DE102009016459A1 - Schmiervorrichtung einer Linearführung und Verfahren zur Befüllung einer Schmiervorrichtung mit einem Schmierstoff - Google Patents
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Abstract
Description
- Gebiet der Erfindung
- Die Erfindung betrifft eine Schmiervorrichtung einer Linearführung, mit einem an der Stirnseite eines über Wälzkörper auf Laufbahnen einer Führungsschiene längsbeweglich geführten Laufwagens montierbaren, einseitig axial offenen und mit einem Gehäusedeckel verschließbaren sowie einen Schmierstoffbehälterraum beinhaltenden Gehäuse, wobei der Schmierstoffbehälterraum axial einseitig durch eine Stirnwand des Gehäusedeckels begrenzt ist und einen aus einem saugfähigen Material bestehenden und mit einem fließfähigen Schmierstoff tränkbaren Speicherkörper sowie mit aus schmierstoffleitfähigem Material bestehende und über entsprechende Öffnungen mit den Laufbahnen der Führungsschiene in Gleitkontakt stehende Schmierstoffspender enthält. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zur Befüllung einer derartigen Schmiervorrichtung mit einem Schmierstoff.
- Hintergrund der Erfindung
- Linearführungen mit einer Führungsschiene und mindestens einem über Wälzkörper auf Laufbahnen der Führungsschiene längsbeweglich geführten Laufwagen sind seit längerem in unterschiedlichen Ausführungen bekannt. Derartige Linearführungen werden beispielsweise in Werkzeugmaschinen und in Transfereinrichtungen von Produktionsanlagen eingesetzt. Hierbei sind üblicherweise die Führungsschiene zur Befestigung an einem ortsfesten Maschinengestell und der Laufwagen zur Befestigung an einem zu bewegenden Maschinenbauteil vorgesehen.
- In weit verbreiteten Ausführungen einer derartigen Linearführung weist die Führungsschiene beidseitig symmetrische Einschnürungen auf, die an ihrem oberen und unteren Rand jeweils mit einer an die Form der Wälzkörper des Laufwagens angepassten Laufbahn versehen sind. Der Laufwagen weist üblicherweise einen umgekehrt U-förmigen Querschnitt mit zwei die Führungsschiene beidseitig umfassenden Schenkeln auf. In den Schenkeln des Laufwagens sind für jede Laufbahn der Führungsschiene jeweils vorzugsweise als Kugeln ausgebildete Wälzkörper in zu den Laufbahnen hin halboffenen Um laufkanälen angeordnet und werden bei einer Längsverschiebung des Laufwagens mit teils rollender teils gleitender Bewegung auf den Laufbahnen der Führungsschiene abgewälzt sowie innerhalb der Umlaufkanäle des Laufwagens umlaufend vorangetrieben. Über die Wälzkörper ist der Laufwagen weitgehend spielfrei auf der Führungsschiene geführt und kann relativ widerstandsarm in Längsrichtung der Führungsschiene verschoben werden.
- Zur Erhöhung der Lebensdauer derartiger Linearführungen wird den Laufbahnen der Führungsschiene sowie den Wälzkörpern und den Wänden der Umlaufkanäle des Laufwagens über zugeordnete Schmiervorrichtungen ein geeigneter Schmierstoff zugeführt, wodurch auf den entsprechenden Oberflächen ein Schmierstofffilm gebildet und deren Verschleiß vermindert wird. Weit ver breitet sind Schmiervorrichtungen, die zur stirnseitigen Montage an einen Laufwagen der Linearführung vorgesehen sind.
- Eine derartige Schmiervorrichtung umfasst üblicherweise ein einseitig axial offenes und über einen Gehäusedeckel verschließbares Gehäuse mit einem der Führungsschiene und dem Laufwagen angepassten umgekehrt U-förmigen Querschnitt. Das Gehäuse beinhaltet einen Schmierstoffbehälterraum, der axial einseitig durch die Stirnwand des Gehäusedeckels begrenzt ist. Zur Vermeidung eines schnellen Entweichens eines fließfähigen Schmierstoffes, wie z. B. eines Schmieröls oder eines Schmierfettes, enthält der Schmierstoffbehälterraum einen aus saugfähigem Material bestehenden sowie mit dem Schmierstoff tränkbaren Speicherkörper und steht über entsprechende Öffnungen mit aus für das Schmiermittel leitfähigem Material bestehenden und mit den Laufbahnen der Führungsschiene in Gleitkontakt stehenden Schmierstoffspendern in Verbindung steht.
- Durch die Versorgung der Laufbahnen der Führungsschiene mit dem Schmierstoff wird dieser auch auf die Wälzkörper und über diese auf die Wände der Umlaufkanäle des Laufwagens übertragen. Zum Schutz der Laufflächen und der Wälzkörper vor eindringenden Fremdkörpern sowie Schmutz und zur Vermeidung größerer Schmierstoffverluste ist häufig ein mit einer umfangsseitig verlaufenden und mit der Oberfläche der Führungsschiene in Gleitkontakt stehenden Dichtlippe versehener Abschlussdeckel vorgesehen, welcher der Schmiervorrichtung außen stirnseitig vorgesetzt ist.
- Eine erste Ausführung einer derartigen Schmiervorrichtung ist in der
DE 195 18 834 C2 beschrieben. Eine Besonderheit dieser bekannten Schmiervorrichtung besteht darin, dass der innerhalb des Gehäuses angeordnete Schmierstoffbehälterraum innen zu der Führungsschiene hin offen ausgebildet ist und eine aus einem saugfähigen Material bestehende Abstreiferleiste enthält, deren Innenkontur weitgehend der Außenkontur der Führungsschiene entspricht und im montierten Zustand über den gesamten Innenumfang an dieser anliegt. Zum Andrücken an die Führungsschiene ist die Abstreiferleiste von einer klammerförmigen Biegefeder umfasst, die an den Innenwänden des Schmierstoffbehälterraums abgestützt ist. Zur Befüllung dieser Schmiervorrichtung mit dem Schmierstoff ist ein Schmiernippel vorgesehen, der in eine über seitliche Vertikalbohrungen mit dem Schmierstoffbehälterraum in Verbindung stehende Querbohrung des Gehäuses eingesetzt ist. - Eine zweite Ausführung einer derartigen Schmiervorrichtung ist aus der
DE 198 45 181 A1 bekannt. Bei dieser Schmiervorrichtung ist in den Schenkeln des Gehäuses jeweils ein mit den betreffenden Laufbahnen der Führungsschiene in Gleitkontakt stehender Schmierstoffspender angeordnet. Die Schmierstoffspender werden über jeweils eine Feder an die Laufbahnen der Führungsschiene angedrückt und stehen über einen Versorgungskanal mit einem sich zwischen den seitlichen Außenwänden des Gehäuses erstreckenden Schmierstoffbehälterraum in Verbindung. In dem Versorgungskanal und dem Schmierstoffbehälterraum ist jeweils ein Speicherkörper aus einem kapillaren Material angeordnet. Zur Befüllung mit dem Schmierstoff weist das Gehäuse dieser Schmiervorrichtung an beiden seitlichen Außenwänden jeweils eine zu dem Schmierstoffbehälterraum führende und mit einem Gummiventil verschließbare Befüllungsöffnung auf. - In einer weiteren Ausführung einer gattungsgemäßen Schmiervorrichtung nach der
DE 20 2004 017 105 U1 sind mehrere scheibenförmige Faserstoffelemente in dem den Schmierstoffbehälterraum bildenden Innenraum des Gehäuses angeordnet, von denen mindestens eines mit durch Öffnungen in den Innenwänden des Gehäuses hindurchreichenden und mit den Laufbahnen der Führungsschiene in Gleitkontakt stehenden Flanschelementen versehen ist. Die Faserstoffelemente erfüllen die Funktion eines Speicherkörpers und zumindest in einem Fall zugleich die Funktion der Schmierstoffspender. Das Gehäuse dieser Schmiervorrichtung ist an seiner Stirnwand mit einem Befüllungsventil versehen, das zur Befüllung mit einem Schmierstoff durch Drehen eines zylind rischen Ventileinsatzes um etwa 90 Grad geöffnet und danach wieder entsprechend verschlossen werden kann. - Schließlich ist aus der
DE 10 2005 033 242 B3 eine ähnliche Ausführung einer Schmiervorrichtung bekannt, bei welcher die Schenkel des im Innenraum des Gehäuses angeordneten Speicherkörpers die Schmierstoffspender bilden. Die Schenkel des Speicherkörpers ragen jeweils durch eine Öffnung in der Innenwand des Gehäuses hinaus und stehen mit den benachbarten Laufbahnen der Führungsschiene in Gleitkontakt. Zum Andrücken der Schenkel des Speicherkörpers an die Laufbahnen der Führungsschiene ist beidseitig jeweils ein Positionierzapfen mit einem Magneten in dem Gehäuse angeordnet, durch den der jeweilige Schenkel des Speicherkörpers mittels eines seitlich benachbart zwischen der Außenwand des Gehäuses und dem Speicherkörper angeordneten ferromagnetischen Bleches in Richtung der Führungsschiene nach innen gedrückt wird. Zur Befüllung mit dem Schmierstoff ist das Gehäuse dieser Schmiervorrichtung an einer seitlichen Außenwand mit einer Nachfüllöffnung versehen. - Alle diese bekannten Ausführungen gattungsgemäßer Schmiervorrichtungen weisen den Nachteil auf, dass das Gehäuse erst mit der Montage an dem Laufwagen mit dem Gehäusedeckel versehen und somit weitgehend dicht verschlossen wird. Daher kann der Schmierstoffbehälterraum dieser Schmiervorrichtungen erst nach der Montage befüllt werden. Außerdem ist der Materialaufwand und der Bauraumbedarf für die Befüllungsventile sowie zugeordnete Verbindungskanäle zumindest bei den Schmiervorrichtungen nach der
DE 195 1883402 und derDE 20 2004 017 105 U1 vergleichsweise hoch. - Aufgabe der Erfindung
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schmiervorrichtung einer Linearführung der eingangs genannten Art vorzuschlagen, die ohne einen hohen konstruktiven und fertigungstechnischen Aufwand schon vor der Montage an dem Laufwagen mit einem Schmierstoff befüllbar ist. Des Weiteren soll ein Verfahren zur Befüllung einer derartigen Schmiervorrichtung mit einem Schmierstoff angegeben werden.
- Zusammenfassung der Erfindung
- Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Verwendung einer aus einem relativ weichen federelastischen Material bestehenden Behälterwand die Möglichkeit bietet, durch eine lokale Verringerung der Wandstärke der Behälterwand ein Membranventil auszubilden, das zur Befüllung des Behälters von einer Injektionsnadel durchstochen und über die Injektionsnadel aus einem zugeordneten Tank mit einem fließfähigen Stoff befüllt werden kann. Nach dem Befüllvorgang wird die Injektionsnadel herausgezogen, worauf sich das Membranventil aufgrund der Elastizität des Materials selbsttätig wieder weitgehend schließt.
- Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist daher in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der Gehäusedeckel aus einem relativ weichen federelastischen Material besteht, mit federelastischen Verbindungselementen für eine dauerhafte Verbindung mit dem Gehäuse versehen ist, und an seiner Stirnwand im Bereich des Projektionsquerschnittes des angrenzenden Schmierstoffbehälterraums mindestens ein durch eine lokal reduzierte Wandstärke gebildetes Membranventil aufweist.
- Durch die Verwendung eines relativ weichen und federelastischen Materials für den Gehäusedeckel wird zum einen eine dauerhafte Verbindung des Gehäusedeckels mit dem Gehäuse über federelastische Verbindungselemente ermöglicht. Hierdurch bildet die erfindungsgemäße Schmiervorrichtung eine vormontierbare Einheit mit einem weitgehend abgedichteten Schmierstoffbehälterraum, der somit schon vor der Montage an dem Laufwagen der Linearfährung mit einem Schmierstoff befüllt werden kann. Für die Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes ist das in die Stirnwand des Gehäusedeckels integrierte Membranventil vorgesehen, das aufgrund der elastischen Materialeigenschaften des Gehäusedeckels ohne einen zusätzlichen Material- oder Teileaufwand und ohne einen besonderen Bauraumbedarf realisierbar ist.
- Zur schnelleren Befüllung des Schmierstoffbehälterraums und zur Erzielung einer gleichmäßigeren Verteilung des Schmierstoffes in dem Speicherkörper und/oder den Schmierstoffspendern weist die Stirnwand des Gehäusedeckels bevorzugt mehrere durch jeweils eine lokal reduzierte Wandstärke gebildete Membranventile auf, die weitgehend gleichmäßig über den Projektionsquerschnitt des angrenzenden Schmierstoffbehälterraums verteilt angeordnet sind.
- Zum Schutz vor äußerer Beschädigung sind die Membranventile zweckmäßig jeweils durch eine vorzugsweise zylindrisch ausgebildete äußere Ausnehmung in der Stirnwand des Gehäusedeckels gebildet. Die relativ dünnen und empfindlichen Membranen der Membranventile sind somit innen liegend und durch das umgebende Material des Gehäusedeckels geschützt angeordnet.
- Zur Bildung einer vormontierbaren und vor der Montage befüllbaren Einheit sind das Gehäuse und der Gehäusedeckel im montierten Zustand zweckmäßig mittels einer aus mehreren Rastnasen und zugeordneten Rastvertiefungen gebildeten Verrastung dauerhaft, also nur schwer trennbar, miteinander verbunden. Hierbei können wahlweise oder auch wechselweise die Rastnasen oder die Rastvertiefungen Bestandteile des Gehäusedeckels sein und somit die federelastischen Verbindungselemente des Gehäusedeckels bilden.
- Zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraums mit einem Schmierstoff ist vorzugsweise eine Befüllvorrichtung vorgesehen, die im Wesentlichen aus einem mit dem Schmierstoff befüllbaren Schmierstofftank besteht, der an seiner Unterseite mit mehreren der Anzahl und Anordnung der Membranventile in der Stirnwand des Gehäusedeckels entsprechenden Injektionsnadeln versehen ist. Mit einer derartigen Befüllvorrichtung kann die vormontierte Schmiervorrichtung auf der dem Gehäusedeckel abgewandten Stirnseite liegend einfach und schnell befüllt werden, bevor sie versandt oder unmittelbar danach an dem Führungswagen der Linearführung montiert wird. Es kann sich somit um eine Erstbefüllung oder um eine Nachbefüllung handeln.
- Zur Vereinfachung des Befüllvorgangs sind an dem Gehäusedeckel und an der Befüllvorrichtung zweckmäßig formschlüssig miteinander in Eingriff bringbare Führungselemente zur Positionierung und Führung der Befüllvorrichtung während der Befüllung des Schmierstoffbehälterraums angeordnet.
- Die Führungselemente des Gehäusedeckels sind bevorzugt als Führungshülsen und die Führungselemente der Befüllvorrichtung entsprechend als in den Führungshülsen axial bewegliche Führungsbolzen ausgebildet.
- In einem Verfahren zur Befüllung einer Schmiervorrichtung mit zumindest einigen der vorgenannten Merkmale ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes ein in der Stirnwand des aus einem relativ weichen federelastischen Material bestehenden Gehäusedeckels im Bereich des Projektionsquerschnittes des angrenzenden Schmierstoffbehälterraums angeordnetes Membranventil mit einer Injektionsnadel eines mit einem Schmierstoff befüllten Schmierstofftanks durchstochen und der Schmierstoff aus dem Schmierstofftank durch die Injektionsnadel in den Speicherkörper und/oder die Schmierstoffspender gefördert wird.
- Nach der Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes und dem Herausziehen der Injektionsnadel verschließt sich das Membranventil aufgrund der elastischen Materialeigenschaften selbsttätig weitgehend vollständig. Eine weitere Sicherheit gegen einen unerwünschten Verlust von Schmierstoff ist dadurch gegeben, dass die Stirnwand des Gehäusedeckels nach der Montage an dem Laufwagen der Linearführung entweder von der entsprechenden Stirnwand des Laufwagens oder von einem axial außen vorgesetzten Abschlussdeckel abgedeckt und somit zusätzlich abgedichtet wird.
- Bei einer Anordnung mehrerer Membranventile in der Stirnwand des Gehäusedeckels wird zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes eine Befüllvorrichtung mit einem an seiner Unterseite mit mehreren der Anzahl und Anordnung der Membranventile entsprechenden Injektionsnadeln versehenen Schmierstofftank verwendet, wobei die Membranventile gleichzeitig von den zugeordneten Injektionsnadeln durchstochen und der Schmierstoff aus dem Schmierstofftank durch die Injektionsnadeln weitgehend gleichmäßig verteilt in den Speicherkörper und/oder die Schmierstoffspender gefördert wird.
- Kurze Beschreibung der Zeichnungen
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung am Beispiel einer bevorzugten Ausführungsform erläutert. Darin zeigt
-
1 eine perspektivische Explosionsdarstellung der Bauteile einer erfindungsgemäßen Schmiervorrichtung, -
2 einen Ausschnitt einer Horizontalschnittansicht der Schmiervorrichtung nach1 im montierten Zustand, -
3 die Horizontalschnittansicht der Schmiervorrichtung nach2 während eines Befüllvorgangs, -
4 die Horizontalschnittansicht der Schmiervorrichtung nach2 nach einem Befüllvorgang, -
5 eine perspektivische Ansicht der Schmiervorrichtung nach1 und einer Befüllvorrichtung während eines Befüllvorgangs, sowie -
6 eine perspektivische Ansicht einer Linearführung mit einer erfindungsgemäßen Schmiervorrichtung im montierten Zustand. - Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
- Eine mit einer erfindungsgemäßen Schmiervorrichtung
1 versehene Linearführung2 ist zur Übersicht im montierten Zustand in6 in einer perspektivischen Ansicht abgebildet. Die Linearführung2 umfasst eine profilierte Füh rungsschiene3 , auf der ein Laufwagen4 über mit Laufbahnen der Führungsschiene3 in Kontakt stehende Wälzkörper längsbeweglich geführt ist. An einer Stirnseite5 des Laufwagens4 ist die Schmiervorrichtung1 und ein diesem axial vorgesetzter Abschlussdeckel6 mit zwei Schrauben7 befestigt. - Die Bauteile der Schmiervorrichtung
1 sind in der Explosionsdarstellung von1 detailliert dargestellt. Die Schmiervorrichtung1 umfasst ein Gehäuse8 , einen Gehäusedeckel9 mit einer Stirnwand10 , einen Speicherkörper11 für ein Schmiermittel und zwei Schmierstoffspender12 . Das Gehäuse8 ist einseitig axial offen ausgebildet und mit dem Gehäusedeckel9 verschließbar. Im montierten Zustand schließen das Gehäuse8 und der Gehäusedeckel9 einen Schmierstoffbehälterraum13 ein, der den aus saugfähigem Material bestehenden und mit einem fließfähigen Schmierstoff tränkbaren Speicherkörper11 sowie die aus für den Schmierstoff leitfähigem Material bestehenden und über entsprechende Öffnungen mit den Laufbahnen der Führungsschiene3 in Gleitkontakt stehenden Schmierstoffspender12 enthält. - Erfindungsgemäß besteht der Gehäusedeckel
9 aus einem relativ weichen federelastischen Material, wogegen das Gehäuse8 in an sich üblicher Weise aus einem relativ harten federsteifen Material besteht. Bei dem relativ weichen federelastischen Material des Gehäusedeckels9 kann es sich um einen Kunststoff oder aber um ein gummielastisches Material handeln. Das Gehäuse8 kann beispielsweise aus deinem Metall oder aus einem Kunststoff, beispielsweise aus einem Faserverbundwerkstoff bestehen. Hierdurch ist zum einen die Möglichkeit einer dauerhaften Verbindung des Gehäusedeckels9 mit dem Gehäuse8 mittels federelastischer Verbindungselemente und damit eine weitgehende Abdichtung des Schmierstoffbehälterraums13 gegeben. Vorliegend sind das Gehäuse8 und der Gehäusedeckel9 im montierten Zustand mittels einer aus mehreren gehäuseseitigen Rastnasen14 und zugeordneten deckelseitigen Rastvertiefungen15 gebildeten Verrastung dauerhaft, also nur schwer trennbar, miteinander verbunden, wobei die Rastvertiefungen15 die federelastischen Verbindungselemente bilden. - Zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes
13 weist die Stirnwand10 des Gehäusedeckels9 mehrere durch jeweils eine lokal reduzierte Wandstärke gebildete Membranventile16 auf, die weitgehend gleichmäßig über den Projektionsquerschnitt des angrenzenden Schmierstoffbehälterraumes13 verteilt angeordnet sind. Wie in der Horizontalschnittansicht von2 besser erkennbar ist, sind die Membranventile16 durch zylindrisch ausgebildete äußere Ausnehmungen17 in der Stirnwand10 des Gehäusedeckels9 gebildet und somit gut vor äußeren Beschädigungen geschützt. - Die Befüllung des Schmierstoffbehälterraums
13 ist in den Horizontalschnittansichten von3 und4 veranschaulicht. Zur Befüllung werden die Membranventile16 jeweils mit einer Injektionsnadel18 eines mit einem Schmierstoff19 befüllten Schmierstofftanks21 durchstochen und der Schmierstoff19 aus dem Schmierstofftank21 durch die Injektionsnadeln18 in den Speicherkörper11 gefördert (3 ). Nach einer optimalen Befüllung ist der Speicherkörper11 gleichmäßig mit dem Schmierstoff19 getränkt (4 ). - In
5 ist die erfindungsgemäße Schmiervorrichtung1 zusammen mit einer Befüllvorrichtung20 während eines Befüllvorgangs abgebildet. Die Befüllvorrichtung20 besteht im Wesentlichen aus einem mit Schmierstoff19 gefüllten Schmierstofftank21 , der an seiner Unterseite mit mehreren der Anzahl und Anordnung der Membranventile16 in der Stirnwand10 des Gehäusedeckels9 entsprechenden Injektionsnadeln18 versehen ist. Zur Positionierung und Führung der Befüllvorrichtung20 während der Befüllung des Schmierstoffbehälterraums13 sind formschlüssig miteinander in Eingriff bringbare Führungselemente vorgesehen, die vorliegend als Führungshülsen22 des Gehäusedeckels9 und als in den Führungshülsen22 axial bewegliche Führungsbolzen23 der Befüllvorrichtung20 ausgebildet sind. - Mittels der Befüllvorrichtung
20 kann die vormontierte Schmiervorrichtung1 , wie in5 abgebildet, auf der dem Gehäusedeckel9 abgewandten Stirnseite liegend einfach und schnell befüllt werden, indem der Schmierstofftank21 gegen die Rückstellkraft an den Führungsbolzen23 angeordneter Schraubenfedern24 nach unten gedrückt und damit die Membranventile16 von den Injektionsnadeln18 durchstochen werden. Durch diese Injektionsnadeln18 wird der Schmierstoff19 in den Schmierstoffbehälterraum13 der Schmiervorrichtung1 und den darin befindlichen Speicherkörper11 gefördert. -
- 1
- Schmiervorrichtung
- 2
- Linearführung
- 3
- Führungsschiene
- 4
- Laufwagen
- 5
- Stirnseite
- 6
- Abschlussdeckel
- 7
- Schraube
- 8
- Gehäuse
- 9
- Gehäusedeckel
- 10
- Stirnwand
- 11
- Speicherkörper
- 12
- Schmierstoffspender
- 13
- Schmierstoffbehälterraum
- 14
- Rastnase
- 15
- Rastvertiefung
- 16
- Membranventil
- 17
- Ausnehmung
- 18
- Injektionsnadel
- 19
- Schmierstoff
- 20
- Befüllvorrichtung
- 21
- Schmierstofftank
- 22
- Führungshülse
- 23
- Führungsbolzen
- 24
- Schraubenfeder
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 19518834 C2 [0007]
- - DE 19845181 A1 [0008]
- - DE 202004017105 U1 [0009, 0011]
- - DE 102005033242 B3 [0010]
- - DE 1951883402 [0011]
Claims (9)
- Schmiervorrichtung einer Linearführung, mit einem an der Stirnseite (
5 ) eines über Wälzkörper auf Laufbahnen einer Führungsschiene (3 ) längsbeweglich geführten Laufwagens (4 ) montierbaren, einseitig axial offenen und mit einem Gehäusedeckel (9 ) verschließbaren sowie einen Schmierstoffbehälterraum (13 ) beinhaltenden Gehäuse (8 ), wobei der Schmierstoffbehälterraum (13 ) axial einseitig durch eine Stirnwand (10 ) des Gehäusedeckels (9 ) begrenzt ist und einen aus einem saugfähigen Material bestehenden und mit einem fließfähigen Schmierstoff tränkbaren Speicherkörper (11 ) sowie mit aus schmierstoffleitfähigem Material bestehende und über entsprechende Öffnungen mit den Laufbahnen der Führungsschiene (3 ) in Gleitkontakt stehende Schmierstoffspender (12 ) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäusedeckel (9 ) aus einem relativ weichen und federelastischen Material besteht, mit federelastischen Verbindungselementen (15 ) für eine dauerhafte Verbindung mit dem Gehäuse (8 ) versehen ist, und an seiner Stirnwand (10 ) im Bereich des Projektionsquerschnittes des angrenzenden Schmierstoffbehälterraumes (13 ) mindestens ein durch eine lokal reduzierte Wandstärke gebildetes Membranventil (16 ) aufweist. - Schmiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwand (
10 ) des Gehäusedeckels (9 ) mehrere durch jeweils eine lokal reduzierte Wandstärke gebildete Membranventile (16 ) aufweist, die weitgehend gleichmäßig über den Projektionsquerschnitt des angrenzenden Schmierstoffbehälterraums (13 ) verteilt angeordnet sind. - Schmiervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranventile (
16 ) jeweils durch eine vorzugsweise zylindrisch ausgebildete äußere Ausnehmung (17 ) in der Stirnwand (10 ) des Gehäusedeckels (9 ) gebildet sind. - Schmiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (
8 ) und der Gehäusedeckel (9 ) im montierten Zustand mittels einer aus mehreren Rastnasen (14 ) und zugeordneten Rastvertiefungen (15 ) gebildeten Verrastung dauerhaft miteinander verbunden sind. - Befüllvorrichtung für eine Schmiervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraums (
13 ) mit einem Schmierstoff (19 ) eine Befüllvorrichtung (20 ) vorgesehen ist, die im Wesentlichen aus einem mit dem Schmierstoff (19 ) befüllbaren Schmierstofftank (21 ) besteht, der an seiner Unterseite mit mehreren der Anzahl und Anordnung der Membranventile (16 ) in der Stirnwand (10 ) des Gehäusedeckels (9 ) entsprechenden Injektionsnadeln (18 ) versehen ist. - Befüllvorrichtung für eine Schmiervorrichtung einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Gehäusedeckel (
9 ) und an der Befüllvorrichtung (20 ) formschlüssig miteinander in Eingriff bringbare Führungselemente (22 ,23 ) zur Positionierung und Führung der Befüllvorrichtung (20 ) während der Befüllung des Schmierstoffbehälterraumes (13 ) angeordnet sind. - Befüllvorrichtung für eine Schmiervorrichtung einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente des Gehäusedeckels (
9 ) als Führungshülsen (22 ) und die Führungselemente der Befüllvorrichtung (20 ) als in den Führungshülsen (22 ) axial bewegliche Führungsbolzen (23 ) ausgebildet sind. - Verfahren zur Befüllung einer Schmiervorrichtung einer Linearführung, mit einem an der Stirnseite (
5 ) eines über Wälzkörper auf Laufbahnen einer Führungsschiene (3 ) längsbeweglich geführten Laufwagens (4 ) montierbaren, einseitig axial offenen und mit einem Gehäusedeckel (9 ) verschließbaren sowie einen Schmierstoffbehälterraum (13 ) beinhaltenden Gehäuse (8 ), wobei der Schmierstoffbehälterraum (13 ) axial einseitig durch eine Stirnwand (10 ) des Gehäusedeckels (9 ) begrenzt ist und einen aus einem saugfähigen Material bestehenden und mit einem fließfähigen Schmierstoff tränkbaren Speicherkörper (11 ) sowie mit aus schmierstoffleitfähigem Material bestehende und über entsprechende Öffnungen mit den Laufbahnen der Führungsschiene (3 ) in Gleitkontakt stehende Schmierstoffspender (12 ) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraums (13 ) ein in der Stirnwand (10 ) des aus einem relativ weichen federelastischen Material bestehenden Gehäusedeckels (9 ) im Bereich des Projektionsquerschnittes des angrenzenden Schmierstoffbehälterraumes (13 ) angeordnetes Membranventil (16 ) mit einer Injektionsnadel (18 ) eines mit einem Schmierstoff (19 ) befüllten Schmierstofftanks (21 ) durchstochen und der Schmierstoff (19 ) aus dem Schmierstofftank (21 ) durch die Injektionsnadel (18 ) in den Speicherkörper (11 ) und/oder die Schmierstoffspender (12 ) gefördert wird. - Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Anordnung mehrerer Membranventile (
16 ) in der Stirnwand (10 ) des Gehäusedeckels (9 ) zur Befüllung des Schmierstoffbehälterraums (13 ) eine Befüllvorrichtung (20 ) mit einem an seiner Unterseite mit mehreren der Anzahl und Anordnung der Membranventile (16 ) entsprechenden Injektionsnadeln (18 ) versehenen Schmierstofftank (21 ) verwendet wird, wobei die Membranventile (16 ) gleichzeitig von den zugeordneten Injektionsnadeln (18 ) durchstochen und der Schmierstoff (19 ) aus dem Schmierstofftank (21 ) sowie durch die Injektionsnadeln (16 ) weitgehend gleichmäßig verteilt in den Speicherkörper (11 ) und/oder die Schmierstoffspender (12 ) gefördert wird.
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