-
Die
Erfindung betrifft eine elektronische Schließeinheit, die
einen
Zylinderkern mit einem sich entlang einer Längsachse A
erstreckenden Schlüsselkanal, mit zumindest einer elektromechanisch
betätigten Zuhaltung und zumindest einer mechanisch betätigten
Zuhaltung, die zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung
quer zur Längsachse A verstellbar sind und
mit einem
Aktuator, mittels dem die zumindest eine elektromechanisch betätigte
Zuhaltung in ihre Freigabestellung überführbar
ist;
einen Schlüssel, der durch eine Öffnung
in den Schlüsselkanal einführbar ist und mit dem
die zumindest eine mechanisch betätigte Zuhaltung in ihre Freigabestellung überführbar
ist, umfaßt.
-
Derartige
elektronische Schließeinheit sind im Stand der Technik
beschrieben. Die
DE
10 2006 012 196 B3 beschreibt eine Schließzylinderanordnung,
mit zwischen einem Zylinderkern und einem Zylindergehäuse
wirkenden mechanischen Sperrelementen, die zusätzlich eine
elektronische Codierung und eine elektromagnetisch betätigte
Sperreinrichtung umfaßt. Die elektromagnetische Sperreinrichtung
befindet sich im Zylinderkern. Die elektronische Auswerteeinheit
für die Codierung befindet sich im Zylindergehäuse.
Das Sperrelement der elektromagnetischen Sperreinrichtung ist hohlzylinderförmig
um den Zylinderkern angeordnet und ist in axialer Richtung verschiebbar
gehalten.
-
Die
DE 196 09 400 C2 beschreibt
eine Schließeinheit mit einem Schließzylindergehäuse und
einem in diesem drehbar gelagerten Zylinderkern, bei dem die Auswerte elektronik
und eine elektromechanisch betätigte Sperreinrichtung im
Zylinderkern angeordnet sind. Die Energieerzeugungseinheit ist im
Schlüssel angeordnet.
-
Auch
die
EP 401 647 A1 beschreibt
eine Schließvorrichtung, die elektronische Schließkomponenten
umfaßt und zusätzlich eine mechanische Codierung über
vertikale Sperrstifte aufweisen kann. In einem Schlüssel
ist die Energiequelle und ein Codegeber und im Schließzylinder
ist der Codeauswerter und die Entsperrvorrichtung angeordnet. Die
Entsperrvorrichtung ist als Elektromagnet ausgeführt, die
zum Entsperren eine Vorspannkraft nutzt, die durch den eingesteckten
Schlüssel aufbracht wird. Die Entsperrvorrichtung ist axial
zu dem Zylinderkern im hinteren Teil des Zylindergehäuses
angeordnet.
-
Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine elektronische Schließeinheit zu schaffen, die einfach
in bestehende Systeme integrierbar ist und die geringe Änderungen an
herkömmlichen mechanischen Schließeinheiten erfordert.
Die Aufgabe besteht weiter darin, ein Verfahren zur Entriegelung
einer solchen elektronischen Schließeinheit vorzuschlagen.
-
Die
Lösung besteht in einer elektronischen Schließeinheit,
die
einen Zylinderkern mit einem sich entlang einer Längsachse
A erstreckenden Schlüsselkanal, mit zumindest einer elektromechanisch
betätigten Zuhaltung und zumindest einer mechanisch betätigten
Zuhaltung, die zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung
quer zur Längsachse A verstellbar sind und
mit einem
Aktuator, mittels dem die zumindest eine elektromechanisch betätigte
Zuhaltung in ihre Freigabestellung überführbar
ist und dem eine Kennung zugeordnet ist;
einen Schlüssel,
der durch eine Öffnung in den Schlüsselkanal einführbar
ist und mit dem die zumindest eine mechanisch betätigte
Zuhaltung in ihre Freigabestellung überführbar
ist;
Datenverbindungsmittel, mit denen Daten zwischen dem Schlüssel
und dem Aktuator austauschbar sind,
wobei mittels einer in
dem Schlüssel angeordneten Auswerteeinheit die Kennung
des Aktuators auswertbar und der Aktuator aktivierbar ist, umfaßt.
-
Der
Vorteil der erfindungsgemäßen elektronischen Schließeinheit
besteht darin, daß sie auf Basis eines herkömmlicher
Schließzylinders, der mindestens zwei Zuhaltungen aufweist,
mit einfachen Mitteln hergestellt werden kann. Hierzu muß lediglich in
den bestehenden Zylinderkern ein Aktuator derart integriert werden,
daß der Aktuator eine der Zuhaltungen in ihre Freigabestellung
bewegen kann und mit dem Schlüssel, in den ebenfalls in
einfacher Weise eine Auswerteeinheit integriert werden kann, über vorzugsweise
eine Datenleitung Daten austauschen kann. Insbesondere kann die
zumindest eine mechanisch betätigte Zuhaltung unverändert
bleiben. Für die Integration des Aktuators in den Zylinderkern
sind nur einfache Fertigungsschritte erforderlich, da lediglich
ein größerer Aufnahmebereich für den
Aktuator vorgesehen werden muß. Da die äußeren
Abmessungen des Schließzylinders und auch die Kinematik der
Zuhaltungen völlig unverändert bleiben, können herkömmliche
mechanisch betätigte Schließzylinder ohne weiteres
gegen eine erfindungsgemäße elektronische Schließeinheit
ausgetauscht werden. Der Einsatz einer elektronischen Schließeinheit
bietet sich insbesondere im Bereich von Möbel an, in dem es
in der Regel unerwünscht ist, bei derartigen Umrüstungen
Veränderungen an dem Möbel an sich vornehmen zu
müssen, da dies weitere Kosten nach sich ziehen würde.
-
Nach
einer bevorzugten Ausgestaltung sind zwei mechanisch betätigte
Zuhaltungen vorgesehen. Hierbei wird zumindest die mechanisch betätigte
Zuhaltung bzw. eine der Zuhaltungen mittels Federmitteln in ihre
Sperrstellung beaufschlagt, wobei die Federmittel bevorzugt als
Schraubenfedern ausgebildet sind und sich einerseits gegen die Zuhaltungen
und andererseits gegen den Zylinderkern abstützen. Darüber
hinaus kann auch die elektromechanisch betätigte Zuhaltung
bzw. eine der Zuhaltungen mittels Federmittel in ihre Sperrstellung
beaufschlagt sein. In vorteilhafter Weise ergibt sich somit für
diesen Bereich des erfindungsgemäßen Zylinderkerns
keine Anpassungen, die ausgehend von dem herkömmlichen
Zylinderkern vorgenommen werden müssen. Insbesondere können
bestehende Codierungen der mechanisch betätigten Zuhaltungen
weiter genutzt werden.
-
Vorzugsweise
begrenzt der Aktuator den Schlüsselkanal auf der von der Öffnung
des Schlüsselkanals abgewandten Seite. Hierbei ist erfindungsgemäß vorgesehen,
daß die zumindest eine elektromechanisch betätigte
Zuhaltung auf der von der Öffnung des Schlüsselkanals
abgewandten Seite des Aktuators angeordnet ist. Diese Anordnung
stellt sicher, daß im Falle eines gewaltsamen Einwirkens beispielweise
mittels eines Schraubensdrehers die elektromechanische Zuhaltung
nicht unmittelbar über den Schlüsselkanal erreichbar
ist. Der Aktuator bietet hierbei einen zusätzlich Schutz
gegen unbefugten Zugriff auf den abgeschlossenen Gegenstand.
-
Vorgesehen
ist, daß der Schlüssel eine Stromquelle aufweist
und der Aktuator über Stromleitungen mit Strom versorgt
wird. Bevorzugt findet als Stromquelle eine Batterie oder ein Akkumulator
Verwendung. Dadurch, daß die Stromquelle in dem Schlüssel
vorgesehen ist, braucht kein Raum hierfür in dem Zylinderkern
bereitgehalten werden. Weiterhin kann der Benutzer in dem Fall,
in dem beispielsweise die Batterie in seinem Schlüssel
leer ist, diese einfach gegen eine neue Batterie tauschen.
-
Bevorzugt
umfassen die Datenverbindungsmittel und die Stromleitungen Kontaktstifte,
wobei die Kontaktstifte in dem Schlüssel federnd einsitzen.
Vorgesehen ist, daß die Kontaktstifte einen Federweg von
beispielsweise 1 bis 2 mm haben. Hierüber wird erfindungsgemäß gewährleistet,
daß die elektromechanisch betätigte Zuhaltung
in ihre Freigabestellung überführbar ist, während
sich die zumindest eine mechanisch betätigte Zuhaltung
weiterhin in Sperrstellung befindet. Dies wird dadurch erreicht,
daß beim Einschieben des Schlüssels in den Schlüsselkanal die
federnden Kontaktstifte mit dem Aktuator in Kontakt treten bevor
der Schlüssel die mechanischen Zuhaltungen in ihre Freigabestellung
bewegt hat. Sobald die federnden Kontaktstifte Kontakt zu dem Aktuator
haben, wird dieser mit Strom versorgt und die Auswerteeinheit des
Schlüssels liest die Kennung des Aktuators aus. Ist der
Schlüssel bei passender Kennung berechtigt die Schließeinheit
zu öffnen, aktiviert die Auswerteeinheit den Aktuator und
dieser bewegt die elektromechanisch betätigte Zuhaltung
in die Freigabestellung. Vorgesehen ist, daß die Zeitdauer
dieser Prozedur des Auslesens, Auswertens, Aktivierens und Freigebens
im Millisekundenbereich liegt. Wird anschließend der Schlüssel
vollständig in den Schlüsselkanal eingeführt,
werden die mechanisch betätigten Zuhaltungen in die Freigabestellung bewegt
und die Schließeinheit kann betätigt werden. Hierdurch
wird bei Drehung des Zylinderkerns in vorteilhafter Weise erreicht,
daß ein Einklemmen der in der Sperrstellung befindlichen elektromechanisch betätigten
Zuhaltung gegenüber einem Zylindergehäuse verhindert
wird. Ein Einklemmen dieser Zuhaltung könnte passieren,
wenn die mechanisch betätigten Zuhaltungen vor der elektromechanischen
Zuhaltung freigegeben werden und hätte u. U. zur Folge, daß der
Aktuator die Zuhaltung nicht mehr bewegen kann.
-
Alternativ
kann vorgesehen werden, daß von zwei mechanisch betätigten
Zuhaltungen eine etwa zeitgleich mit der elektromechanisch betätigten
Zuhaltung und die zweite mechanisch betätigte Zuhaltung
im Anschluß hieran in die Freigabestellung bewegt wird.
-
Nach
der bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Schlüssel
einen Mikrocontroller umfaßt, der die Auswerteeinheit umfaßt.
Vorgesehen ist weiterhin, daß auch der Aktuator einen Mikrocontroller
aufweist. Hierdurch wird sichergestellt, daß einerseits
ein Auswerten der Kennung in dem Schlüssel stattfinden
kann und andererseits der Aktuator über den Mikrocontroller
auch eigene Operationen ausführen kann. Beispielsweise
kann vorgesehen werden, daß bei vollständig eingestecktem
Schlüssel, wodurch die mechanisch und die elektromechanisch
betätigten Zuhaltungen in ihre Freigabestellungen bewegt
wurden, nach einem definierten Zeitraum, beispielweise 2 Sekunden,
der Aktuator die elektromechanische Zuhaltung wieder freigibt, so daß die
Federmittel diese Zuhaltung in die Sperrstellung bewegen.
-
Damit
der Aktuator die elektromechanisch betätigte Zuhaltung
in die Freigabestellung bewegen kann, weist der Aktuator einen Mitnehmer
auf, der von der elektromechanisch betätigten Zuhaltung
zumindest in der Sperrstellung entkoppelt ist. Durch diese Entkoppelung
wird in vorteilhafter Weise gewährleistet, daß sich
die Zuhaltung und der Aktuator nicht zueinander verklemmen können.
Dies hätte in ungünstigen Fällen zur
Folge, daß der Aktuator in seiner Bewegung gehemmt ist
und er die Zuhaltung nicht bewegen kann.
-
Bei
einer ersten Ausführungsform ist vorgesehen, daß es
sich bei dem Aktuator um einen Piezo-Linearmotor handelt. Bevorzugt
kommt ein Linearmotor zum Einsatz, der in der Freigabestellung der elektromechanisch
betätigten Zuhaltung sowohl hohe Haltekräfte aufbringt
als auch eine geringe Stromaufnahme hat. Außerdem kann
ein solcher Linearmotor mit hoher Geschwindigkeit zwischen den beiden
Endpositionen bewegt werden, wobei er einen sehr geringen Stromverbrauch
hat.
-
Bei
der ersten Ausführungsform bewegt der Piezo-Linearmotor
die elektromechanische Zuhaltung in die Freigabestellung, nachdem
er über die Auswerteeinheit des Schlüssels bei
gegebener Berechtigung für die Schließeinheit
aktiviert wurde. Vorgesehen ist, daß der Piezo-Linearmotor
die Zuhaltung gegen die Federkraft bei eingestecktem Schlüssel
für beispielsweise 2 Sekunden in der Freigabestellung hält.
Nach diesem, grundsätzlich frei definierbaren Zeitraum
gibt der Mikrocontroller des Piezo-Linearmotors diesen wieder frei,
so daß er sich in seine Grundstellung zurückbewegt.
Das Zurückbewegen der Zuhaltung in die Sperrstellung erfolgt über die
Federmittel.
-
Bei
einer zweiten Ausführungsform ist vorgesehen, daß es
sich bei dem Aktuator um einen Schrittmotor handelt. Auch hier ist
vorgesehen, daß der Schrittmotor die Zuhaltung gegen die
Federkraft bei eingestecktem Schlüssel für beispielsweise
2 Sekunden in der Freigabestellung hält und das Zurückbewegen
der Zuhaltung in die Sperrstellung über die Federmittel
erfolgt. Alternativ kann vorgesehen werden, daß mit dem
Schrittmotor die zumindest eine elektromechanisch betätigte
Zuhaltung in ihre Sperrstellung überführbar ist.
Dies hätte den Vorteil, daß die Federmittel für
diese Zuhaltung entfallen könnten.
-
In
Konkretisierung ist vorgesehen, daß der Schrittmotor über
eine Gewindespindel auf die elektromechanisch betätigte
Zuhaltung einwirkt. In vorteilhafter Weise können hiermit
hohe Haltekräfte auf die Zuhaltung über den gesamten
Verstellweg des Schrittmotors realisiert werden.
-
Die
obengenannte Aufgabe wird weiter gelöst durch ein Verfahren
zur Entriegelung einer elektronischen Schließeinheit nach
Anspruch 1 mit den Schritten:
- – Auslesen
der Kennung des Aktuators (10) mittels der Auswerteeinheit
des Schlüssels (1) über die Datenverbindungsmittel
(16);
- – Auswerten der Kennung mittels der Auswerteeinheit;
- – Aktivieren des Aktuators (10) beim Vorliegen
einer Berechtigung für die Kennung und
Überführen
der zumindest einen elektromechanisch betätigten Zuhaltung
(4'') in die Freigabestellung mittels des Aktuators (10);
- – Überführen der zumindest einen
mechanisch betätigten Zuhaltung (4) in die Freigabestellung mittels
des Schlüssels (1) nach dem Auswerten der Kennung
und, sofern hierfür eine Berechtigung vorliegt, nach dem
Freigeben der zumindest einen elektromechanisch betätigten
Zuhaltung (4'').
-
In
vorteilhafter Weise wird durch diese Abfolge der Verfahrensschritte
erreicht, daß beim Einschieben des Schlüssels
in den Schlüsselkanal bei vorliegender Berechtigung zuerst
die elektromechanisch betätigte Zuhaltung in ihre Freigabestellung
bewegt wird und erst bei anschließendem vollständigen Einschieben
des Schlüssels auch die mechanisch betätigten
Zuhaltungen in die Freigabestellung bewegt werden. In dem Fall in
dem eine Berechtigung für die Kennung des Aktuators nicht
vorliegt, erfolgt keine Aktivierung des Aktuators, so daß die
elektromechanisch betätigte Zuhaltung in der Sperrstellung bleibt.
Wird jetzt der Schlüssel vollständig in den Schlüsselkanal
eingesteckt, werden die mechanisch betätigten Zuhaltungen
in die Freigabestellung bewegt. In diesem Fall gewährleistet
die gesperrte elektromechanisch betätigte Zuhaltung, daß die
gesamte elektronische Schließeinheit gegen ein Betätigen, daß heißt
gegen eine Drehung, gesperrt ist.
-
Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den
Zeichnungen dargestellt und wird nachstehend beschrieben. Hierin
zeigt
-
1 eine
erfindungsgemäße elektronische Schließeinheit
in einer Explosionsdarstellung;
-
2 eine
erfindungsgemäße elektronische Schließeinheit
mit abgezogenem Schlüssel in einer perspektivischen Darstellung;
-
3 eine
erfindungsgemäße elektronische Schließeinheit
- a) mit abgezogenem Schlüssel mit dem
Zylinderkern im Längsschnitt und
- b) mit eingestecktem Schlüssel im Längsschnitt.
-
Die 1 bis 3b zeigen die erfindungsgemäße
elektronische Schließeinrichtung mit einem Schlüssel 1 und
einem Zylinderkern 2 in verschiedenen Darstellungen und
werden im folgenden zusammen beschrieben.
-
Der
Zylinderkern 2 weist ein Zylinderkerngehäuse 3 auf, über
das der Zylinderkern 2 in einer Bohrung eines nicht dargestellten
Zylindergehäuses um eine Längsachse A drehbar
aufgenommen werden kann. Über das Zylindergehäuse
kann die elektronische Schließeinheit in bekannter Weise
an einem Möbelteil befestigt werden.
-
Das
Zylinderkerngehäuse 3 weist an einer Stirnseite 22 eine Öffnung 6 auf, über
die der Schlüssel 1 in einen Schlüsselkanal 5 in
den Zylinderkern 2 eingeführt werden kann. Der
Schlüsselkanal 5 erstreckt sich entlang der Längsachse
A.
-
Der
Schlüssel 1 besteht aus zwei gegeneinander gesetzten
Schlüsselgehäuseschalen 20, 20', zwischen
denen zwei weitestgehend symmetrisch ausgeführte und ebenfalls
gegeneinander gesetzte Schlüsselschafthälften 19, 19' gehalten
sind und zur einen Seite aus den Schlüsselgehäuseschalen 20, 20' herausragen.
In den Schlüsselschafthälften 19, 19' sind
zwischen Isolationslagen 18, 18' zwei Stromleitungen 15, 15' und
eine Datenleitung 16 aufgenommen. Die Leitungen 15, 15', 16 weisen
federnde Kontaktstifte 17, 17', 17'' auf,
die leicht vertieft zu einer Stirnseite 21 der gegeneinander
gesetzten Schlüsselschafthälften 19, 19' gehalten
sind. Die Richtung der Federbewegung der Kontaktstifte 17, 17', 17'' verläuft
entlang der Längsachse A. Als Federweg können
beispielsweise 1 bis 2 mm vorgesehen werden.
-
Weiterhin
sind in den gegeneinander gesetzten Schlüsselgehäuseschalen 20, 20' ein
Mikrocontroller 25, der eine Auswerteeinheit für
die Kennung der elektronischen Schließeinheit umfaßt,
und eine Stromquelle, beispielsweise in Form einer Batterie 26,
aufgenommen. Die Verbindung des Mikrocontrollers 25 bzw.
der Batterie 26 zu den Leitungen 15, 15', 16 ist
vereinfachend nicht dargestellt.
-
Das
Zylinderkerngehäuse 3 weist in Richtung der Längsachse
A versetzt Führungsausnehmungen 13, 13', 13'' auf,
die quer zur Längsachse A entlang einer Stellachse S verlaufen
und das Zylinderkerngehäuse 3 vollständig
durchdringen. In den Füh rungsausnehmungen 13, 13', 13'' sind
Zuhaltungen 4, 4', 4'' aufgenommen, die
entlang der Stellachse S zwischen einer in den 1 und 3a gezeigten Sperrstellung und einer in
den 2 und 3b gezeigten
Freigabestellung verschiebbar geführt sind. Jede Zuhaltung 4, 4', 4'' ist
mittels einer Schraubenfeder 7, 7', 7'' zur
Einnahme der Sperrstellung beaufschlagt, wobei die Schraubenfedern 7, 7', 7'' einerseits
gegen einen Vorsprung 8 der jeweiligen Zuhaltung 7 und
andererseits gegen das Zylinderkerngehäuse 3 abgestützt
ist. Ein Teil der Zuhaltung 4, 4', 4'' ist
in einer Richtung der Stellachse S zur Sperrstellung hin beaufschlagt
und ein zweiter Teil der Zuhaltung 4, 4', 4'' ist
in die entgegensetzte Richtung der Stellachse S zur Sperrstellung
beaufschlagt.
-
In
einer weiteren Ausnehmung 12 in dem Zylinderkerngehäuse 3 ist
ein Piezo-Linearmotor 10 aufgenommen. Die Ausnehmung 12 befindet
sich, von der Öffnung 6 aus gesehen, zwischen
der zweiten Zuhaltung 4' und der dritten Zuhaltung 4''.
Der Piezo-Linearmotor 10 greift mit einem bewegbaren Mitnehmer 11 in
Richtung der Längsachse A in einen zentralen Durchbruch 14'' der
Zuhaltung 4'' ein. Der Piezo-Linearmotor 10 umfaßt
einen nicht dargestellten weiteren Mikrocontroller, in dem eine
durch den Mikrocontroller 26 des Schlüssels 1 über
die Datenleitung 16 auslesbare Kennung hinterlegt ist,
die beispielweise aus einem mehrstelligen Zahlencode besteht.
-
Aus 1 und 3a ist ersichtlich, daß der Mitnehmer 11 von
den Flanken des Durchbruchs 14'' mechanisch entkoppelt
ist, wenn sich die Zuhaltung 4'' in der Sperrstellung befindet.
Wird der Piezo-Linearmotor 10 aktiviert, betätigt
er der Mitnehmer 11 entlang der Stellachse S. Nachdem der
Mitnehmer 11 aufgrund der Entkopplung von den Flanken des Durchbruchs 14'' einen
gewissen Leerweg überwunden hat, greift er an einer Kontaktfläche 23 des Durchbruchs 14'' an
und bewegt die Zuhaltung 4'' in Richtung der Stellachse
S in die Freigabestellung, die somit als elektromechanisch betätigte
Zuhaltung 4'' fungiert.
-
Weiterhin
weisen auch die Zuhaltungen 4, 4' zentrale Durchbrüche 14, 14' auf,
die im Bereich des Schlüsselkanals 5 angeordnet
sind. Wenn der Schlüssel 1 in den Schlüsselkanal 5 eingeführt
wird, greifen die Schlüsselschafthälften 19, 19' mit
nicht näher beschriebenen Steuerbahnen in die Durchbrüche 14, 14' der
Zuhaltungen 4, 4' ein und bewegen die Zuhaltungen 4, 4' gegen
die Kraft der Schraubenfedern 7, 7' in die Freigabestellung,
die somit als mechanisch betätigte Zuhaltungen 4, 4' fungieren.
Die Durchbrüche 14, 14' können
an ihren Flanken mehrere nicht dargestellte Stellflächen
aufweisen, so daß über diese Stellflächen
der mechanisch betätigten Zuhaltungen 4, 4' in
nicht näher erläuterter Weise Codierungen in die
elektronische Schließeinheit eingebracht werden können.
-
Bei
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Breite und
die Höhe des Durchbruch 14'' der Zuhaltung 4'' kleiner
als die Breite und die Höhe der Durchbrüche 14, 14' der
Zuhaltungen 4, 4'. Bei entsprechender Gestaltung
des Mitnehmers 11 des Piezo-Linearmotors 10 ist
eine gleiche Dimensionierung aller Durchbrüche 14, 14', 14'' in
den Zuhaltungen 4, 4', 4'' auch möglich.
-
Aus
den 2 und 3a ist ersichtlich,
daß die Zuhaltungen 4, 4', 4'' in
der Sperrstellung nach radial außen über eine
Außenumfangsfläche 9 des Zylinderkerngehäuses 3 vorstehen.
In der Sperrstellung greifen die Zuhaltungen 4, 4', 4'' in
Nuten innerhalb der Bohrung des nicht dargestellten Zylindergehäuses
ein. Der Zylinderkern 2 kann in der Sperrstellung der Zuhaltungen 4, 4', 4'' somit
nicht innerhalb des Zylindergehäuses gedreht werden.
-
3a läßt erkennen, daß der
Piezo-Linearmotor 10 auf seiner der Öffnung 6 des
Schlüsselkanals 5 zugewandten Seite elektrische
Kontakte 27, 27', 27'' aufweist, mit
denen die Kontaktstifte 17, 17', 17'' des
Schlüssels 1 in Berührung kommen, bevor der
Schlüssel 1 vollständig in den Schlüsselkanal 5 eingeführt
ist. Sobald dieser Kontakt hergestellt ist, wird die bereits zuvor
beschriebene Prozedur Auslesen der Kennung, Auswerten, Aktivieren
und Freigeben der elektromechanisch betätigten Zuhaltung 4'' durchlaufen,
vorausgesetzt, daß der Schlüssel 1 die entsprechende
Berechtigung für die jeweilige elektronische Schließeinheit
hat. Erst wenn der Schlüssel 1 anschließend
vollständig in den Schlüsselkanal 5 des Zylinderkerns 2 eingesteckt
wird, wie dies in 3b gezeigt ist,
werden auch die mechanisch betätigten Zuhaltungen 4, 4' in
ihre Freigabestellung bewegt. Da während dieses letzten
Stücks der Einschubbewegung des Schlüssels 1 die
Kontaktstiften 17, 17', 17'' bereits
in Berüh rung mit den Kontakte 27, 27', 27'' sind,
geben die Kontaktstifte 17, 17', 17'' in
ihren Aufnahmen federnd nach.
-
Aus 3b ist ersichtlich, daß die Zuhaltungen 4, 4', 4'' in
der Freigabestellung vollständig in den Führungsausnehmungen 13, 13', 13'' aufgenommen
sind, wobei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel die
Zuhaltungen 4, 4', 4'' bündig
mit der Außenumfangsfläche 9 des Zylinderkerngehäuses 3 abschließen.
Der Zylinderkern 2 kann in der Freigabestellung der Zuhaltungen 4, 4', 4'' somit
innerhalb des nicht dargestellten Zylindergehäuses gedreht werden.
-
Bei
einem weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel
kommt als Aktuator ein Schrittmotor zum Einsatz, der sich dadurch
auszeichnet, daß der Mitnehmer, der in den Durchbruch der
elektromechanisch betätigten Zuhaltung eingreift, auf einer
Gewindespindel des Schrittmotors angeordnet ist. Die Gewindespindel
ist in Richtung der Stellachse ausgerichtet. Indem der Schrittmotor
die Gewindespindel in Rotation versetzt und eine Rotation des Mitnehmers durch
den Eingriff in den Durchbruch allerdings unterbunden ist, wird
eine translatorische Bewegung des Mitnehmers in Richtung des Stellachse
erzeugt, so daß der Mitnehmer die elektromechanische Zuhaltung
gegen die Schraubenfeder in die Freigabestellung bewegen kann.
-
- 1
- Schlüssel
- 2
- Zylinderkern
- 3
- Zylinderkerngehäuse
- 4,
4', 4''
- Zuhaltung
- 5
- Schlüsselkanal
- 6
- Öffnung
- 7,
7', 7''
- Schraubenfeder
- 8
- Vorsprung
- 9
- Außenumfangsfläche
- 10
- Aktuator,
Piezo-Linearmotor
- 11
- Mitnehmer
- 12
- Ausnehmung
- 13,
13', 13''
- Führungsausnehmung
- 14,
14', 14''
- Durchbruch
- 15,
15'
- Stromleitung
- 16
- Datenleitung
- 17,
17', 17''
- Kontaktstifte
- 18,
18'
- Isolationslage
- 19,
19'
- Schlüsselschafthälfte
- 20,
20'
- Schlüsselgehäusehälfte
- 21
- Stirnseite
- 22
- Stirnseite
- 23
- Kontaktfläche
- 25
- Mikrocontroller
- 26
- Batterie
- 27,
27', 27''
- Kontakte
- S
- Stellachse
- A
- Längsachse
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102006012196
B3 [0002]
- - DE 19609400 C2 [0003]
- - EP 401647 A1 [0004]