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Die
Erfindung betrifft ein Klebeband insbesondere für Außenanwendungen
mit einem textilen Träger.
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Gewebeklebebänder,
bestehend aus einem gewebten Textil als Trägermaterial
und einer einseitig aufgebrachten Schicht einer Selbstklebemasse,
gehören zu einer der ältesten Arten von selbstklebenden
Systemen als Rollenware. Zuerst im medizinischen Bereich eingesetzt,
lösten sie in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts
teilweise Isolierbänder aus Weich-PVC bei der Bandagierung
von Kabelsätzen in Automobilen ab. Wegen der außergewöhnlichen
Eigenschaftskombination von Flexibilität und Anschmiegsamkeit,
hoher mechanischer Festigkeit bei gleichzeitiger Quereinreißbarkeit
per Hand erweiterte sich das Einsatzspektrum stark. Gewebeklebebänder
können zum Bandagieren, Reparieren, Abdecken, Fixieren,
Markieren etc. verwendet werden und lassen sich ohne Schere, Messer
oder andere Hilfsmittel per Hand passend ablängen. Sie stellen
deshalb Universal-Klebebänder (so genannte „Multi
Purpose” oder „General Purpose” Tapes)
dar, die auf einer Vielzahl von Untergründen, ob polar
oder unpolar, rau oder glatt, kleben und für nahezu alle
denkbaren Anwendungen genutzt werden.
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Als
Klebemasse wird fast ausschließlich auf Rezepturen aus
Natur- oder Synthesekautschuk zurückgegriffen. Neben dem
historischen Aspekt (Naturkautschuk als Hauptbestandteil der ersten
industriell verfügbaren Selbstklebemassen) sind es insbesondere
die klebtechnischen Eigenschaften, die hinsichtlich Adhäsion,
Tack und Kohäsion ausbalanciert und für derartige
Universalklebebänder bestens geeignet sind. Als Trägermaterialien
werden dichte gewebte Textilien aus bevorzugt (modifizierten) Naturfasern
wie Baumwolle, Zellwolle, Viskose etc. eingesetzt.
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Anfänglich
wurden Gewebeklebebänder aus unbeschichtetem Gewebe, als
Rohgewebe oder aber im Garn gefärbt, nur einseitig mit
Klebemasse beschichtet hergestellt. Durch die offene Gewebestruktur
ist die Kautschukklebemasse auf der Rückseite jedoch leicht
angreifbar: Sauerstoff, aggressive Substanzen wie Lösemittel,
UV- oder Sonnenstrahlung etc. haben fast ungehinderten Zutritt.
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Deshalb
und auch zum Schutz des Gewebes selbst wurden Kunststoffbeschichtungen
auf der Oberseite des Klebebandes aufgebracht. Dabei lassen sich
drei Typen von Gewebeklebebändern anhand des Produktaufbaus
unterscheiden:
- • Die hochwertigsten
Produkte nutzen ein dichtes Gewebe mit einem Flächengewicht
von überwiegend 70 bis 150 g/m2 bei
einer Meshzahl (Summe der Fäden in Kett- und Schussrichtung,
jeweils pro inch) in der Größenordnung von 100
bis 250 inch–2 mit einer meist
farbigen Kunststoffbeschichtung aus PVC, Acrylat, Polyurethan oder ähnlichem,
die aus Dispersionen oder Organosolen einseitig aufgebracht wird.
Diese Produkte haben ihren Ursprung in Mitteleuropa und werden überwiegend
auch dort hergestellt. Als Beispiel für ein derartiges „Premium
Tape” sei hier tesa® 4651
genannt.
- • Eher asiatischen Ursprungs sind Gewebeklebebänder
mit einem leichteren, offenen, netzartigen Gewebe von 40 bis 100
mesh, auf das eine 50 bis 200 μm dicke PE-Folie aufextrudiert
wird. Gewebe und Folie bilden zumeist einen stabilen, belastbaren
Verbund. Wegen ihrer Positionierung bezüglich Preises und
der Eigenschaften werden sie auch als „Midgrades” bezeichnet.
Als Beispiel kann hier tesa® 4688
gelten.
- • Ursprünglich aus Nordamerika kommend haben
sich die so genannten „Duct Tapes” global verbreitet. Hierbei
kommen sehr offene Gewebe, Gelege oder Gewirke mit 25 bis 40 mesh
mit einem Flächengewicht von 15 bis 40 g/m2 zum
Einsatz, auf die mit einem Teil der Selbstklebemasse eine meist
farbige, undurchsichtige PE-Folie auflaminiert wird. Die Dauerhaftigkeit
des Trägerverbunds aus Folie und Textil wird allein durch
die Klebkraft und Alterungsstabilität der Klebemasse bestimmt.
Diese Art von Gewebebändern stellt preislich die unterste
Kategorie dar und wird meist in der Farbe Silber verwendet. Beispielhaft
aus der Vielzahl der kommerziellen Duct Tapes kann hier tesa® 4662 genannt werden.
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Derartige
Klebebänder weisen im Regelfall eine Gesamtdicke von 200
bis 400 μm auf, wobei die Klebemasseschicht ca. 50 bis
250 μm beiträgt, und sind vom Aufbau her prinzipiell
für Innenanwendungen konzipiert.
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Als
Universalklebebänder werden sie aber auch in Außenanwendungen
eingesetzt. Durch die Einwirkung von Licht, direkter Sonneneinstrahlung,
Feuchtigkeit, Wärme, Mikroorganismen etc. treten dann aber Schwächen
zu Tage, die zu Schädigungen der Klebebänder bis
hin zu deren vollständiger Zerstörung führen können:
- • Kautschukklebemassen mit Doppelbindungen
in den Elastomeren werden durch UV-Licht, Sauerstoff und Ozon angegriffen
und geschädigt und verlieren dadurch ihre ursprünglichen
Klebeigenschaften.
- • Gewebe aus Baumwolle, Viskose, Zellwolle etc. werden
durch Mikroorganismen angegriffen. Bei Anwesenheit von Feuchtigkeit,
Wärme und Licht verrottet diese für die mechanischen
Festigkeitseigenschaften des Klebebandes maßgebliche Komponente.
- • Wasseraufnahme im Gewebe durch die Saugfähigkeit
der Garne führt durch Aufquellen zur Verbundschwächung
sowie zu Festigkeitsverlusten.
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Bisherige
Versuche, geeignete hochwertige Universal-Gewebeklebebänder
für längerfristige Außenanwendungen als
so genannte „Outdoor Tapes” zu entwickeln, sind
bisher nicht oder nur mit Einschränkungen erfolgreich gewesen.
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Ein
hochwertiges, aber kostspieliges Gewebeklebeband mit einem dichtem
200 bis 250 mesh Viskoseactetat-Gewebe wird in
US 3,853,598 A1 beschrieben.
Das Gewebe ist mit einer Polyacrylat-Primerschicht versehen, auf
die Klebemasse aus Synthese- und Naturkautschuk aufgebracht wird.
Bedingt durch das Gewebe mit sehr hoher Meshzahl und die Gewebeausrüstung
mit einem Polyacrylat-Primer weist das Klebeband gute und sehr leichte
Handeinreißbarkeit auf. Hinweise auf Outdoor-Eignung finden
sich jedoch nicht. Die gewählte Klebemasse und insbesondere
das oberseitig ungeschützte Gewebe auf Basis von modifizierten
Naturfasern sprechen auch dagegen. Explizit werden nur medizinische,
das heißt Innenanwendungen genannt.
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Ein
technisches Klebeband, insbesondere für den Baubereich,
wird in
EP 1 548 080
A1 beschrieben. Zwar wird mit einer UV-vernetzten Acrylatklebemasse
auf einem bandförmigen Träger eine witterungsstabile Klebemasse
verwendet, aber die Trägerauswahl mit Papieren sowie Folien,
Geweben oder Vliesstoffen aus PE, PP oder PET lässt eine
Ausrichtung auf Outdoor-Anwendungen nicht erkennen. Eine leichte
Quereinreißbarkeit per Hand, wie sie für ein General
Purpose Tape zwingend ist, ist nicht gegeben. Des Weiteren ist bei UV-vernetzbaren
Acrylatklebemassen das latente Risiko vorhanden, dass unter Einwirkung
von Sonnenlicht eine während der Herstellung nicht vollständige
eingestellte Vernetzung weiterläuft und sich damit die
klebtechnischen Eigenschaften im Laufe der Verwendungszeit negativ
verändern.
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Ein
spezielles Tape für langfristige Außenanwendungen,
das nach 500 Stunden im Bewitterungstest nach
ASTM G155 weniger
als 10% Klebemasserückstände aufweist, wird in
WO 03/097758 A1 beschrieben. Wesentlich
ist hierbei der mehrlagige PE-Kunststofffilm an der Oberseite, der
bis zu 35% Lichtschutzadditive enthält. Für die
weiteren Klebebandkomponenten wie ein 10 bis 90 mesh Gelege (scrim)
sowie die Selbstklebemasse werden keine besonderen Ausprägungen
beschrieben. Deshalb ist davon auszugehen, dass großflächig
durch den mehrlagigen Film an der Oberfläche ein Schutz
gegen (UV-)Licht erreicht wird, aber Zugriff von Sauerstoff, Ozon
etc. am Rand zu unerwünschten Veränderungen der
Klebemasse an den Klebebandkanten führen kann. Außerdem
ist bei dem beschriebenen Trägeraufbau aus einer 50 bis
100 μm dicken mehrlagigen PE-Folie und einem Gelege von
10 bis 90 mesh mit den für Duct Tapes typischen, ausgefransten
Risskanten zu rechnen, die für ein hochwertiges Gewebeklebeband
nicht akzeptiert werden. Des Weiteren lassen der hohe Anteil an
Lichtschutzadditiven sowie die mehrlagige Folienstruktur entsprechend
hohe Herstellkosten erwarten.
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In
EP 1 074 595 A1 wird
ein Polyester-Gewebeband beschrieben, das durch die Auswahl von
speziellen Garnen sowie definierter Gewebekonstruktion (maximal
2500 dtex/cm als Titer der Längsfäden pro Längeneinheit)
sowie durch die als notwendig beschriebene Fixierung der Kettfäden
durch die Kleberbeschichtung handeinreißbar wird. Somit
müssen hier spezielle Bedingungen erfüllt sein,
um zumindest eine Reißfestigkeit von weniger als 10 N in
Querrichtung zu erzielen. Die Beschreibung der Garn- und Gewebeparameter
weist für den Fachmann auf ein leichtes Gewebe merklich
unter 100 g/m
2 hin, das nicht ganz überraschend
per se allein durch die Reduzierung des Flächengewichtes
bereits weniger Festigkeit besitzt, aber erst im Weiteren durch
die Kleberschicht, die die Kettfäden an ihrem Platz fixieren
muss, handeinreißbar wird. Des Weiteren wird hier fälschlicherweise
eine Weiterreißfestigkeit von unter 10 N mit der Eigenschaft
der Handeinreißbarkeit verknüpft. In der Praxis
ist für eine einfache Handeinreißbarkeit aber
neben der oben beschriebenen Weiterreißfestigkeit die Kraft
zum initialen Einreißen des Trägers von hoher
Wichtigkeit – diese wird aber maßgeblich durch
weitere Parameter wie das Zug-Dehnungsverhalten des Trägers,
die verwendete Schneidtechnologie und -gute etc. beeinflusst, über
die in der Offenlegungsschrift keine Informationen zu finden sind.
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In
DE 10 2005 044 942
A1 wird ein quer einreißbares Klebeband mit einem
unbeschichteten textilen Gewebeträger auf Basis von Polyester
oder Polyamid beschrieben, wobei die Reduzierung der Faserfestigkeit und
damit die Handeinreißbarkeit durch gezielte Schädigung
des Garns (bei PET mit Alkalien, bei Polyamid mit Säuren)
erfolgt. Durch zusätzliche Imprägnierung mit Schiebefestchemikalien
wie Silikaten soll die Handeinreißbarkeit weiter verbessert
werden. Die Alkalisierung von PET-Gewebe beispielsweise geht aber
einher mit einem merklichen Festigkeitsverlust, der sich bei Alterung,
thermischer Beanspruchung, Biege- und/oder Zugbelastungen negativ
bemerkbar macht, und mit einer Erhöhung der Gas- und Dampfdurchlässigkeit.
Letzterer bei medizinischen Anwendungen vorteilhafte Effekt kehrt
sich bei technischen Anwendungen ins Gegenteil, da Sauerstoff, Ozon
und vergleichbar aggressive Gase und Flüssigkeiten ungehindert
bis zur Klebemasse durchdringen können und so diese stärker
schädigen als bei unbehandelten oder gar beschichteten
Geweben.
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Obwohl
es eine Vielzahl von Gewebeklebebändern sowohl im technischen,
medizinischen und Consumer-Bereich gibt, ist ein handeinreißbares
witterungsstabiles Universal-Gewebeband für längerfristige
Außenanwendungen nicht bekannt.
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Deshalb
ist es Aufgabe der Erfindung, hier die Defizite bestehender Produkte
zu beseitigen und ein
- – leicht handeinreißbares
Gewebeklebeband aufzufinden,
- – welches auf einer Vielzahl von im täglichen
Gebrauch gängigen Untergründen sicher klebt und
- – auch bei längerer Anwendung von mindestens
sechs Monaten im Außenbereich (Mitteleuropa) seine klebende
Funktionalität nicht verliert.
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Als
Messlatte wird hierzu eine Abnahme der relevanten Messwerte um maximal
50% angesetzt, beispielsweise für die Höchstzugkraft
und Reißdehnung in Längsrichtung sowie die Klebkraft
auf Stahl gemäß AFERA 5001. Auch
Veränderungen der Optik wie deutlich erkennbare Zerstörungen
oder Einrisse, merkliche Ver- oder Entfärbungen, Ablösungen
von den Haftuntergründen sind erfindungsgemäß zu
vermeiden.
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Gelöst
wird diese Aufgabe durch ein Klebeband, wie es im Hauptanspruch
niedergelegt ist. Gegenstand der Unteransprüche sind dabei
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
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Demgemäß betrifft
die Erfindung ein Klebeband insbesondere für Außenanwendungen
mit einem textilen Träger mit einem Flächengewicht
von 15 bis 150 g/m2, welcher auf der Oberseite
mit einer Zusatzschicht versehen ist, die durch Extrusionsbeschichtung,
durch Dispersionsbeschichtung oder durch Folienlaminierung aufgebracht
ist, und welcher auf der Unterseite mit einer Klebemasse aus einem
Ethylenpolymer mit einer Dichte zwischen 0,86 und 0,89 g/cm3 und einem Kristallitschmelzpunkt von mindestens
105°C und aus einem Klebharz ausgerüstet ist.
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Der
allgemeine Ausdruck „Klebeband” umfasst im Sinne
dieser Erfindung alle flächigen Gebilde wie in zwei Dimensionen
ausgedehnte Bänder mit ausgedehnter Länge und
begrenzter Breite, Bandabschnitte und dergleichen, letztlich auch
Stanzlinge oder Etiketten.
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Gemäß einer
ersten vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist
das Klebeband einen textilen Träger aus einem sehr offenen
Gewebe, Gelege oder Gewirke von 25 bis 40 mesh und mit einem Flächengewicht
von 15 bis 40 g/m2 auf. Auf der Oberseite
ist eine UV-stabilisierte PE-Folie mit einer Dicke von 50 bis 200 μm
vorhanden, die vorzugsweise durch Füllstoffe und Farbstoffpigmente
nicht transparent und insbesondere UV- undurchlässig ist.
Durch vorteilhafte zusätzlich in der PE-Folie eingesetzte
UV-Stabilisatoren und Alterungsschutzmittel sowie durch die UV-Undurchlässigkeit
der PE-Folie wird die Klebemasse unterhalb des Trägers
zusätzlich gegen photooxidative Angriffe geschützt.
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Bei
dieser Ausführungsform ist der eigentliche Träger
ein Laminat, das aus dem Textil und der PE-Folie insbesondere in
situ beim Klebemassenbeschichtungsprozess erzeugt wird. Ein geringer
Teil der Klebemasse wird unter Druck durch das offene Textil durchgepresst
und fungiert als Laminierkleber. Die Seite des textilen Trägers
mit der geringen Menge an Klebemasse wird mit der PE-Folie kaschiert.
Es entsteht so ein Verbund aus Folie, Kaschierkleber und Textil.
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Bei
Bedarf kann die PE-Folie auf der der Klebemasse abgewandten, offenen
Seite vorher inline oder offline mit einem Release versehen werden,
um ein leichtes Abrollen zu gewährleisten.
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Prinzipiell
führt die Vorab-Herstellung eines Laminates aus einer Folie,
auf die der Laminierkleber aufgebracht und die anschließend
mit dem Textil eingedeckt wird, bevor die Kleberbeschichtung auf
der Gegenseite des Textils erfolgt, zu vergleichbaren Produkten.
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Bei
der hier beschriebenen Ausführungsform handelt es sich
um einen Träger für die bereits oben beschriebene
Kategorie der Duct Tapes wie beispielsweise tesa® 4662.
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Gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besteht
der textile Träger des Klebebands aus einem offenen, netzartigen
Gewebe von 40 bis 100 mesh und mit einem Flächengewicht
von 20 bis 60 g/m2, auf das eine 50 bis
200 μm dicke PE-Folie aufextrudiert wird. Gewebe und Folie
bilden zumeist einen stabilen, belastbaren Verbund. Eine geeignete
UV-Stabilisierung kann auch hier wie bei den Duct Tapes über
UV-Stabilisatoren, Alterungsschutzmittel und die Einfärbung
erfolgen. Bei Bedarf kann auf der der Klebemasse abgewandten, offenen
Seite der PE-Folie eine Releaseausrüstung aufgebracht werden.
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Bei
dieser Art von Träger handelt es sich um die bereits weiter
oben beschriebene Kategorie der Midgrades wie beispielsweise tesa® 4688.
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Gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung besteht
der textile Träger des Klebebands aus einem 80 bis 250
mesh PET-Gewebe mit einer Grammage von 50 bis 150 g/m2,
auf dessen Oberseite eine Dispersionspaste, insbesondere wässrige
Acrylatpaste mit einem Auftragsgewicht von 15 bis 75 g/m2 aufgebracht ist.
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Das
Gewebe mit einer Grammage von 50 bis 150 g/m2,
insbesondere mit 70 bis 130 g/m2, wird so
ausgewählt, dass durch die besondere Konstruktion eine
zumindest mäßige Ein- und Durchreißbarkeit
per Hand in Querrichtung (auch als Schussrichtung oder CD bezeichnet)
aufweist. Dieses Gewebe wird einseitig mit einer farbigen, wässrigen
Acrylatpaste oder ähnlich mit einem Auftragsgewicht von
15 bis 75 g/m2, insbesondere 25 bis 50 g/m2, beschichtet.
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Besonders
vorteilhaft fällt der Gewebeträger aus, wenn die
farbgebende Beschichtung in zwei Strichen nacheinander mit zwei
unterschiedlichen Rezepturen aufgebracht wird. Der Hauptanteil wird
als farbgebender Grundstrich mit 10 bis 60 g/m2 direkt
auf das Gewebe aufgetragen. Durch Verwendung eines Acrylatbindemittels
mit einem Glasübergangspunkt von 0°C und weniger
wird eine weiche und elastische Beschichtung erzielt, die sich positiv
auf die Flexibilität sowie den Griff des Trägers
auswirkt und ein anschmiegsames Verkleben des Gewebeklebebandes
fördert.
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Auf
diese manchmal etwas blockende (unter Druck klebende) Farbbeschichtung
werden in einem zweiten Strich 5 bis 20 g/m2 eines
harten, widerstandsfähigen Decklack (Topcoat) aufgebracht.
Damit erhöht sich die Widerstandsfähigkeit der
Klebebandoberfläche sowohl gegen die eigene Klebemasse
(direkter Kontakt während der Herstellung, Transport und
bei der Lagerung als Klebebandrolle) sowie in der späteren
Anwendung gegen alle möglichen Einflüsse wie mechanische
Beanspruchungen, sichtbare, Infrarot- oder Ultraviolett-Strahlung,
Wasser, Chemikalien etc.
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Der
so genannte Topcoat wird bevorzugt aus Acrylatdispersionen ausgewählt,
in denen hart machende Comonomere wie beispielsweise Styrol, Methacrylat,
Acrylnitril einpolymerisiert wurden.
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Der
erfindungsgemäße Träger als Verbundsystem
aus einem PET-Gewebe und der bevorzugten Acrylatbeschichtung weist
nicht nur sehr gute Beständigkeiten gegen unterschiedlichste
Beanspruchungen auf, wie sie im Zusammenhang mit Außenanwendungen
auftreten, sondern auch ein gegenüber dem Rohgewebe verbessertes
Handling. Es stellen sich eine leichte Ein- und Durchreißbarkeit
in Querrichtung ohne Verwendung von Schneidwerkzeugen sowie eine
Flexibilität für konturenangepasste Verklebungen
ein.
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Mit
diesem Verbundträger wird ein Gewebeklebeband der Premiumklasse
erhalten, wie es beispielsweise tesa® 4651
darstellt.
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Durch
geschickte Wahl der Garne, der Gewebekonstruktion sowie der Prozessschritte
ist es möglich, PET-Gewebe in dem angestrebten Grammagebereich
von 50 bis 150 g/m
2, insbesondere 70 bis
130 g/m
2, bei Dicken von unter 100 bis 250 μm
mit befriedigenden Handein- und weiterreißbarkeiten herzustellen.
Mit dem in
DE
10 2005 044 942 A1 beschriebenen Verfahren zur Schädigung
des Garnes werden die Festigkeiten gezielt herabgesetzt, so dass
sich ein ausgewogenes Verhältnis von verbleibender Höchstzugkraft
in Kettrichtung und Quereinreißbarkeit einstellen lässt.
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Alternativ
dazu kann das Gewebe so konstruiert werden, dass die Kette, die
im späteren Gewebe beim Querdurchreißen durchgetrennt
werden muss, so gewählt wird, dass die einzelnen Kettfäden
dies ohne unmäßigen Kraftaufwand erlauben.
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Entweder
wird der Fadenquerschnitt reduziert, so dass das Durchreißen
ohne Probleme möglich ist, oder aber über die
Materialauswahl für die Kette wird akzeptables Durchtrennverhalten
eingestellt. Um genügend Gesamtfestigkeit in Kettrichtung
(MD = machine direction) bei dem späteren Gewebe zu erreichen,
ist die Anzahl der Fäden pro Längeneinheit so
zu wählen, dass die gewünschte Höchstzugkraft
MD von minimal 40 N/cm und maximal 100 N/cm erreicht wird. Idealerweise
anzustreben ist für das Premium-Gewebeklebeband eine Höchstzugkraft
MD von 60 bis 80 N/cm. Geeignet für die Kette ist beispielsweise
PET-Garn von 75 den oder feinerem Titer, aber auch spröde
Materialien, die bei impulsartigem Einbringen der Energie beim Reißvorgang
ein Brechen des Kettfadens ergeben: PET-Fasern mit geeigneten Comonomeren
oder Kristallisierung oder auch Kettgarn auf Basis von PA6,6. Um
bei derartigen Ketten ein Gewebe mit angestrebter Haptik und Optik
zu erhalten, müssen die Schussfäden entsprechend
dicker und schwerer gewählt werden. Dadurch steigt zum
einen das Flächengewicht in den Bereich von 70 g/m2 und mehr, zum anderen werden die angestrebten
Dicken für das Gewebe von 100 bis 250 μm erzielt;
auch wirkt das Gewebe trotz der dünnen Kettfäden hochwertig,
da die dickeren Schussfäden die Optik bestimmen. PET-Schussgarne
ab 150 den sind möglich, besonders vorteilhaft hinsichtlich
Optik und Haptik ist aber ein 300 den PET-Garn.
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Analoges
gilt für die Verwendung von anderen synthetischen Polymeren
anstelle von PET als Werkstoff für das Garn wie beispielsweise
andere Polyestertypen (PBT, PEN), Polyamid (PA), Polyacrylate, Polyimide,
Polypropylen.
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Eine
weitere Möglichkeit, ein erfindungsgemäßes
Grundgewebe mit einer akzeptablen Ein- und Durchreißbarkeit
in Querrichtung zu erzeugen, ist, insbesondere für die
Kette Garne aus einer Fasermischung zu verwenden, wobei zumindest
eine dieser Faserarten löslich und damit nachträglich
entfernbar ist. Somit würde ein Garn mit ausreichender
Festigkeit für den Spinn- und Webprozess vorliegen und
erst in einem nachgelagerten Prozessschritt eine Ausdünnung
und Schwächung erfolgen, die die gewünschte Eigenschaft
der Quereinreißbarkeit für das Gewebe zur Folge
hat. Als Fasermischungen sind vielfältige Kombinationen
denkbar, wobei sich die Verwendung von widerstandsfähigen
Polymeren als permanentes Kettgarn wie beispielsweise PET-Fasern
in Kombination mit wasserlöslichen beziehungsweise chemisch
oder enzymatisch abbaubaren Materialien wie Polyvinylalkohol, Polylactate
und ähnliches anbietet. Je nach gewählter Faserkombination
sind die Mischungsanteile so zu wählen, dass die Endfestigkeit
des (Kett-)Garns in dem Zielbereich zu liegen kommt.
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Auch
wenn mit derartigen, unbeschichteten Geweben Selbstklebebänder
hergestellt werden können, so erfordert ein Premium-Universalgewebeband
eine hochwertige einseitige Kunststoffbeschichtung, damit eine glatte,
homogene Oberfläche erzielt und das Gewebe geschlossen,
wird so dass aggressive Chemikalien von der Klebemasse und dem Verklebungsuntergrund
ferngehalten werden. Des Weiteren erfolgt eine kostengünstige
und flexible Farbgebung über diese Beschichtung, da ein
Färben des Gewebes selbst aufwändiger ist. Überraschenderweise
ergab sich neben diesen bekannten Aspekten, dass die erfindungsgemäße
Farbbeschichtung die Handeinreißbarkeit des Rohgewebes
bei geeigneten Rezepturen deutlich verbessert, so dass diesbezügliche
Ansprüche an das Gewebe selbst reduziert werden können.
Bei der einseitigen Beschichtung mit einer geeigneten Farbpaste
auf der Oberseite dringt diese Beschichtung zumindest mit halber
Gewebedicke in das Gewebe ein bedingt durch die dreidimensional
strukturierte Oberfläche. Nach dem Trocken beziehungsweise
Aushärten der Kunststoffschicht sind die Kett- und Schussfäden
geometrisch fixiert, ähnlich wie es
EP 1 074 595 A1 zwingend
für die Kettfäden durch die Kleberbeschichtung
fordert.
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Für
die Kunststoffbeschichtungen sind vom Grundsatz her eine Vielzahl
von Systemen möglich wie Organosole, strahlenvernetzbare
Präpolymersysteme, nicht-klebende Hotmelts, Polymerlösungen
etc. Bevorzugt und etabliert sind dagegen wässrige Dispersionen
aus Gründen der Kosten, Verfügbarkeit und vorhandenen
Standardauftragstechnologien im Textilbereich.
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Als
Werkstoffe können beispielsweise Polyurethane, (Ethylen-)Vinylacetat-,
PVC-, Styrol-Butadien- oder Acrylatsysteme gewählt werden.
Aus Gründen der Ökologie, der Kosten, Verfügbarkeit
und hinsichtlich der Anforderung „Außenanwendung/Witterungsbeständigkeit'
sind Acrylate zu bevorzugen. Diese werden je nach vorhandener Beschichtungstechnologie
verdickt und mit entsprechenden Farbpasten/pigmenten dispergiert,
um die farbgebende einseitige Beschichtung zu erzeugen.
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Als
besonders vorteilhaft hat sich eine Zweistrich-Beschichtung erwiesen:
Um einen guten „Griff” des finalen Gewebebandes
zu erreichen, das heißt, angenehmes Anfassen, anschmiegsames
und flexibles Verhalten, so dass das Klebeband auch auf gewölbten, unebenen
Flächen gut verklebt werden kann, sollte der farbgebende
Grundstrich weich und flexibel sein; die Glasübergangstemperatur
für das Bindemittel in der Farbpaste sollte unterhalb der
Raumtemperatur liegen, insbesondere bei im Bereich von 0°C
oder tiefer.
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Für
eine gute Widerstandsfähigkeit des Klebebandes ist dagegen
ein harter, chemisch resistenter Abschlusslack günstig.
Ein derartiger Topcoat schützt nicht nur die Lagen darunter,
sondern wirkt bei richtiger Auswahl auch als Barriereschicht gegen
die Klebemasse, die bei der späteren Klebebandrolle in
direktem Kontakt mit dem Topcoat liegt. Wechselwirkungen wie Migration
von Bestandteilen des Klebers in die Kunststoffbeschichtung oder
umgekehrt sind unerwünscht, da sie zu Veränderungen
der jeweiligen Eigenschaften führen und im Extremfall die
definierte Grenzfläche zwischen Klebemasse und Kunststoffoberfläche
aufgelöst wird. Die Folge hiervon wäre ein starkes
Aufziehen der Klebemasse und damit hohe Abrollkräfte. Topcoats,
insbesondere auf Acrylatbasis, mit einer Glasübergangstemperatur
oberhalb Raumtemperatur, insbesondere von 30 bis 50°C und
darüber, sind geeignet, ebenso chemisch oder thermisch
vernetzende Systeme, wenn die finalen Filmeigenschaften in demselben
Bereich liegen. Zu hart darf der Topcoat aber auch nicht ausfallen,
damit bei Verklebungen um enge Radien durch Biegen oder Knicken
im Topcoat keine Risse auftreten und damit die geschlossene Lackschicht
geschädigt wird.
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Die
farbgebende Kunststoffbeschichtung ist mit 15 bis 75 g/m2, insbesondere 20 bis 50 g/m2,
gesamthaft aufzubringen, um eine gute Farbgebung, geschlossene Schicht
und eine gleichmäßige Oberflächenstruktur
zu erreichen. Bei dem Zweistrichkonzept stellt der Grundstrich mit
50 bis 95% den Hauptanteil dar. Aus Gründen geringer Komplexität
hat es sich als günstig erwiesen, den Grundstrich pigmentiert
mit 70 bis 95% der Gesamtmenge als farbgebende Schicht aufzubringen
und den Topcoat mit 5 bis 30% als unpigmentierte, transparente Decklackierung.
Hinsichtlich Rezeptierung und Prozessparametern ist darauf zu achten,
dass einerseits die Haftung des Grundstrichs zu dem Rohgewebe hoch
ist, andererseits aber auch die Verbundhaftung zwischen Grundstrich
und Topcoat, damit es bei dem späteren Klebeband nicht
zu Ausrissen oder Ablösen der farbgebenden Kunststoffschicht
kommt, beispielsweise beim Abrollen von der Rolle.
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Bei
Bedarf, wenn beispielsweise eine leichte Abrollbarkeit von der Klebebandrolle
erwünscht ist, können dem Decklack ein oder mehrere
Releaseadditive zugemischt oder aber auf der der Klebemasse abgewandten,
offenen Seite eine separate Releaselackierung/-bedruckung aufgebracht
werden.
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Das
erfindungsgemäße Universal-Gewebeband mit Eignung
für längerfristige Außenanwendungen ist gekennzeichnet
durch folgenden Aufbau und Herstellung, wobei die Beschreibung als
beispielhaft anzusehen ist und von einem Fachmann in modifizierter
Form genutzt werden kann, ohne damit den Schutzrechtsbereich dieser
Anmeldung zu verlassen. Auf den oben als vorteilhaft beschriebenen
Trägern werden einseitig als Klebmasseschicht 50 bis 300
g/m2, insbesondere 70 bis 150 g/m2, einer UV- und feuchtigkeitsbeständigen
Selbstklebemasse aufgebracht, um eine sichere Verklebung bei Innen-
und Außenanwendungen auf glatten, strukturierten sowie
rauen Untergründen zu gewährleisten.
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Erfindungsgemäß werden
als Klebemasse Klebemassen aus einem Ethylenpolymer eingesetzt.
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Ethylenpolymere
galten dem Fachmann für hochwertige Haftklebemassen als
nicht geeignet. Dennoch können überraschenderweise
aus Ethylenpolymeren mit einer Dichte zwischen 0,86 und 0,89 g/cm3, vorzugsweise zwischen 0,86 und 0,88 g/cm3, besonders bevorzugt zwischen 0,86 und
0,87 g/cm3, und einem Kristallitschmelzpunkt
von mindestens 105°C, vorzugsweise mindestens 115°C,
Haftklebemassen mit hoher Klebkraft, Tack in der Kälte,
UV- und Alterungsbeständigkeit und Scherfestigkeit hergestellt
werden, welche für die Verklebung auf rauen und verschmutzten
Untergründen wie sägeraues Holz, Beton, Ziegel
oder Putz geeignet sind.
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Das
erfindungsgemäße Ethylenpolymer weist vorzugsweise
einen Schmelzindex von weniger als 6 g/10 min, besonders bevorzugt
weniger als 1,5 g/10 min auf. Der Biegemodul des Ethylenpolymers
beträgt vorzugsweise weniger als 26 MPa, besonders bevorzugt
weniger als 17 MPa.
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Das
Ethylenpolymer enthält vorzugsweise ein C3-
bis C10-Olefin insbesondere 1-Octen als
Comonomer. Das Ethylenpolymer weist bevorzugt eine Struktur aus
kristallinen Poyethylenblöcken und im Wesentlichen amorphen
Blöcken aus Ethylen und einem C3-
bis C10-Olefin auf.
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Die
Dichte des Ethylenpolymers wird nach ISO 1183 ermittelt
und in g/cm3 ausgedrückt. Der Schmelzindex
wird nach ISO 1133 bei 190°C und 2,16
kg geprüft und in g/10 min ausgedrückt. Der Kristallitschmelzpunkt
(Tcr) wird mit DSC bei einer Aufheizrate
von 10°C/min nach ISO 3146 ermittelt.
Der Biegemodul (flexural modulus) ist nach ASTM D 790 (Sekantenmodul
bei 2% Dehnung) zu bestimmen.
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Das
erfindungsgemäße Ethylenpolymer kann mit den bei
Kautschukmassen bekannten Elastomeren wie Naturkautschuk oder Synthesekautschuken
kombiniert werden. Vorzugsweise werden ungesättigte Elastomere
wie Naturkautschuk, SBR, NBR oder ungesättigten Styrolblockcopolymere
nur in geringen Mengen oder besonders bevorzugt gar nicht verwendet.
In der Hauptkette gesättigte Synthesekautschuke wie Polyisobutylen,
Butylkautschuk, EPM, HNBR, EPDM oder hydrierte Styrolblockcopolymere
werden für den Fall einer gewünschten Modifikation
bevorzugt.
-
Es
stellte sich überraschenderweise heraus, dass Klebrigkeit
(Tack) und Klebkraft bei der neuen polyethylenbasierten Klebemasse
im Gegensatz zu konventionellen Kautschukmassen von der Polydispersität
des Harzes extrem abhängig sind. Die Polydispersität
ist das Verhältnis von Gewichtsmittel zu Zahlenmittel der Molmassenverteilung
und kann durch Gelpermeationschromatographie ermittelt werden. Als
Klebharz werden daher solche mit einer Polydispersität
von weniger als 2,1, vorzugsweise weniger als 1,8, besonders bevorzugt weniger
als 1,6 eingesetzt. Der höchste Tack ist mit Harzen mit
einer Polydispersität von 1,0 bis 1,4 zu erreichen.
-
Als
Klebharz hat sich herausgestellt, dass Harze auf Basis von Kolophonium
(zum Beispiel Balsamharz) oder Kolophoniumderivaten (zum Beispiel
disproportioniertes, dimerisiertes oder verestertes Kolophonium),
vorzugsweise partiell oder vollständig hydriert, gut geeignet
sind. Sie weisen von allen Klebharzen den höchsten Tack
(Klebrigkeit, Anfassvermögen) auf. Vermutlich liegt das
an der geringen Polydispersität von 1,0 bis 1,2. Terpenphenolharze
zeichnen sich wie die hydrierten Harzen durch eine besonders hohe
Alterungsbeständigkeit aus.
-
Bevorzugt
werden ebenfalls Kohlenwasserstoffharze, die vermutlich aufgrund
Ihrer Polarität gut verträglich sind. Dies sind
zum Beispiel aromatische Harze wie Cumaron-Inden-Harze oder Harze
auf Basis Styrol oder α-Methylstyrol oder cycloaliphatische
Kohlenwasserstoffharze aus der Polymerisation von C5-Monomeren
wie Piperylen aus oder C5- oder C9-Fraktionen von Crackern oder Terpenen wie β-einen
oder δ-Limonen oder Kombinationen hiervon, vorzugsweise
partiell oder vollständig hydriert, und Kohlenwasserstoffharze
gewonnen durch Hydrierung von aromatenhaltigen Kohlenwasserstoffharzen
oder Cyclopentadien-Polymeren.
-
Die
Menge an Klebharz beträgt vorzugsweise 130 bis 350 phr,
besonders bevorzugt 200 bis 240 phr (phr bedeutet Gewichtsteile
bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, das heißt hier
Ethylenpolymer).
-
Die
Klebemasse enthält vorzugsweise einen flüssigen
Weichmacher wie beispielsweise aliphatische (paraffinische oder
verzweigte), cycloaliphatische (naphthenische) und aromatische Mineralöle,
Ester der Phthal-, Trimellit-, Zitronen- oder Adipinsäure,
Wollwachs, flüssige Kautschuke (zum Beispiel niedermolekulare Nitril-,
Butadien- oder Polyisoprenkautschuke), flüssige Polymerisate
aus Isobutenhomopolymer und/oder Isobuten-Buten-Copolymer, Flüssig-
und Weichharze mit einem Schmelzpunkt unter 40°C auf Basis
der Rohstoffe von Klebharzen, insbesondere der oben aufgeführten
Klassen an Klebharz. Besonders bevorzugt werden flüssige
Polymerisate aus Isobuten und/oder Buten und Ester der Phthal-,
Trimellit-, Zitronen- oder Adipinsäure insbesondere deren
Ester von verzweigten Octanolen und Nonanolen.
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Anstelle
eines flüssigen Weichmachers kann auch ein sehr weiches
und kaum kristallines Ethylenpolymer verwendet werden. Dieses ist
vorzugsweise ein Copolymer aus Ethylen und Buten-(1), Hexen-(1)
oder Octen-(1), zum Beispiel unter den Handelsnamen Exact®, Engage®,
Versify® oder Tafmer® bekannt,
oder ein Terpolymer aus Ethylen, Propylen und Buten-(1), Hexen-(1)
oder Octen-(1), wobei der Biegemodul vorzugsweise unter 10 MPa und
der Kristallitschmelzpunkt vorzugsweise unter 50°C liegt.
Weitere bevorzugte Ethylenpolymere sind ölfreie EPM oder
EPDM, also Co- oder Terpolymere aus Ethylen und Propylen und optional einem
Dien wie Ethylidennorbornen, vorzugsweise mit einem Ethylengehalt
von 40 bis 70 Gew.-%, einer Mooney-Viskosität (Bedingungen
1+4, 125°C) unter 50 und/oder einer Dichte unter 0,88 g/cm3, besonders bevorzugt unter 0,87 g/cm3. Da solche Ethylenpolymere zwar sehr weich – verglichen
mit einem flüssigen Weichmacher – sind, sollte
die Menge im Verhältnis zum erfindungsgemäßen
Ethylenpolymer sehr hoch sein, also deutlich über 100 phr.
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Dem
Schmelzpunkt des Klebharzes (Bestimmung nach DIN ISO 4625)
kommt ebenfalls eine Bedeutung zu. Üblicherweise steigt
die Klebkraft einer Kautschukmasse (auf Basis Natur- oder Synthesekautschuk) mit
dem Schmelzpunkt des Klebharzes an. Bei dem erfindungsgemäßen
Ethylenpolymer scheint sich das umgekehrt zu verhalten. Klebharze
mit hohem Schmelzpunkt von 115°C bis 140°C sind
deutlich ungünstiger als solche mit Schmelzpunkt unter
105°C, welche bevorzugt werden. Harze mit einem Schmelzpunkt
von unter 85°C sind wenig im Handel erhältlich,
da die Flakes oder Pastillen bei Transport und Lagerung zusammenbacken.
Daher wird erfindungsgemäß vorzugsweise ein gängiges
Klebharz (zum Beispiel mit einem Schmelzpunkt aus dem Bereich 85°C
bis 105°C) mit einem Weichmacher kombiniert, um faktisch
den Harzschmelzpunkt zu senken. Der Mischschmelzpunkt wird an einer
homogenisierten Mischung aus Klebharz und Weichmacher ermittelt,
wobei die beiden Komponenten im gleichen Verhältnis vorliegen
wie in der Klebmasse. Er liegt vorzugsweise im Bereich von 45°C
bis 95°C.
-
Konventionelle
Klebmassen auf Basis Naturkautschuk oder ungesättigten
Styrolblockcopolymeren als Elastomerkomponente enthalten üblicherweise
ein phenolisches Antioxidans zur Vermeidung des oxidativen Abbaus
dieser Elastomerkomponente mit Doppelbindungen in der Polymerkette.
Die erfindungsgemäße Klebemasse enthält
jedoch ein Ethylenpolymer ohne oxidationsempfindliche Doppelbindungen
und könnte daher ohne Antioxidans auskommen. Für
eine hohe Langzeitstabilität wird vorzugsweise ein primäres
Antioxidans und besonders bevorzugt auch ein sekundäres
Antioxidans verwendet. Die erfindungsgemäßen Klebemassen enthalten
in den bevorzugten Ausführungsformen mindestens 2 phr,
besonders bevorzugt 6 phr primäres Antioxidans oder vorzugsweise
mindestens 2 phr insbesondere mindestens 6 phr einer Kombination
aus primären und sekundären Antioxidans, wobei
die primäre und sekundäre Antioxidansfunktion
nicht in verschiedenen Molekülen vorliegen muss, sondern
auch in einem Molekül vereinigt sein kann. Die Menge an
sekundärem Antioxidans beträgt bevorzugt bis 5
phr, besonders bevorzugt 0,5 bis 1 phr. Überraschend wurde
gefunden, dass eine Kombination von primären Antioxidantien
(zum Beispiel sterisch gehinderten Phenolen oder C-Radikalfängern
wie CAS 181314-48-7) und sekundären Antioxidantien (zum
Beispiel Schwefelverbindungen, Phosphiten oder sterisch gehinderten
Aminen) eine verbesserte Verträglichkeit ergibt. Vor allem
wird die Kombination von einem primären Antioxidans, vorzugsweise
sterisch gehinderten Phenolen mit einer relativen Molmasse von mehr
als 500 Dalton, mit einem sekundären Antioxidans aus der
Klasse der Schwefelverbindungen oder aus der Klasse der Phosphite
bevorzugt mit einer relativen Molmasse von mehr als 500 Dalton bevorzugt, wobei
die phenolische, die schwefelhaltigen und die phosphitische Funktionen
nicht in drei verschiedenen Molekülen vorliegen müssen,
sondern auch mehr als eine Funktion in einem Molekül vereinigt
sein können.
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Bei
längeren Anwendungen im Außenbereich und/oder
unter UV-Strahlung wird in der Klebemasse ein Lichtschutzmittel,
bevorzugt ein HALS wie Tinuvin 111, ein UV-Absorber wie Tinuvin
P oder deckendes Pigment, eingesetzt.
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Zur
Optimierung der Eigenschaften kann die zum Einsatz kommende Selbstklebemasse
mit weiteren Additiven wie Füllstoffen, Flammschutzmitteln,
Pigmenten, Antiozonantien, Photoinitiatoren, Flammschutz- oder Vernetzungsmitteln
oder Vernetzungspromotoren abgemischt sein. Geeignete Füllstoffe
und Pigmente sind beispielsweise Ruß, Titandioxid, Calciumcarbonat,
Zinkcarbonat, Zinkoxid, Silicate oder Kieselsäure.
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Die
Herstellung und Verarbeitung der Haftklebemassen kann aus Lösung
sowie aus der Schmelze erfolgen. Bevorzugte Herstell- und Verarbeitungsverfahren
erfolgen aus der Schmelze. Für den letzteren Fall umfassen
geeignete Herstellprozesse sowohl Batchverfahren als auch kontinuierliche
Verfahren. Besonders bevorzugt ist die kontinuierliche Fertigung
der Haftklebemasse mit Hilfe eines Extruders und anschließender Beschichtung
direkt auf das zu beschichtende Substrat bei entsprechend hoher
Temperatur der Klebmasse. Als Beschichtungsverfahren werden Extrusionsbeschichtung
mit Breitschlitzdüsen und Kalanderbeschichtung bevorzugt.
-
Der
Masseauftrag (Beschichtungsstärke) liegt vorzugsweise zwischen
50 und 300 g/m2, besonders bevorzugt zwischen
70 und 150 g/m2.
-
Aus
Handhabungsgründen und wegen der hohen Klebkräfte
ist es bei den erfindungsgemäßen Universal-Gewebebändern
die Regel, die klebmassenabgewandte Oberseite des Trägers
mit einem anti-adhäsiven Releasesystem zu versehen. Wie
dem Fachmann bekannt ist, bieten Silikonsysteme die Option für
eine leichte bis sehr leichte Abrollkraft, während Fettsäurederivate
wie beispielsweise Polyvinylstearylcarbamat eher mittlere Abrollkräfte
von einigen N/cm bewirken. Da sich bei Gewebebändern mittlere
Abrollkräfte von 2 bis 8 N/cm etabliert haben, ist bevorzugt
eine Oberflächenlackierung oder -bedruckung mit einem Releasemittel
wie Polyvinylstearylcarbamat oder einem Umsetzungsprodukt aus Stearylisocyanat
und Polyethylenimin zu wählen.
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Mit
diesem erfindungsgemäßen Produktaufbau werden
Gewebeklebebänder erhalten, die auf den unterschiedlichen
Haftuntergründen gut und sicher kleben. Auf Stahl als Standardhaftuntergrund
für polare Substrate wird eine Klebkraft im Frischzustand
(maximal eine Woche nach Herstellung) von minimal 5 N/cm und auf
Polyethylen als unpolares Substrat eine Klebkraft im Frischzustand
von mindestens 4 N/cm erreicht, die wie gefordert zumindest zu 50% über
sechs Monate erhalten bleiben.
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Aufgrund
der hohen Klebkräfte und dem starken Aufziehen sowohl auf
polaren als auch unpolaren Oberflächen haftet das erfindungsgemäße
Klebeband bereits nach kurze Zeit so stark, dass es danach und verständlicherweise
insbesondere nach bis zu sechsmonatiger Verwendung nicht mehr rückstandsfrei
zu entfernen ist. Die Haftung und sonstige Funktionalität
als Selbstklebeband wird jedoch nicht oder nur gering beeinflusst.
Aus diesem Grunde bieten sich derartige Klebebänder insbesondere
für längerfristige Permanentverklebungen im Außenbereich
an.
-
Erfindungsgemäße
Universal-Gewebebänder lassen sich leicht und mit einer
geraden Risskante ohne Ausfransen per Hand in Querrichtung ablängen.
In Maschinenrichtung weist das Gewebeband dagegen ausreichende Festigkeiten
auf und kann somit für viele Bandagierungs- und Fixieranwendungen
eingesetzt werden, bei denen es auf Zugfestigkeit ankommt. Meist
wird eine leicht erhöhe Initialkraft zum Einreißen
der Kante benötigt, wobei das weitere Durchreißen
dann leicht und gleichmäßig erfolgen kann. Diese
leicht erhöhte Einreißkraft schützt vorteilhaft
das Gewebeband vor unbeabsichtigtem Durchreißen beim Handling
sowie in der endgültigen Anwendung.
-
In
Außenanwendungen erweist sich das erfindungsgemäße
Universal-Gewebeklebeband als äußerst stabil und
für Daueranwendungen von mindestens sechs Monaten geeignet.
Während insbesondere die bisher bekannten Duct Tapes durchweg
nach wenigen Wochen bei direkter Einwirkung von Sonnenlicht und
Regen in ihre Bestandteile zerfallen, bleibt bei dem erfindungsgemäßen
Gewebeband die Funktionalität und Produktintegrität
erhalten:
- • ausreichende Festigkeit
für mechanische Beanspruchungen,
- • Erhalt der Integrität des mehrlagigen Aufbaus
des Klebebandes,
- • gute dauerhafte Haftung auf dem Substrat.
-
Dieses
ist bei den bekannten Naturkautschuk- und Synthesekauschuk-Gewebebändern
nicht gegeben, da über den Angriff an den Doppelbindungen
das Gerüstelastomer zerstört wird und teilweise
auch die Trägerkomponente merklich irreversibel geschädigt
wird.
-
Neben
der Eignung für Außenanwendungen, bei denen bisher
bekannte Gewebebänder deutliche Schwächen aufweisen,
sind die erfindungsgemäßen Klebebänder
als Universalklebebänder selbstverständlich auch
für Innenanwendungen geeignet, was für den Fachmann
nicht gesondert erwähnt werden muss.
-
Nahezu
unabhängig von der Art der verwendeten Klebemasse benötigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Gewebeband eine
gewisse Schichtdicke für die Klebemasse, um auch auf rauen
oder strukturierten Haftuntergründen wie Holz, Stein, Beton
etc. sicher zu kleben. Bei einem Masseauftrag von 50 bis 300 g/m2, insbesondere 70 bis 150 g/m2,
wird das angestrebte Klebverhalten erzielt; die absolute Menge der
klebtechnisch wirksamen Schichtdicke hängt unter anderem
auch von der Struktur des Gewebes ab. Je nach Rauhigkeit der zu
beschichtenden Seite werden Mengen bis zu 50 g/m2 benötigt,
allein um die Vertiefungen im Gewebe auszufüllen, ohne
dass dieser Teil der Klebemasse über die „Gipfel
des Gewebegebirges” hinausragt und für Verklebungen
zur Verfügung steht. Als grobe Orientierung für
den Massebedarf bei dem angestrebten Klebverhalten ist eine „wirksame” Schichtdicke
von 50 bis 150 μm zu nennen.
-
Auf
der Streichseite (Beschichtungsseite) können die Oberflächen
der Träger haftfreundlich ausgerüstet werden,
beispielsweise über einen Verankerungsstrich oder physikalisch
vorbehandelt wie beispielsweise mittels Coronabestrahlung. Im Normalfall
bietet aber die raue Struktur des Gewebes sowie die Affinität
der Oberfläche der Klebemasse ausreichende Verankerung,
so dass auf separate Prozessschritte verzichtet werden kann.
-
In
Abhängigkeit von der Rezeptur und Viskosität der
Klebemasse ist die Beschichtungstechnologie zu wählen.
Hier kann auf bekannte Systeme wie Rakel, Walzen, Düsen
etc. zurückgegriffen werden. Die geeignete Auswahl kann
durch einen Fachmann ohne Probleme vorgenommen werden. Während
in vielen Fällen die Kombination Klebemasse/Beschichtungstechnologie
zu einem ausreichenden Eindringen der Klebemasse in die Vertiefungen
des Gewebes und damit für eine gute Verankerung der Kleberschicht
auf dem Träger führt, muss in Fällen,
in denen eine Klebmasseschicht als Film beispielsweise aus der Düse
ausgezogen und nur aufgelegt wird, durch zusätzlichen Einsatz
von Druck und Temperatur für eine intensivere und dauerhafte
Kontaktbildung zwischen den beiden Schichten gesorgt werden. Dies
kann durch einen nachgelagerten Druck- und Anpressvorgang wie beispielsweise
eine Kalanderstation erreicht werden. Alternativ lässt
sich dies aber auch durch eine Trägervorbehandlung wie
beispielsweise durch einen zusätzlichen Primerstrich erreichen,
die die Haftung und Verankerung der Klebemasse auf dem Träger
physikalisch/chemisch verstärkt.
-
Das
Klebeband wird dadurch gebildet, dass auf den Träger partiell
oder vollflächig vorzugsweise ein- oder gegebenenfalls
beidseitig die Klebemasse aufgetragen wird. Die Beschichtung kann
auch in Form eines oder mehrerer Streifen in Längsrichtung
(Maschinenrichtung) erfolgen, gegebenenfalls in Querrichtung, sie
ist insbesondere aber vollflächig. Weiterhin können
die Klebemassen rasterpunktförmig mittels Siebdruck, wobei die
Klebstoffpünktchen auch unterschiedlich groß und/oder
unterschiedlich verteilt sein können, durch Tiefdruck in
Längs- und Querrichtung zusammenhängenden Stegen,
durch Rasterdruck oder durch Tiefdruck aufgebracht werden. Die Klebemasse
kann in Kalottenform (hergestellt durch Siebdruck) vorliegen oder
auch in einem anderen Muster wie Gitter, Streifen, Zickzacklinien.
Ferner kann sie beispielsweise auch aufgesprüht sein, was
ein mehr oder weniger unregelmäßiges Auftragsbild
ergibt.
-
Trocknung,
Vernetzung, Aushärtung der Klebeschicht schließen
sich nach Bedarf an und sind als Stand der Technik hinlänglich
bekannt.
-
Prüfmethoden
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Klebkraft
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Die
Bestimmung der Klebkraft wurde in Anlehnung an AFERA 5001 wie
folgt durchgeführt. Als definierter Haftgrund wurden eine
Stahlfläche, eine Polyethylenfläche (PE) und ein
Sandpapier der Körnung 150 eingesetzt. Das zu untersuchende
verklebbare Flächenelement wurde auf eine Breite von 20
mm und eine Länge von etwa 25 cm zugeschnitten, mit einem
Handhabungsabschnitt versehen und unmittelbar danach fünfmal
mit einer Stahlrolle von 4 kg bei einem Vorschub von 10 m/min auf
den jeweils gewählten Haftgrund aufgedrückt. Unmittelbar
im Anschluss daran wurde das verklebt Flächenelement in
einem Winkel von 180° vom Haftgrund mit einem Zugprüfungsgerät
(Firma Zwick) abgezogen und die hierfür bei Raumtemperatur
benötigte Kraft gemessen. Der Messwert (in N/cm) ergab
sich als Mittelwert aus drei Einzelmessungen.
-
UV-Test
-
Zur
Messung der UV-Stabilität wurden die Muster in 20 mm Breite
und 25 cm Länge auf eine Glasplatte mit einer Stärke
von 4 mm verklebt und fünfmal mit einer 2 kg Rolle angerollt.
-
Die
Muster wurden mit der Glasseite nach oben in einer UV-Kammer mit
Xenonlampe bei einer Bestrahlungsstärke von 300 W/m2 gelagert. Jeden Tag wurde ein jeweils neuer
Streifen pro Beispiel aus der UV-Kammer genommen und nach Konditionierung
auf Raumtemperatur für 1 h von der Glasplatte abgezogen.
-
Dabei
wurde die Haftung beurteilt sowie registriert, ob es merkliche Veränderungen,
Reißer oder Klebmasserückstände auf der
Glasplatte gab.
-
Bewitterungstest:
-
Als
Schnelltest anstelle der langwierigen Freibewitterung wurde der
so genannte „Suntest” in Anlehnung an die ISO
4892-2 (2006) nach Methode A durchgeführt. Dazu
wurden Muster auf Hart-PVC, Glas und PE verklebt und einer Kombination
von UV-Bestrahlung mittels einer 765 Watt Xenonlampe und temporärer Bewässerung
unterworfen. In den zweistündigen Zyklen folgt nach 18
min einer Kombination aus Bewässerung und Bestrahlung ein
Zeitraum von 102 min Bestrahlung ohne Bewässerung.
-
Nach
der Bewitterungszeit wurden die Streifen nach Rekonditionierung
auf Raumtemperatur visuell beurteilt, anschließend unter
90° und 180° abgezogen. Nach Herstellerangaben
(zum Beispiel Firma Atlas) entspricht eine Woche Suntester ca. 3
Monaten Freibewitterung in Mitteleuropa.
-
Soweit
die abgezogenen Teststreifen es zulassen, wird hiervon die Klebkraft
nach Lagerung ermittelt.
-
Sporadisch
durchgeführte Dauerteste unter realen Außenbedingungen
(Freibewitterung) erfolgten in Hamburg auf denselben Haftgründen
auf einem Gebäudedach mit Südausrichtung unter
einem Neigungswinkel von 45°. Die Ergebnisse waren vergleichbar
zu den oben genannten Schnelltesten.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung durch einige Beispiele näher
erläutert, ohne die Erfindung damit einschränken
zu wollen. Rohstoffe
der Beispiele:
| IN
FUSS 9107: | Copolymer
aus Ethylen und Octen-(1), Schmelzindex 1 g/10 min, Dichte 0,866
g/cm3, Biegemodul 15,5 MPa, Kristallitschmelzpunkt
121°C |
| IN
FUSS 9507: | Copolymer
aus Ethylen und Octen-(1), Schmelzindex 5 g/10 min, Dichte 0,866
g/cm3, Biegemodul 13,9 MPa, Kristallitschmelzpunkt
119°C |
| Ondina
933: | Weißöl
(paraffinisch-naphthenisches Mineralöl) |
| Oppanol
610: | flüssiges
Polyisobutylen |
| Regalite
R1100: | hydriertes
aromatisches Kohlenwasserstoffharz, Schmelzpunkt 100°C, Polydispersität
1,9 |
| Foral
85: | voll
hydrierter Glycerinester des Kolophoniums mit einem Schmelzpunkt von
85°C und einer Polydispersität von 1,2 |
| Irganox
1076: | phenolisches
Antioxidans |
| Tinuvin
111: | HALS-Lichtschutzmittel |
-
Beispiel 1
-
Ein
schwarzes PET-Gewebe mit Leinwandbindung, einer Fadenzahl von 31
cm
–1 in der Kette, 22 cm
–1 im Schuss, mit 75den Garn in
der Kette sowie 300den Garn im Schuss, weist nach der kontinuierlichen
Alkalisierung gemäß
DE 10 2005 044 942 A1 bei
einem Flächengewicht von 100 g/m
2 eine
Höchstzugkraft in Kettrichtung von 70 N/cm auf. Einseitig
wird eine schwarz pigmentierte Acrylatdispersion mit einem Auftrag
von 35 g/m
2 beschichtet. Die aufgrund ihres
niedrigen T
G-Werts weiche und zum Blocken
neigende Beschichtung wird sofort anschließend mit einem
transparenten Topcoat auf Basis einer harten Acrylatdispersion mit
einem Auftrag von 10 g/m
2 abdeckend beschichtet
und so getrocknet, dass der selbstvernetzende Topcoat ausgehärtet
ist.
-
Die
Weiterreißbarkeit und insbesondere die Einreißbarkeit
in Schussrichtung von der Kante her werden durch diese Beschichtung
deutlich verbessert. Das Trägermaterial ist „handeinreißbar”.
-
Die
Klebemasse wird in einem Extruder kontinuierlich hergestellt und
mit 80 g/m
2 auf den Träger mittels
Düsenbeschichtung aus der Schmelze aufgetragen. Anstelle
der Releaselackierung wird die Klebemasse für die Herstellung
und Untersuchung von Labormustern mit silikonisiertem Trennpapier
eingedeckt. Klebemasse
mit folgender Rezeptur:
| 100
phr | IN
FUSS 9107, |
| 78.4
phr | Ondina
933, |
| 212
phr | Foral
85 |
| 2 phr | Irganox
1076 |
| 5 phr | Tinuvin
111. |
-
Die
Klebkraft auf Stahl beträgt 9,8 N/cm. Von PE lässt
sich nach ein- bis zweistündigem Aufziehen das Gewebeband
nur noch unter Umspulen von Teilmengen der Klebemasse abziehen.
-
In
dem UV-Test nach 7d sowie im SunTest nach 2 Wochen sind geringfügige
visuelle Veränderungen zu erkennen, aber das verklebte
Klebeband weist kaum Hinweise auf Zersetzungen und Ablösungen
auf und klebt weiterhin sicher und fest.
-
Beispiel 2
-
Als
Träger wird ein PE-extrudiertes Gewebe gewählt.
Der Träger wird fertig ausgerüstet mit Polyvinylstearylcarbamat-Lackierung
aus Japan bezogen. Es handelt sich um einen 0,18 mm dicken Verbundträger
aus einem 55 mesh VIS/PET-Mischgewebe (30 × 25 inch-2)
mit einer damit fest verbundenen 65 g/m2 schwarz
eingefärbten LDPE-Beschichtung.
-
Die
Klebemassenherstellung und -beschichtung erfolgt analog Beispiel
1 mit folgender Rezeptur:
| 100
phr | IN
FUSS 9507, |
| 140
phr | Oppanol
B10, |
| 250
phr | Regalite
R1100 |
| 2 phr | Irganox
1076 |
| 5 phr | Tinuvin
111. |
-
Die
Klebkraft auf Stahl beträgt 9,0 N/cm bei einem Masseauftrag
von 70 g/m2. Aufziehverhalten, UV- und Bewitterungsteste
werden wie Beispiel 1 beschrieben geprüft und durchgeführt,
wobei tendenziell eine leichte Schädigung des Trägers
zu erkennen ist. Hier ist eine etwas stärkere UV-Stabilisierung
der PE-Folie sinnvoll und für den Fachmann ohne Probleme
umzusetzen. Der Klebemasse selbst weist keine Hinweise auf Schädigungen
auf.
-
Gegenbeispiel 3
-
Gegenbeispiel
3 entspricht einem kommerziellen Gewebeband aus Zellwolle mit einer
Standard-Naturkautschukklebemasse.
-
Ein
150 mesh Zellwollgewebe (ca. 110 g/m2 Rohgewebe;
symmetrische Leinwandbindung mit Nm50-Garnen in Kette und Schuss)
mit oberseitiger, pigmentierter Acrylatbeschichtung (60 g/m2) und rückseitiger Naturkautschukbeschichtung
(110 g/m2; keine spezielle UV-Stabilisierung)
lässt sich leicht einreißen, klebt gut auf unterschiedlichen
Untergründen, weist aber in den UV- und Bewitterungstesten
schwerwiegende Mängel bereits nach kurzer Expositionsdauer
auf. Insbesondere im Suntester sind deutliche Ablösungserscheinungen
vom Haftuntergrund und Zersetzungen der Klebemasse zu erkennen.
Da aufgrund seiner Zusammensetzung das Klebeband auch von Mikroorganismen
leicht angegriffen und zerstört wird, ist es für
Außenanwendung denkbar ungeeignet.
-
Gegenbeispiel 4
-
Gegenbeispiel
4 entspricht einem kommerziellen Duct Tape mit einer Standard-Naturkautschukklebemasse.
-
Ein
30 mesh PETNIS-Gewirke (20 × 10 inch–2)
und eine silberne 50 μm PE-Folie stellen die Trägerkomponenten
dar, die mit insgesamt 160 g/m2 einer sehr
weich und tackig eingestellten Naturkautschuk-Klebemasse ausgerüstet
werden, wobei ca. 5 bis 10 g/m2 als Laminierkleber
fungieren.
-
Das
Duct Tape klebt gut auf unterschiedlichen Haftuntergründen
(zum Beispiel auf Stahl 5 N/cm, auf PE 2,5 N/cm); nach 1 bis 2 Wochen
Freibewitterung treten erste massive Zersetzungserscheinungen, nach
2 Monaten ist der Träger nahezu vollständig delaminiert
und die Klebemasse verlackt, das heißt keine Selbstklebeeigenschaften
mehr. In den UV- und Bewitterungstesten treten diese Effekte entsprechend
früher bereits nach kurzen Prüfintervallen auf,
erst starke Faltenbildung, dann partielles Ablösen der
PE-Folie vom Gewirke bzw. nur noch geringe Verbundfestigkeit.
-
Derartige
Duct Tapes sind für länger andauernde Außenanwendungen
ungeeignet.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Patentliteratur
-
- - US 3853598
A1 [0009]
- - EP 1548080 A1 [0010]
- - WO 03/097758 A1 [0011]
- - EP 1074595 A1 [0012, 0039]
- - DE 102005044942 A1 [0013, 0034, 0086]
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - ASTM G155 [0011]
- - AFERA 5001 [0016]
- - ISO 1183 [0051]
- - ISO 1133 [0051]
- - ISO 3146 [0051]
- - ASTM D 790 [0051]
- - DIN ISO 4625 [0059]
- - AFERA 5001 [0077]
- - ISO 4892-2 (2006) [0081]