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Die
Erfindung betrifft eine Trimmvorrichtung für eine Unterwassereinrichtung
sowie eine Unterwassereinrichtung.
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Hintergrund der Erfindung
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Unterwassereinrichtungen
sind zum Beispiel als unbemannte Tauchgeräte wie autonome oder ferngesteuerte
Unterwasserfahrzeuge (AUV – „Autonomous
Underwater Vehicles",
ROV – „Remotely Operated
Vehicle") sowie
stationäre
Unterwasserbauwerke für
extrem große
Tauchtiefen bekannt. Unterwasserfahrzeuge werden eingesetzt, um
unter Wasser diverse Aufgaben zu erfüllen. Hierzu gehören insbesondere
die Erforschung der Ozeane, die Erkundung der Meeresböden für die Öl- und Gasindustrie
sowie die Minenaufklärung.
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Um
die Funktion von Systemen von Unterwassereinrichtungen unter hohem
hydrostatischen Druck zu gewährleisten,
sind sie vorzugsweise druckneutral aufgebaut. Hierbei lastet der
Außendruck
direkt auf allen Komponenten des Systems. Da zum Beispiel Gase eine
hohe Kompressibilität
aufweisen, sind druckneutrale Systeme so zu gestalten, dass die
einzelnen Systemkomponenten keine abgeschlossenen, gasgefüllten Hohlräume aufweisen. Druckabhängige Volumenänderungen
von Funktionselementen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind,
müssen
mit Hilfe von geeigneten flexiblen Membranen oder Hausungen ausgeglichen
werden. Ein System zur Einstellung der statischen Neigung wird im
folgenden Trimmsystem oder Lagetrimmsystem genannt. Es erlaubt die
Einstellung der Neigung (Regelung) eines Tauchfahrzeugs nach vorne
oder hinten (Nicken) sowie der Neigung nach links oder rechts (Rollen).
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In
vielen Fällen
ist es erforderlich, die Neigung eines Unterwasserfahrzeugs zur
Horizontalen (Trimmung) zu verändern
oder eine Vertrimmung aus der Horizontalen auszugleichen. Das Trimmsystem kann
eingesetzt werden, um möglichst
energieeffiziente Abtauch- und Auftauchfahrten durchzuführen. Dabei
ist es vorteilhaft, die statische Trimmung des Fahrzeugs so zu verändern, dass
beim Fahren in die gewünschte
Richtung die Wirkung der Höhen-
und Tiefenruder zur Einstellung der Neigung unterstützt wird.
Beim Abtauchen wird der Gewichtsschwerpunkt des Tauchfahrzeugs nach
vorne verlagert, wodurch sich der Bug senkt. Beim Auftauchen wird
der Schwerpunkt nach hinten verlagert, wodurch sich das Heck senkt.
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Viele
Unterwasserfahrzeuge sind mit Greifwerkzeugen (Manipulatoren) oder ähnlichem
ausgestattet. Werden diese oder andere Vorrichtungen zum Beispiel
bei Unterwasserarbeiten bewegt, so verändert sich die Schwerpunktlage
des Fahrzeugs. Um einer Vertrimmung entgegenzuwirken, kann der Schwerpunkt
so verschoben werden, dass sich die Neigung des Tauchgeräts nicht
verändert.
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Manchmal
ist es zwingend notwendig, bei Tauchmissionen zusätzliche
Geräte
schnell in einem bestimmten Teil des Fahrzeugs unter zu bringen.
Die Komponentenlage innerhalb des Fahrzeugs wirkt sich jedoch auf
die Lage des Gewichts- bzw. Auftriebsschwerpunkts aus. Dieses Ungleichgewicht lässt sich
durch das Trimmsystem ausgleichen, so dass die Ausrichtung des Unterwasserfahrzeugs
korrigiert wird und das Fahrzeug horizontal im Wasser liegt.
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Die
statische Neigung eines Tauchgeräts
im Wasser lässt
sich u. a. einstellen, indem eine Masse mit einer zu Wasser unterschiedlichen
Dichte innerhalb des Tauchsystems verschoben wird. Durch diese Gewichtsverlagerung
verschiebt sich der Gesamtschwerpunkt des Tauchfahrzeugs, was eine
Schrägstellung
relativ zur Wasseroberfläche
zur Folge hat. Um die Trimmlage möglichst fein einstellen zu
können,
ist es vorteilhaft, eine kleine Masse eine möglichst große Strecke zu verschieben (vgl.
DE 23 16 761 C3 ).
Hierdurch wirken sich Ungenauigkeiten in der Axialverschiebung weniger
stark aus. Wird eine große
Masse auf einem kleinen axialen Weg verstellt, so können gleiche
Trimmwirkungen erzielt werden. Eine geringfügige Änderung des Hebelarms zieht
jedoch in diesem Fall eine vergleichbar große Drehmomentänderung
nach sich.
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Die
Verschiebung von Massen zur Einstellung der Neigung eines Unterwasserfahrzeugs
kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. In vielen Unterwassersystemen,
hauptsächlich
in bemannten Unterwasserfahrzeugen, wird komprimierte Luft in seewassergeflutete
im Bug und Heck befindliche Tanks einleitet. Durch das Einleiten
von Luft wird Seewasser verdrängt.
Folglich verringert sich das spezifische Gewicht des betrachteten
Tanks und er treibt auf. Dieses System lässt sich jedoch nicht in beliebig
großen
Tauchtiefen einsetzen. Grund ist die Kompressibilität der eingepressten
Luft. Unter den hohen Außendrücken in
großen
Meerestiefen wird das Gas so stark komprimiert, dass es keine Verdrängung des Seewassers
aus den Trimmtanks erlaubt.
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Eine
andere Möglichkeit
ist die mechanische Verschiebung von soliden Massen. Aus dem Dokument
US 1,188,842 A ist
ein Lagetrimmsystem bekannt, bei dem ein Gewicht, vorzugsweise eine
Batterie, auf einem im Fahrzeugdruckkörper angebrachten Schienensystem
entlang der longitudinalen Fahrzeugachse verfahren werden kann. Ähnliches
geht aus dem Dokument
JP 61
036 095 hervor. Auch hier lässt sich die Trimmlage eines
Unterwasserfahrzeugs einstellen, indem eine Masse innerhalb einer Druckhülle mit
Hilfe eines motorbetriebenen Schlittens in Richtung Bug bzw. Heck
verschoben wird. In beiden Fällen
wird der Gesamtschwerpunkt des Fahrzeugs verschoben. Problematisch
dabei ist jedoch die Gestaltung des Bauraums innerhalb der Druckkammer
des Tauchfahrzeugs für
diese Zwecke. So muss ein freier Kanal im Innern dieser Kammer geschaffen
werden, der gewährleistet,
dass die Trimmmasse ihre Verfahrstrecke zwischen Bug und Heck zurücklegen
kann, ohne mit anderen Einbaukomponenten, wie zum Beispiel Batterien
oder Elektronikbauteilen zu kollidieren. Das gleiche Platzproblem
entsteht, wenn sich der Schlitten und die verfahrbare Masse außerhalb
einer Druckhülle
befinden. Auch in diesem Fall gestaltet es sich als schwierig, Teile
des Fahrzeugs und auch die evtl. vorhandene Druckhülle mit
einem verfahrbaren soliden Trimmgewicht zu passieren.
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Aus
dem Dokument
DE 23
16 761 C3 ist eine Trimmvorrichtung eines Unterwasserfahrzeugs
mit Druckkörper
bekannt, bei dem als Trimmmassen die Antriebsenergie speichernden
elektrischen Akkumulatoren verwendet werden. Diese sind außerhalb
des Hauptströmungskörpers des
Unterwasserfahrzeugs in zylinderförmigen Behältern untergebracht, deren Längsrichtung
mit der Hauptrichtung der Trimmbewegung zusammenfällt. Innerhalb
dieser Behälter sind
in Führungen
verschiebbare Kasten vorgesehen, in denen jeweils einer der Antriebsenergiespeicher
untergebracht ist. Nachteilig bei dieser Anordnung sind jedoch die
zylindrischen Anbaubehälter außen an der
Fahrzeughülle,
die einen zusätzlichen Strömungswiderstand
erzeugen. Auch die Anbindung der Behälter an die Fahrzeughülle sowie
die elektrische Verbindung der bewegbaren Antriebsenergiespeicher
an die in der Fahrzeughülle
befindlichen elektrischen Verbraucher gestaltet sich als schwierig.
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In
vielen Fällen
ist es notwendig, das Tauchgerät
mit zusätzlichen
Geräten
bzw. Sensoren zu bestücken,
um individuelle Tauchfahrten durchführen zu können. Um diese Zusatzbauteile
unterzubringen, wird häufig
ein komplettes zusätzliches
Rumpfsegment zwischen Bug und Heck des Tauchfahrzeugs eingesetzt.
Das Fahrzeug wird um diesen Teil in seiner Gesamtlänge verändert. Die
konstruktive Gestaltung eines Lagetrimmsystems mit soliden, verschiebba ren
Gewichten erweist sich bei dieser modularen Fahrzeugbauweise jedoch
als sehr schwierig. So muss auch die Mechanik zur Verschiebung der
Gewichte beim Einbau des Zusatzsegments schnell erweitert werden.
Hier wird schnell deutlich, dass ein Lagetrimmsystem mit verschiebbaren
soliden Massen auch in modular aufgebauten Tauchfahrzeugen konstruktiv
schwierig zu gestalten ist.
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Der
Bauraum eines Unterwasserfahrzeugs mit einem integrierten Lagetrimmsystem
lässt sich besser
ausnutzen, wenn anstatt der Bewegung eines soliden Festkörpers eine
bezüglich
der Wasserdichte schwere bzw. leichte Flüssigkeit entlang der axialen Fahrzeugachse
verschoben wird. Diese Ausführungsart
hat den Vorteil, dass nur dünne
Schläuche zwei
im Bug und Heck platzierte expandierbare Flüssigkeitsbehälter miteinander
verbinden. Im Gegensatz zur sperrigen Verschiebemechanik solider
Gewichte lassen sich Schläuche
bequem an den Einbauteilen des Fahrzeugs, wie zum Beispiel an Druckhüllen, vorbei
verlegen. Dies gilt auch, wenn das Fahrzeug um zusätzliche
Rumpfsegmente erweitert wird, da sich die Verbindungsschläuche zwischen den
Trimmbehältern
zum Beispiel durch den Einsatz von Schlauchkupplungen schnell in
ihrer Länge
anpassen lassen.
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Bisher
wurde ein Lagetrimmsystem vorgeschlagen, das Druckkörper für die Hausung
von Trimmfluiden nutzt, vgl. zum Beispiel das Dokument
US 3,343,511 A . Problematisch
bei dem Einsatz von Druckhüllen
ist aber die Sicherstellung der Festigkeit bei größer werdenden
Außendrücken. Mit
zunehmendem Außendruck
muss die Wandstärke
der Außenhülle eines
starren Druckkörpers
größer werden, damit
sie sich nicht plastisch verformt. Der größte Nachteil solcher Systeme
unter diesen Bedingungen besteht in dem großen Gewicht und Volumen der Druckkörper sowie
den steigenden Fertigungskosten. Außerdem müssen große Bauteilgewichte durch größere Auftriebskörpervolumina
kompensiert werden, um das gesamte Unterwasserfahrzeug auf neutralen
Auftrieb einstellen zu können.
Da die Platzverhältnisse
in einem Unterwasserfahrzeug jedoch begrenzt sind, ist die Kompensation
von extrem schweren Bauteilen nur bedingt möglich.
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Aus
dem Dokument
US 3,343,511
A ist ein hydraulisches Lagetrimmsystem bekannt, das aus zwei
aufeinandergeschraubten und gedichteten Kugelhalbschalen besteht.
Eine dieser Kugeln ist im Bug und die andere im Heck des Fahrzeugs
positioniert. Eine flexible Membran in der Mitte dieser zwei Kugelhalbschalen
unterteilt das Behälterinnere
in zwei Volumina. Das eine Volumen ist mit dem schweren Fluid Quecksilber
zum Trimmen gefüllt,
wohingegen das an dere Volumen mit einer gut pumpbaren Flüssigkeit
(zum Beispiel Öl)
gefüllt
ist. Soll der Neigungswinkel des Tauchfahrzeugs geändert werden, so
wird das Pumpmedium (Öl)
zum Beispiel aus dem Behälter
im vorderen Teil des Fahrzeugs in den Behälter im hinteren Teil gepumpt.
Die aufgrund des Pumpens von Öl
erzeugte Deformation der Membran innerhalb der Behälter führt dazu,
dass Quecksilber durch eine zweite Rohr- oder Schlauchverbindung vom
hinteren in den vorderen Behälter
befördert
wird. Die Folge ist ein schwererer Bug und ein leichteres Heck des
Fahrzeugs und eine sich dadurch einstellende Fahrzeugneigung relativ
zur Wasseroberfläche.
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Ist
dieses System jedoch außerhalb
einer druckbeständigen
Fahrzeughülle
angebracht, so bildet es eine Druckkammer. Bei sehr großen Tauchtiefen
lastet der gesamte Tiefendruck auf der Kugelbehälterwand. Ist der Tank für den hohen
Umgebungsdruck jedoch zu instabil, so kommt es, abhängig von der
Kompressibilität
der gehausten Trimmflüssigkeit, zu
einer plastischen und damit irreversiblen Behälterverformung. Es können gar
Risse an der Behälterwand
eines Edelstahl- oder Aluminiumtanks entstehen, was unweigerlich
zur Zerstörung
des Systems führt.
Prinzipiell ließe
sich diese Gefahr in gewissen Grenzen durch flexible Verbindungsschläuche zwischen
den Kammern ausgleichen. Da aber auch die Membran nur eine geringe
Volumenverschiebung zulässt,
ist die Einsatzfähigkeit
dieses Systems sehr beschränkt.
Nachteilig ist bei diesem Vorschlag die im Vergleich zu Quecksilber
hohe Kompressibilität
des leichten Fluids. Bei einem Tauchgang wird das leichte Fluid
komprimiert und verschiebt das Quecksilber.
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In
dem Dokument
US 3,343,511
A wird Quecksilber als schweres Trimmmedium vorgeschlagen
und zwischen zwei im Bug und Heck des Tauchfahrzeugs positionierten
Behältern
hin und her gepumpt. Wegen seines hohen spezifischen Gewichts von
etwa 13,5 kg/l und des großen
Bereichs, in dem es einen flüssigen
Aggregatzustand aufweist, scheint es ein ideales Medium für diese
Aufgaben zu sein.
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Quecksilber
ist jedoch ein giftiges Material, welches extrem umweltschädlich ist,
wenn es zum Beispiel durch eine Leckage in die Umwelt gelangt. Auch
bei Wartungsarbeiten, die häufig
an Bord eines Mutterschiffs stattfinden, verursacht ausgelaufenes Quecksilber
und dessen Verteilung im Meerwasser eine schwerwiegende Bedrohung
für die
Nahrungskette. Beim Menschen kann es akute sowie chronische Vergiftungen
bewirken.
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Zusätzlich ist
es sehr reaktionsfreudig mit vielen Metallen. So können Komponenten,
mit denen es in Berührung
kommt, stark geschwächt
und in ihrer Funktion beeinträchtigt
werden (Pumpen und Ventile). Diese und andere Eigenschaften machen Systeme,
die Quecksilber als Trimmmedium einsetzen, gefährlich bei der Nutzung sowie
Reparatur.
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Werden
anstatt von soliden Trimmgewichten Flüssigkeiten eingesetzt, so ist
bei sehr hohen Außendrücken auch
die nicht mehr vernachlässigbare Kompressibilität der Trimmflüssigkeiten
zu berücksichtigen.
Bei Tauchvorgängen
lasten die mit steigender Meerestiefe auftretenden Drücke auf
jedem Bauteil. Je 100 Meter steigt der Druck um etwa 10 bar. Dementsprechend
entspricht zum Beispiel der Außendruck
bei einer Wassertiefe von 6000 Metern etwa 600 bar.
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Das
Dokument
DE 34 16 138
A1 beschreibt ein U-Boot als Kinderspielzeug. In dem U-Boot
ist ein Rohr auf beiden Seiten mit dehnbaren Membranen fest verschlossen.
In dem Rohr ist ein Servo befestigt, das über Bolzen die Membranen zusammenzieht bzw.
auseinanderdrückt.
Dadurch entsteht eine Volumendifferenz und das U-Boot taucht ab
bzw. auf. Durch die zwei Membranen vertrimmt sich das U-Boot beim
Tauchvorgang nicht.
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Das
Dokument
DE 36 22 760
A1 beschreibt eine Tauchvorrichtung von Modelunterseeboten.
Die Tauchvorrichtung ist so ausgebildet, dass zwei Wassertanks mittels
zweier Zahnradpumpen geflutet oder gelenzt werden können. Ein
Steigrohr reguliert die benötigte
Wassermenge, um auf eine vorbestimmte Tauchtiefe zu gelangen. Ein
Abschalten der Zahnradpumpen ist nicht erforderlich, da überschüssiges Wasser
mittels Überlaufrohre
nach außen
gelangt. Beim Auftauchen schließen
Rückschlagventile
die Überlaufrohre
und ein flexibler Wassertank zieht sich zusammen. Sobald das Model
mit seiner Turmspitze die Wasseroberfläche erreicht, strömt Luft
in die Wassertanks und der Druckausgleich im Bootsinneren wird hergestellt.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Trimmvorrichtung für eine Unterwassereinrichtung
sowie eine Unterwassereinrichtung zu schaffen, die auch bei extrem
hohen Außendrücken eine
sichere Funktion gewährleisten.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Trimmvorrichtung für
eine Unterwassereinrichtung nach dem unabhängigen Anspruch 1 sowie eine Unterwassereinrichtung
nach dem unabhängigen Anspruch
11 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Unteransprüchen.
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Die
Erfindung umfasst den Gedanken einer Trimmvorrichtung für eine Unterwassereinrichtung mit
einem Behältertrimmsystem
mit zwei einander zugeordneten Behältern, die über eine Fluidverbindung verbunden
sind und zwischen denen über
die Fluidverbindung ein Trimmfluid, welches eine von Wasser verschiedene
Dichte aufweist, ausgetauscht werden kann, wobei die zwei Behälter jeweils
mit einer eine Veränderung
eines Behältervolumens
zulassenden Behälterwandung
aus flexiblen Material gebildet sind. Weiterhin ist eine Unterwassereinrichtung mit
einer solchen Trimmvorrichtung vorgesehen.
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Die
Dichte des Trimmfluids, bei dem es sich vorzugsweise um eine Flüssigkeit
handelt, kann größer oder
kleiner als die Dichte von Wasser sein. Bevorzugt korrespondieren
Volumenän derungen
der zwei einander zugeordneten Behälter, so dass eine Volumenvergrößerung eines
Behälters
zu einer entsprechenden Volumenverkleinerung des anderen Behälters führt, so
dass das Gesamtvolumen des Systems der zwei Behälter und der sie verbindenden Fluidverbindung
konstant bleibt. Zweckmäßig sind die
zwei Behälter
in einer Ausgestaltung jeweils als druckneutrale Behälter ausgeführt, was
bedeutet, dass eine Druckbeaufschlagung der Behälterwandung im wesentlichen
vollständig
auf das Fluid in dem Behälter übertragen
wird, ohne dass die Behälterwandung
selbst merkliche Kräfte
der Druckbeaufschlagung entgegenstellt. Mit der vorgeschlagenen Trimmvorrichtung
gelingt es, auch unter extremen Bedingungen eine statische Trimmung
eines Unterwasserfahrzeugs mittels Verlagern des Trimmfluids sicher
einzustellen. Die vorgesehene flexible Behälterwandung ermöglicht die
Berücksichtigung
einer Kompressibilität
des Trimmfluids und somit von Volumenänderungen des Trimmfluids unter
sehr hohen Außendrücken, die
ausgeglichen werden.
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Die
Fluidverbindung wird genutzt, um das Trimmfluid zwischen den zwei
einander zugeordneten Behältern
auszutauschen, beispielsweise hin und her zu pumpen. Aufgrund der
Flexibilität
der Behälterwandung
ist es möglich,
hohe Außendrücke direkt auf
das gehauste Trimmfluid zu übertragen.
Verändert
sich aufgrund von Kompressionen dessen Volumen, passt sich die Behälterwandung
flexibel und elastisch an.
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Eine
bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Behälterwandung
der zwei Behälter
einen Faltenbalgwandabschnitt aufweist. Die Behälterwandung kann in einer Ausgestaltung
vollständig
mithilfe des Faltenbalgs gebildet sein. Faltenbälge sind üblicherweise so ausgelegt,
dass sie sich in eine Richtung ausdehnen und zusammenziehen. Sie sind
somit in der Lage, sich bei hohen Außendrücken in einer durch den Einbau
vorgebbaren Richtung zu verformen und so eine Volumenänderung
des Trimmfluids unter hohem Druck zu kompensieren. Auch hier kompensiert
das Behältertrimmsystem
den Außendruck,
wenn der ausgeübte
Druck des Trimmfluids im Innern der Behälter aufgrund seiner Kompression
genauso groß ist
wie der Umgebungsdruck. Faltenbälge
sind in verschiedenen Ausführungsformen als
solche bekannt, beispielsweise können
sie aus einem Kunststoffmaterial gefertigt sein.
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Bei
einer zweckmäßigen Ausgestaltung
der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Faltenbalgwandabschnitt
mittels einer Faltbalgführung
geführt
ist. Die Faltenbalgführung
dient dazu, die Ausdehnung und die Verkleinerung des Faltenbalgs
bei einer Behälter-Volumen änderung
in einer vorgegebenen Richtung auszuführen. Darüber hinaus unterstützt die
Faltenbalgführung
die mechanische Stabilität
des Behältertrimmsystems.
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Eine
vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Behälterwandung der zwei Behälter einen
formlosen Wandabschnitt aufweist. Die zwei Behälter können vollständig oder teilweise mittels
formloser Wandabschnitte gebildet sein, so dass in einer Ausführungsform
vollständig
formlose Behälter
vorgesehen sind. Hierzu gehören
beispielsweise Säcke,
Beutel oder Ballons, die zum Beispiel aus einem Kunststoffmaterial
oder einem gummiartigen Elastomer bestehen können. Auch eine Kombination
von Faltenbalgabschnitten und formlosen Wandabschnitten zur Ausbildung
der Behälterwandung
kann vorgesehen sein.
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Bevorzugt
sieht eine Fortbildung der Erfindung vor, dass das Behältertrimmsystem
eine Fördereinrichtung
zum Fördern
des Trimmfluids zwischen den zwei Behältern über die Fluidverbindung aufweist.
Die Fördereinrichtung
kann beispielsweise eine Pumpe aufweisen, mit der das Trimmfluid
zwischen den zwei Behältern
gefördert
wird.
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Bei
einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass die Fördereinrichtung
eine Druckeinrichtung umfasst, die konfiguriert ist, wenigstens
einen der zwei Behältern
von außen
gegen die Behälterwandung
drückend
mit einem äußeren Druck
zu beaufschlagen. Die Druckeinrichtung kann mit einer Selbsthaltefunktion
ausgestattet sein, so dass sie in einer eingenommenen Stellung verbleibt.
Als Druckeinrichtung kann zum Beispiel ein Stempel verwendet werden,
der vorzugsweise in stirnseitiger Lage zu dem Behälter angeordnet
ist. Mithilfe der Druckeinrichtung kann eine Volumenänderung
eines oder beider Behälter
aktiv betrieben werden, weshalb dann eine aktive Volumenänderung vorliegt.
Die aktive Volumenänderung
kann für
nur einen oder beide Behälter
vorgesehen sein. Für
den Fall, dass nur für
einen der zwei Behälter
ein aktiver Betrieb der Volumenänderung
vorgesehen ist, erfolgt die Volumenänderung des anderen der zwei
Behälter passiv,
nämlich
als passive Reaktion auf die aktive Volumenänderung.
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Eine
Weiterbildung der Erfindung kann vorsehen, dass das Behältertrimmsystem
eine den zwei Behältern
zugeordnete Entlüftungsöffnung aufweist. Über die
Entlüftungsöffnung kann
insbesondere beim Befüllen
des Behältertrimmsystem
mit dem Trimmfluid überschüssige Luft
abgelassen werden.
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Eine
bevorzugte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Behältertrimmsystem
zwei weitere einander zugeordnete Behälter aufweist, die über eine
weitere Fluidverbindung verbunden sind und zwischen denen über die
weitere Fluidverbindung ein weiteres Trimmfluid, welches eine von
Wasser sowie von dem Trimmfluid verschiedene Dichte aufweist, ausgetauscht
werden kann, wobei die zwei weiteren Behälter jeweils mit einer eine
Veränderung
eines Behältervolumens
zulassenden Behälterwandung aus
flexiblen Material gebildet sind. Auf diese Weise ist ein Zweikammersystem
in druckneutraler Ausführung
gebildet. Für
die zwei weiteren Behälter
sowie die weitere Fluidverbindung gelten bezüglich der Ausgestaltungsmöglichkeiten
die in Zusammenhang mit den zwei Behältern und der Fluidverbindung
gemachten Erläuterungen
entsprechend. In dem Zweikammersystem weist das Trimmfluid vorzugsweise eine
Dichte auf, die größer als
die Dichte von Wasser ist, wohingegen die Dichte des weiteren Trimmfluids kleiner
als die Dichte von Wasser ist oder umgekehrt. Um die Vor- und Nachteile
eines druckneutralen Zweikammersystems gegenüber denen eines Einkammersystems
detaillierter aufzuzeigen, wird beispielhaft ein Doppelkammer-Lagetrimmsystem
mit der Dichte eines leichten Trimmfluids von 0,7 kg/l und der einer
schweren Flüssigkeit
von 2 kg/l betrachtet. Diese beiden Werte entsprechen den Dichten
von bevorzugt eingesetzten Silikonölen oder Perfluorcarbonen.
Gegenüber
einem Einkammersystem, in dem ein schweres Perfluorcarbon mit einer
Dichte von 2 kg/l zum Einsatz kommt, erhöht sich die Trimmmomententwicklung
um 30%. Um etwa 30% verringert sich das Gewicht des Doppelkammer-Lagetrimmsystems
im getauchten Fahrzeugzustand. Das Trockengewicht des betrachteten
Doppel- oder Zweikammersystems ist jedoch um etwa 35% höher als
das des betrachteten Einkammersystems.
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Prinzipiell
ist es sinnvoll, bei einem Einkammersystem Trimmfluide mit geringerer
Dichte als Wasser einzusetzen. Dies bietet den Vorteil, dass das
gesamte Tauchsystem unter Wasser nicht unnötig schwer gestaltet wird.
Erzeugt das gesamte System durch die Wahl einer leichten Trimmflüssigkeit insgesamt
Auftrieb, so kann sogar Bauraum für sonst notwendige kompensierende
Fahrzeugauftriebskörper
eingespart werden. Es ist somit also möglich, das gesamte Unterwasserfahrzeug
kleiner zu gestalten oder bei gleichem Bauraum mehr Platz für andere Einbaukomponenten
zur Verfügung
zu stellen. Einsetzbare leichte Trimmfluide mit einer Dichte von etwa
0,7 kg/l sind unter anderem Benzin (Oktan) oder diverse Silikonöle.
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Es
hat sich herausgestellt, dass es eine größere Auswahl von potentiell
einsetzbaren schweren Flüssigkeiten
gibt, die einen größeren Dichteunterschied
zu Wasser aufweisen als Fluide mit geringerer Dichte. Diese größere Dichtedifferenz
zwischen Wasser und Trimmmedium erhöht den Wirkungsgrad des Lagetrimmsystems.
Als schwere Flüssigkeit kann
bevorzugt ein Perfluorcarbon mit einer Dichte von etwa 2 kg/l eingesetzt.
Im Vergleich zu Quecksilber besitzt es zwar eine geringere Dichte,
ist aber dafür
für den
Menschen und die Umwelt relativ ungefährlich. Auch die Toxizität gegenüber Wasserorganismen
ist vernachlässigbar.
Aus diesen Gründen sind
Wartungs- und Reparaturarbeiten auch an Bord eines Mutterschiffs
durchführbar.
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Bei
einer zweckmäßigen Ausgestaltung
der Erfindung kann vorgesehen sein, dass einer der zwei Behälter und
einer der zwei weiteren Behälter
miteinander gekoppelt sind, derart, dass eine Volumenänderung
des einen der zwei Behälter
zu einer korrespondierenden Volumenänderung des einen der zwei weiteren
Behälter
führt.
Die Kopplung zwischen den Behältern
kann kraftschlüssig
erfolgen, so dass eine Volumenvergrößerung des einen Behälters automatisch
eine Volumenverkleinerung des anderen nach sich zieht und umgekehrt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die beiden Behälter stirnseitig
miteinander gekoppelt. Bei einer Ausführung der gekoppelten Behälter als
Faltenbälge
können
diese in einem gemeinsamen Gehäuse
gelagert werden, insbesondere ist dann auch eine gemeinsame Führung der Faltenbälge ermöglicht.
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Eine
vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Volumenänderung des einen der zwei
Behälter
aktiv und die korrespondierende Volumenänderung des einen der zwei
weiteren Behälter
passiv ausführbar
sind.
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Bei
der Unterwassereinrichtung mit einer Trimmvorrichtung nach einer
der vorangehend beschriebenen Ausführungsformen handelt es sich
beispielsweise um ein stationäres
oder ein nicht-stationäres
Tauchsystem, insbesondere um ein Unterwasserfahrzeug.
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Es
gibt verschiedene Möglichkeiten,
die Trimmflüssigkeiten
zwischen den Trimmbehältern
im Bug und im Heck eines Unterwasserfahrzeugs hin und her zu befördern. Eine
Variante ist der Einsatz einer hydraulischen Pumpe mit geeigneten
Antrieben, die in die Fluidverbindung der Behälter zwischengeschaltet ist.
Um eine selbstständige
Flüssigkeitsumverteilung
bei abgeschalteter Pumpe zu vermeiden, müssen Ventile in dieser Leitung
eingebaut werden. Während
des Pumpvorgangs sind die Ventile geöffnet. Bei abgeschalteter Pumpe
sind sie geschlossen. Eine andere Alternative ist die Förderung
der Trimmflüssigkeiten
mittels eines Stempels, der an der Stirnseite eines flexiblen Faltenbalgs
befestigt ist. Mit Hilfe eines entsprechenden Antriebs (zum Beispiel
hydraulisch, elektrisch) drückt
der Stempel den Balg zusammen oder zieht ihn auseinander. Dementsprechend
wird die Trimmflüssigkeit
aus dem Behälter herausgepresst
oder in ihn hinein gesogen. Ist der Trimmvorgang abgeschlossen und
steht der Stempel durch die Selbsthaltekraft des Antriebs in einer
festen Position, so ist in diesem System kein Ventil notwendig,
um eine Umverteilung der Trimmflüssigkeiten
zu verhindern.
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Die
Trimmvorrichtung kann als Teil eines Regelkreises gebildet sein,
in dem die Neigung des Unterwasserfahrzeugs sensorisch erfasst und
mit einer Verschiebung der Trimmflüssigkeit kompensiert wird. Ein
im Unterwasserfahrzeug integrierter Neigungssensor als Messglied
detektiert die Neigung des Tauchfahrzeugs relativ zur Horizontalen.
Weicht das Fahrzeug von seiner vorgegebenen Sollposition ab, so
führt der
entstandene Regelfehler zur Aktivierung der Flüssigkeitsbewegung, wobei die
in den im Bug und Heck platzierten Behältern befindliche Trimmflüssigkeit
solange umverteilt wird, bis die Solllage des Tauchfahrzeugs wieder
eingenommen ist.
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Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
der Erfindung
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf Figuren einer Zeichnungen näher
erläutert.
Hierbei zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Trimmvorrichtung mit zwei einander
zugeordneten Behältern,
die als Faltenbälge
ausgeführt
sind,
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2 eine
schematische Darstellung einer Trimmvorrichtung mit zwei einander
zugeordneten Behältern,
die als Faltenbälge
ausgeführt
sind, wobei eine Trimmflüssigkeit
in den Behältern
aufgenommen ist und eine andere Flüssigkeit außerhalb der Behälter in
einem Tank gespeichert ist,
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3 eine
schematische Darstellung einer Trimmvorrichtung mit vier Behältern (Zweikammer-Ausführung),
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4 eine
schematische Darstellung der Trimmvorrichtung mit zwei einander
zugeordneten Behältern,
wobei im Unterschied zu 1 ein bewegbarer Stempel vorgesehen
ist, um das Trimmfluid zu fordern,
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5 eine
schematische Darstellung einer Trimmvorrichtung in Zweikammer-Ausführung, bei der
im Unterschied zu 3 ein bewegbarer Stempel vorgesehen
ist, um das Trimmfluid zu fördern,
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6 eine
schematische Darstellung einer Trimmvorrichtung mit zwei einander
zugeordneten Behältern,
die als formlose Behälter
ausgeführt
sind, und
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7 eine
schematische Darstellung eines Unterwasserfahrzeugs mit einer Trimmvorrichtung mit
zwei einander zugeordneten Behältern,
die an Bug und Heck angeordnet sind.
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In 1 und 6 ist
anhand einer Schnittdarstellung der grundsätzliche Aufbau eines druckneutralen
Einkammer-Lagetrimmsystems dargestellt. Die Systeme bestehen aus
zwei Ballons 601, 602 oder zylindrischen Faltenbälgen 101, 102,
die sich möglichst
weit vorne und hinten innerhalb des Unterwasserfahrzeugs befinden.
Je weiter diese Ballasttanks vom Gesamtschwerpunkt des Unterwasserfahrzeugs
entfernt sind, desto höher
fallen die erzeugbaren Drehmomente und damit die Trimmwirkungen aus.
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Die
beiden Ballons 601, 602 oder die beiden Faltenbälge 101, 102 sind
mit einer im Vergleich zu Wasser schwereren (oder leichteren) Flüssigkeit
befüllt
und ändern
je nach Befüllungsgrad
ihr Volumen. Die Behälter
sind durch einen Schlauch 603, 103 miteinander
verbunden. Dadurch kann die Trimmflüssigkeit durch geeignete Pumpen 604, 104 mit
Antrieben 605, 105 zwischen den Behältern hin
und her befördert
werden. 1 und 2 zeigen
den jeweils zur Hälfte
befüllten
linken (vorderen) und rechten (hinteren) Ballon oder Faltenbalg.
Ist das Unterwasserfahrzeug horizontal ausgetrimmt, sind beide Behälter auf diese
Weise befüllt.
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Soll
das Unterwasserfahrzeug beim Abtauchen unterstützt werden, so wird eine im
Vergleich zur Dichte von Wasser schwere Trimmflüssigkeit in den vorderen Ballon 601 bzw.
Faltenbalg 101 befördert.
Dadurch senkt sich der Bug. Bei einer Auftauchfahrt wird die schwere
Trimmflüssigkeit
dementsprechend in den hinteren Ballasttank 602, 102 befördert, so
dass sich das Heck senkt. Wird eine im Vergleich zur Dichte von
Wasser leichtere Flüssigkeit
als Trimmmedium eingesetzt, so senkt sich der Bug dann, wenn die
Flüssigkeit
in den im Heck positionierten flexiblen Tank 602, 102 befördert wird.
Wird das leichte Trimmfluid in den im Bug positionierten dehnbaren
Behälter 601, 101 gepumpt,
so senkt sich dementsprechend das Heck.
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Gepumpt
wird die Flüssigkeit
mit einer druckneutralen Hydropumpe 604, 104,
die durch einen elektrischen oder hydraulischen Motor 605, 105 angetrieben
wird. Die Hydropumpe 604, 104 ist in der Lage,
das Trimmfluid in beide Richtungen zu fördern. Während des Pumpvorgangs ist
das druckneutrale elektromagnetische oder hydraulische Ventil 606, 106 geöffnet. Ist
der Pumpvorgang beendet, so schließt das Ventil und bleibt stromlos
geschlossen.
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1 zeigt
eine Ausführungsvariante,
in der die Faltenbälge 101, 102 jeweils
von einem zylindrischen Gehäuse 113, 114 zur
axialen Führung
der Bälge
umgeben sind. Diese Gehäuse
sind mit diversen Öffnungen 115 und 116 versehen,
so dass Meerwasser in die Gehäuse 113, 114 hinein-
bzw. herausfließen
kann. Im abgetauchten Zustand des Fahrzeugs sind die Faltenbälge komplett
mit Wasser umgeben. Wird die Trimmflüssigkeit vom Balg 101 in den
Balg 102 befördert,
so ändert
sich die axiale Länge
beider Faltenbälge
und damit ihr Volumen. Balg 101 zieht sich axial zusammen,
währenddessen
sich Balg 102 entlang seiner axialen Achse dehnt. Damit sich
die Balge nicht durch das Gewicht der Trimmflüssigkeit nach unten durchbiegen,
werden die Außenkanten
der Faltenbälge 101, 102 durch
die Innenflächen
der zylindrischen Gehäuse 113, 114 axial
geführt.
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Zur
erstmaligen Befüllung
der Ballasttanks 601, 602, 101, 102 ist
eine Befüllungsleitung 612, 112 vorgesehen.
Bei geöffnetem
Ventil 606, 106 wird vorzugsweise zuerst der linke
(vordere) Ballon 601, Balg 101 bis zu seinem minimalen
Fassungsvermögen
mit der Trimmflüssigkeit
befüllt.
Die durch die Trimmflüssigkeit
verdrängte
Luft kann durch eine Entlüftungsleitung 610, 110 und
das Entlüftungsventil 607, 107 entweichen.
Dadurch, dass die Falten der Balge bei der Befüllung aufeinander liegen ist
gewährleistet, dass
alle Luft durch die Entlüftungsleitungen
entweichen kann und kein Lufteinschluss im Balg vorhanden ist. Ist
dieser Balg wie oben beschrieben befüllt, so wird das Ventil 606, 106 geschlossen
und der rechte (hintere) Ballon 602, Balg 102 maximal
befüllt. Auch
hier kann die verdrängte
Luft durch eine Entlüftungsleitung 611, 111 und
das Entlüftungsventil 608, 108 entweichen.
Ist keine Luft in dem System mehr enthalten, so werden die Ventile 607, 609 und 611, 107, 109 und 111 geschlossen.
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In 2 ist
anhand einer Schnittzeichnung der grundsätzliche Aufbau eines druckneutralen Zweikammer-Lagetrimmsystems
dargestellt. Das System besteht aus zwei Faltenbälgen 201, 202 innerhalb
von mit Meerwasser umgebenen, geschlossenen Behältern 213, 214,
die sich jeweils möglichst weit
vorne bzw. hinten innerhalb des Unterwasserfahrzeugs befinden. Die erzeugbaren
Drehmomente und damit die Trimmwirkungen fallen umso höher aus,
je weiter die beiden Ballasttanks vom Gesamtschwerpunkt des Unterwasserfahrzeugs
entfernt sind.
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Die
Faltenbälge 201, 202 sind
mit einer Flüssigkeit
befüllt,
die eine geringere Dichte als Wasser aufweist und durch eine Leitung 203 miteinander
verbunden. Behälter 213, 214 sind
stattdessen mit einer schweren Flüssigkeit gefüllt, die
durch eine Ausgleichsleitung 223 in Verbindung stehen.
Es ist auch möglich,
die Faltenbälge 201, 202 mit
einer Flüssigkeit
hoher Dichte zu befüllen
und die Behälter 213, 214 mit
einem Fluid geringer Dichte. Gepumpt wird zum Beispiel nur die im
Faltenbalg gehauste Flüssigkeit,
wobei die zweite Flüssigkeit
im Behälter
passiv gefördert
wird. Die Deckel 215, 216 oder ein anderer Teil
der Tanks 213, 214 sind als flexible Membran ausgelegt.
Hohe Umgebungsdrücke
werden dadurch direkt auf beide gehauste Trimmflüssigkeiten übertragen und damit kompensiert.
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In 3 ist
anhand einer Schnittzeichnung ein zweiter vorstellbarer Aufbau eines
druckneutralen Zweikammer-Lagetrimmsystems dargestellt. Das System
besteht insgesamt aus vier Faltenbälgen 301, 302, 315 sowie 316 innerhalb
von meerwassergefluteten Behältern 313, 314,
die sich jeweils möglichst
weit vorne bzw. hinten innerhalb des Unterwasserfahrzeugs befinden.
Die Faltenbälge 301 und 302 sind
mit einer Flüssigkeit
mit im Vergleich zu Wasser geringer Dichte befüllt und durch eine Leitung 303 miteinander
verbunden. Die beiden Balge 315, 316 sind stattdessen
mit einer schweren Flüssigkeit
gefüllt,
und durch eine Ausgleichsleitung 323 verbunden. Es ist
auch möglich,
die Faltenbälge 301 und 302 mit
einer Flüssigkeit
hoher Dichte und die Balge 315, 316 mit einem
Fluid geringer Dichte zu befüllen. Gepumpt
wird hier wie auch im System aus 2 nur eine
in zwei Faltenbälgen
gehauste Flüssigkeit,
wobei die zweite Flüssigkeit
in den anderen beiden Balgen nicht aktiv sondern passiv gefördert wird.
Dadurch, dass die Schutzbehälter 313, 314 diverse Öffnungen 324, 325 besitzen,
so dass Seewasser eindringen kann, werden hohe Umgebungsdrücke direkt auf
die gehausten Trimmflüssigkeiten übertragen
und damit kompensiert.
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Wie
in den in 1 und 6 beschriebenen
Systemen wird eine der beiden Trimmflüssigkeiten aus den Systemen
aus 3 und 4 mit Hilfe einer Hydropumpe 204, 304,
die durch einen elektrischen oder hydraulischen Motor 205 bzw. 305 angetrieben
wird, gepumpt. Die Hydropumpe 204, 304 ist in
der Lage, das Trimmfluid in beide Richtungen zu fördern. Während des
Pumpvorgangs ist das druckneutrale Ventil 206, 306 geöffnet. Ist
der Pumpvorgang beendet, so schließt das Ventil und bleibt stromlos
geschlossen.
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Ähnlich wie
die oben beschriebene erstmalige Befüllung der Einkammersysteme
aus 1 und 6 lassen sich auch die Zweikammersysteme
aus 2 und 3 erstmalig befüllen. Die
durch die Trimmflüssigkeit
verdrängte
Luft kann durch Entlüftungsleitungen 210, 211, 219 und 220, 310, 311, 319 und 320 und
die Entlüftungsventile 207, 208, 217 und 218, 307, 308, 317 und 318 entweichen.
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4 zeigt
eine Ausführungsvariante,
die der Variante aus 1 ähnlich ist. Die Faltenbälge 401, 402 sind
jeweils von einem zylindrischen Gehäuse 413, 414 zur
axialen Führung
der Balge umgeben. Diese Gehäuse
sind mit diversen Öffnungen 415 und 416 versehen,
so dass Meerwasser in die Gehäuse 413 und 414 hinein-
bzw. herausfließen
und Luft entsprechend entweichen kann. Im abgetauchten Zustand des
Fahrzeugs sind die Faltenbälge komplett
mit Wasser umgeben. Damit sich die Balge nicht durch das Gewicht
der Trimmflüssigkeit
nach unten durchbiegen, werden die Außenkanten der Faltenbälge 401 und 402 durch
die Innenflächen
der zylindrischen Gehäuse 413, 414 axial
geführt.
Anders als im System aus 2 wird hier jedoch die Flüssigkeit
mit Hilfe eines beweglichen Stempels 504 gefördert, der
an der Stirnseite des flexiblen Faltenbalgs 401 befestigt
ist. Mit Hilfe eines Antriebs 405 (zum Beispiel hydraulisch,
elektrisch) kann der Stempel 404 den Balg 401 zusammendrücken oder
auseinander ziehen. Dementsprechend wird die Trimmflüssigkeit
aus dem Behälter
herausgepresst bzw. hinein gesogen. Der korrespondierende Faltenbalg 402 wird
befüllt
bzw. entleert. Ist der Trimmvorgang abgeschlossen und steht der
Stempel durch die Selbsthaltekraft des Antriebs 405 in
einer festen Position, so ist bei diesem System kein Ventil notwendig,
um eine selbsttätige
Umverteilung der Trimmflüssigkeit
zu verhindern.
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5 zeigt
die Schnittzeichnung einer weiteren Ausführungsalternative eines Zweikammersystems. Ähnlich wie
das System aus 5 besteht dieses insgesamt aus
vier Faltenbälgen 501, 502, 515 sowie 516 innerhalb
von meerwassergefluteten Behältern 513, 514,
die sich jeweils möglichst
weit vorne bzw. hinten innerhalb des Unterwasserfahrzeugs befinden.
Die Faltenbälge 501, 502 sind
mit einer Flüssigkeit
mit im Vergleich zu Wasser geringen Dichte befüllt und durch eine Leitung 503 miteinander
verbunden. Die beiden Balge 515, 516 sind statt
dessen mit einer schweren Flüssigkeit
gefüllt,
die durch eine Ausgleichsleitung 523 in Verbindung stehen.
Es ist auch möglich,
die Faltenbälge 501, 502 mit
einer Flüssigkeit
hoher Dichte und die Balge 515, 516 mit einem
Fluid mit geringer Dichte zu befüllen.
Gepumpt wird hier wie auch im System aus 3 nur eine
in zwei Faltenbälgen
gehauste Flüssigkeit, wobei
die zweite Flüssigkeit
in den anderen beiden Balgen nicht aktiv sondern passiv gefördert wird.
Dadurch, dass die Schutzbehälter 513, 514 diverse Öffnungen 524 und 525 besitzen,
so dass Seewasser eindringen kann, werden hohe Umgebungsdrücke direkt
auf die gehausten Trimmflüssigkeiten übertragen
und damit kompensiert. Entsprechend dem System aus 4 wird
auch hier eine der Flüssigkeiten
mit Hilfe eines beweglichen Stempels 504, der an der Stirnseite
des flexiblen Faltenbalgs 515 befestigt ist, gefördert. Mit Hilfe
eines Antriebs 505 (zum Beispiel hydraulisch, elektrisch)
kann der Stempel 504 entsprechend dem System aus 4 verfahren
werden und somit ein Trimmflüssigkeitsvolumen
fördern.
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In 7 ist
ein Teilschnitt eines Unterwasserfahrzeugs dargestellt. Die beiden
Trimmtanks 701, 707 sind vorne bzw. hinten in
einem fluidgefüllten
Fahrzeuggehäuse 706 angebracht
und durch eine oder mehrere Leitungen 702 miteinander verbunden.
Mindestens eine druckneutrale Einrichtung zur Förderung der Trimmflüssigkeiten 705 samt
Antrieb 704 sowie unter Umständen mindestens ein druckneutrales
Ventil 703 zum sicheren Betreiben des Systems unter extremen
Drücken
sind ebenfalls im Fahrzeuginneren angeordnet.
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Die
in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung offenbarten
Merkmale der Erfindung können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen von Bedeutung
sein.