DE102008011834A1 - Verfahren zum Betreiben einer Lambdasonde - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage einer Brennkraftmaschine mit einem Lambda-Regelsystem zum Regeln des Kraftstoff/Luft-Gemischverhältnisses eines Verbrennungsprozesses der Brennkraftmaschine. Dabei weist die Abgasanlage einen Katalysator und wenigstens ein elektrisches Heizelement zum Aufheizen der Lambdasonde auf Betriebstemperatur auf, welches in wenigstens einem Verfahrensschritt aufgeheizt wird, und das Aufheizen dieses Heizelementes wird durch eine Heizelementsteuerung ausgeführt. Hierbei wird dem Heizelement von der Heizelementsteuerung wenigstens ein Regelparameter wie beispielsweise aufgeprägte Spannung vorgegeben und es wird optional ein Lambdasonden-Temperaturmodell zur Korrektur der Regelparameter verwendet. Es ist vorgesehen, dass in einem ersten Schritt die Leistungsfähigkeit des Heizelementes ermittelt und einem repräsentativen Leistungswert zugeordnet wird und in einem zweiten Schritt dieser repräsentative Leistungswert zur Korrektur der durch die Heizelementsteuerung dem Heizelement pro Zeiteinheit zugewiesenen Energiemenge herangezogen wird.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage einer Brennkraftmaschine mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Merkmalen und eine Motorsteuerung einer Brennkraftmaschine zum Steuern wenigstens einer Lambdasonde mit den im Oberbegriff des Anspruchs 12 genannten Merkmalen.
- Es ist bekannt, dass zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben an die zulässigen Abgasemissionen eine hohe Wirksamkeit von Abgasreinigungsmaßnahmen notwendig ist. Eine dieser Maßnahmen ist eine möglichst genaue Einstellung der Abgaszusammensetzung dergestalt, dass ein im Abgassystem angeordneter Katalysator möglichst wirkungsvoll arbeiten kann. Nach dem Stand der Technik erfolgt eine Justierung des Gemisches durch Nutzung der Signale von im Abgassystem verbauten Lambdasonden. Heutige Lambdasonden basieren auf dem Funktionsprinzip, dass bestimmte Keramiken bei hohen Temperaturen eine von dem Sauerstoffgehalt der angrenzenden Gasmischung abhängige elektrische Leitfähigkeit aufweisen. Daher verfügen heutige Lambdasonden nach dem Stand der Technik über einen Keramikkörper, auf welchem Elektroden zur Bestimmung einer Spannung oder eines Pumpstromes aufgebracht sind, sowie über ein Heizelement, welches den Keramikkörper auf eine Temperatur im Bereich von 600–800°C aufheizt.
- Problematisch ist es, dass das Signal heutiger Lambdasonden abhängig von der Keramikelement-Temperatur ist. Das heißt, dass bei identischer Kraftstoff-Gemischzusammensetzung die Sonde je nach Temperatur ein etwas anderes Signal abgibt. Da dieses Verhalten zu Schwankungen der Gemischzusammensetzung einer Brennkraftmaschine und damit zu einer Verschlechterung der Abgasemissionen führt, wird in der praktischen Anwendung versucht, die Temperatur der Sonden möglichst konstant zu halten.
- Ein bekannter Einfluss auf die Temperatur der Sonde rührt von dem elektrischen Widerstand des Heizelementes. Dieser unterliegt in einer Serienproduktion gewissen Streuungen, wodurch die Sonden im beheizten Zustand bei identischen Heizspannungen unterschiedliche Sondentemperaturen aufweisen. Ein weiterer Einfluss besteht in den je nach Betriebspunkt des Motors unterschiedlichen Abgasmassenströmen und Abgastemperaturen, mit welchen die Sonde beaufschlagt wird. Dadurch ist der Wärmeaustausch zwischen Sonde und Umgebung betriebspunktabhängig unterschiedlich.
- Die Beheizung heutiger Lambdasonden wird mit einem offenen oder geschlossenen Regelkreis realisiert. Bei dem offenen Regelkreis wird üblicherweise eine betriebspunktabhängige Soll-Heizerspannung vorgegeben, wodurch der erwähnte abweichende Wärmeaustausch kompensiert werden soll. Insbesondere kann dabei aber nicht der Wärmeaustausch zwischen der Lambdasonde und der Rohrwand der Abgasanlage/Katalysators bzw. der Außenluft berücksichtigt werden. Dadurch, und auch insbesondere bei dynamischen Lastwechseln, kommt es zu weiteren stärkeren Temperaturschwankungen.
- Bei dem geschlossenen Regelkreis wird der Umstand zunutze gemacht, dass der elektrische Widerstand des Messelementes und des Heizelementes temperaturabhängig ist. Durch entsprechende elektrische Schaltungen kann dieser Widerstand gemessen werden und auf einen konstanten Soll-Widerstand in einem geschlossenen Regelkreis geregelt werden. Nachteilig ist, dass bei dynamischen Lastwechseln aufgrund der thermischen Trägheit Temperaturänderungen am Element auftreten können, die jedoch über den erfassten Widerstandswert nur verzögert und/oder gedämpft erkannt sein können. Außerdem ist der Widerstand elektrischer und elektronischer Elemente in einer Großserienfertigung ebenfalls Streuungen unterworfen. Ferner kommt es auch zu Alterungseffekten, so dass die Korrelation zwischen dem Widerstand und der Temperatur nicht für alle Sensoren und Alterungszustände dieselbe ist. Bekannt ist im Stand der Technik des weiteren, über Rechenmodelle die aktuelle Temperatur der Lambdasonde zu berechnen. Dabei werden unterschiedliche motorische Betriebspunkte dergestalt berücksichtigt, dass üblicherweise die Abgastemperatur und der Abgasmassenstrom sowie die zugeführte Heizleistung als Eingangsgrößen solcher Modelle verwendet werden. Die dergestalt modellierte Sondentemperatur kann dann für eine Regelung mit geschlossenem Kreis verwendet werden. Üblicherweise erfolgt die Abstimmung solcher Rechenmodelle mit ausgesuchten Lambdasonden, welche einen Heizer-Widerstand in der Mittellage möglicher Streuungen besitzen. Daher ist es mit solchen Modellen zwar möglich, die Betriebspunkteinflüsse zu minimieren, jedoch kann die durch die Streuungen der Heizerwiderstände auftretende Temperaturabweichung nicht kompensiert werden.
- Die
DE 10 2006 011 722 B3 offenbart ein Verfahren zur Korrektur des Ausgangssignals einer Breitbandlambdasonde einer Brennkraftmaschine. Im Rahmen dieses Verfahrens wird der Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf den durch die Breitbandlambdasonde bestimmten Lambda-Wert erkannt und mithilfe eines Kompensationsmodells herausgerechnet. Zu diesem Zweck wird eine gemessene Luftfeuchtigkeit in die Kalibrierung der Breitbandlambdasonde während einer Schubabschaltphase der Brennkraftmaschine einbezogen. - Laut
DE 10 2005 059 794 B3 wird nach einem Sprung von einer Vorgabe eines fetten Luft/Kraftstoff-Verhältnisses in einem Brennraum eines jeweiligen Zylinders einer Brennkraftmaschine zu einer Vorgabe eines mageren Luft/Kraftstoff-Verhältnisses auf eine sich daraufhin einstellende Plateauphase eines Messsignals einer in einem Abgaskatalysator angeordneten Abgassonde detektiert und die Zeitdauer als Einlagerungszeitdauer ermittelt. Nach einem Sprung von einer Vorgabe eines mageren Luft/Kraftstoff-Verhältnisses in dem Brennraum des jeweiligen Zylinders zu einer Vorgabe eines fetten Luft/Kraftstoff-Verhältnisses wird auf eine sich daraufhin einstellende Plateauphase des Messsignals detektiert und die Zeitdauer der Plateauphase als Auslagerungszeitdauer ermittelt. Abhängig von der Einlagerungszeitdauer und der Auslagerungszeitdauer wird eine Zuordnungsvorschrift zum Zuordnen des Messsignals zu einem erfassten Luft/Kraftstoff-Verhältnis angepasst. Zum Kalibrieren der Abgassonde wird abhängig von einem Plateauwert des Messsignals während der Plateauphase die Zuordnungsvorschrift angepasst. - Es sind folgende Patentdokumente in den technologischen Hintergrund der vorliegenden Erfindung gestellt worden:
DE 10 2006 011 722 B3 ,DE 103 60 775 A1 ,DE 198 61 198 B4 ,DE 43 04 966 A1 ,DE 199 37 016 A1 ,DE 10 2004 006 875 A1 ,DE 103 39 062 A1 ,DE 199 26 139 A1 undDE 10 2005 038 492 A1 . - Die
DE 10 2004 025 244 A1 bezieht sich auf ein Verfahren zum Bewerten der Elektrodeneigenschaften einer Lambdasonde, bei dem zum Messen ihres Innenwiderstandes unter Nutzung von in einem Referenzluftvolumen vorhandenem Sauerstoff die Sondenspannung in einem unbelasteten und in einem mit einem Lastwiderstand belasteten Zustand gemessen wird. Eine zuverlässige Messung der Elektrodengüte bei Lambdasonden mit gepumpter Referenz wird dadurch erreicht, dass bei einer Lambdasonde mit gepumpter Referenz über die Messzeit der Sauerstoffpartialdruck zum Messen der Sondenspannung aufrechterhalten wird, indem für die Messung das Referenzluftvolumen mit Sauerstoff aufgeladen wird. -
DE 10312240 B4 offenbart ein System zum Schätzen der Abgastemperatur und Steuerung der Aufheizung eines Sauerstoffsensors in einem Fahrzeug, welches den Heizungsstrom erfasst und einen Kalmanfilter verwendet, um einen Abgastemperaturwert zu berechnen. - Die
DE 19 629 552 C1 offenbart eine Vorrichtung zum Kompensieren der Temperaturdrift einer Abgassonde unter Verwendung des Temperatursignals eines in die Lambdasonde integrierten Temperaturfühlers und eines in einem Speicher der elektronischen Steuerungseinrichtung der Brennkraftmaschine abgelegten Kennfeldes, das in Abhängigkeit der Sensortemperatur zugehörige Werte für das Ausgangssignal der Lambdasonde enthält. in Abhängigkeit von der durch das Auswerten des Kennfeldes erhaltenen Signalverschiebung wird die Heizleistung der Sondenbeheizungseinrichtung verändert, so dass ein vorgegebener Sollwert für die Arbeitstemperatur der Lambdasonde eingehalten wird. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Genauigkeit des Betriebs einer Lambdasonde in der Abgasanlage einer Brennkraftmaschine zu erhöhen und dadurch den Kraftstoffverbrauch zu senken, der auf eine zu ungenaue Lambdaregelung zurückzuführen ist, und die dadurch bedingte Umweltbelastung zu verringern.
- Die vorliegende Erfindung geht von einem Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage einer Brennkraftmaschine mit einem Lambda-Regelsystem zum Regeln des Kraftstoff/Luft-Gemischverhältnisses eines Verbrennungsprozesses der Brennkraftmaschine aus. Die Abgasanlage weist einen Katalysator und wenigstens ein elektrisches Heizelement zum Aufheizen der Lambdasonde auf Betriebstemperatur auf, welches in wenigstens einem Verfahrensschritt aufgeheizt wird. Das Aufheizen dieses Heizelementes wird durch eine Heizelementsteuerung ausgeführt, wobei dem Heizelement von der Heizelementsteuerung wenigstens ein Regelparameter wie beispielsweise eine aufgeprägte Spannung vorgegeben wird. Dabei wird ein Lambdasonden-Temperaturmodell zur Korrektur der Regelparameter verwendet oder nicht verwendet.
- Dadurch, dass in einem ersten Schritt die Leistungsfähigkeit des Heizelementes ermittelt und einem repräsentativen Leistungswert zugeordnet wird, und in einem zweiten Schritt dieser repräsentative Leistungswert zur Korrektur der durch die Heizelementsteuerung dem Heizelement pro Zeiteinheit zugewiesenen Energiemenge herangezogen wird, ist die Aufgabe der Erfindung erreicht.
- Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
- Die Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Heizelementes wird gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung durch Erfassen seiner Aufheizgeschwindigkeit bei Zuführung einer definierten Energiemenge ausgeführt.
- Ferner wird zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Heizelementes der Innenwiderstand seines Messelementes bevorzugt zu einem festgelegten Zeitpunkt gemessen.
- Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens nach vorliegender Erfindung wird der festgelegte Zeitpunkt zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit anhand eines Lambdasonden-Temperaturmodells berechnet, wobei eine Referenz-Lambdasonde eine vorgegebene Temperaturschwelle in diesem Temperaturmodell überschreitet.
- In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird der festgelegte Zeitpunkt zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit derart bestimmt, indem eine vorbestimmte aufsummierte Heizenergiemenge erfasst und mit ihr das Heizelement beaufschlagt wird.
- Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens nach vorliegender Erfindung wird der zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit festgelegte Zeitpunkt derart vorgegeben, dass die Temperatur des Messelementes der Lambdasonde einen Wert in einem mittleren Temperaturbereich aufweist, welcher zwischen der Betriebstemperatur und der Temperatur der unbetriebenen Lambdasonde liegt, wobei der Fehlertoleranzbereich des Innenwiderstandes des Messelementes der Lambdasonde in diesem mittleren Temperaturbereich einer geringen Streuung unterliegt.
- Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens nach vorliegender Erfindung liegt der Heizelementsteuerung ein Temperaturmodell der Lambdasonde vor, in welchem der ermittelte repräsentative Leistungswert des Heizelementes berücksichtigbar ist, wobei die Heizelementsteuerung einen korrigierten Ist-Wert des gemessenen Heizelementwiderstandes zum Steuern der Beheizung des Heizelementes in einem geschlossenen Regelkreis erzeugt.
- Der Sollwert für das Heizelement wird in einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung vorzugsweise betriebspunktabhängig vorgegeben und einer Korrektur in Abhängigkeit von dem ermittelten repräsentativen Leistungswert des Heizelementes unterzogen.
- Vorzugsweise wird in einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wenigstens eines von den dem Heizelement von der Heizelementsteuerung vorgegebenen Regelparameter einer Korrektur in Abhängigkeit von dem ermittelten repräsentativen Leistungswert des Heizelementes unterzogen.
- Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird der korrigierte Ist-Wert des gemessenen Heizelementwiderstandes vorzugsweise einer Zustandsdiagnose-Vorschrift der Lambdasonde bereitgestellt. Der erfindungsgemäß ermittelte und korrigierte Ist-Wert des gemessenen Heizelementwiderstandes ermöglicht durch seine höhere Genauigkeit eine entsprechend zuverlässigere Zustandsdiagnose der Lambdasonde.
- Die Zustandsdiagnose-Vorschrift der Lambdasonde erfasst gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung das Unter- oder Überschreiten vorgegebener Schwellenwerte des jeweiligen Widerstandswertes des Heizelementes und/oder der Lambdasonde und erzeugt beim Eintreten eines unter- oder überschreitenden Messwertes ein Wartungssignal. Dieses Wartungssignal kann auf vielfältige Weise zu einer Wartungseinrichtung weitergeleitet und übertragen werden.
- Nach einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Aufgabe der Erfindung mithilfe einer Motorsteuerung einer Brennkraftmaschine zum Steuern wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage der Brennkraftmaschine mit einem Lambda-Regelsystem erreicht, in der die Verfahrensschritte nach einer der oben beschriebenen Ausgestaltungen ausführbar sind.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung erläutert.
-
1 zeigt zwei Kennlinien des Innenwiderstandes Ri der Lambdasonde, die jeweils einem neuen Zustand I und einem gealterten Zustand II der Lambdasonde entsprechen. Durch die Alterung verändern sich der Innenwiderstand und die Leistungsfähigkeit einer Lambdasonde. Ähnliche Unterschiede kommen durch fertigungsbedingte Toleranzabweichungen vor. - Beispielsweise kann eine Lambdasonde dergestalt beheizt werden, dass sich mit einem exakt einem Referenz-Widerstandswert entsprechenden Heizelement eine Temperatur Tn von beispielsweise 450°C ergibt. Bei dieser Temperatur wird eine Lambdasonde mit einem nominalen (ideal eingestellten) Innenwiderstands-Wert einen dementsprechenden Widerstand R2 aufweisen. Umgekehrt kann daher aus dem Innenwiderstand der Lambdasonde auf die Temperatur geschlossen werden. Wie erwähnt, unterliegt jedoch auch der Innenwiderstand der Lambdasonde gewissen Toleranzabweichungen, so dass unter Berücksichtigung der maximal möglichen Innenwiderstandsabweichungen ein Innenwiderstandswert der Lambdasonde zwischen R1 und R2 vorkommen kann. Bei dem erwähnten Innenwiderstandswert der Lambdasonde könnte unter Berücksichtigung der maximal möglichen Toleranzen daher nur ermittelt werden, dass die Temperatur des Sensors zwischen den Temperaturen T1 und T2 liegt: beispielsweise zwischen 420°C und 480°C. Mit Heizelementen, deren Heizwiderstand dem unteren bzw. oberen Ende der Spezifikation entspricht, würde sich unter gleichen Heizbedingungen jedoch eine minimale und/oder eine maximale Temperatur von Tmin oder Tmax, beispielsweise 250°C oder 600°C einstellen. Der sich dann einstellende Widerstandswert liegt auch unter Berücksichtigung der möglichen Streuungen unterhalb von R2 bzw. oberhalb von R1, somit außerhalb des Toleranzbereiches einer nominalen Lambdasonde, wodurch eine Unterscheidung der Leistungsfähigkeit des Heizelementes ermöglicht ist. Bevorzugt wird abhängig von dem ermittelten Innenwiderstandswert der Lambdasonde ein Wert für den tatsächlichen Heizelement-Widerstand rechnerisch quantifiziert.
- Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die dargestellten Kennlinien I und II jeweils für ein neues und ein gealtertes Bauelement einer Lambdasonde jeweils zusätzlich eine Serienstreuung des Innenwiderstandes aufweisen, die nicht dargestellt ist und die zu einer Verbreiterung der Toleranzabweichungen führen.
- Durch die Alterung verschiebt sich diese Serienstreuung mit der Kennlinie mit, so dass die Abweichungen insgesamt dann eine entsprechend vergrößerte Abweichung aufweisen, wenn man eine große Anzahl neuer und gealterter Lambdasonden in Betracht zieht. Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere geeignet, diese durch die Alterung bedingte Zunahme der zu berücksichtigenden Toleranzabweichungen zu verringern.
- Die vorangehenden Ausführungen der vorliegenden Erfindung sind lediglich beispielhaft und nicht als die vorliegende Erfindung einschränkend auszulegen. Die vorliegende Erfindungslehre kann leicht auf andere Anwendungen übertragen werden. Die Beschreibung des Ausführungsbeispiels ist zur Veranschaulichung vorgesehen und nicht, um den Schutzbereich der Patentansprüche einzuschränken. Viele Alternativen, Modifikationen und Varianten sind für einen durchschnittlichen Fachmann offensichtlich, ohne dass er hierfür den Schutzumfang der vorliegenden Erfindung verlassen müsste, der in den nachfolgenden Ansprüchen definiert ist.
-
- I
- Innenwiderstands-Kennlinie einer gealterten Lambdasonde
- II
- Innenwiderstands-Kennlinie einer neuen Lambdasonde
- Ri
- Innenwiderstand der Lambdasonde
- R1
- Innenwiderstand der gealterten Lambdasonde
- R2
- Innenwiderstand der neuen Lambdasonde
- t
- Temperatur der Lambdasonde
- Tmin
- minimale Temperatur
- Tmax
- maximale Temperatur
- Tn
- nominale Temperatur
- T1
- Temperatur bei neuer Lambdasonde
- T2
- Temperatur bei alter Lambdasonde
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102006011722 B3 [0007, 0009]
- - DE 102005059794 B3 [0008]
- - DE 10360775 A1 [0009]
- - DE 19861198 B4 [0009]
- - DE 4304966 A1 [0009]
- - DE 19937016 A1 [0009]
- - DE 102004006875 A1 [0009]
- - DE 10339062 A1 [0009]
- - DE 19926139 A1 [0009]
- - DE 102005038492 A1 [0009]
- - DE 102004025244 A1 [0010]
- - DE 10312240 B4 [0011]
- - DE 19629552 C1 [0012]
Claims (12)
- Verfahren zum Betreiben wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage einer Brennkraftmaschine mit einem Lambda-Regelsystem zum Regeln des Kraftstoff/Luft-Gemischverhältnisses eines Verbrennungsprozesses der Brennkraftmaschine, wobei die Abgasanlage einen Katalysator und wenigstens ein elektrisches Heizelement zum Aufheizen der Lambdasonde auf Betriebstemperatur aufweist, welches in wenigstens einem Verfahrensschritt aufgeheizt wird, und das Aufheizen dieses Heizelementes durch eine Heizelementsteuerung ausgeführt wird, wobei dem Heizelement von der Heizelementsteuerung wenigstens ein Regelparameter vorgegeben wird, wobei ein Lambdasonden-Temperaturmodell zur Korrektur der Regelparameter verwendet oder nicht verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass – in einem ersten Schritt die Leistungsfähigkeit des Heizelementes ermittelt und einem repräsentativen Leistungswert zugeordnet wird, – in einem zweiten Schritt dieser repräsentative Leistungswert zur Korrektur der durch die Heizelementsteuerung dem Heizelement pro Zeiteinheit zugewiesenen Energiemenge herangezogen wird.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Heizelementes durch Erfassen seiner Aufheizgeschwindigkeit bei Zuführung einer definierten Energiemenge ausgeführt wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Heizelementes der Innenwiderstand seines Messelementes zu einem festgelegten Zeitpunkt gemessen wird.
- Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit festgelegte Zeitpunkt anhand eines Lambdasonden-Temperaturmodells berechnet wird, wobei eine Referenz-Lambdasonde eine vorgegebene Temperaturschwelle in diesem Temperaturmodell überschreitet.
- Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit festgelegte Zeitpunkt derart bestimmt wird, indem eine vorbestimmte aufsummierte Heizenergiemenge erfasst und mit ihr das Heizelement beaufschlagt wird.
- Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit festgelegte Zeitpunkt derart vorgegeben wird, dass die Temperatur des Messelementes der Lambdasonde einen Wert in einem mittleren Temperaturbereich aufweist, welcher zwischen der Betriebstemperatur und der Temperatur der unbetriebenen Lambdasonde liegt, wobei der Fehlertoleranzbereich des Innenwiderstandes des Messelementes der Lambdasonde in diesem mittleren Temperaturbereich einer geringen Streuung unterliegt.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizelementsteuerung ein Temperaturmodell der Lambdasonde vorliegt, in welchem der ermittelte repräsentative Leistungswert des Heizelementes berücksichtigbar ist, wobei die Heizelementsteuerung einen korrigierten Ist-Wert des gemessenen Heizelementwiderstandes zum Steuern der Beheizung des Heizelementes in einem geschlossenen Regelkreis erzeugt.
- Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert für das Heizelement betriebspunktabhängig vorgegeben und einer Korrektur in Abhängigkeit von dem ermittelten repräsentativen Leistungswert des Heizelementes unterzogen wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines von den, dem Heizelement von der Heizelementsteuerung vorgegebener Regelparameter einer Korrektur in Abhängigkeit von dem ermittelten repräsentativen Leistungswert des Heizelementes unterzogen wird.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der korrigierte Ist-Wert des gemessenen Heizelementwiderstandes einer Zustandsdiagnose-Vorschrift der Lambdasonde bereitgestellt wird.
- Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsdiagnose-Vorschrift der Lambdasonde das Unter- oder Überschreiten vorgegebener Schwellwerte des jeweiligen Widerstandswertes des Heizelementes und/oder der Lambdasonde erfasst und beim Eintreten eines unter- oder überschreitenden Messwertes ein Wartungssignal erzeugt.
- Motorsteuerung einer Brennkraftmaschine zum Steuern wenigstens einer Lambdasonde in der Abgasanlage der Brennkraftmaschine mit einem Lambda-Regelsystem, dadurch gekennzeichnet, dass in der Motorsteuerung die Verfahrensschritte nach einem der Ansprüche 1 bis 11 ausführbar sind.
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