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Die
Erfindung betrifft eine Gegenschussanlage nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
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Gegenschussanlagen
dienen dem Schutz von Objekten, etwa Fahrzeugen, Schiffen, Hubschraubern
oder Gebäuden durch Abwehr feindlicher Flugkörper.
Zur Erkennung von sich dem Objekt nähernden Flugkörpern
verfügen Gegenschussanlagen über Sensoreinheiten,
die den gegnerischen Flugkörper, beispielsweise eine Rakete,
erfassen und ggf. dessen weitere Flugbahn über eine geeignete
Auswerteeinheit antizipieren.
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Kurz
vor dem voraussichtlichen Einschlag wird der Flugkörper
im Nahbereich des Objekts über eine Abschusseinheit vollautomatisch
abgeschossen, die hierzu in eine entsprechende Ausrichtung zu dem
Flugkörper gebracht wird. Zur Ausrichtung gegenüber
dem Flugkörper ist die Abschusseinheit um zwei Achsen,
eine sog. Azimut- und eine Elevationsachse, schwenkbar gelagert,
von denen die eine Achse im Wesentlichen vertikal und die andere
Achse im Wesentlichen horizontal verläuft.
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Zur
Ausrichtung einer Abschusseinheit ist aus der
DE 10 2006 050 604 B3 ein
Richtantrieb bekannt, bei dem über fahrzeugfest angeordnete
Motoren die Abschusseinheit um die Azimut- wie auch die Elevationsachse
einstellbar ist. Zur Bewegung um die Azimutachse ist die Abschusseinheit
von einem um diese Achse drehbaren Drehelement aufgenommen. Über
eine weitere, an dem Drehelement vorgesehene Achse erfolgt die Ausrichtung
in Elevationsrichtung. Der Richtantrieb verfügt hierzu über
zwei Antriebsstränge, die über ein Differentialgetriebe
miteinander kombiniert werden. Als nachteilig bei dieser Art von
Antrieb hat sich herausgestellt, dass die Bewegungen der Abschusseinheit
um die Azimutachse Einfluss haben auf jene um die Elevationsachse
und umgekehrt. Es ist daher erforderlich, mittels einer aufwendigen
Elektronik die gegenseitigen Einwirkungen zu kompensieren, um die
Abschusseinheit in die gewünschte Ausrichtung zu dem gegnerischen
Flugkörper zu bringen.
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Es
ist die Aufgabe der Erfindung, eine Gegenschussanlage anzugeben,
bei der die Ausrichtung der Abschusseinheit auf einfache Weise erfolgt.
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Zur
Lösung dieser Aufgabe wird eine Gegenschussanlage mit den
im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen vorgeschlagen.
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Durch
die Entkopplung der Schwenkbewegungen des Drehelements um die Azimutachse
von den Schwenkbewegungen der Abschusseinheit um die Elevationsachse
lassen sich der Azimutwinkel und der Elevationswinkel der Abschusseinheit
unabhängig voneinander einstellen. Die Bewegung der Abschusseinheit
um die eine Achse nimmt keinen Einfluss auf deren Winkelstellung
in Bezug auf die andere Achse. Es ist nicht erforderlich, über
eine aufwendige Elektronik eine Kompensation zur Erreichung der
gewünschten Winkelstellung vorzunehmen.
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Gemäß einer
Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Schwenkbewegungen des
Drehelements um die Azimutachse von denen der Abschusseinheit um
die Elevationsachse über ein Entkopplungselement entkoppelt
sind.
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Eine
weitere Ausgestaltung sieht vor, dass ein erster Antrieb für
die Schwenkbewegungen um die Azimutachse und ein zweiter Antrieb
für die Schwenkbewegungen um die Elevationsachse vorgesehen
ist.
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Von
Vorteil ist in diesem Zusammenhang eine Ausgestaltung, bei der sowohl
der erste wie auch der zweite Antrieb objektfest angeordnet sind. Insbesondere
ist es möglich, die beiden Antriebe an dem Montageelement
anzuordnen. Durch die objektfeste Anordnung reduziert sich die Anzahl
der zu verschwenkenden Bauteile der Gegenschussanlage, wodurch sich
die Masse der zu bewegenden Bauteile und damit die Ansprechzeit
der Gegenschussanlage, d. h. die Zeit, die vergeht, bis ein gegnerischer
Flugkörper unter Beschuss genommen wird, ebenfalls reduziert.
Darüber hinaus ist diese Ausgestaltung auch im Hinblick
auf die elektrische Verkabelung der Antriebe vorteilhaft, da diese
den Schwenkbewegungen des Drehelements nicht folgen muss.
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In
vorteilhafter Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass der erste Antrieb über
das Entkopplungselement mit der Abschusseinheit verbun den ist. Die
Verbindung über das Entkopplungselement ermöglicht
eine Art Drehkupplung zwischen dem ersten Antrieb und den an dem
Drehelement angeordneten Abschusseinheiten. Bei Bestromung des Antriebs können
die Abschusseinheiten eleviert werden, wobei auf der anderen Seite
Drehbewegungen des Drehelements bzw. ein Richten der Abschusseinheiten
in azimutaler Richtung ohne Rückwirkung auf den ersten
Antrieb bzw. den Elevationswinkel der Abschusseinheiten bleibt.
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In
konstruktiver Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass das Entkopplungselement
drehfest mit dem Drehelement angeordnet ist.
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Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Sensoreinheit
an dem Drehelement angeordnet ist. Auf diese Weise nimmt die Sensoreinheit
die gleiche Drehstellung wie das Drehelement bzw. die Abschusseinheit
ein, so dass sich diese in einer gewissen Vorausrichtung zu einem
erkannten Flugkörper befindet. Bei der an dem Drehelement
angeordneten Sensoreinheit kann es sich insbesondere um einen so
genannten Trackingsensor handeln, der über eine vergleichsweise
schmale Radarkeule die Flugbahn des Flugkörpers sensiert.
Zusätzlich können an dem Objekt weitere Sensoren
vorgesehen sein, die den Luftraum großflächiger überwachen.
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In
diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, dass die Sensoreinheit mit
der Abschusseinheit schwenkgekoppelt ist, wodurch sie stets den Schwenkwinkel
der Abschusseinheit einnimmt. Wenn die Sensoreinheit unter einem
bestimmten Schwenkwinkel einen feindlichen Flugkörper ausmacht,
befindet sich die Abschusseinheit ebenfalls in dieser Schwenkstellung,
wodurch sich diese bereits in einer Vorausrichtung zu dem feindlichen
Flugkörper befindet. Es ergibt sich eine kurze Ansprechzeit der
Gegenschussanlage.
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Gemäß einer
Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die Azimutachse die Elevationsachse schneidet,
wodurch sich eine symmetrische Anordnung mit vorteilhafter Ableitung
der bei Betätigung der Abschusseinheit auftretenden Abschuss-Reaktionskräfte
ergibt.
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Einer
raschen Ausrichtung der Gegenschussanlage ist es zuträglich,
wenn die Azimutachse durch den Massenschwerpunkt der um die Azimutachse
drehbaren Bauteile verläuft, wodurch sich die zu überwindenden
Massenträgheitsmomente und mit diesen die Ansprechzeit
der Anlage reduziert.
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Zur
Verminderung störender Abschuss-Reaktionskräfte
auf die beispielsweise elektrischen Antriebe wird vorgeschlagen,
dass die Abschusseinheit ein Abschussrohr aufweist, dessen Rohrachse
die Elevationsachse schneidet, wodurch sich eine günstige,
momentneutrale Einleitung der Abschuss-Reaktions-Kräfte
bei Betätigung der Abschusseinheit ergibt.
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Im
Falle einer zwei Abschussrohre aufweisenden Abschusseinheit ist
es von Vorteil, wenn deren Rohrachsen die Elevationsachse auf verschiedenen
Seiten der Azimutachse in gleichem, geringem Abstand zu dieser schneiden.
Auch hierdurch ergibt sich eine günstige Ableitung der
Abschuss-Reaktionskräfte.
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Weitere
Vorteile und Einzelheiten einer erfindungsgemäßen
Gegenschussanlage werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
unter Zuhilfenahme der beigefügten Zeichnungen erläutert. Darin
zeigen:
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1:
ein militärisches Fahrzeug mit zwei Gegenschussanlagen
in perspektivischer Darstellung,
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2:
eine Gegenschussanlage aus 1 in perspektivischer
Ansicht,
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3–5:
seitliche Ansichten der Gegenschussanlage aus 2 bei
verschiedenen Elevationswinkeln,
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6:
eine vergrößerte Detaildarstellung gemäß der
in 4 mit VI bezeichneten Einzelheit,
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7:
eine Gegenschussanlage von der anderen Seite her betrachtet,
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8:
eine Gegenschussanlage in Frontaldarstellung,
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9:
eine alternative Ausführungsform einer Gegenschussanlage
in seitlicher Darstellung,
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10:
eine Draufsicht der Gegenschussanlage aus 9,
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11 + 12:
eine weitere Ausführungsform einer Gegenschussanlage zur
Anordnung auf dem Dach eines Fahrzeugs bei verschiedenen Elevationswinkeln,
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13 + 14:
seitliche Ansichten einer Gegenschussanlage bei verschiedenen Elevationswinkeln,
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15:
eine weitere Ansicht der Gegenschussanlage gemäß 13 von
der anderen Seite,
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16:
eine Frontalansicht der Gegenschussanlage und
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17:
eine Draufsicht der Gegenschussanlage.
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1 zeigt
beispielhaft die Verwendung zweier erfindungsgemäßer
Gegenschussanlagen 2 an einem militärischen Fahrzeug 1.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf eine Anwendung bei militärischen Fahrzeugen
beschränkt, sondern kann gleichermaßen auch etwa
bei Gebäuden, Schiffen, Hubschraubern usw. eingesetzt werden.
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Bei
dem in 1 dargestellten militärischen Fahrzeug 1 handelt
es sich um ein Panzerfahrzeug, das im Heckbereich zum Zwecke der
Abwehr gegnerischer Flugkörper, beispielsweise Raketen,
Artillerie- oder Mörsergeschossen, mit zwei baugleichen
Gegenschussanlagen 2 ausgestattet ist. Durch die seitliche
Anordnung zweier Gegenschussanlagen 2 können sich
von beiden Seiten des Fahrzeugs her nähernde, gegnerische
Flugkörper erfasst und im Fahrzeugnahbereich vollautomatisch
abgeschossen werden. Es ergibt sich ein Rundumschutz für
das Kampffahrzeug 1.
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Einzelheiten
der Gegenschussanlage 2 lassen sich der perspektivischen
Darstellung in 2 entnehmen. Zu erkennen ist,
dass die Gegenschussanlage 2 aus einem an dem Fahrzeug 1 beispielsweise
durch Verschrauben oder Verschweißen festgelegten Halteelement 3 und
einem gegenüber dem Halteelement 3 um eine vertikale
Achse drehbaren Drehelement 4 zusammengesetzt ist. Das
Halteelement 3 ist nach Art eines Montageelements zur Festlegung
an einer Außenwand des Fahrzeugs gestaltet und weist eine
an der Fahrzeugaußenkontur passend anliegende Rückenplatte 3.1 auf,
die aus Gründen der Gewichts- und Materialersparnis mit
Ausnehmungen 3.2 versehen ist. Im Bereich des oberen und des
unteren Endes der Rückenplatte 3.1 ist diese mit in
etwa dreieckförmigen Querblechen 3.3 versehen, die
mit Aussparungen 3.4, einem Rand 3.6 und einer Durchfuhröffnung 3.5 zur
Einführung eines Lagerbolzens 4.1 des Drehelements 4 versehen
sind. Die Querbleche 3.3 schließen mit dem Rückenblech 3.1 in
etwa einen rechten Winkel ein und sind mit diesem fest verbunden,
beispielsweise durch Verschrauben, Vernieten oder Verschweißen.
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Zwischen
den beiden Querblechen 3.3 erstreckt sich das gegenüber
dem Halteelement 3 schwenk- bzw. drehbare Drehelement 4,
das um die vertikale Azimutachse AA drehbar gehalten ist, vgl. auch 7.
Das Drehelement 4 ist von insgesamt rahmenförmiger
Gestalt und weist längere Seitenwände 4.2 und
diese miteinander verbindende Querwände 4.3 auf.
Oberhalb der Querwände 4.3 ist ein rohrförmiger,
sich konzentrisch zur Azimutachse AA erstreckender Bolzen 4.1 nach Art
eines Achsstummels vorgesehen, der in die Öffnung 3.5 hinein-
bzw. durch diese hindurchreicht.
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Bei
der Ausführung gemäß 2 sind
an dem Drehelement 4 zwei Abschusseinheiten 6, 7 übereinander
im Zwischenraum zwischen den beiden Seitenwänden 4.2 des
Drehelements 4 vorgesehen, die jeweils zwei parallel zueinander
angeordnete Abschussrohre 8 aufweisen. Oberhalb der Abschusseinheiten 6, 7 ist
eine radarbasierte Sensoreinheit 5 vorgesehen. Bei der
Sensoreinheit 5 handelt es sich um einen Trackingsensor.
Weitere Sensoren 23 sind fahrzeugfest auf dem Dach des
Fahrzeugs angeordnet.
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Wie
nachfolgend im Einzelnen beschrieben werden wird, sind nicht nur
die beiden Abschusseinheiten 6, 7, sondern auch
die Sensoreinheit 5 unabhängig von den Drehbewegungen
des Drehelements 4 um im Wesentlichen horizontal verlaufende
Elevationsachsen AES bzw. AEA schwenkbar,
vgl. Darstellung in 3.
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Als
gemeinsamer Antrieb für die Schwenkbewegungen der Abschusseinheiten 6, 7 sowie
der Sensoreinheit 5 um die Elevationsachsen AEA bzw. Ass
ist ein erster elektromotorischer Antrieb 10 vorgesehen.
Für die Bewegung des Drehelements 4 um die Azimutachse
AA ist ein zweiter elektromotorischer Antrieb 20 vorgesehen.
Beide Antriebe 10, 20 sind objektfest angeordnet,
so dass sie den Drehbewegungen des Drehelements 4 nicht
folgen.
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Nachfolgend
wird zunächst die Mechanik zur Einstellung verschiedener
Elevationswinkel anhand der Darstellungen in den 3 bis 6 erläutert.
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In 3 dargestellt
ist die Gegenschussanlage 2 in einer Stellung, in welcher
die Sensoreinheit 5 und die beiden Abschusseinheiten 6, 7 einen
Elevationswinkel α1 von etwa –10° gegenüber
der Horizontalen einnehmen. Dies ist die untere Endstellung, in
welcher die Abschusseinheiten 6, 7 um 10° gegenüber
der Horizontalen nach unten verschwenkt sind. Zur Einstellung des
Elevationswinkels im Falle einer Zielerfassung sind die Sensoreinheit 5 und
die Abschusseinheiten 6, 7 im Bereich des einen
Endes ihrer Elevationsachsen AES bzw. AEA mit Zahnrädern 9 versehen, über
welche sich der Elevationswinkel der Sensoreinheit 5 und
der Abschusseinheiten 6, 7 einstellen lässt.
Für eine gleichgerichtete Einstellung bzw. Winkelkopplung
der Sensoreinheit 5 mit den Abschusseinheiten 6, 7 ist
ein gemeinsames Übertragungselement 11 vorgesehen,
das die von dem Antrieb 10 erzeugte Antriebsbewegung über
die Zahnräder 9 in gleichlaufende Schwenkbewegungen
des Sensorelements 5 sowie der Abschusseinheiten 6, 7 überführt.
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Bei
dem in den 3 bis 5 dargestellten Übertragungselement 11 handelt
es sich um eine Zahnstange, die in ihren den Zahnrädern 9 gegenüber
liegenden Längsabschnitten mit einer Zahnung versehen ist,
die über den gesamten Verfahrweg der Zahnstange 11 mit
den Zahnrädern 9 kämmt. Die Verwendung
einer Zahnstange 11 ist zur Erzielung einer gleichgerichteten
Schwenkbewegung der Sensoreinheit 5 mit den Abschusseinheiten 6, 7 nicht
zwingend erforderlich. Denkbar ist auch die Verwendung von Gestängekopplungen,
Zahnriemen, einer Übertragung über weitere Zahnräder
oder einer Übertragung über eine elektrische oder
elektronische Steuerung oder auch die Verwendung von Direktantrieben an
den jeweiligen Achsen AES bzw. AEA. Auch ist es nicht erforderlich, dass
die Gegenschussanlage mit zwei Abschusseinheiten 6, 7 versehen
ist. Denkbar sind auch Lösungen mit mehr oder weniger Abschusseinheiten,
auch mit einem oder mehreren Abschussrohren 8.
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In 3 ist
die Zahnstange 11 in ihrer oberen Endposition dargestellt,
in welcher der Elevationswinkel α1 minimal
ist. In 4 ist die Zahnstange 11 demgegenüber
ein Stück nach unten verfahren, wodurch die Zahnräder 9 in
der Ansicht gemäß 3 bzw. 4 entgegen
dem Uhrzeigersinn gedreht werden. Mit den Zahnrädern 9 werden
auch die mit diesen verbundenen Abschusseinheiten 6, 7 und
die Sensoreinheit 5 in eine Elevationswinkelstellung α2 von etwa 45° verschwenkt.
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Zur
Betätigung bzw. zum Verfahren der Zahnstange 11 und
damit zum Einstellen des Elevationswinkels dient der erste Antrieb 10,
der fahrzeugfest im Bereich des Montageelements 3 angeordnet ist.
Bei dem Antrieb 10 handelt es sich um einen Elektromotor,
der über einen Riemen 12 mit einer umfangsseitig
als Riemenscheibe ausgebildeten Kugelumlaufmutter 13 im
unteren Endbereich des Drehelements 4 verbunden ist. Einzelheiten
lassen sich der Detaildarstellung in 6 entnehmen.
Durch eine Drehung der Welle des Motors 10 wird der über den
riemenscheibenartigen Umfangsbereich der Kugelumlaufmutter 13 geführte
Riemen 12 in Bewegung versetzt, wodurch die Kugelumlaufmutter 13 zu drehen
beginnt. Die Kugelumlaufmutter 13 ist derart angeordnet,
dass diese Drehbewegung nicht auf das Drehelement 4 übertragen
wird. Die Kugelumlaufmutter 13 sitzt in einer Öffnung
des Drehelements 4 und ist derart ausgebildet, dass Drehungen
des Drehelements 4 nicht auf die Kugelumlaufmutter 13 übertragen
werden und umgekehrt.
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Durch
die Drehbewegung der Kugelumlaufmutter 13 wird eine im
Inneren der Kugelumlaufmutter 13 angeordnete Spindel 14 axial
in vertikaler Richtung verfahren. Die Spindel 14 ist axial
mit dem Übertragungselement 11 gekoppelt und kann
nur axial hin- und her bewegt werden. Drehbewegungen der Spindel 14 sind über
Drehmomentstütze blockiert, beispielsweise durch einen
an der Spindel 14 vorgesehenen Bolzen, der in einem an
dem Halteelement 3 vorgesehenen Langloch geführt
ist.
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Der
erste Antrieb 10 ist über die Spindel 14 und
ein Entkopplungselement 15, das beim Ausführungsbeispiel
hohlzylindrisch ausgebildet ist, mit der Zahnstange 11 verbunden.
Das Entkopplungselement 15 ist derart ausgebildet, dass
die Zahnstange 11 den axialen Bewegungen der Spindel 14 folgt, gleichzeitig
aber Drehbewegungen des Drehelements 4 nicht auf die Spindel 14 übertragen
werden. Das Entkopplungselement 15 weist hierzu einen umlaufenden
Kragen 15.1 auf, der drehbar, aber axial unbeweglich, in
einer umlaufenden Nut 14.1 der Spindel 14 liegt.
Auf diese Weise wird die Drehbewegung des Antriebs 10 über
das Entkopplungselement 15 in eine translatorische Bewegung
der Zahnstange 11 überführt, die von
der Drehstellung des Drehelements 4 unabhängig
ist. Diese Bewegung wird gleichmäßig auf die Sensoreinheit 5,
die Abschusseinheit 6 und die Abschusseinheit 7 derart übertragen,
dass diese stets den gleichen Elevationswinkel aufweisen bzw. zueinander
parallel ausgerichtet sind. Die Bewegung der Zahnstange 11 ist
entkoppelt von der Drehbewegung des Drehelements 4, so
dass dieses bei einer Bestromung des Motors 10 seine Drehstellung
nicht ändert.
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In 5 dargestellt
ist die untere Endstellung des Übertragungselements 11,
in welcher sich auch die Spindel 14 der Kugelumlaufmutter 13 in
ihrer unteren Endstellung befindet und der Elevationswinkel α3 sein Maximum erreicht hat. Beim Ausführungsbeispiel
beträgt der Elevationswinkel α3 in
etwa 60°.
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Zum
Richten des Drehelements 4 und damit der Abschusseinheiten 6, 7 bzw.
der Sensoreinheit 5 um die vertikale Azimutalachse AA ist ein separater Antrieb 20 vorgesehen,
vgl. auch die Darstellung in 2. Die Antriebswelle
des Antriebs 20 ist mit einem Ritzel 17 versehen, welches
mit einem an dem Drehelement 4 festgelegten Zahnrad 18 größeren Durchmessers
kämmt, weshalb der Motor 20 bei Bestromung das
Drehelement 4 gemäß dem Übersetzungsverhältnis
der Zahnräder 17, 18 um die Azimutachse
AA antreibt, vgl. auch 9.
Diese Drehbewegung wird über das an dem Drehelement 4 angeordnete
Entkopplungselement 15 nicht auf die Spindel 14 und
damit nicht auf den Antrieb 10 übertragen. Der
Kragen 15.1 des Entkopplungselements 15 dreht innerhalb
der Nut 14.1 der Spindel 14, ohne dass diese mitbewegt
wird.
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In
den 7 und 8 ist die Gegenschussanlage 2 in
weiteren Ansichten abgebildet, die die Anordnung der Achsen und
Motoren des Systems erkennen lassen. Wie die Darstellung in 7 zeigt, sind
die Antriebe 10 und 20 seitlich des Halteelementes 3 in
einer fahrzeugfesten, nicht gemeinsam mit dem Drehelement 4 verschwenkbaren
Stellung angeordnet. Zu erkennen ist, dass die vertikal verlaufende
Azimutachse AA sämtliche der horizontal
verlaufenden Elevationsachsen AES bzw. AEA in einem rechten Winkel schneidet.
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In
den 7 und 8 ist mit dem Bezugszeichen
S der Schwerpunkt des Drehelements 4 einschließlich
der mit diesem verbundenen Bauteile, etwa der Abschusseinheiten 6, 7 und
der Sensoreinheit 5, bezeichnet. Es ist zu erkennen, dass
die Azimutachse AA durch den Schwerpunkt
S verläuft, wodurch sich eine kurze Ansprechzeit gibt.
Die Gegenschussanlage lässt sich dadurch innerhalb eines Zeitraums
von ca. 100 ms ausrichten, so dass Flugkörper im Nahbereich
des Fahrzeugs innerhalb dieses Zeitraums erfasst und abgeschossen
werden können, dies auch im engsten Nahbereich, etwa in Entfernungen
von 10 m bis 100 m zum Fahrzeug. Ferner lässt sich der
Darstellung in 8 entnehmen, dass die becherartigen
Abschussrohre 8 der Abschusseinheiten 6, 7 symmetrisch
zu beiden Seiten nahe der Azimutachse AA angeordnet
sind, wodurch sich günstige Abschussreaktionen ergeben.
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Die
Darstellung in 9 zeigt, dass die Rohrachsen
AR der Abschussrohre 8 die Elevationsachsen
AEA in rechtem Winkel schneiden. Die Ausführung
gemäß 9 zeigt darüber hinaus
eine Besonderheit zu den zuvor anhand der Darstellungen in den 3 bis 5 beschriebenen
Ausführungen. Bei der Ausführung gemäß 9 ist
nämlich nicht ein rotationssymmetrisches Zahnrad im Endbereich der
Achsen AES bzw. AEA,
sondern ein Zahnradsegment 16 vorgesehen, welches jedoch über
den gesamten axialen Verfahrweg der Zahnstange 11 mit deren
gezahnten Bereichen kämmt. Durch die Verwendung von Zahnsegmenten 16 ergibt
sich eine geringe Masse der zu bewegenden Bauteile.
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Abweichend
von den zuvor beschriebenen Ausführungen, bei denen die
Gegenschussanlage 2 seitlich an dem Fahrzeug 1 angeordnet
wurde, ist in den 11 bis 17 eine
zweite Ausführung einer Gegenschussanlage 2 dargestellt,
die auf dem Fahrzeugdach montiert wird. Bei dieser Ausführung
kann das Drehelement 4 eine volle 360°-Drehung
um die Azimutachse AA durchführen,
weshalb bei dieser Ausführung eine einzige Gegenschussanlage 2 für einen
Rundumschutz des Fahrzeugs ausreicht.
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Die
Gegenschussanlage 2 gemäß dieser Ausführung
ist unterseitig mit einem Drehteller 21 versehen, der fest
mit dem Fahrzeugdach verbunden ist und insoweit ein Halteelement 3 bildet.
Das Drehelement 4 wird bei dieser Ausführungsform
von einem zwei Seitenwände 4.2 aufweisenden, oberhalb des
tellerförmigen Halteelements 3 angeordneten Element
gebildet, zwischen dessen Seitenwänden 4.2 die
Sensoreinheit 5 und die beiden Abschusselemente 6, 7 um
deren jeweilige Elevationsachsen AES bzw.
AEA schwenkbar aufgenommen sind. Zur Einstellung
des Elevationswinkels dient ein elektromotorischer Antrieb 10,
der im Bereich des Drehelements 4 gemeinsam mit diesem
drehend vorgesehen ist. Über den Antrieb 10 wird über
einen Riemen 19 die Drehbewegung des Antriebs 10 in
eine Schwenkbewegung der unteren Abschusseinheit 7 um deren Elevationsachse
AEA überführt. Diese Schwenkbewegung
um die Elevationsachse AEA wird mittels
eines nur sehr schematisch dargestellten Übertragungselements 22,
das bei diesem Ausführungsbeispiel nach Art eines Gestänges
ausgebildet ist, übertragen, so dass, wie die Darstellung
in den 13 und 14 erkennen
lassen, die Elevationswinkel von Sensoreinheit 5 sowie
den beiden Abschusseinheiten 6, 7 stets gleich
sind. Denkbar sind auch andere Übertragungselemente, wie
diese im Zusammenhang mit der ersten Ausführung beschrieben
wurden.
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Die
Einstellung des Azimutwinkels erfolgt über einen fahrzeugfesten
Antrieb, der in den 11 bis 17 nicht
dargestellt ist, ähnlich dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel.
Auch bei dieser Ausführung sind die Bewegungen des Drehelements 4 um
die Azimutachse von denen der Abschusseinheiten 6, 7 um
die Elevationsachsen AEA entkoppelt.
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Wie
schon im Zusammenhang mit den ersten Ausführungen beschrieben,
erfolgt auch bei der Gegenschussanlage gemäß den 11 bis 17 der
Antrieb um die Aximutachse AA mittels eines
separaten, fahrzeugfest angeordneten Antriebs, der in den Figuren
nicht dargestellt ist. Darüber hinaus entspricht der Verlauf
bzw. die Anordnung der Achsen AES, AEA, AA untereinander
und mit Bezug auf den Schwerpunkt S der anhand der ersten Ausführungen beschriebenen
Anordnung.
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Die
vorstehend beschriebenen Gegenschussanlagen zeichnen sich insbesondere
durch ihre einfache und schnelle Ausrichtbarkeit aus. Bei seitlicher
Anordnung am Fahrzeug wird dessen Breite nur geringfügig
erhöht. Darüber hinaus eignen sich die beschriebenen
Gegenschussanlagen auch als Nachrüstlösungen für
bereits im Einsatz befindliche Fahrzeuge.
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- 1
- Fahrzeug
- 2
- Gegenschussanlage
- 3
- Montageelement
- 3.1
- Rückenplatte
- 3.2
- Ausnehmung
- 3.3
- Querblech
- 3.4
- Ausnehmung
- 3.5
- Öffnung
- 3.6
- Rand
- 4
- Drehelement
- 4.1
- Bolzen
- 4.2
- Seitenwand
- 4.3
- Querwand
- 5
- Sensoreinheit
- 6
- Abschusseinheit
- 7
- Abschusseinheit
- 8
- Wurfbecher
- 9
- Zahnrad
- 10
- Antrieb
- 11
- Übertragungselement,
Zahnstange
- 12
- Riemen
- 13
- Riemenscheibe,
Kugelumlaufmutter
- 14
- Spindel
- 14.1
- Nut
- 15
- Entkopplungselement
- 15.1
- Kragen
- 16
- Zahnradsegment
- 17
- Ritzel
- 18
- Zahnrad
- 19
- Riemen
- 20
- Antrieb
- 21
- Halteelement,
Drehteller
- 22
- Übertragungselement,
Gestänge
- 23
- Sensor
- 24
- Drehkupplung
- A1
- Elevationswinkel
- A2
- Elevationswinkel
- A3
- Elevationswinkel
- AA
- Achse
- AE
- Achse
- AR
- Rohrachse
- S
- Schwerpunkt
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 102006050604
B3 [0004]