesondere bevorzugt von < 18 ma-% erhalten. Vorzugsweise handelt
es sich dabei um Poly(ethylen-co-1-buten), Polypropylen-co-1-buten),
Poly(propylen-co-1hexen) bzw. Polypropylen-co-1-octen).
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Weiche
Schäume lassen sich dagegen besonders gut auf Basis von
Ethen-Propen-1-Buten-Terpolymeren erhalten.
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In
einer weiteren besonderen Ausführungsform werden mehrere
amorphe Polyolefine unterschiedlicher Schmelzviskosität
eingesetzt um Schäume mit einer möglichst großen
Zellgrößenverteilung zu erhalten. Vorzugsweise
weisen die Schmelzviskositäten (bei 190°C) der
dabei eingesetzten Polyolefine eine Differenz von mindestens 50.000
mPa·s, besonders bevorzugt mindestens 75.000 mPa·s
und insbesondere bevorzugt von mindestens 100.000 mPa·s
auf.
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In
einer weiteren besonderen Ausführungsform werden amorphe
Polyolefine mit unterschiedlichen Erweichungstemperaturen und/oder
Schmelztemperaturen eingesetzt, um besondere Temperatureigenschaften der
Schäume zu erzielen. Dabei kann der Schäumprozess
durch die Wahl der Mischungstemperatur auch so gesteuert werden,
dass nur eine bzw. ein Teil der verwendeten Mischung aufgeschmolzen
wird, ein anderer Teil aber fest bleibt, wodurch inhomogene Schaumstrukturen
mit besonderen Eigenschaften zugänglich sind.
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Werden
Mischungen der amorphen Polyolefine mit ein oder mehreren weiteren
Polymeren zur Herstellung der Schäume verwendet, so können
die ein oder mehreren weiteren Polymere ausgewählt sein
aus der Gruppe umfassend isotaktisches Polypropylen, syndiotaktisches
Polypropylen, ataktisches Polypropylen, high density Polyethylen
(HDPE), low density branched Polyethylen (LDPE), linear low density
Polyethylen (LLDPE), Ethylen-Vinylacetat-Copolymer (EVA), Ethylen-Propen-Rubber
(EPR), Etyhlen-Propen-Diene-Copolymere (EPDM), Polybutadien, Polystyrol,
syndiotaktisches Polystyrol, Acrylnitil-Butadien-Styrol-Terpolymere (ABS)
und Styrol-Acrylnitirl-Copolymere (SAN).
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In
einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
sind die ein oder mehreren amorphen Polyolefine mit ein oder mehreren
Silanen modifiziert. Entsprechende Polyolefine sind beispielsweise
aus
DE 4000696 und
US 5,241,014 bekannt. Bei
diesen silanmodifizierten Polyolefinen sind auf die vorab genannten ein
oder mehreren amorphen Polyolefine ein oder mehrere Silane aufgepfropft.
Das aufzupropfende Silan besitzt vorzugsweise olefinische Doppelbindungen
sowie eine bis drei direkt mit dem Siliciumatom verbundene Alkoxygruppen.
Insbesondere sind die ein oder mehreren Silane ausgewählt
aus der Gruppe umfassend Vinyltrimethoxysilan (VTMO), Vinyltriethoxysilan,
Vinyl-tris(2-methoxy-ethoxy)silan, 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan
(MEMO; H
2C=C(CH
3)COO(CH
2)
3-Si(OCH
3)
3), 3-Methacryloxypropyltriethoxysilan,
Vinyldimethylmethoxysilan und/oder Vinylmethyldibutoxysilan. Ganz
besonders bevorzugt ist das Silan Vinyltrimethoxysilan. Das Silan
wird bei der Pfropfung üblicherweise in Mengen von 0,1
bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,5 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das amorphe
Polyolefin, eingesetzt. Die ein oder mehreren Silane können
auf das Polymer nach allen Methoden des Standes der Technik aufgepfropft
werden, beispielsweise in Lösung oder bevorzugt in der
Schmelze, wobei ein Radikalspender in ausreichender Menge eingesetzt
wird. Eine geeignete Arbeitsweise kann der
DE-OS 40 00 695 entnommen werden,
auf die ausdrücklich Bezug genommen wird. Beispielsweise
können folgende Radikalspender verwendet werden: Diacylperoxide
wie z. B. Dilaurylperoxid oder Didecanoylperoxid, Alkylperester
wie z. B. tert-Butylperoxy-2-ethylhexanoat, Perketale wie z. B. 1,1-Di(tert-butylperoxy)-3,3,5-trimethylcyclohexan
oder 1,1-Di(tert-butylperoxy)cyclohexan, Dialkylperoxide wie z.
B. tert-Butylcumylperoxid, Di(tert.butyl)peroxid oder Dicumylperoxid,
C-Radikalspender wie z. B. 3,4-Dimethyl-3,4-diphenylhexan oder 2,3-Dimethyl-2,3-diphenylbutan
sowie Azoverbindungen wie z. B. 2,2'-Azo-di(2-acetoxypropan). In
einer besonderen, bevorzugten Ausführungsform erfolgt die
Silanmodifizierung der erfindungsgemäßen amorphen
Polyolefine und/oder der sie enthaltenden Mischungen unmittelbar
vor dem Aufschäumen (d. h. zwischen der Modifizierung und
dem Aufschäumen findet keine weitere Verfestigung bzw.
Konfektionierung). Dies hat den Vorteil, dass durch die eingebrachten
Silangruppen eine besonders homogene Vernetzung, und damit auch
die Erzeugung einer sehr gleichmäßigen Zellstruktur,
möglich wird.
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Die
erfindungsgemäß verwendete Polymermischung bzw.
das erfindungsgemäß eingesetzte Polyolefin, und
damit der erfindungsgemäße Schaum, kann alle dem
Stand der Technik entsprechenden Polymeradditive enthalten, die
für das Erreichen der erfindungsgemäßen
Materialeigenschaften vorteilhaft sind. Insbesondere sind hierbei
Stabilisatoren wie z. B. gehinderte Amine – sog. HALS-Stabilisatoren –,
gehinderte Phenole, Phosphite, UV-Absorber (z. B. Hydroxybenzophenone,
Hydroxyphenylbenzotriazole und/oder aromatische Amine eingeschlossen.
Des Weiteren sind – je nach gewünschtem Anwendungsbereich – auch
die Verwendung von Gleitmitteln, Weichmachern sowie halogenierten
und/oder nicht-halogenierten Flammschutzmitteln möglich.
Auf Grund ihrer Toxizität sind halogenierte Flammschutzmittel
nicht bevorzugt. Bevorzugt werden dagegen nicht-halogenierte Flammschutzmittel
wie z. B. BaSO4. Auf Grund ihrer Toxizität
ist die Verwendung von Weichmachern wie z. B. Phthalaten nicht bevorzugt.
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In
den Schäumen kann das erfindungsgemäß eingesetzte
Polyolefin bzw. die erfindungsgemäß verwendete
Polymermischung alle dem Stand der Technik entsprechenden Füllstoffe
enthalten. Beispiele solcher Füllstoffe sind mineralische und/oder
synthetische und/oder natürliche, organische und/oder anorganische
Materialien, wie z. B. Calciumoxid, Magnesiumoxid, Calciumcarbonat,
Bariumsulfat, Siliziumdioxid, Schichtsilikat, Industrieruß,
Bitumen, Holz (z. B. pulverisiert, als Granulat, Mikrogranulat,
Fasern usw.), Papier, Natur- und/oder Synthetikfasern usw. Neben
den Füllstoffen können gleichzeitig oder alternativ
auch synthetische und/oder nicht synthetische Farbstoffe bzw. Pigmente
zur Anwendung kommen, z. B. Industrieruß (schwarz), Eisenoxid
(gelb), Effektpigmente auf Basis von Glimmer oder synthetischen
Trägern usw.
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Verfahren
zur Herstellung von Schäumen umfassend das Aufschäumen
eines oder mehrerer, der oben genannten amorphen Polyolefine, sind
ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Insbesondere bevorzugt
ist ein Verfahren zur Herstellung von Schäumen umfassend
das Aufschäumen eines oder mehrerer amorpher Polyolefine,
wobei die Verarbeitungstemperatur zumindest in einem Teilbereich
der Verarbeitungsmaschine unterhalb des Erweichungspunktes zumindest
eines der verwendeten amorphen Polyolefine liegt.
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Die
Polymerschäume der vorliegenden Erfindung können
durch unterschiedliche Techniken und Verfahren hergestellt werden.
Beispiele hierfür sind – ohne sich auf diese zu
beschränken – semikontinuierliche und/oder kontinuierliche
Extrusionsverfahren, aber auch Batch-Verfahren. Auch die Verwendung
von diskontinuierlichen und kontinuierlichen Prozessschritten während
der Herstellung ist möglich. Die Verwendung eines zersetzenden
Treibmittels und das Quervernetzen sind in den Herstellprozess eingeschlossen.
Das kontinuierliche Extrusionsverfahren ist bevorzugt.
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In
einem Extrusionsverfahren wird die Zellgröße durch
verschiedene Parameter beeinflusst, die den Typ und die Menge des
Treibmittels, den Polymertyp, die Geometrie der Düsenöffnung,
die Scherrate an der Düse, die Menge eines (optionalen)
kernbildenden Mittels, die (optionale) Verwendung eines zellvergrößernden
Mittels und die Schäumungstemperatur einschließen.
Bei den restlichen Parametern haben der Typ und die Menge des Treibmittels
den größten Effekt auf die Zellgröße.
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Die
für die Herstellung der erfindungsgemäßen
Polymerschäume geeigneten Treibmittel zum Aufschäumen
schließen alle Typen bekannter Treibmittel ein, physikalische
und/oder chemische Treibmittel, einschließlich anorganischer
Treibmittel, organischer Treibmittel und chemischer Treibmittel.
Für den Fall, dass die zum Aufschäumen verwendete
Mischung feuchtigkeitsvernetzende Gruppen (z. B. Silangruppen) enthält, sind
die verwendeten physikalischen Treibmittel bevorzugt mit Wasser
bzw. Waserdampf gesättigt, um eine schnelle und vollständige
Vernetzung zu erzielen. Geeignete anorganische Treibmittel schließen
Kohlendioxid, Stickstoff, Argon, Wasser, Luft, Sauerstoff und Helium
ein. Organische Treibmittel schließen aliphatische Kohlenwasserstoffe
mit 1–6 Kohlenstoffatomen, aliphatische Alkohole mit 1–3
Kohlenstoffatomen und vollständig oder partiell halogenierte
aliphatische Kohlenwasserstoffe mit 1–4 Kohlenstoffatomen
ein. Aliphatische Kohlenwasserstoffe schließen Methan,
Ethan, Propan, n-Butan, Isobutan, n-Pentan, Isopentan, Neopentan,
Hexan, Isohexan, Heptan, Octan, Methylpentan, Dimethylpentan, Buten,
Penten, 4-Methylpenten, Hexen, Hegten, 2,2-Dimethylbutan und Petrolether
ein. Aliphatische Alkohole schließen Methanol, Ethanol,
n-Propanol und Isopropanol ein. Vollständig und teilweise
halogenierte aliphatische Kohlenwasserstoffe schließen
Chlorkohlenwasserstoffe, Fluorkohlenwasserstoffe sowie Chlorfluorkohlenwasserstoffe
ein. Chlorkohlenwasserstoffe für die Verwendung in dieser
Erfindung schließen Methylchlorid, Methylenchlorid, Ethylchlorid,
Ethylendichlorid, 1,1,1-Trichlorethan, Trichlormethan und Tetrachlormethan
ein. Fluorkohlenwasserstoffe zur Verwendung in dieser Erfindung
schließen Methylfluorid, Methylenfluorid, Ethylfluorid,
1,1-Difluorethan (HFC-152a), 1,1,1-Trifluorethan (HFC-143a), 1,1,1,2-Tetrafluorethan
(HFC-134a), 1,1,2,2,-Tetrafluorethan (HFC-134), Pentafluorethan,
2,2-Difluorpropan, 1,1,1-Trifluorpropan und 1,1,1,3,3-Pentafluorpropan
ein. Teilweise hydrierte Chlorfluorkohlenwasserstoffe zur Verwendung
in dieser Erfindung schließen Chlorfluormethan, Chlordifluormethan
(HCFC-22), 1,1-Dichlor-1-fluorethan (HCFC-141b), 1-Chlor-1,1-difluorethan
(HCFC-142b), 1,1-Dichlor-2,2,2-Trifluorethan (HCFC-123), 1,2-Dichlor-1,2,2-trifluorethan
(HCFC-123a) und 1-Chlor-1,2,2,2-Tetrafluorethan (HCFC-124) ein.
Vollständig halogenierte Kohlenwasserstoffe können
auch verwendet werden, sind aber aus ökologischen Gründen
nicht bevorzugt: Fluortrichlormethan (CFC-11), Dichlordifluormethan (CFC-12),
1,1,2-Trichlor-1,2,2-trifluorethan (CFC-113), 1,2-Dichlor-1,1,2,2-tetrafluorethan
(CFC-114), Chlor-1,1,2,2,2-pentafluorethan (CFC-115), Trichlorfluormethan.
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Chemische
Treibmittel für die Verwendung in dieser Erfindung schließen
außerdem Azodicarbonamid, Azodiisobutyronitril, Benzolsulfonylhydrazid,
4,4-Oxybenzolsulfonylsemicarbazid, 4,4-Oxybis(benzolsulfonylhydrazid),
Diphenylsulfon-3,3-disulfonylhydrazid, p-Toluolsulfonylsemicarbazid,
N,N-Dimethyl-N,N-dinitrosoterephthalamid und Trihydrazintriazin,
N=N-Dinitrosopentamethylentetramin, Dinitrosotrimethyltriamin, Natriumhydrogencarbonat,
Natriumbicarbonat, Mischungen von Natriumbicarbonat und Zitronensäure,
Ammoniumcarbonat, Ammoniumbicarbonat, Kaliumbicarbonat, Diazoaminobenzol,
Diazoaminotoluol, Azodicarbonamid, Hydrazodicarbonamid, Diazoisobutyronitril,
Bariumazodicarboxylat und 5-Hydroxytetrazol ein. Auch Mischungen
all dieser Treibmittel werden als innerhalb des Umfangs dieser Erfindung
liegend angesehen. Bevorzugte Treibmittel für das Extrusionsverfahren
und das Batch-Verfahren zur Herstellung schmelzbarer Kügelchen
sind physikalische Treibmittel, wobei flüchtige organische
Treibmittel bevorzugt sind, besonders bevorzugt sind kurze Kohlenwasserstoffe
(z. B. Propan und Butan).
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Bevorzugte
Treibmittel für die Herstellung quervernetzter Schäume
sind sich zersetzende Treibmittel und Stickstoff.
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Treibmittel,
die eine relativ hohe Löslichkeit im verwendeten Polymer
und eine kleine Molekülgröße haben, führen
bei niedriger Dosierung zu großen Zellgrößen.
Beispiele für solche Treibmittel sind – ohne sich
auf diese zu beschränken – Propan, n-Butan, Isobutan,
n-Pentan, Methylchlorid, Methylenchlorid, Ethylchlorid, Methanol,
Ethanol, Dimethylether, Wasser und/oder ein gemischtes Treibmittel,
das ein oder mehrere der genannten Treibmittel enthält.
Beispiele für weitere Steuerungs-Additive bezüglich
der Zellgröße sind wachsartige Materialien mit
relativ niedrigem Schmelzpunkt. Außerdem führt
auch eine niedrige Scherrate an der Düsenöffnung
zu großen Zellgrößen.
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Die
Menge an Treibmittel, das in das Polymerschmelzmaterial eingearbeitet
wird, um ein schaumbildendes Gel herzustellen, wird so variiert,
wie es erforderlich ist, um eine vorbestimmte Dichte zu erreichen.
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Die
Menge des optionalen kernbildenden Mittels, das verwendet wird,
um die Schäume der vorliegenden Erfindung herzustellen,
wird entsprechend der gewünschten Zellgröße,
der Schaumtemperatur und der Zusammensetzung des kernbildenden Mittels
variiert. So sollte wenig oder kein kernbildendes Mittel verwendet
werden, wenn große Zellgrößen erwünscht
sind. Als optionales kernbildendes Mittel, welches der verschäumbaren
Mischung zugegeben werden kann, eignen sich – ohne sich
auf diese zu beschränken – Calciumcarbonat, Polyolefinwachse
(insbesondere Polyethylen- und Polypropylenwachse, wobei sowohl
reine wie auch oxidierte Wachse eingeschlossen sind), sowie Fischer-Tropsch-Wachse,
Bariumstearat, Calciumstearat, Talk, Ton, Titaniumdioxid, Siliciumdioxid,
Diatomeenerde sowie Mischungen von Zitronensäure und Natriumbicarbonat.
Die Menge des optional verwendeten kernbildenden Mittels, kann von
0,01 bis 5 Gewichtsanteilen je 100 Gewichtsanteile des Polymerharzgemisches
reichen.
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Vor
dem Mischen mit dem Treibmittel wird das Polymer auf eine Temperatur
oberhalb seiner Glasübergangstemperatur bzw. oberhalb seines
Erweichungspunktes bzw. oberhalb seiner Schmelztemperatur erhitzt.
Im vorliegenden Fall der weitgehend amorphen Polyolefine wird dabei
bei Temperaturen von 60–250°C, bevorzugt bei 70–230°C
und besonders bevorzugt bei 80–200°C gearbeitet,
wobei diese Temperatur von der Polymerzusammensetzung und der (Teil)Kristallinität
des verwendeten, weitgehend amorphen Polyolefins sowie eventueller
Blendpartner abhängt. Das Treibmittel kann in das geschmolzene
Polymermaterial durch mechanische Hilfsmittel wie z. B. Extruder,
Schmelzkneter, Mischer usw. eingearbeitet werden. Wird ein Extruder verwendet,
so können sowohl Ein-, Zwei- als auch Mehrschneckenextruder
eingesetzt werden, wobei bei den Zweischneckenextrudern sowohl gleich-
als auch gegenlaufende Betriebsweisen der Schnecken möglich
sind. Für eine bessere Durchmischung wird die gleichlaufende
Fahrweise bevorzugt, während bei scherempfindlichen Polymeren
die gegenlaufende Fahrweise bevorzugt ist. Bei den Mehrschneckenextrudern
sind insbesondere solche bevorzugt, die eine Zentralspindel enthalten,
da hier die besten Mischergebnisse bei gleichzeitig geringer Polymerbelastung
erhalten werden. Neben diesen „fördernden” Mischern
können Polymerschmelze und Treibmittel auch in einem Rohrreaktor
mit Mischungselementen gemischt werden. In letzterem Fall erfolgt die
direkte Zudosierung der Polymerschmelze in den Rohrreaktor mit Hilfe
einer Zahnradpumpe, die einen entsprechenden Druck im Rohrreaktor
aufbaut. Werden Schmelzkneter eingesetzt so können diese
sowohl kontinuierlich wie auch diskontinuierlich betrieben werden.
In einer besonderen Ausführungsform des Herstellungsverfahrens
wird das weitgehend amorphe Polyolefin unmittelbar nach der Polymerisation
chemisch stabilisiert und dann ohne Konfektionierung direkt zu einem
Schaum verarbeitet. Dabei kann die Verarbeitung zu einem Schaum
entweder am Ort der Polymerisation oder an einem anderen Ort erfolgen,
wobei in letzterem Fall ein Transport der stabilisierten Polymerschmelze
z. B. durch beheizte Container und/oder eine begleitbeheizte Schmelzeleitung
erfolgt. Das Treibmittel wird mit dem geschmolzenen Polymermaterial
bei einem erhöhten Druck gemischt, der ausreicht, um eine
wesentliche Expansion des geschmolzenen Polymermaterials zu vermeiden
und das Treibmittel homogen zu dispergieren. Optional kann auch
ein Kernbildner in die Polymerschmelze eingemischt werden oder trocken
mit dem Polymermaterial vor der Plastifizierung oder dem Schmelzen
eingemischt werden. Das schäumbare Gel wird typischerweise
zunächst abgekühlt, um die physikalischen Charakteristika
der Schaumstruktur zu optimieren. Das Gel wird dann durch eine Düse
beliebiger Form in einen Bereich mit reduziertem oder niedrigerem
Druck extrudiert oder gefördert, um die Schaumstruktur
zu bilden. Der dabei vorliegende Druck liegt niedriger als der,
bei dem das schäumbare Gel vor der Extrusion durch die
Düse gehalten wird, und kann sowohl größer,
gleich, wie auch geringer als der atmosphärische Druck
liegen. Bevorzugt liegt er zwischen 1.200 und 0 mbar (abs.), besonders
bevorzugt zwischen 1.200 und 500 mbar (abs.), ganz besonders bevorzugt
zwischen 1.100 und 800 mbar (abs.).
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Um
die Permeabilität der verwendeten Polymere für
die verwendeten Treibmittel zu verringern und damit die Dimensionsstabilität
der Schaumzellen zu erhöhen, können vor der Verschäumung
Additive in die Polymermasse eingearbeitet werden. Hierzu eignen
sich insbesondere Fettsäureester sowie Fettsäureamide. Beispiele
für derartige Additive sind, ohne sich auf diese zu beschränken,
Glycerin Monostearat und Stearylsäureamid.
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Die
Polymerschäume der vorliegenden Erfindung können
quervernetzt oder nicht quervernetzt sein. Verfahren zur Herstellung
von Polymerschaumstrukturen und deren Verarbeitung sind in C.
P. Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of Polymer Foams
and Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper und Vahid
Sendijarevic, Hanser Publishers, München (2004)) aufgeführt.
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Nicht
quervernetzte Schäume können erfindungsgemäß z.
B. in einer ineinander fließenden Strangform durch Extrusion
des thermoplastischen Polymerharzes (d. h. dem Polymermaterial)
durch eine Düse mit vielen Öffnungen hergestellt
werden.
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Die
vorliegende Schaumstruktur kann auch in nicht quervernetzten Schaumkügelchen
ausgebildet werden, die geeignet sind, um in einem weiteren Formgebungsprozess
in entsprechenden Formen aufgeschmolzen zu werden. Die Schaumkügelchen
können durch ein Extrusionsverfahren oder ein Batch-Verfahren hergestellt
werden. Im Extrusionsverfahren werden die Schaumstränge
mittels konventionellem Schaumextrusionsapparat, durch eine Multi-Loch-Düse
gefördert und anschließend granuliert, um die
Schaumkügelchen zu bilden. In einem Batch-Prozess werden
einzelne Polymer-Partikel, wie z. B. granulierte Harzpellets in
einem flüssigen Medium, in dem sie im Wesentlichen nicht
löslich sind, wie z. B. Wasser, suspendiert. Diese werden mit
einem Treibmittel durchsetzt, indem das Treibmittel in das flüssige
Medium bei einem erhöhten Druck und einer erhöhten
Temperatur in einem Autoklaven oder einem anderen Druckkessel eingeführt
wird, und schnell in die Atmosphäre oder einem Bereich
mit reduziertem Druck entladen, um zu expandieren, und so die Schaumkügelchen
zu bilden.
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Quervernetzte
Schäume der vorliegenden Erfindung können entweder
durch das quervernetzte Schaumverfahren unter Anwendung eines sich
zersetzenden Treibmittels oder durch konventionelle Extrusionsverfahren
hergestellt werden.
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Bei
der Herstellung quervernetzter Polymerschäume unter Anwendung
eines sich zersetzenden Treibmittels können die quervernetzten
Schäume erfindungsgemäß hergestellt werden,
indem ein thermoplastisches Polymer mit einem sich zersetzenden
chemischen Treibmittel gemischt und erhitzt wird, um ein schäumbares,
plastifiziertes oder geschmolzenes Polymermaterial zu bilden. Durch
Extrudieren des schäumbaren, geschmolzenen Polymermaterials
durch eine Düse, Induzieren der Quervernetzung in dem geschmolzenen
Polymermaterial und Aussetzen des geschmolzenen Polymermaterials
gegenüber einer erhöhten Temperatur zur Freisetzung
des Treibmittels, wird die Schaumstruktur gebildet. Dabei können
Polymerschmelze und Treibmittel z. B. mit einem Extruder, Mixer,
Mischer oder ähnlichem gemischt werden. Wird ein Extruder
verwendet, so können sowohl Ein-, Zwei- als auch Mehrschneckenextruder
eingesetzt werden, wobei bei den Zweischneckenextrudern sowohl gleich-
als auch gegenlaufende Betriebsweisen der Schnecken möglich
sind. Für eine bessere Durchmischung wird die gleichlaufende
Fahrweise bevorzugt, während bei scherempfindlichen Polymeren
die gegenlaufende Fahrweise bevorzugt ist. Bei den Mehrschneckenextrudern
sind insbesondere solche bevorzugt, die eine Zentralspindel enthalten,
da hier die besten Mischergebnisse bei gleichzeitig geringer Polymerbelastung
erhalten werden. Werden Schmelzkneter eingesetzt so können
diese sowohl kontinuierlich wie auch diskontinuierlich betrieben
werden. In einer besonderen Ausführungsform wird die Polymerisationslösung mit
Hilfe von polaren Zersetzungsmitteln wie z. B. Wasser oder Alkoholen
(z. B. Methanol, Ethanol, Propanol, Octanol usw.) sowie unter optionalem
Einsatz eines Oxidationsmittels von aktiven Katalysator-/Cokatalysatorbestandteilen
befreit, und dann entweder ohne vorherige Entgasung, oder nachdem
lediglich ein Teil des Lösungsmittel entfernt wurde, gegebenenfalls
vernetzt und dann direkt aufgeschäumt. Dabei sind als Lösungsmittel
der Polymerisation vor allem Flüssiggase, insbesondere
Propan und n-Butan bevorzugt. Vor dem Aufschäumen werden
in diesem Fall zusätzliche Hilfsstoffe wie z. B. Stabilisatoren,
Weichmacher, Gleitmittel, Kernbildner, Vernetzungsadditive usw.
zugegeben. Chemische Treibmittel werden bevorzugt vor dem Erhitzen des
Polymermaterials trocken vermischt, können aber auch der
Schmelze zugegeben werden. Das Quervernetzen kann durch Zugabe eines
quervernetzenden Mittels oder durch Bestrahlung induziert werden.
Die vernetzenden Mittel, die in dieser Erfindung vorzugsweise benutzt
werden, sind organische Peroxide. Beispiele für organische
Peroxide sind, ohne sich auf diese zu beschränken, Dicumylperoxid,
1,1-Di-tert-butylperoxy-3,3,5-trimethylcyclohexan, 2,5-Dimethyl-2,5-di-tert-butylperoxyhexan,
2,5-Dimethyl-2,5-di-tert-butylperoxyhexin, α,α'-bis-(tert-Butylperoxy)diisopropylbenzol,
tert-Butylperoxyketon und tert-Butylperoxybenzoat. Alternativ zum
Einsatz chemischer Vernetzungsmittel kann das Vernetzen des Polymers
bzw. der verwendeten Polymermischung auch durch energiereiche Strahlung
erfolgen. Die Exposition des Polymermaterials gegenüber der
Strahlung kann dabei sowohl vor dem Aufschäumen als auch
nach dem Aufschäumen erfolgen. Als energiereiche Strahlung
eignet sich insbesondere Elektronenstrahlung.
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Die
durch das Aufschäumen gebildeten Zellen können,
je nach beabsichtigtem Anwendungsbereich, offen oder geschlossen
sein. Offene Zellen können entweder direkt während
des Verschäumungsschrittes entstehen, oder aber nachträglich
durch mechanische Perforation aus geschlossenen Zellen erzeugt werden. Eine
weitere Möglichkeit zur Erzeugung offener Zellstrukturen
stellt die nachträgliche Kompression geschlossener Zellstrukturen
dar, die unter Aufreißen der Zellen zu einer offenzelligen
Schaumstruktur führt. Bei geschlossenen Zellen können
die Zellen entweder leer, oder noch (teilweise) mit Treibmittel
gefüllt sein. Für Schäume mit gefüllten
Zellen werden bevorzugt inerte Treibmittel wie z. B. Argon, Helium,
Stickstoff und/oder Kohlenstoffdioxid verwendet.
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Die
Induktion des Quervernetzens und das Aussetzen gegenüber
einer erhöhten Temperatur, um das Schäumen oder
die Expansion zu bewirken, können gleichzeitig oder aufeinander
folgend geschehen. Wenn ein quervernetzendes Mittel verwendet wird,
wird es in das Polymermaterial auf dieselbe Weise eingearbeitet, wie
das chemische Treibmittel. Wenn ein quervernetzendes Mittel verwendet
wird, wird das schäumbare geschmolzene Polymermaterial
einer Temperatur von bevorzugt weniger als 160°C, besonders
bevorzugt von weniger als 150°C und insbesondere von weniger
als 140°C ausgesetzt, um ein Zersetzen des quervernetzenden
Mittels und/oder des Treibmittels und/oder ein vorzeitiges Vernetzen
zu verhindern. Werden Bestrahlungstechniken zur Vernetzung eingesetzt,
wird das schäumbare geschmolzene Polymermaterial einer
Temperatur von bevorzugt weniger als 170°C, besonders bevorzugt
von weniger als 160°C und insbesondere bevorzugt von weniger
als 150°C ausgesetzt, um ein Zersetzendes Treibmittels
zu verhindern. Das schäumbare geschmolzene Polymer wird
durch eine Düse von gewünschter Form extrudiert
bzw. gefördert. Die schäumbare Struktur wird dann
quervernetzt und bei einer hohen Temperatur (160–250°C),
z. B. in einen Ofen, expandiert. In einer besonderen Ausführungsform
erfolgt die Mischung des Polymers mit Treibmittel und Vernetzungshilfsmittel
bei einer Temperatur unterhalb des Zersetzungspunktes des Treibmittels
bzw. Vernetzungsmittels. In diesem Fall kann die Applikation der
Polymer-Treibmittel-Vernetzer-Mischung ohne vorherige Vernetzung
erfolgen. Die Expansion und/oder Vernetzung erfolgt dann in einem
separaten Temperierungsschritt. Diese Ausführungsform eignet
sich besonders gut zum Ausschäumen von Hohlräumen.
Erfolgt die Quervernetzung durch Bestrahlung, wird die schäumbare
Struktur bestrahlt, um das Polymermaterial zu vernetzen, welches dann,
wie oben beschrieben, bei einer erhöhten Temperatur expandiert
wird.
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Alternativ
bzw. zusätzlich zu der Verwendung eines quervernetzenden
Mittels oder einer Quervernetzung durch Bestrahlung in einem quervernetzenden Schaumverfahren
unter Verwendung eines sich zersetzenden Treibmittels kann das Quervernetzen
auch mit Hilfe von Silan-Quervernetzen, wie sie in C. P.
Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of Polymer Foams and
Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper und Vahid Sendijarevic,
Hanser Publishers, München (2004)), beschreiben
werden, erreicht werden.
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Quervernetzte
Schäume der vorliegenden Erfindung können auch
in quervernetzte Schaumkügelchen geformt werden. Um die
Schaumkügelchen herzustellen, werden vereinzelte Polymerpartikel,
wie z. B. granulierte Polymerpellets, in einem flüssigen
Medium, in dem sie im Wesentlichen nicht löslich sind (z.
B. Wasser), suspendiert; mit einem quervernetzenden Mittel und einem
Treibmittel bei einem erhöhten Druck und Temperatur in
einem Autoklaven oder einem anderen Druckkessel imprägniert,
und schnell in die Atmosphäre oder einen Bereich mit reduziertem
Druck gefördert bzw. entspannt, wodurch die Schaumkügelchen
gebildet werden. In einer anderen Version des Verfahrens werden
die Polymerkügelchen mit dem Treibmittel imprägniert, heruntergekühlt,
aus dem Kessel entladen und dann durch Erhitzen oder mit Dampf expandiert.
In einer Variation des obigen Verfahrens können zusätzliche
Monomere in die suspendierten Pellets gleichzeitig mit dem quervernetzenden
Mittel eingearbeitet werden, um ein Pfropfcopolymer mit dem Polymermaterial
zu bilden. Als Beispiele solcher zusätzlichen Monomere
seien – ohne sich auf diese zu beschränken – genannt:
Maleinsäureanhydrid, Itaconsäureanhydrid, Styrol,
Methylmethacrylat, Butylmethacrylat, Vinylalkohole und Vinylsilane. Diese
Monomere können entweder allein oder als Mischung mit Radikalbildnern
verwendet werden. Als Beispiele für Radikalbildner seien
hier, ohne sich auf diese zu beschränken, organische Peroxide
wie Dicumylperoxid, 1,1-Di-tert-butylperoxy-3,3,5-trimethylcyclohexan,
2,5-Dimethyl-2,5-di-tert-butylperoxyhexan, 2,5-Dimethyl-2,5-di-tert-butylperoxyhexin, α,α'-bis-(tert-Butylperoxy)diisopropylbenzol,
tert-Butylperoxyketon und tert-Butylperoxybenzoat genannt. Das Treibmittel
kann in die Harzpellets eingearbeitet werden, während diese in
Suspension sind oder alternativ, in einem nicht wässrigen
Status. Die expandierbaren Kügelchen werden dann durch
Erhitzen z. B. mit Dampf expandiert und durch eine konventionelle
Formungsmethode geformt. Dies kann z. B. durch das Beladen einer
Form mit den Schaumkügelchen, das anschließende
Zusammenpressen der Form, um die Kügelchen zu komprimieren,
und einem abschließenden Erhitzen der Form bzw. der Kügelchen
(z. B. mit Dampf) um das Zusammenfließen und Verschweißen
der Kügelchen zu bewirken und den Artikel zu bilden, erfolgen.
Optional können die Kügelchen vor der Befüllung
der Form mit Luft oder einem anderen Medium erhitzt werden. Durch
die gute Oberflächenhaftung der erfindungsgemäß verwendeten
weitgehend amorphen Polyolefine kann der Formgebungsprozess bei
weit niedrigeren Temperaturen erfolgen als dies bisher möglich
war. Die Temperaturen bei der Formgebung liegen zwischen 40 und
200°C, bevorzugt zwischen 45 und 150°C und besonders
bevorzugt zwischen 50 und 140°C. Zur Verbesserung der Entformbarkeit ist
die Verwendung eines Trennmittels (z. B. eines niedrig schmelzenden
Polyolefinwachses oder eines Fischer-Tropsch-Wachses) sinnvoll.
Beschreibungen der oben genannten Verfahren und Methoden sind in C.
P. Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of Polymer Foams
and Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper und Vahid
Sendijarevic, Hanser Publishers, München (2004)) zu
finden. Die Schaumkügelchen können auch durch
Herstellen einer Mischung des Polymers, des quervernetzenden Mittels
und sich zersetzenden Mitteln in einer geeigneten Mischvorrichtung
oder einem Extruder und dem Formen der Mischung in Pellets und dem
anschleißenden Erhitzen der Pellets hergestellt werden.
-
Der
Vernetzungsgrad der erfindungsgemäß hergestellten
Schäume liegt bevorzugt zwischen 30 und 100%, besonders
bevorzugt zwischen 50 und 100% und insbesondere bevorzugt zwischen
80 und 100%.
-
Ein
anderes Verfahren zur Herstellung von quervernetzen Schaumkügelchen,
die für das Formen in Artikel geeignet sind, ist das Polymermaterial
zu schmelzen und es mit einem physikalischen Treibmittel in einem
konventionellen Schaumextrusionsapparat zu mischen, um einen im
wesentlichen kontinuierlichen Schaumstrang zu bilden, welcher anschleißend
granuliert oder pelletiert wird. Die Schaumkügelchen werden dann
durch Bestrahlung quervernetzt. Die quervernetzten Schaumkügelchen
können anschleißend verschmolzen und geformt werden,
um verschiedene Artikel, zu bilden.
-
Außerdem
kann die Silanquervernetzungstechnologie für den Extrusionsprozess
angewendet werden. Eine Beschreibung dieses Verfahrens ist ebenfalls
in C. P. Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of
Polymer Foams and Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper
und Vahid Sendijarevic, Hanser Publishers, München (2004)) zu
finden. Wenn Silanquervernetzungsverfahren mit konventionellen Extrusionsverfahren
verwendet werden, wird ein Polymer mit einem vinylfunktionellen
Silan oder einem azidofunktionellen Silan gepfropft und expandiert,
um Schäume zu bilden. Die extrudierten Schäume
werden dann warmer, feuchter Luft ausgesetzt, um die Quervernetzung
zu starten.
-
In
einer besonderen Ausführungsform wird ein bereits silanfunktionalisiertes,
weitgehend amorphes Polyolefin eingesetzt, wobei dieses entweder
als alleinige Komponente oder aber als Komponente einer Mischung
mit anderen weitgehend amorphen Polyolefinen und/oder als Mischungen
mit anderen Polymeren eingesetzt werden kann. Entsprechende Polyolefine
sind bereits vorab beschrieben. Die Herstellung eines solchen silanfunktionalisierten
weitgehend amorphen Polyolefins wird z. B. in
DE 4000696 und
US 5,241,014 beschrieben.
-
Schäume,
die nach der oben beschriebenen Methode hergestellt sind, weisen
Dichten von 5 kg/m3 bis 500 kg/m3 auf, wobei Schäume, die Dichten
von 10 kg/m3 bis 400 kg/m3 haben,
bevorzugt sind. Die Schäume können offen- oder
geschlossenzellig sein, bevorzugt sind Schäume, die im
Wesentlichen offen- oder im Wesentlichen geschlossenzellig sind.
-
Die
erfindungsgemäßen Schäume eignen sich
für eine Vielzahl von Anwendungen, insbesondere zur Schallabsorbtion,
Schallisolierung, Flüssigkeitsabsorbtion, Filtration, zum
Polstern von Verpackungen oder als Polsterelemente in Möbeln,
zur Vibrationsdämpfung (z. B. im Automobilbereich), als
Verpackung, als Packmittel, zur Wärmeisolierung, als Volumenelemente
mit niedriger Dichte (z. B. im Kleidungsbereich und/oder als Auftriebskörper
z. B. in Schwimmelementen), zur Hohlraumversiegelung, zur Herstellung
von Filterelementen oder Sandwichstrukturen oder als Isolierungen
im Kfz-Bereich. Die genannte Verwendung ist ebenfalls Gegenstand
der vorliegenden Erfindung.
-
Insbesondere
ist mit den erfindungsgemäß hergestellten Polymerschäumen
ein Fügen durch kurzzeitiges Erwärmen der Schaumoberfläche
(z. B. mit Heißluft, Infrarotstrahlung oder ähnlichem)
möglich.
-
In
einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform handelt
es sich bei den erfindungsgemäßen Schäumen
um eine Dichtungsbahnen oder um Bestandteile eines Bodenbelags,
insbesondere um eine Teppichrückenbeschichtung, wobei es sich
bevorzugt um eine Teppichrückenbeschichtung für
Teppiche handelt, deren Noppen und/oder Filamente zumindest teilweise
aus Polyolefinen bestehen und/oder mit Hilfe eines Polyolefin-Schmelzklebstoffes
fixiert wurden. Dabei kann insbesondere das Aufschäumen
der auf den Teppichrücken aufgebrachten Polymermischung
welche mindestens ein erfindungsgemäßes amorphes
Polyolefin enthält dergestalt erfolgen, dass entweder der
bereits expandierte Schaum direkt auf den Teppichrücken aufgebracht
wird, oder aber die noch ungeschäumte Mischung (insbesondere
bevorzugt schmelzflüssig) auf den Teppichrücken
aufgebracht und einer nachträglichen thermischen Behandlung
(z. B. durch IR-Strahler, Wasserdampf, Mikrowellenstrahlung usw.)
unterzogen wird, welche die Expansion bewirkt, bzw. ursächlich herbeiführt.
Entsprechende Bodenbeläge sind ebenfalls Gegenstand der
vorliegenden Erfindung.
-
Eine
weitere Anwendung ist die Hohlraumversiegelung. Weitere Einsatzbereiche,
in denen neben den Materialeigenschaften des Schaumes auch eine
Verklebung erwünscht ist, sind beispielsweise Filterelemente oder
Sandwichstrukturen z. B. aus Pappe, Papier, Holz, Glas, Metall und/oder
Kunststoffen, wobei sowohl gleichartige wie auch unterschiedliche
Materialien verbunden werden können. Weiterhin eignen sich
die erfindungsgemäße Schäume als Isolierungen
im Kfz-Bereich (z. B. Innenraumisolierung, Motorraumisolierung usw.).
-
Strukturen,
die Schaum- und ein, zwei oder mehrere Folienschichten enthalten,
sind ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Dabei kann
die Folie aus allen dem Stand der Technik entsprechenden Polymermaterialien,
insbesondere aber aus weitgehend amorphen Polyolefinen bestehen.
Beispiele für Folien aus amorphen Polyolefinen sind z.
B. in der
WO 2006/108747 zu
finden. Auch der Einsatz zur Schlagabsorbtion oder Schockabsorbtion,
z. B. in Laufschuhen (insbesondere im Bereich des Fußbettes)
sowie der Einsatz in Turnmatten und im Bereich der Sportböden
sind möglich. Erfindungsgemäße Schäume
hoher Dichte können auch im Bereich von Kabelfüllmassen
und oder für strukturelle Anwendungen z. B. im Kfz- oder
Architekturbereich Verwendung finden.
-
Die
Schaumteile besitzen auf Grund ihrer Oberflächenklebrigkeit
eine Grundhaftung auf den Oberflächen von insbesondere
PP, PE, Metallen, Holz, Papier/Pappe, Glas usw., was die Montage
erleichtert.
-
Auf
Grund ihrer Molekülstruktur zeigen die erfindungsgemäß zur
Schaumherstellung verwendeten amorphen Polyolefine eine gute Dehnbarkeit,
ohne das diese erst mit Hilfe künstlicher Weichmacher (welche ökologisch
und vor allem Gesundheitlich bedenklich sind) erzielt werden müsste.
-
Die
erfindungsgemäß verwendeten amorphen Polyolefine
weisen (je nach Polymerzusammensetzung) bereits von sich aus eine
gute Haftung auf vielen Materialien auf. Die Haftung kann durch
die gemeinsame bzw. alternative Verwendung mit (silan)modifizierten
weitgehend amorphen Polyolefinen weiter verbessert werden. insbesondere
werden mit den modifizierten weitgehend amorphen Polyolefinen sehr
gute Haftungen auf Polymeren (insbesondere Polypropylen, Polyethylen,
ABS, Polycarbonat, PMMA, SAN, S/MSA, EVA, Nylon) sowie auf Glas,
Metallen, Holz und Papier bzw. Pappe erzielt.
-
Auch
ohne weitere Ausführungen wird davon ausgegangen, dass
ein Fachmann die obige Beschreibung im weitesten Umfang nutzen kann.
Die bevorzugten Ausführungsformen und Beispiele sind deswegen lediglich
als beschreibende, keinesfalls als in irgendeiner Weise limitierende
Offenbarung aufzufassen. Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung
anhand von Beispielen näher erläutert. Alternative
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in analoger
Weise erhältlich.
-
Analytik:
-
a) Hochtemperatur-13C-NMR
-
Die
Polymerzusammensetzung der eingesetzten Polyolefine wird über
Hochtemperatur-13C-NMR bestimmt. Die 13C-NMR-Spektroskopie von Polymeren ist beispielsweise
in folgenden Publikationen beschrieben:
- [1] S. Berger,
S. Braun, H.-O. Kalinowski, 13C-NMR-Spektroskopie, Georg Thieme
Verlag Stuttgart 1985
- [2] A. E. Tonelli, NMR Spectroscopy and Polymer Microstructure,
Verlag Chemie Weinheim 1989
- [3] J. L. Koenig, Spectroscopy of Polymers, ACS Professional
Reference Books, Washington 1992
- [4] J. C. Randall, Polymer Sequence Determination, Academic
Press, New York 1977
- [5] A. Zambelli et al: Macomolecules, 8, 687 (1975)
- [6] A. Filho, G. Galland: J. Appl. Polym. Sci., 80,
1880 (2001)
-
b) Rheologie
-
Die
Rheologischen Messungen an den ungeschäumten Polyolefinen
erfolgen gemäß ASTM D 4440-01 („Standard
Test Method for Plastics: Dynamic Mechanical Properties Melt Rheology”)
unter Verwendung eines Rheometers MCR 501 der Firma Anton Paar mit
einer Platte-Platte-Geometrie (Plattendurchmesser: 50 mm) als Oszillationsmessung.
Als maximale Probendeformation wird in allen Messungen 1% verwendet,
die temperaturabhängigen Messungen werden bei einer Messfrequenz
von 1 Hz und einer Abkühlgeschwindigkeit von 1,5 K/min
durchgeführt. Die maximale Deformation der Probe wird so
gewählt, dass sich die Probe während der gesamten
Messdauer im linear viskoelastischen Bereich befindet. Die erfindungsgemäßen Polymere
zeichnen sich somit u. a. dadurch aus, dass ihre Schmelzen ein viskoelastisches
Verhalten zeigen. Viskoelastische Materialien zeichnen sich gegenüber
Hookschen Festkörpern durch die Fähigkeit aus,
aus einer Deformation resultierende Spannungen über eine
bestimmte Zeit dissipativ abzubauen (Relaxation). Im Gegensatz zu
Newtonschen Flüssigkeiten, die unter Einwirkung einer Scherung/Dehnung
einer ausschließlich irreversiblen Verformung unterliegen,
können viskoelastische Fluide einen Teil der Deformationsenergie
zurückgewinnen, nachdem die Scherkraft entfernt wurde (sog. „Memory
Effekt”) [N. P. Cheremisinoff, "An Introduction
to Polymer Rheology and Processing"; CRC Press; London;
1993]. Ein weiteres Kennzeichen der Schmelzen der erfindungsgemäßen
Polymere ist das Auftreten einer sogenannten Strukturviskosität.
Als solche bezeichnet man ein Verhalten, bei dem die Schubspannung
als auftretende Kraft die Ausgangsstruktur des Materials in Abhängigkeit
von der Schergeschwindigkeit abbaut. Da dieser Abbauprozess eine
Mindestschergeschwindigkeit voraussetzt, fließt das Material
unterhalb dieser Schergeschwindigkeit wie eine Newtonsche Flüssigkeit.
Eine Erklärung liefert das Prinzip von Le Chatelier, wobei
das „Ausweichen” der strukturviskosen Flüssigkeit
(vor der mechanischen Beanspruchung) in der Ausrichtung entlang
der Schubflächen zur Verminderung des Reibungswiderstandes
besteht. Letzteres führt zum Abbau der Gleichgewichtsstruktur
des Anfangszustandes und zum Aufbau einer schuborientierten Struktur,
was wiederum ein erleichtertes Fließen (Viskositätsverminderung)
zur Folge hat. In Polymerschmelzen ist der Newtonsche Bereich nur
bei sehr kleinen Schergeschwindigkeiten bzw. kleinen Scheramplituden
wahrnehmbar. Seine Bestimmung ist über rheometrische Testmethoden
(Amplituden-„Sweeps”, d. h. Messung bei fester
Frequenz in Abhängigkeit von der Scheramplitude) möglich
und notwendig, wenn die Messung im reversiblen, d. h. reproduzierbaren
Bereich durchgeführt werden soll [R. S. Lenk; "Rheologie
der Kunststoffe"; C. Hanser Verlag; München; 1971; J.
Meissner; "Rheologisches Verhalten von Kunststoff-Schmelzen
und -Lösungen" in: „Praktische Rheologie
der Kunststoffe"; VDI-Verlag; Düsseldorf, 1978; J.-F.
Jansson; Proc. 8th. Int. Congr. Rheol.; 1980; Vol. 3].
Die Schwingungsrheometrie ist auf Grund ihrer geringen Krafteinwirkung,
ihrer geringen Deformation und der somit geringen Auswirkung auf
die Probenmorphologie besonders gut zur Untersuchung von Materialien
geeignet, die ein strukturviskoses Verhalten zeigen. Die Vermessung
von modifizierten Polymere erfolgt im vorliegenden Fall stets ohne
weitere Zusätze im unvernetzten Zustand, wobei sinnvoller
Weise während der Messung eine Beschleierung mit trockenem
Schutz- bzw. Inertgas (z. B. Stickstoff, Argon usw.) erfolgt.
-
c) Nadelpenetration (PEN)
-
Die
Nadelpenetration der ungeschäumten Polyolefine wird gemäß DIN
EN 1426 bestimmt. Die Vermessung von modifizierten Polymere
erfolgt im vorliegenden Fall stets ohne weitere Zusätze
im unvernetzten Zustand, wobei sinnvoller Weise während
der Messung eine Beschleierung mit trockenem Schutz- bzw. Inertgas
(z. B. Stickstoff, Argon usw.) erfolgt.
-
d) DSC
-
Die
Bestimmung der Schmelzenthalpie, der Glasübergangstemperatur
und des Schmelzbereichs des kristallinen Anteils der ungeschäumten
Polyolefine erfolgt über Differentialkalorimetrie (DSC)
gemäß DIN 53 765 aus der 2. Aufheizkurve
bei einer Heizrate von 10 K/min. Der Wendepunkt der Wärmestromkurve
wird als Glasübergangstemperatur ausgewertet. Die Vermessung
von modifizierten Polymeren erfolgt im vorliegenden Fall stets ohne
weitere Zusätze im unvernetzten Zustand, wobei sinnvoller
Weise während der Messung eine Beschleierung mit trockenem
Schutz- bzw. Inertgas (z. B. Stickstoff, Argon usw.) erfolgt.
-
e) Zugfestigkeit und Reißdehnung
-
Die
Bestimmung der Zugfestigkeit und Reißdehnung der ungeschäumten
Polyolefine erfolgt nach DIN EN ISO 527-3.
-
f) Erweichungspunkt (Ring & Kugel)
-
Die
Bestimmung des Erweichungspunktes der ungeschäumten Polyolefine
nach der Ring- und Kugelmethode erfolgt nach DIN EN 1427.
Die Vermessung von modifizierten Polymeren erfolgt im vorliegenden
Fall stets ohne weitere Zusätze im unvernetzten Zustand,
wobei sinnvoller Weise während der Messung eine Beschleierung
mit trockenem Schutz- bzw. Inertgas (z. B. Stickstoff, Argon usw.)
erfolgt. Erweichungspunkte lassen sich nach der im vorliegenden
Fall verwendeten „Ring-&-Kugel-Methode” nur
dann definitionsgemäß bestimmen, wenn der Einfluss
der Schmelzviskosität auf die Messwerte gering ist. Im
Fall der vorliegenden Erfindung ist diese Voraussetzung für
Viskositätswerte (gemessen bei 190°C) bis ca.
600.000 mPa·s gegeben. Für erfindungsgemäße
amorphe Polyolefine mit einer Schmelzviskosität von > 600.000 mPa·s
werden daher keine Erweichungspunkte bestimmt bzw. angegeben.
-
g) Klebscherfestigkeit
-
Die
Bestimmung der Klebscherfestigkeit der ungeschäumten Polyolefine
erfolgt nach DIN EN 1465. Alle verwendeten Prüfkörper
werden vor der Probenpräparation gereinigt und entstaubt.
Alle Kunststoffprüfkörper werden zusätzlich
vor der Probenpräparation mit einem geeigneten Reinigungsmittel
entfettet. Die Lagerung aller gereinigten, entstaubten und entfetteten
Prüfkörper vor der Verwendung erfolgt im Klimaschrank bei
20°C und 20% rel. Luftfeuchte. Dadurch wird ein gleichmäßiger
Wassergehalt z. B. bei Holzprüfkörpern erreicht.
Durch eine erhöhte Feuchtigkeit bedingte singuläre
Effekte z. B. bei hydrophilen bzw. hydrolyseempfindlichen Polymeren
werden so ausgeschlossen bzw. minimiert. Bei der Vermessung von
geschäumten Polyolefinen erfolgt der Aufschäumvorgang
in der Regel nach dem Fügen der Klebverbindung durch thermische Energie.
-
Die
beschriebenen Messmethoden beziehen sich dabei auf jede Vermessung
im Rahmen der vorliegenden Erfindung, unabhängig davon
ob es sich um das zu pfropfende Basispolymer oder um das erfindungsgemäße
Polyolefin handelt.
-
Beispiele:
-
1. Herstellung von erfindungsgemäß eingesetzten
amorphen Polyolefinen für die Herstellung von Polymerschäumen:
-
Die
Herstellung der amorphen Polyolefine (erfindungsgemäße
Bsp. Nr. 1–8) erfolgt unter Verwendung eines Mischkontaktes
aus einem kristallinen Titantrichlorid in Form eines mit Aluminium
reduzierten TiCl
4 (TiCl
3·0,33
AlCl
3) und Aluminiumtriisobutyl (im Gewichtsverhältnis
1:4). Die in Tabelle 1 angegebenen Monomere werden im Lösungsmittel
n-Butan bei 70°C in einem Laborautoklaven polymerisiert,
wobei je nach Zielmolmasse unterschiedliche Mengen an Wasserstoff
als Molmassenregler eingesetzt werden. Es treten Drücke von
10 bis 36 bar auf. Die Monomere Ethen und Propen werden während
der Reaktionszeit von 3 h kontinuierlich zudosiert, das Monomer
1-Buten wird zusammen mit dem verwendeten Lösungsmittel
vorgelegt. Nach 3 h wird die Reaktionsmischung mit Isopropanol versetzt,
wodurch die Reaktion abgestoppt wird. In einem Verdampfer werden
nicht umgesetzte Monomere sowie das Lösungsmittel n-Butan
verdampft. Das Polymer wird aufgeschmolzen und bei einer Temperatur
von 190°C abgefüllt.
| Versuch | 1 | 2 | 3 | 4 |
| C2* [ma-%] | 0 | 7,7 | 1 | 5 |
| C3* [ma-%] | 73 | 55 | 35 | 4 |
| C4* (ma-%] | 27 | 37,3 | 64 | 91 |
| C5-20* [ma-%] | - | - | - | - |
| η190°C [mPa·s] | 1.900 | 68.000 | 32.000 | 15.000 |
| PEN
[0,1 mm] | 8 | 19 | 18 | 11 |
| TErw. [°C] | 136 | 95 | 80 | 110 |
| Tg[°C] | –23 | –38 | –41 | –45 |
| ΔHM[J/g] | 12,8 | 1,65 | 2,4 | 4,7 |
| Zugfestigkeit [MPa] | 2,8 | 5,4 | 3,9 | 8,9 |
| Reißdehnung
[%] | 65 | 1.104 | 424 | 58 |
| Versuch | 5 | 6 | 7 | 8 |
| C2* [ma-%] | 10 | 13 | 9 | 8 |
| C3* [ma-%] | 61 | 70 | 46 | 62 |
| C4* [ma-%] | 29 | 17 | - | - |
| C5-20* [ma-%] | - | - | 1-Octen
45 | C18 30 |
| η190°C [mPa·s] | 221.000 | 529.000 | 920.000 | 2.200.000 |
| PEN
[0,1 mm] | 22 | 16 | 38 | 29 |
| TErw. [°C] | 158 | 125 | n.
b. | n.
b. |
| Tg [°C] | –34 | –31 | –38 | –39 |
| ΔHM[J/g] | 1,2 | 7,1 | 3,2 | 2,1 |
| Zugfestigkeit [MPa] | 2,1 | n.
b. | n.
b. | n.
b. |
| Reißdehnung
[%] | 753 | n.
b. | n.
b. | n.
b. |
Erfindungsgemäß eingesetzte
Polymere
- * im Polymer; bestimmt durch 13C-NMR-Spektroskopie
-
2. Zusammensetzungen der schäumbaren
Mischungen:
-
a) Eingesetzte Bestandteile (Produktbezeichnungen):
-
- VESTOPLAST 704 (Evonik Degussa GmbH)
Propenreiches
Poly(1-olefin)-Copolymer mit einer Schmelzviskosität (190°C)
von 2.900 mPa·s.
- VESTOPLAST 206 (Evonik Degussa GmbH)
Silanmodifiziertes
Poly(1-olefin) mit einer Schmelzviskosität (190°C)
von 6.300 mPa·s.
- Affinity GA 1900 (The Dow Chemical Company)
Metallocen
basiertes Poly(ethylen-co-1-octen)-Polymer mit einer Schmelzviskosität
(190°C) von 6.000 mPa·s.
- SABIC PP520P (Saudi Basic Industries Corporation)
Propylen-Homopolymer
mit einer „Melt Flow Rate” MFR230°C/2,16kg von
10,5 g/10 Minuten.
- SABIC LDPE2101 (Saudi Basic Industries Corporation)
Polyethylen
niedriger Dichte (LDPE) mit einer „Melt Flow Rate” MFR190°C/2,16kg von 0,85 g/10 Minuten.
- VESTOWAX A227 (Evonik Degussa GmbH)
Unfunktionalisiertes
Polyethylen Hartparaffin mit einem Tropfpunkt von 102–110°C.
- IRGANOX 1010 (CIBA Specialty Chemicals)
Pentaerythrittetrakis(3-(3,5-di-tertbutyl-4-hydroxyphenyl)propionat);
Polymerstabilisator.
- Dicumylperoxid
Bis(1-methyl-1phenylethyl)peroxid; Initiator;
SADT (Self accelerating decomposition temperature) = 80°C.
- Dynasylan VTMO (Evonik Degussa GmbH)
Vinyltrimethoxysilan;
Silanmonomer.
-
b) Zusammensetzungen
| Versuch | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| Polymer.
lt. Bsp. | 1 | 2 | 5 | 6 | 6 |
| Anteil
Polymer [ma-%] | 20 | 35 | 58 | 28 | 22 |
| VESTOPLAST® 704* [ma-%] | - | - | 5 | - | - |
| VESTOPLAST® 206* [ma-%] | 20 | - | - | 21,5 | - |
| AFFINITY® GA 1900** [ma-%] | - | - | 10 | - | 5 |
| SABIC® PP520P*** [ma-%] | 54,5 | - | 25 | 49 | - |
| SABIC® LDPE2101*** [ma-%] | - | 54 | - | - | 63 |
| VESTOWAX® A227* [ma-%] | 3 | 1 | - | 0,75 | - |
| IRGANOX® 1010**** [ma-%] | 1 | 0,5 | 0,5 | 0,75 | 0,5 |
| Dicumylperoxid
[ma-%] | - | 3,5 | - | - | 3,5 |
| Dynasylan® VTMO* [ma-%] | - | 4,5 | - | - | 4,5 |
| 2,2'-Diethoxy-2,2'-azopropan
[ma-%] | - | 1,5 | - | - | - |
| N,N'-Di(tertbutyl)azodicarbonamid [ma-%] | 1,5 | - | - | - | 1,5 |
| Azodicarbonamid
[ma-%] | - | - | 1,5 | - | - |
| Versuch | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| Polymer.
lt. Bsp. | 8 | 6 | 2 | 5 | 5 |
| Anteil
Polymer [ma-%] | 75 | 70 | 18 | 85 | 95 |
| VESTOPLAST® 704* [ma-%] | - | - | 6 | - | - |
| VESTOPLAST® 206* [ma-%] | 10 | - | - | - | - |
| AFFINITY® GA 1900** [ma-%] | - | - | - | - | 4,5 |
| SABIC® PP520P*** [ma-%] | 10 | - | 72 | 7,5 | - |
| SABIC® LDPE2101*** [ma-%] | - | 20 | - | - | - |
| VESTOWAX® A227* [ma-%] | 2,5 | 1,5 | 2 | 5 | - |
| IRGANOX® 1010**** [ma-%] | 1 | 0,5 | 0,5 | 1 | 0,5 |
| Dicumylperoxid
[ma-%] | - | 2,5 | - | - | - |
| Dynasylan® VTMO* [ma-%] | - | 4,0 | - | - | - |
| 2,2'-Diethoxy-2,2'-azopropan
[ma-%] | - | - | 1,5 | - | - |
| N,N'-Di(tertbutyl)azodicarbonamid [ma-%] | - | –1,5 | - | - | - |
| Azodicarbonamid
[ma-%] | 1,5 | - | - | 1,5 | - |
Tabelle
2: Zusammensetzung der schäumbaren Mischungen
- * Produkt der Evonik Degussa GmbH
- ** Produkt The Dow Chemical Company
- *** Produkt der Saudi Basic Industries Corporation (SABIC)
- **** Produkt der CIBA Specialty Chemicals
-
3. Durchführung der
Schaumversuche und Schaumeigenschaften
-
Die
Zusammensetzungen (siehe Tabelle 2) werden in einem Labor-Taumelmischer
bei Raumtemperatur für mindestens 30 Minuten vermischt
und anschließend über eine Bandwaage in die erste
Sektion eines mit 5 Sektionen (mit voneinander unabhängigen
Temperiereinheiten) ausgestatteten Einschneckenextruders eindosiert.
Wird ein physikalisches Expansionsmittel verwendet, so wird dieses
in der dritten Sektion über eine Hochdruckmembranpumpe
zudosiert. Der Austrag aus dem Extruder erfolgt durch eine 3mm-Flachdüse
direkt in ein in Austragsrichtung durchströmtes Austragsbad
(Wasser, 20°C). Die Schaumfolien werden geschnitten und
zum weiteren Abkühlen und trocknen aufgehängt.
Nach einer Abkühlzeit von 3 h werden mit Hilfe von Metallschablonen
Probenkörper von 2 × 10 cm zugeschnitten und zur
weiteren Lagerung in den Klimaschrank (20°C. 65% rel. Luftfeuchte) überführt.
| Versuch | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 |
| Zusammensetzung
lt. Tabelle 2 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 1 [°C] | 135 | 100 | 140 | 140 | 110 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 2 [°C] | 150 | 115 | 160 | 160 | 140 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 3 [°C] | 155 | 120 | 175 | 160 | 155 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 4 [°C] | 170 | 130 | 190 | 155 | 170 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 5 [°C] | 180 | 155 | 215 | 160 | 180 |
| Massetemperatur
Austragsdüse [°C] | 185 | 165 | 225 | 180 | 185 |
| Physikalisches
Expansionsmedium | - | - | - | Propan | - |
| Schaumdicke*
[mm] | 11,3 | 9,7 | 8,6 | 8,0 | 8,8 |
| Makroskop.
Beurteilung* | HWF | WF | WF | WF | WF |
| Porengröße/-verteilung* | groß GM | klein
GM | klein
GM | mittel
GM | klein
GM |
| Zellstruktur* | OZ | GZ | OZ | OZ | GZ |
| Versuch | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 |
| Zusammensetzung
lt. Tabelle 2 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 1 [°C] | 140 | 110 | 135 | 140 | 140 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 2 [°C] | 160 | 14 | 155 | 160 | 160 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 3 [°C] | 175 | 155 | 160 | 175 | 160 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 4 [°C] | 190 | 170 | 160 | 190 | 155 |
| Massetemperatur
Extrudersektion 5 [°C] | 215 | 180 | 155 | 215 | 165 |
| Massetemperatur
Austragsdüse [°C] | 225 | 185 | 175 | 225 | 175 |
| Physikalisches
Expansionsmedium | - | - | - | - | Propan |
| Schaumdicke*
[mm] | 8,0 | 8,4 | 10,2 | 12,4 | 14,1 |
| Makroskop.
Beurteilung* | WF | WF | HWF | WF | WF |
| Porengröße/-verteilung* | klein
GM | mittel
GM | mittel
GM | groß GM | groß GM |
| Zellstruktur* | GZ | GZ | GZ | GZ | OZ |
Tabelle
3: Versuchsbedingungen Schaumversuche und Materialverhalten Polymerschäume.
- *: Nach 2 Wochen Lagerung im Klimaschrank
(20°C; 65% rel. Luftfeuchte)
- HWF: hart und wenig flexibel
- WF: weich und flexibel
- GM: Gleichmäßige Porenverteilung
- UG: Ungleichmäßige Porenverteilung
- OZ: Überwiegend offen-zellig
- GZ: Überwiegend geschlossen-zellig
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 0928805 [0003]
- - WO 00/15697 [0004]
- - EP 0761750 [0006]
- - US 5585411 [0007]
- - EP 0526872 [0008]
- - WO 92/16363 [0009]
- - EP 0019021 [0010]
- - GB 1595106 [0011]
- - US 4191719 [0012]
- - US 4020025 [0013]
- - EP 0910605 [0014]
- - DE 4000696 [0049, 0075]
- - US 5241014 [0049, 0075]
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-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - C. P. Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of Polymer
Foams and Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper und
Vahid Sendijarevic, Hanser Publishers, München (2004)) [0070]
- - C. P. Park, Polyolefin Foam (Kapitel 8 des Handbook of Polymer
Foams and Foam Technology, herausgegeben von Daniel Klemper und
Vahid Sendijarevic, Hanser Publishers, München (2004)) [0071]
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- - S. Berger, S. Braun, H.-O. Kalinowski, 13C-NMR-Spektroskopie,
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- - J. L. Koenig, Spectroscopy of Polymers, ACS Professional Reference
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- - J. C. Randall, Polymer Sequence Determination, Academic Press,
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- - A. Zambelli et al: Macomolecules, 8, 687 (1975) [0086]
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- - DIN EN ISO 527-3. [0090]
- - DIN EN 1427 [0091]
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