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Stand der Technik
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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Steuerung für eine Startvorrichtung
einer Brennkraftmaschine in einem Fahrzeug mit einem Startermotor,
einem ersten Strompfad und zumindest einem weiteren zweiten, parallel
zu dem ersten Strompfad geschalteten Strompfad, zur Bestromung des
Startermotors, wobei der erste Strompfad eine Schaltvorrichtung,
insbesondere ein Starterrelais, aufweist.
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Die
Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zum Betreiben, insbesondere
einer solchen, Steuerung für eine Startvorrichtung einer
Brennkraftmaschine in einem Fahrzeug mit einem Startermotor, einem
ersten Strompfad, der mit einer Schaltvorrichtung, insbesondere
einem Schaltrelais, ausgebildet ist, und zumindest einem weiteren
zweiten, parallel zu dem ersten Strompfad geschalteten Strompfad, wobei
der Startermotor über den zweiten Strompfad bestromt wird
und die Schaltvorrichtung zur Bestromung des Startermotors über
den ersten Strompfad zu einem Zeitpunkt t1 geschaltet
wird. Schließlich bezieht sich die Erfindung auf ein Computerprogrammprodukt,
um die Schritte des Verfahrens auszuführen, wenn das Programm
in der genannten Steuerung ausgeführt wird.
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Es
ist bekannt, Brennkraftmaschinen von Kraftfahrzeugen mit einem Startermotor
zu starten, der über eine Batterie des Kraftfahrzeugs gespeist wird.
Dazu ist eine hohe elektrische Leistung, insbesondere ein hoher
Strom, erforderlich, so dass bei einem Start der Brennkraftmaschine
ein Spannungseinbruch eines batteriebetriebenen Bordnetzes mit einhergeht.
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Der
Startermotor wird über einen ersten Strompfad, den sogenannten
Hauptstrompfad, bestromt, der mit einer Schaltvorrichtung, insbesondere einem
als Schaltrelais wirkenden Starterrelais ausgebildet ist, um eine
hohe elektrische Leistung dem Startermotor zuzuführen.
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Ferner
sind Start-Stopp-Systeme zur Einsparung von Kraftstoff oder zur
Verringerung von CO2-Emissionen bekannt,
wobei die Brennkraftmaschine durch eine Steuerung bei einer kurzfristigen Haltephase
des Kraftfahrzeugs, beispielsweise an einer Ampel oder wegen eines
Verkehrshindernisses, ausgeschaltet wird und bei einer Weiterfahrt
des Kraftfahrzeugs gestartet wird. Bei einem solchen Start, nämlich
einem Warmstart nach der Haltephase, sind elektrische Verbraucher,
beispielsweise eine Fahrzeugselektronik, ein Navigationssystem oder eine
Audioanlage, in Betrieb und reagieren empfindlich auf einen Spannungseinbruch
des Bordnetzes.
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Zur
Reduzierung des Spannungseinbruchs kann der Startermotor über
zumindest einen weiteren zweiten, zu dem Hauptstrompfad parallel
geschalteten, Strompfad mit einem reduzierten Betriebsstrom angedreht
werden, um ihn dann über den Hauptstrompfad für
eine volle Leistung zu bestromen. So wird ein Anlaufstrom, also
auch der Spannungseinbruch des Bordnetzes, reduziert.
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Die
DE 10 2005 021 227
A1 zeigt eine Startvorrichtung mit einer redundanten Bestromung
eines Startermotors, und zwar über einen Strompfad mit
einem Starterrelais und über einen zweiten, parallel geschalteten
Strompfad.
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Es
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Steuerung und ein Verfahren
der Eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass eine Bestromung
des Startermotors mit zwei Strompfaden sicherer ausführbar
ist.
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Offenbarung der Erfindung
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Erfindungsgemäß wird
die Aufgabe durch den Gegenstand der Patentansprüche 1,
5 und 10 gelöst. Die abhängigen Ansprüche
definieren bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
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Ein
Gedanke der Erfindung ist, dass eine erfindungsgemäße
Steuerung jeweils in Wirkkontakt mit einer Prüfvorrichtung
zum Überprüfen eines Schaltzustandes einer Schaltvorrichtung
und mit einer Anpassungseinrichtung zum Anpassen der Bestromung
der Schaltvorrichtung ausgebildet ist. Mittels der Prüfvorrichtung
wird die Schaltvorrichtung auf eine ordnungsgemäße
Funktion hin überprüft. Somit wird eine Bestromung
des Startermotors zuverlässig verbessert. Mit der Anpassungseinrichtung wird
entsprechend auf ein Resultat der genannten Prüfung reagiert,
indem die Bestromung der Schaltvorrichtung variiert wird. Vorzugsweise
wird als Anpassungseinrichtung ein Schaltmodul mit zumindest einem
weiteren parallelen Strompfad zur Stromsteuerung an den tatsächlichen
Schaltzustand der Schaltvorrichtung angepasst. So lässt
sich insgesamt eine Robustheitserhöhung der Bestromung
des Startermotors durch sichere Schaltzustände erzielen.
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Die
Prüfvorrichtung und/oder auch die Anpassungseinrichtung
können als ein Bestandteil der Steuerung ausgebildet sein,
beispielsweise als eine Schaltungsanordnung in einer baulichen Einheit.
Alternativ kann die Prüfvorrichtung und/oder die Anpassungseinrichtung
auch baulich getrennt von der Steuerung realisiert werden, wobei
sie dann vorzugsweise über einen Datenbus, eine Signal-
oder Steuerleitung in Wirkkontakt mit der Steuerung ausgebildet
ist beziehungsweise sind.
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Der
erste Strompfad, nachfolgend auch als Hauptstrompfad bezeichnet,
ist vorzugsweise mit einem Starterrelais als Schaltvorrichtung ausgebildet, und
zwar zur Bestromung des Startermotors mit einer vollen Leistung
zum Starten einer Brennkraftmaschine des Kraftfahrzeugs, wobei die
Schaltvorrichtung zu einem Zeitpunkt t1 geschaltet,
also für ein Schalten angesteuert, wird. Dabei kann sich
insbesondere der Schaltzustand der Schaltvorrichtung erst nach dem Zeitpunkt
t1 ändern, und zwar insbesondere
nach einer gewissen, charakteristischen Schaltverzögerung oder
-dauer, die beispielsweise durch die Bauweise der Schaltvorrichtung
bestimmt ist.
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Neben
dem Hauptstrompfad dient zumindest ein weitere zweiter, parallel
zu dem ersten Strompfad geschalteter, Strompfad zur zusätzlichen
Bestromung des Startermotors, und zwar vorzugsweise für eine
gegenüber dem Hauptstrompfad geringere Bestromung, beispielsweise
um ein Einspuren eines Starterritzel des Startermotors in einen
Zahnkranz der Brennkraftmaschine mit einer sanften Drehbewegung
des Startermotors bei geringer Leistung zu erleichtern, oder auch,
wie zuvor genannt, einen Anlaufstrom zu begrenzen.
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Es
ist bevorzugt, dass zumindest einer der weiteren, parallel zu dem
Hauptstrompfad geschalteten Strompfade durch die Anpassungseinrichtung verläuft,
also insbesondere auch als ein Strompfad des Schaltmoduls realisierbar
ist.
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Nachfolgend
wird der zumindest eine weitere, parallel geschaltete Strompfad
als Nebenstrompfad bezeichnet. Dabei kann der Nebenstrompfad sowohl
nur einen einzigen als auch eine Mehrzahl parallel geschalteter
Strompfade umfassen.
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Es
ist eine Ausführungsform mit genau drei parallel zu dem
ersten Strompfad geschalteten Strompfaden als Nebenstrompfad bevorzugt,
so dass der Startermotor sich über unterschiedliche Kombinationen
von Strompfaden, insbesondere auch über unterschiedliche
Ströme, insbesondere Anlaufströme, bestromen lässt.
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Vorzugsweise
wird der Schaltzustand der Schaltvorrichtung zu einem Zeitpunkt
t3 zeitlich nach dem Zeitpunkt t1 überprüft, und zwar insbesondere nach
einer charakteristischen Schaltdauer beziehungsweise -verzögerung
der Schaltvorrichtung. Durch eine solche zeitliche Verzögerung
lässt sich eine Reaktionszeit der Schaltvorrichtung berücksichtigen
und die Zuverlässigkeit bei der Überprüfung
erhöhen. Dabei ist der Zeitpunkt t3 variabel
in der Steuerung einstellbar. Alternativ wird der Schaltzustand ab
dem Zeitpunkt t1 fortlaufend überprüft.
Tritt innerhalb einer bestimmten Zeitperiode der gewünschte Schaltzustand
nicht ein, so wird dies festgestellt und entsprechend von der Steuerung
reagiert.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform wird der Nebenstrompfad
für ein Andrehen des Startermotors bestromt, und zwar insbesondere
ab einem Zeitpunkt t0 vor dem Zeitpunkt
t1. So lässt sich der Startermotor
zum Andrehen mit einem gegenüber der Bestromung des Hauptstrompfads
reduzierten Stromstärke bestromen, um einen Spannungseinbruch
des Bordnetzes zu reduzieren. Ferner wird ein kleiner Andrehstrom
erzeugt, um ein Zahn auf Zahn-Stellung beim Einspuren des Starterritzels
in den Zahnkranz zu vermeiden.
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Ferner
wird die Bestromung des Startermotors über den Nebenstrompfad
vorzugsweise bis mindestens zu dem Zeitpunkt t3 der Überprüfung
der Schaltvorrichtung fortgesetzt, beispielsweise um bei einer Schaltverzögerung
der Schaltvorrichtung die Bestromung des Startermotors nicht zu
unterbrechen.
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Es
ist also besonders bevorzugt, dass der Nebenstrompfad für
ein Andrehen des Startermotors ab einem Zeitpunkt t0 vor
dem Zeitpunkt t1 bis mindestens zu dem Zeitpunkt
t3 der Überprüfung der Schaltvorrichtung
bestromt wird.
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Bei
einer Startanforderung zum Starten der Brennkraftmaschine, beispielsweise
beim Betätigen eines Zündschalters, kann die Steuerung
also die folgenden Schritte ausführen, und zwar von dem
Zeitpunkt t0 beginnend den Startermotor über
den Nebenstrompfad bestromen, um diesen anzudrehen, dabei einen
Andrehstrom zu begrenzen und einen Spannungseinbruch zu verringern.
Nach einer gewissen Dauer, insbesondere wenn der Startermotor hinreichend
angedreht ist, kann zu dem Zeitpunkt t1 die Schaltvorrichtung
geschaltet, also zum Schalten angesteuert, werden, um den Startermotor über
den Hauptstrompfad mit einer vollen Leistung zu bestromen. Schließlich
kann, insbesondere nach oder während einer charakteristischen
Schaltdauer, die Schaltvorrichtung zu oder bis zu einem Zeitpunkt
t3 überprüft werden, um
einen Schaltvorgang der Schaltvorrichtung zu verifizieren.
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Es
ist bevorzugt, dass die Bestromung des Nebenstrompfads reduziert
wird, falls bei einem eingeschalteten Sollzustand der Schaltvorrichtung
die Überprüfung einen ausgeschalteten Schaltzustand als
Istzustand ergibt. In einem solchen Fall hat die Schaltvorrichtung
also nicht zuverlässig geschaltet, wobei dies insbesondere
auf einen Spannungseinbruch in dem Bordnetz des Kraftfahrzeugs zurückgeführt
werden kann, der die Zuverlässigkeit der Schaltvorrichtung
beim Schalten verringert. Dieser Spannungseinbruch lässt
sich durch die reduzierte Bestromung des Nebenstrompfads verringern
und damit die Robustheit der Schaltvorrichtung erhöhen.
Insbesondere bei einem Starterrelais als Schaltvorrichtung wird
bei einem Spannungseinbruch nicht mehr der notwendige Relaisspulenstrom
zum sicheren Schalten erreicht. Durch die Stromreduzierung des Nebenstrompfads
lässt sich die Spannung, also auch der Spulenstrom, des
Starterrelais erhöhen und die Robustheit beim Schalten
steigern.
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Um
den Startermotor mit einem gegenüber der Bestromung über
den Hauptstrompfad reduzierten Strom über den Nebenstrompfad
zu bestromen, ist der Nebenstrompfad vorzugsweise mit einem Widerstandselement
der Anpassungseinrichtung, insbesondere des Schaltmoduls, ausgebildet.
So lässt sich die Bestromung des Nebenstrompfads definiert einstellen,
wobei bei einer Mehrzahl parallel geschalteter Strompfade des Nebenstrompfads
vorzugsweise jeder einzelne Strompfad jeweils mit einem solchen
Widerstandselement ausgebildet ist.
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Dabei
können die Widerstandselemente gleiche oder auch unterschiedliche
Widerstandswerte aufweisen, sodass sich durch die Bestromung unterschiedlicher,
paralleler Strompfade die insgesamt an den Startermotor abgegebene
Stromstärke sowohl durch eine unterschiedliche Anzahl als
auch durch eine unterschiedliche Auswahl von zu bestromenden parallelen
Strompfaden einstellen lässt.
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Ferner
ist bevorzugt, dass der Nebenstrompfad mit einem Schalter der Anpassungseinrichtung, insbesondere
des Schaltmoduls, ausgebildet ist, mit dem die Bestromung des Nebenstrompfads
an- und ausschaltbar ist. Der Schalter kann insbesondere als ein
elektronischer Leistungsschalter, beispielsweise ein Leistungs-FET,
ausgebildet sein.
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Im Übrigen
kann bei einer Mehrzahl paralleler Strompfade des Nebenstrompfades
nur ein Teil der Strompfade jeweils einen Schalter aufweisen, vorzugsweise
ist jedoch jeder dieser Strompfade mit einem solchen Schalter ausgebildet.
So lassen sich beliebige Kombinationen der Strompfade bestromen, um
beispielsweise die Stromstärke, insbesondere ein Andrehstrom,
bei der Bestromung des Startermotors zu steuern.
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Ferner
lässt sich dann bei der erfindungsgemäßen
Anpassung der Bestromung des Nebenstrompfads die Bestromung auch
vollständig ausschalten. So lässt sich die Bestromung
einfach, nämlich durch bloßes Schalten der Schalter,
anpassen und außerdem die Steuerung, insbesondere die Anpassungseinrichtung
günstig, nämlich mit einfachen Schaltern, realisieren.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform ist die Prüfvorrichtung
dazu ausgebildet, dass der Schaltzustand der Schaltvorrichtung mittels
einer Strommessung der Bestromung des Startermotors überprüft
wird. Da die Schaltvorrichtung die Bestromung des Hauptstrompfads
an- beziehungsweise ausschaltet, lässt sich anhand der
Stromstärke, insbesondere des Hauptstrompfads, einfach
und sicher der Schaltzustand der Schaltvorrichtung überprüfen.
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Die
Aufgabe wird ferner durch ein Computerprogrammprodukt gelöst,
das in einen Programmspeicher mit Programmbefehlen ladbar ist, um
die Schritte eines der zuvor oder nachfolgenden genannten Verfahren
auszuführen, wenn das Programm in einer erfindungsgemäßen
Steuerung ausgeführt wird. Das Computerprogramm hat den
Vorteil, das individuell und/oder empirisch ermittelte Werte zum Schalten
und Ausführen des Computerprogramms leicht variierbar und
anpassbar sind.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch
zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
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1 einen
schematischen Schaltplan einer erfindungsgemäßen
Steuerung für eine Startvorrichtung,
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2 ein
schematisches Schaltdiagramm eines erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Betreiben der Steuerung nach der 1 und
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3 ein
Diagramm mit einem zeitlichen Verlauf einer Bordnetzspannung und
einer Bestromung einer Schaltvorrichtung.
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Ausführungsformen
der Erfindung
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Die 1 zeigt
einen schematischen Schaltplan einer Steuerung 1 für
eine Startvorrichtung mit einem Startermotor 2, einem ersten
Strompfad, dem sogenannten Hauptstrompfad 3, und einem
weiteren zweiten, parallel zu dem Hauptstrompfad 3 geschalteten
Strompfad, nämlich dem Nebenstrompfad 4. Der Haupt-
und der Nebenstrompfad 3, 4 werden jeweils über
ein Bordnetz 9 aus einer Batterie 10 gespeist
und sind für eine redundante Bestromung des Startermotors 2 ausgebildet.
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Der
Hauptstrompfad 3 weist eine Schaltvorrichtung 8 auf,
die ein Bestandteil eines Starterrelais ist, das außerdem
eine Einspurvorrichtung 14 mit einer Relaisspule zum Einspuren
eines nicht dargestellten Starterritzels des Startermotors 2 in
einem Zahnkranz einer ebenfalls nicht dargestellten Brennkraftmaschine
umfasst. Die Schaltvorrichtung 8 und die Einspurvorrichtung 14 sind
also gemeinsam, jeweils mit einer Spulenwicklung, in dem Starterrelais ausgebildet
und nur in der 1 zur besseren Übersicht
getrennt dargestellt.
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Der
Nebenstrompfad 4 verläuft durch die Steuerung 1 und
insbesondere auch durch eine Anpasseinrichtung 12, die
als Schaltmodul in einer baulichen Einheit mit der Steuerung 1 realisiert
ist, wobei der Nebenstrompfad 4 innerhalb der Anpasseinrichtung 12 drei
parallel geschaltete Strompfade 5a, 5b, 5c zur
Bestromung des Startermotors 2 umfasst. Jeder dieser parallel
geschalteten Strompfade 5a, 5b, 5c ist
jeweils mit einem elektronischen Leistungsschalter 7a, 7b, 7c,
nämlich einem Leistungs-FET, und einem Widerstandselement 6a, 6b, 6c zur Strombegrenzung
des jeweiligen Strompfades 5a, 5b, 5c realisiert.
Mittels der Leistungsschalter 7a, 7b, 7c lässt
sich die Bestromung des Startermotors 2 über den
Nebenstrompfad 4 ein- und ausschalten und außerdem
die Stromstärke der Bestromung in bis zu sieben Stufen
variieren, indem jeweils nur ein, genau zwei oder alle drei Leistungsschalter 7a, 7b, 7c eingeschaltet
werden. So lässt sich auf einfache Weise die Bestromung
des Nebenstrompfads 4 anpassen, und zwar insbesondere auch
reduzieren, beziehungsweise ganz ausschalten.
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Außer
dem Haupt- und dem Nebenstrompfad 3, 4 werden
auch die Schaltvorrichtung 8 und die Einspurvorrichtung 14,
jeweils über Schalter 15, 16 mit Dioden
getrennt voneinander schaltbar, über das Bordnetz 9 von
der Batterie 10 bestromt, und zwar um die Schaltvorrichtung 8 in
einen eingeschalteten Zustand zu schalten beziehungsweise um mit der
Einspurvorrichtung 14 den Startermotor 2 mit der Brennkraftmaschine
zu koppeln.
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Ferner
ist die Steuerung 1 in Wirkkontakt mit einer Prüfvorrichtung 11 zum Überprüfungen
eines Schaltzustandes der Schaltvorrichtung 8 ausgebildet,
wobei die Prüfvorrichtung 11 dazu ausgebildet ist,
dass der Schaltzustand der Schaltvorrichtung 8 mittels
einer Strommessung der Bestromung des Startermotors 2 über
den Hauptstrompfad 3 überprüft wird.
Die Prüfvorrichtung 11 ist dabei bevorzugt an der
Startvorrichtung angeordnet.
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Außerdem
ist ein Mikrocomputer 13 mit einem Programmspeicher Bestandteil
der Steuerung 1, und zwar insbesondere um die Leistungsschalter 7a,
b, c und die Schalter 15, 16 mit Diode zu schalten. In
dem Mikrocomputer 13 wird ein Computerprogrammprodukt ausgeführt,
das in dem nicht dargestellten Programmspeicher mit Programmbefehlen geladen
ist, um ein erfindungsgemäßes Verfahren, insbesondere
die in der 2 beschriebenen Schritte, zum
Betreiben der Steuerung 1 auszuführen.
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Die 2 zeigt
ein schematisches Schaltdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben
der in der 1 dargestellten Steuerung 1,
wobei nachfolgend erläuterte Ereignisse und Zustände
zur besseren Übersicht entlang einer Zeitachse t vertikal übereinander
angeordnet dargestellt sind. Es sind Schaltkennlinien 20–24 und
eine Drehzahlkennlinie 25 über der Zeitachse t
aufgetragen.
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Die
Zeitpunkte t0 und t6 markieren
ein Beginn und ein Ende eines Startvorgangs der Brennkraftmaschine
mittels des Startermotors 2, wobei zu beachten ist, dass
die Zeitachse t nicht linear ist, so dass gleiche Strecken entlang
der Zeitachse t nicht notwendigerweise gleiche Zeitdauer beschreiben.
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In
diesem Ausführungsbeispiel wird die Einspurvorrichtung 14,
wie das Einspursignal 20 zeigt, bereits vor dem Beginn
des Startvorgangs, also vor dem Zeitpunkt t0,
mit dem Schalter 15 mit Diode bestromt, um den Startermotor 2,
wie zuvor beschrieben, mit der Brennkraftmaschine zu koppeln. So
lässt sich bei einer Startanforderung 21, die
beispielsweise durch einen Starterknopf oder auch eine Start-Stopp-Steuerung
ausgelöst wird, mit dem Andrehen des Startermotors 2 quasi
verzögerungsfrei beginnen, um die Brennkraftmaschine möglichst rasch
zu starten.
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Zeitgleich
zu der Startanforderung 21 wird in einem weiteren Verfahrensschritt
der Startermotor 2 angedreht. Dazu wird er vorerst nur über
den Nebenstrompfad 4, bestromt, indem im Schaltmodul eine geeignete
Auswahl der Leistungsschalter 7a, 7b, 7c gemäß einem
Leistungsschaltersignal 22 eingeschaltet werden, um die
entsprechenden parallel geschalteten Strompfade 5a, 5b, 5c mit
einer begrenzten, durch die Widerstände 6a, 6b, 6c definierten Stromstärke
zu bestromen.
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Um
die Stromstärke, also insbesondere ein Andrehstrom des
Startermotors 2, zu steuern, wird nach einem hier nicht
näher erläuterten Verfahren eine jeweilige Auswahl
von zu schaltenden Leistungsschaltern 7a, 7b, 7c entsprechend
einem Ladezustand der Batterie 10, einem Einfluss von Temperatur-
und Alterungseffekten und/oder auch der jeweiligen Dimensionierung
des Bordnetzes 9, insbesondere von inneren Leitungswiderständen,
bestimmt.
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Bei
dem Andrehen des Startermotors 2 mit einer durch die Widerstände 6a, 6b, 6c begrenzten Bestromung
wird ein Spannungseinbruch des Bordnetzes 9 reduziert,
sodass weitere, nicht dargestellte, elektrische Verbraucher bei
einem Starten der Brennkraftmaschine weniger stark beeinflusst werden.
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Nach
einer gewissen Andrehdauer, beispielsweise etwa 100 ms, ist eine
Drehzahl, dargestellt mit der Drehzahlkennlinie 25, des
Startermotors 2 soweit angestiegen, dass eine Bestromung
gemäß der Schaltkennlinie 23 der Schaltvorrichtung 8 zum Zeitpunkt
t1 eingeschaltet wird, um mit der Schaltvorrichtung 8 den
Hauptstrompfad 3 zu bestromen, und zwar um den Startermotor 2 mit
einer vollen Leistung zu betreiben. Durch das vorherige Andrehen,
und zwar von dem Zeitpunkt t0 bis zu dem
Zeitpunkt t1 lässt sich der Spannungseinbruch
auf dem Bordnetz 9 dadurch reduzieren, dass die volle Leistung,
insbesondere der maximale Strom über den Hauptstrompfad 3,
erst auf den sich schon drehenden Startermotor 2 geschaltet
wird.
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Die
Schaltvorrichtung 8 weist eine gewisse Schaltverzögerung
auf, sodass eine Änderung des Schaltzustands gemäß der
Schaltkennlinie 24 von der Schaltvorrichtung 8 normalerweise
zu einem Zeitpunkt t2 mit einer Verzögerung
von beispielsweise etwa 20 bis 30 ms, üblicherweise jedoch
innerhalb von 50 ms, nach dem Beginn der Bestromung gemäß der
Kennlinie 23 der Schaltvorrichtung 8 zu dem Zeitpunkt
t1 erfolgt. Durch die Bestromung des Startermotors 2 über
den Nebenstrompfad 4 kommt es jedoch zu einem zwar aufgrund
der Strombegrenzung mittels der Widerstände 6a, 6b, 6c verringerten,
jedoch spürbaren Spannungseinbruch des Bordnetzes 9,
sodass insbesondere bei einem schwachen Bordnetz 9, einer
teilweise entladenen Batterie 10 und/oder auch einem heißen
Starterrelais die sich einstellende Stromstärke bei der
Bestromung der Schaltvorrichtung 8 nicht zum sicheren Schalten,
insbesondere Schließen eines Kontaktes, für die
Bestromung des Startermotors 2 über den Hauptstrompfad 3 ausreicht.
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Deshalb
wird zum Zeitpunkt t3, also nach der üblichen
Schaltverzögerung, der Schaltzustand gemäß der
Kennlinie 24 der Schaltvorrichtung 8 von der Steuerung 1 mittels
der Prüfvorrichtung 11 überprüft, und
zwar indem die Bestromung des Startermotors 2 über
den Hauptstrompfad 3 gemessen wird. Falls die Schaltvorrichtung 8 nicht
einen eingeschalteten Schaltzustand zum Zeitpunkt t3 erreichen
kann, werden die Leistungsschalter 7a, 7b, 7c gemäß dem Leistungsschaltersignal 22 nicht
erst zu einem späteren Zeitpunkt t5 ausgeschaltet,
sondern bereits zu dem Zeitpunkt t3. Dadurch
wird die Bestromung des Startermotors 2 über den
Nebenstrompfad 4 unterbrochen und ein Spannungsanstieg
des Bordnetzes 9 erzielt.
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Mit
zunehmenden Spannung des Bordnetzes 9 nimmt auch die Stromstärke
der Bestromung entsprechend der Kennlinie 23 der Schaltvorrichtung 8,
also von deren Spulenwicklung, zu, sodass nach kurzer Zeit die Schaltvorrichtung
sicher schaltet und zu dem Zeitpunkt t4 ein
eingeschalteter Schaltzustand gemäß der Kennlinie 24 erreicht
wird. Ab dem Zeitpunkt t4 wird die Brennkraftmaschine
also mit voller Leistung des Startermotors 2 angetrieben
und so gestartet.
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Ab
dem Zeitpunkt t5 hat die Drehzahl entsprechend
der Kennlinie 25 ein Maß erreicht, bei dem die
Brennkraftmaschine selbsttätig weiterlaufen kann und der
Startvorgang abgeschlossen werden kann. Dazu wird die Bestromung
entsprechend der Kennlinie 23 der Schaltvorrichtung 8 beendet.
Mit einer gewissen Verzögerung nimmt dann die Schaltvorrichtung 8 zu
dem Zeitpunkt t5 wieder einen ausgeschalteten
Schaltzustand gemäß der Kennlinie 24 an,
sodass die Bestromung des Startermotors 2 auch über den
Hauptstrompfad 3 beendet wird. Somit wird, wie zuvor genannt,
der Starvorgang zum Zeitpunkt t6 beendet.
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Die 3 zeigt
eine Bestromung gemäß der Kennlinie 23 der
Schaltvorrichtung 8 und eine Bordnetzspannung 31 des
Bordnetzes 9. Dabei sind die Stromstärke 30 von
der Bestromung der Schaltvorrichtung 8 und die Bordnetzspannung 31 über
der Zeitachse t aufgetragen, wobei die Stromstärke 30 einen
Spulenstrom der als Relais ausgebildeten Schaltvorrichtung 8 darstellt.
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Wie
zuvor erläutert, werden zu dem Zeitpunkt t0 die
Leistungsschalter 7a, 7b, 7c eingeschaltet
und der Startermotor 2 angedreht, wobei durch den resultierenden
Stromfluss, und zwar über den Nebenstrompfad 4,
die Bordnetzspannung 31 von etwa 12 V bis 14 V in einem
unbelasteten Zustand auf einen Wert zwischen 7 V und 8 V oder tiefer
abfällt.
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Zu
dem Zeitpunkt t1 wird die Schaltvorrichtung 8 bestromt,
sodass die Stromstärke 30 rasch von 0 A auf einen
Wert zwischen 9 A und 10 A ansteigt. Aufgrund der geringen Bordnetzspannung 31 genügt
die resultierende Stromstärke 30 jedoch nicht,
um die Schaltvorrichtung 8 erfolgreich zu schalten, also
den Schaltzustand gemäß der Kennlinie 24 zu
einem eingeschalteten Zustand zu ändern, sodass aufgrund
der Überprüfung zum Zeitpunkt t3 der Nebenstrompfad 4 mittels
der Leistungsschalter 7a, 7b, 7c ausgeschaltet
wird und folglich die Bordnetzspannung 31 ansteigt.
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Mit
zunehmender Bordnetzspannung 31 steigt auch die Stromstärke 30 der
Bestromung der Schaltvorrichtung 8 für ein sicheres
Schalten an, sodass diese zum Zeitpunkt t4 den
gewünschten eingeschalteten Schaltzustand gemäß der
Kennlinie 24 annimmt. Infolgedessen wird der Startermotor 2 über den
Hauptstrompfad 3 mit der vollen Leistung bestromt, sodass
ein weiterer Einbruch der Bordnetzspannung 31 resultiert.
Schließlich wird zum Zeitpunkt t5 die
Bestromung gemäß der Kennlinie 23 der Schaltvorrichtung 8 beendet.
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Insgesamt
lässt sich also mit diesem Verfahren die Robustheit der
Schaltvorrichtung 8 gegenüber einem schlechten
Bordnetzzustand oder einer erhöhten Temperatur verbessern.
Ferner kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Schaltvorrichtung 8 auch bei unterschiedlichen Fahrzeugplattformen, bei
denen insbesondere auch unterschiedliche Spannungseinbrüche
auftreten können, unter allen Bedingungen sicher schalten.
Im Übrigen können insbesondere Alterungseffekte
oder Änderungen von Widerständen innerhalb eines
Stromkreises zur Ansteuerung der Schaltvorrichtung 8 in
einem größeren Umfang toleriert werden. Alle Figuren
zeigen lediglich schematische nicht maßstabsgerechte Darstellungen.
Im Übrigen wird insbesondere auf die zeichnerische Darstellungen
für die Erfindung als Wesentlich verwiesen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102005021227
A1 [0007]