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Die
Erfindung betrifft ein Klebeband und die Verwendung desselben für
die Bandagierung von Kabelbäumen im Automobilbereich.
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Elektrische
und elektromechanische Bauteile sowie die Umhüllungen von
elektrischen Leitungen bestehen vielfach aus polymeren Werkstoffen,
wobei Polyvinylchlorid (PVC) einen historisch bedingt und aufgrund
seiner Verfügbarkeit sowie seiner exzellenten Werkstoffeigenschaften
wichtigen Kunststoff darstellt. Insbesondere bestehen Ummantelungen
von Kupferadern überwiegend aus PVC-Compounds, sofern nicht
Rahmenbedingungen wie Hochtemperaturanforderungen oder Halogenfreiheit
Alternativen erzwingen.
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Für
den mechanischen und elektrischen Schutz derartiger Kabel sind in
der Vergangenheit Selbstklebebänder entwickelt worden,
die allgemein für den Schutz und zur Isolierung sowie zum
Bandagieren von elektrischen Leitungen und Bauteilen in erheblichem
Umfang eingesetzt werden. Die Selbstklebebänder erlauben es,
einen Langzeitverbund herzustellen, ohne dass durch Wechselwirkungen
zwischen Klebeband und Kabelumhüllung Schäden
an dem Kabel auftreten. Diese bestehen heute überwiegend
aus einer Weich-PVC-Folie und einer Kautschukklebmasse. Für
spezielle Anwendungen zum Beispiel in der Temperaturklasse T3 (siehe unten)
oder bei Anforderungen an Dämpfung werden Klebbänder
mit einem textilen Träger zum Beispiel einem Polyester-
oder Zellwoll-Gewebe verwendet.
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Im
Rahmen der Diskussion über die Umweltverträglichkeit
von PVC besteht die Tendenz, diesen Werkstoff durch Alternativen
zu ersetzen. Elektrische Bau- und Hilfsteile sowie auch die Ummantelung
von Kupferdrähten werden verstärkt mit anderen
Kunststoffen ausgeführt, wobei für höhere
Anforderungen Fluorpolymere, thermoplastische Polyester, Polyurethane,
Polyphenylenoxid und vernetztes Polyethylen zum Einsatz kommen.
Für den kostensensiblen Massenbereich mit geringeren Temperaturanforderungen
finden verstärkt Werkstoffe auf Polypropylenbasis Verwendung.
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Auch
für Kabelsätze in Fahrzeugen ist die Tendenz zu
derartigen PVC-freien Leitungen gegeben, während Bauteile
wie Steckverbindungen, Schalter, Rillrohre etc. bereits überwiegend
aus PVC-freien Werkstoffen gefertigt werden. Im Folgenden werden
für die Prüfungen die Bezeichnungen Drahtisolierung,
Ummantelung, Kabel, Kabelsatz und Leitungen synonym benutzt.
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Elektrische
Leitungsstränge oder Bauteile, die mit Selbstklebebändern
umwickelt sind, müssen eine sichere Funktionsfähigkeit über
die gesamte Lebensdauer des Gesamtproduktes, wie zum Beispiel die
eines Fahrzeuges, gewährleisten. Bei Auswahl ungeeigneter
Klebebänder können sich während des Produktlebens Unverträglichkeiten
ergeben, die Schädigungen der Kabel bis hin zu extremer
Versprödung nach sich ziehen. Korrosion und Kurzschlüsse
mit der Gefahr des Ausfalls der gesamten Elektrik/Elektronik sind
möglichen Folgen. Besonders bei Fahrzeugen wie Personenkraftwagen
oder Lastkraftwagen werden an die Verträglichkeit sehr
hohe Ansprüche gestellt; im Passagierraum können
Spitzentemperaturen bis zu 80°C auftreten, im Motorraum
noch weit höhere Temperaturen. Deshalb hat sich für
den Einsatzbereich der Kabelwickelbänder ein Langzeittest über
3000 Stunden, wie er in der Automobilprüfungsrichtlinie
LV 312 (Ausgabe Januar 2006, Abschnitt 5.5) beschrieben
ist, als Standardprüfung durchgesetzt. Dieser beschreibt
die Verträglichkeitsprüfung detailliert:
Musterkabelsätze
werden bei den Prüftemperaturen gelagert und nach festgelegten
Zeiträumen, meist alle 500 Stunden, um einen Dorn mit definiertem
Durchmesser gebogen und anschließend auf Schädigungen
untersucht. Dieser Test läuft über eine Gesamtdauer
von 3000 Stunden. Die Prüftemperaturen richten sich nach den
Temperaturklassen der Kabelsätze und betragen 90°C
bis 150°C abhängig von dem Einsatzgebiet des Kabelbaums
im Passagier- oder Motorraum. Die LV 312-Norm sieht
vor, dass für ein Klebeband für den Temperaturbereich
T2 nach 3000 Stunden bei 105°C eine Verträglichkeit
gewährleistet zwischen Klebeband und Drahtisolierung werden
muss. Da in diesem Temperaturbereich in Europa hauptsächlich
Kabel mit PVC-Ummantelung eingesetzt werden, muss auch der Test
mit Klebeband auf solchen Kabeln durchgeführt werden. In der
nächst höheren Temperaturklasse T3 kommen für
die Tests hauptsächlich Drähte mit Isolierungen
aus Polypropylen und strahlenvernetztem Polyethylen (XPE) zum Einsatz.
Die Prüftemperatur beträgt dann 125 statt 105°C.
Zusätzlich zu den in LV 312 als Referenz
festgelegten Leitungen bestimmter Hersteller kann der gleiche Test
prinzipiell auch an Leitungen durchgeführt werden, die
andere internationale Standards erfüllen wie zum Beispiel
die SAE J1128-TXL- oder die SAE J1128-TWP-Norm in
den USA.
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Gemäß der
Prüfmethode LV 312 werden wie nachfolgend
beschrieben Musterkabelsätze hergestellt. Zwei gleiche
Adern mit dem Leitungsquerschnitt 0,35 mm2 werden
mit einer Schlaglänge von ca. 2 cm verdrillt. Die Leitungsbündel
werden mit dem zu prüfenden Klebeband (Breite 19 mm) mit
ca. 50% Überlappung schraubenförmig bewickelt.
Als Leitungen werden dabei bei einer Prüftemperatur von
105°C PVC-Leitungen (Herstellerbezeichnungen: Gebauer & Griller 67218
oder Cordplast 46443) benutzt. Bei einer Prüftemperatur
von 125°C werden PP-Leitungen der Firma Tyco (Herstellerbezeichnung:
AGP 0219) und XPE-Leitungen der Firmen Acome (Herstellerbezeichnung:
T4104F) oder der Firma Draka (Herstellerbezeichnung: 971130) benutzt.
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Die
mit Klebeband bewickelten Leitungssätze aus entsprechenden
Referenzleitungen sowie zusätzlich eine unbewickelte Nullprobe
werden für die Dauer von 3000 h bei 105°C beziehungsweise
125°C freihängend in einem Ofen mit natürlicher
Belüftung gelagert. Alle 500 h wird jeweils ein Prüfling
entnommen. Der Kabelsatz wird mindestens 3 h, jedoch maximal 48
h bei Prüfklima konditioniert und anschließend
wie folgt geprüft.
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Ein
Leitungssatzabschnitt wird um einen Dorn mit dem Durchmesser 20
mm gewickelt und visuell begutachtet. Danach wird der Prüfling
vom Klebeband befreit und aufgedrillt. Dabei muss das Wickelband
zunächst ohne offensichtliche Beschädigung der
Leitung abgelöst werden können. Anschließend
werden die Einzeladern geprüft. Eine Einzelader wird mindestens
zweimal eng um einen Dorn mit dem Durchmesser 2 mm, die andere um
einen Dorn mit dem Durchmesser 10 mm gewickelt, visuell begutachtet
und jeweils eine Spannungsprüfung durchgeführt.
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Wenn
bei Prüfungen der Einzeladern um einen 2 mm Dorn die Drahtisolierungen
keinerlei Risse, Brüche oder Versprödungen aufweisen
und nicht aufgequollen oder geschrumpft sind, gilt das Klebeband
als mit der Drahtisolierung verträglich. Eine Verfärbung
der Leitung ist zulässig. Die Ursprungsfarbe muss aber
noch erkennbar sein.
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Bekannt
für derartige Kabelwickelanwendungen sind Klebebänder
mit einem bandförmigen Träger aus Weich-PVC-Folie
oder Textilien auf Gewebe- oder Nähvliesbasis. Bänder
mit einem Nähvliesträger werden beispielsweise
in der
DE 94 01 037
U1 beschrieben. Als Klebebeschichtung werden bevorzugt
druckempfindliche Haftklebebeschichtungen eingesetzt. Bisher kommen
auf textilen Trägern Haftklebmassen auf Basis von Naturkautschuk
und Styrolblockcopolymeren zum Einsatz. Dabei zeigen diese Klebmassen
auf Basis von Naturkautschuk praktisch immer Schwächen
beim Verträglichkeitstest nach
LV 312,
sowohl auf PVC- als auch auf polyolefinischen Kabelummantelungen.
Da Naturkautschuk-Klebmassen aus Lösung verarbeitet werden, ist
diese Technologie nicht zukunftsweisend. Klebmassen auf Basis von
ungesättigten Styrolblockcopolymeren, die auch aus der
Schmelze ohne Lösungsmittel verarbeitet werden können,
erreichen nur auf wenigen Sorten von Kabeln mit PVC-Drahtisolierungen
eine Verträglichkeit für den Temperaturbereich
T2 (3000 Stunden-Test bei 105°C, wobei die eingesetzten
Kabel ebenfalls nach der Temperaturklasse T2 spezifiziert sind. Die
Bandbreite der auftretenden Schädigungen reicht von leichten
Rissbildungen in den Kabelummantelungen durch Versprödung
bis hin zum vollständigen Ausfall durch Zerbröckeln
von Bauteilen und Drahtumhüllungen nach der Lagerung. Für
die Temperaturklasse T3 (3000 Stunden-Test bei 125°C) gibt
es bisher keine guten Haftkleber, Acrylate sind zwar temperaturstabil
jedoch lösungsmittelhaltig oder als Dispersion auf Textilträgern nicht
beschichtbar, ein am Markt befindlicher Acrylathotmelt ist sehr
teuer und verliert bei der Lagerung unter T2- und T3-Bedingungen
durch Nachvernetzung seine Haftklebrigkeit.
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Aufgabe
der Erfindung ist es hier Abhilfe zu schaffen und ein textiles Klebeband
insbesondere zur Verwendung als Bandagierungsband für Kabelsätze
zur Verfügung zu stellen.
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Die
Aufgabe wird durch ein Klebeband gelöst wie es im Hauptanspruch
niedergelegt ist. Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstands
sowie Verwendungen des Klebebands finden sich in den Unteransprüchen.
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Demgemäß betrifft
die Erfindung ein Klebeband aus einem textilen Träger und
einer darauf beschichteten Klebemasse aus einem Ethylenpolymer und
einem Klebharz anstelle von Naturkautschuk oder ungesättigten
Styrolblockcopolymere und Klebharz.
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Ethylenpolymere
galten dem Fachmann für hochwertige Haftklebemassen als
nicht geeignet. Dennoch können überraschenderweise
aus Ethylenpolymeren mit einer Dichte zwischen 0,86 und 0,89 g/cm3, vorzugsweise zwischen 0,86 und 0,88 g/cm3, besonders bevorzugt zwischen 0,86 und
0,87 g/cm3, und einem Kristallitschmelzpunkt
von mindestens 105°C, vorzugsweise mindestens 115°C
Haftklebemassen mit hoher Klebkraft, Tack und Scherfestigkeit hergestellt
werden, welche insbesondere für die Beschichtung von textilen
Klebebandträgern geeignet sind.
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Ein
Klebeband aus einem textilen Träger und aus dem erfindungsgemäßen
Haftkleber weist gegenüber analogen Klebebändern
auf Basis von Naturkautschuk oder ungesättigten Styrolblockcopolymeren
nicht nur Vorteile in der Kabelverträglichkeit auf, sondern
auch in der Verträglichkeit gegenüber Rillrohren
aus Polypropylen und Polyamid, wie sie in Kabelbäumen im
Automobilbau üblich sind.
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Das
erfindungsgemäße Ethylenpolymer weist vorzugsweise
einen Schmelzindex von weniger als 6 g/10 min, besonders bevorzugt
weniger als 1,5 g/10 min auf. Der Biegemodul des Ethylenpolymers
beträgt vorzugsweise weniger als 26 MPa, besonders bevorzugt
weniger als 17 MPa.
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Das
Ethylenpolymer enthält vorzugsweise ein C3-
bis C10-Olefin insbesondere 1-Octen als
Comonomer. Das Ethylenpolymer weist bevorzugt eine Struktur aus
kristallinen Polyethylenblöcken und im Wesentlichen amorphen
Blöcken aus Ethylen und einem C3-
bis C10-Olefin auf.
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Die
Dichte des Ethylenpolymers wird nach ISO 1183 ermittelt
und in g/cm3 ausgedrückt. Der Schmelzindex
wird nach ISO 1133 bei 190 °C und 2,16
kg geprüft und in g/10 min ausgedrückt. Der Kristallitschmelzpunkt
(Tcr) wird mit DSC bei einer Aufheizrate
von 10°C/min nach ISO 3146 ermittelt.
Der Biegemodul (flexural modulus) ist nach ASTM D 790 (Sekantenmodul
bei 2% Dehnung) zu bestimmen.
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Klassische
textile Klebebänder neigen bei Lagerung einerseits zu Deformation
(Bildung von Nasen und Hohlstellen) und andererseits steigen durch
kalten Fluss der Klebemasse die Abrollkräfte immer weiter
an, bis das Abrollen für den Anwender zu schwer wird oder
die Klebemasse bei Abrollversuch gar aufspaltet. Daher ist ein weiterer überraschender
Vorteil des erfindungsgemäßen Klebebands die Lagerstabilität
der erfindungsgemäßen Klebebandrollen. Selbst
nach einem Monat Lagerung bei 70°C ist der Erfindungsgegenstand noch
gut abwickelbar.
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Darüber
hinaus fordert die Norm LV 312, dass die Haftklebemasseschicht
nach der Wärmelagerung analog der Verträglichkeitsprüfung
noch Haftklebrigkeit aufweisen sollte. Klebebänder auf
Basis von Naturkautschuk oder ungesättigten Styrolblockcopolymeren
verlieren schon nach 500 bis 1500 Stunden ihr Klebvermögen
völlig. Offenbar ist bei textilen Trägern der
Sauerstoffdurchlass so hoch, dass die Klebemasse stark oxidiert.
Im Fall von hydrierten Styrolblockcopolymeren, welche für
solche Anwendungen nicht nur zu teuer sind, sondern auch im Wesentlichen
zu geringe Klebkräfte aufweisen, geht das Klebvermögen
ebenfalls fast vollständig zurück. Die Ursache
dafür liegt hauptsächlich darin, dass diese Klebemassen
bei Testtemperatur schmelzen und die Schmelze von dem Textilträger
aufgesaugt wird, so dass sich der Haftkleber im Wesentlichen nicht
mehr an der Oberfläche befindet. Dieser Effekt wird auch
bei den ungesättigten Styrolblockcopolymeren beobachtet.
Die erfindungsgemäße Klebemasse dringt überraschenderweise
bei 105°C nur geringfügig in den textilen Träger
ein und bleibt gut haftklebrig, im Fall der Verwendung geeigneter
Alterungsschutzmittel sogar mit noch recht guten klebtechnischen
Daten.
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Das
erfindungsgemäße Ethylenpolymer kann mit den bei
Kautschukmassen bekannten Elastomeren wie Naturkautschuk oder Synthesekautschuken
kombiniert werden. Vorzugsweise werden ungesättigte Elastomere
wie Naturkautschuk, SBR, NBR oder ungesättigten Styrolblockcopolymere
nur in geringen Mengen oder besonders bevorzugt gar nicht verwendet.
In der Hauptkette gesättigte Synthesekautschuke wie Polyisobutylen,
Butylkautschuk, EPM, HNBR, EPDM oder hydrierte Styrolblockcopolymere
werden für den Fall einer gewünschten Modifikation
bevorzugt.
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Es
stellte sich überraschenderweise heraus, dass Klebrigkeit
(Tack) und Klebkraft bei der neuen polyethylenbasierten Klebemasse
im Gegensatz zu konventionellen Kautschukmassen von der Polydispersität
des Harzes extrem abhängig sind. Die Polydispersität
ist das Verhältnis von Gewichtsmittel zu Zahlenmittel der Molmassenverteilung
und kann durch Gelpermeationschromatographie ermittelt werden. Als
Klebharz werden daher solche mit einer Polydispersität
von weniger als 2,1, vorzugsweise weniger als 1,8, besonders bevorzugt weniger
als 1,6 eingesetzt. Der höchste Tack ist mit Harzen mit
einer Polydispersität von 1,0 bis 1,4 zu erreichen.
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Als
Klebharz hat sich herausgestellt, dass Harze auf Basis von Kolophonium
(zum Beispiel Balsamharz) oder Kolophoniumderivaten (zum Beispiel
disproportioniertes, dimerisiertes oder verestertes Kolophonium),
vorzugsweise partiell oder vollständig hydriert, gut geeignet
sind. Sie weisen von allen Klebharzen den höchsten Tack
(Klebrigkeit, Anfassvermögen) auf. Vermutlich liegt das
an der geringen Polydispersität von 1,0 bis 1,2. Terpenphenolharze
sind ebenfalls geeignet führen, aber zu nur mäßigem
Tack, aber dafür sehr guter Scherfestigkeit und Alterungsbeständigkeit.
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Bevorzugt
werden ebenfalls Kohlenwasserstoffharze, die vermutlich aufgrund
Ihrer Polarität gut verträglich sind. Dies sind
zum Beispiel aromatische Harze wie Cumaron-Inden-Harze oder Harze
auf Basis Styrol oder α-Methylstyrol oder cycloaliphatische
Kohlenwasserstoffharze aus der Polymerisation von C5-Monomeren
wie Piperylen aus oder C5- oder C9-Fraktionen von Crackern oder Terpenen wie β-einen
oder δ-Limonen oder Kombinationen hiervon, vorzugsweise
partiell oder vollständig hydriert, und Kohlenwasserstoffharze
gewonnen durch Hydrierung von aromatenhaltigen Kohlenwasserstoffharzen
oder Cyclopentadien-Polymeren.
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Die
Menge an Klebharz beträgt vorzugsweise 130 bis 350 phr,
besonders bevorzugt 200 bis 240 phr (phr bedeutet Gewichtsteile
bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk, das heißt hier
Ethylenpolymer).
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Die
Klebemasse enthält vorzugsweise einen flüssigen
Weichmacher wie beispielsweise aliphatische (paraffinische oder
verzweigte), cycloaliphatische (naphthenische) und aromatische Mineralöle,
Ester der Phthal-, Trimellit-, Zitronen- oder Adipinsäure,
Wollwachs, flüssige Kautschuke (zum Beispiel niedermolekulare Nitril-,
Butadien- oder Polyisoprenkautschuke), flüssige Polymerisate
aus Isobutenhomopolymer und/oder Isobuten-Buten-Copolymer, Flüssig-
und Weichharze mit einem Schmelzpunkt unter 40°C auf Basis
der Rohstoffe von Klebharzen, insbesondere der oben aufgeführten
Klassen an Klebharz. Besonders bevorzugt werden flüssige
Polymerisate aus Isobuten und/oder Buten und Ester der Phthal-,
Trimellit-, Zitronen- oder Adipinsäure insbesondere deren
Ester von verzweigten Octanolen und Nonanolen. Mineralöle
eignen sich sehr gut, das Ethylenpolymer klebrig einzustellen, sind
jedoch zu flüchtig um gute Fogging-Werte (DIN 75201),
also zum Beispiel > 60,
zu erreichen.
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Klassische
PVC-Klebebänder mit DOP als Weichmacher weisen einen Fogging-Wert
von 30 bis 35 auf, der Erfindungsgegenstand soll diesbezüglich
möglichst einem PVC-Klebeband überlegen sein.
Darüber hinaus sind Klebemassen mit Trimellitatweichmacher
(TOTM) oder flüssigem Polyisobutylen (zum Beispiel Oppanol® B 10) nach 3000 Stunden Lagerung
bei 125°C deutlich klebriger als bei Verwendung eines Mineralöls. Aus
besagten Gründen ist die Klebemasse daher bevorzugt im
Wesentlichen frei von Mineralölen.
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Anstelle
eines flüssigen Weichmachers kann auch ein sehr weiches
und kaum kristallines Ethylenpolymer verwendet werden. Dieses ist
vorzugsweise ein Copolymer aus Ethylen und Buten-(1), Hexen-(1)
oder Octen-(1), zum Beispiel unter den Handelsnamen Exact®, Engage®,
Vistamaxx® oder Tafmer® bekannt,
oder ein Terpolymer aus Ethylen, Propylen und Buten-(1), Hexen-(1)
oder Octen-(1), wobei der Biegemodul vorzugsweise unter 10 MPa und
der Kristallitschmelzpunkt vorzugsweise unter 50°C liegt.
Weitere bevorzugte Ethylenpolymere sind ölfreie EPM oder
EPDM, also Co- oder Terpolymere aus Ethylen und Propylen und optional
einem Dien wie Ethylidenenorbornen, vorzugsweise mit einem Ethylengehalt
von 40 bis 70 Gew.-%, einer Mooney-Viskosität (Bedingungen
1 + 4, 125°C) unter 50 und/oder einer Dichte unter 0,88
g/cm3, besonders bevorzugt unter 0,87 g/cm3. Da solche Ethylenpolymere zwar sehr weich – verglichen
mit einem flüssigen Weichmacher – sind sollte
die Menge im Verhältnis zum erfindungsgemäßen
Ethylenpolymer sehr hoch sein, also deutlich über 100 phr.
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Dem
Schmelzpunkt des Klebharzes (Bestimmung nach DIN ISO 4625)
kommt ebenfalls eine Bedeutung zu. Üblicherweise steigt
die Klebkraft einer Kautschukmasse (auf Basis Natur- oder Synthesekautschuk) mit
dem Schmelzpunkt des Klebharzes an. Bei dem erfindungsgemäßen
Ethylenpolymer scheint sich das umgekehrt zu verhalten. Klebharze
mit hohem Schmelzpunkt von 105°C bis 140°C) sind
deutlich ungünstiger als solche mit Schmelzpunkt unter
90°C, welche erfindungsgemäß bevorzugt
werden.
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Harze
mit einem Schmelzpunkt von unter 85°C sind wenig im Handel
erhältlich, da die Flakes oder Pastillen bei Transport
und Lagerung zusammenbacken. Daher wird erfindungsgemäß vorzugsweise
ein gängiges Klebharz (zum Beispiel mit einem Schmelzpunkt
aus dem Bereich 85°C bis 105°C) mit einem Weichmacher
kombiniert, um faktisch den Harzschmelzpunkt zu senken. Der Mischschmelzpunkt
wird an einer homogenisierten Mischung aus Klebharz und Weichmacher
ermittelt, wobei die beiden Komponenten im gleichen Verhältnis
vorliegen wie in der Klebmasse. Er liegt vorzugsweise im Bereich
von 45°C bis 95°C.
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Konventionelle
Klebmassen auf Basis Naturkautschuk oder ungesättigten
Styrolblockcopolymeren als Elastomerkomponente enthalten üblicherweise
ein phenolisches Antioxidans zur Vermeidung des oxidativen Abbaus
dieser Elastomerkomponente mit Doppelbindungen in der Polymerkette.
Die erfindungsgemäße Klebemasse enthält
jedoch ein Ethylenpolymer ohne oxidationsempfindliche Doppelbindungen
und sollte daher ohne Antioxidans auskommen. Überraschenderweise
wurde gezeigt, dass Antioxidantien die Kompatibilität der
Klebemasse mit den Drahtisolierungen verbessern.
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Daher
wird erfindungsgemäß vorzugsweise ein primäres
Antioxidans und besonders bevorzugt auch ein sekundäres
Antioxidans verwendet. Die erfindungsgemäßen Klebemassen
enthalten in den bevorzugten Ausführungsformen mindestens
2 phr, besonders bevorzugt 6 phr primäres Antioxidans oder
vorzugsweise mindestens 2 phr insbesondere mindestens 6 phr einer
Kombination aus primären und sekundären Antioxidans,
wobei die primäre und sekundäre Antioxidansfunktion
nicht in verschiedenen Molekülen vorliegen muss, sondern
auch in einem Molekül vereinigt sein kann.
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Bei
diesen Mengenangaben sind optionale Stabilisatoren wie Metalldesaktivatoren
oder Lichtschutzmittel nicht eingerechnet. Die Menge an sekundärem
Antioxidans beträgt bevorzugt bis 5 phr, besonders bevorzugt
0,5 bis 1 phr. Überraschend wurde gefunden, dass eine Kombination
von primären Antioxidantien (zum Beispiel sterisch gehinderten
Phenolen oder C-Radikalfängern wie CAS 181314-48-7) und
sekundären Antioxidantien (zum Beispiel Schwefelverbindungen,
Phosphiten oder sterisch gehinderten Aminen) eine verbesserte Verträglichkeit
ergibt. Vor allem wird die Kombination von einem primären
Antioxidans, vorzugsweise sterisch gehinderten Phenolen mit einer
relativen Molmasse von mehr als 500 Dalton, mit einem sekundären
Antioxidans aus der Klasse der Schwefelverbindungen oder aus der
Klasse der Phosphite bevorzugt mit einer relativen Molmasse von
mehr als 500 Dalton bevorzugt, wobei die phenolische, die schwefelhaltigen
und die phosphitische Funktionen nicht in drei verschiedenen Molekülen vorliegen
müssen, sondern auch mehr als eine Funktion in einem Molekül
vereinigt sein können.
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Zur
Optimierung der Eigenschaften kann die zum Einsatz kommende Selbstklebemasse
mit weiteren Additiven wie Füllstoffen, Flammschutzmitteln,
Pigmenten, UV-Absorbern, Antiozonantien, Metalldesaktivatoren Lichtschutz-,
Flamm-, Photoinitiatoren, Vernetzungsmitteln oder Vernetzungspromotoren
abgemischt sein. Geeignete Füllstoffe und Pigmente sind
beispielsweise Ruß, Titandioxid, Calciumcarbonat, Zinkcarbonat,
Zinkoxid, Silicate oder Kieselsäure.
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Die
Herstellung und Verarbeitung der Haftklebemassen kann aus Lösung
sowie aus der Schmelze erfolgen. Bevorzugte Herstell- und Verarbeitungsverfahren
erfolgen aus der Schmelze. Für den letzteren Fall umfassen
geeignete Herstellprozesse sowohl Batchverfahren als auch kontinuierliche
Verfahren. Besonders bevorzugt ist die kontinuierliche Fertigung
der Haftklebemasse mit Hilfe eines Extruders und anschließender Beschichtung
direkt auf das zu beschichtende Substrat bei entsprechend hoher
Temperatur der Klebmasse. Als Beschichtungsverfahren werden Extrusionsbeschichtung
mit Breitschlitzdüsen und Kalanderbeschichtung bevorzugt.
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Der
Masseauftrag (Beschichtungsstärke) liegt vorzugsweise zwischen
30 und 120 g/m2, besonders bevorzugt zwischen
50 und 70 g/m2.
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Die
Klebkräfte werden bei einem Abzugswinkel von 180° nach AFERA
4001 an 15 mm breiten Teststreifen bestimmt. Hierbei werden
als Prüfuntergrund Stahlplatten nach AFERA-Norm beziehungsweise
die Rückseite des Klebebandes verwendet.
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Als
Trägermaterial können alle bekannten textilen
Träger wie eine Schlingenware, ein Velour, ein Gelege,
ein Gewebe, ein Gewirke, insbesondere ein PET-Filamentgewebe oder
ein Polyamid-Gewebe, oder ein Vlies eingesetzt werden, wobei unter „Vlies” zumindest
textile Flächengebilde gemäß EN
29092 (1988) sowie Nähwirkvliese und ähnliche
Systeme zu verstehen sind.
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Ebenfalls
können Abstandsgewebe und -gewirke mit Kaschierung verwendet
werden. Abstandsgewebe sind mattenförmige Schichtkörper
mit einer Deckschicht aus einem Faser- oder Filamentvlies, einer
Unterlagsschicht und zwischen diesen Schichten vorhandene einzelne
oder Büschel von Haltefasern, die über die Fläche
des Schichtkörpers verteilt durch die Partikelschicht hindurchgenadelt
sind und die Deckschicht und die Unterlagsschicht untereinander
verbinden. Die durch die Partikelschicht hindurchgenadelten Haltefasern
halten die Deckschicht und die Unterlagsschicht in einem Abstand
voneinander und sie sind mit der Deckschicht und der Unterlagsschicht
verbunden.
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Als
Vliesstoffe kommen besonders verfestigte Stapelfaservliese, jedoch
auch Filament-, Meltblown- sowie Spinnvliese in Frage, die meist
zusätzlich zu verfestigen sind. Als mögliche Verfestigungsmethoden
sind für Vliese die mechanische, die thermische sowie die
chemische Verfestigung bekannt. Werden bei mechanischen Verfestigungen
die Fasern meist durch Verwirbelung der Einzelfasern, durch Vermaschung
von Faserbündeln oder durch Einnähen von zusätzlichen
Fäden rein mechanisch zusammengehalten, so lassen sich durch
thermische als auch durch chemische Verfahren adhäsive
(mit Bindemittel) oder kohäsive (bindemittelfrei) Faser-Faser-Bindungen
erzielen. Diese lassen sich bei geeigneter Rezeptierung und Prozessführung
ausschließlich oder zumindest überwiegend auf
Faserknotenpunkte beschränken, so dass unter Erhalt der
lockeren, offenen Struktur im Vlies trotzdem ein stabiles, dreidimensionales
Netzwerk gebildet wird.
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Besonders
vorteilhaft haben sich Vliese erwiesen, die insbesondere durch ein Übernähen
mit separaten Fäden oder durch ein Vermaschen verfestigt
sind.
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Derartige
verfestigte Vliese werden beispielsweise auf Nähwirkmaschinen
des Typs „Malivlies” der Firma Karl Mayer, ehemals
Malimo, hergestellt und sind unter anderem bei den Firmen Naue Fasertechnik
und Techtex GmbH beziehbar. Ein Malivlies ist dadurch gekennzeichnet,
dass ein Querfaservlies durch die Bildung von Maschen aus Fasern
des Vlieses verfestigt wird.
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Als
Träger kann weiterhin ein Vlies vom Typ Kunitvlies oder
Multiknitvlies verwendet werden. Ein Kunitvlies ist dadurch gekennzeichnet,
dass es aus der Verarbeitung eines längsorientierten Faservlieses
zu einem Flächengebilde hervorgeht, das auf einer Seite
Maschen und auf der anderen Maschenstege oder Polfaser-Falten aufweist,
aber weder Fäden noch vorgefertigte Flächengebilde
besitzt. Auch ein derartiges Vlies wird beispielsweise auf Nähwirkmaschinen
des Typs „Kunitvlies” der Firma Karl Mayer schon
seit längerer Zeit hergestellt. Ein weiteres kennzeichnendes
Merkmal dieses Vlieses besteht darin, dass es als Längsfaservlies in
Längsrichtung hohe Zugkräfte aufnehmen kann. Ein
Multiknitvlies ist gegenüber dem Kunitvlies dadurch gekennzeichnet,
dass das Vlies durch das beidseitige Durchstechen mit Nadeln sowohl
auf der Ober- als auch auf der Unterseite eine Verfestigung erfährt.
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Schließlich
sind auch Nähvliese als Vorprodukt geeignet, ein Klebeband
zu bilden. Ein Nähvlies wird aus einem Vliesmaterial mit
einer Vielzahl parallel zueinander verlaufender Nähte gebildet.
Diese Nähte entstehen durch das Einnähen oder
Nähwirken von durchgehenden textilen Fäden. Für
diesen Typ Vlies sind Nähwirkmaschinen des Typs „Maliwatt” der
Firma Karl Mayer, ehemals Malimo, bekannt.
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Sodann
ist das Caliweb® hervorragend geeignet.
Das Caliweb® besteht aus einem
thermisch fixierten Abstandsvliesstoff Multiknit mit zwei außenliegenden
Maschenschichten und einer innenliegenden Polschicht, die senkrecht
zu den Maschenschichten angeordnet sind.
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Weiterhin
besonders vorteilhaft ist ein Stapelfaservlies, das im ersten Schritt
durch mechanische Bearbeitung vorverfestigt wird oder das ein Nassvlies
ist, das hydrodynamisch gelegt wurde, wobei zwischen 2 Gew.-% und
50 Gew.-% der Fasern des Vlieses Schmelzfasern sind, insbesondere
zwischen 5 Gew.-% und 40 Gew.-% der Fasern des Vlieses. Ein derartiges
Vlies ist dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern nass gelegt werden
oder zum Beispiel ein Stapelfaservlies durch die Bildung von Maschen
aus Fasern des Vlieses oder durch Nadelung, Vernähung beziehungsweise
Luft- und/oder Wasserstrahlbearbeitung vorverfestigt wird. In einem
zweiten Schritt erfolgt die Thermofixierung, wobei die Festigkeit
des Vlieses durch das Auf- oder Anschmelzen der Schmelzfasern nochmals
erhöht wird.
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Die
Verfestigung des Vliesträgers lässt sich auch
ohne Bindemittel beispielsweise durch Heißprägen mit
strukturierten Walzen erreichen, wobei über Druck, Temperatur,
Verweilzeit und die Prägegeometrie Eigenschaften wie Festigkeit,
Dicke, Dichte, Flexibilität u. ä. gesteuert werden
können.
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Als
Ausgangsmaterialien für die textilen Träger sind
insbesondere Polyester-, Polypropylen-, Viskose- oder Baumwollfasern
vorgesehen. Die vorliegende Erfindung ist aber nicht auf die genannten
Materialien beschränkt, sondern es können, für
den Fachmann erkenntlich ohne erfinderisch tätig werden
zu müssen, eine Vielzahl weiterer Fasern zur Herstellung
des Vlieses eingesetzt werden. Insbesondere verschleißfeste
Polymere wie Polyester, Polyolefine, Polyamide oder Glas- oder Carbonfasern
finden Verwendung.
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Als
Trägermaterial eignet sich auch ein Träger aus
einem Laminat, in dem zumindest die die Klebemasse tragende Schicht
eine textile Schicht ist. Auf dieser Schicht können eine
oder weitere Schichten aus beliebigem Material aufgebracht sein
zum Beispiel Papier (gekreppt und/oder ungekreppt), Folie (zum Beispiel Polyethylen-,
Polypropylen-, mono- oder biaxial orientierte Polypropylenfolien,
Polyester-, PA-, PVC- und andere Folien), bahnförmige Schaumstoffe
(beispielsweise aus Polyethylen und Polyurethan) sowie die genannten
Textilien.
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Auf
der Streichseite (Beschichtungsseite) können die Oberflächen
der Träger chemisch oder physikalisch vorbehandelt sein,
sowie die Rückseite derselben einer antiadhäsiven
physikalischen Behandlung oder Beschichtung unterzogen sein.
-
Das
Klebeband wird dadurch gebildet, dass auf den textilen Träger
partiell oder vollflächig vorzugsweise ein- oder gegebenenfalls
beidseitig die Klebemasse aufgetragen wird. Die Beschichtung kann
auch in Form eines oder mehrerer Streifen in Längsrichtung
(Maschinenrichtung) erfolgen, gegebenenfalls in Querrichtung, sie
ist insbesondere aber vollflächig. Weiterhin können
die Klebemassen rasterpunktförmig mittels Siebdruck, wobei
die Klebstoffpünktchen auch unterschiedlich groß und/oder
unterschiedlich verteilt sein können, durch Tiefdruck in
Längs- und Querrichtung zusammenhängenden Stegen,
durch Rasterdruck oder durch Flexodruck aufgebracht werden. Die
Klebemasse kann in Kalottenform (hergestellt durch Siebdruck) vorliegen
oder auch in einem anderen Muster wie Gitter, Streifen, Zickzacklinien.
Ferner kann sie beispielsweise auch aufgesprüht sein, was
ein mehr oder weniger unregelmäßiges Auftragsbild
ergibt.
-
Der
allgemeine Ausdruck „Klebeband” umfasst im Sinne
dieser Erfindung alle flächigen Gebilde wie in zwei Dimensionen
ausgedehnte Folien oder Folienabschnitte, Bänder mit ausgedehnter
Länge und begrenzter Breite, Bandabschnitte, Stanzlinge,
Etiketten und dergleichen.
-
Das
erfindungsgemäße Klebeband ist zum Bündeln,
Schützen, Kennzeichnen, Isolieren oder Abdichten von Lüftungsrohren
oder Drähten oder Kabeln und zum Ummanteln von Kabelsätzen
in Fahrzeugen oder Feldspulen für Bildröhren geeignet.
-
Das
Klebeband zeichnet sich dadurch aus dass es mit Drahtisolierungen
auf PVC-Basis und auf Polyolefin-Basis verträglich ist,
insbesondere bis zu 3000 Stunden bei 105°C oder sogar auch
bei 125°C. In einem Fall ist es sogar gelungen, eine Verträglichkeit
auf vernetztem PE unter T4-bedingungen (3000 Stunden bei 150°C)
zu erreichen.
-
Im
Folgenden wird die Erfindung durch einige Beispiele näher
erläutert ohne die Erfindung damit einschränken
zu wollen. Rohstoffe
der Beispiele:
| IN
FUSE 9107: | Copolymer
aus Ethylen und Octen-(1), Schmelzindex 1 g/10 min, |
| | Dichte
0,866 g/cm3, Biegemodul 15,5 MPa, |
| | Kristallitschmelzpunkt
121°C |
| IN
FUSE 9507: | Copolymer
aus Ethylen und Octen-(1), Schmelzindex 5 g/10 min, |
| | Dichte
0,866 g/cm3, Biegemodul 13,9 MPa, |
| | Kristallitschmelzpunkt
119°C |
| LD
251: | LDPE,
Schmelzindex 8 g/10 min, Dichte 0,9155 g/cm3, |
| | Biegemodul
180 MPa, Kristallitschmelzpunkt 104°C |
| Engage
7467: | Copolymer
aus Ethylen und Buten-(1), Schmelzindex 1,2 g/10 min, |
| | Dichte
0,862 g/cm3, Biegemodul 4 MPa, |
| | Kristallitschmelzpunkt
34°C |
| Ondina
933: | Weißöl
(paraffinisch-naphthenisches Mineralöl) |
| TOTM: | Tris-(2-ethylhexyl)-trimellitat |
| Oppanol
B 10: | flüssiges
Poly-iso-Buten |
| PB
0300 M: | Polybuten,
Schmelzindex 4 g/10 min, Dichte 0,915 g/cm3, |
| | Biegemodul
450 MPa, Kristallitschmelzpunkt 116°C |
| Escorez
1310: | nicht
hydriertes C5-Kohlenwasserstoffharz mit
einem Schmelzpunkt |
| | von
94°C und einer Polydispersität von 1,5 |
| Eastotac
C 130 L: | voll
hydriertes C5-Kohlenwasserstoffharz (im
Gegensatz zu |
| | Eastotac
H 130 R als nicht voll hydriertem Harz mit einer |
| | Polydispersität
von 2,1) mit einem Schmelzpunkt von 130°C und |
| | einer
Polydispersität von 2,0 |
| Eastotac
C 115 L: | voll
hydriertes C5-Kohlenwasserstoffharz mit
einem Schmelzpunkt |
| | von
115°C und einer Polydispersität von 1,9 |
| Escorez
1102: | nicht
hydriertes C5-Kohlenwasserstoffharz mit
einem Schmelzpunkt |
| | von
100°C und einer Polydispersität von 2,6 |
| Escorez
5400: | voll
hydriertes Cyclopentadienharz mit einem Schmelzpunkt von |
| | 103°C
und einer Polydispersität von 2,3 |
| Regalite
1100: | hydriertes
aromatisches Kohlenwasserstoffharz mit einem |
| | Schmelzpunkt
von 100°C und einer Polydispersität von 1,6 |
| Foral
85: | voll
hydrierter Glycerinester des Kolophoniums mit einem |
| | Schmelzpunkt
von 85°C und einer Polydispersität von 1,2 |
| Irganox
1726: | phenolisches
Antioxidans mit Schwefel-basierter Funktion eines |
| | sekundären
Antioxidans |
| Irganox
1076: | phenolisches
Antioxidans |
| Irganox
PS 802: | Schwefel-basiertes
sekundäres Antioxidans |
-
Beispiel 1
-
Die
Klebemasse besteht aus folgenden Komponenten:
| 100
phr | IN
FUSE 9107 |
| 78.4
phr | Ondina
933 |
| 212
phr | Escorez
1310 |
| 8 phr | Irganox
1726 |
-
Der
Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher beträgt 54°C.
Die Klebemasse wird in einem Extruder kontinuierlich hergestellt
und mit 70 g/m2 auf einem Polyestergewebe
mittels Düsenbeschichtung aus der Schmelze aufgetragen.
Das Filamentgewebe hat ein Flächengewicht von 130 g/m2 aus Polyestergarn von 167 dtex mit 45 Fäden
pro cm in Kettrichtung und 25 Fäden pro cm in Schussrichtung.
Der beschichtete Ballen wird durch Schneiden in Rollen in 19 mm
Breite und 10 m Lauflänge konfektioniert, der Kerninnendurchmesser beträgt
38 mm.
Klebkraft auf Stahl 6,6 N/cm
Klebkraft auf Rückseite
3,1 N/cm
Rollenlagerung 1 Monat bei 70°C: Die Rolle
ist leicht deformiert und gut abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung:
Das fertige Klebeband wird gemäß LV 312 (Details
zur Durchführung und den Prüfdrähten
siehe Abschnitt „Stand der Technik”) um Drahtpaar
mit unterschiedlichen Isolierungsmaterialien gewickelt und bei entsprechender
Temperatur gelagert. Sechs solcher Prüflinge werden pro
Isolierungsmaterial hergestellt. Alle 500 Stunden wird je eines
der Muster kontrolliert, das Klebeband wieder abgewickelt und das Kabel
um einen Dorn von 10 mm Durchmesser und um einen von 2 mm Durchmesser
gewickelt. Es wird untersucht, ob die Isolierung beschädigt
ist und ob die Klebemasse eine Haftklebrigkeit ausweist. Prüftemperaturen:
PVC 105°C und auf vernetztem PE bei 125°C. Nach
3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen noch unbeschädigt.
Nach 3000 Stunden bei 105°C ist die Masse kaum in den Träger
eingedrungen und weist noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach
3000 Stunden bei 125°C ist die Masse teilweise in den Träger
eingedrungen ist aber noch haftklebrig.
Fogging-Wert: 36
-
Beispiel 2
-
Klebemasse
wie in Beispiel 1 jedoch mit Eastotac C 130 L statt Escorez 1310
und 5 phr Irganox 1076 und 3 phr Irganox PS 802 statt 8 phr Irganox
1726, Beschichtung wie in Beispiel 1 jedoch mit 60 g/m2 auf
folgendem Träger: Malivlies mit einem Flächengewicht
von 150 g/m2 bestehend aus Polyesterfasern
einer Feinheit von 3,3 dtex und einer Faserlänge von 60
bis 80 mm und 5 Gew.-% eines thermisch aktivierten feinen Bindepulvers
(VINNEX TM LL 2321). Der Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher
beträgt 90°C.
Klebkraft auf Stahl 4,3 N/cm,
Klebkraft
auf Rückseite 1,3 N/cm.
Rollenlagerung 1 Monat bei
70°C: Die Rolle ist leicht deformiert und gut abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung
auf PVC bei 105°C und auf vernetztem PE und PP bei 125°C:
Nach
3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen noch unbeschädigt.
Nach 3000 Stunden bei 105°C ist die Masse kaum in den Träger
eingedrungen und weist noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach
3000 Stunden bei 125°C ist die Masse teilweise in den Träger
eingedrungen ist aber noch haftklebrig.
-
Beispiel 3
-
Klebemasse
wie in Beispiel 1 jedoch mit Eastotac C 115 L statt Escorez 1310,
Beschichtung wie in Beispiel 1 mit 68 g/m2 auf
folgendem Träger: Maliwatt-Nähgewirke aus Polyesterfasern
mit ca. 3,4 dtex und einer Faserlänge von ca. 80 mm, einem
Flächengewicht von 72 g/m2 und
einer Feinheit F 22 mit einer Stichlänge von 1 mm eines
Polyestergarns von 50 dtex. Der Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher
beträgt 75°C
Klebkraft auf Stahl 4,2 N/cm,
Klebkraft
auf Rückseite 1,6 N/cm.
Rollenlagerung 1 Monat bei
70°C: Die Rolle ist leicht deformiert und gut abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung
auf PVC bei 105°C und auf vernetztem PE und PP bei 125°C:
Nach
3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen noch unbeschädigt.
Nach 3000 Stunden bei 105°C ist die Masse kaum in den Träger
eingedrungen und weist noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach
3000 Stunden bei 125°C ist die Masse teilweise in den Träger
eingedrungen ist aber noch haftklebrig.
-
Beispiel 4
-
Klebemasse
wie in Beispiel 1 jedoch mit Escorez 1102 statt Escorez 1310, Beschichtung
wie in Beispiel 1 mit 70 g/m2 auf folgendem
Träger: Malivlies-Vlies aus Polypropylen mit einem Flächengewicht
von 80 g/m2 und einer Feinheit F 18. Der
Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher beträgt 60°C.
Klebkraft
auf Stahl 0,8 N/cm, Klebkraft auf Rückseite 0,2 N/cm.
Nach
4 Wochen Lagerung bei Raumtemperatur ist die Masse nicht mehr tackig.
Rollenlagerung
1 Monat bei 70°C: Die Rolle ist leicht deformiert und gut
abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung auf PVC,
vernetztem PE und PP bei 105°C:
Nach 3000 Stunden
bei 105°C sind alle Drahtisolierungen noch unbeschädigt.
Nach 3000 Stunden bei 105°C ist die Masse kaum in den Träger
eingedrungen und weist noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach
3000 Stunden bei 125°C ist der Vliesträger durch
Versprödung zerfallen, daher können keine weiteren
Prüfungen vorgenommen werden.
-
Beispiel 5
-
Die
Herstellung erfolgt wie in Beispiel 1, die Klebemasse besteht aus
folgenden Komponenten:
| 100
phr | IN
FUSE 9107 |
| 100
phr | Engage
7467 |
| 425
phr | Escorez
1310 |
| 16
phr | Irganox
1726 |
Klebkraft auf Stahl 5 N/cm, Klebkraft auf Rückseite
2,5 N/cm.
Rollenlagerung 1 Monat bei 70°C: Die Rolle
ist leicht deformiert und gut abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung:
Prüftemperaturen: PVC 105°C und auf vernetztem
PE bei 125 und 150°C. Nach 3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen
noch unbeschädigt. Nach 3000 Stunden bei 105°C
ist die Masse kaum in den Träger eingedrungen und weist
noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach 3000 Stunden bei 125°C
ist die Masse teilweise in den Träger eingedrungen ist
aber noch haftklebrig.
Fogging-Wert: 85.
-
Beispiel 6
-
Die
Herstellung erfolgt wie in Beispiel 1, die Klebemasse besteht aus
folgenden Komponenten:
| 100
phr | IN
FUSE 9507 |
| 250
phr | Regalite
1100 |
| 140
phr | Oppanol
B 10 |
| 8 phr | Irganox
1726 |
-
Der
Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher beträgt 67°C.
Beschichtung erfolgt mit 70 g/m2 auf einem
Träger wie in Beispiel 3.
Klebkraft auf Stahl 8,9
N/cm, Klebkraft auf Rückseite 2,0 N/cm.
Verträglichkeitsprüfung:
Prüftemperaturen: PVC 105°C und auf vernetztem
PE bei 125 und 150°C. Nach 3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen
noch unbeschädigt. Nach 3000 Stunden bei 105°C
weist die Masse noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach 3000 Stunden
bei 125°C ist die Masse noch etwas haftklebrig. Nach 3000 Stunden
bei 150°C ist die Masse deutlich abgebaut aber die Drahtisolierung
ist noch unbeschädigt. Fogging-Wert: 91.
-
Beispiel 7
-
Die
Herstellung erfolgt wie in Beispiel 1, die Klebemasse besteht aus
folgenden Komponenten:
| 100
phr | IN
FUSE 9107 |
| 212
phr | Foral
85 |
| 40
phr | TOTM |
| 8 phr | Irganox
1726 |
-
Der
Mischschmelzpunkt von Harz und Weichmacher beträgt 67 T.
Beschichtung erfolgt mit 70 g/m2 auf einem
Träger wie in Beispiel 3.
Klebkraft auf Stahl 8,9
N/cm, Klebkraft auf Rückseite 2,0 N/cm.
Verträglichkeitsprüfung:
Prüftemperaturen: PVC 105°C und auf vernetztem
PE bei 125 und 150°C. Nach 3000 Stunden sind alle Drahtisolierungen
noch unbeschädigt. Nach 3000 Stunden bei 105°C
weist die Masse noch eine gute Haftklebrigkeit auf. Nach 3000 Stunden
bei 125°C ist die Masse noch etwas haftklebrig. Nach 3000 Stunden
bei 150°C ist die Masse deutlich abgebaut aber die Drahtisolierung
ist noch unbeschädigt.
-
Vergleichsbeispiel 1
-
Die
Ausführung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben, jedoch
besteht die Masse entsprechend marktüblichen Rezepturen
aus
| 100
phr | Vector
4113 |
| 97
phr | Escorez
1310 |
| 21
phr | Ondina
933 |
| 1 phr | Irganox 1726 |
Rollenlagerung 1 Monat bei 70°C: Die
Rolle ist stark deformiert und sehr schwer abrollbar.
Verträglichkeitsprüfung:
Die PVC- Isolierungen zeigen die ersten Risse nach 500 Stunden und
die PE und PP-Isolierungen nach 1000 Stunden Lagerung bei 105°C.
Die Haftklebrigkeit ist nach 1000 Stunden verloren gegangen, die
Masse ist vom Träger aufgesaugt worden und dort verlackt.
-
Vergleichsbeispiel 2
-
Die
Ausführung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben, jedoch
mit LD 251 statt IN FUSE 9107. Die Beschichtung ist nicht haftklebrig
sondern hart mit öliger Oberfläche.
-
Vergleichsbeispiel 3
-
Die
Ausführung erfolgt wie in Beispiel 1 beschrieben, jedoch
mit Engage 7467 statt IN FUSE 9107. Die Beschichtung ist sehr weich
und klebrig wie ein Fliegenfänger. Die Masse ist aufgrund
der niedrigen Schmelzviskosität in den Träger
eingedrungen. Der beschichtete Ballen konnte nicht zu Rollen aufgeschnitten
werden, da bei Abrollen die Masse aufspaltet. Eine Klebkraftmessung
ist aus diesem Grund ebenfalls nicht möglich (Kohäsionsbruch).
-
Vergleichsbeispiel 4
-
Die
Ausführung erfolgt wie in Beispiel, die Klebemasse besteht
aus folgenden Komponenten:
| 100
phr | IN
FUSE 9107, |
| 78.4
phr | PB
0300 M, |
| 212
phr | Escorez
5400, |
| 8 phr | Irganox
1076. |
-
Die
Masse ist kaum haftklebrig
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Automobilprüfungsrichtlinie
LV 312 (Ausgabe Januar 2006, Abschnitt 5.5) [0006]
- - LV 312-Norm [0006]
- - LV 312 [0006]
- - SAE J1128-TXL [0006]
- - SAE J1128-TWP-Norm [0006]
- - LV 312 [0007]
- - LV 312 [0011]
- - ISO 1183 [0019]
- - ISO 1133 [0019]
- - ISO 3146 [0019]
- - ASTM D 790 [0019]
- - Norm LV 312 [0021]
- - DIN 75201 [0027]
- - DIN ISO 4625 [0030]
- - AFERA 4001 [0038]
- - AFERA-Norm [0038]
- - EN 29092 (1988) [0039]
- - LV 312 [0058]