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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Glas, die Verwendung
eines solchen Glases, optische Elemente bzw. Preformen solcher optischen
Elemente, ein Verfahren zur Herstellung solcher optischen Elemente
und optische Bauteile bzw. optische Komponenten aus solchen optischen
Elementen.
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Herkömmliche
optische Gläser der hier beanspruchten optischen Lage (Lanthan-Schwerflintbereich mit
geringer Abbé-Zahl) für die Applikationsfelder
Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion,
Photolithographie, Lasertechnologie, Wafer/Chip-Technologie, sowie
für die Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik
und Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, enthalten in der Regel
PbO, um die erwünschten optischen Eigenschaften, d. h.
vorzugsweise einen Brechwert nd von 1,83 ≤ nd ≤ 1,95 und/oder eine Abbezahl νd von 24 ≤ νd ≤ 35,
insbesondere jedoch die hohe Dispersion d. h. geringe Abbe'sche
Zahl zu erreichen. Dadurch sind diese Gläser wenig chemisch
beständig. Als Läutermittel wurde zudem häufig
As2O3 verwendet.
Da in den letzten Jahren die Glaskomponenten PbO und As2O3 als umweltbedenklich angesehen werden,
tendieren die meisten Hersteller optischer Instrumente und Produkte
dazu, bevorzugt bei- und arsenfreie Gläser einzusetzen.
Zur Verwendung in Produkten hoher Vergütungsstufen gewinnen
zudem Gläser mit erhöhten chemischen Beständigkeiten
stetig an Bedeutung.
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Bekannte
bleifreie optische Gläser der Lanthan-Schwerflintlage mit
hohem Brechwert und geringer Abbézahl enthalten in der
Regel große Mengen an TiO2 in silikatischer
Matrix, was zu äußerst kristallisationsanfälligen
und daher häufig nicht in einem sekundären Heißformgebungsschritt
verarbeitbaren und aufgrund hoher Härte sehr schwer mechanisch
bearbeitbaren Gläsern führt. Ferner weisen solche
Gläser eine verschlechterte Transmission an der „blauen
Kante” auf.
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Anstelle
des bisher üblichen Heraustrennens von optischen Komponenten
aus Block- oder Barrenglas, gewinnen in jüngerer Zeit Herstellungsverfahren
an Bedeutung, bei welchen direkt im Anschluss an die Glasschmelze
möglichst Direktpresslinge, also blankgepresste optische
Komponenten, und/oder möglichst endkonturnahe Preforms
bzw. Vorformlinge für das Wiederverpressen, sogenannte „Precision
Gobs”, erhalten werden können. Unter „Precision
Gobs” werden in der Regel vorzugsweise vollständig
feuerpolierte, halbfreioder freigeformte Glasportionen verstanden,
die über verschiedene Herstellungsverfahren zugänglich
sind.
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Aus
diesem Grund wird von Seiten der Verfahrenstechnik in Schmelze und
Heißformgebung neuerdings verstärkt der Bedarf
nach „kurzen” Gläsern gemeldet, also
nach Gläsern, die ihre Viskosität sehr stark mit
der Temperatur variieren. Dieses Verhalten hat im Prozess den Vorteil,
dass die Heißformgebungszeiten und damit in der endgeometrienahen
Präzisionsheißformgebung die Formschlusszeiten,
gesenkt werden können. Dadurch wird zum einen der Durchsatz
erhöht, zum anderen wird das Formenmaterial geschont, was
sich sehr positiv auf die Gesamtproduktionskosten niederschlägt.
Zudem können durch die so gegebene, schnellere Erstarrung
auch Gläser mit stärkerer Kristallisationsneigung
verarbeitet werden als bei entsprechend längeren Gläsern,
und es wird eine Vorkeimung, die in nachfolgenden Sekundärheißformgebungsschritten
problematisch sein könnte, vermieden oder zumindest drastisch
herabgesetzt.
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Gläser
auf dieser optischen Lage werden in letzter Zeit häufig
durch den Einsatz von Bi2O3 realisiert. Diese
Gläser zeigen jedoch den deutlichen prozesstechnischen
Nachteil, dass sie sehr sensibel auf die Redox-Bedingungen im Schmelzaggregat
reagieren und bei ungünstigen Redox-Bedingungen die Gefahr
einer Transmissionsminderung durch das Entstehen von Bi0 besteht
und somit erhöhter prozesstechnischer Aufmerksamkeit bedürfen.
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Der
der Erfindung nahe kommende Stand der Technik ist in den folgenden
Schriften zusammengefasst:
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Danach
können Gläser mit ähnlicher optischer
Lage und/oder vergleichbarer chemischer Zusammensetzung hergestellt
werden, jedoch zeigen diese im direkten Vergleich mit den erfindungsgemäßen
Gläsern deutliche Nachteile:
DE 3 343 418 C2 beschreibt
Lanthanboratgläser mit einem Boroxid-Gehalt von nur höchstens
13 Gew.-%. Ferner enthalten die Gläser stets Yttriumoxid
(bis 10 Gew.-%). Dieser dient, neben dem ebenso obligaten Summengehalt
an Thantal- und Ytterbiumoxid, (Ta
2O
5 + Yb
2O
3) > 9 Gew.-%, der Einstellung
der angestrebten optischen Lage. Der Nachteil der Nutzung der Komponenten
Y
2O
3 und Yb
2O
3 liegt jedoch
in ihrer Absorption, in der Schrift mit über den Bereich
von 500 bis 2400 nm gleichbleibender Reintransmission 70 bis 81%
(25 mm Probendicke) beschrieben. Eine solch schlechte Transmission
ist für aktuelle Gläser nicht mehr akzeptabel und
die Gemengekosten werden zudem durch diese Komponenten deutlich
erhöht.
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DE 2 265 703 beschreibt
Gläser mit einem Boroxid-Gehalt von mindestens 24 Gew.-%.
Ferner besteht ebenfalls – hier entsprechend auf Gd
2O
3 (bis 50 Gew.-%)
beruhenden – das Problem einer zu schlechten Transmission.
Der in diesem Stand der Technik beschriebenen Gläser erreichen
auch nur noch am Rande die hohen Brechwerte der erfindungsgemäßen
Gläser.
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In
DE 2 756 161 A sind
ebenfalls obligat Gd
2O
3-haltige,
sowie in
DE 2 652 747
B Y
2O
3-haltige
Gläser mit den entsprechenden Nachteilen bzgl. der Reintransmission
und Gemengekosten beschrieben. Die in diesen Druckschriften beschriebenen
Gläser weisen ferner einen zu geringen TiO
2-Gehalt
auf und erfüllen nicht die Anteile bzgl. ZnO-Gehalt (
DE 2 756 161 A )
bzw. GeO
2-Gehalt (
DE 2 652 747 B ).
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In
JP 2003 238 198 A werden
fluoridhaltige Lanthanborat-Gläser einer gemäßigteren
optischen Lage (n
d < 1,8; ν
d > 35) beschrieben, welche
einen Fluorgehalt von 9 bis 15 Gew.-% aufweisen. Die extremere optische
Lage der erfindungsgemäßen Gläser kann über
eine fluoridhaltige Lanthanboratglaszusammensetzung nicht erreicht
werden. Zudem ergeben sich durch den Einsatz fluoridhaltiger Rohstoffe
deutliche prozesstechnische Nachteile: durch die hohe Flüchtigkeit
sowohl der fluoridhaltigen Rohstoffe, als auch der Komponente selber,
kommt es neben Verstaubungs- und Verdampfungsproblemen, die die
Reproduktion und Stabilität des Schmelzverlaufs/Wannenreise
erschweren, zu erhöhtem Aufwand und Kosten in Bezug auf
die Arbeitssicherheit bei Gemengebereitung und Einschmelzvorgang.
Aus diesen Gründen wird in den erfindungemäßen
Gläsern auf die Verwendung von Fluorid weitestgehend, bis
auf geringe Gehalte (maximal 5 Gew.-%) zur Feineinstellung der Brechwertlage,
verzichtet.
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In
US 2004/0220041 werden
Gläser einem Bariumoxidgehalt von 13 bis 30 Gew.-% beansprucht.
Dadurch bieten diese Gläser zwar eine sehr hohe Flexibilität
in der Einstellung eines prozessangepassten Viskositäts-Temperatur-Profils,
zeigen dabei jedoch keine gute Kristallisationsstabilität.
Auch in
JP 2004-175 632 (BaO
größer oder gleich 13 Gew.-%) und in
US 2006/0189473 (BaO größer
oder gleich 6 Gew.-%) beschriebenen Gläser weisen diesen
Nachteil auf.
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Die
in
EP 1 433 757 beanspruchten
Gläser weisen einen Wolframoxidgehalt von höchsten
kleiner 0,5 Gew.-% auf. Ferner wird in dieser Schrift beschrie ben,
dass sich WO
3 deutlich nachteilig auf die
Reintransmission an der UV-Kante des Spektrums aus („Blaue
Kante”) auswirkt.
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Die
in
JP 2005-047 732 beschriebenen
Gläser weisen einen zu hohen ZnO-Gehalt von 18 bis 23 Gew.-%,
sowie einen zu geringen TiO
2-Gehalt von
nur 1 bis 6 Gew.-% auf.
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Die
in
DE 10 2006 039 287 benannten
Beispielgläser beschreiben einen Zusammensetzungsbereich, in
dem die Gläser obligatorisch mindestens 7 Gew.-%, zumeist
aber deutlich mehr als 10 Gew.-% und bis zu 23 Gew.-% Gd
2O
3 enthalten. Ebenso
werden dort Gläser mit Mindestgehalten WO
3 größer
oder gleich 7 Gew.-% beschrieben. Auf diese sehr teuren und im Falle
des WO
3 auch bzgl. Transmission sehr nachteiligen Rohstoffe
kann in den erfindungsgemäßen Gläsern
verzichtet werden, da die angestrebten Optischen Lagen sich signifikant
unterscheiden: Hoya beansprucht Lagen mit deutlich geringeren Dispersionen
(Abbewert 35–40), während die erfindungsgemäßen
Gläser hohe Brechwerte bei hohen Dispersionen (Abbewerte
ab 24) für die Farbfehlerkorrektur in Objektivsystemen
beanspruchen. Weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der unterschiedliche
Boroxidgehalt, der in den Beispielen der Hoya-Schrift nur ausnahmsweise
einmal 15, bzw. 16 Gew.-% erreicht, in der Mehrzahl der beschriebenen
Gläser jedoch deutlich darunter liegt.
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DE 10 2006 024 805 beschreibt
Gläser mit einem ZnO-Gehalt von nur 0,1 bis 6 Gew.-% und
einem BaO-Anteil von 13 bis 22 Gew.-%.
DE 102 27 494 beschreibt ebenfalls
Gläser mit einem ZnO-Gehalt von nur maximal 9 Gew.-%. Diese
Schriften nennen ferner ein größeres La
2O
3:B
2O
3-Verhältnis.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher in der Bereitstellung
von optischen Gläsern, welche die genannten Nachteile des
oben genanten Stands der Technik vermeiden und mit welche die gewünschten
optischen Eigenschaften ermöglicht werden. Insbesondere
soll einen Zusammensetzungsbereich für kurze optische Gläser
gefunden werden, der möglichst ohne Verwendung von PbO,
Bi2O3 und As2O3 und mit verringertem
TiO2-Gehalt, die gewünschten optischen
Eigenschaften (nd/νd)
ermöglicht. Die Gläser sollten eine hohe Transmission,
gute chemische Beständigkeit und Bearbeitbarkeit, geringe
Produktionskosten und eine gute Umweltverträglichkeit aufweisen.
Diese Gläser sollen vorzugsweise über das Blankpressverfahren verarbeitbar
sein und daher geringe Transformationstemperaturen aufweisen. Ferner
sollen sie gut zu schmelzen und zu verarbeiten sein, sowie eine
ausreichende Kristallisationsstabilität für einen
sekundären Heißformgebungsschritt und/oder für
eine Fertigung in kontinuierlich geführten Aggregaten besitzen.
Wünschenswert ist ferner ein möglichst kurzes
Glas in einem Viskositätsbe reich von 107,6 bis
1013 dPas.
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Die
vorstehende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen beschriebenen
Ausführungsformen gelöst.
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Insbesondere
wird ein optisches Glas bereit gestellt, welches die folgende Zusammensetzung
umfasst (in Gew.-%, auf Oxidbasis):
| SiO2 | 2–8 |
| B2O3 | 15–22 |
| La2O3 | 35–42 |
| ZnO | 10–18 |
| TiO2 | 9–15 |
| ZrO2 | 3–10 |
| Nb2O5 | 4–10 |
| WO3 | 0,5–5 |
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen vorzugsweise
einem Brechwert nd von mindestens 1,83,
mehr bevorzugt ist Brechwert von mindestens 1,85 und/oder einen
Brechwert nd von höchstens 1,95.
Die Abbezahl νd der erfindungsgemäßen
Gläser beträgt vorzugsweise mindestens 24, mehr
bevorzugt mindestens 36 und/oder höchstens 35.
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Gemäß einer
Ausführungsform sind die erfindungsgemäßen
Gläser möglichst „kurz” in einem
Viskositätsbereich von 107,6 bis
1013 dPas. Unter „kurzen Glä sern” werden
dabei Gläser verstanden, deren Viskosität stark
mit einer relativ geringen Änderung der Temperatur in einem
bestimmten Viskositätsbereich variiert. Vorzugsweise beträgt
das Temperaturintervall ΔT, in welchem die Viskosität
dieses Glases von 107,6 bis 1013 dPas absinkt,
höchstens 100°K.
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Im
folgenden bedeutet der Ausdruck „X-frei” bzw. „frei
von einer Komponente X” bzw. „enthält
kein X”, dass das Glas diese Komponente X im wesentlichen
nicht enthält, d. h. dass eine solche Komponente höchstens
als Verunreinigung in dem Glas vorliegt, jedoch der Glaszusammensetzung
nicht als einzelne Komponente zugegeben wird. X steht dabei für
eine beliebige Komponente, wie beispielsweise Li2O.
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Das
Grundglassystem ist ein Lanthanboratglas, wobei das Borat für
die Löslichkeit des Lanthanoxids verantwortlich ist. Im
Stand der Technik ist man bei diesen Gläsern davon ausgegangen,
dass ab einem La2O3:B2O3-Verhältnis
kleiner 5,0 in diesem Glassystem prinzipiell halbwegs stabile Gläser
entstehen können, dass ab einem La2O3:B2O3-Verhältnis
um ca. 3,6 ein stabiler Bereich besteht, und es wird somit üblicherweise ein
La2O3:B2O3-Verhältnis von 2,4 bis 3,4 angestrebt.
Prinzipiell wäre ein noch kleineres La2O3:B2O3-Verhältnis wünschenswert,
um ein kristallisationsstabiles Glas zu erhalten, jedoch wären
dazu relativ hohe Boratanteile erforderlich, so dass man im Stand
der Technik davon ausgegangen ist, dass nicht gleichzeitig ausreichend hochbrechende
Komponenten zum Erreichen eines hohen Brechwerts und ausreichend
Netzwerkwandler bzw. Netzwerkmodifier zum Erreichen eines kurzen
Glases in das Glas eingebracht werden können.
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Überraschenderweise
hat sich gemäß der vorliegenden Erfindung ergeben,
dass auch bei einem La2O3:B2O3-Verhältnis
von vorzugsweise höchstens 2,5, mehr bevorzugt höchstens
2,4 stabile sowie ausreichend kurze Gläser in der gewünschten
Lage hergestellt werden können.
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Das
erfindungsgemäße Glas enthält B2O3 in einem Anteil
von 15 bis 22 Gew.-%. Vorzugsweise ist der B2O3-Anteil auf höchstens 20 Gew.-%,
mehr be vorzugt höchstens 19 Gew.-% beschränkt.
Das erfindungsgemäße Glas enthält vorzugsweise
mindestens 16 Gew.-% B2O3.
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La2O3 ist in dem erfindungsgemäßen
Glas in einem Anteil von 35 bis 32 Gew.-% enthalten. Vorzugsweise
enthält das Glas mindestens 35 Gew.-% La2O3, mehr bevorzugt mindestens 36 Gew.-%. Der
Anteil an La2O3 ist
vorzugsweise auf 20 Gew.-%, mehr bevorzugt auf 19 Gew.-% beschränkt.
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Als
weiteren Glasbildner neben B2O3 enthält
das erfindungsgemäße Glas SiO2 in
einem Anteil von 2 bis 8 Gew.-%. SiO2 dient
der Verbesserung der Bearbeitbarkeit durch Erhöhung der
mechanischen Festigkeit des Glases und ist vorzugsweise in einem
Anteil von 3 Gew.-% mehr bevorzugt in einem Anteil von 4 Gew.-% enthalten.
So können gute Abriebhärten und eine gute chemische
Beständigkeit erreicht werden, vorzugsweise eine Säurebeständigkeit
kleiner Klasse 5, mehr bevorzugt kleiner 4 nach ISO 8424 und/oder
vorzugsweise eine Alkalibeständigkeit kleiner 2, mehr bevorzugt
kleiner oder gleich 1 nach ISO 10629. Der SiO2-Anteil
ist vorzugsweise auf 7 Gew.-%, mehr bevorzugt auf 6 Gew.-% beschränkt.
Bei höheren SiO2-Anteilen wäre
die Löslichkeit des Lanthanoxids in der Glasmatrix stark
herabgesetzt, so dass die Gläser bei gleichbleibend hohem
La2O3-Anteil kristallisationsanfälliger
wären bzw. bei abgesenktem La2O3-Anteil keinen ausreichend hohen Brechwert
mehr aufweisen würden und die optische Lage insgesamt verschoben
wäre.
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Vorzugsweise
beträgt die Summe an SiO2 und B2O3 höchstens
29 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 27 Gew.-%.
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Vorzugsweise
weist das erfindungsgemäße Glas ein SiO2:B2O3-Verhältnis
von 0,12 bis 0,38, mehr bevorzugt von 0,25 bis 0,35 auf. Bei einem
kleineren SiO2:B2O3-Verhältnis kommt die oben genannte
positive Wirkung des SiO2, d. h. kristallisationshemmend
und glasbildend nicht zum Tragen, bei einem größeren
Verhältnis ist die Löslichkeit des La2O3 durch einen zu geringen Boratanteil herabgesetzt
und das Glas ist wird kristallisationsempfindlicher.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
weist das erfindungsgemäße Glas sowohl einen Summengehalt
SiO2 + B2O3 und ein SiO2:B2O3-Verhältnis
wie vorstehen genannt auf.
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Das
Verhältnis der Summe (La2O3 + SiO2) zum B2O3-Gehalt stellt
ein Maß für das Kristallisationsrisiko dar und
beträgt vorzugsweise von 2,0 bis 2,9, mehr bevorzugt 2,3
bis 2,7.
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Als
weiterer Glasbilder kann das erfindungsgemäße
Glas Ge02 in einem Anteil von vorzugsweise höchstens
5 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 2 Gew.-% enthalten.
Die Zugabe dieses weiteren Glasbildners kann das erfindungsgemäße
Glas kristallisationsstabiler machen, ohne das hinsichtlich des
Lanthanoxids eine löslichkeitsverringernde Wirkung wie
bei SiO2 auftreten würde. Gleichzeitig
wirkt sich GeO2 auch auf die optische Lage
aus, indem es den Brechwert des Glases weiter erhöht und
in dem vorstehend genannten Anteil nur einen geringen Einfluss auf
die Dispersion ausübt. Ein Anteil von mehr als 5 Gew.-%
würde die Dispersion des optischen Glases, d. h. die Abbezahl
auf einen Wert über 35 erhöhen.
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Die
Gesamtsumme an Glasbildnern B2O3,
SiO2 und GeO2 beträgt
vorzugsweise höchstens 32 Gew.-%, mehr bevorzugt 30 Gew.-%,
am meisten bevorzugt 27 Gew.-%.
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Neben
La2O3 enthält
das erfindungsgemäße Glas als wichtigste optische
Komponente, d. h. eine Komponente welche einen wesentlichen Einfluss
auf die optische Lage des Glases ausübt, TiO2 in
einem Anteil von 9 bis 15 Gew.-%, wodurch ein hoher Brechwert bei
geringer Abbzahl erreicht wird. Der TiO2-Anteil
beträgt vorzugsweise mindestens 10 Gew.-%. Mit einem TiO2-Anteil von weniger als 9 Gew.-% könnte
weder die gewünschte optische Lage noch die gewünschte
Kürze des Glases eingestellt werden. TiO2 ist
vorzugsweise in einem Anteil von höchstens 14 Gew.-%, mehr
bevorzugt höchstens 13 Gew.-% in dem erfindungsgemäßen Glas
enthalten. Eine weitere Erhöhung des TiO2-Anteils
würde die Kristallisationsgrenze des Glases soweit anheben, dass
kein Prozessfenster zur (Weiter-)Verarbeitung des Glases mehr möglich
wäre. Da ferner TiO2 in Kombination
mit Erdalkalioxiden das Glas kürzer macht, würde
ein höherer Anteil an TiO2 das
Glas durch eine extreme Kürze nicht mehr verarbeitbar sein.
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Neben
TiO2 enthält das erfindungsgemäße
Glas auch Nb2O5 zum
Einstellen der optischen Lage in einem Anteil von mindestens 4 Gew.-%,
mehr bevorzugt mindestens 5 Gew.-% und/oder in einem Anteil von höchstens
10 Gew.-%, mehr bevorzugt von höchstens 9 Gew.-%. Der Anteil
an dieser Komponente ist jedoch vorzugsweise auf die genannte Höchstgrenze
limitiert, da sich sonst die Rohstoffkosten für das erfindungsgemäße
Glas zu stark erhöhen würden.
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Als
weitere optische Komponente, welche den Brechwert des Glases erhöht,
enthält das erfindungsgemäße Glas ZrO2 in einem Anteil von höchstens
10 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 8 Gew.-%. Höhere
Gehalte an ZrO2 würde die Kristallisationstendenz
des Glases erhöhen. Das Glas enthält ZrO2 in einem Anteil von mindestens 3 Gew.-%,
vorzugsweise mindestens 4 Gew.-%.
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Vorzugsweise
enthält das Glas mindestens zwei, mehr bevorzugt mindestens
drei Komponenten welche neben ihren positiven Wirkungen auf das
Glas auch als Kristallisationskeimbildner wirken können,
insbesondere, ZTO2, Nb2O5 und/oder TiO2,
da eine größere Anzahl solcher Komponenten das
Kristallisationsrisiko verringern.
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Das
erfindungsgemäße Glas enthält zum Einstellen
der optischen Lage ferner WO3 in einem Anteil
von mindestens 0,5 Gew.-%, vorzugsweise mindestens mehr als 1 Gew.-%,
mehr bevorzugt mindestens 1,2 Gew.-%. Der Anteil an WO3 ist
jedoch auf höchstens 5 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
3 Gew.-% beschränkt, da bei höheren Anteilen die
Transmission insbesondere an der „Blauen Kante”,
d. h. bei einer Wellenlänge λ von kleiner 420
nm verschlechtert wäre. Entgegen der Annahme des Stands
der Technik tritt eine solche Verschlechterung der Transmission
durch WO3 überraschenderweise jedoch erst
ab einem Gehalt von mehr als 3 Gew.-% WO3 auf.
WO3-Anteile von bis zu 3 Gew.-% verbessern überraschenderweise
die Transmission.
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Das
erfindungsgemäße Glas kann als weitere optische
Komponenten zur Feineinstellung der optischen Lage weiter Ta2O5 und/oder F enthalten,
wobei die Summe dieser Komponenten jedoch auf 5 Gew.-% beschränkt
ist.
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Neben
Glasbildner und optischen Komponenten enthält das erfindungsgemäße
Glas weiterhin Netzwerkwandler bzw. Netzwerkmodifier, welche vor
allem das Viskosität-Temperatur-Profil des Glases beeinflussen.
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Neben
TiO2 dienen insbesondere Erdalkalimetalle
als solche Netzwerkwandler.
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Das
erfindungsgemäße Glas unterscheidet sich jedoch
von den Gläsern des Stands der Technik, da der Gehalt an
BaO auf einen vergleichbar geringen Anteil von höchstens
5 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 4 Gew.-%, mehr bevorzugt
höchstens 2 Gew.-% beschränkt ist. Eigentlich
wird in hochbrechenden Gläsern gern ein hoher Anteil an
BaO eingesetzt, um neben der netzwerkwandelnden Funktion gleichzeitig
den Brechwert des Glases zu erhöhen.
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Die
Summe aller Erdalkalimetalle MgO, CaO, BaO, SrO ist vorzugsweise
auf einen Anteil von höchsten 7 Gew.-%, mehr bevorzugt
auf einen Anteil von 5 Gew.-% beschränkt.
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Überraschenderweise
hat sich herausgestellt, dass ein hoher BaO-Anteil erfindungsgemäß durch
einen relativ hohen ZnO-Anteil von mindestens 10 Gew.-%, mehr bevorzugt
mindestens 12 Gew.-%, ersetzt werden kann. Der ZnO-Anteil ist auf
höchstens 18 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 16
Gew.-% beschränkt. ZnO in dem genannten Anteil bewirkt
in dem erfindungsgemäßen Glas sowohl einen hohen
Brechwert also auch eine ausreichende Kürze des Glases.
Ferner wirkt diese Komponente auch als kristallisationshemmend und es
wird vermutet, dass das erfindungsgemäß niedrige
La2O3:B2O3-Verhältnis aufgrund der Anwesenheit
von ZnO in den genannten Anteilen ermöglicht wird.
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Das
erfindungsgemäße Glas kann neben den vorstehend
genannten Netzwerkwandlern außerdem die als Glasbildner
wirkenden Komponenten Al2O3 und/oder
P2O5 enthalten,
wobei die Summe aus Al2O3, MgO,
CaO, SrO und P2O5 vorzugsweise
auf höchstens 5 Gew.-% beschränkt ist.
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Das
erfindungsgemäße Glas enthält vorzugsweise
keine Alkalimetalloxide, d. h. Oxide von Li, Na, K, Rb, Cs, da diese
Komponenten neben einer brechwertsenkenden Wirkung auch als Flussmittel
wirken und so das Glas kristallisationsanfälliger machen
können.
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Gemäß anderer
Ausführungsformen kann das erfindungsgemäße
Glas jedoch Alkalimetalloxide in einem Anteil von insgesamt höchstens
5 Gew.-% enthalten. Solche geringen Anteile an Alkalimetalloxiden
können für geringfügige Anpassungen des
Temperatur-Viskositätsprofils dienen, um das Glas zugunsten
einer flexiblen, endgeometrienahen Heißformgebung anzupassen.
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Ferner
ist die Zugabe von Alkalimetalloxiden bevorzugt, wenn das Glas für
Ionenaustausch verwendet werden soll. Bei einer solchen Variante
können auch mehr als 3, unter Umständen sogar
bis zu Gew.-% Alkalimetalloxide im Glas enthalten sein.
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Bei
der Anwendung des Glases als Ionenaustauschglas ist ferner die Zugabe
von bis zu 5 Gew.-% Ag2O bevorzugt. Bei
dieser Anwendung enthält das Glas vorzugsweise auch Al2O3 und/oder P2O5, beispielsweise
in einem Anteil von mindestens 0,5 Gew.-% da diese Komponenten die
Ausbildung einer für den Ionenaustausch günstigen
Struktur im Glas fördern. Jedoch sollte auch gemäß einer
solchen Ausführungsform die vorstehend genannten Obergrenzen
nicht überschritten werden.
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Das
erfindungsgemäße Glas ist vorzugsweise frei von
Y2O3, Yb2O5 und/oder Bi2O3, da diese Komponenten
die Transmission des Glases insbesondere an der „Blauen
Kante” (λ < 420
nm) verschlechtern können. Besonders bevorzugt ist es,
dass keine der genannten Komponenten im erfindungsgemäßen
Glas enthalten ist. Y2O3 und
Yb2O5 weisen ferner
den Nachteil von hohen Rohstoffpreisen auf. Ferner kann Bi2O3 in der Glasschmelze
zu Bi(0) reduziert werden und so die Transmission des Glases verschlechtern.
Das Vermeiden solcher Redoxprozesse in der Schmelze erfordert jedoch
schmelztechnisch höheren Aufwand.
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Das
erfindungsgemäße Glas ist als optisches Glas vorzugsweise
auch frei von färbenden und/oder optisch aktiven, wie laseraktiven
Komponenten.
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Gemäß einer
anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung als
Basisglas eines optischen Filters oder Feststofflasers kann das
erfindungsgemäße Glas färbende, und/oder
optisch aktive wie laseraktive Komponenten in Gehalten bis zu maximal
5 Gew.-% beinhalten, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-%
ergebenden Komponenten der übrigen Glaszusammensetzung
hinzukommen.
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Gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das
erfindungsgemäße Glas vorzugsweise zu mindestens
90 Gew.-%, mehr bevorzugt zu mindestens 95 Gew.-%, aus den vorstehend
genannten Komponenten.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das erfindungsgemäße Glas auch vorzugsweise frei
von anderen, vorstehend nicht genannten Komponenten, d. h. gemäß einer
derartigen Ausführungsform besteht das Glas im wesentlichen
aus den vorstehend genannten Komponenten. Der Ausdruck „im
wesentlichen bestehen aus” bedeutet dabei, dass andere
Komponenten höchstens als Verunreinigungen vorliegen, jedoch
der Glaszusammensetzung nicht als einzelne Komponente beabsichtigt
zugegeben werden.
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Gemäß einer
anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung als
Basisglas eines optischen Filters oder Feststofflasers kann das
erfindungsgemäße Glas färbende, und/oder
optisch aktive wie laseraktive Komponenten in Gehalten bis zu maximal
5 Gew.-% beinhalten, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-%
ergebenden Komponenten der übrigen Glaszusammensetzung
hinzukommen.
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Gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das
erfindungsgemäße Glas vorzugsweise zu mindestens
90 Gew.-%, mehr bevorzugt zu mindestens 95 Gew.-%, aus den vorstehend
genannten Komponenten.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das erfindungsgemäße Glas auch vorzugsweise frei
von anderen, vorstehend nicht genannten Komponenten, d. h. gemäß einer
derartigen Ausführungsform besteht das Glas im wesentlichen
aus den vorstehend genannten Komponenten. Der Ausdruck „im
wesentlichen bestehen aus” bedeutet dabei, dass andere
Komponenten höchstens als Verunreinigungen vorliegen, jedoch
der Glaszusammensetzung nicht als einzelne Komponente beabsichtigt
zugegeben werden.
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Das
erfindungsgemäße Glas kann übliche Läutermittel
in geringen Mengen beinhalten. Vorzugsweise beträgt die
Summe der zugesetzten Läutermittel höchstens 2,0
Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 1,0 Gew.-%, wobei diese
Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden Komponenten der übrigen
Glaszusammensetzung hinzukommen. Als Läutermittel kann
in dem erfindungsgemäßen Glas mindestens eine
der folgenden Komponenten enthalten sein (in Gew.-%, additiv zur übrigen
Glaszusammensetzung):
| Sb2O3 | 0–1 | und/oder |
| SnO | 0–1 | und/oder |
| SO4 2– | 0–1 | und/oder |
| NaCl | 0–1 | und/oder |
| As2O3 | 0–1 | und/oder |
| F– | 0–1 | |
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
beträgt der As2O3-Gehalt
jedoch höchsten 0,1 Gew.-% oder das Glas ist As2O3-frei, da diese
Komponente aus ökologischen Gründen als problematisch
angesehen wird.
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Sämtliche,
erfindungsgemäße Gläser weisen ferner
eine gute chemische Beständigkeit und eine Stabilität
gegenüber Kristallisation bzw. Kristallisationsstabilität
auf. Sie zeichnen sich ferner durch gute Schmelzbarkeit und flexible,
endgeometrienahe Verarbeitbarkeit, geringe Produktionskosten durch
reduzierte Prozesskosten, gute Ionenaustauscheigenschaften, gute
Solarisationsstabilität, sowie durch eine gute Umweltverträglichkeit
aus.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen einen
Tg von weniger als oder gleich 640°C auf, sind kristallisationsstabil
und lassen sich gut verarbeiten.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen negative
anomale relative Teildispersionen ΔPg,F von
15 bis 105 × 10–4, von
an Messproben aus Kühlungen mit einer Kühlrate
von etwa 20 K/h auf.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen thermische
Ausdehnungskoeffizienten α20-300 von
weniger als oder gleich 8·10–6/K
auf. Dadurch werden Probleme mit thermischer Spannung in der Weiterverarbeitung
und der Fügetechnik vermieden.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen spezifische
Dichten von kleiner als oder gleich 5,0 g/cm3 auf. Damit
sind die aus Ihnen gefertigten optischen Elemente und/oder optischen
Komponenten aufgrund ihrer relativ zu bleihaltigen Pendants gesehen
geringen trägen Masse besonders für mobile/bewegliche
Einheiten geeignet.
-
Durch
die erfindungsgemäßen Gläser wurde eine
derartige Einstellung von optischer Lage, Viskositätstemperaturprofil
und Verarbeitungstemperaturen erreicht, dass eine hochspezifizierte
endgeometrienahe Heißformgebung auch mit empfindlichen
Präzisionsmaschinen gewährleistet ist. Zudem wurde
eine Korrelation von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
realisiert, so dass eine weitere thermische Behandlung, wie Pressen,
bzw. Wiederverpressen oder Ionenaustauschprozesse, der Gläser
ohne weiteres möglich ist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen
Gläser für die Applikationsbereiche Abbildung,
Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Telekommunikation, optische
Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser,
Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische
Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner optische Elemente, welche
das erfindungsgemäße Glas umfassen. Optische Elemente
können dabei insbesondere Linsen, Prismen, Lichtleitstäbe,
Arrays, optische Faser, Gradientenbauteile, optische Fenster und
Kompaktbauteile sein. Der Begriff „optisches Element” umfasst dabei
erfindungsgemäß auch Vorformen bzw. Preformen
eines solchen optischen Elements, wie beispielsweise Gobs, Precision
Gobs und ähnliches.
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Weiter
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines optischen
Elements, umfassend den Schritt
- – Blankpressen
des erfindungsgemäßen optischen Glases.
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Weiter
betrifft die Erfindung die Verwendung eines solchen optischen Elements
zur Herstellung optischer Bauteile, bzw. optischer Komponenten,
für beispielsweise die Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik,
Digitale Projektion, Telekommunikation, Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser,
Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische
Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten.
-
Weiter
betrifft die Erfindung optische Bauteile, bzw. optische Komponenten,
für beispielsweise die Abbildung, Sensorik, Mikroskopie,
Medizintechnik, Digitale Projektion, Telekommunikation, Optische
Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser,
Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische
Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten, umfassend
vorstehend genannte optische Elemente.
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Beispiele
-
Die
Tabellen 2 und 3 enthalten 7 Ausführungsbeispiele im bevorzugten
Zusammensetzungsbereich, sowie zwei Vergleichsbeispiele. Die in
den Beispielen beschriebenen Gläser wurden folgendermaßen
hergestellt:
Die Rohstoffe für die Oxide, bevorzugt
die entsprechenden Oxide, Nitrate oder Carbonate, werden abgewogen,
ein oder mehrere Läutermittel, wie z. B. Sb
2O
3, zugegeben und anschließend gut
gemischt. Das Glasgemenge wird bei ca. 1250°C in einem
diskontinuierlichen Schmelzaggregat eingeschmolzen, danach geläutert (1300°C)
und homogenisiert. Bei einer Gusstemperatur von etwa 1000°C
kann das Glas gegossen und zu den gewünschten Abmessungen
verarbeitet werden. Im großvolumigen, kontinuierlichen
Aggregat können die Temperaturen erfahrungsgemäß um
mindestens ca. 100 K abgesenkt werden, und das Material kann im
endgeometrienahen Heißformgebungsverfahren, z. B. Präzisionspressen,
verarbeitet werden. Schmelzbeispiel für 100 kg berechnetes
Glas
| Oxid | Gew.-% | Rohstoff | Einwaage
(kg) |
| SiO2 | 3,0 | SiO2 | 3,01 |
| B2O3 | 19,0 | H3BO3 | 33,80 |
| La2O3 | 40,0 | La2O3 | 40,05 |
| BaO | 3,2 | Ba(NO3)2 | 5,44 |
| ZnO | 17,0 | ZnO | 17,05 |
| TiO2 | 9,0 | TiO2 | 9,07 |
| ZrO2 | 3,0 | ZrO2 | 3,01 |
| Nb2O5 | 5,0 | Nb2O5 | 5,02 |
| WO3 | 0,8 | WO3 | 0,80 |
| Sb2O3 | 0,3 | Sb2O3 | 0,30 |
| Summe | 100,3 | | 117,55 |
Tabelle 2 Schmelzbeispiele (in Gew.-%)
| | Bsp.1 | Bsp.
2 | Bsp.
3 | Bsp.
4 | Bsp.
5 | Bsp.
6 |
| SiO2 | 2 | 5 | 6 | 2 | 5 | 3 |
| B2O3 | 17 | 16 | 18 | 15 | 17 | 19 |
| La2O3 | 41 | 39 | 34 | 42 | 35 | 40 |
| GeO2 | | | | - | - | - |
| CaO | | | | | | - |
| BaO | 2 | 2 | | | - | 3,2 |
| ZnO | 10 | 14 | 16 | 18 | 15 | 17 |
| TiO2 | 15 | 9 | 13 | 14 | 13 | 9 |
| ZrO2 | 6 | 4 | 8 | 3 | 3 | 3 |
| Nb2O5 | 4 | 10 | 4 | 5 | 8 | 5 |
| WO3 | 3 | 1 | 1 | 1 | 4 | 0,8 |
| Sb2O3 | 0,3 | - | - | 0,3 | - | 0,3 |
| Summe | 100,3 | 100,0 | 100,0 | 100,3 | 100,0 | 100,3 |
| ηd (20 k/h) | 1,94675 | 1,90427 | 1,89438 | 1,94916 | 1,91473 | 1,87634 |
| νd (20 k/h) | 28,78 | 31,49 | 30,64 | 29,21 | 29,00 | 33,69 |
| Pg,F (20 km) | 0,6035 | 0,5940 | 0,5981 | 0,6012 | 0,6035 | 0,5888 |
| ΔPg,F [10–4]
(20 k/h) | 81 | 32 | 58 | 65 | 85 | 17 |
| α20-300 [10–6·K–1] | 7,7 | 7,4 | 6,8 | 8,0 | 7,0 | 7,7 |
| Tg
[°C] | 623 | 612 | 614 | 600 | 610 | 597 |
| ρ [g/cm3] | 4,65 | 4,60 | 4,37 | 4,76 | 4,47 | 4,57 |
Tabelle 3 Schmelzbeispiele (in Gew.-%)
Fortsetzung
| | Bsp.
7 | Bsp.
8 | Bsp.
9 | Bsp.
10 | Bsp.
11 |
| SiO2 | 5 | 7 | 4 | 4 | 8 |
| B2O3 | 17 | 22 | 18 | 16 | 21 |
| La2O3 | 38 | 37 | 36 | 35 | 36 |
| GeO2 | - | - | - | - | 2 |
| CaO | - | - | 2 | 1 | - |
| BaO | - | 2,4 | - | 4 | 2,4 |
| ZnO | 14 | 14 | 13 | 13 | 12 |
| TiO2 | 12 | 10 | 9 | 12 | 10 |
| ZrO2 | 6 | 3 | 10 | 4 | 4 |
| Nb2O5 | 7 | 4 | 6 | 9 | 4 |
| WO3 | 1 | 0,6 | 2 | 2 | 0,6 |
| Sb2O3 | 0,3 | - | 0,3 | - | 0,3 |
| Summe | 100,3 | 100,0 | 100,3 | 100,0 | 100,3 |
| nd (20 k/h) | 1,90490 | 1,89331 | 1,89429 | 1,92038 | 1,83293 |
| νd (20 k/h) | 30,93 | 24,01 | 32,57 | 29,65 | 34,43 |
| Pg,F (20 K/h) | 0,5967 | 0,6137 | 0,5908 | 0,6002 | 0,5884 |
| ΔPg,F [10–4]
(20 K/h) | 49 | 103 | 18 | 63 | 25 |
| α20-300 [10–6·K–1] | 7,1 | 6,8 | 7,4 | 7,6 | 6,7 |
| Tg
[°C] | 613 | 615 | 619 | 608 | 623 |
| ρ [g/cm3] | 4,50 | 4,22 | 4,50 | 4,56 | 4,20 |
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - ISO 8424 [0027]
- - ISO 10629 [0027]