DE102009000219A1 - Auslage einer bogenverarbeitenden Maschine mit einem Bogenfördersystem zum Übernehmen der Bogen von einem Bogenführungszylinder - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Auslage einer bogenverarbeitenden Maschine mit einem Bogenfördersysten zum Übernehmen der Bogen von einem Bogenführungszylinder, wobei das Bogenfördersystem umlaufende Greiferwagen (2.1) enthält, mit denen die Bogen (3) von Bogenführungszylinder auf ein demgegenüber höher gelegenes Niveaus eines Auslagestapels (4) transportierbar sind. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Auslage für bogenverarbeitende Maschinen zu schaffen, die die Übernahme eines Bogens durch ein Bogenförderungssystem von einem Bogenführungszylinder verbessert. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Greiferwagen (2.1) vor, während und nach der Bogenübernahme zumindest annähernd geradlinig geführt sind.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Auslage einer bogenverarbeitenden Maschine mit einem Bogenfördersystem zum Übernehmen der Bogen von einem Bogenführungszylinder, gemäß dem Oberbegriff des 1. Anspruchs.
- Aus der
DE 40 02 563 C2 ist eine Greiferwagenführung am Ausleger einer Druckmaschine bekannt, bei der den Greiferwagen in Führungsschienen laufende Wagenrollen zugeordnet sind. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass die Führungsschienen eine um die Achse eines Kettenumlenkrades kreisförmige Greiferwagenbahn beschreiben, was in den Umlenkbereichen zu hohen auf die Greiferwagen wirkenden Fliehkräften führt. - Aus der
DE 195 25 635 C2 ist eine Vorrichtung zur Bogenauslage in einer Bogendruckmaschine bekannt, bei der den Förderketten Laufrollen zugeordnet sind, die in Bereichen erhöhter Belastung in gesonderte Führungen einlaufen und dabei die wirkenden Kräfte auf das Maschinengestell übertragen. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass nur die Wirkungen der Kräfte reduziert werden sollen, nicht deren Entstehung. - Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der
DE 39 39 250 C1 bekannt, bei der Greiferfelder von Kettenführungen auf Führungsbahnen zwischen zwei Umlenkführungen angetrieben sind, wobei die Kettenführungen Führungsbahnen beschreiben, die von der eingangsseitigen Umlenkführung nach oben über den Stapeltisch verlaufen. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass die Greiferwagen während der Bogenübernahme auf Umlenkführungen laufen, wodurch auf die Greiferwagen Fliehkräfte wirken. - Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Auslage für bogenverarbeitende Maschinen zu schaffen, die die Übernahme eines Bogens durch ein Bogenfördersystem von einem Bogenführungszylinder verbessert.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des 1. Anspruchs gelöst.
- Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Belastung der Greiferwagen mit einfachen Mitteln vor allen im Bogenübernahmebereich reduziert wird. Durch die geradlinige Führung der Greiferwagen vor, im und nach dem Bogenübernahmepunkt wirken nur die durch das Eigengewicht hervorgerufenen Kräfte auf die Greiferwagen. Sonst übliche Versteifungen der Greiferwagen zum Verhindern der durch Fliehkräfte bewirkten Verformung bei um Kettenräder laufenden Greiferwagen werden vermieden, was zu erheblichen Kosteneinsparungen bei der Greiferwagenkonstruktion und zu Materialeinsparungen führt. Verringerte Massen führen zu geringerem Energieverbrauch beim Beschleunigen und Verzögern der Greiferwagen und reduziert den Verschleiß und den Wartungsaufwand der Maschine. Auch ein Einreißen der Bogen durch sich durchbiegende Greiferwagen bei der Bogenübernahme wird durch die erfindungsgemäße Vorrichtung vorteilhafter Weise vermieden.
- Eine bevorzugte Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Einflüsse der Greiferwagen für alle Verarbeitungs- und Handhabungsprozesse im Verarbeitungsraum der Auslage reduziert werden. Hierzu zählen die Bogenhandhabung, Trocknung, Puderauftrag, Puderverunreinigung, Bogenbremsung und Stapelbildung. Durch die geringeren möglichen Abmessungen der Greiferwagen können Trockner, Pudereinrichtung usw. näher am Bogenförderweg angeordnet werden und damit die Trocknerleistung, Pudermenge usw. bei gleichen Qualitätsanforderungen reduzieren. Alternativ sind qualitativ höherwertige Produkte zu realisieren.
- Im Folgenden soll die Erfindung beispielhaft erläutert werden. Die dazugehörigen Zeichnungen stellen dabei schematisch dar:
-
1 : Auslage einer Bogendruckmaschine mit einem Kettenfördersystem mit um Kettenräder laufenden Ketten; -
2 : Auslage einer Bogendruckmaschine mit einem Kettenfördersystem mit in Führungsschienen geführten Ketten. - Die
1 zeigt in einer Ausführungsform der Erfindung ein letztes Druckwerk1 und eine Auslage einer Bogenoffsetrotationsdruckmaschine. Die Druckmaschine ist vorzugsweise modulartig aufgebaut und enthält weitere nicht dargestellte Druck-, Lack- oder sonstige Werke. Das letzte Druckwerk1 kann alternativ auch ein Lack-, Veredelungs- oder Bearbeitungswerk der Druckmaschine sein. Für den Bogentransport enthält das letzte Druckwerk1 der Druckmaschine ein Unterbaumodul mit einem Bogenführungszylinder mit in Greiferkanälen angeordneten Greifersystemen zum Fixieren der Bogenvorderkanten. Der Bogenführungszylinder ist vorzugsweise als Druckzylinder1.1 ausgebildet und wirkt mit einem Gummizylinder1.2 und dieser mit einem Plattenzylinder1.3 in bekannter Weise zusammen. Die dargestellten Greifersysteme des Druckzylinders1.1 sind bekannt und nicht weiter bezeichnet. Weiterhin enthält das letzte Druckwerk1 mindestens einen weiteren nicht dargestellten Zylinder, der vorzugsweise als Übergabetrommel ausgebildet ist. Der letzte Bogenführungszylinder der Druckmaschine könnte alternativ auch eine Übergabetrommel oder ein Transferter sein. Für einen Schön- und Widerdruck kann eine Wendeeinrichtung in der Druckmaschine vorgesehen sein. Nach dem letzten Druckwerk1 werden die bedruckten Bogen3 in der Auslage der Druckmaschine zu einem Auslagestapel4 transportiert und zu einem Bogenstapel ausgelegt. - Die Auslage der Druckmaschine enthält ein als Kettenfördersystem
2 ausgebildetes Bogenfördersystem mit umlaufenden Greiferwagen2.1 zum Transport der Bogen3 in Bogenförderrichtung BFR zum Auslagestapel4 . Das Kettenfördersystem2 umfasst seitlich angeordnete, in Führungsschienen geführte und über Kettenräder2.3 angetriebene Ketten2.2 , zwischen denen die Greiferwagen2.1 angeordnet sind. Die Greiferwagen2.1 werden von den umlaufenden Ketten2.2 entsprechend den Führungsschienen auf einer Führungsbahn angetrieben. Die Greiferwagen2.1 enthalten Fixierorgane zur Übernahme und Fixierung der Bogenvorderkanten. Diese Fixierorgane sind vorzugsweise als mit Greiferauflagen zusammenwirkende Greiferfinger ausgebildet, die auf einer Greiferwelle angeordnet sind und von dieser gesteuert werden. Die an der Vorderkante gegriffenen Bogen3 werden von den Greiferwagen2.1 nach der Übernahme vom Druckzylinder1.1 und durchlaufen eines Umlenkbereiches auf einer Bahn geführt, die eine vertikale Richtungskomponente nach oben aufweist. Die Bogen3 werden damit von einem vom Druckzylinder1.1 vorgegebenen Höhenniveau auf ein diesem gegenüber höher gelegenes Niveau des Auslagestapels4 transportiert. Dies ermöglicht das Bilden größerer Bogenstapel in der Auslage der Druckmaschine ohne ständiges Wechseln der Paletten. - Erfindungsgemäß werden die Greiferwagen
2.1 unmittelbar vor, während und direkt nach der Bogenübernahme vom Druckzylinder1.1 , bei der die Greiferfinger der Greiferwagen2.1 die Bogenvorderkante durch Greifbewegung übernehmen, geradlinig geführt. Diese geradlinige Führungsbahn wird vorzugsweise durch die Führungsschienen der Ketten2.2 im Bereich des Druckzylinders1.1 realisiert. Die Führungsbahn der Greiferwagen2.1 verläuft somit parallel zur Tangente des Druckzylinders1.1 im Bogenübernahmepunkt. Beabstandet vom Bogenübernahmepunkt werden die Greiferwagen2.1 mit der fixierten Bogenvorderkante mittels der Kettenräder2.3 durch einen Umlenkbereich geführt, den die Greiferwagen2.1 zur höher gelegenen Bogenstapeloberfläche verlassen. In der in der1 dargestellten Ausführungsform ist der Umlenkbereich in etwa einen halben Kettenradraddurchmesser vom Bogenübernahmepunkt beabstandet. In einer nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung entspricht die geradlinige Führungsbahn der Greiferwa gen2.1 nach dem Bogenübernahmepunkt mindestens dem maximal zu verarbeitenden Bogenformat, so dass der jeweilige Bogen3 vor dem Umlenkbereich der Greiferwagen2.1 vollständig vom Druckzylinder1.1 abgezogen ist. In einer nicht dargestellten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, ein zusätzliches Hinterkantengreifersystem mit umlaufenden Hinterkantengreiferwagen einzusetzen, mit dem die auf dem Druckzylindern1.1 transportierten Bogen3 an der Hinterkante übernommen werden. Die Übernahme der Bogenhinterkante erfolgt analog der Vorderkante auf einem geradlinig geführten Kettenabschnitt. - Die
2 zeigt in einer anderen Ausführungsform der Erfindung eine Auslage der Druckmaschine mit einem Kettenfördersystem2 , welches von Führungsschienen geführte, Greiferwagen2.1 antreibende Ketten2.2 umfasst. Hierbei wird sowohl der vordere als auch der hintere Umlenkbereich von den Führungsschienen gebildet. Alternativ kann auch beispielsweise der hintere Umlenkbereich von einem Kettenradpaar gebildet sein. Der Antrieb der Ketten2.2 erfolgt von in die Kettenglieder der Ketten2.2 eingreifenden Kettenrädern2.3 , die außerhalb der Umlenkbereiche der Greiferwagen2.1 angeordnet sind. Die Kettenräder2.3 , die nur zum Antrieb vorgesehen sind, können an einem Bauraum bietenden Platz der Auslage angeordnet sein, beispielsweise zwischen den Trumen der Ketten2.2 wie in der2 dargestellt. Die Kettenräder2.3 können vom zentralen Antriebsräderzug der Druckmaschine oder von einem mit der Maschine synchronisierten Einzelantrieb angetrieben sein. Erfindungsgemäß bilden die Führungsschienen eine geradlinige Führungsbahn für die Greiferwagen2.1 vor, während und nach dem Bogenübernahmepunkt. Die Führungsbahn der Greiferwagen2.1 ist durch flexibel auslegbare Führungsschienen optimal auf die Bedürfnisse des Bogentransportes in der Auslage anzupassen. - Zur Wirkungsweise: Im Bereich der Bogenübernahme ist die Bewegungsbahn der Greiferwagen
2.1 durch ein Bewegungsgesetz bestimmt, welches eine minimale Querbeschleunigung auf die Greiferwagen2.1 aufweist. Durch eine exakt auf die Fördergeschwindigkeit des Druckzylinders1.1 abgestimmte Geschwindigkeit der Greiferaufschläge der Greiferwagen2.1 wird eine problemlose Bogenübernahme vom Druckzylinder1.1 erreicht. Durch die Entkopplung des Antriebes der Ketten2.2 von der Stelle der Bogenübernahme wird eine Optimierung bzw. Minimierung der Greiferwagen2.1 erreicht. Störende Differenzgeschwindigkeiten der Greiferaufschläge beim Verlassen der Kettenräder2.3 , wie bisher üblich, treten hierbei nicht mehr auf. Die in den Umlenkbereichen auf die Greiferwagen2.1 wirkenden Fliehkräfte können leicht mittels Abstützungen kompensiert werden. Dabei können Innen- oder auch Außenabstützungen eingesetzt werden. -
- 1
- Druckwerk
- 1.1
- Druckzylinder
- 1.2
- Gummizylinder
- 1.3
- Plattenzylinder
- 2
- Kettenfördersystem
- 2.1
- Greiferwagen
- 2.2
- Ketten
- 2.3
- Kettenräder
- 3
- Bogen
- 4
- Aussagestapel
- BFR
- Bogenförderrichtung
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 4002563 C2 [0002]
- - DE 19525635 C2 [0003]
- - DE 3939250 C1 [0004]
Claims (11)
- Auslage einer bogenverarbeitenden Maschine mit einem Bogenfördersystem zum Übernehmen der Bogen von einem Bogenführungszylinder, wobei das Bogenfördersystem umlaufende Greiferwagen (
2.1 ) enthält, mit denen die Bogen (3 ) vom Bogenführungszylinder auf ein demgegenüber höher gelegenes Niveau eines Auslagestapels (4 ) transportierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferwagen (2.1 ) vor, während und nach der Bogenübernahme zumindest annähernd geradlinig geführt sind. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferwagen (
2.1 ) parallel zur Tangente des Bogenführungszylinders im Bogenübernahmepunkt geführt sind. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bogenfördersystem als Kettenfördersystem (
2 ) ausgebildet ist und die Greiferwagen (2.1 ) von umlaufenden Ketten (2.2 ) zwischen zwei Umlenkbereichen geführt sind. - Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die geradlinige Führungsbahn der Greiferwagen (
2.1 ) im Bereich der Bogenübernahme durch Führungsschienen der Ketten (2.2 ) gebildet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkbereich der Greiferwagen (
2.1 ) von Kettenrädern (2.3 ) oder Führungsschienen der Ketten (2.2 ) gebildet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogenführungszylinder als Druckzylinder (
1.1 ) ausgebildet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogenführungszylinder Teil eines letzten Werkes einer Druckmaschine ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmaschine eine modulartig aufgebaute Bogenoffsetrotationsdruckmaschine ist, die Unterbaumodule aufweist.
- Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Bogenführungszylinder Teil des letzten Unterbaumoduls ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferwagen (
2.1 ) nach dem Bogenübernahmepunkt entsprechend des maximal zu verarbeitenden Bogenformates geradlinig geführt sind. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein weiteres Bogenfördersystem zur Übernahme der Bogenhinterkanten vorgesehen ist.
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